Sie saßen nebeneinander auf der hölzernen Veranda, angelehnt an ihren verlässlichen Unterschlupf der letzten Tage, und blickten in die Sterne. Die Nachtluft war mild und kaum ein Geräusch drang an diesem windstillen Ort bis zu ihnen durch. Nur aus dem entlegenen Dorf vernahmen sie dann und wann langsame Weisen, die ihnen zugleich fremd und seltsam vertraut erschienen.
Cara balancierte einen Becher Spotchka in ihrem Schoß, den sie mit beiden Händen hielt. Abwesend zeichneten ihre Daumen unsichtbare Muster auf dem Gefäß. Die Kriegerin war erleichtert; die Anstrengung des vergangenen Kampfes war einer zufriedenen Gelassenheit gewichen. Sie genoss den Moment und lächelte unwillentlich, als ihr bewusst wurde, wie sehr sie sich an Din gewöhnt hatte, auch wenn ihr Gefährte in Bezkar kein Mann der Worte war oder vielleicht auch gerade deswegen. Das ist der Weg war sein Mantra, das ebenso bedeutungslos wie bedeutsam aufgefasst werden konnte. Din nahm es ernst und ließ sich nicht von Spöttern und Ketzern verunsichern. Der Weg war kein gerader oder offensichtlicher. Manch einer war bestimmt von ihm abgekommen oder umgekehrt. Din hielt an seinen Überzeugungen fest. Er war loyal und verlässlich, beinahe gefährlich berechenbar für einen Kopfgeldjäger.
Aber er konnte nicht loslassen. Auch in dieser angenehmen Nacht, nach einem großzügigen Essen, wirkte er wie ein Jäger. Nicht, dass er auf Cara einen bedrohlichen Eindruck gemacht hätte, aber sein Körper war angespannt, als sei das gemeinsame Sterne-Gucken für ihn mit enormer Anstrengung verbunden. Sie musste noch nicht einmal in seine Richtung blicken, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Sie spürte sein Misstrauen und fragte sich, wogegen es gerichtet sein mochte. Gegen sie? Oder gegen die Stille? Den Ort? Vielleicht den Frieden? Oder möglicherweise gegen sich selbst? Vielleicht würde er gern loslassen, nur war das neben ihr undenkbar.
„Los. Beweg' dich," befahl Cara und sprang auf. Den Becher behielt sie in der Hand. Din hob langsam den Kopf.
„Komm' schon." Die Soldatin war erleichtert über Dins Haltung, knappen Befehlen nahezu unmittelbar Folge zu leisten. Sie schob ihn ans Ende der Veranda und um die Ecke der Hütte.
„Setz' dich."
Cara sank wieder auf die Planken und lehnte sich an die Wand. Sie atmete hörbar aus und hob den Blick zum Himmel. Sie hörte, wie Din sich auf dem Holzboden niederließ, verharrte, sich anlehnte und dann das sanfte Rauschen von weichem Stoff, gefolgt von einem dumpfen metallischen Ton, als der Mandalorianer seinen Helm neben sich abstellte. Wenn sie darauf achtete, hörte sie ihn jetzt atmen. Gierig sog er die frische Nachtluft ein, und nach einer Weile murmelte er ein heiseres „Danke".
Cara legte freundschaftlich ihre Hand auf seine behandschuhte, die neben ihrem linken Oberschenkel ruhte. Sofort zog Din sie weg und die Soldatin fluchte innerlich bis sich seine warme Hand, diesmal ohne Handschuh, zögerlich auf ihre legte und langsam entspannte.
