Duke und der Gartenschlauch
Nach ewigen Tagen der Hitze sehnte sich jeder nach ein bisschen Abkühlung. Luca hatte sich auch ein wenig Sorgen um Duke gemacht. Der sonst so fröhliche und aktive Hund hatte das Haus in den letzten Tagen kaum verlassen wollen. Weiter als in den Garten war er nie zu bewegen gewesen. In der Nacht brach ein Gewitter über der Stadt und auch am nächsten Morgen regnete es weiter in Strömen. Luca schaut etwas verzweifelt nach draußen. Eigentlich hatte er vorgehabt an seinem freien Tag ein wenig an seinem Truck zu arbeiten. Sein Schätzchen hätte ein bisschen Pflege nötig. Aber bei diesem Wolkenbruch war nix zu machen.
Einzig Duke schaute fröhlich zur Glastür in den Garten. Der Labrador wirkte heute schon viel aufgeweckter und als Luca es sich dann auf dem Sofa gemütlich machen will hört er ein sanftes Klopfen an der Scheibe.
„Duke? Buddy, es regnet. Musst du wirklich raus?" Ein kurzes Bellen ist die einzige Antwort und Luca steht auf, um die Tür zu öffnen. Duke wedelt begeistert mit dem Schwanz und als die Tür nur einen kleinen Spalt auf ist drückt er sich durch und hüpft wie ein Flummi durch den Garten und bellt fröhlich.
Luca schüttelt den Kopf und zückt sein Telefon. Ein kleines Video für Street, der sich auch um den bedrückten Vierbeiner Sorgen gemacht hatte.
Duke machte keine Anstalten wieder ins Haus zu kommen und so zog Luca die Tür wieder zu und setzte sich auf das Sofa.
Im nächsten Werbeblock steht er wieder auf und blickt aus dem Fenster. In der Zwischenzeit hatte zwar der Regen nachgelassen und es tröpfelte nur noch vereinzelt, aber Duke hatte begeistert in der Nähe des Zaunes angefangen zu buddeln.
Zuerst will Luca sich einfach wieder setzen aber dann bemerkt er, dass sich in dem Loch auch schon Wasser gesammelt hat. Er zieht die Tür auf und noch bevor er Duke überhaupt rufen oder ermahnen kann kommt der Labrador schon auf ihn zugeflogen.
„Halt! Stop! Sitz!" Luca macht ein paar Schritte rückwärts und schiebt die Tür zu. Duke schaut ihn an und wedelt weiter fröhlich mit dem Schwanz. Die Vorderpfoten und die Schnauze triefen von Schlamm.
„Buddy, was hast du denn nur gemacht?" stöhnt Luca und überlegt fieberhaft, wie er den Hund wieder einigermaßen sauber bekommt ohne das ganze Haus danach putzen zu müssen.
Könnte er ihn einfach hochheben und reintragen? So auf dem direkten Weg ins Bad? Luca ist kurz davor diesen Plan umzusetzen als die ersten Tropfen Schlamm von Dukes Gesicht fallen und dann bemerkt er auch, dass der Bauch auch ordentlich Dreck abbekommen hat.
So wird das also nix.
Luca lässt seinen Kopf in den Nacken fallen und blickt zum Himmel. Warum hatte es auch so regnen müssen, dass der ganze Garten ein Schlammbad wurde?
Plötzlich hat er aber einen Einfall. Er lässt Duke weiter brav auf der Terrasse sitzen und holt einen Eimer und den Gartenschlauch.
Vielleicht kriegt er Duke so schon etwas sauberer und kann ihn dann im Bad eine Runde richtig baden?
Als Luca den Gartenschlauch aufdreht fängt Duke an zu knurren. „Hey, das ist nur Wasser," versucht Luca ihn zu beruhigen. „Du hast doch grade im Regen gespielt, also ist das auch kein Problem!"
Luca beginnt mit den Pfoten, oder besser gesagt er versucht es. Duke springt immer wieder zur Seite und es beginnt ein Spiel. Der Labrador versucht den Wasserstrahl zu fressen.
„Okay, dann eben erst das Gesicht," denkt sich Luca und hat aber wieder die Rechnung ohne den schlauen Vierbeiner gemacht. Duke lässt sich kurz vom Schlauch abduschen und geht dann noch ein paar Schritte näher an Luca und schüttelt sich kräftig.
„Na, danke. Jetzt können wir eigentlich auch zusammen duschen," lacht er den Labrador an und schaut auf sein, jetzt braun gesprenkeltes T-Shirt.
Hinter sich hört Luca das Gartentor wieder zufallen. „Hey, Street? Bist du das?" ruft er ins Blaue und dreht sich um.
Vorsichtig lugt Street um die Ecke und aus erster Verwunderung wird schnell ein breites Grinsen bei Lucas Anblick. „Buddy, was habt ihr denn gemacht?" fragt er lachend und bekommt zur Antwort zwei immer noch leicht schlammige Pfoten auf die Brust gesetzt.
Entgeistert blickt er an sich runter und diesmal ist es Luca der schallend anfängt zu lachen.
„Ich würd sagen du gehst rein und macht die Tür zum Bad auf und hinter mir zu. Dann baden wir den Rabauken hier und äh ja dann sind wir dran," schlägt Luca vor.
Gesagt getan, Street wartet bis Luca den Labrador auf dem Arm hat und geht dann voraus ins Bad.
Im Normalfall ist Duke sehr verträglich und bisher haben sie ihn immer nur mit einem feuchten Tuch sauber bekommen…. Diesmal sieht es nach etwas mehr aus.
„Sag mal, kann man einfach unser Shampoo nehmen?" fragt Street Luca und blickt auf die Flaschen.
„Nee, Chris hatte extra Hundeshampoo dagelassen als sie Duke mitgebracht hat. Schau mal im obersten Regal nach," antwortet Luca und fängt schon mal an den groben Schmutz abzubrausen. Duke windet sich etwas und rutscht auch in der jetzt nassen Wanne.
„Hey, alles wird gut. Du hast es bald geschafft," murmelt Luca beruhigend während Street immer noch am Regal steht.
„Bist du dir sicher, dass du es hier hingestellt hast?"
„Ja, man da ist ein Hund drauf, kann doch nicht so schwer sein…" Lucas Laune wird ein wenig schlechter denn auch der geduldige Labrador ist irgendwann mit seiner Geduld am Ende. Und dann könnte das hier eine Katastrophe werden.
„Ah, da. Ich hab's," ruft Street mit einem Mal erleichtert und kommt mit einer Tube zurück.
Gemeinsam versuchen die beiden Männer den Labrador einzuschäumen und abzubrausen. Duke schüttelt sich dabei mehr als einmal und das Ergebnis ist, dass das Bad auch noch geputzt werden muss.
Nach dem Bad, bekommt Duke sein Futter und Luca und Street machen sich daran wieder alles sauber zu kriegen.
