"Kommen Sie doch herein!", sagte Tante Petunia freundlich. ¨Vielen Dank¨, erwiderte der Fremde charmant. Sie reichte ihm ihre Hand und er beugte sich vor, um sie zu küssen, was sie erröten ließ.

Kurz schien Tante Petunia verwirrt zu sein, ehe sie sich fasste. "Ähm ... kommen Sie am Besten mit in das Wohnzimmer, dort spricht es sich besser als hier im Flur" "Aber gerne doch", sagte der Fremde sanft lächelnd.

Während er Tante Petunia in das Wohnzimmer folgte, stand Harry etwas verloren in dem Eingangsbereich. Der Fremde war wirklich merkwürdig. Er zuckte mit den Schultern, ehe er seiner tante und dem Fremden folgte.

Onkel Vernon hatte es sich mit, der immer noch berührten Tante Petunia, auf dem Sofa bequem gemacht, während der Fremde in dem breiten Sessel saß. Harry blieb am Türrahmen stehen. Von dort aus hatte er alles gut im Blick und konnte so auch Dudley sehen, der bei der Küchenzeile stand und wartete.

Harry runzelte seine Stirn. Es kam ihm wirklich spanisch vor. Onkel Vernon lud oft Geschäftskollegen ein, das war also nicht besonderes, aber warum kam es ihm so verdächtig vor? Das Schlimme war, dass er selbst es nicht wusste, egal wie sehr er nachdachte.

"Möchten Sie etwas trinken?", fragte Tante Petunia freundlich. Der Fremde nickte. "Sehr gerne. Die Reise war sehr lang", sagte er. "Aber natürlich" Tante Petunia nickte Harry zu. "Harry, sei doch so nett und bring uns einen Sekt", sagte sie gespielt freundlich. Die Dursley hatten aus dem Fehler gelernt, Harry verstecken zu wollen. Deshalb taten sie auf freundlich, um später keine peinlichen Fragen beantworten zu müssen.

"Natürlich", sagte der Junge und ging in die Küche, wo er Sekt in drei Sektgläser füllte und dann in das Wohnzimmer zurückkehrte. "Bitte", sagte er und gab den Erwachsenen jeweils ein Glas.

"Vielen Dank", sagte der Fremde und nippte an seinem Glas. "Mir wird nicht oft etwas so angeboten", erwiderte er amüsiert. "Das ist traurig!", rief Onkel Vernon entrüstet. "Das gehört sich nicht!"

Tante Petunia lachte gezwungen. "Haben Sie Hunger, Mr Morris?" Morris ... so hieß also der Fremde. "Ein wenig schon", gab er zu. "Aber das ist nicht nötig! Ich würde lieber mit der Verhandlung beginnen. Natürlich nur, wenn es Ihnen nichts ausmacht!", fügte er charmant lächelnd hinzu. "Natürlich", sagte Onkel Vernon. "Wir können sofort beginnen!"

"Vielleicht wäre es gut, wenn ein paar Snacks bereitstehen würden. Für den kleinen Hunger!", sagte Tante Petunia scheinbar nachdenklich. Dies war ein "dezenter" Hinweis für Dudley. Dieser schien es jedoch nicht zu verstehen - wenn er es überhaupt hörte. "Dudley!", zischte Harry seinem Cousin zu. "Was ist, Potter?", fauchte dieser. "Die Snacks!" Harry deutete auf ein Tablett, auf welchem unter anderem Brötchen lagen. "Ich weiß!", zischte Dudley. "Es sollte eine Überraschung werden!"

Harry verdrehte seine Augen. "Natürlich", erwiderte er. "Das wird er schon von deiner Anwesenheit sein!" Sein Cousin schaute ihn kurz verwirrt an, aber ehe er etwas sagen konnte, hatte Harry ihm einen Stoß mit seinem Ellebogen in die Rippen gegeben. "Na los, geh jetzt!", zischte Harry.

Dudley nickte ärgerlich, bevor er sein bestes Fake-Lächeln aufsetzte und aus der Küche mit dem Tablett watschelte.

"Ach ja, das ist unser Sohn, Dudley", hörte Harry wenige Momente später Onkel Vernon sprechen. "Sehr beliebt bei den anderen Kindern"

Harry verdrehte seine Augen und konnte, da er immer noch in er Küche stand, niemanden sehen, doch hörte er die sanfte Stimme von Mr Morris. "Ich sehe es. Er sieht sehr gut erzogen aus, habe ich Recht?"

"Natürlich, Mr Morris. Unser Dudley ist sehr gut erzogen, darauf haben wir immer geachtet. Er schreibt gute Noten, ist beliebt und bescheiden", sagte Tante Petunia stolz.

Harry verdrehte abermals seine Augen und schlich in den Flur, um von dort aus ins Wohnzimmer zu spähen.

Mr Morris' Mundwinkel zuckten. "Das ist gut. So etwas sieht man heutzutage immer seltener. Wie gut, dass wenigstens die normalen Menschen darauf achten!", sagte er charmant.

"Ich bin ganz Ihrer Meinung", flötete Tante Petunia. "Dudley, stell doch bitte das Tablett auf den Tisch. Du wolltest doch noch lernen, oder?"

"Ja, Mutter", sagte Dudley brav und stellte vorsichtig das Tablett auf den Tisch. "Es ist mir eine Freude, Sie kennen gelernt zu haben!", sagte er zu Mr Morris.

Dessen Mundwinkel zuckten abermals. "Ebenso!"

Dann ging Dudley wieder in die Küche, doch davor schlug er Harry kurz. "Das wirst du mir büßen!", zischte er. "Schlag mich niemals wieder!"

"Warum? Du machst es doch auch immer bei mir!", entgegnete Harry mit funkelnden Augen.

"Du - ", begann Dudley, doch Harry unterbrach ihn.

"Ich was? Glaub mir, wenn ich könnte, würde ich dich verfluchen! Dann könntest du nicht zu deiner Mummy rennen und dich bei ihr ausheulen!", zischte Harry.

Dudley sah aus, als wäre er kurz davor zu Explodieren. "Halt deine Klappe, Potter! Sonst - "

"Sonst was? Rufst du deine Gang, welche zu dumm ist, um kleine Kinder und Gegner zu unterscheiden?"

"Ich hasse dich, Potter!", zischte Dudley und ging in die Küche.

"Ich dich auch!", murmelte Harry, ehe er kurz seinen Kopf schüttelte und wieder in das Wohnzimmer spähte.

Onkel Vernon redete gerade davon, wie toll Dudley doch war.

"Ja, sicher!", zischte Harry so, dass die Erwachsenen es nicht hören konnten.

"Wie heißt nochmal der Junge von vorhin?", unterbrach Mr Morris den langweiligen Monolog Onkel Vernon's.

Dieser schien kurz verwirrt zu sein, warum Mr Morris ausgerechnet nach Harry fragte, fing sich aber schnell wieder.

"Harry", sagte er leicht angewidert.

"Sie scheinen ihn nicht sonderlich zu mögen!", stellte Mr Morris fest. "Warum ist er dann hier?"

"Seine Eltern sind tragischerweise tot", half Tante Petunia schnell ihrem Mann. "Wir haben ihn bei uns aufgenommen, er ist mein Neffe, wissen Sie, da war es uns lieber ihn hierzuhaben. Waisenkider haben es ja sehr schwer heutzutage!"

Mr Morris's Mundwinkel zuckten abermals. "Das ist sehr tragisch. Wie alt war der Junge bei dem Tod seiner Eltern?", fragte er interessiert.

Tante Petunia sah unbehaglich drein. "Ein Jahr", sagte sie scheinbar traurig. "Meine Schwester und ihr Ehemann kamen bei einem Autounfall ums Leben"

"Traurige Welt", sagte Mr Morris und seufzte. "Die Besten sterben immer zuerst"

"Ja, leider", sagte Onkel Vernon.

Harry war sich sicher, dass sein Onkel nicht meinte, dass es traurig war, dass seine Eltern starben, eher, weil ihn aufnehmen musste.

"Vielleicht sollten wir mit der Verhandlung beginnen", schlug Mr Morris vor.

"Gute Idee", stimmte Onkel Vernon ihn zu. "Sehr gute Idee" Er stand schwerfällig auf und schlug die Tür zu.

Ich hab's noch geschafft ^^ Ihr ahnt nicht, wie glücklich ich bin. So, eigentlich sollte Harry schon in Askaban sein, aber irgendwie ist es länger geworden ... Sei's drum.

Anyway, bis in zwei Wochen ^^ (Oder halt in einer, wenn ihr auch Tödliche Rache liest ^^)

Achja, was wird wohl jetzt passieren? Schreibt es in die Kommentare, ich bin ich neugierig was ihr denkt ^^

So, jetzt aber:

Bye ^^