Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Castitas

Träume

Es war spät – so still, so dunkel in der Wohnung; sie war sich sicher, dass das einzige Licht vom künstlichen Leuchten der Lampen in ihrem Arbeitszimmer und vom Flackern der elektronischen Bildschirme kam, während sie arbeitete, arbeitete und arbeitete.

Es gab so viele Tage, die in letzter Zeit zu so vielen Nächten geworden waren, die sie bis auf die Knochen zermürbten, und doch gab es Dinge, die sie tun musste, Menschen, die sie brauchten, eine gesamte Galaxie, der sie diente –

Mit verschwommener Sicht und erschöpft kämpfte Leia gegen die Müdigkeit an, während sie sich bemühte, zu beenden, was sie sich für die Nacht vorgenommen hatte – neben ihrem Ellenbogen stand eine Tasse Tee, einsam, kalt und vergessen, Schuhe und Socken hatte sie ausgezogen – auf der anderen Seite des Arbeitszimmers, auf einem Sofa, das sie nie benutzte, schlief Han.

Sie betrachtete ihn im schwindenden Licht und verspürte die innere Unentschlossenheit, die sie immer plagte – arbeite mehr – nein, kümmere dich um dich selbst; schlaf – sie schaute Han an und ihr Gesicht wurde weicher, die Unruhe in ihrer Brust verstummte.

Ohne ein Wort hatte er ihr den Tee gebracht; er hatte sich dort ausgestreckt, um ihr Gesellschaft zu leisten, in der Hoffnung, sie ins Bett zu locken, und er war eingeschlafen, als sein charmantes Lächeln und seine süßen Versuchungen es nicht geschafft hatten, sie zum Nachgeben zu bewegen.

Sie wandte sich wieder ihrer Arbeit zu, ihre Kehle seltsam eng – seine Bewunderung und seine Unterstützung ließen in ihr den Wunsch entstehen, zu triumphieren, Dinge zu erreichen, härter zu arbeiten; und dieselbe Unterstützung, die er leistete, gab ihr das Gefühl, sicher zu sein und das Recht zu haben, eine Pause einzulegen.

Sie kramte durch die Papiere und digitalen Holos auf ihrem Schreibtisch und begann, die Dinge für den nächsten Tag zu ordnen, sie zwang sich dazu, sich von all dem loszureißen, ihn wachzurütteln und neben ihm einzuschlafen –

Inmitten der Stapel auf ihrem Schreibtisch fiel ihr etwas ins Auge und sie hielt inne und schob ihre Hand durch das Chaos, um ein zerknittertes, schlichtes Stück alten Zeichenpapiers aus der Unordnung zu ziehen – die Art von Papier, die Han verwendete, um Montagen auf dem Falken zu planen oder personalisierte Schuldscheine auszustellen – damit die Menschen in seiner Umgebung wussten, dass es sich um ein authentisches Solo-Versprechen handelte.

Sie hielt es hoch, ihre Brauen zogen sich zusammen –

Ich liebe dich, Schätzchen.

– war in Hans ausladender, unordentlicher Handschrift darauf gekritzelt.

Sie schaute darüber hinweg, ihre Augen hoben sich über den Rand und sahen zu, wie seine Brust sich hob und senkte – wann hatte er es geschrieben und für sie zurückgelassen? Es könnte an diesem Morgen gewesen sein, es könnte vor Tagen gewesen sein, sogar vor Wochen – unter Akten und Datapads verborgen, hatte der Zettel darauf gewartet, gefunden zu werden, wenn sie es brauchte.

Leia drückte ihn an ihre Lippen, als könnte sie sein Herz in den Worten schmecken.

Sie stand auf und ließ alles liegen, trat an seine Seite und kniete sich neben das Sofa, wo ihre Hände über seine Knöchel, seine Wange und sein Haar streiften. Sie beugte sich näher zu ihm heran und drückte ihre Stirn ganz behutsam an seine Schläfe, darauf bedacht, ihn nicht aufzuwecken.

Sie holte tief Luft und spürte, wie die Last der Welt von ihr abfiel, nur weil er da war, weil seine Liebe allgegenwärtig und anspruchslos war. Sie ließ ihre Hand über den Kragen seines Hemdes gleiten, schob ihre Handfläche über seine Brust und legte sie über sein Herz.

Abrupt drehte Han den Kopf, räusperte sich, brummte leise und öffnete die Augen. Schläfrig grinste er sie an und hob die Augenbrauen.

„Früher habe ich immer davon geträumt, neben dir aufzuwachen", murmelte er charmant und zwinkerte ihr kokett zu.

Lächelnd stupste sie seine Nase für einen kurzen Moment mit ihrer an.

„Wach auf", flüsterte sie. „Es ist echt."