A/N: Die Autorin wird, obwohl sie den Film sowie das Casting sehr mochte, dem Inhalt des Buches treu bleiben. In diesem Kapitel wird eine Szene vorkommen, die Katniss im Buch erwähnt hat: Es geht um Thresh, der die Einladung der Careers ablehnt.
oOoOoOoOoOoOo
4. Der Vermittler
Lyme ging, als ob jeder Schritt mehr und mehr von dem ohnehin schon aufgebrauchten Energiespeicher ihres Körpers erschöpfte, während Clove neben ihr herlief. Sie hatte dunkle Ringe unter ihren Augen, die beinahe zu der fürchterlichen Farbe von Cloves inzwischen geschwollenen Handgelenken passten. Erst lange nachdem Clove letzte Nacht zu ihrem Bett zurückgekehrt war – über eine Million verschiedener Wege nachdenkend, wie sie den Mistkerl von einem Distriktpartner töten konnte – musste ihr Mentor zu ihrem Appartement zurückgekommen sein.
Nun steuerten sie durch ein Labyrinth von Korridoren im Untergeschoss des Gebäudes, wo sich das Trainingszentrum sowie die Sanitätsstation befanden.
An diesem Morgen hatte Brutus gewartet, bis Lyme träge die Treppe heruntergekommen war und sie am voll besetzten Tisch Platz genommen hatte, um in einem äußerst belustigten Tonfall vorzuschlagen, einen Blick auf die Handgelenke ihres Tributs zu werfen. Daraufhin war Lyme hochgeschnellt und hatte ihre Kaffeetasse mit genügend Energie auf den Tisch geknallt, dass sogar Brutus zusammengezuckt war. Aber als sie wissen wollte, was passiert war, hatte er lediglich mit seinen Kopf in Catos Richtung geruckt, ohne ein Wort zu sagen. Anschließend hatte Lyme Clove innerhalb eines Wimpernschlages aus dem Raum und in den Aufzug hinein gezerrt.
Clove konnte es einfach nicht fassen¹ wie Brutus es – sogar morgens – nach wie vor fertigbrachte ständig ein Arschloch zu sein.
Doch trotz ihrer unmittelbaren Reaktion war Lyme für den größten Teil ihres Weges vollkommen still gewesen. Die Energie, die sie gezeigt hatte, als sie zum ersten Mal Cloves beschädigte Handgelenke gesehen hatte, war so schnell verdampft wie sie gekommen war. Erst als sie vor der Tür zu der Station standen legte sie eine große Hand auf Cloves Schulter und sprach.
„Was ist passiert?", fragte sie. Es war eigenartig, dass sie so lange gewartet hatte, um diese Frage zu stellen.
Aber Clove wollte nicht darüber reden. Nicht weil es sie beunruhigte, sondern weil sie die Aufmerksamkeit nicht mochte, die sie durch diesen Vorfall erhielt. Sie fühlte sich dadurch hilflos. Also zuckte sie nur mit den Schultern.
Lyme akzeptierte dies jedoch nicht als Antwort und auf einmal überkam Clove der Ärger. Sie mochte es nicht, wenn sie sich zu etwas gezwungen fühlte.
„Warum ist das so wichtig?", blaffte sie.
Lymes Gesicht blieb unverändert, als sie weiterhin wartete. Clove biss ihre Zähne zusammen. Sie würde hier nicht gewinnen.
„Ich habe ihm gedroht, deshalb hat er mich an den Handgelenken gegriffen", sagte Clove, sorgfältig darauf achtend das Messer in dieser Zusammenfassung nicht zu erwähnen. Wenigstens war Brutus so freundlich gewesen Lyme nicht darüber zu informieren, dass ihr Tribut in der letzten Nacht versucht hatte seinen Tribut abzustechen.
Für einen Moment sah es so, als wenn das keine zufriedenstellende Antwort gewesen war, aber Lyme nahm es letztendlich mit einem frustrierten Seufzen hin und öffnete die Tür. Aber bevor sie Clove gestattete einzutreten, lehnte sie sich zu ihr herunter, nahe an ihr Ohr.
„Vertrau Brutus nicht", murmelte sie.
Als die Worte schließlich ihre Bedeutung erlangten war Lyme bereits auf halbem Wege über den Korridor.
oOoOoOo
Nicht mal eine Stunde später waren der Schmerz und die Schwellung ihrer Handgelenke, dank einer Besetzung aus hell gefärbten Fachleuten und ihren Spritzen, zu einem kaum noch vorhandenen Maße verringert worden. In der Tat war die schwache Verfärbung, wo die blauen Flecken einst waren, das einzige Zeichen dafür, dass eine Verletzung überhaupt existiert hatte.
Alles von der Beschädigung war rückgängig gemacht worden. Nun … fast alles.
Clove wollte immer noch Catos Blut. Letzte Nacht hatte sie sich selbst ein kleines Versprechen gegeben, nämlich dass sie, bevor sie ihn tötete, ihm die Hände mit seinem eigenen Schwert abschnitt.
Aber das war nicht im Vorfeld ihrer Gedanken, als sie sich von der Medizinstation auf den Weg zum Trainingszentrum machte. Stattdessen konnte sie nicht aufhören über die sehr einfache Warnung nachzudenken, die ihr Mentor ihr vor ihrem Aufbruch gegeben hatte.
Vertrau Brutus nicht.
Was bedeutete das? Die einzige Schlussfolgerung, die Clove daraus ziehen konnte, war, das Brutus es auf sie abgesehen haben musste. Das vermutete sie sowieso, wenn sie den geteilten Ruhm berücksichtigte, den ein Mentor erhielt, wenn sein Tribut als Sieger zurückkehrte. Aber nach Lymes Reaktion an diesem Morgen zu urteilen war es vielleicht mehr als sie erwartet hatte. Sie konnte es nicht genau wissen. So oder so war die Warnung überflüssig.
Clove hatteBrutus nie vertraut.
Als sie kurz vor dem Trainingszentrum um die Ecke bog, musste sie abrupt anhalten, um zu verhindern, dass sie in Glimmer hineinlief.
Der entzückende Tribut aus Distrikt 1 war damit beschäftigt den Vorhang ihres goldblonden Haares mit eleganten Händen zu einem Pferdeschwanz zu binden und gestattete es über ihre Schulter zu fließen. Ihre grünen Augen nahmen die kleine Clove zur Kenntnis, die ihr in ihrem Erscheinungsbild in nur jeder möglichen Art und Weise entgegensetzte: Statt groß zu sein und lange, athletische Beine zu haben, war sie klein und besaß noch immer einen noch nicht ausgereiften Körperbau; statt einem schmalen Gesicht, mit hohen Wangenknochen und einer Haut in der Farbe des Mondes, war ihr Gesicht spitz und helle Sommersprossen benetzten ihre Wangen und ihre Nase; statt smaragdfarbene, grüne Augen, die von perfekt geschminkten Wimpern eingerahmt wurden, hatte sie große, runde Augen, die solch eine glanzlose, dunkelgrüne Farbe besaßen, dass sie aus der Entfernung fälschlicherweise oft für schwarz oder realistischerer für braun gehalten wurden.
Ihre perfekt geformten Lippen verzogen sich zu einem süffisanten Lächeln. „Morgen, Clove", sagte sie leicht.
Clove warf ihr als Antwort nur einen finsteren Blick zu. Sie konnte es nicht erwarten ihr diesen Mund aus dem Gesicht zu schneiden.
Ihr Distriktpartner Marvel stand mit verschränkten Armen neben ihr. Wie gewöhnlich wirkte sein ebenes Gesicht vollkommen gleichgültig. Wie Glimmer hatte er blondes Haar, das in kunstvollen Wellen über seinen Kopf wallte, hohe Wangenknochen und ein schmales Gesicht. Seine lange Nase war fast immer aufgerichtet, als ob er es nicht ertragen konnte die Luft des geringeren Volkes um sich herum zu atmen. Er war beinahe so groß wie Cato – nur nicht annähernd so gut gebaut –, aber das war offensichtlich aufgrund der Veranlagung. Wie Distrikt 2 trainierte Distrikt 1 seine zukünftigen Tribute von einem jungen Alter an und wählte jedes Jahr wer an den Spielen teilnehmen durfte.
Von diesem Paar war Marvel mit Abstand die größere Gefahr. Er besaß eine beispiellose Geschicklichkeit mit Waffen, besonders wenn es um Speere ging. Nicht einmal Cato, der mit fast allem gut umgehen konnte, konnte einen Speer durch ein Ziel werfen, wie Marvel es konnte. Glimmer wäre immer noch eine Konkurrenz. Clove hatte sie einmal ihren Rücken mit all der Geschmeidigkeit und Grazie einer Tänzerin wölben sehen, nur um eine Attrappe mit einem Duellschwert an zwei Stellen gleichzeitig zu schneiden. Aber nicht einmal sie konnte ihrem hochmütigen Partner das Wasser reichen.
Marvels kalte, blaue Augen wanderten zu einer von Cloves Händen, die fest an ihrer Seite platziert waren und registrierten die Verbände, die um ihre Handgelenke gewickelt waren. Das war eine späte Erinnerung daran, dass sie vergessen hatte sie abzunehmen.
„Wir haben auf dich gewartet", sagte er.
Nachdem sie ihr Haar perfektioniert hatte, spähte Glimmer um Clove herum, als ob sie etwas hinter ihrem Rücken verstecken würde.
„Wo ist Cato?", fragte sie.
Wie aufs Stichwort öffnete sich der Aufzug, um niemand anderen als das Arschloch höchstpersönlich zu offenbaren. Dem Blick auf seinem Gesicht nach zu urteilen war er noch angepisster als gewöhnlich. Clove fragte sich, ob ihr Mentor ihn zusammengestaucht hatte.
Glimmer war die Letzte, die ihren Kopf zu Cato drehte, um ihn zu begrüßen. Aber Clove war die Art nicht entgangen, wie ihre Hände sorgfältig über das geschmeidige Elastan glitten, der ihre Oberschenkel bedeckte, dann über ihren wohlgeformten Hintern, bevor sie auf ihren sichtbaren Hüften zum Stillstand kamen. Cato war das auch nicht entgangen. Er stand noch für einen weiteren Moment im Aufzug und betrachtete ihren Körper.
„Guten Morgen, Cato", sagte sie gleichgültig, aber als sie sich von ihm abgewandte kroch ein Grinsen auf ihr Gesicht.
Marvel nickte ihm nur zu und seufzte. „Jetzt bleiben nur noch zwei übrig. Sie sind immer zu spät."
Cato komplettierte den Kreis und Clove kam nicht umhin zu bemerken, dass er ein wenig näher neben Glimmer stand, als neben Marvel. Aber seine Augen entdeckten nun Cloves Verbände. Und dann begann er zu lächeln.
Natürlich.
„Alles wieder verheilt?", fragte er.
Clove wollte ihn schlagen. Aber stattdessen genügte es ihr sich seine gekrümmte Gestalt von letzter Nacht in Erinnerung zu rufen, nachdem sie ihm direkt in die Gruppe von Organen getreten hatte, über die sie sich als Frau niemals Sorgen machen musste.
„Natürlich. Und bei dir?", sagte sie.
Seine Nasenlöcher weiteten sich leicht, aber das Grinsen haftete immer noch auf seinem Gesicht. „Mir geht's ausgezeichnet. Aber ich musste ja auch nicht diesen Morgen wegen meiner Verletzung zu den Sanitätern herunter begleitet werden."
Mit dem süßesten, mädchenhaftesten Grinsen, das sie aufbringen konnte, sagte Clove: „Zumindest jetzt noch nicht."
Dann öffnete sich der Aufzug, um die Tribute aus Distrikt 4 zu offenbaren. Sie waren beide groß und gebräunt, mit überaus langen Körpern und muskulösen Beinen vom jahrelangen Schwimmen. Mit den weiten, braunen Augen, die auf seinem Gesicht weit auseinander saßen, sah der Junge beinahe aus wie ein Fisch. Wenn er redete bekamen sogar die Seiten seiner eckigen Wangen in solch einer sonderbaren Art Grübchen, das es so aussah, als hätte er Kiemen. Clove vergaß allerdings immer seinen Namen, von daher nannte sie ihn Fischkopf. Das Mädchen hatte lange, krause Locken² in der Farbe des Sandes, die ihren sonnengebräunten Rücken herunterfielen. Clove erinnerte sich, dass ihr Name Marina war, weil sie das Mädchen oft dabei erwischte, wie sie sie mit Vorsicht in ihren himmelblauen Augen beobachtete. Die kleine Seeschnecke fürchtete sich vor ihr. Und Clove liebte es.
Als sie das Trainingszentrum als Gruppe betraten, eilte Glimmer an Cloves Seite.
„Also, was ist mit deinen Handgelenken passiert?", stichelte sie, sich vollkommen selbst genießend.
Clove reagierte schnell mit etwas, von dem sie sicher war, dass es Glimmer verärgern würde.
„Nun, es war letzte Nacht und meine Güte … Ich sollte es wirklich nicht sagen … Unser Mentor war so wütend, als er uns erwischte", sagte sie und fügte ein perfekt gespieltes Kichern hinzu. „Cato vollbringt wahrlich Wunder mit seinen Händen."
Die Botschaft war bereits eindeutig, aber spaßeshalber hob Clove ihre Hände über ihrem Kopf zusammen, als ob sie jemand so gehalten hätte. Die Reaktion erschien sofort auf Glimmers Gesicht: Ihre bogenförmigen Augenbrauen senkten sich und ihre Lippen trennten sich mit einem Ausdruck von Schock, wenn nicht sogar Empörung. Als Clove ihre Schritte beschleunigte, um von Glimmer wegzukommen, war sie sicher, dass sie immer noch das Paar smaragdfarbener Augen auf ihren Rücken gerichtet fühlen konnte.
oOoOoOo
Der professionelle Trainer, der die Wurfmesser-Station leitete, entschied einen Gang höher zuschalten, als Clove vortrat. Nach zwei Trainingstagen war sie sein Favorit geworden.
Die Attrappen begannen sich automatisch zu bewegen, von Seite zu Seite, vor und zurück. Der Trainer näherte sich ihr mit einem Koffer, der bis zum Rand mit Messern aller Art gefüllt war. Im Gegensatz zu dem, mit dem sie Cato letzte Nacht beinahe abgestochen hätte,waren diese speziell für Menschen gedacht, nicht für Essen. Sie nahm das erste mit Behutsamkeit, als wenn Eile es zerbrechen würde – was natürlich ein ziemlicher Witz war. Die Gestaltung des Messers war außergewöhnlich; mit einem dicken Lederhandgriff und einer Klinge die noch nie zuvor berührt worden war.
Mit der Kraft und Präzision, die sie durch jahrelanges Geschick erlangt hatte, schleuderte sie das erste Messer direkt in den zentralen Aufzählungspunkt im Kopf der Attrappe, der am weitesten von ihr entfernt war. Clove mochte es immer jedem einzelnen ihrer Attrappen Gesichter zuzuteilen. Das war das Mädchen aus 4 gewesen. Der Nächste war der Junge aus 6. Dieses Mal warf sie das Messer mit ein wenig mehr Aggressivität auf ihr zweites Ziel.
Wieder verfehlte sie nicht. Die Waffe machte eine direkte Linie in das Auge der Attrappe.
4: tot. 6: tot. Wer kam als Nächstes? Clove drehte sich zum Trainingszentrum und überflog flüchtig die anderen Tribute, die von Station zu Station wanderten, und suchte nach einem interessanten Kandidaten. Dann legten sich ihre Augen auf einen Hinterkopf, dessen dunkle Haarschicht zu dem üblichen Zopf geflochten war. Das Lächeln, das sich bereits auf ihrem Gesicht befand, verwandelte sich zu einem boshaften.
Ja, sie wäre perfekt. Das Mädchen, das in Flammen steht.
Clove suchte dieses Mal ein gutes Messer aus; nur das Beste für die liebe, kleine Bergarbeiterin. Dieses war schwerer und stellte eine größere Herausforderung dar. Die Attrappe, die sich ihr am Nächsten von Seite zu Seite bewegte, und demzufolge die schnellste war, hatte plötzlich olivfarbene Haut und ein Paar weiser, grauer Augen. Mit einem leichten Keuchen³ schleuderte Clove das Messer und es landete genau dort, wo sie es beabsichtigt hatte.
Direkt ins Herz.
Wie war noch einmal der Name des Mädchens?
Katniss.
Der Applaus des Trainers holte sie in das Trainingszentrum zurück. Clove ignorierte ihn, plötzlich in mieser Stimmung bei der Erkenntnis, dass dies nur Training und das nur Attrappen waren. Eine große Leere überkam sie, wie so oft. Sie war so sehr darauf konzentriert etwas zu fühlen, dass sie Cato fast nicht bemerkt hätte, bevor sie in ihn hinein stolperte.
„Pass doch auf!", fauchte sie, obwohl sie diejenige war, die in ihn hineingelaufen war.
„Sorry", log er. Dann nickte er mit seinem Kopf in die Richtung, in der Marvel und die beiden aus Distrikt 4 einige Stationen weiter standen und fügte hinzu: „Wir werden gebraucht."
Als sie sich Marvel näherten, waren seine tiefblauen Iriden auf etwas quer durch das Trainingszentrum fixiert. Clove brauchte nicht lange zu suchen, um zu finden, worauf er seinen Blick richtete: es war ein Junge, der exakt beschrieben werden konnte als ein gewaltiges Schiff inmitten eines Ozeans voller Niemande.
Er trainierte alleine an seiner Station. Seine riesigen, braunen Arme trugen eine Axt, dessen Klinge die Größe von Cloves ganzem Körper haben musste. Die Art, wie er sie schleppte, ließ ihn aussehen als wäre er ein Bergriese, der gerade aus einem der wenigen Märchen herausgetreten war, die sie als Kind gehört hatte. Sein entschlossenes Gesicht könnte, genau wie bei diesen Riesen, auch mit dem Blut von kleinen Kindern befleckt sein, als er seinen zukünftigen Attrappen-Gegner mit unvergesslich goldenen Augen anvisierte.
Dann, als ob die Axt gewichtlos wäre, schwang er sie um seinen Körper und durchschnitt den Körper der Attrappe in einer senkrechten Linie, genau am Kopf beginnend. Es war Perfektion, die normalerweise nur durch jahrelanges Training erlangt worden sein konnte. Nur dass dieser Junge kein Training hatte, zumindest nicht, wenn das stimmte, was Clove über seinen Distrikt vermutete. Distrikt 11 war einer der ärmsten Distrikte in ganz Panem.
Dieser Stunt musste Marvel beeindruckt haben.
„Wir könnten ihn durchaus gebrauchen", nickte er. Von der Art wie er das sagte, könnte er genauso gut zu dem Endpreis eines Diamanten oder dem eines der anderen Schmuckwaren, die sein Distrikt produzierte, zugestimmt haben.
„Aber natürlich", fügte er seufzend hinzu, „ist das nicht meine alleinige Entscheidung."
Sein Gesicht war wieder distanziert, als er sich zu Cato wandte. Obwohl es nicht erwähnt worden war, war Cato zum Anführer der Gruppe befördert worden. Immerhin war er der Stärkste, der Aggressivste und der Labilste. Es war so, als ob er unter ihnen einen göttlichen Status erhalten hätte. Eine falsche Bewegung, die ihn wütend machte, würde für einen von ihnen das Ende zur Folge haben. Marvel schien dies allerdings am meisten herauszufordern. Clove vermutete, dass das vermutlich daran lag, dass er in seinem Leben bisher noch nie jemandem gehorchen musste.
Cato beobachtete den Jungen aus 11 durch verengte Augen. „Er wird nein sagen", sagte er mit überraschender Durchsichtigkeit.
„Zu uns?", fragte Marvel amüsiert. „Das ist höchst unwahrscheinlich."
„Er ist aus Elf", sagte Cato. „Sie können die Distrikte nicht leiden, dessen Angehörige nicht mit Dreck bedeckt sind."
Die beiden aus Distrikt 4 starrten den Jungen weiterhin aus geweiteten Augen an und stimmten eindeutig Marvel zu. Aber keiner wollte sich Cato entgegenstellen.
Als er erkannte, dass er vielleicht verlieren könnte, sah Marvel über seine Schulter zu Glimmer, die mit einem gespannten Bogen in ihren Händen an der Station stand, die ihnen am Nächsten lag.
„Glimmer!", bellte er. „Komm hier her!"
Die Ablenkung, ihren Namen in solch einer respektlosen Art und Weise gerufen zu hören, verursachte, dass die Flugbahn ihres Pfeils beinahe sämtliche Zielscheiben verfehlte. Ihre grünen Augen verengten sich, aber sie drehte sich dennoch um und presste den Bogen gewaltsam in die Hände des Trainers. Dann stampfte sie zu ihnen herüber.
„Guck", sagte Marvel, als sie sich näherte und nickte zu 11. Er trampelte nun von den Äxten weg, ausgerechnet zur der Station mit den essbaren Pflanzen. Dann sah Clove den Grund.
Das kleine Mädchen aus seinem Distrikt wank ihn, mit einem Ausdruck von Freude auf ihrem jungen Gesicht, wie wahnsinnig zu sich.
In Gedanken verzog Glimmer ihren Mund zur Seite und sah dadurch aus wie ein Kaninchen, das auf Gras herum kaute. Dann hoben sich ihre Augenbrauen.
„Er wäre ein Gewinn", sagte sie.
Die beiden immer noch schweigenden aus Distrikt 4 nickten ebenfalls zustimmend. Dann wandten sich alle zu Clove.
Ein unheilverkündender Schatten schien dem Grauen erregenden Tributen zu folgen, wohin er auch ging. Clove konnte ihn fast sehen, als sie ihn beobachtete. Es machte keinen Sinn; Cato war genauso groß wie er, vielleicht sogar noch größer. Und dennoch hatte sie bei ihrem ersten Treffen mit Cato nicht das gleiche Gefühl empfunden, das sie, allein von der Beobachtung aus der Ferne, bei dieser gewaltigen Kreatur überkam. Ein Gefühl, das ihr sagte, dass sie ihn nicht in ihrem Team haben wollte. Tatsächlich war es so: Umso weiter sie ihm in den Spielen fernblieb, umso besser.
Es war so untypisch für sie, sogar sie wusste das. Aber es war nicht zu leugnen – Clove fürchtete sich vor dem Jungen aus Distrikt 11.
„Nein", sagte sie. „Umso eher wir ihn töten, umso besser."
„Überstimmt", sagte Marvel entschieden, dennoch wanderten seine Augen zu Cato; nur dass Cato Marvel nicht anschaute. Er sah Clove an.
Das war die Erlaubnis, die Marvel brauchte.
Genauso wie Cato der unausgesprochene Anführer der Gruppe geworden war, war Marvel zum Sprecher ernannt worden – der lässige Vermittler. Er war dieses Jahr der Reklameheld der Careers.
Allerdings war der Tribut aus Distrikt 1 ein Mann mit vielen Gesichtern.
In der Nähe von Clove und dem Rest ihrer Bande war er oft in sich gekehrt⁴ und ausdruckslos. Wenn er für das Kapitol auftrat, war er charismatisch und kontaktfreudig und wusste genau wie man für die Menge spielen musste. Wenn er vor den anderen Tributen herumstolzierte, war er blasiert und aus eigener Kraft furchteinflößend – mit seinen kalten, blauen Augen und seinem außergewöhnlichen Talent im Umgang mit Speeren.
Aber als er sich dem Jungen aus 11 näherte, war das Gesicht, das er wählte, sein gewöhnliches: kalt und gleichgültig.
Cato folgte dicht hinter ihm und Clove entschied, dass es für sie nur Sinn machen würde, wenn sie mit ihm ginge. Sie waren die Distrikt 2s – die wirklichen Einschüchterungsgründe. Aber als sie jeder Schritt näher und näher zu 11 brachte, fühlte sie sich alles andere als einschüchternd.
Beim Anblick von ihnen machte 11 eine Bewegung zu dem kleinen Mädchen, das hinter ihm hockte. Es überraschte Clove, als sie bemerkte, dass dieses Mädchen sie mit mehr Mut beäugte, als einige Tribute, die doppelt so groß waren wie sie. Sie regte sich nicht, bis 11 sie ein weiteres Mal wegscheuchte.
Aus irgendeinem Grund verließ eine Frage Cloves Lippen, ohne groß darüber nachzudenken.
„Wie ist sein Name?", fragte sie Cato flüsternd.
Cato war ihr nicht zugewandt; sein gesamter Fokus lag auf 11. Aber er antwortete trotzdem.
„Thresh."
Thresh.
Dem Gesicht einen Namen zu geben ließ sie sich ein bisschen besser fühlen. Es war der Beweis, dass diese Kreatur zumindest ein Mensch war. Aber es beruhigte ihre Nerven nicht, als Thresh seine Gliedmaßen bewegte und Marvel entgegenkam. Und es beruhigte ihre Nerven ganz sicher nicht, als sie Threshs Gesicht sehen konnte oder genauer gesagt, als sie seine Augen aus der Nähe sah. Seine Haltung war hart wie Stein. Er war wirklich wie ein Riese. Ein Riese, der wahrscheinlich herüberlangen und ohne Zweifel den großgewachsenen Marvel in zwei Teile reißen konnte. Was geschah gerade überhaupt? Clove war sich nicht sicher. Marvel musste ihm aber die Einladung in ihre exklusive Gruppe angeboten haben, da Thresh nun seinen Mund öffnete, um zu sprechen.
„Nein", sagte er. Seine Stimme grollte wie Donner.
Marvel sah aus, als hätte er nicht verstanden. „Nein?", wiederholte er.
„Nein."
Marvel neigte seinen Kopf zur Seite und ein irritiertes Lächeln zog seine Lippen hoch, als ob der gewaltige Junge einen guten Witz erzählt hätte.
„Du lehnst uns ab?", gluckste er. „Nun, jedem das seine, nehme ich an."
Clove wollte sich umdrehen und genau hier und jetzt weggehen, aber dann meldete sich Cato zu Wort.
„Schwerer Fehler", sagte er. Ein düsteres Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, aber seine Stimme grenzte an einem Knurren.
In diesem Moment sah Cato wirklich bedrohlich aus, aber Thresh brauchte so eine Anregung nicht. Er blieb völlig still und der Effekt war der gleiche. Ihre beiden ungewöhnlichen Augenpaare⁵ starrten zornig ineinander, erzeugten eine gemeinsame Übereinkunft, die keine Worte benötigte: Irgendwann nachdem die Kanone ertönte und den Start der Spiele signalisierte, wäre es einer von ihnen, der den anderen tötete.
Dann wanderten diese goldenen Augen ohne Vorwarnung zu Clove.
Unverzüglich überkam Clove der Wunsch zu rennen. Aber stattdessen pflanzte sie zum Trotz ihre Füße fest auf den Boden und krümmte ihren Rücken. Er würde nicht wissen, dass sie vor ihm Angst hatte. Und ganz im Ernst, was gab es wirklich zu befürchten? Er war menschlich. Ihre Messer würden ihn genauso leicht zu Fall bringen, wie seine kleine Distriktpartnerin.
Wenn Clove versuchte sich vorzustellen, wie sie ihn mit den Waffen ihrer Wahl verstümmelte, sah ihr inneres Auge jedoch aus irgendeinem Grund nur eine Vision von ihm, wie er sie aus seinem Körper herauszog, als wenn sie nichts weiteres wären als lästige Splitter. Es war viel leichter sich vorzustellen, wie seine brutale Stärke sie überwältigte, auf die gleiche Weise wie Cato neulich nachts.
Nur viel schlimmer.
Als Thresh den Augenkontakt brach, erwischte Clove sich selbst dabei wie sie trotz ihrer vorübergehenden Tapferkeit zu Cato zurückwich. Diese kleine Bewegung war nur ein Ersatz dafür sich komplett hinter ihm zu verstecken.
Gegen ihren Körper fühlte sich seine Brust hart an, aber sie strahlte Hitze aus. Und ihre kleine Gestalt passte in seine, in der gleichen rauen, aber perfekten Art, wie zwei Teile eines Steines zusammenmontiert werden konnten, nachdem sie frisch auseinander geschnitten worden waren. Ein Hauch seines Atems blies gegen die vereinzelten Haare, die aus ihren Zöpfen herausragten. Sein Herz schlug vielleicht dreimal hinter ihrem Kopf. Für einen Moment beruhigten sich ihre Nerven.
Dann realisierte sie, was sie tat.
Auf der Stelle riss Clove sich von ihm los. Wieso nur ist das passiert?
Zunächst sah sie ihn nicht an, in der Erwartung ein spöttisches Grinsen zu sehen oder vielleicht die klassische Frage zu hören, die sie sich immer gegenseitig zu fragen schienen: „Hast du Angst?" Aber als die Neugier siegte, sah sie, dass sein Ausdruck, vollkommen untypisch war. Er betrachtete sie mit Neugierde und schien … verwirrt. Als ob sie ein schwieriges Puzzle wäre, das er nicht zusammensetzen konnte. Auf seinem Gesicht war noch nicht einmal ein Hauch von Sarkasmus. Sie hatte ihn noch nie so echt aussehen gesehen.
Als Marvel an ihnen vorbeischritt, zweifelte Clove immer noch an Catos und ihrem eigenen Verstand. Aber das war das Zeichen gewesen zur Gruppe zurückzugehen.
Die Vermittlung war vorbei. Ihre Anfrage war abgelehnt worden.
Jedoch war Clove sicher, dass Cato Recht hatte, als er Thresh gesagt hatte, dass seine Entscheidung ein Fehler gewesen war.
oOoOoOo
Marvel regte sich immer noch über Distrikt 11 auf⁶, als sie alle im Speisesaal saßen, der dem Trainingszentrum gegenüber lag.
„Er muss bescheuert gewesen sein. Ehrlich, ich verstehe diese Provinzbewohner nicht", sagte er und deutete mit einer Hand zum größten Teil des Raumes. Einige Tribute, die in ihrer Nähe saßen, schauten kurz bei der Geste auf und aßen dann klagend ihr Essen weiter.
Catos raues Gelächter hallte schmerzhaft in Cloves Ohren. Verspürte er wirklich das Bedürfnis dazu andauernd so unausstehlich zu sein?
„Spielt es eine Rolle?", fragte Cato und fügte dann eine Oktave tiefer hinzu: „Es wird ein Spaß werden ihn zu töten."
Töten.
Das Wort hing für einen Moment in der Luft und brachte eine Decke an Intensität mit sich, die sie umhüllte. Cloves Körperhaltung richtete sich auf.
„Vielleicht für dich."
Es war die zierliche Stimme von Marina, die die plötzliche Stille durchbrach. Ihre Gesichtszüge verhärteten sich, als sie fortfuhr: „Aber der Rest von uns ist nicht zwei Meter groß⁷ und gebaut wie eine Mauer."
Es war kein Kompliment. Ihre Worte waren voller Verbitterung. Clove bemerkte wie sich ihre Augen verengten, als sie das Mädchen analysierte, das nun ihren Kopf gesenkt hielt und bitter auf das merkwürdige Brot auf ihrem Teller sah, das mit grünem Seetang gepunktet war.
Gerade erst an diesem Morgen hatte das gleiche Mädchen mit einer flüssigen Bewegung eine Harpune in eine Attrappe geschleudert, die sechs Meter entfernt stand. Mit einer schnellen Bewegung hatte sie sie dann in Reichweite zu sich gezogen und mit einem Messer gewaltsam quer über den Hals geschnitten. Nicht einmal Clove konnte leugnen, dass diese Darstellung verführerisch tödlich war.
Aber als Marina jetzt auf ihre Lippe biss und die glasigen Augen auf ihren Teller gerichtet hielt, war sie unbestreitbar erbärmlich.
Das Zeigen von Schwäche schien unverzeihlich. Vielleicht gehörte sie zu den anderen Tributen, die an ihren eigenen Tischen saßen, mit ähnlichen Ausdrücken auf ihren Gesichtern: Mitleid, Verbitterung, Ablehnung. Marvel musste das gleiche gedacht haben, denn für einen Moment begegnete Clove über dem Tisch seinen blauen Augen in, wie sie glaubte, Übereinstimmung.
Sollten sie sie behalten?
Was sie waren, Cato, Glimmer, Marvel, Marina, Fischkopf und sie selbst, war ein vorübergehendes Bündnis, dessen Mitgliedschaft die Zustimmung erforderte, sich nicht gegenseitig zu töten, bevor der Rest der Konkurrenz beseitigt wurde. Das war etwas, dass Clove niemals vergaß. Sie weigerte sich irgendeine Darstellung von Emotionen in der Nähe dieser Personen zu offenbaren oder sich in ihrer Gegenwart auch nur eine Minute verwundbar zu zeigen. Denn wenn es allein auf sie hinausliefe – was es mit Sicherheit würde – wäre das der Moment wenn die wirkliche Show begann.
Die brutalsten Finale fanden immer zwischen Distrikt 1, 2 und 4 statt. Manchmal waren diese Entscheidungskämpfe so unterhaltsam, dass die Spielemacher nicht einmal Wetterkatastrophen oder Mutationen in das Durcheinander werfen mussten. Clove erinnerte sich an ein Jahr, als, unmittelbar nachdem der letzte unbedeutende Tribut abgeschlachtet worden war, die übrigen sechs es genau dort über dem Körper ausgetragen hatten und in weniger als fünfzehn Minuten später im wahrsten Sinne des Wortes ein Sieger erklärt worden war.
So lange hatte es für sie gedauert, um aufeinander loszugehen.
Und Clove wusste, dass es dieses Jahr nicht anders werden würde.
Um ehrlich zu sein mochten sie sich in ihrer Gruppe untereinander kaum. Sie setzten in der Nähe von den anderen Tributen eine gute Fassade auf, zum Zwecke der Einschüchterung. Aber trotz der freundlichen Gesichter und scherzhaften Streiche, waren fast alle Gespräche – besonders zwischen Marvel, Glimmer, Cato und Clove – vorsichtig kalkuliert und die meisten gemachten Äußerungen besaßen dahinter eine unterschwellige Bedeutung. Die Spannung zwischen allen von ihnen war fast immer hoch und Clove konnte sich nicht vorstellen, dass sie nicht weiter ansteigen würde, nachdem sie die Arena betreten hatten.
Sie fragte sich, wie wohl ihr finaler Entscheidungskampf sein würde. Wer würde übrig bleiben? Denn wenn Marina oder Fischkopf immer noch da waren, würden sie sicher zuerst getötet werden. Aber wer dann? Würde Marvel sich vielleicht Cato zuwenden und versuchen ihn aufzuspießen, da er die körperlich größte Gefahr war? Oder würde Glimmer möglicherweise etwas Hinterlistiges abziehen, wie eine Zeit lang zu verschwinden, bis nur noch einer von ihnen übrig war, um dann mit einem unerwarteten Angriff zurückzukommen? Oder würde Cato sie alle ganz einfach kaltmachen, bevor irgendjemand auch nur irgendetwas davon tun konnte?
Clove erkannte, dass es, wenn es darauf hinauslaufen sollte, höchstwahrscheinlich nichts davon wäre.
Sie war diejenige, die zuerst angriff.
Es ginge leicht und schnell jeden von ihnen an der Kehle mit einem Messer zu erwischen. Aber das würde keinen Spaß machen, oder? Dies wären immerhin die letzten Morde ihres Lebens; selbst wenn sie nicht in der Arena sterben würde. Sie würde sie lohnenswert machen. Wen würde sie sich bis zum Schluss aufheben? Vielleicht Glimmer? Ihr Gesicht wäre nicht mehr so hübsch, wenn Clove es mit ihrem Messer bearbeiten würde. Oder was war mit Marvel? Was würde er tun, wenn sie es irgendwie zustande bringen würde ihn unter sich festzunageln – so weit unter dem, wo er sonst auf seinem hohen Ross saß?
Dann wanderten ihre Gedanken zu Cato. Er würde die größte Herausforderung werden. Mit ihren beiden Waffen wäre es der Kampf des Lebens. Er mochte seine brutale Stärke und seine Kraft haben, aber Clove besaß Beweglichkeit und Geschick. Einem Schwert auszuweichen würde nicht schwierig werden, ebenso wenig wie einem Speer. Aber er würde Schwierigkeiten haben.
Sie verfehlte niemals ein bewegliches Ziel.
Catos staubgoldener Kopf war wie immer leicht geneigt und sein Mund verzerrte sich zu einem winzigen, höhnischen Lächeln, während seine blassen Augen sich in Marina gruben. Er dachte darüber nach sie umzubringen; Clove konnte es an der Stille seines Körpers erkennen.
Oh, was für ein perfektes Paar sie waren, die Tribute aus Distrikt 2.
Vielleicht vertraute sie Brutus nicht, aber seine empfohlene Anweisung des Ablaufes war richtig. Schaltet die Konkurrenz aus, schaltet Distrikt 1 aus und hebt euch für den Schluss auf. Außerdem bekam ein Tribut immer noch eine Rangfolge, selbst wenn er in den Spielen starb. Wäre es ihrem Distrikt gegenüber nicht nur fair betrachtet, wenn der erste und zweite Platz von seinen beiden und einzigen Tributen belegt werden würde?
„Nun …" Marvels dunkle Stimme durchschnitt die Stille. Das Glas, das er an seinen Mund führte, konnte sein Lächeln nicht komplett verbergen. „Du weißt wirklich nie welche Überraschungen du in der Arena finden wirst."
oOoOoOoOoOoOo
¹ = "It simply boggled Clove's mind". („mind-boggling": irre, umwerfend, verblüffend, verwirrend; „to boggle someone's mind": konfus machen) Hierfür habe ich mehrere passende Übersetzungen gefunden (sich den Kopf darüber zerbrechen, es verwirrt den Verstand, …) und mich schließlich für „sie konnte es nicht fassen" entschieden.
² = "Long locks of frizzy curls". Locks und curls bedeutet beides Locken. Ich habe es nur einmal verwendet.
³ = an dieser Stelle eigentlich „grunt", was Grunzen bedeutet. Ich habe es stattdessen durch „Keuchen" ersetzt, da es einfach besser klingt.
⁴ = „turned off" bedeutet in etwa „ausgeschaltet", „abgedreht", abgestellt", „ausgestellt". Ich habe es mit „in sich gekehrt" übersetzt
⁵ = „sets of eyes", habe hierfür keine passende Übersetzung gefunden, aber ich denke mal, dass „Augenpaare" das schon ganz gut trifft.
⁶ = „Marvel was still carrying on about District 11" – „carry on": fortfahren, weiterführen,… „carrying on" bedeutet unter anderem auch „Schimpferei", deswegen habe ich mich für „Marvel regte sich immer noch über Distrikt 11 auf" entschieden
⁷ = „six feet something" – sechs Fuß sind in etwa 1,80 m. Das „something" ergänzt dann den Rest ;)
