A/N: Sorry, da ich keinen Beta-LeserMensch habe (und auch keinen will :P) ändere ich hin und wieder Kleinigkeiten in vorherigen Kapiteln, auf die ich in Reviews aufmerksam gemacht werde. Es ist nie handlungsändernd. Oder Fehler im Layout werden behoben.

Das folgende ist nur für die Leser wichtig, die vor dem 8.6.2020 angefangen haben dieser Geschichte zu folgen:

Sorry, ich habe ein paar Sachen geändert. Nichts Wichtiges, nur das, was Letho etwas weniger ooc macht und etwas besser erklärt, warum er dort in der Gegend bleibt. Erneut lesen könnte es also flüssiger/logischer für euch machen…

11.6.2020 Änderung des Steckbriefs, damit es für Eduar klarer wird, dass Letho drauf ist.-Manti

Irgendwie hatte er das Bad ohne Blutsturz überstanden. Ein, zweimal wäre Mireya fast ohnmächtig geworden, was ihn dazu gezwungen hatte, ihr verdammt nah zu sein, aber ansonsten hatte auch sie die Hitze gut verkraftet. Immerhin war sie jetzt nicht mehr so schmutzig. Am Schluss hatte er sie in seinen Umhang gewickelt auf den Rand gelegt. Seine klatschnassen Sachen ließ er vorerst in der Grotte zurück.

Diesmal hatte er die Hausherrin ins Bett verfrachtet und sie hatte selbst den Verband an ihrem Bein erneuert. Die Bisswunden waren sehr weit oben an der Außenseite ihres linken Schenkels und er wollte seine sowieso schon dünne Selbstbeherrschung nicht weiter strapazieren. Sie schlief jetzt und Letho kniete sich in die geöffnete Eingangstür. Ein kurzer Blick bestätigte ihm, dass es heute genau Mitten in der Nacht Zeit war, einen Teil seiner ganz persönlichen Quest zu beenden. Er begann mit seiner Meditation, um die Zeit schneller verstreichen zu lassen und um seine Kräfte zu sammeln. Noch ungefähr zwei Stunden. Interlunarisveilchen waren sehr selten und erschienen ausschließlich an einem Ort der Macht und auch nur, wenn der Nachthimmel nicht von Mondlicht erhellt wurde. Hier ganz in der Nähe westlich der Hütte gab es einen solchen Ort und Letho hatte bereits überprüft, ob es dort das magische Blümchen überhaupt gab. Traurig hängende, unscheinbare Blütenköpfe hatte er erkennen können, mehr nicht. Erst, wenn sie nicht vom Mondlicht unterdrückt wurden, erstrahlten die kleinen Kelche in kräftig leuchtendem, milchig-silbernen Weiß. Mondfarben eben. Mit einigen anderen, genauso seltenen Zutaten gemischt und in ein seltenes Metall geschmiedet, sollte ein spezieller Runenschmied, der auch ordentlich Magie im Blut hatte, in der Lage sein, ein neues Hexermedaillon für ihn herzustellen. Zumindest hatte besagter Schmied das behauptet. Da Letho Magiern generell nicht traute, freute er sich schon fast darauf, den Alten wieder aufzusuchen, falls das Medaillon nicht funktionierte. Seit er sein ursprüngliches Medaillon Vester sozusagen überlassen hatte, damit der seinen Tod beweisen konnte, fehlte ihm etwas. Er fühlte sich merkwürdig nackt. Vielleicht war das auch der Grund gewesen, warum das magisch verdorbene Rudel es so nah an ihn herangeschafft hatte. Er vermisste die warnende Vibration auf seiner Brust.

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Ein paar Jahre früher…

„Wie lange fickst Du sie jetzt schon?", fragte eine dünne Männerstimme. „Lange genug, um Dich neidisch zu machen", antwortete Eduar grinsend und sonnte sich in der Aufmerksamkeit der Hilfsarbeiter, die ihm unterstanden. Nach Feierabend hockten sie oft im Brennkeller und verkosteten den frisch abgefüllten Schnaps. Der Boss hatte ihm eine ganze Horde Männer unterstellt, denn er wurde langsam krank und schwach. Eduar war froh, jetzt die Drecksarbeit an seine Handlanger abschieben zu können, er hasste nichts mehr als körperliche Arbeit. Er empfand das als Verschwendung seiner Talente. Zum Fässer rollen war er eindeutig zu schlau. Er hatte sich selbst gewundert, wie leicht es war, die Tochter des Hauses ins Bett zu kriegen. Ein bisschen Süßholzgeraspel, ab und zu ein kleines Sträußchen wilder Blumen und sich ihr Geheule wegen ihres strengen Vaters anhören und dabei kräftig nicken und schon konnte er sie nach Lust und Laune besteigen. Ihr Körper war zwar deutlich fleischiger, als der der Huren im Dorf, doch da sie regelmäßig ausritt, war sie untenrum deutlich enger als alle Frauen, die er je unter sich hatte. Leider war sie völlig ohne Fantasie oder Raffinesse, es langweilte ihn schon länger, sie zu ficken. Da konnte er sich auch ein Loch in ´nen Baum bohren. Die neidischen Blicke der Jungs hingegen… Unbezahlbar. Sie hielten ihn für einen echten Frauenheld, weil sie selbst zu blöd waren, die Weiber so zu bearbeiten, dass sie freiwillig in ihr Bett sprangen. Dabei war das bei den dummen Dorfmägden so einfach. „Ihr hättet ihr Gesicht sehen sollen, als ich ihr gestern Nacht befohlen hab, ihren Prachtarsch rauszustrecken!" Die Männer grölten und klatschten dem Wortführer Beifall. Eduar kippte sich stolz grinsend den restlichen Schnaps die Kehle hinunter und sagte allen Gute Nacht. Als er begann die breite Treppe hinauf zu schwanken, bemerkte er Mireya nicht, die mit Tränen in den Augen in ihr gemeinsames Schlafzimmer flüchtete.

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Mireya hatte starke Schmerzen. Ihre Schulter brannte wie Feuer, die Verbände an ihrem Oberschenkel waren schon wieder durchgenässt und sie fühlte sich fiebrig. Sie trank noch eine Tasse Suppe und begann sich zu fragen, wo der Hexer abgeblieben war. Oder ihr Gatte… Eduar war jetzt schon viel zu lange weg. So lange brauchte man nicht mal bis zum Dorf, wenn man auf allen Vieren kroch. Ihre steigende Körperwärme bestätigte ihr, dass die Bisswunden sich entzündet hatten. Ganz zu schweigen von dem Geruch, den die Wunden verströmten… Verdammt, wo steckte Eduar denn? Ob ihm etwas passiert war? Immerhin wurden sie schon einmal von Monstern angegriffen. Dass sie einmal so abhängig von Eduar war, gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie war es gewohnt, für sich selbst zu sorgen. Sonst wäre sie in ihrer Jugend untergegangen. Ihr Vater hatte sich hauptsächlich um seinen eigenen Kram gekümmert und da Mireya große Angst gehabt hatte, er käme auf die Idee, sie seinen vielen Handlangern als Hure anzubieten, hielt sie sich so gut es ging fern von ihm. Einzig Eduar hatte sie damals vertraut und er schien zu genießen, dass er der Einzige war, der sie berühren durfte. Bis zu jenem Abend, als sie ihm, frisch verliebt, wie sie war, etwas zu Essen in den Keller bringen wollte und hören konnte, wie er vor der gesamten Belegschaft über sie redete. Etwas in ihr zerbrach. Sie war schrecklich verliebt in ihn gewesen. Seitdem gab sie sich ihm nur ungern hin und war sehr erleichtert, als sich sein Interesse immer mehr den Geschäften zuwandte als seiner Gattin. Da ihr Vater drauf bestanden hatte, dass der Betrieb in der Familie blieb, hatte sie Eduar trotz allem, was vorgefallen war heiraten müssen. Ihr Vater starb zwei Jahre nach der Hochzeit, sein Bauch voller Wasser und seine Haut die typischen rötlichen und blauen Verfärbungen eines langjährigen Säufers aufweisend. Sein Geist war schon lange nicht mehr bei ihm und Eduar hatte längst die Führung der Brennerei übernommen. Und kurzzeitig ging es ihnen sogar recht gut. Bis der Krieg ausbrach. Einfallende Soldaten verwüsteten die Brennerei, beschlagnahmten alle Vorräte und zwangen Mireya und ihren Gatten zur Flucht. Es hatte fast fünf Jahre gedauert, bis sie alle Utensilien zusammengekauft hatten und sich hier eine einigermaßen sichere Einkommensquelle aufgebaut hatten. Bis Eduar immer mehr trank. Er vermisste das große Gebäude, das große Geschäft und fühlte sich in der Hütte in Weißgarten eingeengt. Nur deswegen war er bereit gewesen, die umliegenden Tavernen zu beliefern. Das war die einzige Möglichkeit, auch mal raus zu kommen.

Mireya seufzte. Sie schwang vorsichtig ihre Beine aus dem Bett und wickelte sich die dünne Bettdecke um ihren nackten Körper. Decke? Wo war der Umhang? Sie schaute sich so gut es ging im Kerzenschein um und stellte fest, dass nicht nur der Hexer, sondern auch sein Umhang inklusive seiner Rüstung, die er über den Stuhl zum Trocknen aufgehängt hatte, verschwunden war. Wundervoll. Ein Blick durch das kleine Fenster zeigte ihr, dass es draußen stockfinster war. Die mondlosen Nächte gruselten sie immer etwas. Wenn man draußen so absolut gar nichts erkennen konnte… Sie erschauderte. Immerhin war die Tür verschlossen, stellte sie zufrieden fest. Sie saß eine Weile still auf ihrem Bett und grübelte über ihr Leben nach, als sie kratzende Geräusche von draußen hörte. Das Blut gefror in ihren Adern. Sie humpelte zu ihrem Herd und nahm ihr Kochmesser in die Hand. Das laute Knurren ließ sie erschrocken zusammenfahren. Das klang nicht nach einem Wolf, es klang viel mächtiger, wilder, unnatürlicher. Sie schluckte trocken. Es klang wie… ein Warg.

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Captain Fryhor fluchte, als er das mächtige Heulen eines Wolfes hörte. Blöde Mistviecher. Streunende, ehemalige Kriegshunde waren ihm zuwider. Diese unterwürfigen Mistviecher schlossen sich jedem dahergelaufenen Alphawolf an, den sie finden konnte. Und offensichtlich fanden sie welche. Er bekam öfter Meldung von wilden Rudeln, die die Umgebung unsicher machten. Witzigerweise hingen diesbezüglich auch schon Hexeraufträge an den Tafeln. Jedermann spürte, dass das keine normalen Rudel waren. Aber das alles war kein Vergleich zu der Meldung, die ihm heute zugetragen wurde. Der schnapsbrennende Dorftrottel von hier war in die Garnison geritten und hatte verlangt mit dem Kommandanten zu sprechen. Da Fryhor ungern seinen Vorgesetzten mit Kleinkram belästigte, hatte er sich gezwungenermaßen mit dem Trunkenbold unterhalten. Er hatte behauptet, dass DER Königsmörder unter der Kapuze des Schwachsinnigen steckte. Daran zweifelte Fryhor sehr. Schließlich hatte er den Idioten gesehen. Klar, er hatte die Statur, die vor Monaten allen nilfgaardischen Soldaten beschrieben wurde. Aber ein fähiger Attentäter, wie dieser Hexer ja offensichtlich sein musste, wie hätte er sonst so erfolgreich sein können, sah doch bestimmt nicht so… so… unglaublich dumm und plump aus. Und schon gar nicht würde ein Monsterschlächter als Stallbursche für die Ehefrau eines anderen arbeiten. Fryhor presste seine Fingerspitzen auf den Nasenrücken. Soviel Grübelei verursachte Kopfschmerzen. Er instruierte seine Männer und sie machten sich auf den Weg zur Hütte des Trunkenbolds, der gerade vom Garnisonssanitäter behandelt wurde. Immer noch der Arm… Fryhor war es herzlich egal. Er ritt an die Spitze der – jetzt deutlich größeren Gruppe inklusive Armbrustschützen – und führte die Männer Richtung Süden.