AN: Ein neuer Tag, ein neues Kapitel! Viel Spaß damit! Und so nebenbei, ich freue mich auch immer über Reviews... :)
Danke auch bei diesem Kapitel an meine wundervolle Beta Anne und meine Schwester fürs Korrekturlesen!
Disclaimer: Harry Potter und seine Charaktere gehören JKR. Diese Geschichte gehört Jewels5. Dies ist eine genehmigte Übersetzung.
Vorher: Carlotta Meloni, Adam McKinnon und eine andere Schülerin versuchen sich umzubringen und ein Ermittler vom Ministerium wird hergebracht um herauszufinden, wieso. Carlotta vertraut Lily an, dass sie Frank Longbottom in den Ferien geküsst hat und daraufhin machen Frank und Alice Schluss. Luke Harpers (Lilys Freund) Familie gehört ein Geschäft in Hogsmeade. Snape sagt Lily, dass sie sich zwischen James und ihm entscheiden muss und sie entscheidet sich aus Loyalität für Snape. Carlotta überredet Frank mit ihr auf ein Date zu gehen.
Kapitel 10 - „Die Verbindung"
Oder
„With a little help from your friends"
„Wo in Agrippas Namen ist meine Haarbürste?" wollte Carlotta Meloni vom Universum wissen und - da sie annahmen, dass ihr Beitrag nicht benötigt wurde - sagten ihre Zimmergenossinnen nichts und fuhren mit ihren Vorbereitungen für den Tag fort, ohne Miss Melonis Notlage zu beachten. „Hast du sie gesehen, Shelley?" fragte sie, sich zu ihrer Freundin umdrehend, die unglücklich im Spiegelbild ihre spülwasserblonden Haare betrachtete.
„Sorry, nein," sagte Shelley. „Du kannst dir meine ausleihen, wenn du..."
Carlotta beäugte widerwillig den erwähnten Gegenstand, den Shelley Mumps ihr hinhielt und schüttelte ihren Kopf, während sie versuchte, ihre Abneigung gegenüber der besagten Haarbürste und den in deren Borsten eingeklemmten Haarsträhnen zu verbergen. „Nein danke, Shelley. Ich hab nach..."
Lily Evans tauchte aus dem Waschraum auf und klemmte sich silberne Kreolen an. „Lily!" sagte Carlotta, während sie zu ihr hinüber eilte. „Hast du meine Haarbürste gesehen?" Aber das hatte Lily nicht.
„Ich gehe runter zum Frühstück," verkündete Shelley, während Carlotta die Kommode nach ihrer Habseligkeit durchkämmte. „Soll ich auf dich warten, Car?"
„Nein, geh schon vor," antwortete die andere abgelenkt. „Ich komme gleich nach." Und als Shelley gegangen war, drehte sich Carlotta zu Mary um, die am Schminktisch saß und ihren Eyeliner auffrischte. „Mary, kann ich mir deine Haarbürste ausleihen?"
„Sorry," sagte Mary leichthin und stand sehr schnell auf. Sie schubste die Reste ihrer Kosmetika in ihre meerblaue Handtasche, zusammen mit ihrer eigenen Haarbürste, ihrer zusätzlichen Bürste, ihrer Haarentkotungsbürste und mehreren Kämmen. „Aber ich nehme sie gerne mit mir mit und ich gehe jetzt runter zum Frühstück." Und damit hüpfte Mary geradezu aus dem Schlafsaal.
Verwirrt drehte sich Carlotta zu Marlene: „Mar, könnte ich...?"
„Es ist unhygienisch," unterbrach die Blondine lieblich. „Bis nachher im Unterricht." Und auch sie verschwand. Carlotta setzte sich auf ein Bett.
„Bilde ich mir das ein," fing sie an, nur an die zwei anderen Mädchen im Raum gerichtet - Lily und Donna - „ oder sind Mary und Marlene in den letzten Wochen irgendwie seltsam zu mir gewesen?"
„Das bildest du dir nur ein," sagte Lily viel zu schnell. „Ich meine... Ich denke nicht, dass Mary und Marlene absichtlich seltsam zu dir sind... es ist wahrscheinlich nur... du weißt schon... gesundheitlich. Probleme. So was."
„Mhm", stimmte Donna zu, in ihre Schuhe schlüpfend. „Oder sie denken, dass du eine Hure bist, weil du Frank Alice ausgespannt hast."
Lily verdrehte ihre Augen. „Donna. Takt. Wir haben darüber geredet. Ich weiß, dass wir das haben..."
„Sie... was?" Und Carlotta schien ehrlich überrascht. „Aber... sie haben nichts gesagt und... sie waren normal, bis vor einer kurzen Zeit..."
„Tja", sagte Lily langsam. „ich denke, dass es vielleicht bloß ein bisschen schwierig für sie ist zu akzeptieren, dass, abgesehen davon, was im Sommer passiert ist..."
„Sie denken, dass du irgendwie ein Miststück bist, weil du nicht nur Frank und Alice' Beziehung ruiniert hast, sondern auch noch auf ein Date mit ihm gehst, nachdem sie Schluss gemacht haben", sagte Donna.
Carlotta zuckte zusammen. „Also... also weiß jeder davon?"
„Nicht jeder", sagte Lily, sie warf Donna einen Blick zu, der sie ruhig stellen sollte. „Ich meine... Marlene hat es herausgefunden und sie hat es Mary erzählt... also... naja... eigentlich, ja, bis jetzt hat es wahrscheinlich jeder herausgefunden."
„Richtig," sagte Carlotta. „Das ist einfach... großartig. Und... und denkst du jetzt auch, dass ich eine Schlampe bin?"
„Ja", sagte Donna.
„Ich rede mit Lily."
Donna zuckte die Achseln. „Ich gehe zum Frühstück," verkündete sie und tat es. Lily versuchte mit ihrer Büchertasche beschäftigt zu wirken.
„Lily," wiederholte Carlotta. „Denkst du jetzt auch, dass ich eine Schlampe bin?"
Es war unvermeidlich. Der Rotschopf seufzte. „Ich... ich denke nicht... Carlotta, es geht mich eigentlich nichts an."
„Aber ich lasse es dich etwas angehen. Ich habe dir alles anvertraut. Ich habe dich um deinen Rat gefragt... und du warst diejenige, die mir gesagt hat, dass ich es mit Frank versuchen sollte."
„Carlotta", warf Lily streng ein, „du hast versäumt zu erwähnen, dass der Kerl, hinter dem du her warst, eine Freundin hatte und dass die Freundin mit mir befreundet ist."
„Und... ich bin nicht mit dir befreundet, ja?" fragte die Brünette kalt.
„Das bist du, aber Alice hat nicht versucht, dir deinen Freund auszuspannen."
Seufzend verdrehte Carlotta die Augen. „Das ist so lächerlich. All diese Sitten und Gewohnheiten... wer sagt, dass nicht Alice diejenige war, die mir Frank ausspannen wollte? Wenn Frank und ich füreinander bestimmt..."
„Carlotta", wiederholte Lily, „ihr zwei wart betrunken am Strand und habt geknutscht. Das ist nicht Romeo und Julia, okay? Ob ihr zwei ein gutes Paar abgebt oder nicht, ist nebensächlich. Wenn du etwas mit ihm anfangen wolltest, dann hättest du mit ihm reden sollen. Und wenn er gesagt hätte, dass er will, dass du wegbleibst, dann hättest du auf ihn hören sollen. So läuft das einfach."
„Wie das läuft, ist falsch", entgegnete Carlotta. Sie stand vom Bett auf „Aber ich bin froh", fuhr sie fort, ihr Ton eiskalt, „dass du endlich ehrlich zu mir bist."
„Carlotta..."
„Leier mir keine Standpauke vor, Lily... als ob du 'ne kleine Heilige bist und versuchst den Frieden zu wahren. Ich will nicht, dass du nett zu mir bist, außer wenn du es ehrlich meinst und ich brauche dich nicht um mich vor deinen blöden Freundinnen zu beschützen. Mein Gott, du bist genauso wie die anderen... so verdammt oberflächlich, dass es mich krank macht." Und damit stürmte Carlotta davon.
Lilys Schock hatte schon nachgelassen, bevor die andere die Tür erreichte, die Rothaarige stand dort, Rage wütete in ihr... oh, wie sie wünschte, dass sie genug Zeit hätte, um zurück zu schreien. Wie sehr sie wünschte, dass... was war das?
Auf dem Boden neben der Kommode lag eine hölzerne Haarbürste. Lily starrte sie wütend an und trat sie unter die Kommode,
(Frag mich warum)
„Ich habe es dir gesagt", flüsterte Donna Lily zu, als die zwei Mädchen sich in Verteidigung gegen die dunklen Künste hinsetzten. Mary und Marlene besetzten den Tisch neben ihnen. „Ich meine, nicht genau so, aber ich habe dir immer gesagt, dass Nettigkeit... Optimismus dich nirgendwo hinbringt."
„Meine Nettigkeit war nicht das Problem", entgegnete Lily. „Carlottas Boshaftigkeit war das Problem."
„Es ist nicht bloß Carlotta", fuhr Donna fort. „Was ist mit Potter? Er schaut dich nicht mal an und jedes Mal, wenn du etwas im Unterricht sagst, versucht er dich lächerlich zu machen."
„Tja, das ist meine eigene Schuld", sagte Lily. „Ich war nicht gerade fair zu ihm, oder? Einen Waffenstillstand zu initiieren, dann versuchen, mich mit ihm anzufreunden und mich dann komplett von ihm fernhalten?"
Marlene lehnte sich zu ihnen. „Wann wirst du aufhören, Potters schlechtes Verhalten zu entschuldigen?" fragte sie. „Es ist lächerlich."
„Das musst du gerade sagen,", flüsterte Mary in einem Singsang. Marlene hörte es nicht.
„Ich gebe ihm einen Monat um auf mich wütend zu sein", sagte Lily. „Danach schätze ich, muss er nicht nett zu mir sein, aber er ist nicht mehr berechtigt, mit allen Mitteln zu versuchen ein Arsch zu mir zu sein."
„Einen Monat?" fragte Donna.
„Ja. Ich denke, das ist eine vernünftige Zeitspanne: lang genug, um wirklich sauer zu sein und in Gleichgültigkeit zu verfallen, aber nicht so lange, dass er sich daran gewöhnt, arschig zu mir zu sein."
„Naja, es ist ungefähr einen Monat her, oder?" überlegte Mary.
„Nächsten Samstag ist es ein Monat", sagte Lily. Die anderen blickte sie an. „Was? Ich habe ein gutes Gedächtnis."
„Du hast dir wirklich viele Gedanken darüber gemacht", bemerkte Marlene mit erhobenen Augenbrauen.
„Was sonst soll ich in Alte Runen machen? Hör auf deine Augenbrauen hochzuziehen. Es ist nicht so seltsam."
„Es ist ein bisschen seltsam", sagte Mary.
„Du bist ein bisschen seltsam", sagte Lily.
„Tja, du bist..."
„Guten Morgen, Klasse", sagte Professor Black, der mit einem Lächeln auf seinem müden Gesicht in den Raum fegte. „Es hat diesen Morgen geschneit. Erster Schnee dieses Jahres.. merkt euch das. Geschichtlich gesehen haben Zauberer stets große Bedeutung auf klimatische Veränderungen wie diese gelegt."
„Welche Art Bedeutung?" wollte ein Ravenclaw wissen.
Professor Black grinste nur. „Haltet einfach eure Augen offen. Jetzt legt eure Bücher weg. Wir üben heute für die Prüfungen mit ein wenig Praxis. Ihr werdet euch alle paarweise aufteilen... oh, aber zuerst..." Er zog eine Schriftrolle aus seiner Tasche, „Professor McGonagall hat mich gebeten, jeden, der vor hat, für Weihnachten heimzugehen, hier unterschreiben zu lassen. Gibt es weiter und dann fangen wir an."
„Gehst du nach Hause?" fragte Lily Donna, die nickte.
„Mein Bruder erwartet mich", antwortete sie mürrisch. „Und das Kindermädchen hat schon wieder gekündigt, was bedeutet, dass er weniger Schichten bei der Arbeit übernehmen konnte... was würden sie nur ohne mich machen?"
„Was würdest du nur ohne sie machen?" bemerkte Lily amüsiert. „Gib's zu, Don, du wirst zumindest froh sein, deine kleinen Geschwister zu sehen."
„Ich hab nicht dagegen, Bridget zu sehen", sagte Donna. „Aber das ist es auch schon. Isaiah ist ein Albtraum und Brice veranstaltet immer ein Chaos."
„Weißt du", sagte Lily, „du musst nicht vorgeben, alles zu hassen. Gefühle können deine Freunde sein."
„Nein, können sie nicht. Selbst Freunde können nicht deine Freunde sein."
Lily verdrehte ihre Augen. „Warum hältst du immer einen Arm Abstand zu allem?"
„Ich halte keinen Arm Abstand."
„Warum hast du dann dem süßen Ravenclaw, der dich auf ein Date in Hogsmeade eingeladen hat, einen Korb gegeben?"
Donna zuckte die Achseln. „Es hätte nicht funktioniert. Was? Hätte es nicht."
„Arm Abstand."
„Ich halte keinen Arm Abstand!"
„Tut sie nicht", brachte sich Marlene ein. „Sie ist viel abgekapselter. Gefühlsmäßig, schätze ich, passen mindestens ein Dutzend Arme zwischen sie und den Rest der Welt."
„Ich bin nicht abgekapselt", sagte Donna. „Ich bin einfach nur schlau. Praktisch veranlagt."
„Emotional unfähig."
„Du hältst dich da raus."
„In Ordnung", unterbrach Lily, „wenn ich euch etwas Glänzendes gebe, wärt ihr dann alle zu abgelenkt um diese Diskussion fortzuführen?"
„Wie glänzend?" fragte Mary. Die Liste erreichte die Mädchen: Lily, Donna und Mary unterschrieben, Marlene nicht.
„Wenn ich heimgehe," erklärte die Blondine, „kauft mir Mum eine Menge Geschenke. Wenn ich hierbleibe, schickt sie bloß eins... es ist billiger."
„Zuhause wird es ohne dich gar keinen Spaß machen," meinte Mary. „Mum und Dad mögen dich mehr als mich, schätze ich und es gibt niemand Interessanten mehr in unserem Gebäude... bloß dieses schäbige alte Pärchen, nach denen wegen Drogenhandels ermittelt wird."
„Vielleicht nächstes Jahr", antwortete Marlene, die versuchte locker zu klingen. „Also, wer will jetzt gegen mich antreten?"
„Ich nicht", sagte Mary. „Du schlägst mich immer, Mar. Ich suche mir eine mickrige Hufflepuff."
„Ich duellier dich", meldete sich Donna freiwillig. „Sollte lustig werden."
Marlene widersprach, aber Lily schenkte ihnen nicht viel Aufmerksamkeit. Die Rumtreiber saßen in der Nähe und als der Zettel in ihre Richtung kam, hörte Lily zufällig einen Teil ihrer Unterhaltung mit.
„... Was sagst du, Prongs?" fragte Sirius. „Gehst du heim oder bleibst du in Hogwarts?"
„Bitte", antwortete James. „Ich will meinen Dad nicht sehen. Ich bleibe."
„Passt mir gut", bemerkte sein bester Freund. „Ich wollte sowieso bleiben... wenn man bedenkt, dass mein Onkel hier ist und so. Ich denke, es könnte Mum ganz schön wütend machen, wenn ihr Bruder mich nicht für die Plage der Blacks hält."
„Sirius Black: Die Plage der Blacks", sagte Remus nachdenklich. „Es hat 'nen besonderen Klang."
Sirius lachte. „Ich vermute, dass du da bleibst, Moony." Das tat er. „Was ist mit dir, Wormtail?"
„Wenn ihr da seid, bleibe ich auch", sagte Peter. „Es wird besser sein als Mums Sirupkuchen und Glühwein."
„Exzellent", sagte James zufrieden. „Das wird lustig. Vielleicht platzen wir in Slughorns Weihnachtsfeier..."
Peter schnaubte. „Du und Sirius müsst da nicht reinplatzen, Prongs. Ihr seid immer eingeladen." James zuckte bloß mit den Achseln.
„Es macht aber mehr Spaß reinzuplatzen."
(Deshalb)
Der Schnee war nicht sehr hoch an diesem Morgen: er war nass und matschig, zum Teil durchscheinend, aber überall sehr, sehr kalt. Trotzdem, das veränderte Wetter betonte die Ankunft von Weihnachten sehr und Lily merkte, wie ihre Aufmerksamkeit später am Morgen im Zaubertränkeunterricht abschweifte. Als Professor Slughorn vorbeikam um eine Probe ihres Alterungstranks einzusammeln, schien er nichtsdestotrotz nicht weniger zufrieden als sonst.
„Sehr schöne Arbeit, Lily." Während er etwas des Trankes in eine kleine Phiole füllte, fuhr Slughorn fort: „Werde ich Sie dieses Jahr bei der Weihnachtsfeier sehen?"
„Leider nicht", antwortete die Hexe. „Ich gehe dieses Jahr heim."
„Das ist zu schade", klagte Slughorn seufzend. „Deidre Shakenhurst war ziemlich beeindruckt von Ihnen letztes Weihnachten, wissen Sie."
„Es war auch fantastisch, sie zu treffen", sagte Lily aufrichtig. „Aber ich wechsle normalerweise immer ab und Mum wird mich dieses Weihnachten zu Hause haben wollen."
„Und wer kann es ihr verübeln? Sehr schön, Miss Evans. Oh, und nebenbei - Sie haben nicht zufällig Mr. Snape heute gesehen, oder?"
Das hatte sie nicht. Tatsächlich war sie ebenfalls verwundert über seine Abwesenheit. „Nein", gab sie zu. „Ich denke, er muss krank oder so sein. Er war auch nicht in Verteidigung."
Slughorn nickte langsam. „Sehr schön. Exzellente Arbeit, wie immer, Lily."
Als schließlich die Glocke das Ende des Unterrichts ankündigte, war Lily die Erste an der Tür und hielt nur am Ende des Korridors an, um auf ihre Freunde zu warten. Donna, Mary und Marlene holten sie schließlich ein.
„Ich habe heute vor Charlie Plex gesessen", informierte Donna sie, als sie begannen in Richtung Große Halle und Mittagessen zu gehen. „Er hat mit seiner Freundin geredet und ich hab die ganze Sache gehört."
„Sexy", sagte Mary.
„Nicht so. Chipper arbeitet fürs Ministerium... Charlie sagt, dass sie Lathe zurückziehen."
„Lathe zurückziehen? Zurück nach London?" fragte Lily. Donna nickte.
„Anscheinend geben sie ihm bis Weihnachten Zeit und wenn er bis dann keine wichtigen Spuren in der Ermittlung hat, schließen sie den Fall."
„Du meinst, sie senden keinen Ersatz?" fragte Marlene schockiert. „Sie... machen einfach weiter, als wäre nichts passiert? Aber was, wenn jemand anderes versucht... vom Astronomieturm oder in den See zu springen?"
„Es ist Monate her", machte sie Donna aufmerksam. „Und Lathe ist - leider - einer der besten Ermittler des Ministeriums. Wenn er nichts findet, schätze ich, dass das Ministerium einfach denkt, dass es seine Mittel verschwendet. Es hat über die Jahre so viele finanzielle Einschnitte in der Auroren-Abteilung gegeben und jetzt sind sie einfach knapp besetzt."
„Sie können den Fall nicht einfach schließen," protestierte Marlene, als ob das alles Donnas Schuld wäre. „Es könnte wieder passieren!"
„Heiler Holloway hat gesagt, dass es wahrscheinlich Zufall war, dass genau die drei betroffen waren", sagte Lily, die einen Arm um Marlenes Schulter legte. „Wenn es wieder passiert - was nach drei Monaten unwahrscheinlich scheint - sind die Aussichten astronomisch gering, dass es einem derselben Leute passiert."
Adam McKinnon war nicht aus ihren Gedanken verschwunden.
„Trotzdem", murmelte Marlene, obwohl sie nach diesen Worten ein wenig beruhigt schien. Sie erreichten die Halle und nahmen am Gryffindortisch Platz. Adam McKinnon selbst kam einen Moment später, aber als sie Mädchen sich bedienten, nahm er sich nur ein paar Sachen.
„Ich muss noch Zauberkunst-Hausaufgaben fertigmachen," erklärte er. „Bis später." Und mit einem Lächeln wandte er sich zum Gehen.
„Nimm dir wenigstens ein Sandwich mit", sagte Marlene. „Du wirst verhungern, wenn das alles ist, was du essen willst."
„Das musst du gerade sagen," riefen Mary und Adam im Chor. „Und ich esse heute kein Fleisch", fügte Adam hinzu. „Bis später im Unterricht." Er ging und Marlene zuckte die Achseln, die Obst zum Mittagessen aß.
„Wie hat er das gemeint?" fragte Lily. „Er isst heute kein Fleisch?"
„Oh, das ist bloß typisch Adam," sagte Marlene locker. „Er macht diese ab-und-zu Vegetariersache. Er ist nicht streng darin oder so... es ist bloß so eine Sache. Wenn er sich schuldig fühlt wegen dem Fleischessen, tut er es nicht. Erzählt es nicht weiter - er hält es ziemlich geheim, weil er denkt, dass es blöd ist. Ich habe ihn gesagt, dass es bloß Mitgefühl ist, aber... Merlin, Lily, was ist los? Du siehst aus, als ob du ein Gespenst gesehen hast!" Sie war tatsächlich stark erbleicht.
„Na und?" fragte Donna. „Hat sie wahrscheinlich. Der Fast-Kopflose Nick muss hier irgendwo in der Nähe sein."
„Es ist eine Redewendung, es bedeutet..."
„Adam ist Vegetarier?" unterbrach Lily. „Adam ist Vegetarier?"
„Nur manchmal", sagte Marlene ihr verwirrt. „Ich habe es gerade erklärt, er..."
„Ich hab's gehört", sagte Lily. „Wer weiß es sonst?"
„Tja... ich weiß nicht. Ich weiß es... nicht viele andere. Wie ich gesagt habe, er ist nicht besonders streng darin oder..."
„Weiß Lathe es?"
Marlene blinzelte., während sie mit einem Blick Lilys geistige Gesundheit bezweifelte. „Lathe? Der Ermittler vom Ministerium? Woher sollte ich das wissen? Ich denke eher nicht, aber..."
Lily stand plötzlich aus. „Adam ist Vegetarier", sagte sie verwundert, „ich kann nicht glauben, dass du nie erwähnt hast... Merlin, ich muss gehen. Ich... ich bin gleich zurück." Und sie eilte aus der Halle, tausend Gedanken pochten in ihrem Kopf. Adam McKinnon war Vegetarier. Wie hätte sie das nicht wissen können? Was bedeutete es? Wie könnte das möglicherweise einen Unterschied machen? Aber all das machte jetzt kaum einen Unterschied: jetzt musste sie Lathe finden.
„Scheiße, Evans, alles klar bei dir?"
Lily hatte es eilig gehabt, sodass sie nicht langsam gemacht hatte, als sie um eine Ecke lief und - folglich - direkt in Sirius Black hineinrannte. Er war nicht alleine (war er das je?), sondern begleitet von James Potter. Lily stolperte zurück, nach der Wand greifend und fiel beinahe, aber James und Sirius griffen beide einen Arm um sie aufzufangen.
„Mir gehts gut", sagte Lily, zu abgelenkt, um wegen James Potter nervös zu werden. „Ich muss... ich muss gehen... etwas ist passiert."
„Was ist passiert?" fragte Sirius, bevor sie an ihnen vorbeikonnte. „Komm schon, Evans, atmen. Was ist los?"
Lily wusste nicht, was sie sonst sagen sollte. „Adam McKinnon ist Vegetarier."
Sirius starrte sie an (sie wusste nicht, was James tat, sie sah absichtlich nicht hin). „Pech für ihn. Mir war nicht klar, dass das ein wohl bekanntes Anzeichen des Weltuntergangs ist."
„Verstehst du nicht?" beharrte der Rotschopf, begierig danach, von irgendjemandem verstanden zu werden. „Er ist Vegetarier. Er isst kein Fleisch. Adam McKinnon isst kein Fleisch."
„Genau. Das habe ich verstanden," Sirius hob seine Augenbrauen. „Aber was ist jetzt so toll daran?"
„Carlotta Meloni ist Vegetarier." Aber es war James, der antwortete. Lily machte schließlich Augenkontakt mit dem Quidditch-Kapitän.
„Genau", sagte sie dankbar.
Sirius legte den Kopf zur Seite. „Ich sehe die Verbindung immer noch nicht. Also sind Adam und Carlotta Vegetarier..." Er stoppte, als er anscheinend die Verbindung erkannte. „Adam und Carlotta?"
„Adam und Carlotta", bestätigte Lily. „Zwei von drei Schülern, die direkt nach einer Mahlzeit aus dieser Schule versucht haben, sich umzubringen, sind Vegetarier."
Alle drei waren still. „Wir sollten Lathe finden," sagte Sirius.
„Richtig."
Und weg waren sie.
Aber Lathe war nicht in seinem ernannten Büro. „Wir sollten McGonagall finden," sagte Lily, aber James schüttelte den Kopf.
„Wir sollten Lathe finden", sagte er.
„Wir sollen wir das machen?" wollte die Hexe wissen. „Er könnte überall sein. Ich war schon in der Großen Halle und da war er nicht. Wir wüssten nicht, wo wir anfangen sollten."
Die zwei Rumtreiber tauschten Blicke. Ohne ein Wort zu sagen, schien eine Unterhaltung stattzufinden. „Richtig", sagte Sirius und begann den Korridor hinunterzulaufen. „Ich gehe."
„Warte." James schritt vor. „Ich gehe. Du..."
„Warte hier einfach hier mit Evans," sagte Sirius, der weiter und weiter davon joggte. „Ich bin in fünf Minuten wieder zurück!"
„Wohin geht er?" fragte Lily komplett verwirrt, als Sirius auf die Treppe verschwand.
James wandte seinen Blick ab und lehnte sich an die Wand. „Er wird einen Weg finden, um Lathe zu finden. Es ist... kompliziert."
„Oh." Lily nickte. „Okay. Gibt es... ich meine, hat er einen spezifischen Plan oder...?"
„Er holt die Karte", sagte James. „Wir haben eine Karte… von der Schule. Sirius holt sie und das wird ihm helfen herauszufinden, wo Lathe ist."
„Aber... wie?"
Der Quidditch-Kapitän runzelte die Stirn. „Es ist... kompliziert."
„Das hast du gesagt", murmelte Lily misstrauisch. Ihre Arme verschränkend lehnte sie sich ebenfalls an die Wand und die beiden warteten. Sirius kam jedoch nicht nach fünf Minuten. Er kam nicht nach zehn Minuten und fast eine Viertelstunde war vergangen, bevor die beiden sprachen.
„Vielleicht sollten wir ihn suchen gehen," sagte James angespannt.
„Ja," stimmte Lily zu, „wo ist er hin?"
„Zum Schlafsaal, vermute ich."
Ziemlich verlegen begannen Lily und James in die Richtung zu gehen. Nach einer Weile konnte Lily die Stille nicht mehr ertragen. „Also, ich hab dich und Sirius in Verteidigung duellieren gesehen", begann sie plauderhaft. „Ihr zwei seid echt brillant darin. Ihr habt wirklich komplexe Zauber benutzt, ich muss sagen, ich war..." James warf ihr einen Blick zu. „Ich hab bloß versucht, Konversation zu machen", verteidigte sie sich.
„Das musst du nicht machen. Außerdem denke ich nicht, dass es Severus gefallen würde."
„Ich gehöre ihm nicht, James."
„Das kannst du mir nicht weismachen."
„Hör zu, so ist es nicht."
„Wie ist es dann?"
„Es... es ist kompliziert."
„Das ist keine Entschuldigung."
„Du hast sie vor kaum zwanzig Minuten selbst benutzt, Potter!"
„Tja, das ist was anderes."
„Aber es ist kompliziert. Hör zu, Sev hat mir ein Ultimatum gestellt und er hat gesagt, dass ich mich entscheiden müsste. Wenn es irgendjemand außer dir gewesen wäre, hätte ich ihn zum Teufel geschickt, aber..."
„Wow, Evans, das ist schmeichelhaft. Jeden außer mir hättest du bloß aus Prinzip verteidigt, aber weil ich es war..."
„Ihr zwei seid schon seit Ewigkeiten Feinde", erklärte Lily. „Stell dir vor, Sirius würde sich ganz plötzlich mit ... mit Nicolai Mulciber anfreunde. Würdest du da nichts dagegen haben?"
„Doch. Ich würde Sirius eins aufs Maul geben und Mulciber verhexen. Aber ich würde nicht rumrennen und ein Ultimatum stellen, wie ein siebenjähriges Mädchen, das ihren Willen nicht kriegt." James funkelte sie wütend an. „Es ist jetzt sowieso egal."
„Ja, ich schätze schon", sagte Lily leise. „Wenn es eine Hilfe ist, es... tut mir leid."
„Was auch immer."
Mehr Stille folgte. „Ich habe gehört, du bleibt über Weihnachten dieses Jahr im Schloss," sagte Lily nach einer Weile. „Das sollte lustig werden."
James zuckte die Achseln. „Ich habe einfach nicht besonders Lust meinen Dad zu sehen, das ist alles. Letztes Mal, als wir uns gesehen haben, war er auf so einem Disziplin-Trip und wenn er denkt, er kann so weitermachen, dann hat er sich geschnitten."
Lily nickte. „Ja, das konnte ungemütlich werden."
„Was meinst du damit?"
„Ich - nur, dass, du weißt schon... du hast ihn seit Monaten nicht gesehen. Er ist einfach gegangen und ist gerade zurückgekommen... du könntest dich komisch wegen ihm fühlen."
„Würde ich nicht," sagte James entschieden. „Er vielleicht, aber ich nicht."
„Okay." Stille.
„Du denkst, dass ich heimgehen sollte, oder?" wollte der Quidditch-Kapitän wissen.
„Was? Ich habe nichts in der Richtung gesagt."
„Du hast es gedacht."
„Also kannst du jetzt Gedanken lesen?" fragte Lily skeptisch.
„Du bestreitest es nicht. Ich habe Recht, oder? Du denkst, dass ich über Weihnachten heimgehen sollte!"
„Es geht mich nichts an."
„Das ist keine Antwort!"
Lily runzelte die Stirn. „Vielleicht wäre es gut für dich und deinen Dad die ausstehenden Dinge zu besprechen... das ist alles. Ich sage dir nicht, was ich denke, dass du tun sollst, oder verurteile deine Entscheidung: Ich teile dir bloß meine Meinung mit, nach der du gefragt hast. Also fahr mich nicht deshalb an, in Ordnung?"
„Ich hatte es nicht vor."
„Tja, gut."
„Und ich gehe nicht heim über Weihnachten."
„Das ist deine Entscheidung."
„Ist es."
„Exzellent."
„Fantastisch."
Sie erreichten das Porträtloch, aber bevor einer von ihnen der Fetten Dame das Passwort geben konnte, erschien Sirius, der durch es hindurch stieg. „Oh, da seid ihr," sagte er fröhlich. „Sorry, dass ich so lange gebraucht habe. Mrs. Norris, ihr wisst schon..." Lily wusste es nicht, aber James. „Jedenfalls habe ich gute und schlechte Neuigkeiten. Welche wollt ihr zuerst hören?"
„Padfoot," sagte James und Sirius räusperte sich.
„Schön. Ich erzähl's euch. Die gute Neuigkeit ist, dass Kelly Hacker und Jake Preston Schluss gemacht haben - ich bin im vierten Stock in sie hineingelaufen, wo Mrs. Norris auch gerade in einer Rüstung gefangen ist... es war sehr dramatisch, kann ich euch versichern: ich meine das Ende ihrer Beziehung... nicht Mrs. Norris in eine Rüstung zu stecken. Das war ziemlich dramalos."
„Padfoot."
„Richtig. Also, die schlechte Neuigkeit ist, dass Lathe nicht im Schloss ist."
„Und du - du weißt das aufgrund einer Karte?" fragte Lily verblüfft.
„Du hast es ihr erzählt?" fragte Sirius James.
„Kaum."
„Ich verstehe nicht wirklich," seufzte Lily.
„Wir haben eine Karte, die uns genau zeigt, wo jeder in der Schule ist," sagte Sirius. Lily starrte ihn an. „Nein, ich mache keine Witze. Das haben wir wirklich. Sie ist real. Sie ist hilfreich. Du kannst es nicht weitererzählen."
...
„Werde ich nicht. Das ist... wo habt ihr sie her?"
„Das reicht", schritt James ein, als Sirius seinen Mund öffnete um es ihr zu erklären. „Ruhig oder ich sage ihr deinen Zweitnamen, Black."
„Was immer du sagst, James Alexander."
James verdrehte die Augen. „Wo ist Lathe, wenn er nicht hier ist?"
„Er war beim Frühstück," sagte Lily. „Ich habe ihn gesehen... vielleicht ist er runter nach Hogsmeade gegangen oder nach London appariert."
„Das ist sehr wahrscheinlich," stimmte Sirius zu, „aber es gibt nicht viel, was wir machen können, bis er zurück ist, oder?"
„Ich denke, ich gehe zu McGonagall," sagte Lily. „Sie sollte wissen, dass..."
„Dass was?" äußerte James sich. „Dass Adam McKinnon Vegetarier ist? Lily, ich denke nicht, dass du erkennst, wie verrückt du dich anhörst, wenn du so herumläufst. Du kannst damit nicht einfach zu McGonagall gehen - es ist etwas anderes mit Lathe... er will jedes Fitzel Information, aber McGonagall..."
„Was schlägst du dann vor, Prongs?" fragte Sirius. „Herumsitzen und warten? Nicht wirklich dein Stil, oder?"
„Nein", sagte James. „Aber du vergisst jemanden. Carlotta und Adam sind Vegetarier. Jemand anderes hat aber auch versucht sich umzubringen."
„Er hat Recht", stimmte der andere Rumtreiber zu. „Was ist mit der Hufflepuff, die versucht hat in den See zu springen?"
(Nicht schuldig)
Ihr Name war Linda Maxson und sie war - wie jede andere vernünftige Viertklässlerin - ziemlich verwirrt, als Lily Evans sie zwischen der vierten und fünften Stunde anhielt. Die mysteriöse „Karte" der Rumtreiber (die James sich geweigert hatte vom Schlafsaal herunterzubringen und deshalb aus Lilys Sicht blieb) hatte sie während der Mittagszeit in der Großen Halle gezeigt, aber als sie sie endlich gefunden hatten, war die Mittagsessenstunde beinahe vorbei. Deshalb verbrachte Lily ungeduldige neunzig Minuten in Zauberkunst, bevor sie davon eilte um Linda Maxson zu finden.
„Hi, Linda," begann die Sechstklässlerin in einer hoffentlich freundlichen, einladenden Art.
„Hi", sagte Linda befremdet.
„Ich bin Lily Evans."
„Ich weiß. Es ist... schön… dich zu kennenzulernen."
„Gleichfalls", sagte Lily lächelnd. „Linda, ich habe eine Frage für dich."
„Okay?"
„Das könnte jetzt wirklich seltsam rüberkommen, aber - bist du zufälligerweise Vegetarier?"
Verwirrt, aber gefügig schüttelte die Viertklässlerin ihren Kopf. „Nein. Nein, ich bin kein Vegetarier."
Lily starrte sie an, unsicher, was sie denken sollte. Sie war sich so sicher gewesen: so überzeugt, dass die Antwort positiv ausfallen würde, dass dies die Antwort war, nach der sie gesucht hatten, dass dies das war, was Lathe vergessen hatte. Wie konnte es anders sein? Folglich war sie komplett unvorbereitet auf irgendeine andere Antwort .
„Du... bist du nicht?"
Linda schüttelte ihren Kopf. „Nein."
„Und - und du warst noch nie Vegetarier?"
„Nein."
„Nie?"
„Nie." Lily war still für eine Weile. „Es ist aber lustig, dass du fragst."
„Tatsächlich?" fragte der Rotschopf. Linda nickte.
„Ja - dieser Mr. Lathe Typ, der Ermittler vom Ministerium: er hat mir am Anfang des Schuljahres die selbe Frage gestellt... nachdem ich meine erste Befragung mit ihm hatte, hat er mir eine Woche später ein paar andere Fragen gestellt und da hat er gefragt, ob ich Vegetarier bin. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht bin und das war's... warum ist es wichtig?"
„Ich schätze, das ist es nicht," sagte Lily. „Nicht, wenn du kein Vegetarier bist. Linda, gibt es irgendwas Ungewöhnliches in deinen Essgewohnheiten... was du isst, wann du isst... besonders am zweiten September."
„Ich habe keine Art Störung, wenn du das meinst," antwortete Linda empört. „Nein, es gibt nichts Ungewöhnliches. Ich esse wie jeder andere auch und das habe ich auch am zweiten September gemacht. Jetzt, wenn es sonst nichts gibt... ich habe Kräuterkunde."
Lily seufzte. „Nein. Danke für deine Zeit."
Nickend ging Linda davon. Lily drehte sich um und lief die marmorne Treppe hinauf, auf der sie von James Potter und Sirius Black erwartet wurde, die unberührt plauderten.
„Also?" fragte Sirius, als sie sie erreichte.
Lily schüttelte ihren Kopf. „Sie ist kein Vegetarier und sie war es noch nie. Anscheinend hat Lathe ihr damals im September dieselbe Frage gestellt, was erklären würde, weshalb er nicht bei Adam weiter geforscht hatte, denn wenn sie es nicht ist, ist die gesamte Verbindung weg."
„Ich wette, dass Lathe Adam trotzdem gefragt hat", sagte Sirius. Er sah auf seine Uhr. „Du hast in ein paar Minuten Unterricht, Lily Liebes und so auch James und ich."
Es stimmte - Alte Runen begann bald und der Klassensaal war am anderen Ende des Schlosses. „Ihr zwei habt Pflege magischer Geschöpfe, stimmt das?" fragte Lily, worauf beide Rumtreiber nickten. „Adam McKinnons hat das Fach auch - fragt ihn nicht ohne mich, in Ordnung?"
„In Ordnung," sagte Sirius.
„In Ordnung," sagte James.
Lily verschränkte ihre Arme. „Im Ernst, tut es nicht."
Sirius legte einen beruhigenden Arm um ihre Schultern. „Im Ernst, Lily, das werden wir nicht."
(Keine Antwort)
„Also, Adam, ich hab gehört, du bist Vegetarier", sagte Sirius. James verdrehte seine Augen. „Hau ab, Prongs, ich bin kein Heiliger."
Adam sah die beiden an - einer auf jeweils einer Seite von ihm, wie der Rest der Klasse in der kalten Dezemberluft zitternd. „Verdammt, ihr werdet mich deshalb verarschen, oder? Also mag ich Tiere - werdet ihr wirklich einen Kerl deshalb aufziehen?"
„Im Gegensatz", sagte James, „wir respektieren das."
„Ich persönlich liebe Tiere", stimmte Sirius zu.
„Keiner will hier was über dein Privatleben hören, Padfoot."
„Das habe ich nicht gemeint, Potter. Leck mich am Arsch!"
„Und wieder einmal, Kumpel, hier will keiner was über dein Privatleben hören..."
Adam schüttelte seinen Kopf. „Ist das alles, worüber ihr mit mir sprechen wolltet? Die Tatsache, dass ich mich gelegentlich schuldig fühle, weil wir Tiere abschlachten?"
„Nein", sagte Sirius. „Wir sind eigentlich ein bisschen neugierig - wir oft, würdest du sagen, fühlst du dich schuldig?"
„Und", drängte James, „hast du dich am zweiten September um die Mittagszeit besonders schuldig gefühlt?"
Adam hob misstrauisch seine Augenbrauen. „Ihr zwei hört euch an wie dieser Lathe Typ vom Ministerium... aber ich weiß, worauf ihr anspielt. Er hat mir im September dieselbe Frage gestellt und ich habe ihm gesagt - ich hatte nicht mal Mittagessen an dem Tag. Ich erinnere mich, weil ich mit Marlene Price in der Großen Halle war, aber sie war mal wieder... typisch Marlene, was bedeutet, dass sie zufällig darüber entscheidet, was sie nicht essen kann, was natürlich albern ist, weil ich ihr sage, dass sie nicht... tja, der Punkt ist: ich habe an dem Tag nichts gegessen."
Die zwei Rumtreiber starrten ihn an. „Nichts?" fragte James.
„Überhaupt nichts?" fragte Sirius.
Adam schüttelte den Kopf.
„Nicht mal - noch nicht mal einen Schluck Kürbissaft?"
Der Hüter ließ sich die Frage durch den Kopf gehen. „Es ist möglich, dass ich ein bisschen Kürbissaft getrunken habe," gab er zu. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich etwas getrunken habe, aber es ist möglich, dass ich ein wenig Kürbissaft hatte."
„Und das war's?" fragte Sirius. „Kein Essen?"
„Überhaupt keins?" stellte James klar.
„Überhaupt keins." sagte Adam.
„Überhaupt keins", fragte Lily. Sirius schüttelte den Kopf.
„Kein Essen. Möglicherweise ein wenig Kürbissaft, aber kein Essen."
„Ich wusste, ihr würdet ihn fragen, während ich nicht dabei bin," fügte die Rothaarige verärgert hinzu. Die zwei Rumtreiber zuckten bloß mit den Achseln, während die drei zum Abendessen ihren Weg in die Große Halle machten. „Also... also bedeutet das, dass es wirklich nur ein Zufall ist - dass Adam und Carlotta beide Vegetarier sind?"
„Vielleicht war es im Kürbissaft," schlug Sirius vor.
„Aber das..." begann Lily, nur um von James unterbrochen zu werden.
„Das würde erklären, weshalb nur gerade die drei Personen die einzigen waren, die davon beeinflusst wurden," sagte er. „Es sieht wie ein Zufall aus."
Lily seufzte. Sie war sich so sicher gewesen. Sie erreichten den Gryffindortisch und James und Sirius entdeckten Remus und Peter, während Lily ihre Freunde weiter unten sah. „Tja..." begann sie verlegen, „danke für eure Hilfe heute."
„Quatsch. Wir waren sowieso gelangweilt," sagte Sirius. James sagte nichts. „Bis irgendwann, Evans." Die zwei Jungs setzten sich zu ihren Freunden und Lily sich zu ihren. Als sie neben Donna Platz nahm, überflog sie den Slytherintisch nach Severus, aber er fehlte immer noch. Lily seufzte, nahm sich ein Würstchen und versuchte sich an der Unterhaltung der anderen Mädchen zu beteiligen.
„Wofür ist all das zusätzliche Essen?" wollte sie wissen, als sie bemerkte, dass Marlene Kartoffeln und Lammkoteletten auf einen zusätzlichen Teller häufte.
„Naja," antwortete die Blonde, „wie es scheint, hat irgendso ein dämlicher Hufflepuff gefragt, wie sie damit klarkommt, dass Carlotta und und Frank auf zwei ganzen Dates waren... danach fühlte sie sich nicht so toll um runter zum Abendessen zu kommen, also hat Hestia Clearwater mich gefragt, ob ich ihnen was zum Essen hochbringen könnte."
„Fabelhaft", murmelte die Vertrauensschülerin. „Einfach fabelhaft."
Während die Mädchen aßen, bemerkte Lily, wie ihre Augen in die Richtung des Hufflepufftischs wanderten. Linda Maxson saß dort mit ein paar ihrer Viertklässlerfreunden. Ein unberührter Teller lag vor ihr, während die Hexe plauderte und mit ihren Freunden lachte, als ob nichts in der Welt sie stören könnte.
Sie war sich so sicher gewesen, dass dies die Verbindung war. Es hatte alles gepasst, also...
„Es war ziemlich dumm, Mary", sagte Marlene in der Zwischenzeit zu ihrer Freundin. „Ich habe dir gesagt, du sollst was essen... aber nein, du hast es im Griff."
„Ich war nicht so betrunken", argumentierte Mary lachend. „War ich nicht!"
„Du hast deine allerbeste Version von ,Joy to the World' zum Besten gegeben," merkte Donna an. „Aus voller Kehle, während du deinen Bademantel getragen hast."
„Das," bestritt Mary, „ist erst passiert, als wir wieder oben im Schlafsaal waren; es wart sowieso nur ihr drei, die mich gesehen habt. Und es ist nicht meine Schuld, dass ich ein Zwerg bin, der keinen Alkohol verträgt!"
„Du hättest etwas essen sollen," schaltete sich Marlene mal wieder ein.
Und dann, Offenbarung. Lily schaute ergriffen ihre Freundinnen an, aber diese fuhren ihre Unterhaltung fort, komplett unwissend von der plötzlichen Erkenntnis, die die Vertrauensschülerin gepackt hatte oder dass sie überhaupt eine Rolle darin gespielt hatten.
Warum aß Linda Maxson nichts?
„Scheiße", Lily sprang auf ihre Füße. Ihre Freundinnen starrten sie an.
„Spielst du jetzt wieder die Verrückte,die mit einem manischen Gesichtsausdruck und ohne Erklärung abhaut?" fragte Donna müde.
„Es ist wie Alkohol", rief sie. Donna seufzte. „Und... und sie hat eine Essstörung! Sie hat sich verteidigt, als ich sie über das Essen gefragt habe - und sie hat eine Essstörung!"
„Habe ich nicht", sagte Marlene.
„Ich rede nicht von dir", Lily kaute auf ihrer Lippe. „Ich muss in die Bibliothek. Bis... bis später."
„Ich wusste es", murmelte Donna, als Lily wieder einmal davoneilte.
(Nowhere Man)
Lily entdeckte Sirius später am Abend, untypischerweise alleine im Gemeinschaftsraum. Mit einem schweren Buch im Arm, das sie aus der Bibliothek ausgeliehen hatte, eilte die Hexe zu ihm.
„Black", kündigte sie sich an und er sah auf.
„Evans. Ach du meine Güte, du könntest mit dem Buch jemanden umbringen - es würde wahrscheinlich noch wie ein Unfall aussehen."
„Eigentlich", sagte Lily, die sich neben den Rumtreiber setzte, „Ist das genau das, was du mit dem Buch machen kannst." Sie öffnete den Buchdeckel. „Es handelt von Giften und verhexten Gegenständen. Wo ist Potter?"
„Auf einem Date", sagte Sirius ihr nebenbei. „Was ist jetzt mit dem Mörderbuch?"
Lily schüttelte die Neuigkeit, dass James auf einem Date war, von sich ab; es verärgerte sie unerklärlicherweise - er hätte da sein sollen, um das zu hören, obwohl sie nicht wusste, warum seine Anwesenheit notwendig erschien. „Ich denke, ich habe die Verbindung zwischen Carlotta, Adam und Linda Maxson gefunden."
„Wirklich? Was ist sie?" Er richtete sich auf, als sein Interesse wuchs.
„Carlotta und Adam sind Vegetarier, sie essen kein Fleisch, was zu einem Mangel von etwas, das Protein heißt, führen kann. Es ist in Fleisch enthalten - ich weiß nicht, wie informiert Zauberer über Gesundheitangelegenheiten sind, aber..."
„Bleib beim Thema, Evans."
„Richtig. Carlotta und Adam haben etwas gegessen - eigentlich haben sie wahrscheinlich etwas getrunken (den Kürbissaft), das mit ihnen falsch reagiert hat, weil es schwarzer Magie ausgesetzt war. Heiler Holloway hat gesagt, dass der Grund dafür, dass alle drei sich umbringen wollten, eine Folge von ,versehentlichem Kontakt mit schwarzmagischen Gegenständen'. Sie waren nicht mit ihnen in Kontakt, das Essen war es."
„Aber warum hat nicht jeder versucht sich umzubringen? Wir haben alle Kürbissaft getrunken."
„Nein, haben wir nicht," korrigierte Lily. „Überleg mal: es war das Willkommensfest... es gab Butterbier dieses Jahr. Das erklärt, warum alle anderen Vegetarier nicht so beeinflusst wurden wie Carlotta und Adam. Sie haben Butterbier statt Kürbissaft getrunken. Carlotta muss Kürbissaft getrunken haben... ich würde nachfragen, aber sie hasst mich gerade irgendwie... lange Geschichte."
„Was ist mit der Hufflepuff Viertklässlerin? Sie ist kein Vegetarier."
„Nein", stimmte Lily zu. „Aber sie hat eine Essstörung. Sie isst nicht sehr viel. Sie hat kein Fleisch gegessen - vielleicht hat sie sich gar nichts außer dem Saft genommen. Meine Theorie ist, dass wenn du genug von dem Essen - oder Fleisch - gegessen hast, dann hatte, was auch immer mit dem Saft los war, keinen Effekt auf dich. Wie als ob du Alkohol trinkst, aber zur selben Zeit isst, dann wirst du nicht so schnell betrunken werden."
„Also... also hat jemand den Kürbissaft verhext."
„Nein", Lily schüttelte den Kopf. „Ich meine, ich habe keine Ahnung, aber… wahrscheinlich nicht. Es ist zu zufällig, um absichtlich zu sein. Ich habe in dem hier darüber gelesen..." Sie hielt das Buch hoch. „ ,Versehentlicher Kontakt mit schwarzmagischen Gegenständen' hat Heiler Holloway gesagt. Das Essen war in Kontakt mit etwas... wahrscheinlich im Lager oder bevor es in der Schule angekommen ist. Die genauen Auswirkungen... dass drei Schüler ihren Selbsterhaltungstrieb verloren haben, sind wahrscheinlich die Folge einer perfekten Mischung von unvorhersehbaren Ereignissen: dass der Kürbissaft falsch gelagert wurde, dass sie keinen Fisch aßen, und und und. Der einzige Teil, der keinen Sinn macht, ist, dass es bei Adam und der Hufflepuff erst am nächsten Tag Wirkung zeigte und das Essen, das wir beim Willkommensfest haben, ist anders als das im restlichen Jahr."
„Nein", sagte Sirius nachdenklich. „Nein, es macht Sinn. Wenn die Hauselfen zu viel für Feste bestellen, behalten sie das Essen und wärmen es am nächsten Tag wieder auf. Dieses Jahr gab es tagelang noch Reste... ich muss es wissen. Ich gehe fast jeden Tag runter zur Küche. Es muss noch extra Kürbissaft vom Fest gegeben haben."
„Und das hat alles in Gang gesetzt."
„Wer auch immer verantwortlich für das Lagern des Essens war, wird ziemliche Schwierigkeiten bekommen."
Lily nickte. „Wir müssen Lathe finden."
Sirius schüttelte den Kopf. „Er kommt heute Abend nicht vor zehn Uhr zurück... ich habe das zufällig von McGonagall und Slughorn nach dem Abendessen gehört. Lange Geschichte: wir haben alle Pokale im Pokalzimmer verwandelt, so dass jetzt dort steht: ,Peeves, dem Poltergeist, für Dienste zugunsten der Schule'."
„Warum zur Hölle würdet ihr das tun?" fragte Lily.
„Hauptsächlich um Filch zu ärgern," Er stand vom Sofa auf. „Also, kommst du?"
„Wohin?"
„Auf Lathe warten, natürlich."
„Weißt du", bemerkte Lily, als die beiden einige Zeit später auf den Stufen vor Lathes Büro saßen, „wir hätten im Gemeinschaftsraum warten können."
„Red erst gar nicht vom Gemeinschaftsraum," antwortete Sirius scherzhaft schroff. „Ich kann immer noch nicht verstehen, warum du mich nicht ins Büro einbrechen lässt. Es wäre ein Zuckerschlecken."
„Wir würden in Schwierigkeiten geraten!"
„Vor oder nachdem wir Lathe die Hinweise geben, die er braucht um die Ermittlung in der Schule fortzuführen?" Sirius warf ihr einen Blick zu. Lily sah ihm nicht in die Augen. „Du bist bloß paranoid, Evans."
„Tja, das stimmt. Woher hast du gehört, dass Lathe gehen muss?"
„Mein Onkel hat es mir gesagt", sagte Sirius locker. „Aber erzähl's nicht herum... Nepotismus und so."
„Bitte," spottete Lily. „Ich wusste nicht, dass Nepotismus in der magischen Gesellschaft missbilligt wird. Es schien immer wie etwas, das mehr unterstützt wird als alles andere."
„Da hast du recht", gab der andere zu. „Aber es ist nicht etwas, worauf wir alle stolz sind. Glaub mir, wenn ich könnte, wäre ich ein stammbaumloser Muggelstämmiger."
Lily nickte verlegen. „Aber... aber dein Onkel... er ist in Ordnung, oder? Ich meine, er ist ein wirklich guter Lehrer und er scheint sonst zuverlässig."
„Ja." Sirius nickte und starrte auf eine Fluse auf der Treppenstufe unter ihm. „Ja, er ist in Ordnung. Ich meine, ich kenne ihn nicht so gut... vor diesem Schuljahr haben wir uns bloß ein- oder zweimal im Jahr gesehen."
„Warum das? Ich dachte, alte Zauberfamilien wären eher... eng verbunden."
„Im Allgemeinen sind wir das... ich bin mit meinen Cousinen wie Geschwister aufgewachsen und jeder andere Onkel oder Tante war jede Woche zum Abendessen da. Aber Onkel Alphard ist eher... du weißt schon... vernünftig. Er ist viel gereist, ist nicht viel in England geblieben, sodass er nicht seine Schwester - das ist meine Mutter - mit all den Dingen, über die sie sich uneinig waren, konfrontieren musste. Deshalb wurde er nie enterbt. Er hält einfach seinen Mund. Du siehst..." fügte er mit einem ironischen Grinsen hinzu, „wir haben nicht alles gemeinsam."
Lily lächelte aufrichtig. „Du siehst aus wie er."
„Tja, ich bin ungefähr achtzig Jahre jünger", sagte Sirius ihr und erklärte dann aufgrund ihres fragenden Blickes: „Ja, Professor Black ist beinahe hundert. Er sieht nicht danach aus, oder? Aber das ist das Schöne der Magie, oder? Du fängst nicht an wirklich alt auszusehen, bis du... hundertfünf, vielleicht hundertzehn bist. Natürlich habe ich nicht vor, älter als fünfzig zu werden."
„Nein", sagte Lily, „hättest du nicht, oder?"
„Braucht ihr etwas?" sagte eine neue Stimme. Lathe erschien auf dem Treppenabsatz unter ihnen, verwirrt von den zwei Schülern, die seinen Weg ins Büro versperrten. Er war früh zurück.
„Ja", sagte Lily, die aufstand.
„Ja", stimmte Sirius zu. „Und nachdem Sie uns alles Geld, was Sie bei sich tragen, gegeben haben, erzählen wir Ihnen etwas sehr Interessantes." Lily stieß ihm einen Ellbogen in die Seite. „Das war ein Witz."
„Wir müssen Ihnen etwas sagen", sagte die Rothaarige laut in der Hoffnung, weitere Witze zu verhindern. Sirius nickte. Lathe sah sie an. „Es ist wirklich wichtig."
(Willst du ein Geheimnis wissen?)
Minerva McGonagall verließ gerade das Lehrerzimmer, als James Potter sie an diesem Abend einholte. Er hatte genau gewusst, wo sie war (dank der Karte des Rumtreibers), aber blieb trotzdem dankbar, dass er sie bei ihrem Abgang traf, denn sie würde ihm viel eher Nachsitzen geben, wenn er dreiundzwanzig Minuten nach Ausgangssperre ins Lehrerzimmer platzte, als wenn er sie zu der Stunde im Gang einholte.
„Professor McGonagall!" rief der Quidditch-Kapitän und sie blieb verwirrt stehen, als er sie erreichte. „Professor, ich…"
„Es ist nach Ausgangssperre, Potter", sagte McGonagall kühl. „Es sollte besser wichtig sein."
„Ich bin nur gekommen um Sie zu finden, Professor, ich schwöre..." Technisch gesehen war dies eine Lüge, da er die letzten paar Stunden auf einem Date gewesen war. Jedoch hatte sich der größte Teil des Dates vor der Ausgangssperre abgespielt, sodass sich James ziemlich aufrichtig fühlte. „Ich wollte mit Ihnen vor morgen früh reden, weil ich weiß, dass Sie dafür verantwortlich sind zu berichten, wer im Schloss bleibt und wer heimgeht... und ich wollte Sie so früh wie möglich informieren. Ich weiß, dass ich die Liste nicht unterschrieben habe, aber ich habe mich entschieden, über die Ferien nach Hause zu gehen."
McGonagall begutachtete den jungen Zauberer ziemlich verwirrt. „Das hätte bis morgen warten können," sagte sie, und erkannte offensichtlich nicht die Bedeutung, die James so intensiv fühlte.
„Es tut mir leid. Wie ich sagte - ich wollte Sie so früh wie möglich informieren."
Sie war still und nickte dann. „Sehr schön. Sie gehen jetzt besser zurück zu Ihrem Schlafsaal..."
„Ja, Professor," Er begann zu gehen.
„Und, Potter," fügte die Verwandlungslehrerin hinzu. „wenn Sie kein Nachsitzen wollen, sollten Sie besser vorsichtig sein, dass Mr. Filch nicht merkt, dass Sie noch auf den Beinen sind."
Der Zauberer nickte und grinste leicht. „Ja, Professor." Er drehte sich um und ging.
James hatte ungefähr die Hälfte des Weges zum Gemeinschaftsraum zurückgelegt, als er auf Sirius traf. „Prongs, Kumpel", sagte der letztere fröhlich. „Gute Neuigkeiten: wir haben Lathe getroffen."
„Ich brauche mehr Details, Padfoot."
„Richtig. Natürlich. Lily hat alles herausgefunden und wir beide sind Lathe suchen gegangen... wir haben ihm alles gesagt, was sehr kompliziert ist und ich habe eigentlich keine Lust zu versuchen dir alles zu erklären... irgendwas mit Alkohol, dunklen Gegenständen und Kürbissaft... ich habe kaum zugehört," fügte er locker hinzu. James hob seine Augenbrauen. „Die Sache ist, Lathe wird bald auf nach Hogsmeade sein um zu ermitteln, warum dunkel verfluchte Gegenstände neben dem Essen gelagert werden... oder eigentlich überhaupt gelagert werden und die Welt wurde gerettet, dank Sirius Black."
„Warum bezweifle ich das?"
„Du hast Recht. Lily hat die meiste Arbeit getan... Sie ist sogar dafür in die Bibliothek gegangen, Padfoot... ich denke nicht, dass ich, seit wir Moonys... gesundheitliches Problem gelöst haben, wieder in der Bibliothek war. Es zeigt die Hingabe der lieblichen Miss Evans, oder denkst du nicht?"
„Sirius, du hast mir nicht einmal gesagt, worum es hier eigentlich geht. Warum wollten sich die drei umbringen? Was hat das ganze mit Alkohol zu tun?"
„Später", sagte Sirius knapp. „Viel wichtiger, wie war dein Date?"
James verdrehte die Augen. „Gut. Es war gut. Larisa Montanez war sehr beeindruckt von den einfachsten Zauber, die ich vorgeführt habe und hat über all meine Witze gelacht... sogar über die, die sie nicht verstanden hat. Es war gut?"
„Seid ihr euch näher gekommen?"
„Nein. Wir... haben ein wenig rumgemacht."
„Ein Gentleman."
„Hau ab," James erinnerte sich an etwas. „Wohin wolltest du eigentlich gerade machen?"
„Dich suchen, natürlich."
„Du hättest mich wohl eher schlecht gefunden, da du absolut keine Ahnung hattest, wo ich war."
„Hatte ich nicht?" sagte Sirius geheimnisvoll.
„Tja, ich hatte die Karte, also konntest du es nicht wissen."
Padfoot nickte. „Also heißt das, dass du nicht mit Professor McGonagall vor dem Lehrerzimmer geredet hast?"
James sah seinen Freund verblüfft an. „Woher hast du das gewusst?"
„Ich kenne dich", antwortete Sirius. „Prongs, wir sind seit Ewigkeiten Freunde. Wir waren Freunde, bevor einer von uns wusste, was ein Confunduszauber ist... schon seit der Zeit, in der wir beide so unwissend waren, dass wir uns wirklich gewünscht haben, dass Hogwarts ein reines Jungeninternat wäre. Wir haben jede einzelne wichtige Lebenserfahrung zusammen gemacht... abgesehen von unserer Geburt. Ich meine, als du dein allererstes Nachsitzen hattest, für wen hast du da den Kopf hingehalten? Mich. Und als ich mein allererstes Nachsitzen hatte, wen wollte ich gerade aus seinem allerersten Nachsitzen befreien? Dich. Wir haben gemeinsam das White Album gehört. Wir haben gemeinsam herausgefunden, wie man in die Mädchen-Schlafsäle kommt. Wir haben gemeinsam Marvin Egges für einen ganzen Tag davon überzeugt, dass er ein Mädchen ist. Ich war sogar bei deinem ersten Kuss im Zimmer, was peinlich war, lass dir das von mir gesagt sein, und ich bin verdammt froh, dass Carlotta nie herausgefunden hat, dass ich in dem Schrank war. Die Sache ist, wir haben Handzeichen und geheime Codes für ungefähr alles, was wir sagen wollen könnten, aber geheim halten wollen... Du warst schon immer mein bester Freund und ich kenne dich."
Sirius schlug James auf die Schulter. James nickte langsam. „Aber, wirklich, woher hast du es gewusst?"
„Bin in Larisa Montanez auf meinem Rückweg von Lathe gerannt... sie hat mir gesagt, dass du McGonagall im Lehrerzimmer aufsuchen wolltest."
„Richtig." In einem Ton, von dem er hoffte, dass er unbeschwert klang, fügte James hinzu: „Ich dachte, du und Evans wärt gemeinsam zu Lathe gegangen. Wo ist sie hin?"
Und da Padfoot Prongs - trotz allem - tatsächlich sehr gut kannte, unterdrückte Sirius die neckende Bemerkung, die ihm auf der Zunge lag, unterdrückte den wissenden Blick, den er James zuwerfen wollte und erlaubte sich bloß ein sehr kleines Lächeln, als er antwortete: „Sie wollte kurz in der Krankenstation vorbeischauen. Ich denke, sie wollte jemanden besuchen."
James nickte. „Und du weißt, du wirst mir erzählen müssen, was da los ist... mit Lathe und den Selbstmorden..."
„Oh, ich weiß. Ich werde alles erklären, wenn Moony und Wormtail da sind."
Unerklärlicherweise zögerte Lily, bevor sie die Krankenstation betrat. Sie war gekommen um zu sehen, ob Severus - der weder zum Unterricht noch zum Essen aufgetaucht war - erkrankt war und deshalb hier lag. Als sie die Tür aufstieß und hinein schritt, formulierte sie gerade mental eine Ausrede für Heiler Holloway, da es schon nach Ausgangssperre war und sie keine Lust hatte, Nachsitzen zu bekommen.
Auf den ersten Blick schien die Krankenstation leer: Heiler Holloway war nirgendwo zu sehen und alle Betten waren leer. „Holloway muss in seinem Büro sein," dachte die Rothaarige. Sie wollte gerade in diese Richtung gehen, als ihr Blick auf ein Bett mit geschlossenen Vorhängen in der Ecke fiel. Holloway stand gerade vor dem Vorhang und er sprach zu demjenigen, der dahinter war.
„Als Heiler muss ich Ihnen raten, die Schule zu verlassen," sagte Holloway in einer sehr ernsten Stimme. Lily hatte das Gefühl, als ob dies eine der Unterhaltungen war, die sie nicht belauschen sollte. Obwohl die Neugier in ihr brannte, wollte sie gerade gehen, als eine männliche - vertraut, aber im Moment nicht identifizierbar - auf den Ratschlag des Heilers antwortete.
„Ich kann nicht gehen. Ich habe Verpflichtungen gegenüber Dumbledore und gegenüber... tja, ich habe Verpflichtungen hier zu bleiben. Ich kann jetzt nicht einfach gehen. Ich brauche nur Schmerzlinderungstränke um mich durch das Jahr zu bringen."
„Sie könnten vielleicht das Jahr nicht überleben", antwortete Holloway schroff. „Sie könnten vielleicht Weihnachten nicht überleben. Um Merlins Willen, Sie wollen doch nicht Ihre letzten Stunden hier verbringen, oder?"
Ein kurzer Moment der Stille, dann: „Wo sonst sollte ich sein, Holloway? Ich habe letzten Endes ein paar meiner besten Tage hier verbracht."
„Aber Ihre Familie..."
„Ich habe Familie hier."
„Vielleicht können sie in St. Mungos etwas machen. Sie führen in diesem Moment Experimente durch..."
„Es gibt kein Heilmittel," unterbrach der Mann hinter dem Vorhang. „Holloway, ich werde sterben. Ich werde sehr bald sterben und höchstwahrscheinlich werde ich hier sterben. Lassen wir uns es nicht schön reden."
„Ich rede nichts schön", grunzte der Heiler.
„Exzellent. Dann verstehen wir uns. Exzellent."
Und Lily wurde klar, wer hinter dem Vorhang war. Professor Black.
Sie musste hier raus, bevor einer von ihnen bemerkte, dass sie eine solche Unterhaltung mitbekommen hatte, aber als sie Lily umdrehte um zu gehen, bemerkte Heiler Holloway die Bewegung.
„Bleib stehen!" rief er und Lily hielt an. Mit aus bloßer Nervosität geballten Fäusten wartete Lily darauf, dass er mit seiner Standpauke begann, Punkte abzog und Nachsitzen austeilte. „Was zu Hölle tuen Sie hier?" bellte er sichtlich wütender aufgrund seiner eigenen Unaufmerksamkeit als aufgrund ihrer Präsenz. „Es ist nach Ausgangssperre!"
„Es - es tut mir leid, Professor, ich wollte...ich bin bloß gekommen um ein Mittel gegen Kopfweh zu holen. Ich habe schreckliches Kopfweh und konnte nicht schlafen."
„Tja", knurrte Holloway, „Sie können einfach..."
„Warte", sagte Professor Blacks körperlose Stimme sanft. „geben Sie ihr den Trank, Holloway. Es ist in Ordnung." Murrend ging Holloway zu seinem privaten Lager. Lily wartete ein paar Sekunden verlegen, bis Professor Black sie ansprach. Er schob den Vorhang zur Seite, so dass er die Schülerin sehen konnte und fragte höflich: „Wollen Sie nicht herüberkommen, Miss Evans? Leider habe ich gerade einen Trank genommen, der Schwindel verursachen kann und..." Aber Lily war schon an seiner Seite.
Taktgefühl, dachte sie. Mach, als ob du nichts gehört hast. Offensichtlich will er nicht, dass es weitererzählt wird und vielleicht weiß er nicht, dass du alles gehört hast...
Aber Lily konnte sich nicht stoppen. „Sirius weiß es nicht, oder?" fragte sie ängstlich. Black hob überrascht seine Augenbrauen.
Schließlich antwortete er: „Nein. Sirius weiß es nicht. Und ich würde bitten, dass es zwischen uns beiden bleibt. Sag es ihm nicht."
Vierundzwanzig Stunden zuvor hätte Lily genickt und das akzeptiert. Es war Blacks Entscheidung: er war derjenige, der starb und er war derjenige, der entschied, wem er es sagen wollte. Aber das Bild, wie Sirius neben ihr auf der Treppe saß, Witze machte und versuchte so auszusehen, als ob er sich nicht für seinen Onkel sorgte (obwohl er das so offensichtlich tat) war ihr noch im Gedächtnis. „Ich werde es ihm nicht sagen, aber Sie müssen es einfach", sagte sie. „Professor Black, es tut mir so leid, dass ich das gehört habe... ich würde alles tun, um es rückgängig zu machen und wenn Sie den Gedächtniszauber auf mich anwenden wollen, dann ist das in Ordnung, aber... Sirius sorgt sich für Sie... er verlässt sich auf Sie und vertraut Ihnen und wenn Sie es ihm nicht sagen, wird er... wird er..."
„Wird er was, Miss Evans?"
„Er wird den Glauben verlieren", sagte Lily leise. „Es tut mir leid. Das... das geht mich nichts an. Ich sollte nicht mal hier sein." Sie begann zu gehen.
„Ihre Medizin, Miss Evans," erinnerte sie Black gelassen.
„Ich habe kein Kopfweh," gestand Lily. „Ich bin gekommen, weil Severus nicht im Unterricht war und ich wissen wollte, ob er in die Krankenstation gegangen ist."
Bevor der Professor antworten konnte, kehrte Heiler Holloway zurück Er brachte eine kleine Phiole mit einer durchsichtigen, lila Flüssigkeit. „Nimm die," befahl Holloway jetzt ruhiger, „nichts essen oder trinken für eine halbe Stunde vor oder nach der Einnahme. Verstanden?"
Lily nickte. Sie nahm die Phiole und begann wieder einmal zu gehen. Sie war jedoch nur ein paar Schritte gegangen, als Professor Black sprach. „Holloway," sagte er. „War Severus Snape heute hier gewesen?"
„Mmh... hatte ein wenig Grippe... ich habe ihm einen Trank gegeben und ihm gesagt, er soll hier bleiben, aber er hat darauf bestanden in seinem Schlafsaal zu ruhen."
„Ich verstehe."
Lily blieb an der Tür stehen und lächelte, dankbar aber schwach, Professor Black an. Er nickte unauffällig und Lily verließ die Krankenstation.
Der Gryffindorturm war immer noch gefüllt, als die Sechstklässlerin zurückkehrte, aber Sirius Black war glücklicherweise abwesend. Sie konnte ihm jetzt nicht entgegentreten... sie brauchte Zeit um das alles zu verarbeiten. Professor Black war am Sterben... er würde vielleicht Weihnachten nicht überleben und sie wusste es. Wie es sich anhörte, war sie eine der Wenigen, die es wusste.
Sie ging schnell durch den Gemeinschaftsraum und blieb nicht einmal stehen um mit ihren Freunden zu plaudern, sondern ging direkt hoch in den Schlafsaal, von dem sie hoffte, dass er leer war.
Sie brauchte Stille: sie musste auf ihrem Bett sitzen und etwas Fröhliches hören - vielleicht Help! oder Please, please me! - und ihren Kopf von allem, das ihn beschäftigte befreien.
Der Schlafsaal erschien auch leer, als sie hereinkam, aber als Lily ihr Nachthemd aus der Kommode nahm, erschien Carlotta Meloni aus dem Waschsaal. Zuerst schien die hübsche Brünette bloß überrascht, aber ihr Gesichtsausdruck verwandelte sich schnell zu lauter, überlegener Entrüstung. „Wenn das nicht Sankt Lily ist", murmelte sie und legte ein paar persönliche Dinge auf ihr Bett ab.
Aber es war spät und genug war genug.
„Lass mich in Ruhe, Carlotta", fuhr sie sie an.
Carlotta sah sie an, eine perfekte Augenbraue hochziehend. „Warum sollte ich?" forderte sie die andere heraus. Lily verschränkte ihre Arme.
„Du bist eine Schlampe", sagte sie. „Und jeder denkt das. Du solltest wissen, dass jede einzelne Person in dieser Schule auf Alice' Seite ist… sogar die Kerle, deren einziges Interesse in der Sache ,Hatte Frank Longbottom was Heißes am Laufen?' ist, sind nicht von dir beeindruckt, weil du letztlich eine Schlampe bist."
Carlottas Mund war offen, entweder um zu protestieren oder einfach um sie anzustarren, aber Lily war noch nicht fertig.
„Du bist leicht zu haben und jeder weiß es und du hast recht - ich werde nicht mehr nett zu dir sein. Also wenn du denkst, dass es ,oberflächlich' ist, wenn ich den Munde halte über die Tatsache, dass du eine meiner guten Freundinnen verletzt, dann werde ich es nicht machen. Ich werde mich nicht zwingen zu denken, ,vielleicht ist Carlotta einfach missverstanden', weil die Wahrheit ist, das bist du nicht. Du bist nicht kompliziert, Carlotta, du bist einfach fies und selbstsüchtig und wenn es darauf ankommt, irgendwie eine Hure. Und was nicht so schlimm ist, aber in deinem Kopf hundertmal schlimmer sein muss: du bist vollkommen gewöhnlich. Du magst Frank Longbottom, weil er etwas ist, was du nie wirklich haben kannst, weil er dich nie wirklich mochte. Du hast nichts dagegen, Alice wehzutun, weil sie etwas ist, was du nicht verstehen kannst. Sie hat nicht mit der Hälfte der Schule geschlafen und ich wette, dass sie nicht jeden Morgen so aussieht, als ob sie einem Fashionmagazin entstiegen ist, aber sie ist lieb und Leute bewundern sie. Niemand bewundert dich, Carlotta. Also ist im Ende, der einzige Grund, weshalb du das alles getan hast, nicht irgendein größeres, höheres Schicksal oder so was... es ist die schmerzhaft typische, überragend klischeehafte Eifersucht. Du kannst mich nicht anbitchen, wenn ich versuche, ehrlich mit dir zu sein, Carlotta; ich habe dich durchschaut. Tatsache ist, du hast etwas Falsches getan und kein Rationalisieren wird es in deinem Kopf richten können. Du fühlst dich schuldig." Carlotta starrte sie an. „Quäl dich nicht, Car," fügte Lily süßlich und giftig hinzu, „es ist komplett gewöhnlich, sich schuldig zu fühlen. Und wenn du nach deiner Haarbürste suchst, sie ist unter der Kommode."
Ausnahmsweise hatte Lily das Perfekte zur perfekten Zeit gesagt. Sie drehte sich auf ihrem Absatz um und ging in den Waschraum, Stolz- und Schuldgefühle wogten gleichzeitig in ihr.
Professor Black war am Sterben. Carlotta war eine Schlampe. Sirius Black war eigentlich ganz in Ordnung. Die versuchten Selbstmorde waren alle Unfälle. Lathe würde in Hogsmeade ermitteln. Professor Black war am Sterben.
Lily hatte Probleme, in dieser Nacht einzuschlafen und nicht bloß, weil ein kleiner Teil von ihr glaubte, dass Carlotta vielleicht darauf wartete, dass sie einschlief um sie dann verhexen zu können. Die Ereignisse des Tages liefen durch ihren Kopf wie Bilder auf einer sich immer wiederholenden Filmspule.
Professor Black war am Sterben. Carlotta war eine Schlampe. Sirius Black war eigentlich ganz in Ordnung. Die versuchten Selbstmorde waren alle Unfälle. Lathe würde in Hogsmeade ermitteln.
Dann, plötzlich, setzten sich die Puzzleteile zusammen.
Lathe würde in Hogsmeade ermitteln.
Dann hörte sie Luke Harpers Stimme in ihrem Kopf: „Natürlich..." und das Bild, wie er am Halloweenfest neben ihr saß, war genauso klar, als ob es einen Tag zuvor passiert wäre, „...wird das Essen nicht ganz so gut sein, wie es normalerweise bei diesen Festen ist. Sie haben es von so einem Laden in London bestellt, statt von dem Geschäft meiner Familie in Hogsmeade."
Denn es war das Geschäft der Harpers, das normalerweise das Essen für Schulfeste bot.
Lily setzte sich im Bett auf.
Die Harpers waren diejenigen, die schwarzmagische Gegenstände lagerten.
