And I find it kind of funny, I find it kind of sad.
The dreams in which I'm dying are the best I've ever had.
I find it hard to tell you, find it hard to take.
When people run in circles it's a very, very mad world.
(„Mad World" – Gary Jules)
3. Schlaflose Nächte
In der Dunkelheit der Nacht leuchteten die gewaltigen und kunstvoll gestalteten Steingebäude des Kapitols in sanft wechselnden Farben, die scheinbar alle Bereiche des Spektrums erreichten. Lichtkugeln besprenkelten darunter die weiten Straßen, auf denen man muntere Bürger von Gebäude zu Gebäude schlendern sehen konnte, mit winzigen, flimmernden Sternen. Ihre bunten Körper und Haare verliehen ihnen die Illusion Aliens aus einer anderen Welt zu sein. Oder vielleicht war es keine Illusion– diese Leute waren aus einer anderen Welt.
Nicht einmal Clove, die mit ihrer Schulter gegen die massive Glaswand gelehnt stand, die sie von dieser Regenbogenstadt trennte, konnte sagen, dass ihr Distrikt, obwohl er zu den wohlhabendsten gehörte, an das Kapitol herankam. In ihrer Welt voller Bergleute und Backsteinhäuser, die an steilen Hängen gebaut standen, würden diese Kreaturen des Kapitols vollkommen fehl am Platz wirken. Cloves Distrikt war ein Gebiet, in dem es zwar Essen im Überfluss gab, aber das Leben immer noch hart war. Sie dachte an die großen, muskulösen Steinmetze, mit ihrer verschlissenen Haut, über ihre Arbeit gekrümmt, wie bedrohliche Giganten. Nicht einmal die jungen Gesichter der Aristokraten, die zusammen mit ihr in der Akademie trainierten, kamen an diese vollkommen neue Rasse von Menschen heran; diese ignoranten kleinen Bestien, die keinen Schmerz kannten und auf deren sinnlosem Leben nicht einmal das geringste Elend lastete.
Ihr Daumen rieb über das Messer in ihrer geballten Hand, als sie sie beobachtete.
Lyme würde nicht glücklich sein, wenn sie erfuhr, dass Clove es in ihren Stiefel hatte gleiten lassen, als nach dem Essen das Geschirr abgeräumt worden war. Sie würde denken, sie würde es benutzen um Cato zu töten oder ihre Begleitung oder sonst irgendjemanden. Aber das war nicht der Fall. Es war nur etwas womit sie während der schlaflosen Nächte spielen konnte.
Sie waren Clove nicht fremd.
Ihre Unfähigkeit mehr als ein oder zwei Stunden am Stück zu schlafen eignete sich hervorragend um sie zu stören. Auch jetzt gab es viele Nächte, die sie damit verbrachte sich im Bett träge zu drehen und zu wenden, während sie mit ausdruckslosen Augen auf das rote Leuchten einer Uhr starrte. Aber sie hatte gelernt damit zu leben. Es hatte eine minimale Auswirkung auf ihr tägliches Leben – oder zumindest so weit wie sie das sagen konnte. Manchmal flüsterten ihr Stimmen, die gar nicht da waren, ins Ohr. Manchmal antwortete sie ihnen sogar. Aber diese Ereignisse wurden nur als kleine Rätsel abgetan.
Aus ihr unbekannten Gründen hatte die Quälerei mit dem Schlaf begonnen, als sie noch sehr jung gewesen war. Als Kind war sie oft in großen, leeren Gängen umhergewandert und hatte sich in ihrer Stadt stundenlang herumgetrieben, bis die Sonne aufgegangen war. Als sie schließlich älter geworden war, hatte sie zum Üben ihre verschiedenen Waffen mitgenommen – unter ihnen ihre heißgeliebten Messer. Das war zum Teil auch der Grund, weshalb sie in der Lage war in ihrer Akademie so schnelle Fortschritte zu machen. Die anderen in ihrer Altersklasse besaßen nur eine begrenzte Stundenmenge an Tageslicht, um ihre Fähigkeiten zu perfektionieren.
Bald schon hatte Clove angefangen zu glauben, dass sie ohne Schlaf besser dran war.
Nachdem es in einem Jahr einem Jungen gelungen war in den Hunger Games zu gewinnen, indem er seinen Gegnern aufgelauert und darauf gewartet hatte, dass sie einschliefen, bevor er sie tötete, war Clove zu dem Ergebnis gekommen, dass Schlaf auch eine Belastung sein konnte; ein Zustand der äußersten Verwundbarkeit. Deshalb war sie definitiv ohne Schlaf besser dran.
Allerdings ertappte sie sich selbst manchmal dabei, wie sie sich fragte, wie wohl ein Traum sein würde. Oder ein Alptraum.
Die Stille, die die Luft im Raum erfüllte, wurde von dem Geräusch von leichtem Atmen und demKnacken eines Fußknöchels zerstört.
Cato konnte genauso wenig gut schlafen.
Sofort hasste sie sich selbst dafür, dass sie bei dem Geräusch zusammengezuckt war. Das war schließlich sein Ziel gewesen – sie mindestens einzuschüchtern, es dabei zu belassen ihr Angst einzujagen, indem er sich lautlos bewegte, bis er direkt hinter ihrem Rücken stand, nur um zu verdeutlichen, sie hätte ihm ausgeliefert sein können. Wenn dies die Arena gewesen wäre, hätte er ihren Hals aufschlitzen können, hätte er sie erstechen können, direkt durch die Eingeweide hindurch. Die meisten ihrer Interaktionen waren von dieser Art: Der eine versuchte den anderen einzuschüchtern, man versuchte dem anderen unter die Haut zu gehen. Es war kindisch. Aber waren sie im Grunde nicht immer noch Kinder?
„Und was denkst du wirst du damit tun?", flüsterte er in solch einem tiefen Grollen, dass es die Erschütterung eines Erdbebens sein könnte.
Da war etwas an seinem Tonfall, das ihr sagte, dass er eine Ahnung hatte, was ihr beim Essen durch den Kopf gegangen war. Adrenalin brodelte in ihren Adern, aber sie stand weiterhin mit dem Rücken zu ihm. Der Boden unter ihren nackten Füßen gab leicht nach, als er sein Gewicht verlagerte und er sich näher heranschlich.
„Stiehlst du jetzt schon Besteck? Das wirkt ein bisschen verzweifelt", fuhr er fort. Clove konnte das höhnische Lächeln in seinem Gesicht fast hören, bevor sie sich umdrehte, um es tatsächlich zu sehen.
Cato überragte sie beträchtlich in Höhe und Breite. Sie waren sich nahe genug, dass Clove ihr Kinn anheben musste, um ihm in die Augen sehen zu können.
„Wenigstens zerbreche ich es nicht", hauchte sie. Das Messer fühlte sich in ihren Händen leicht an, als sie es an seinem Bauch ansetzte, es nach oben bewegte und es langsam und bedacht über die klar abzeichnende Linie zwischen zwei fächerförmigen Brustmuskeln streifen ließ. Als sie das tat verspannte er sich augenblicklich, aber seine Finger klammerten sich erst um ihr Handgelenk, als die Klinge an der Wölbung seines starken Nackens ankam.
Sie beobachtete wie sich die Ausbeulung seines Halses hob und wieder senkte, als er schluckte. Die Haut wölbte sich leicht mit empfindlicher Nachgiebigkeit um das Messer, als ob es in ein Kissen gedrückt werden würde, statt seines Nackens. Cloves Blick verdunkelte sich wieder. Was als harmlose Neckerei begonnen hatte, verwandelte sich nun in etwas vollkommen anderes. Erregung wallte durch ihren Körper, ihre Arme, ihre Finger. Ihr Kiefer verkrampfte und ihre Augen weiteten sich, bei dem Gedanken an sein Blut. Alles, was sie dafür brauchte, war zuzudrücken.
Sie könnte es tun.
Also tat sie es.
Für nur eine Sekunde sank das Messer mit einer derartig geringfügigen Bewegung ihres Handgelenks in das weiche Fleisch seiner Haut. Wenn er sie nicht aufgehalten hätte, hätte sie mit dem Messer die Haut aufschlitzen und die Wände mit seinem Blut bespritzen können. Aber stattdessen schlossen sich seine starken Finger mit solch einer Gewalt um ihr dünnes Handgelenk, dass ihr das Messer aus der Hand und auf den Boden fiel. Ein Keuchen entfloh ihrem Mund, ausgelöst durch den Druck, der auf ihrem Handgelenk ausgeübt wurde, bevor sie die Zeit hatte es zu kontrollieren. Ihre andere Hand, die, wie sie jetzt erst bemerkte, den dünnen Stoff seines Shirts umklammert hatte, flog schnell zur Verteidigung zu seinem Gesicht, nur um von den tödlichen Fingern seiner anderen Hand genauso gefangen genommen zu werden.
Das nun rote Glühen der Lichter des Kapitols wurde schwach in seinen leeren Augen reflektiert, als sie sich in ihre bohrten. Ein unwillkürlicher Schrei entwich unkontrolliert Cloves Lippen, als sich sein Griff verstärkte. Aber dieses Mal kümmerte es sie nicht. Wie bei einem Tier, das in der Falle saß, übernahmen bei ihr die Urinstinkte die Überhand. Sie versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, um ihre Handgelenke zu retten, bevor sie zertrümmerten. Die harte Linie seines Mundes verbog sich bei der Ansicht ihrer Verzweiflung zu einem Lächeln.
„Ich wäre mit diesem Ding vorsichtig, wenn ich du wäre", flüsterte er mit rauer Stimme und zog ihren Körper an seinen heran, als ob er nichts wiegen würde. Alles, was ihre Augen ausmachen konnten, waren seine breiten Schultern und sein Nacken, der nun mit einer dünnen rosa Linie gezeichnet war.
Clove versuchte den Schmerz aus ihrer Stimme fernzuhalten, als sie in einem spöttischen Ton fragte: „Warum? Hast du Angst?"
„Nein", sagte Cato. „Aber du."
Diese Aussage zündete ein Feuer in ihr und für nur einen Moment schwächte der Schmerz seines eisernen Griffes ab. Er könnte ihr ihre Hände ausreißen, es wäre ihr egal. Sie hatte keine Angst vor Cato. Vor niemandem!
Mit zusammengebissenen Zähnen spuckte sie beinahe die Worte aus: „Hab' ich nicht!"
Dann war sein Gesicht vor ihrem, leicht geneigt, gerade entfernt genug, dass sein heißer Atem ihre Lippen berührte. Helle Wimpern senkten sich über seine blassen Augen, die sich mit einem Ausdruck auf sie richteten, den sie noch nie zuvor in seinen Gesichtszügen gesehen hatte; ein Ausdruck, der nur irgendwo zwischen lethargisch und verführerisch beschrieben werden konnte.
„Dann solltest du es vielleicht. Du bist so …" Für einen Moment verlor sich seine Stimme, als er ihre Handgelenke ein weiteres Mal drückte, was eines von ihnen knacken ließ. Der plötzliche Schmerz war unerträglich. Er würde ihre Handgelenke brechen! Sie hasste das. Sie hasste es nicht die Kontrolle zu haben. Tränen des Schmerzens schossen ihr in die Augen, als sie sich hart auf ihre Lippe biss, um sich vom Schreien abzuhalten. „… zierlich. Ich könnte dich töten", hauchte er. „Genau jetzt könnte ich dich töten. Es wäre so leicht dir einfach den hübschen kleinen Hals zu brechen."
Und dann war er an der Reihe Schmerzen zu spüren. Als ihr Knie geradewegs in seine Leistengegend wanderte, krümmte er sich sofort über ihr zusammen und warf ihre Hände mit genug Gewalt zurück, dass sie mit dem gesamten Körper auf dem Boden landete. Ein dumpfer Aufschlag erschütterte die Luft, zusammen mit Catos zischender Stimme, die ein Dutzend verschiedener Möglichkeiten nutzte, um sie als Schlampe zu bezeichnen. Mit Mühe gelang es Clove über den Boden zu den umgeworfenen Küchengeräten zu kriechen, die sie als Waffe benutzen konnte. Er würde für diese kleine Hinterlistigkeit leiden. Dafür würde sie sorgen.
„Du bist selbst ganz schön zierlich, Schätzchen", knurrte sie.
Der Raum verschwamm vor ihren Augen, bevor sie sich auch nur umdrehen konnte, um ihn zu erstechen. Ihr Kopf wurde plötzlich hart gegen die Wand geschlagen. Helle Lichter trübten ihre Sicht. Cato hatte sie am Hals gepackt, drückte langsam zu. Mit Leichtigkeit nahm er ihr das Messer aus den schwachen Händen.
„Dafür wirst du bezahlen", drohte er wütend. Durch das Klingeln in ihren Ohren konnte sie ihn kaum hören.
Speichel sammelte sich in der Seite ihrer Wange, bereit, auf ihn gespuckt zu werden, doch dann gingen die Lichter im Raum plötzlich an und ihre Augen wurden mit der plötzlichen Helligkeit geblendet.
Brutus stand ihnen gegenüber gegen das Treppengeländer gelehnt. Die Übersichtlichkeit des erhellten Raumes erlaubte genug Sicht, um zu sehen, dass sein Mund über der rauen, mit sprießenden, dunklen Haaren gepunkteten Haut, zu einem selbstgefälligen Grinsen verdreht war und sich seine Augen weiteten, mit etwas, das Clove nicht lesen konnte.
„Bravo, Kinder, die Menge wird das lieben", lobte er. Dann fügte er in einem weitaus ernsterem Ton hinzu: „Cato, lass sie los."
Für einen Moment war Clove unsicher, ob Cato auf ihn hören würde, aber nach einem Moment schoss seine Hand von ihrem Hals zurück, als wenn ihn jemand gebissen hätte. Die Luft brannte unangenehm in ihrem Hals, als sie einen tiefen, dringenden Atemzug nahm, woraufhin sie augenblicklich anfing zu husten. Als sie die wunden Stellen befühlte, die als Folge von seinen Fingerspitzen hinterlassen wurden, zitterten ihre Hände immer noch.
Erst dann realisierte sie, welcher Schaden tatsächlich angerichtet worden sein könnte. Ihre Handgelenke. Ihre Hände. Ihre Kontrolle. Ohne die vollständige Fähigkeit und Präzision ihrer Hände war Clove nichts. Sie wäre sinnlos in der Arena. Im Licht konnte sie nun die bereits fast schwarzen Blutergüsse sehen, die sich hauptsächlich auf der empfindlichen Haut unter ihren Handflächen ansammelten. Nervös drehte sie eines ihrer Handgelenke, was ein erschaudernswertes Knacken zur Folge hatte, sowie einen brennenden Schmerz, der sich ihre Arme hinaufzog.
Dieser Bastard. Dieser verdammte Bastard.
Ihre Augen hoben sich, um Cato, der ihr gegenüber stand, zornig anzustarren, nur um festzustellen, dass er ihr damit schon zuvorgekommen war. Brutus' großer Körper versperrte ihnen dann die Sicht.
„Clove, lass mich deine Handgelenke sehen", sagte er mit ungewohnter Sanftheit.
Widerspenstig schüttelte Clove ihren Kopf und presste ihre Handgelenke fest an ihre Seiten. Der einzige Weg, das bisschen Würde, das sie noch besaß, zu behalten, war es alleine zu ertragen. Sie wollte seine Hilfe nicht und vor allem wollte sie nicht sein Mitleid.
Sofort verflog die Sanftheit in seiner Stimme und Clove realisierte, dass sie von ihm kein Mitleid bekommen würde.
„Gib mir deine gottverdammten Handgelenke!" Er bellte diesen Befehl mit genug Härte um ihre sture Mauer zum Einsturz zu bringen. Ihre Handgelenke flogen nahezu von ihrer Seite.
Grob nahm er sie in seine eigenen schwieligen Hände, ignorierte ihr Zusammenzucken, das sie beim besten Willen nicht verhindern konnte. Nach einem Moment betrachtete er sie aus erdfarbenen¹ Augen und sagte tonlos: „Nicht gebrochen."
Sie wusste, was das bedeutete: Keine wirkliche Verletzung. Leb damit.
Allerdings kam mit seinen Worten keine Erleichterung. Clove konnte nicht sicher sein, dass er nicht log. Es kam ihr in den Sinn, dass Brutus vielleicht den gesamten Zwischenfall gesehen haben konnte und beschlossen hatte nicht einzugreifen. Nach allem war er immer noch Catos Mentor. Warum sollte er seinen Tribut davon abhalten die Konkurrenz vorzubelasten? Würde er sich überhaupt kümmern, wenn ihre Handgelenke wirklich gebrochen wären? Im Grunde gehörten sie zu dem wichtigsten Bestandteil eines Messers, das man direkt durch Catos Brustkorb stieß.
Lymes Gesicht erschien in ihren Gedanken und sie verfluchte sich selbst, auf Grund des Verlangens nach der Anwesenheit ihres Mentors, in diesem bereits körperlich schwachen Zustand.
„Ihr zwei könnt euch glücklich schätzen, dass Lyme heute Abend nicht da ist", sagte Brutus, der offensichtlich ihre Gedanken las. Aber stattdessen waren seine Augen auf Cato gerichtet. „Natürlich werde ich ihr hiervon erzählen müssen. Nun, zumindest einen Teil davon." Er lenkte nun seine Aufmerksamkeit auf Clove. „Du wirst diese kleine Verletzung bis zum Training morgen heilen lassen. Du kannst nicht mit diesen blauen Flecken herumlaufen. Es lässt uns schlecht dastehen."
Keine Erwähnung davon, wie es sie während ihres Trainings schwächen würde.
Ein dunkles Lächeln kroch langsam auf seine Lippen, als er Cloves Messer in seiner Hand hin und her drehte. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass er es aufgehoben hatte.
„Ich muss sagen, ihr beide seid mit Abstand die angriffslustigsten Tribute, die unser Distrikt seit langer Zeit hatte. Und das sagt schon etwas. Diese Einstellung wird euch eine Menge Sponsoren einbringen. Und diese Begierde zu töten …", seine Stimme sank um eine Oktave, „wird euch in den Spielen sehr weit bringen. Ich war nicht bei eurem Training, aber nachdem, was ihr mir erzählt habt, scheinen die anderen Tribute sogar noch schwächer zu sein, als sie es normalerweise sind."
Es stimmte. Die Distrikte boten dieses Jahr wenig Konkurrenz für Distrikt 2. Clove hatte sie während des Trainings beobachtet: der verkrüppelte Junge aus 10; das Paar langer und schlaksig aussehender Tribute aus 6; der dünne, unterernährte Junge aus 9; das Mädchen aus 8, das andauernd so aussah, als wäre sie kurz vorm Heulen; das Mädchen aus 12, das immer Knoten band, und kaum schwieriger zu töten aussah, als die Schwester, für die sie sich so kühn freiwillig gemeldet hatte; das kleine Mädchen aus 11 …
Dann schlich sich die riesige, bedrohliche Erscheinung des Jungen aus 11 in ihre Gedanken. Etwas an ihm beunruhigte sie. Er würde eine Konkurrenz sein. Vielleicht war es deswegen.
Brutus riss sie aus ihren Gedanken.
„Es hört sich für mich so an, als wäre der Weg dieses Jahr für einen Sieger aus Distrikt Zwei geebnet", sagte er und Clove kam nicht umhin zu bemerken, dass seine Augen auf Catos fixiert waren. „Mein Rat an euch beide ist euer Timing zu kontrollieren. Beherrscht euch während den Spielen. Wenn ihr erst einmal dort seid, konzentriert ihr euch darauf zuerst die schwächeren Tribute auszuschalten. Benutzt Distrikt Eins bis die Mehrzahl eurer Konkurrenz tot ist und vernichtet sie dann auch."
Er begann sich zurückzuziehen, den Kopf nach unten geneigt und mit einem Lächeln, das seine strahlend weißen Zähne entblößte.
„Dann, wenn die richtige Zeit kommt", sagte er, „könnte ihr all eure Bemühungen dafür aufbringen euch gegenseitig umzubringen."
Mit diesen Worten schaltete er den Lichtschalter aus und ließ Clove und Cato wieder im Dunkeln zurück. Die einzige Unterbrechung ihres Schweigens kam von irgendwo oberhalb der Treppe. Bevor Brutus die Tür seines Zimmers hinter sich schloss, hielt er inne und sagte: „Gute Nacht, ihr zwei."
oOoOoOoOoOoOo
¹ = earthen orbs: earthen bedeutet aus Erde oder Staub gemacht, deutsche Übersetzung: irden (aus gebranntem Ton bestehend/gemacht), tönern. Ich gehe mal davon aus, das sich die Autorin auf die Farbe bezogen hat. Von daher: erdfarbene Augen.
Die Übersetzung ist manchmal echt nicht leicht und ich muss zugeben, es ist schwieriger, als ich dachte. Ich hoffe, ich kriege es einigermaßen hin und es klingt flüssig genug, sodass man nicht erkennt, dass es sich hierbei um eine Übersetzung handelt.
Die Kapitel werden übrigens immer länger und länger. Ich hoffe, ich schaffe es auch weiterhin wöchentlich zu posten. Von „The Blood oft the Beast" sind derzeit 10 Kapitel online.
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung von mir: Falls ihr euch wundert, dass ich die Zahlen nicht ausschreibe (Distrikt 2, etc.); ich habe auch gesehen, wie das jemand bei der Originalstory kommentiert hat, man würde ja Zahlen bis Zwölf ausschreiben. Das stimmt, aber hier bei den Distrikten handelt es sich ja um Eigennamen, von daher ist es okay, wenn man die Zahlen stehen lässt. (In der wörtlichen Rede sind die Zahlen dann allerdings ausgeschrieben.)
In meinen Hunger Games Büchern von Suzanne Collins steht es zumindest genauso ;P
Ich hoffe, dass es den Lesefluss nicht stört.
