„Oliver!" Sie konnte nicht glauben, daß er das getan hatte. Er hatte sie vor die Tür gesetzt! Sie war fassungslos. Dabei hatte sie ihn doch nur vor sich selbst schützen wollen. Na, warte! So einfach kommst du mir nicht davon! dachte sie wütend. Mit einem energischen Griff öffnete sie ihren Schirm und stapfte aufgebracht durch den Regen zu ihrem Mini. Kaum saß sie hinter dem Steuer, packte sie ihr Tablet aus und begann zu tippen. Für einen kurzen Moment regte sich ihr schlechtes Gewissen, doch als die ersten Bilder auf dem Display erschienen, siegte ihre Neugier. Das hatte Oliver Queen nun davon, daß er sich eine der besten Hackerinnen in sein Team geholt hatte. Es war für sie ein Kinderspiel, sich in den nächstgelegenen Satelliten zu hacken und eine Wärmebildkamera zu finden, die sie auf die Queen Villa schalten konnte. Sie wußte, daß es in der Villa keine Kameras gab, deshalb mußte sie den Umweg nehmen. Aber nichtsdestotrotz fand sie heraus, was sie wissen wollte. Auf ihrem Tablet erschien der Grundriss der Villa mit zwei rot leuchtenden Personen darin. Oliver hatte die Wahrheit gesagt. Seine Familie war nicht zuhause. Er war allein mit Cassandra Taylor. Felicity vergrößerte den Ausschnitt. Sie hatte angenommen, sie würde die beiden roten Wärmebilder der beiden in unmittelbarer Nähe oder sogar übereinander finden - bei dem Gedanken schüttelte sie sich. Doch nichts davon war der Fall. Im Gegenteil, sie befanden sich sogar mehrere Räume von einander getrennt. Während die eine sich nicht mehr bewegte und wohl schon schlief, lief die andere in ihrem Zimmer hin und her, verschwand im angrenzenden Raum und kehrte dann wieder in das erste Zimmer zurück. Dann bewegte auch sie sich nicht mehr. Oliver war ins Bett gegangen, genau wie er gesagt hatte. Felicity Smoak, du bist eine eifersüchtige Stalkerin. Sie fühlte sich grauenhaft, weil sie Oliver mißtraut und hintergangen hatte. Sie wußte selbst nicht, warum sie das getan hatte. Doch, sie wußte es. Sie war eifersüchtig auf diese fremde Frau, die es geschafft hatte, sich in sein Haus zu schleichen und gemeinsam mit ihm unter einem Dach zu schlafen. Und der es irgendwie gelungen war, sein Herz zu treffen.