A/N: Meine OC Mireya ist über 30 und figurmäßig eher Ashley Graham als Keira Knightley. Ich finde es furchtbar, dass es nur noch Geschichten gibt, in denen ü40 Männer nur noch u25 Frauen toll finden dürfen. Vielleicht fließt da ein wenig MarySue-Gehabe meinerseits ein, da ich halt auch besser in die Rolle der garstigen Schwiegermutter passe, als in die der heißen notgeilen Studentin :D

Zum Update-Rhythmus kann ich nichts sagen, da ich im systemrelevanten Schichtdienst in leitender Funktion arbeite (ja, damit darf man auch mal angeben :D) Ich habe ein paar Kapitel vorrätig, aber ich hänge auch hin und wieder, weil mir Letho teilweise zu "weich" wurde. Ich bin absolut offen für Kritik, nur kann ich mich verbessern. So. Weiter geht´s.

Kapitel geändert am 8.6.2020

Er konnte sich fast nicht mehr erinnern, wann sich zuletzt eine Frau freiwillig in seiner Anwesenheit entkleidet hatte. Bordelle mochte er noch nie, denn im Gegensatz zu dem ritterlichen Vorzeigehexer Geralt von Riva, dem alle Huren hinterherschmachteten, stanken Weiber in seiner Nähe grundsätzlich nach scharfem Angstschweiß.

Die letzte Nutte, die er – natürlich im Voraus bezahlt – für drei Nächte buchen konnte, hatte sich trotz seiner Mühen, auch ihr Vergnügen zu bereiten, während seines ersten postkoitalen Schläfchens davon gemacht. Als er von der Wirtin Ersatz verlangte, warf sie ihm seine Geldkatze vor die Füße und drohte ihm mit den Stadtwachen, wenn er nicht sofort verschwand und nie mehr wiederkam. Er verließ das Etablissement durch die Hintertür und schwor sich, das nächste Mal eine Ziege zu benutzen. Der durch die Mutationen verstärkte Trieb machte es ihm nicht leicht, so enthaltsam zu leben, aber entgegen aller Gerüchte um seine Person oder seiner Gilde, drängte er sich Frauen nicht auf. Niemals.

Sein Schwanz wurde steinhart, als er das wohlige Seufzen der drallen Frau, die er gerettet hatte, hörte. Er beneidete das warme Thermalwasser, das sich um ihren üppigen Körper schmiegen durfte.

Mireya musste ihre Kleidung verbrennen, soviel stand fest. Der Hexer hatte sich, nachdem er die Grotte inspiziert hatte, am Eingang postiert und kniete mit dem Rücken zu ihr auf dem Boden. Sie riss sich die schmutzstarrenden Fetzen ihres ruinierten Rockes vom Leib und hoffte sehr darauf, dass es richtig war - im Gegensatz zu ihrem Gatten - dem Hexer zu vertrauen.

Das aus der Erde sprudelnde Salzwasser der heißen Quelle hatte im Laufe der Zeit eine Art kreisrunder Badewanne geformt, bevor es in einem dünnen Rinnsal die Grotte verließ. Mireya hatte sich darin zuerst den gröbsten Schmutz abgespült und genoss jetzt die Wärme im Becken. Sie hatte ein wenig Seife und einen kratzigen Waschlappen mitgebracht und schrubbte so lange ihre Haut ab, bis sie schmerzhaft brannte. Widerlich dieser Geruch. Gammliges Moorwasser gemischt mit Verwesung. Als der Hexer die Ertrunkenen in Stücke gehackt hatte, waren Teile von ihnen bis zu ihr gespritzt.

Auch er stank fürchterlich. Sie versuchte seine merkwürdige Kleidung im Schein der Fackel abzusuchen. Wahrscheinlich würde er seine Sachen auch verbrennen müssen. Ihr prüfender Blick wanderte über seine unglaublich breiten Schultern. Sie bemerkte zwei leere Schwertscheiden, die an seine – man könnte sagen, Rüstung – gegurtet waren und fragte sich, wo er seine Waffen aufbewahrte. Er schien kein Pferd zu besitzen. Außer seiner zahlreichen Messer und den merkwürdig schimmernden Dolchen hatte er nur einen schwarzen Umhang dabei, der ihm ein noch schaurigeres Auftreten verlieh. Hässliche Narben konnte sie an seinen gewaltigen, nackten Oberarmen erkennen, aber die v-förmige auf seiner Stirn, sah am fürchterlichsten aus. Ob jemand versucht hatte, ihn zu skalpieren? Ihr Blick wanderte an seiner ruhig atmenden Gestalt herunter. Er hatte die grobschlächtigen Hände auf seine Oberschenkel gelegt und schien zu ruhen. Wie konnte er solange in dieser unbequemen Position verharren? Völlig still und offensichtlich entspannt. Sie sah wieder hoch zu seinem Stiernacken und sie erschrak. Über die linke Schulter beobachtete er sie dabei, wie sie ihn anstarrte. Ertappt errötete sie und ließ sich noch etwas tiefer in das warme Wasser sinken.

„Danke nochmal. Ihr wart zur rechten Zeit am rechten Ort", sagte sie leise und verschränkte vorsichtshalber die Arme vor der Brust. Zwar war das Wasser milchig trüb, aber sie konnte sich vorstellen, dass er mit diesen Katzenaugen deutlich besser sehen konnte, als ihr lieb war. Er nickt nur kurz und blickte wieder geradeaus. Die merkwürdige Stille machte sie nervös. Sie murmelte fertig zu sein und stieg blitzsauber aus der natürlichen Badewanne.

Mist, ihre frische Kleidung lag in seiner Nähe. Er spannte sich merklich an, während sie mit patschenden Schritten auf ihn zukam. Sie musste lächeln, als sie ihre trockene Kleidung anzog. Seine Kiefer mahlten. Er kämpfte offensichtlich dagegen an, sich zu ihr umzudrehen. Soweit sie wusste, führten Hexer ein einsames Leben ohne Freunde und Familien. Aber eigentlich wusste sie nicht wirklich viel über die Monstertöter. Sie glaubte lange nicht alles, was sich verängstigte Dörfler über sie erzählten und erst recht konnte man den Gesängen der umherziehenden Barden keinen Glauben schenken. Als sie sich vollständig angezogen hatte, erhob sich der bullige Mann mit einer fließenden Bewegung und drehte sich zu ihr um. Unverkennbare Lust lag in seinem Blick. Während er an ihr vorbei ging, konnte sie hören, wie er prüfend die Luft einzog. Schnupperte er an ihr?

Ihr Puls beschleunigte sich. Ihre rechte Hand fuhr zu einer nassen Strähne ihres frisch gewaschenen Haares und sie wickelte sie sich nervös um ihren Finger. Erstaunt stellte sie fest, dass der Hexer begann, sein Gurtzeug abzulegen. Da sie es nicht wagte, die kurze Strecke allein zurück zu gehen, war es nun an ihr, sich respektvoll abzuwenden. Doch zuerst sah sie fasziniert zu, wie er zahlreiche, verborgene Messer aus diversen versteckten Taschen und seinen kniehohen Stiefeln zog. Als er nur noch seine dunkle Hose und sein ärmelloses Leinenhemd trug, begriff Mireya, dass es ihm nichts ausmachte, sich vor ihr auszuziehen und wandte sich schnell ab. Sie hörte ein lautes Platschen und dann war es eine Zeitlang ganz still in der Grotte.

Nach einigem Zögern drehte sie sich um und stellte verwundert fest, dass das Becken leer war.

Nervös näherte sie sich dem Becken und sah sich in alle Richtungen um. Ihr Herz blieb fast stehen, als der wuchtige Oberkörper des Hexers aus dem Wasser schnellte und sie weit zurückwich. Er fuhr sich mehrfach mit der Hand über sein Gesicht und den kahlrasierten Schädel. Nachdem auch er sich mit ihrer Seife gewaschen hatte, lehnte er sich an den hinteren Beckenrand an und legte seine beeindruckenden Arme auf dem Rand ab. Er legte den Kopf nach hinten und schloss für eine Weile die Augen.

Mireya konnte nicht anders, sie musste ihn einfach betrachten. Eduar war schon immer ein schmerbäuchiges Weichei gewesen, der ihr mit seinen Schwabbelarmen nur unzureichend beim Verladen der Schnapsfässer helfen konnte. In Zeiten des Krieges war es für eine Frau aber allemal besser, einen schlechten Ehemann zu haben, als gar keinen. Liebe oder gar Lust empfand sie in Eduars Nähe allerdings nicht wirklich. Immerhin schien es ihm ähnlich zu gehen, denn in den Jahren ihrer Ehe befasste er sich mittlerweile lieber mit ihrem Schnaps als mit den ehelichen Pflichten.

Ein lautes Geräusch riss sie aus ihren Gedanken, der Hexer hatte sich aus dem Becken geschwungen. Verlegen drehte Mireya ihm den Rücken zu. Sein völlig fehlendes Schamgefühl ob seiner Nacktheit irritierte sie zutiefst. Als er seine einigermaßen sauber gebliebene Hose anhatte, raffte er die restlichen Sachen zusammen und ging an ihr vorbei hinaus. Sie nahm schnell die Fackel in die Hand und folgte seinem breiten, nassglänzenden Rücken durch die Nacht zurück zu ihrer Hütte.

Sie schliefen bis spät in den Mittag hinein. Der Hexer hatte seine Sachen in der Pferdetränke gewaschen, über den Zaun zum Trocknen aufgehängt und war im Stall geblieben. Mireya musste immerzu an den raubtierhaften Blick denken, den er hin und wieder über ihre Figur gleiten ließ. An die fingerdicken Venen, die sich über seine muskulösen Arme schlängelten. Es löste ein Kribbeln in ihr aus, was sie erstaunte. Sollte sie nicht eigentlich Furcht empfinden? Dieser Kerl war muskelbepackt wie ein Bär und ihn umgab eine Aura roher, brutaler Gewalt. Trotzdem hatte er sich bisher ihr gegenüber anständig und respektvoll verhalten. Im Gegensatz zu ihrem Gatten.

Eduar war vor einiger Zeit erwacht und kommandierte sie nun, verletzt und hilflos wie er war, ständig herum. Immerhin konnte er sich nicht an den Schlag gegen seinen Kopf, den der Hexer ihm verpasst hatte, erinnern. Das hätte die Situation nur unnötig verkompliziert. Eduar schaffte es die Anwesenheit des anderen Mannes zu ignorieren, solange er ihn nicht sah. Mireya bereitete ein einfaches Stew zu und ging zum Stall hinaus, um den Hexer zum Essen einzuladen.

Der Stall war leer.

„Meister Hexer?", rief sie und stieg die Leiter direkt neben dem Tor, die zum Heuboden führte, halb hinauf. Merkwürdig, wo war er nur hin?

Er musste schwer schlucken, als er zurück in den Stall kam. Er war dabei seine mittlerweile getrockneten Sachen anzulegen, als er plötzlich die Dame des Hauses direkt vorm Gesicht hatte. Sie stand leicht nach vorne gebeugt auf der Leiter und streckte ihm ihren nur mit einem dünnen Rock bekleideten Prachtarsch entgegen. Er räusperte sich und sie rutschte erschrocken von der Sprosse ab. Er fing sie auf indem er ihre Taille mit einem Arm umfasste und ließ sie vorsichtig an sich herunterrutschen, bis sie sicher auf dem Boden stand. Peinlich berührt wandte sie ihren Blick ab. So an ihn gepresst konnte sie die Konturen seines warmen Körpers genauso deutlich spüren, wie er ihre.

„Das Essen ist fertig", stotterte sie verlegen und befreite sich aus seinem Griff. Ihr Herz raste und ihr wurde sehr warm.

„Die beiden Schnallen unter meiner Kapuze... Machst Du sie für mich zu?"

Natürlich war er in der Lage, sie selbstständig zu schließen, aber er hatte natürlich bemerkt, wie nervös er sie machte und es gefiel ihm, dass er an ihr bisher noch keine Furcht riechen konnte.

Sie schluckte krampfhaft und musste sich auf die Zehenspitzen stellen, um hinter seinen Nacken zu gelangen. Ihr war bewusst, dass es einfacher gewesen wäre, wenn er ihr den Rücken zuwenden würde, doch das schien ihm nicht in den Sinn zu kommen. Ihre Arme waren nicht lang genug, um ganz um ihn herum zu reichen. Er hob seine Hände und zog sich die Lederkapuze über den Kopf, um ihr leichteren Zugang zu ihrem Verschluss zu ermöglichen. Sie lehnte sich leicht an ihn und er zog scharf die Luft ein, als sich ihr üppiger Busen gegen seinen Oberkörper drückte. Endlich hatte sie alles verschlossen und wich einen Schritt zurück. Er sah sie weiterhin mit diesem durchdringenden Blick an, während er sich bückte, um die Manschette um seinen Oberschenkel zu befestigen.

Aus dieser Position konnte er den einladenden Duft ihres Schoßes wahrnehmen, was ihm fast die Beherrschung raubte. Ihr Magen knurrte leise, was ihn daran erinnerte, weswegen sie eigentlich hergekommen war. Er nickte Richtung Hütte und forderte sie somit auf, voran zu gehen.

Je näher er dem kleinen Haus kam, umso mehr verfinsterte sich Eduars Gesicht. Er hasste den Hexer aus vollem Herzen und es gefiel ihm gar nicht, wie dieser Mutant seine Gattin angeiferte. Er nahm einen großen Schluck Schnaps und knallte die Flasche auf den Tisch, als der riesige Hexer eintrat. Mireya ließ sich davon nicht beirren und füllte drei Holzschalen mit der dicken Fleischsuppe. Sie aßen eine Weile schweigend, während Eduar versuchte, den Hexer mit Blicken zu erdolchen. Allerdings hatte er gegen die Katzenaugen des Hexers keine Chance. Bald schon senkte er seinen Blick und auch der Hexer konzentrierte sich auf seine erste richtige Mahlzeit seit langem. Als er seine dritte Schale geleert hatte, lehnte er sich zufrieden zurück und bohrte seinen Blick wieder in Eduars Schädel. Mireya erhob sich, um den Tisch abzuräumen. Eduar packte sie am Handgelenk und zog sie auf seinen Schoß, drückte ihr einen nassen Kuss auf die Lippen und packte sie fest am Hintern.

„Ja, ein Prachtweib ist sie, meine Frau", verkündete Eduar leicht lallend und drückte sie noch fester an sich, während er schmatzend an ihrem Hals herumlutschte. Mireya befreite sich beschämt, rückte ihre Kleidung zurecht und räumte den Tisch ab. Was sollte auf einmal diese Reviermarkiererei? Eduar gab ihr einen lauten Klaps auf den Po und lachte dreckig. Leicht angewidert wusch Mireya das Geschirr ab und hörte, dass der Hexer eins seiner Wurfmesser zwischen den Fingern wirbelte. Eduar leerte die Schnapsflasche und verlangte schmerzstillende Kräuter von seiner Frau. Sie seufzte und ging hinaus zu dem Kräuterbeet, was sich hinter der Hütte befand. Tomira, die seit Monaten versuchte, ihre Ausbildung zur Heilerin doch abzuschließen, hatte ihr die Hütte überlassen, mit der Bedingung, dass der Kräutergarten erhalten blieb. Als Mireya sich umdrehte, berührte ihre Nasenspitze fast die Brust des Hexers. Erschrocken ließ sie ihr kleines Sträußchen fallen. Sie hatte ihn nicht kommen hören. Wie konnte ein so massiger Mann sich nur so leise bewegen?

„Wieso bleibst Du bei dieser Pfeife?", fragte er Mireya leise. Sein tiefer Bass vibrierte in ihrer Brust.

„Ich habe niemanden, außer ihm, Meister Hexer", antwortete sie und hob die Kräuter auf. Er widerstand nur schwer dem Impuls, ihr Gesicht gegen seinen Schritt zu drücken.

„Ich bin schon lange kein Hexer mehr", sagte er und reichte ihr noch ein paar andere Blätter. „Die sorgen dafür, dass dein Liebling lange schläft."

Sie nahm die aromatisch duftenden Kräuter und berührte versehentlich seine Handfläche mit ihren Fingerspitzen. Seine Pupillen weiteten sich ruckartig wie bei einer Katze, die Beute erblickte. Er wandte sich schnell ab und Mireya begab sich zur Feuerstelle im Haus, um Teewasser aufzusetzen. Eduar drückte auf seinem blaugeschwollenen Unterarm herum und schloss immer wieder die Finger seiner gesunden Faust. Als der Kräutersud fertig war, nahm er den Becher von Mireya entgegen und leerte ihn auf den sauberen Holzboden aus. Wütend warf er den Becher nach ihr.

„Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich mich von dem da vergiften lasse!" Er erhob sich und fuchtelte drohend mit seiner gesunden Hand vor Mireyas Gesicht herum. „Solche… Tiere seiner Art haben immer unlautere Absichten, Du dumme Kuh. Immer! Was glaubst Du, warum der Dir hilft? Bestimmt spioniert er uns aus. Der wartet doch nur darauf, dass ich mein Geldversteck aufsuche, um einen neuen Scheißgaul zu kaufen und dann tötet er uns beide… Wobei… Für Dich fällt ihm vielleicht noch was anderes ein!", brüllte er sie an und Mireya erbleichte. Eduar hatte schon irgendwie Recht. Es wunderte sie auch ein wenig, dass der Hexer so hilfsbereit war. Noch mehr wunderte es sie, dass ihr Gatte neuerdings so besorgt und besitzergreifen tat. Was war nur mit ihm los? So kannte sie ihn gar nicht. Klar, er war nicht der beste Ehemann, aber so eifersüchtig und fast beschützend hatte sie ihn eigentlich noch nie erlebt. Eduar schwankte an ihr vorbei hinaus zum Abort.

Mireya sah aus dem kleinen Fenster zu, wie der Hexer seine Ausrüstung in seinen verborgenen Taschen verstaute und sich auf einem Strohhalm kauend ans Stalltor lehnte.