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Sie saß lässig auf dem kühlen Keramik des Waschbeckens, den Rücken träge gegen den Spiegel gelehnt und den Kopf nachdenklich zur Seite geneigt, während sie Han dabei zusah, wie er sich rasierte. Es war ein tägliches Ritual, aber eines, dem sie gerne beiwohnte, und am Wochenende – wenn sie ausschliefen und sich von Arbeit und Verantwortung loslösten – machte sie es oft zu ihrem Zeitvertreib, ihm zuzusehen und belanglose Gespräche mit ihm zu führen, während er das Rasiermesser vorsichtig über seinen Kiefer gleiten ließ.

Die Fersen ihrer nackten Füße klopften leicht gegen die Schränke unter dem Waschbecken.

„Würdest du dir einen Spitzbart wachsen lassen, wenn ich dich darum bitten würde?", erkundigte sie sich und zog eine Augenbraue nach oben.

Han zog seinerseits eine Braue hoch, wobei er sich auf seinen Rasierer konzentrierte.

„Du hasst Gesichtsbehaarung", gab er zurück.

„Wenn ich dich darum bitten würde", wiederholte sie.

„Was springt für mich dabei raus?"

„Mein Vergnügen."

Er schnaubte.

„Sicher, Schätzchen", scherzte er, schabte Bartstoppeln und fluffigen Rasierschaum ab und schnippte ihn – zuerst ins Waschbecken und dann spielerisch in ihre Richtung.

Sie schlug nach ihm, schürzte die Lippen und verschränkte die Arme, wobei sie ein Bein nach oben zog. Sie platzierte die Wölbung ihrer Fußsohle auf dem Rand des Waschbeckens.

„Was willst du zum Frühstück?", fragte sie.

Ich koche", erwiderte er sofort und warf ihr im Spiegel einen argwöhnischen Blick zu.

Leia grinste.

„Ich möchte gebratene Shuura", bemerkte sie sanft.

„Du hasst Shuura."

Sie summte leise vor sich hin und betrachtete sein Profil.

„Was würdest du tun, wenn ich alle deine Lieblingsdinge auf dem Falken kaputtmachen würde?"

Han drehte das Wasser auf und kam zum Ende seiner Routine.

„Ich schätze, ich müsste einen Weg finden, dich immer noch zu lieben", feuerte er zurück.

„Ah, wäre es schwer, einen Weg zu finden?"

Han schaute zu ihr hinüber.

„Hm. Vielleicht nicht, wenn du dieses Shirt trägst und so auf dem Waschbecken sitzt wie jetzt", scherzte er.

Sie lächelte bedächtig.

„Was, wenn ich dich nachts alle zwei Stunden aufwecken würde? Für die nächsten", sie seufzte munter, „vier Monate? Ein Jahr?"

Han lachte, schüttelte den Kopf und spülte seinen Rasierer und sein Gesicht ab. Als er sich die Wangen trocken klopfte, spritzte er ihr Wasser über und hob eine Augenbraue.

„Welche Art zu flirten ist das?", erkundigte er sich amüsiert.

Er stellte das Wasser ab, beugte sich vor, drückte die Knöchel gegen das Waschbecken, um sich abzustützen, streckte die Hand aus, um ihr liebevoll über das Knie zu reiben und schaute sie neugierig an.

Leia schürzte auf reizende Weise die Lippen.

„Ich bestimme nur deine Schwelle, deine Kapazität für dauerhafte Liebe, ob du – "

Er legte den Kopf schief und zuckte langsam die Achseln.

„Ahhh, du hängst ziemlich an mir fest, Prinzessin."

„Ist das so?", fragte sie, sich der Antwort sehr wohl bewusst, und hob das Kinn. Ihr Herz raste vor Erwartung.

„Nun ja, was ist, wenn du mich teilen musst?"

„Dich teilen?", wiederholte er. Seine Augen verengten sich – „Mit wem?", wollte er wissen.

„Ein Rivale, den du dir selbst geschaffen hast", antwortete sie kryptisch.

Han warf ihr einen Blick zu und Leia drehte den Kopf, biss sich auf die Lippe, verkniff sich ein strahlendes Lächeln, schloss ihre Augen für einen Moment und öffnete sie dann wieder, um ihn anzusehen.

„Was, wenn", begann sie erneut, allerdings weniger kokett, „ich dir sagen würde, dass ich schwanger bin?"

Han richtete sich ein wenig auf und seine Hand an ihrem Knie hielt inne. Er schluckte schwer.

„Willst du mir das sagen?", fragte er.

Ihr Kopf fiel gegen den Spiegel. Sie bewegte das Knie ein wenig vor und zurück und wich seiner Frage aus, ihre Augen glitzerten.

„Vielleicht", entgegnete sie, „wenn dir ein Haus voller zerbrochener Dinge nichts ausmacht, und nie zu schlafen und einander – zu teilen – "

Er trat näher, drückte ihr Bein, um sie stillzuhalten und beugte sich näher zu ihr heran.

„Leia?", hauchte er.

Sie rutschte nach vorne und legte ihre Hand über seine. Fest verschränkte sie ihre Finger ineinander, fing seinen Blick auf und nickte. Das Grinsen, das sich auf Hans Gesicht ausbreitete, brachte sie zum Lachen. Er machte einen Satz nach vorne, zog sie in eine Umarmung und auf dem Waschbecken nach vorne und drückte Küsse auf ihre Schläfe und die Oberseite ihres Kopfes.

„Also ziehen wir das durch, hm?", murmelte er und sein Herz hämmerte in seiner Brust – „Das ganze verdammte Programm?", fragte er.

Schon der Gedanke, mit ihr verheiratet zu sein, hatte immer wie ein Privileg gewirkt, aber dass er mehr mit ihr haben könnte, etwas, das er als Kind niemals gehabt hatte – es war zu gleichen Teilen unvorstellbar und wundervoll.

Leia umarmte ihn fester, drückte ihre Stirn in sein Haar und dachte an all die unglaublichen Ereignisse, die sie zur Harmonie dieses Augenblicks geführt hatten.


Ende