Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Relapse

Rückfall

Er hätte sie nicht an seiner Tür erwartet. Nicht zu dieser Stunde. Er glaubte noch nicht einmal, dass sie es von sich selbst erwartet hätte, bis es geschah; andererseits war er so unsicher, wenn es darum ging, sie zu verstehen, dass er mit keinerlei Sicherheit beurteilen konnte, wie ihre Absichten aussahen – ob sie es geplant hatte oder von Spontanität getrieben wurde. Es war nicht so, als ob es auf Hoth eine Fortsetzung von dem gegeben hätte, was auf Kashyyyk geschehen war. Er hatte den Eindruck gehabt, dass es so weitergehen würde – stillschweigende Akzeptanz, kein Leugnen dessen, was sich zwischen ihnen ereignet hatte, aber auch keine – wirkliche Vollendung im emotionaleren Sinne. Trotzdem hatte er gehofft – aber Kashyyyk war ein feuchtes Sommertauwetter gewesen und Hoth war die Realität, die sie wieder bis ins Mark einfror und ihn ein wenig ins Wanken gebracht zurückließ; er erlebte einen Mangel an Selbstvertrauen wie seit Jahren nicht mehr.

Er hatte aufgehört, sie zu belästigen und auf sie einzureden; er verbrachte seine Zeit nicht mehr damit, lautstark zu hinterfragen, warum er immer noch bei der Rebellion herumlungerte – er wusste es und er war sich ziemlich sicher, dass sie es auch wusste. Sie war eine kluge Frau und manchmal wünschte er sich, sie wäre dümmer – dann wäre sie einfacher zu handhaben, und das nicht im physischen Sinne. Doch er wünschte es sich nicht wirklich; ohne ihren Verstand wäre sie nicht anders als alle anderen Frauen, mit denen er geschlafen hatte, und das war der Punkt, der gesamte, verdammte Punkt – sie war anders als jeder und alles, was er jemals gekannt hatte und er wollte sie besser kennenlernen.

Als er das Klopfen an der Tür hörte, leise, aber unverkennbar, schaute er von dem Datapad auf, mit dem er sich müßig beschäftigt hatte. Es war ein zu sanftes Geräusch für Chewbacca, also glaubte er, dass Luke irgendein Problem hatte – er war wahrscheinlich in diese Cantina hinuntergegangen, obwohl Han ihn gewarnt hatte, das nicht zu tun, und mit einem großartigen Fang zurückgekommen, ohne zu bemerken, dass sie das beruflich machte. Während er die Augen verdrehte, schob Han das Datapad von sich und begann zu grinsen; er machte sich bereit, den Jungen ein wenig wegen seiner Blauäugigkeit auf den Arm zu nehmen. Er stand vom Bett auf, ließ sich Zeit, zur Tür zu schlendern und öffnete sie mit einer schwungvollen Bewegung. Dann lehnte er sich gegen den Türrahmen und fuhr sich träge mit einer Hand über den Nacken.

„Aus welchem Ärger muss ich dich jetzt wieder herausholen, Junior?", fragte er, bevor er sie da stehen sah, bevor er realisierte, dass es nicht Luke war.

Es ernüchterte ihn schnell und sein Kiefer spannte sich an.

Ihre dunklen Augenbrauen hoben sich – immer ausdrucksstark und irgendwie immer vernichtend, und sie neigte den Kopf.

„Noch aus keinem", bemerkte sie milde.

Han stützte die Hand gegen den Türrahmen und sah auf sie herunter.

„Was ist los, hm?", fragte er nervös, sein Blick huschte über ihre Schulter in den dunklen Flur. „Stimmt irgendetwas nicht?"

Es gab viele Dinge, die nicht stimmen konnten – zur Hölle, sie sollten noch nicht einmal auf Ord Mantell sein. Die Notlandung war durch die fehlerhafte Fluglage seines geliebten Schiffs verursacht worden und obwohl das Imperium nicht das geringste Interesse an dem mit Kasinos überladenen Schmugglerhafen zeigte, war es hier nicht sicher. Han hatte einen Ruf, der der imperialen Verachtung ihm gegenüber vorauseilte, und Worlport hatte genauso viel von der Kultur der Kopfgeldjäger in seinen Knochen wie corellianische Kultur. Es kam ihm zunächst überhaupt nicht in den Sinn, dass sie aus einem anderen Grund gekommen war, irgendetwas musste los sein; Chewie, der ihnen sagte, dass der Schaden an seinem Schiff schlimmer war als gedacht – oder Luke war verschwunden, oder –

„Nein", erwiderte Leia einfach.

Han presste die Zähne zusammen und starrte sie an. Er lehnte sich schwerer gegen den Türrahmen und warf ihr einen abschätzigen Blick zu. Sie hatte ihren Schneeanzug gegen etwas Nichtssagenderes eingetauscht, um sich leichter an ihre Umgebung anzupassen und hatte jetzt die Hälfte davon aus Bequemlichkeit gelockert. Die braune Weste, die sie getragen hatte, war an der Vorderseite nicht geschnürt, die fließende Bluse darunter nicht mehr in den Hosenbund gesteckt und lose. Er ließ seinen Blick langsam wieder zurück zu ihrem Gesicht wandern, neigte den Kopf ein wenig vor und machte eine Schau daraus, den Flur zu überprüfen – ihre Räume lagen alle in einer Reihe hintereinander; Leia, Han, Luke und dann Chewie, der sich um den Falken kümmerte und in den Slums Tauschhandel mit Schiffsteilen betrieb, weil alle Wookiees für Menschen gleich aussahen.

„Mhhhh", grunzte Han leise. „Nun, was kann ich für dich tun, Schätzchen?", erkundigte er sich spitz – unausgesprochen: Warum bist du zu dieser unpassenden Stunde an meiner Schlafzimmertür?

Leia schürzte die Lippen. Sie verschränkte die Arme und hielt die Ellenbogen leicht mit ihren Handflächen fest.

„Kann ich reinkommen?", fragte sie.

Kurz aus dem Konzept gebracht, hob Han eine Augenbraue. Er starrte sie an und seine Schultern entspannten sich ein wenig.

Oh", murmelte er in einem Moment der Klarheit. Oh, sie wollte hereinkommen; oh, sie war nicht geschäftlich hier, nicht offiziell. Er wollte schockiert sein, aber das hier – es war schon einmal geschehen, da war er allerdings zu ihr gekommen und hatte sich Mut angetrunken – und sie hatte stillschweigend so klar gemacht, dass dieser Moment überhaupt nicht richtig existiert hatte.

Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und räusperte sich.

„Ja, ähm", begann er und trat zurück. Er nickte. „Ja", erwiderte er heiser.

Für einen Moment rührte sich Leia nicht. Sie sah nach unten, dann wieder nach oben und schaute ihn durch ihre Wimpern hindurch an.

„Ich bin nicht", fing sie leise an, „hier für ein…Update bezüglich des Falken."

Han winkte sie herein, wedelte achtlos mit dem Handgelenk. Er legte die Hand auf den Schließmechanismus, als sie über die Schwelle trat, nickte ihr zu, nickte vor sich hin.

„Ich bin herumgekommen", antwortete er gedehnt. „Ich weiß, warum du hier bist", fügte er leise hinzu. „Ich habe ohnehin kein Update, was den Falken angeht", sagte er und bemerkte, dass er ein wenig zu laut sprach, als sie an ihm vorbeischritt und er die Tür verschloss – weil eine unerwartete Stimme in seinem Kopf ihn ernst anschrie: Tu es verdammt noch mal nicht, Solo, sie ist immer noch nicht bereit.

Er verzog das Gesicht und brachte die Stimme zum Verstummen – seit wann verurteilte seine innere Stimme der Vernunft, wenn er überhaupt eine hatte, ihn für Gelegenheitssex? Han Solo hatte keine Stimmen im Kopf und Han Solo kümmerte sich nicht im Geringsten darum, Leias Entscheidungen zu hinterfragen –

Allerdings ging es nicht um sie, oder? Das tat es und das tat es nicht; sie abzuweisen, würde Selbstschutz bedeuten, denn wenn Kashyyyk ihn eines gelehrt hatte, dann, dass sie mit Dingen zu kämpfen hatte, die größer waren als er, die vielleicht zu groß waren, als dass er ihr helfen könnte, und ihr körperlich nah zu sein, hatte ihm in ihrem Herzen keinen Raum verschafft, nicht so, wie er es sah. Nicht so, wie sie sich verhielt. Sie hatte ihn auf Hoth ganz sicher nicht aufgesucht, dabei war es dort so kalt, dass er dachte, sie bräuchte ein wenig Wärme, ein wenig – Verbundenheit.

Er gab in das Bedienfeld der Tür ein Bitte nicht stören ein, ließ sich Zeit dabei, drehte sich dann zu ihr um – und fand sich wieder, wie er ihren Rücken anstarrte, während sie auf das ungemachte Bett schaute. Nicht ganz dasselbe wie ein Nest aus gemütlichen Decken auf der dritten Etage von Chewbaccas Bungalow – hatte das ihre Meinung geändert? War es schmutziger, ohne die mystische Kulisse, all die Bäume und Tees und Kräuter und uralten Riten? Er wusste nicht, wie er diese Situation auffassen sollte, weil er immer noch versuchte, die letzte zu verstehen – obwohl er irgendwie erwartet hatte, dass es so ablaufen würde, war es doch gleichzeitig gegen jede seiner Erwartungen. Er glaubte nicht, dass Leia ihn dafür hasste oder ablehnte, aber trug sich in ihrem Inneren ein anderer Kampf aus, einen, mit dem er sich bereits abgefunden hatte? Oder etwas, das ihn heftig verletzen würde, wenn sie es begriff? Wenn sie es begriff.

Sie drehte den Kopf und schlang die Arme um sich selbst.

„Ich fühle mich hier nicht sicher", bemerkte sie kleinlaut. „Auf Ord Mantell", fügte sie schnell hinzu, als hätte sie realisiert, dass er es so verstehen könnte, dass sie sich bei ihm nicht sicher fühlte.

Es empörte ihn trotzdem ein bisschen.

„Hey, du weißt, wie der Falke ist, Hoheit", erwiderte er gereizt. „Es tut mir leid – aber wir können nicht zu abgelegen landen, dann bekommen wir keine Ersatzteile – "

Sie schüttelte den Kopf.

„Ich habe das nicht gesagt, um dich zu beleidigen. Ich gebe dir nicht die Schuld daran", meinte sie. „Ich weiß, dass es nicht deine Schuld ist."

„Gut", fuhr er sie nachdrücklich an. „Du weißt, dass ich keine Entscheidungen treffe, die dich leicht in Gefahr bringen würden." Er schlenderte an ihr vorbei, drehte sich zu ihr um und setzte sich auf die Kante seines Bettes. „Dich und, du weißt schon – Luke, die Rebellion", fügte als nachträgliches Murmeln hinzu – er wollte jetzt nicht zu dick auftragen, oder? Sie rannte davor weg, als würde sie gejagt werden.

Leia löste die verschränkten Arme und zupfte an den losen Fäden ihrer Weste.

„Ich habe nur – ein schlechtes Gefühl dabei", vertraute sie ihm an, „und ich kann nicht schlafen", sie deutete auf ihre Rippen und ihren Brustkorb, ihre Finger formten sich zu Klauen, schienen nach etwas zu greifen „und ich fühle mich…taub und ich hasse, ich hasse", heiser brach sie ab. „Ich hasse dieses Gefühl."

In ihrer Stimme lagen echte Qual und echter Kummer. Han lehnte sich nach hinten, stützte sich auf seine Arme und sah auf eine, wie er hoffte, lockere Art und Weise zu ihr auf – lässiger Gesichtsausdruck, lässige Haltung. Ihm fiel auf, dass ihr Haar wieder lose war – nicht komplett offen, nur zu demselben losen, unordentlichen Zopf gedreht, den sie auf Kashyyyk getragen hatte. Es war wie ein Signalfeuer, eine unausgesprochene Einladung. Sie war unsicher, wo sie es damals nicht gewesen war; lag es daran, dass er derjenige gewesen war, der sich so stark und entschlossen verhalten hatte?

„Glaubst du, dass ich dir irgendwie helfen kann oder so?", fragte Han etwas widerstrebend.

Leia zog ihre Unterlippe zwischen die Zähne.

„Ich glaube", sagte sie, „du weißt, dass ich nicht weiß, wie ich das hier angehen soll", murmelte sie. „Übernimm die Führung, Han."

Er starrte sie an, den Kopf zur Seite geneigt. Die Muskeln in seinem Nacken spannten sich an und er verengte die Augen ein wenig – er könnte sie rauswerfen. Er sollte es tun –

„Das tust du nicht?", fragte er knapp. „Hm. Irgendwie schienst du ein Profi zu sein."

– der Seitenhieb hatte sein müssen, und er nahm an, dass er jetzt guten Gewissens nachgeben konnte. Wenn One-Night-Stands so neu für sie waren, warum war es ihr so leichtgefallen, alles auf Kashyyyk zu beschränken? Es wäre einfach gewesen, sie abzuweisen, wenn er sie nicht so sehr gewollt hätte – so sehr. Einmal war nicht genug, weil es nicht nur ihr Körper war, der es ihm angetan hatte, es war alles an ihr, und er hatte geglaubt, auf Kashyyyk irgendeinen Fortschritt gemacht zu haben – dort hatte mit Sicherheit ein tieferes Verständnis zwischen ihnen geherrscht.

Sie sah ihn lange an, etwas Zerbrechliches lag in ihren Augen und er biss sich auf die Innenseite seiner Wange, plötzlich beschämt, weil er so kurz angebunden gewesen war – sie war offensichtlich verletzlich; es hatte sie offensichtlich Überwindung gekostet, ihn aufzusuchen. Das hatte etwas zu bedeuten, nicht? Er hatte nicht an ihre Tür geklopft und um ein erneutes Abenteuer zwischen den Laken gebettelt – sie hatte an seine Tür geklopft. Und er dachte, dass, vielleicht, egal, wie forsch sie auftrat, oder wie sicher und unbesorgt sie schien – dass diese Nacht vielleicht etwas bedeutet hatte – es musste so sein.

Sie musste ihr etwas bedeutet haben oder er würde den Verstand verlieren.

Sie streckte die Hand aus, um mit dem unordentlichen Ende ihres Zopfes zu spielen.

„Ich – gehe zurück zu meinem – "

„Nein", unterbrach er sie und rutschte nach vorne. Er streckte den Arm aus, schluckte schwer und schüttelte den Kopf. „Nicht", murmelte er und winkte sie zu sich heran. „Komm her, komm her", ergänzte er schnell.

Er umfasste ihre Hüfte mit den Händen, als sie näher kam, und zog sie zu sich heran, seine Hände kamen an ihren Rippen zur Ruhe. Er lehnte sich nach vorne und drückte seine Stirn kurz und zerknirscht gegen ihren Bauch, dann richtete er sich auf, sah sie direkt an, zog sie mühelos zu sich nach vorne und platzierte sie auf seinem Schoß. Er streckte die Hand aus, um sanft ihr Gesicht zu berühren, sein Daumen streifte ihre Lippen. Sein Herz raste angesichts des Gefühls von ihr auf ihm, Erinnerungen daran, wie sie unter ihm lag, überschwemmten seine Gedanken und er versuchte, tief durchzuatmen. Der Atemzug blieb in seiner Kehle stecken.

„Das ist es, was du willst, nicht?", fragte er heiser und beugte sich vor, um ihren Kiefer zu küssen, seine Hand über ihre Haare gleiten zu lassen und ihre Hüften fester auf seine zu pressen.

Leia nickte und hob den Kopf an, damit er ihren Hals küssen konnte. Er atmete noch einmal tief durch, seine Zähne streiften die zarte Haut über ihrer Pulsader. Seine Hand glitt über ihren Oberschenkel zu ihrem Bauch und spielte dann mit dem Metallverschluss ihrer Hose. Sie hielt den Atem an und nickte wieder, ihre Hände zitterten in seinem Nacken. Für einen Moment vergrub er seine Nase in ihrer Schulter und ließ sich Zeit, seine Hände über ihren gesamten Körper wandern zu lassen, er gab sich selbst einen Moment, um zu verstehen, zu was er hier seine Zustimmung gab – er stimmte zu, benutzt zu werden, wahrscheinlich, wenn das hier so lief wie beim letzten Mal; er stimmte zu, verletzt zu werden, er gab seine Zustimmung zu Frustration und zu einer verzweifelten Unsicherheit, die er nicht gewohnt war.

Er wollte sie nicht nicht haben. Wenn er sie halb haben konnte – oder ihr irgendwie in dieser Nacht zeigen konnte, dass sie nicht so eine gottverdammte Angst haben musste –

„Leia", murmelte er in ihr Ohr und lehnte sich schwer zurück. Sie fiel mit ihm, kollidierte mit einem sanften Keuchen mit seiner Brust, ihre Oberschenkel streckten sich genau mit der richtigen Menge an Druck über seine Hüften und er legte den Kopf zurück, seine Hände fielen auf ihre Hüfte und er drückte sie fest herunter. Er stöhnte leise und hob den Kopf wieder an, fuhr mit den Händen über ihren Körper hinauf zu ihren Schultern und zog sie dann zu sich heran. Sie drückte sich an ihn und er konnte ihren Herzschlag an seinem spüren.

Er legte eine Hand an ihre Wange, seine Finger verhakten sich in ihren Haaren, und er schaute ihr in die Augen. Als er sich bewegte, herumrollte und sie in die Laken drückte, rauschte das Blut in seinen Ohren. Er könnte es so schön für sie machen, er könnte es – so viel besser werden lassen als letztes Mal, obwohl er nicht glaubte, dass sie unzufrieden gewesen war – aber er konnte es so schön sein lassen, dass sie aufhörte, sich von ihm abzuschotten, wenn das der einzige Weg war, wie er mit ihr sprechen konnte.

„Das ist es, was du brauchst?", fragte er und bemerkte kaum, dass er seine Worte geändert hatte; er küsste sie rücksichtslos, versuchte seine Hände davon abzuhalten, zu zittern, und fragte sich – was er getan hatte, das sie dazu gebracht hatte, ihn auf Kashyyyk zu wollen, ihm zu vertrauen, ihn fast zu lieben, und warum er es nicht schaffte, sie dazu zu bringen, ihn die ganze Zeit zu wollen.

„Ja", stöhnte Leia leise gegen seine Lippen. Sie hob ihm ihre Hüften entgegen. „Ja, hm, ja", murmelte sie, ihr Atem war bereits schwerer.

Han speicherte ab, dass sie ihn brauchte. Er drückte sie näher an sich und es kam ihm so seltsam vor, derjenige zu sein, der beim Sex nach einer tieferen Bedeutung suchte, während sie sich mit jeder Faser ihres Seins gegen die tieferen Aspekte von Intimität wehrte. Er fing ihren Blick auf und dann, von seinem eigenen Verlangen getrieben, wandte er die Augen ab und begann sie zu küssen und zu küssen, schob ihre Bluse nach oben und enthüllte ihren Bauch, küsste sie dort, bis er fast an der Kante des Bettes kniete und den besten Winkel hatte, um ihr die Hose auszuziehen und ihre Beine über seinen Schultern zu positionieren. Er küsste die nackte Innenseite ihres Oberschenkels, seine Zunge zeichnete aufreizende Linien immer höher und höher –

„Han", keuchte Leia schockiert in die Stille hinein, es klang fast wie ein Zischen, Unerfahrenheit und Hoffnung in einem einzigen Wispern vereint, das wie ein Blitz durch sein Rückgrat schoss.

Fest drückte er ihr Knie.

„Ich hätte das beim letzten Mal zuerst gemacht", versicherte er ihr, seine Stimme sinnlich und leise. Er sah zu ihr auf – sie stützte sich auf ihre Ellenbogen und blickte ihn mit dunklen, berauschenden Augen an. „Wenn ich gewusst hätte", er zwinkerte ihr zu. „Du weißt schon", murmelte er. Sie errötete, es war nur ein ganz leichtes Erröten, sagte aber nichts und selbst jetzt noch dachte er zurück und fragte sich, ob er ihr wehgetan hatte und ob sie es ihm jemals sagen würde, wenn es so gewesen war. „Lehn dich zurück, Schätzchen", murmelte er und senkte den Kopf zwischen ihre Beine – er bezweifelte, dass sie sich taub fühlen würde, wenn er fertig war.


Für einige Stunden verlor er sein Zeitgefühl; es fühlte sich an, als würden Tage verstreichen, und es fühlte sich gleichzeitig an wie Minuten. Es wurde vom selben heimlichen, undefinierten Gefühl begleitet wie auf Kashyyyk, aber es war auch ganz anders – sie hatte ihn aufgesucht, sie war aktiver, hatte mehr Kontrolle darüber, nahm mehr daran teil, anstatt die Erfahrung einfach an sich vorbeiziehen zu lassen. Er konnte einen Unterschied feststellen zwischen der Frau, die sie auf Kashyyyk gewesen war, die sich ihm hingegeben und sich gefragt hatte, ob er ihr eine ferne Zuflucht bieten konnte, und der Frau, die sie jetzt war, eine Frau, die wusste, dass diese Erfüllung irgendwo da draußen wartete, auch wenn es nur für ein paar glückselige Sekunden war.

Selbst wenn er innehielt, um zu Atem zu kommen, konnte er nicht aufhören, weil jede Sekunde des Genusses von einer fast unerträglichen Angst begleitet wurde, dass es das letzte Mal war, und er versuchte, sie verstehen zu lassen, ihr ein sicheres Gefühl zu geben und ein Versprechen einzulösen. Es kann immer so sein. Das verspreche ich dir.

Dieses Mal sprachen sie mehr miteinander, aber ihr Gespräch war von geringer Substanz – nur kleine, geflüsterte Wünsche, zufriedenes Stöhnen.

Ja, oh Han, oh ja – !" – keuchte sie, als sie den Kopf hin und herwarf, die Hände in seinen Haaren vergrub und ihre Beine an seinem Hals zu zittern begannen.

Gut so? Gefällt dir das?", murmelte er gegen ihren Hals, als er sich in ihr bewegte und nach dem richtigen Tempo, dem richtigen Rhythmus suchte.

Mhhh – kannst du – ein wenig, ähm, fester…?" – eine leise, unsichere Bitte, die sie ihm ins Ohr flüsterte, während sie seine Schultern umfasste, und er nickte und sprach zwischen wandernden, fordernden Küssen – „Sag mir, wenn es zu hart ist." – und dann Leias Keuchen, als sie den Kopf zurückwarf und ihn festhielt – „Genau da. Hör nicht auf. Bitte hör nicht auf."

Er nahm sie auf die beste Art und Weise, die er sich vorstellen konnte, mehr als einmal, mehr als zweimal, von dem unbändigen Hunger in ihr erfasst und von dem Bestreben erfüllt, für sie da zu sein und ihr zu vermitteln, dass – er nicht nur auf diese Weise für sie da sein konnte, er konnte auf jede erdenkliche Art für sie da sein, wenn sie es wollte. Für den Großteil der Nacht war sie nicht mehr als eine Haaresbreite von ihm entfernt – sie fühlte sich unter ihm genauso gut an wie auf ihm, wenn er ihre Hüften festhielt, benommen von dem Privileg, in ihr zu sein und zuzusehen, wie sie sich auf die Lippe biss und den Kopf mit leicht geschlossenen Augen zurücklegte, als ob er es endlich geschafft hätte, dass sie sich nicht mehr schuldig und gebrochen und leblos fühlte. Es erfüllte ihn mit Stolz, sie zum Kommen zu bringen – mehr als einmal, mehr als zweimal – und die Art, wie sie seine Hand fest umklammerte, wenn er ihre Hüften hielt und ihr zeigte, was ihm gefiel.

Drück den Rücken ein wenig durch und – mach – mach einfach weiter, Leia, mach weiter", murmelte er durch zusammengebissene Zähne, während er fest die Augen schloss und seine Nägel in ihre Taille grub, um sie schließlich auf seine Brust herunterzuziehen, mit der Hand über ihren Rücken zu fahren und ihre Hüften fest gegen seine zu pressen. Ein paar Mal hielt sie den Atem an und klammerte sich bei jedem Stoß fest an seine Schultern, und er strich ihr wirres Haar zurück, hob ihren Kopf an und blickte ihr in die Augen. Sie schluckte schwer, ihr Blick suchte seinen und Han konnte seine Augen kaum offen halten. Er drückte seine Stirn gegen ihre und atmete langsam aus, er kam beinahe so heftig von seinem Hoch herunter, wie er es zuvor erreicht hatte.

Ja, Schätzchen. Das war – verdammt – ", flüsterte er gegen ihren Mundwinkel und ihre Kehle, es war das letzte, was er für eine lange Zeit zu ihr sagte, bevor sie beide in Schweigen verfielen, ausgelaugt und erschöpft.

Doch er hielt sie noch lange in seinen Armen, bis sie unbehaglich hin und herrutschte und seinem Griff entglitt. Es entging ihm nicht, dass sie zusammenzuckte, als sie vorsichtig von ihm herunterrutschte und zur Seite fiel; er drehte sich schnell zu ihr um und schlang seine Arme um sie. Er verspürte Erleichterung, als sie sich wieder an ihn schmiegte, ihren Rücken an seine Brust gepresst, ihre Arme mit seinen verschlungen und ihre Hände zusammen mit seinen an ihren Rippen. Han vergrub seine Nase in ihrem Haar und kämpfte gegen den Drang, zu schlafen – die Laken waren ein einziges Durcheinander, verheddert und an das Fußende des Bettes geschoben – und er dachte, wenn er einschlief, wäre sie fort, wenn er aufwachte, so wie es auf Kashyyyk gewesen war. Doch dieses Mal wäre es anders – dort war sie nur gegangen, um sich den Sonnenaufgang anzusehen, hier konnte sie zu ihrem Zimmer flüchten und damit beginnen, alles zu analysieren und aufzugliedern, und er wollte sie nicht für sich haben und direkt wieder verlieren.

Er spürte die ersten Kälteschauer am unteren Ende seiner Wirbelsäule, als er einschlief, und es war ein Schauer, der ihn einige Zeit später weckte – dieselbe Nacht, dunkel und verwirrend – ihm war kalt und Leia lag nicht neben ihm, sie war, sie war – er setzte sich auf und drehte sich ruckartig um, Verärgerung machte sich in ihm breit; hatte sie genug Nerven, sich sogar vor dem Morgen davonzustehlen? Ohne ein Wort, ohne –

Nein, sie war im Badezimmer. Er sah schwaches, goldenes Licht an den Ritzen der Tür hervorströmen und entspannte sich ein wenig. Er rückte sein Kissen zurecht, drückte sicherheitshalber die Faust hinein, ging dann dazu über, nach den Laken zu greifen – und bemerkte, dass sie bereits entwirrt und ordentlich gefaltet worden waren. Seine Beine wurden davon bedeckt. Er runzelte die Stirn und schaute zurück zum besetzten Badezimmer – war er gerade aufgewacht, während sie versuchte, sich hinauszuschleichen? Dann musste er ihr eine Lehre erteilen, man benutzte das Badezimmer in seinem eigenen Raum, nicht in dem, aus dem man sich gerade hinausschlich.

Wasser begann zu laufen, dann wurde es abgedreht und das Licht ausgeschaltet, und Han ließ sich auf den Rücken sinken und beschloss, abzuwarten, was sie tat. Sein Herz hämmerte in seinen Ohren und einige Augenblicke später öffnete sie die Badezimmertür, kam heraus, ging ohne Eile zum Bett und kletterte hinein. Sie bewegte sich vorsichtig und sehr steif, offensichtlich besorgt, ihn zu wecken, und in einem Moment so voller Erleichterung, dass sie sich nicht davonstahl, konnte Han an nichts anderes denken und drehte sich zu ihr um.

„Ich bin wach", warnte er durch ein Gähnen hindurch. Er richtete einige Kissen für sie. „Komm schon, mach es dir gemütlich", murmelte er. „Ist alles in Ordnung?"

Sie nickte, ihre blasse Haut leuchtete hell im Dunkeln, ihr Gesichtsausdruck war undeutlich und schläfrig. Sie räusperte sich und lehnte sich nicht wirklich zurück, sondern blieb einen Moment lang nachdenklich neben ihm sitzen. Schließlich glitt sie unter die Decke und streckte sich auf der Seite aus. Sie seufzte und sah ihn nicht an, ihre Augen waren auf seine Brust gerichtet. Er rutschte näher an sie heran und legte seine Arme um sie, zog sie an seine Brust und unter sein Kinn. Sehr leise sagte sie etwas und er brummte, neigte sein Ohr ein wenig und fragte auf diese Weise stillschweigend, ob sie es wiederholen könne. Sie räusperte sich erneut.

„Ich fühle mich ein bisschen wund", murmelte sie. Sie blinzelte. „Und ich habe…geblutet", fügte sie leise hinzu.

Han hielt sie fester und küsste ihre Stirn.

„Das ist nicht ungewöhnlich", murmelte er unbeeindruckt. Er bewegte seinen Kopf und legte sein Kinn leicht an ihre Schläfe.

„Es war erst das zweite Mal." Und dann noch einige Male, obwohl das unausgesprochen blieb. „Besser als taub?"

Sie zuckte die Achseln und sagte nichts und Han schloss die Augen.

„Leia", hauchte er nach einem Moment. „Habe ich dir wehgetan? Auf Kashyyyk?"

Leia schüttelte den Kopf.

„Bist du sicher?"

Sie lachte. Dann umklammerte sie fest seinen Bizeps.

„Für einen kurzen Moment", gab sie leise zu. „Aber…ich erinnere mich kaum daran. Es ist, als wäre dieses Stechen…", sie seufzte, „aus meinen Gedanken ausgelöscht. Das muss wohl…biologischer Imperativ sein."

Han lachte heiser. Sie drückte seinen Arm erneut, drehte sich dann vorsichtig um und ließ es zu, dass er sie sanft von hinten umschlang. Dann verschränkte sie ihre Finger mit seinen und hielt ihre Handflächen an ihr Herz, ihre Atmung verlangsamte und beruhigte sich nach und nach, während sie versuchte, wieder einzuschlafen. Sie seufzte und ihre Stimme zitterte, als sie wieder sprach.

„Ich wäre gerne wieder zurück auf Kashyyyk."

Han drehte den Kopf, seine Nase streifte ihren Nacken. Sie hatte sich dort sicherer gefühlt, friedvoll, himmlisch – so weit von jedem Konflikt entfernt, dass sie in der Lage gewesen war, sich davon zu überzeugen, dass sie glücklich sein konnte, dass es eine gute Sache war, etwas so Unerwartetes und Schönes wie Han zu finden und dass man es ihr nicht wegnehmen würde. Aber der Versuch, es mit ihm hier, in den Elendsquartieren von Ord Mantell, wiederzufinden – fühlte sich billiger und gröber an, und es hatte nichts mit Han zu tun, nur mit ihren persönlichen Dämonen und wie viel Angst sie davor hatte, sich an etwas zu binden.

Seine Finger strichen sanft durch ihr Haar.

„Hast du jemals daran gedacht, dass es vielleicht nicht Kashyyyk ist, zu dem du dich hingezogen fühlst?", fragte er rau. „Vielleicht bin ich es."

Er äußerte es mit Charme, einer weichen, koketten Selbstsicherheit, die schelmisch klingen sollte, aber unbeabsichtigt so von Hoffnung und Wahrheit erfüllt war, dass sie ernst klang und bis ins Mark ging. War es so schwer für sie, mit dem Gedanken fertigzuwerden, dass sie genauso fühlen könnte wie er? Er glaubte nicht, dass es das war – er glaubte nicht, dass sie in dieser Nacht zu ihm gekommen war, um ihm einen Gefallen zu tun; er wusste, dass sie ihre eigenen Kämpfe ausfocht, ausgetretene Pfade verließ, Wände erklomm und mit sich selbst rang, und wenn sie auf Kashyyyk irgendeine Form von Frieden gefunden hatte, versuchte sie, ihn zurückzugewinnen. Er wollte – brauchte – nur, dass sie verstand – dass er ihr das geben wollte, dass er das für sie sein wollte.

Sie war still, zu still. Sie drehte sich in seinen Armen um und schaute ihn wieder an, ihre Stirn streifte sein Kinn und ihre Augen wanderten über seinen Kiefer, seine Lippen und schließlich nach oben zu seinen.

Sie streckte die Hand nach seinem Gesicht aus und berührte ehrfürchtig seinen Hals.

„Vielleicht", flüsterte sie kühn und ihre Stimme zitterte. Unter der Decke bewegte sie ihre Hüfte gegen seine und schaute ihn mit einem offenen, flehenden Ausdruck an – einer, der ihn dazu veranlasste, sie vorsichtig am Ellenbogen zu berühren und seinen Kopf zu schütteln – „Du hast gesagt, du fühlst dich wund", warnte er.

Sie schluckte schwer.

„Besser als taub", wiederholte sie heiser und rückte näher und näher an ihn heran.

Han war aufgewühlt, sein Mund trocken, sein Kopf pochte und sein Herz raste – und er rollte sich herum, um sie wieder unter sich zu ziehen. Das bedeutete etwas, nicht? Vielleicht? Vielleicht – Schätzchen, dachte er, er wollte morgens neben ihr aufwachen und fürchtete doch, wie all das im stumpferen, grelleren Tageslicht aussehen würde – was brauchst du sonst noch von mir?

Er war so lange für sie, und nur für sie, geblieben.


Der Morgen brachte Klopfen, hektisches, aggressives Klopfen. Das anhaltende Geräusch riss ihn aus einem tiefen Schlaf und er erschrak über seine Benommenheit. Immer auf der Flucht, war er normalerweise in Millisekunden wachsam, vorsichtig und auf jede Bedrohung vorbereitet. Ruckartig drehte Han den Kopf, schob eine Hand über sein Ohr und erhob sich dann blinzelnd ein wenig. Seine erste Sorge – dummerweise wahrscheinlich – war nicht, wer klopfte und warum, sondern ob sie immer noch – ? Sie war da und rührte sich neben ihm mit der gleichen, vage alarmierten Verwirrung.

Ihre Blicke trafen sich und sie stieß den Atem aus, womit sie verknotete Haarsträhnen von ihrem Mund wegblies. Han rieb sich über ein Auge und fühlte sich irgendwie wie nach einer langen Nacht voller Alkohol, allerdings war das hier der beste Kater, den er jemals erlebt hatte – sogar wenn es später anfangen würde, wehzutun, liebte er es. Das Klopfen hielt an und Leia drehte sich mit einem nervösen Stirnrunzeln um.

„Was – ?", begann sie heiser.

Han war von ihrer frühmorgendlichen Stimme abgelenkt. Er starrte sie an, dachte über den Tag nach und dann brach ein gedämpfter Schrei durch die Tür.

Han! Han, wach auf. Bist du da drin?"

Lukes Stimme war voller Panik und unterdrückt, als würde es ihn danach drängen, zu schreien, aber er versuchte, die Nerven zu behalten. Han fluchte leise, strich seine Haare zurück und drehte sich um, um der Tür einen genervten Blick zuzuwerfen und die Augen zu verdrehen. Er fragte sich, worauf zum Teufel sich der Junge eingelassen hatte –

„Han, komm schon. Bitte – ich habe nichts von Leia gehört – sie beantwortet meine Nachrichten nicht und geht auch nicht an die Tür – und Chewie auch nicht – !" Luke schrie jetzt wirklich und klang, als wäre er den Tränen nahe.

Han rappelte sich auf und begann, sich umzudrehen und aus dem Bett zu klettern. Leias Arm schoss hervor und mit geweiteten Augen hielt sie sein Handgelenk fest. Sie schüttelte den Kopf.

„Warte – was wirst du ihm – sagen?", fragte sie entsetzt.

Han runzelte die Stirn und sah sie ungläubig an.

„Dass du hier drin bist und dass es dir gut geht", gab er zurück – die Wahrheit, in anderen Worten.

„Er darf nicht wissen, dass ich hier bin", platzte es aus Leia heraus. „Ich will nicht, dass er – ", sie brach ab.

Er fragte sich, ob es sein Gesichtsausdruck war, der sie aufhielt, und er fragte sich, wie sein Gesicht eigentlich aussah – als er sie das sagen hörte. Er biss die Zähne zusammen und schluckte schwer; das Klopfen ging weiter und Han saß auf der Bettkante und streckte die Hand aus.

„Also, was willst du, Leia?", fuhr er sie an. „Soll ich ihn denken lassen, dass wir beide tot sind? Entführt? Soll ich den Jungen ignorieren?", fragte er. „Es ist Luke." Er warf die Laken von sich, stand auf und suchte nach seinen herumliegenden Kleidern. „Es ist verdammt noch mal nicht Mon Mothma", sagte er halb zu sich selbst und Bitterkeit überwältigte seine Stimme. Sein Magen zog sich zusammen – er darf nicht wissen, dass du hier bist, hm, Schätzchen? Sith bewahre.

Han warf sich seine Blutstreifen über, ohne sich um Unterwäsche zu kümmern, und hielt sie an den Hüften zusammen, verzichtete auf einen Gürtel oder Knöpfe. Er stürmte zur Tür – das verdammte Klopfen verursachte ihm so langsam Kopfschmerzen – und nachdem er an der Tür mit der Nicht-stören-Einstellung herumgefummelt hatte, legte er die Handfläche auf das Lesegerät und sie flog mit einem sanften, klackenden Geräusch auf. Luke stand da wie versteinert, seine Faust erhoben, das Gesicht rot, die blauen Augen weit geöffnet. Sein Mund bewegte sich einen Moment lang lautlos, dann starrte er ihn finster an, senkte die Hand und stemmte sie in die Hüfte. Kurz hob Han amüsiert die Augenbrauen angesichts dieser kindermädchenartigen Bewegung.

„Es wurde verdammt noch mal Zeit", tobte Luke mit wenig überzeigender Männlichkeit. „Ich dachte, du wärst – oh, tut mir leid", meinte er und trat schnell zurück, als er Hans unordentlichen Zustand bemerkte. „Ich habe dich aufgeweckt. Oder – gestört. Ähm, na ja", er brach ab und blinzelte Han an.

Han starrte zurück; er stand in voller Größe im Türrahmen, blockierte ihn jedoch nicht ganz. Diese vertikalen Schiebetüren – sie erlaubten nicht die gleiche Heimlichkeit wie Flügeltüren. Luke seufzte und rieb sich über die gerunzelte Stirn. Er zog am Kragen seines Hemdes.

„Es tut mir leid", wiederholte er ruhiger. „Ich habe versucht, Leia zu wecken und bekomme keine Antwort, nicht mal über ihr Komlink. Sie geht sonst immer ran."

Han grunzte.

„Ihr geht's gut, Junior", erwiderte er.

„Das weißt du nicht", drängte Luke eindringlich. „Und sie – sollte ohnehin nicht alleine auf Ord Mantell herumlaufen."

Han sah ihn eine Weile an, dann trat er zur Seite und nahm die Hand vom Türrahmen. Er drehte demonstrativ den Kopf und deutete auf das Bett, wobei er die Hose immer noch an seiner Taille festhielt. Leia hob den Kopf und sah Luke kühn an – sehr kühn, wenn man bedachte, wie sehr sie sich dagegen gewehrt hatte. Sie hatte die Decke über ihre Knie und um ihren Brustkorb gezogen, aber es war klar, was vor sich gegangen war und Han gab Luke nur kurz Zeit, die Situation zu registrieren, bevor er wieder vor Leia trat.

„Siehst du, alles in Ordnung", murmelte er und fühlte sich plötzlich leer. Er sah den verletzten Ausdruck in Lukes Augen und konnte nicht einschätzen, ob er aus Schock verärgert war oder weil er immer noch ein wenig für sie schwärmte. Es gefiel ihm nicht, wie rachsüchtig er sich gerade gefühlt und wie er fast schon damit angegeben hatte, mit Leia geschlafen zu haben – vor allem, wenn er nicht so mit ihr zusammen war, wie er es eigentlich wollte, nicht, wenn sie ihn nicht näher an sich heranließ. „Ihr geht's gut", wiederholte er.

Luke biss die Zähne zusammen. Er starrte Han lange an, dann zuckte er die Achseln und sein Gesichtsausdruck wurde unergründlich. Han streckte die Hand aus, um sich angespannt durch die Haare zu fahren und schenkte ihm ein sorgloses Grinsen – zwang sich dazu. Er nickte Luke zu.

„Wir sehen uns später, okay, Luke?", bot er an.

Luke zuckte erneut die Achseln, nickte und machte auf dem Absatz kehrt – zufrieden, dass keiner von ihnen tot war, zog er sich mit leicht gebeugten Schultern den Flur hinunter zurück. Han sah zu, wie er flapsig die Tür zu seinem eigenen Raum bediente und ging erst wieder zurück in seinen, als Luke sicher aus dem Flur verschwunden war. Mit einem Schritt zurück drehte Han sich zum Bedienfeld und schloss langsam die Tür. Er sah zu, wie sie herunterglitt, einrastete, und fuhr dann mit der Hand über den Spalt zwischen der Tür und der Wand, seine Fingerknöchel wurden weiß, als er still da stand und darauf starrte. Er wandte sich ihr wieder zu und zog seine Hose über die Hüften nach oben, indem er die Daumen in die Gürtelschlaufen hakte.

Er rieb sich über den Kiefer, dann sah er nach unten, um den Reißverschluss nach oben zu ziehen und die Schnalle zu befestigen. Die Hose blieb oben, tief auf den Hüften liegend, und er ließ seine Arme an den Seiten herunterhängen und sah sie ausdruckslos an. Dann zuckte er grob mit den Achseln.

„Fühlst du dich wegen mir schlecht oder so?", fragte er schwermütig.

Leia hob den Kopf von den Knien, während eine ihrer Hände angespannt die Laken knetete. Sie schürzte die Lippen, schluckte schwer – und ihre Augen weiteten sich, glitzernd und feucht. Er entschied abrupt, dass er die Antwort nicht hören wollte – warum sollte er sich die Mühe machen? Warum sollte sie für ihn in Worte fassen, warum sie Kashyyyk ignorieren und das hier vor Luke verstecken wollte? Er winkte grob ab, schritt dann vorwärts, bückte sich, ergriff sein Hemd und zog es über den Kopf, als er ohne ein weiteres Wort ins Badezimmer stürmte.

Er drehte das Wasser am Waschbecken auf und beugte sich vor, um sich Wasser ins Gesicht zu spritzen und seinen Mund auszuspülen. Ausspuckend nahm er ein Papierhandtuch, rieb seine Haut trocken und warf es dann in den Mülleimer. Daneben bemerkte er ein Handtuch auf dem Boden, von kränklicher, hellbeiger Farbe und mit getrocknetem Blut befleckt. Er beugte sich vor, griff danach und hob es mit einem resignierten Gefühl auf. Alles – alles hieran war so viel weniger – er wusste das Wort nicht; Leia würde es wissen, aber das hier war nicht Kashyyyk. Er hatte gedacht, er hätte auf Kashyyyk eine Verbindung hergestellt, die Grundlagen geschaffen, und jetzt –

„Han", sagte sie, während sie neben ihm im Türrahmen erschien und sich gegen die Wand lehnte – sie klammerte sich daran, weil sie eine Stützte brauchte. Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und schluckte schwer, als er sich zu ihr umdrehte. Er legte das Handtuch auf den Rand des Waschbeckens. „Nein", antwortete sie sanft. „Ich fühle mich nicht schlecht wegen dir." Sie biss sich auf die Lippe und hob ihre Schulter an. „Du sorgst dafür, dass ich mich gut fühle."

Han stütze sich auf seine Handfläche auf und zuckte fahrig mit den Schultern. Er schüttelte den Kopf und hob einen Einwegrasierer auf, als wolle er sich rasieren – weil er seine Hände beschäftigen musste. „Ich glaube nicht, dass du verstehst, was ich zu sagen versuche", murmelte er. Er begann, sich wegzudrehen, und dann wandte er sich ihr wieder zu, seine Augen blitzten. Er hob den Finger und deutete auf sie. „Weißt du, es ist – natürlich ist es – ja, es fühlt sich gut an, wenn ich meine Zunge zwischen deinen Beinen habe, Hoheit, aber das ist nicht das, was ich meine."

Leia zuckte zusammen und nickte.

„So ist es nicht", wiederholte sie, diesmal bestimmter. „Ich fühle mich nicht schlecht wegen dir."

Er atmete schwer aus und legte den Kopf zurück, ein Muskel zuckte in seinem Kiefer.

„Was ist dann dein Problem? Was kümmert es dich, wenn Luke davon weiß?", verlangte er.

„Es ist privat", murmelte sie nervös.

Er ließ den Rasierer wieder fallen.

„Warum ist das nur ein Thema, wenn wir nicht auf Hoth sind?", fuhr er sie an und deutete zwischen ihnen hin und her. Er drehte sich um, um sie anzusehen, sie standen sich im Türrahmen genau gegenüber und Leia blickte zu ihm nach oben – sie sah zweimal so klein aus, wie sie es eigentlich war, und es störte ihn. Er konnte diese Angewohnheit nicht ablegen, weil er so sehr von ihr auserwählt werden wollte, wie er in ihrer Gegenwart sein wollte, ihre Aufmerksamkeit haben wollte – um jeden Preis.

Entweder konnte oder wollte sie nicht antworten, sie starrte ihn nur stumm an. Mit zitternden Händen rieb er sich über die Stirn, senkte dann die Hände und ballte sie zu Fäusten, um sein Temperament zu zügeln.

„Du denkst, dass ich nicht gut genug für dich bin, oder?"

Hektisch trat sie einen Schritt nach vorne und berührte seine Rippen. Heftig schüttelte sie den Kopf.

„Ich glaube, dass du gut genug bist, ich denke, du bist zu gut", erwiderte sie, ihre Worte ein Durcheinander, das sich in ihrer Kehle verfing. Tränen traten ihr in die Augen und Han schob sanft ihre Hand weg, immer noch frustriert.

„Das ist auch idiotisch", murmelte er verlegen – er war nicht zu gut für sie, was zur Hölle? Seine Brust begann zu schmerzen. Er drehte sich um, schaute auf das blutbefleckte Handtuch und wandte sich ihr mit einem schweren Seufzen wieder zu. „Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?", fragte er und deutete darauf. Leia folgte seiner Hand mit den Augen und nickte flüchtig. „Es wäre schön, wenn ich dich noch etwas anderes als Schmerz fühlen lassen könnte", spottete er.

„Das tust du", platzte es schließlich aus ihr heraus. Sie schnappte nach Luft, als hätten die Worte sie verletzt. „Ich habe Kashyyyk gebraucht, ich habe letzte Nacht gebraucht, ich, ich", stammelte sie.

„Warum muss es mir wehtun, damit du dich besser fühlst?", forderte Han mit erhobener Stimme. „Wie kann das fair sein?"

„Das ist es nicht!", rief Leia heiser. „Ich versuche es, ich gebe mir Mühe, ich gebe mir solche Mühe, Han!"

Sie flehte ihn mit weit geöffneten Augen an, und selbst wenn er sich dabei etwas vormachte, fühlte er, dass das etwas war und seine Wut verrauchte. Er konnte sie nicht mehr anschreien, er hatte keine Energie mehr, dagegenzuhalten. Nach Kashyyyk hatte er sich sehr zurückgezogen, vielleicht musste er wieder an ihr dranbleiben, mit mehr Selbstbewusstsein. Wenn er wüsste, was sie zurückhielt – aber sie schien ihm nichts sagen zu können, nicht, wenn es wichtig war. Sie war so begabt mit Worten und Reden und Debatten, aber wenn sie beide alleine waren, war Leia einfach, sie war einfach –

Verängstigt, dachte er matt.

Er trat vor und legte seine Hände zärtlich an ihre Wangen. Er neigte ihren Kopf nach oben und küsste sie unter beide Augen und auf die Stirn, während er einen tiefen, beruhigenden Atemzug nahm. Er könnte sich zurücknehmen, um sich zu sammeln – und sie zur Ruhe kommen lassen – und sie würden diesen Tag hinter sich bringen und dann, später, würden sie –

„Okay", murmelte er ziemlich rau. „Okay. Wir werden reden."

Er trat zurück und sah weg. Er war irritiert. Er streckte die Hand nach der Badezimmertür aus, lächelte sie angespannt an, schloss sie dann direkt vor ihr und wandte sich einen Moment lang ab. Er presste die Zähne aufeinander, knirschte mit ihnen, bis es wehtat und ließ sich dann auf den Rand des Waschbeckens sinken. Er würde eine Entscheidung in Bezug auf seine eigene emotionale Gesundheit treffen müssen und er hasste – er hasste es, verdammt noch mal. Wenn das hier nicht passiert wäre, wären sie vielleicht in der Lage gewesen, in dem sich langsam entwickelnden Tempo weiterzumachen, in das sie nach Kashyyyk verfallen waren – aber was sie fühlten, war stärker als jeder von ihnen, und es hielt sie gefangen und riss ihn auseinander. Er rieb sich fest über die Stirn und nahm ein paar beruhigende Atemzüge.

Dann stand er auf und griff wieder nach dem Rasierer. Er würde den morgendlichen Bartschatten entfernen und dann würden sie –

Er hörte eine Tür im Hauptraum, Gerangel und – einen dumpfen Schlag. Er ließ den Rasierer fallen und wirbelte zu einem der Haken an der Wand herum, wo er seinen Gürtel und seine Waffen am vorigen Abend aufgehängt hatte, bevor er ins Bett gegangen war. Er zog den Blaster im selben Moment aus dem Halfter, in dem Leia einen hohen, unwillkürlichen Schrei ausstieß, hatte die Tür in Sekundenschnelle geöffnet und stürmte mit erhobener Waffe in den Raum.

Er stand Leia gegenüber, sie kniete vor ihm, ihr Kopf wurde von einem reptilienartigen Griff und der Mündung eines Gewehrs nach vorne gedrückt, die sich in ihr Haar grub und es ordentlich in der Mitte teilte. Der Kopfgeldjäger hielt sie in der perfekten Definition einer Hinrichtungshaltung fest und Han hatte Schwierigkeiten, seinen Blaster gerade zu halten, weil seine Sicht verschwamm, während er versuchte, sich auf die finstere Gestalt zu konzentrieren, die hinter ihr stand.

Sein Herz sackte ihm in die Hose und es fühlte sich an, als wäre der Rest von ihm ebenfalls durch den Boden gesunken. Er fühlte sich leer und hohl – wenn dieses Ding ihr auch nur ein Haar krümmte, würde er – wenn es etwas gab, das er tun könnte, würde er –

„Du hast Glück, dass Jabba dich lebendig haben will, Solo. Lass die Waffe fallen und komm mit mir", Leia stöhnte, als der Kopfgeldjäger ihren Kopf mit dem Gewehr weiter nach unten drückte, „oder die Schlampe bekommt es zu spüren."

– während er nachdachte, so schnell er konnte, sogar als die unmögliche Szene sich vor ihm abspielte, hob er beide Hände und nahm den Finger vom Abzug des Blasters, weil er alles für sie tun würde.