Ratchet

Im Nachhinein hätte ich wissen müssen, dass das eine dumme Idee war.

Wheeljack war gekommen. Nicht nur das er mich schon alleine mit seiner Art fuchsteufelswild machte, nein. Er hatte auch noch die verrücktesten Einfälle, egal ob es nun eine Erfindungen oder Aktionen waren.

Und so kam es, als er die Menge an Energon in unserem Lager sah, die grandiose Idee bekam, Highgrade herzustellen und zu feiern.

Ich musste zugeben, es klang verlockend. Die Decepticons schwiegen und ich hatte seit Ewigkeiten nichts starkes mehr getrunken. Ich fand, dass hatte ich mir nach all dem Stress verdient!

Die anderen fanden die Idee auch gut und Optimus hat nach kurzer Überredung zugestimmt.

Dass er allerdings den Kindern erlaubt hat zu bleiben…. Doch ich konnte Optimus nicht davon abbringen.

Vielleicht war das der ausschlaggebende Punkt, der mich dazu verleitete, das zu tun, was ich machte und billigte.

Nachdem alles vorbereitet wurde, began der Abend und ich began leicht angetrunken mit Wheeljack! zu plaudern.

Wir diskutierten darüber, wie sich die anderen verhalten würden, wenn sie zu viel getrunken haben, was man bei den meisten schon sehen oder erahnen konnte. Doch dann viel mein Blick auf Optimus, der an der Station arbeitete.

Er hatte sich dazu entschieden, diesmal dazubleiben, um zu arbeiten und aufzupassen, während wir feierten.

Normalerweise fuhr er in solchen Zeiten auf eine einsame Fahr raus, weil "Primes nicht feiern" , doch diesmal feierten wir nicht nur, sondern tranken auch noch und währen dementsprechend Hilf- und Orientierungslos, wenn was passieren sollte.

Ich überlegte, doch ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sich Optimus betrunken verhielt. Selbst als er noch Orion Pax war hab ich ihn noch nie betrunken gesehen!

Und als ich das Glitzern in Wheeljacks Augen sah, nachdem ich ihm meine Gedanken mitteilte, wusste ich, dass ich etwas sehr, sehr dummes getan hab.

Doch angetrunken, wie ich war, ging mein Urteilsvermögen, wie die Menschen sagen würden, flöten. So kam es, dass ich mit Wheeljack meinen Medikamentenschrank durchwühlten, um etwas zu finden, was eine ähnliche Wirkung hatten wie Highgrade.

Uns war klar, dass wir Optimus nicht auf die übliche Art Betrunken machen konnten, also musste es auf andere Art passieren.

»Aha!« ich zog eine kleines Fläschchen heraus und wedelte es vor Wheeljacks Gesicht hin und her.

Das Medikament diente eigentlich dazu, Schmerzen zu verdrängen, doch in ausreichender Menge…

Ich musste kichern, als ich das Mittel in den Becher kippte, den Wheeljack mir hinhielt. Wir mussten nur diesen ein Becher Optimus trinken lassen und dann werden wir sehen, wie sich unser lieber Prime verhält. Ich musste stärker kichern und verschüttete beinahe die Flüssigkeit, während Wheeljack nur vor sich hingrinste.

Bei der Menge reichen nur ein zwei Schlucke!

Das gute bei dem Medikament war, dass es nur für kurze Zeit wirkte. Ich wollte Optimus ja nicht für den Rest des Abends ausknocken, sondern nur einen Blick auf seinen betrunken Zustand werfen.


Ich näherte mich Optimus, da Wheeljack und ich uns geeinigt haben, dass ich die besseren Chancen hatte als er, Optimus dazu zu bringen, den Becher zu trinken.

Ich warf ein Blick nach Rechts, wo die Kinder in ihrem Sitzbereich saßen und das Treiben lachend beobachteten. Ich konnte es ihnen nicht verübeln. Ihre Beschützer betrunken zu sehen ist schon sehr interessant. Zwar nicht so, wie es wäre Optimus zu sehen… ich musste mich stark zusammenreißen, um nicht erneut zu kichern. Aber selbst Arcee betrunken zu sehen, war schon sehr lustig. Sie tanzte mit Bulkhead zur lauten Musik, während Bumblebee mit geweiteten Augen, versuchte, geradeaus zu gehen. Er schaffte es nur zwei Schritte weit bevor fiel und frustriert Piepte.

Ich schaute zu Optimus hoch. Ob er wohl tanzen würde?

Ich war entschlossen, es herauszufinden!

»Ähm Optimus?« rief ich dem größeren Bot zu. Er drehte sich um. Wie konnte er bei der Musik nur arbeiten?

»Was kann ich für dich tun, alter Freund« fragte er, ruhig und gesammelt wie immer. Nicht mehr lange! Dachte ich im Stillen.

Ich hielt im den Becher hin »Der ist für dich«. Optimus hob abwehrend die Hand »Nein danke Ratchet, dass überlasse ich euch« »Ach hab dich nicht so! Wir haben genug da und du brauchst auch mal eine Pause von dem ganzen Stress.« Er schüttelte den Kopf »Einer muss Aufpassen«.

»Das können doch die Kinder machen. Und außerdem ist das nur ein Becher! Bei deiner Größe richtet das kaum etwas aus. Es schmeckt wirklich gut!« sagte ich verführerisch und schwenkte den Becher. Er hob eine Augenbraue. »Seit wann vertraust du den Kindern?«. Ich zuckte nur mit den Schultern und hielt im weiter den Becher entgegen.

Er seufzte »Du wirst nicht aufgeben, oder?« . Ich schüttelte den Kopf.

Widerstrebend nahm er den Becher und beäugte ihn misstrauisch.

»beim Allspark, es ist kein Gift!«

Er sah noch nicht überzeugt aus, aber trotzdem beobachtete ich mit geheimer Begeisterung, wie er an dem Becher nippte.

Der Schluck war noch nicht genug…

»Komm schon Optimus! Nimm einen richtigen Schluck, sonst gebe ich keine Ruhe!«

Er sah mich mit leichter Missbilligung an, nahm aber trotzdem einen größeren Schluck, bevor er den Becher zur Seite stellte.

ohhhh jaa!

Jetzt müssen wir nur noch kurz warten.


Ich hatte mich einige Meter zurückgezogen um wieder mit Wheeljack zusammenzustoßen. »Und?« fragte er aufgeregt. Ich hab ihm nur ein Daumen hoch und kam mir plötzlich vor wie ein Sparkling.

Still beobachteten wir Optimus, der sich wieder zum Bildschirm umgedreht hatte.

Nicht mehr lange… Er griff sich an den Kopf.

»Es wirkt!« flüsterte ich Wheeljack begeistert zu und er grinste.

Kurz danach schwankte der Bot kurz. Ich konnte das verwirrte Stirnzunzeln sehen,auch ohne sein Gesicht zu sehen.

Schließlich schaltete er den Bildschirm aus und drehte sich um… keine gute Idee! Er fing an zu wanken und stolperte einige Schritte nach vorne, ehe er einigermaßen ruhig stand. Die Aktion zog die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich und verwirrt schauten sie zu Optimus hinüber, der mit geschlossen Augen mitten im Raum stand.

Ich hatte Mitleid und ging zu ihm hinüber, um ihn zu stützen. Als ich seinen Arm packte, riss er seine Augen auf und starrte mich mit verschwommen Blick an. »Ra….Ratcht? Irgend…was sti…sti…stimmt nicht. Alles dr…dreht sich!« Ich erstarrte. Mit dieser unsicheren Stimme und den großen Augen sah er wie… wie Orion aus!

Ich schüttelte den Kopf und verzog im selben Moment das Gesicht, als kurz alles verschwamm.

Mit langsamen, torckelnden Schritten buchsierte ich Optimus zum Rand des Raumes und setzte ihn auf einige Kisten. Erneut schloss er die Augen und sackte gegen die Wand hinter sich. Er atmete tief durch und rührte sich kaum noch.

Ein schlechtes Gefühl kroch mir langsam in den Bauch. War es zu viel von dem Mittel? Nein, dass kann gar nicht sein! Er hat nur ein Schluck getrunken.

»Ich kann… Ich kann hier nicht sitzen bleiben« riss mich Optimus undeutliche Stimme aus den Gedanken und ich sah zu dem Prime. Er bewegte sich und mir wurde klar, dass er aufstehen wollte. Ich drückte ihn wieder herunter. Wenn er jetzt aufstehen würde, wäre es nur noch eine Frage der zeit, bis er stürzten würde und dabei könnte er sich verletzten! ich könnte ihn niemals halten und da er so größ ist, fällt er ziemlich tief!

»Nein Ratchet, lass mich los! Ich muss weiter… weiter arbeiten!«

»Optimus! In deinem Zustand kannst du nichtmal gehen, geschweige denn arbeiten!«

Optimus schüttelte energisch den Kopf. »Ich kann keine Pause machen… keine Zeit« murmelte er und sah mich wieder an. Er sah so… verletzlich aus. Sein Gesicht hatte den ganzen Ernst und Stoischmus verloren.

Mit Besorgnis bemerkte ich die Müdigkeit in seinem Gesicht. Wie lange hat er nicht mehr richtig Aufgeladen? »Nein Optimus! Du bleibst hier sitzen und rührst dich nicht vom Fleck«

»Nein, nein! Die iaconische Datenbank, die Berichte, Megatron… Die Decepticons. Krieg! Ich kann nicht!… Muss euch beschützen…. Meine Verantwortung…« stammelte er vor sich hin und schüttelte immer wieder den Kopf.

Ohh Optimus… Ich wusste zwar das er unter Druck steht, aber so gestresst… Das wusste ich nicht! Verdammt sei seine Selbstkontrolle!

»Optimus bitte! Bleib sitzen und ruh dich aus. Es ist alles in Ordnung« versuchte ich in zu beruhigen. »Nein!« sagte Optimus heftig. »Nichts ist in Ordnung! Es ist alles… alles meine Schuld. Hätte ich… hätte ich nur…« Er verstummte und ließ den Kopf hängen. Ich machte mir nun ernsthaft sorgen. »Optimus, hättest du was? Sie mich an! Optimus!« Er weigerte sich und sein Kopf blieb weiter gesenkt. Ich legte ihm sanft ein Hand unters Kinn und kippte seinen Kopf nach hinten, damit er mir in die Augen schauen musste. »Antworte mir… Bitte! Was wolltest du sagen?«

»Ich…« Er wollte den Blick wieder abwenden, doch ich hielt dagegen. Optimus blieb stumm, doch mit schrecken erkannte ich, dass der verschwomme Blick nicht nur von dem Medikamt herstammte… In Optimus Augen sammelte sich Kühlmittel! Ich setzte mich neben ihn und umarmte seinen breiten Körper so gut es ging und zog ihn an mich. Ich wusste nicht warum ich das tat, aber es fühlte sich richtig an. »Bitte Optimus sag mir, was los ist« redete ich ihm mit leiser und sanfter Stimme zu.

Da schien bei Optimus ein Damm zu brechen. »Ich… hätte ich Megatronus überzeugen können, wäre das alles nicht passiert! Hätte… Hätte ich ihn aufhalten können, würde Cybertron noch unsere Heimat sein! Ohne Krieg… ohne die vielen Opfer… ohne Tod, ohne Zerstörung!« »Optimus! das ist nicht deine Schuld! Megatronus hätte sich so oder so für diesen Weg entschieden« sagte ich entschieden. Er schüttelte energisch den Kopf und griff sich dann kurz wieder an den Kopf. »Ich hätte mich mehr anstrengen sollen… mich nicht verscheuchen lassen.« , er rollte sich gegen mich zusammen. »Ich bin es nicht wert, ein Prime zu sein… hab es nicht verdient, euch anzuführen!«

Die Musik war verstummt und alle Augen und Optiken waren auf Optimus gerichtet, der langsam an Ratchets Schulter auseinander viel. Alle hatten einen betroffenen Ausdruck auf ihren Gesichtern, selbst wenn sie betrunken waren. Keiner hatte eine Ahnung, wie gestresst ihr Anführer war und mit welchen Zweifeln er zu kämpfen hatte.

Er war immer so selbstsicher und bestimmt. Nie hatte er was anderes als Zuversicht, Besorgnis um sein Team und Strenge ausgestrahlt.

Die Kinder sahen geschockt aus. Optimus war für sie wie ein Fels in der Brandung gewesen. Doch jetzt…

Alle Anwesenden zuckten zusammen, als plötzlich Optimus Rahmen anfing zu klappern und zu quietschen und er sein Gesicht in meiner Schulter vergrub und sich an mich klammerte, als wär ich sein Rettungsring »Wegen mir wurdet ihr in diesen Krieg hineingezogen, verletzt und getötet. Ihr habt das alles nicht verdient. Cliffjumper wäre noch am Leben gewesen… Bumblebees Stimme…Ich bin nicht besser als Megatron« seine Stimmte schwankte, zitterte und brach schließlich. Als wäre das nicht schon genug, hörten wir alle ein Geräusch, dass keiner von uns von dem großen, starken Bot erwartet, noch hätte hören wollen.

Der Schluchzer riss an jedem Spark und Herz im Raum und erschütterte alle. Er war wortwörtlich Herz- bzw. Sparkzerreißend! Dem ersten folgten noch weitere und schließlich löste der Prime sich vollständig auf. Jetzt hielt ich nicht mehr den stoischen Anführer in meinen Armen, sondern Orion Pax der kleine, naive Archivar, der in allem das gute gesehen hatte und glücklich durchs Leben gelaufen war. Doch dieser konnte dem Ansturm der unterdrückten Gefühle von Optimus Prime nicht standhalten und… brach.

»Shhh Optimus. Alles gut…. Es war nicht deine Schuld… Und keiner gibt sie dir, egal was du denkst! Alle haben sich für ihr Leben entschieden und vergiss nicht, wie viele du gerettet hast! Du bist der beste Anführer, den man sich wünschen könnte und wir hätten nie jemanden anderen gewollt. Primus hat dich zurecht auserwählt. Deine Zweifel und Ängste machen dich zu dem, der du bist und machen dich schon alleine dadurch um Längen besser als Megatron!« sagte ich mit beruhigender Stimme und streichelte liebevoll seinen Helm. Da erklang seine Stimme wieder. Bebend und gedämmt: »Aber ich weiß doch nicht einmal, warum ich überhaupt noch kämpfe!« Er klang so besiegt. »Ich sehe, welche Gräueltaten er tut und verabscheue ihn dafür, doch… immer wenn ich die Möglichkeit habe, das zu beenden… ihn zu töten. Immer wenn ich in seine Augen schaue, sehe ich nicht das Monster zu dem er geworden ist… Ich sehe Megatronus, den Revolutionär, den sanften Riesen, der es gehasst hat in der Gladiatorenarena zu kämpfen und zu töten… meinen liebevollen Freund, der mir Selbstbewusstsein gegeben hat und mich unterstützt hat… Es... Ich kann ihn einfach nicht töten! Und dann auf der Nemesis… Es gab da diesen Moment…« Ich dachte, er kann sich nicht erinnern? Die anderen sahen genauso verwirrt aus, wie ich.

Optimus fuhr mit leiser Stimme fort und richtete sich etwas auf und betrachtete sein Servos. »Er hat mich wieder so angesehen, wie früher, als er mich im Archiv besucht hat und mir beim Arbeiten Gesellschaft geleistet hat. Es ist verschwommen, wie ein Traum und dennoch weiß ich, dass es echt war.«

Er ballte seine Servos zu Fäusten. »Wie kann ich jemanden töten, den ich immer noch nicht loslassen kann?« seine Stimme war belegt und voller Emotionen.

Ich wusste zwar, dass Optimus haderte, Megatron zu töten, doch das es ein solches Ausmaß hatte…

Ich legte meine Hand auf die geballte von Optimus und drückte sie. »Ich weiß, es ist schwer, alter Freund, aber sei dir eines Gewiss. Du kannst immer sicher sein, dass ich hinter dir stehen werde und für dich da bin… für dich kämpfen werde!« sagte ich eindringlich und zog in wieder etwas näher an mich. »ich lass dich nicht im Stich!«

Er hob den Blick und begnete meinem. Seine Augen waren weit geöffnet und und sein Gesicht war wieder so offen, wie das von Orion. »Womit habe ich das verdient?« fragte er leise. »Ich kann meinen Feind nicht töten. Ich bin schwach…« Er senkte den Blick wieder, doch ich hob es wieder mit meiner Hand. »Das ist egal! Viel wichtiger ist, dass du mein Freund bist! Und Freunde halten zusammen!« ich sah ihm fest in die Augen.

Seine Augen füllten sich wieder mit Kühlmittel, doch diesmal nicht aus Scham…

Ich hörte Schritte näher kommen und richtete meinen Blick auf die anderen Mitglieder von Team Prime.

Optimus folgte meinem Blick und sein Gesicht erstarrte, als ihm dämmerte, dass alle seine Wort gehört hatten. Ehe er was sagen konnte hob Arcee die Hand. Sie war zwar noch leicht beschwipst, aber dennoch klar.

»Optimus, wir wollten dir nie das Gefühl geben, dass du uns was schuldigt bist. Wie Ratchet bereits gesagt hatte, haben wir uns alle für das Leben entschieden und geben dir in keinerlei Hinsicht Schuld am Krieg. Wir sind vielleicht nicht so lange mit dir Zusammen, wie Ratchet, aber wir sehen dich nicht nur als unseren Anführer. Durch dich sind wir zu einer Familie zusammengewachsen. Du bist der Leim, der uns zusammen hält, ein Berater, eine Vaterfigur, sie zeigte auf Bumblebee, der bekräftigend nickte, wodurch er leicht schwankte, aber auch unser Wegweiser und Freund. Und genau wie Ratchet stehen wir hinter dir und unterstützen dich!«

Optimus began wieder zu beben und er riss sich sichtlich zusammen, nicht wieder zusammen zubrechen.

Dann trat Jack ans Geländer und zog die Aufmerksamkeit des Primes auf sich. »Wir kennen dich jetzt nicht sehr lange, aber unsere Unterstützung kannst du dir auch sicher sein. Ihr seid eine so fortschrittliche Spezies und dennoch behandelst du uns, wie deinesgleichen. Du hättest es gar nicht nötig, aber trotzdem beschützt du unseren Planeten und uns Menschen. Du hättest dein Leben für uns gegeben und dafür sind wir unsagbar dankbar. Also bitte, lass uns an deinen Gefühlen teilhaben. Du bist nicht alleine! Du bist wie ein Vater für mich geworden und ich glaube, ich spreche für uns alle« er sah sich zu Miko und Raf um, die nickten. »Wir bewundern dich!«

Optimus öffnete den Mund, doch nichts kam heraus. Er startete sein Vokalisator neu, doch immer noch nichts. Sein Rahmen zitterte stärker und sein Augen wanderten von einem Gesicht zum anderen, doch sie fanden nichts als Verständnis, Unterstützung und Liebe.

Da konnte er sich nicht mehr zurückhalten. Er schlug die Hände vors Gesicht, fing an zu Weinen und lehnte sich an mich.


Optimus Prime

Es fing alles mit dem bösen Highgrade an. Zu erst wurde mir schwindelig und ich konnte kaum noch stehen, bis ich es nicht mehr musste. Ich spürte, wie meine sorgfältig angelegte Maske rutschte und schließlich zu nichts verpuffte. Ich wusste nicht warum, aber als Ratchet mit mir sprach konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und konnte nur noch erzählen und zum ersten Mal seit Millionen vor Jahren musste ich weinen.

Dann die berührenden Worte der anderen… Ich weiß nicht, wie ich so ein Team verdient habe… so eine Familie! Ich konnte meine Gefühle nicht mehr kontrollieren und dann ihre Gesichter zu sehen… so verstehend… so liebevoll. Ich war sprachlos und als ich das Kühlmittel nicht mehr halten konnte versteckte ich mich hinter meinen Servos und lehnte mich an die beruhigende Schulter meines lieben Freundes.

Plötzlich merkte ich einige Verschiebungen um mich herum und dann auf einmal vier Armpaare, die sich um mich schlangen und Körper, die sich an mich pressten. Ich nahm meine Servos weg und sah mich von allen Seiten von Körpern umgeben. ich begegnete Ratchets Blick, der mich liebevoll anlächelte. Alter Freund…

Dann spürte ich kleine Körper auf meiner Schulter und drehte meinen Kopf um unseren kleinen Menschenfreunde zu erblicken, die zu mir hochlächelten. "Du bist wie ein Vater für mich" . Die Worte hörte ich immer noch in meinem Kopf und konnte es immer noch nicht so recht glauben.

Ich fühlte kleine Hände an meinem Hals merkte, dass selbst sie mir eine Umarmung schenkten.

Und endlich begriff ich! Ich musste mich für sie nicht verstellen. Sie sahen mich als Teil ihrer Familie, als Freund und sogar als Vater! Mir fehlte so oft Cybertron als mein Zuhause, doch nun merkte ich, auf einem komplett anderen Planeten, weit weg von Cybertron, dass ich mein Zuhause schon längst gefunden hatte.

Und das war in den Autobots und deren Schützlinge, die mich trotz meiner Fehler und Ängste annahmen.

Ich legte meine Arme um meine Familie, dankbar für deren Länge, damit ich alle umschließen konnte und drückte sie eng an mich.

»Danke!« hauchte ich mit belegter Stimme und einem breiten Lächeln, dass ich seit dem goldenen Zeitalter nicht mehr gelächelt hatte.

Ich schloss meine Augen, den in diesem Moment war alles gut…

Sie waren in Sicherheit… Ich war in Sicherheit…

Wir waren Zuhause!