Kapitel 4

Unsere kleine Reisegruppe war einen Tag unterwegs und Tanmoku Ki erwies sich als sehr versierter Reiter. Er schien überhaupt keine Probleme zu haben lange Strecken zu Pferde zu bereisen. Zwischendurch machten sie in einem Gasthaus Halt, um sich zu stärken und danach zügig weiter zu reiten. Conrad hatte Josak gebeten, die Truppe zu begleiten, war er sich nicht wirklich sicher, ob sein kleiner Bruder immer alle Aufmerksamkeit der Umgebung schenkte, oder doch eher seinem silberhaarigen Begleiter. Auf seinen besten Freund und hervorragenden Spion konnte sich Conrad jedoch immer verlassen. Der orangehaarige Mazoku hatte seine Umgebung komplett im Blick, ebenso wie Murata, der neben ihm ritt. Wolfram und Tanmoku unterhielten sich angeregt. „Dies hier sind die Länder der Wincott Familie. Hast du schon von Julia von Wincott gehört?" fragte Wolfram. Ki nickte. „Ja, ich habe von ihr gehört, da meine frühen Vorfahren mit ihr gemeinsam arbeiteten. Sie haben sich gegenseitig in den beiden Welten geholfen bei der Heilung verletzter Seelen. Allerdings auch bei der Suche nach Dämonen, die ihrer Strafe versuchten zu entfliehen, in dem sie die Welten wechselten." Ki genoss die herrliche Landschaft. „Es ist wunderschön hier. Wenn die gesamte Reise so eine hübsche Aussicht bietet, bin ich mehr als beglückt." Sagte er leise zu Wolfram und schaute ihn tief in die Augen. Sein Herz schien zu explodieren, als er das Feuer in den smaragdgrünen Augen sah. Dem Feuerdämon huschte eine zarte Röte über die Wangen als er Tanmoku anlächelte. „Es freut mich, dass dir unsere Reise bisher gefällt." Wolfram ritt näher zu dem Yomeishi. Ihre Beine berührten sich wie zufällig. Wolfram musste sich beherrschen, um nicht seine Hand zu Ki auszustrecken. Sechs Wachen des Dämons sicherten die Gruppe in einiger Entfernung unauffällig ab, während vier Wachen, je zwei vorne und zwei hinten wie Mitreisende wirkten. Wolframs Stellvertreter lenkte seinen Fuchs neben ihn und gab bekannt, dass alles unauffällig sei und sie in wenigen Minuten die nächste Stadt erreichen sollten. „Danke Alanius." Sagte Wolfram und sah sich um. „Wir machen dort dann Rast und reiten morgen weiter. So erreichen wir nachmittags das Schloss von Delchias von Wincott." Alle stimmten ihm zu, waren sie doch müde von der langen Reise. Murata gab Wolfram ein Zeichen, dass er zu ihm vorreiten solle. „Was gibt's Murata?" fragte der Dämon überrascht. „Lasst mich bitte heute Nacht mit dem Yomeishi ein Zimmer teilen und eure Lordschaft mit Josak." Wisperte der große Weise ihm zu. „Ich möchte ihm einige Fragen stellen." Wolfram nickte verwundert. „In Ordnung. Wahrscheinlich ist es auch besser so." seufzte er und wandte den Kopf ab. „Ihr habt Angst Yuri zu hintergehen nicht wahr?" Muratas Aussage traf Wolfram direkt ins Herz. Dieser nickte zögernd. „Ich verstehe es nicht. Obwohl ich die Verlobung aufgelöst habe, liebe ich ihn immer noch." Murata schien in Gedanken versunken. „Das Gefühl kenne ich." Erwiderte er. „Aber ich kann euch versichern. Es wird alles gut werden und zu euren Wünschen ausgehen." Irritiert schaute der Feuerdämon ihn von der Seite an. „Woher wollt ihr das wissen?" Er ließ offen, ob er die Erwähnung seiner Wünsche meinte, oder die Tatsache, dass alles zum Guten werden würde. Muratas Blick schien seine Seele zu erreichen. „Weil ich weiß, welche Kraft sich hinter eurem Handeln verbirgt. Es ist vorherbestimmt. Ihr müsst so handeln." Schnell trieb der Doppelschwarze sein Pferd von Wolfram weg, bevor dieser näher nachfragen konnte. Verwundert sah der Blonde ihm nach, als er Josaks Stimme vernahm. „Dort ist die Stadt."

Sie hatten ihre Zimmer aufgesucht und waren erschöpft auf die Betten gefallen, als Murata sich aufrichtete und seinen Blick auf den Yomeishi richtete. „Darf ich euch eine Frage stellen?" fragte er. Tanmoku Ki war überrascht. „Natürlich dürft ihr das, großer Weiser." Murata ließ sich Zeit die Gedanken zu ordnen. „Was empfindet ihr für Lord von Bielefeld?" Zwei verdutzte silbergraue Augen starrten ihn an. Schließlich hörte er ein leises Seufzen ehe er die sanfte Stimme des Yomeishi vernahm. „Ich weiß, ich dürfte ihn gar nicht begehren. Aber ich kann mich nicht von ihm lösen. Er ist ein Engel in Dämonengestalt. Ich bin mir sicher, dass er mich nicht wirklich liebt, aber sein Herz begehrt werden möchte. Er möchte geliebt werden. Ich liebe ihn nicht so, wie er Yuri liebt, aber ich begehre ihn, wie ein Mann einen Geliebten begehrt." Murata nickte. Das hatte er sich gedacht und offen gesagt auch gehofft. „Warum fragt ihr?" wollte nun Tanmoku Ki wissen. Murata überlegte, wieviel er dem Priester erzählen sollte. „Ich wollte nur sicher gehen, dass ihr Wolfram nicht für immer für euch beanspruchen würdet. Sondern nur als…hm…sagen wir … Affäre." Der Yomeishi schüttelte den Kopf. „Ich könnte ihn niemals für mich beanspruchen, seine Seele gehört bereits dem Dämonenkönig, auch wenn dieser es nicht zu würdigen weiß." „Doch." Flüsterte Murata. „Er weiß es. Er lernt es gerade. Und ihr habt ihn dazu befähigt. Ohne euch, wäre er nie eifersüchtig geworden. Ohne euch hätte er nie seine Gefühle für Wolfram erkannt und öffentlich zugegeben. Es scheint für ihn zu spät, doch wenn er jetzt richtig handelt, wird Shin Makoku eines Tages sogar einen Erben bekommen."

Wolfram lag auf seinem Bett und war eingeschlafen. Josak wollte ihn gerade zudecken, als er ein Seufzen des Prinzen vernahm. „Yuri…nicht…bitte. Ich … dich." Liebevoll schaute er den schönen Mazoku an, welcher so sehr liebte und sich nach ebensolcher Zuneigung sehnte. Tanmoku Ki war zum richtigen Zeitpunkt erschienen, um Yuri und Wolfram irgendwann wieder zueinander zu führen. Doch erst mal musste der Dämonenkönig leiden. Und das war gut so grinste Josak in sich hinein, drehte sich um und wollte das Licht ausmachen. Plötzlich hörte er ein Schluchzen. Erschrocken drehte er sich wieder zu Wolfram und sah Tränen über dessen Wangen laufen. Erst war es ein zaghaftes Schluchzen. Dann wurde es heftiger, obwohl der Spion das Gefühl hatte, Wolfram weine im Traum. Schließlich wachte der Feuerdämon auf und schaute sich verwirrt um. Schnell nahm Josak ihn in den Arm und flüsterte ihm zu: „Du bist in Sicherheit. Du musst nicht traurig sein." Früher hatte er eine eher niedere Meinung über den verwöhnten Sohn der ehemaligen Mao gehabt. Doch in den letzten Monaten hatte sich seine Meinung geändert. Wolfram war je mehr er Yuri liebte, immer weniger Selbstsüchtig gewesen. Er war ein anderer Dämon geworden. Und in diesem Moment tat er ihm einfach nur leid. Er hielt einen verzweifelten Mazoku in den Armen, der mit seinen Gefühlen nicht wusste wohin. „Nein, ich will ihn nicht mehr lieben." Schluchzte er. „Ich schaffe das nicht mehr." Seine smaragdgrünen Augen schauten den Freund seines Bruders traurig an. „Aber ich will ihn auch nicht betrügen. Tanmoku Ki ist so…anders. Er begehrt mich. Er will mich. Aber ich liebe trotzdem Yuri. Das ist doch nicht fair. Warum kann ich ihn nicht einfach aufgeben?" Langsam beruhigte sich der Dämon. Josak fasste ihn an den Schultern. „Dein Herz hat ein Recht auf Liebe. Auch du darfst Liebe empfangen. Du musst nicht nur geben. Lass dich in den kommenden Wochen einfach auf den Yomeishi der Erde ein und genieße was kommt. Du musst Yuri nicht vergessen. Aber du kannst ihn eifersüchtig machen. Dann wird er dich zurück erobern wollen. Und dann kannst du immer noch entscheiden, ob dein ehemaliger Verlobter vielleicht eine Chance hat dein zukünftiger Ehemann zu werden." Wolfram musste lachen, als er Josaks kämpferischen Ausdruck in den Augen sah. „Du hast Recht." Nickte er. „Ich werde Yuri die nächsten Wochen einfach bei Seite schieben." Er lächelte in zwei funkelnde blaue Augen. „Danke Josak. Allmählich verstehe ich, warum mein Bruder dich so schätzt." Er legte sich wieder auf seine Seite des Bettes, hatten sie doch ein Ehebett im Zimmer vorgefunden und zog sich die Decke über die Ohren. Den liebevoll überraschten Blick Josaks sah er nicht mehr. Zum ersten Mal hatte Wolfram Conrad als seinen Bruder bezeichnet.

Yuri saß an seinem Papierkram, konnte sich aber überhaupt nicht konzentrieren. Wolfram war jetzt schon einen ganzen Tag mit diesem Priester unterwegs. Zwar waren Murata und Josak dabei, aber sie würden sich bestimmt nicht zwischen die beiden drängen, sollte der gutaussehende Erdling seinen Verlobten küssen wollen. Naja…offiziell war Wolfram nicht mehr sein Verlobter. Aber diese Auflösung nahm Yuri nicht für voll. Er akzeptierte sie genau genommen nicht im Geringsten. Nachdenklich erhob er sich und schaute er aus dem Fenster. Das Klopfen hörte er gar nicht. So schrak er zusammen, als er plötzlich Conrads Stimme hinter sich vernahm. „Du scheinst nicht wirklich weit mit deinen Papieren gekommen zu sein." Sagte Lord Weller sarkastisch. „Woran denken wir denn die ganze Zeit?" Yuri drehte sich wütend um. „Woran wohl Conrad?" zischte er. „Mein Verlobter reitet mit einem liebestollen Priester durch die Gegend. Wochenlang." Conrad musste grinsen. Sonst kamen solche Gebaren eher von seinem jüngeren Bruder denn vom Dämonenkönig. „Wolfram ist nicht mehr euer Verlobter Heika." „Nenn mich endlich Yuri…" knurrte dieser noch genervter. „Die Verlobung wollte er doch gar nicht lösen. Irgendwie muss ihn dieser Tanmoku Ki die Sinne vernebelt haben. Wie macht er das nur?" Conrad fasste Yuri an den Schultern und sah ihm tief in die Augen. „Wie er das macht willst du wissen? Er zeigt Wolfram, dass er begehrenswert ist. Das er hübsch ist, dass er es wert ist geliebt zu werden." Conrad seufzte. „Er macht all das, was du nie gemacht hast."

Als die Reisegruppe im Schloss der Familie Wincott ankam wurden sie aufgeregt von Ranji und Lindsey den beiden Kindern des Oberhauptes empfangen. „Wolfram, endlich kommst du uns wieder besuchen." Rief Ranji. „Zeigst du uns deine Feuerdrachen?" bettelte Lindsay. „Langsam Kinder." Mahnte ihr Vater die beiden Wildfänge. „Lasst unsere Gäste doch erst einmal ankommen." Lachend ging Delchias von Wincott auf Wolfram zu. „Lord von Bielefeld. Es ist uns eine Ehre, dass ihr uns besuchen kommt." Er zeigte auf seine aufgeregten Kinder. „Und für die Beiden ist es ein langgehegter Wunsch, euch wieder persönlich zu treffen. Die Feuerdrachen sind immer wieder etwas Faszinierendes für sie." Wolfram stieg vom Pferd und konnte gerade noch in die Knie sinken, bevor er von zwei juchzenden Kindern bestürmt wurde. „Wie man sieht, ist Lord von Bielefeld allerseits begehrt." Grinste Murata. „Oh ehrwürdiger Daikenja." Lord von Wincott verneigte sich. „Wen habt ihr außer eurem treuen Spion noch mitgebracht?" Josak verbeugte sich grinsend. „Ja gute Spione sind rar gesät." Delchias nickte. „Da habt ihr durchaus Recht. Leider kann ich euch nicht abwerben." Lächelte er. Josak schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin treu." Murata sah zu Wolfram, welcher immer noch unter den Kindern begraben lag. Also deutete er auf den silberhaarigen. „Darf ich vorstellen. Dies ist der Yomeishi der Erde. Tanmoku Ki. Der Mächtigste aller Zeiten und ein direkter Rakugetsu Nachfahre." Lord von Wincott hob die Augenbrauen. „Ein direkter Nachfahre." Er verneigte sich vor dem Priester. „Es ist mir eine Ehre Euch persönlich kennen zu lernen. Man hört viel von euch und euren Reinigungs-Zeremonien." Tanmoku verbeugte sich ebenfalls. „Vielen Dank. Die Freude ist ganz meinerseits, lerne ich doch endlich das Land der Dämonen kennen." Wolfram konnte sich befreien und beschwor einen Feuerdrachen. Begeistert hüpften die Kinder auf und ab, während alle gebannt auf die zu tanzen scheinenden Drachen schauten. Schließlich ließ Wolfram sie in ein kleines Feuerwerk münden und verschwinden. Die Kinder jubelten. „Oh Wolfi, das ist so toll!" Bleich geworden nahm Lord von Wincott seine Kinder an den Händen. „Ihr dürft Lord von Bielefeld nicht so nennen. Das ist ein Spitzname seiner Majestät für ihn." Ranji drehte sich zu seinem Vater um. „Und Greta. Und wir dürfen ihn auch so nennen hat sie gesagt." Wolfram lächelte Delchias an. „Macht euch keine Gedanken. Sie dürfen mich gern so nennen. Ihre Majestät hat diesen Spitznamen nicht für sich gepachtet." Bevor er sich unangenehmen Fragen des Oberhauptes von Wincott ausgesetzt sah, nahm er Lindsay auf den Arm. „Na kleine Prinzessin. Habt ihr etwas Leckeres für eure Gäste bereitet?" Diese schlang ihre Ärmchen um den Feuerdämon und nickte. „Ja, es gibt leckeren Kuchen. Den hab ich schon pro…" schnell schlug sie mit der Hand auf ihren Mund. Wolfram lachte schallend. „Also fehlt da schon eine kleine Ecke…?" fragte er sie neckend. Ranji antwortete anstatt seiner Schwester. „Nein, Rosalia konnte ihn retten." Alle lachten und folgten Delchias von Wincott in das Schloss. Wolfram bemerkte nicht, wie Tanmoku Ki ihn die ganze Zeit beobachtete. Er war so liebevoll zu den Kindern und sie schienen ihn regelrecht zu vergöttern. Dieser reizende Blonde war schon ein außergewöhnlicher Dämon. Wie er wohl mit eigenen Kindern wäre…

Schließlich verabschiedeten sie sich wieder von der Wincott Familie und setzten ihre Reise fort. Sie durchquerten die Länder von Gunther von Christ, nach Süden ins Rochefort Territorium. Dort wollten sie Lady Rochefort, eine tüchtige Geschäftsfrau besuchen. Von dort sollte es über das Radford Territorium über die Länder von Wolframs Mutter zurück zu den Gyllenhaal Ländern gehen, wo ebenfalls ein Besuch des Königs angedacht war. Die anderen Gebiete waren ohne offizielle Besuche bei den Herrschern geplant, da diese entweder gerade selbst auf Reisen befanden, oder wie bei den Christ und Spitzweg Ländern, die Herrscher in der Burg des Mao wohnten. Als sie schließlich in den Ländern Gyllenhaals ankamen waren sie bereits zwei Wochen unterwegs und sowohl Murata als auch Josak spürten, wie das Band zwischen Wolfram und Tanmoku Ki enger verknüpft wurde. Endlich bekam der junge Feuerdämon das zurück, was er bereits so lang gab. Liebe, Zuneigung und Wärme. Er blühte regelrecht auf, seine Augen strahlten und seine Haut war rosig geworden. „Dieser Yomeishi tut unserem Lord wirklich gut." Raunte Murata dem Spion zu. Dieser nickte. „Ja, er hat es verdient." Als er sich umdrehte, sah er gerade, wie sich ihre Hände voneinander lösten und sie ihn verlegen ansahen. Er grinste sie frech an. „Tut ruhig, was ihr nicht lassen könnt. Bei mir sind Geheimnisse sicher. Das müsste euch bekannt sein Lord von Bielefeld." Dieser errötete noch mehr. „Ich weiß ja, ich weiß." Lächelnd blickte er zu Tanmoku Ki, welcher seine Hand wieder in Wolframs schob und zufrieden die Gegend bewunderte. „Es ist wirklich wunderschön in Shin Makoku. Schade, dass ich nicht immer hier leben kann." Verwundert schaute Wolfram ihn an. „Weshalb nicht?" Der Blick des Priesters wurde traurig. „Meine Lebenszeit vergeht hier wesentlich schneller als auf der Erde. Da ich in jeder meiner Zeremonien Lebenszeit von mir an Gott opfere, habe ich sowieso schon nur eine begrenzte Lebensdauer von etwa 20-25 Jahren." Erschrocken zog Wolfram die Luft ein. „Du lebst nur höchstens 25 Jahre?" Ki nickte. „Ja, und wenn ich hier leben würde, verkürzte ich die Zeit noch um ein vieles…" Wolfram sah ihn mit Tränen in den Augen an. „Aber du bist doch bereits 19 Jahre alt…" flüsterte er. Ohne es zu merken, zog er seine Hand zurück. Tanmoku Ki wollte etwas erwidern, aber Wolfram war bereits voraus galoppiert. Ki wollte hinterher doch Murata schüttelte den Kopf. „Lass ihn. Er hat euch gerade sein Herz geöffnet und muss erst mal verdauen, dass ihr nicht für immer der Mann an seiner Seite sein werdet." Tanmoku Ki sah ihn verzweifelt an. „Ich würde für ihn hier bleiben." Murata nickte. „Das weiß ich." er schaute Wolfram hinterher. „Aber dann würde euer Sohn dich nicht einmal kennenlernen." Flüsterte er leise.

Wolfram war einige Zeit galoppiert, als er sein Pferd zügelte und sich ins Gras fallen ließ. Tränen liefen ihm ungehindert über die Wangen. Das durfte nicht wahr sein. Er wurde geliebt und begehrt und wurde abermals bestraft. „Was hab ich nur getan?" „Nichts, eure Lordschaft. Ihr habt nichts getan. Aber es soll so sein." Hörte er auf einmal Muratas Stimme neben sich. Erschrocken sah er sich um, doch der Weise hob besänftigend die Hand. „Die anderen sind weiter geritten. Josak kennt den Weg ebenso gut wie wir." Und so saßen sie eine Weile, ehe Wolfram zu sprechen wagte. „Warum Murata? Warum?" wieder schüttelte ihn ein Schluchzer. Murata legte seinen Arm um den blonden Prinzen. Überrascht bemerkte Wolfram dies, doch er war froh nicht allein zu sein. Und irgendwie schien der Weise diese Situation zu kennen und zu wissen, wie es ihm ging. „Es gibt eine alte Prophezeiung. Diese wird mit dem Yomeishi und mit euch Lord von Bielefeld erfüllt. Es muss so sein. Ihr musstet euch kennen und lieben lernen. Mehr kann ich nicht sagen. Ich möchte nichts gefährden." Wolfram schaute ihn irritiert an. „Eine Prophezeiung?" Murata nickte. „Ja, aber wie gesagt, ich möchte nicht näher auf sie eingehen. Noch nicht. Aber alles was ihr tut ist richtig. Eure Gefühle sind richtig und auch die gegenseitige Liebe von euch ist richtig. Auch wenn sie nicht von Dauer sein wird, ist sie doch zu diesem Zeitpunkt richtig und gut so." Wolfram seufzte. „Warum muss alles so kompliziert sein?" Murata grinste ihn von der Seite an. „Einfach wäre doch langweilig. Vor allem für einen so leidenschaftlichen Feuerdämon wie euch, nicht wahr?"

So vergingen die Wochen und Yuri bekam langsam gar nichts mehr auf die Reihe. Eines Tages wollte er ins Büro von Gwendal, um etwas mit diesem zu besprechen, als er auf dem Weg einfach umkippte. Conrad, der ebenfalls zu der Besprechung wollte, fand seinen König auf dem Flur liegend. Vorsichtig nahm er ihn hoch und trug ihn in Gwendals Büro und legte ihn auf die dortige Couch. Gleichzeitig ließ er nach Gisela rufen. Gwendal sah seinen Bruder besorgt an. „Er scheint tatsächlich an Liebeskummer zu leiden. Das kann einen Dämon umbringen." Conrad nickte. „Allerdings ist er ein halber Mensch, da müsste er stärker sein, was solche Gefühlskrankheiten betrifft." Gisela kam herein und sah Yuri besorgt an. Nach einigen Untersuchungen sagte sie. „Es wird Zeit, dass Wolfram wieder kommt. Sonst weiß ich nicht, wie lang Yuri noch durchhält. Sein Körper ist von Fieber durchdrängt und sein Immunsystem ist im Keller. Er beginnt sich aufzugeben." Gwendal schüttelte den Kopf. „Und das bei ein paar Wochen…unser Bruder musste Monate aushalten, wenn Yuri auf der Erde war." Conrad grinste. „In einem hat Wolfram Recht. Yuri ist ein Weichei." Gwendal und Conrad lachten leise und sahen sich mit einem tadelnden Blick Giselas gestraft. „Auch wenn ihr Recht habt, hier liegt immer noch euer König." Sofort hörten die Brüder auf zu lachen, aber in ihren aller Augen war ein schalkhaftes Blitzen nicht zu übersehen.

Auf dem Schloss Lord von Gyllenhaal fand an dem Tag ihrer Ankunft eine Vernissage bekannter Künstler im Land Gyllenhaal statt. „Ah guten Tag Lord von Bielefeld, ehrwürdiger Daikenja, Josak…und…" Gyllenhaal machte eine kleine Pause, um den silberhaarigen Gast die Möglichkeit zu geben sich vorzustellen. „Tanmoku Ki, Yomeishi der Erde und ein Gast in Shin Makoku." Sagte er und verneigte sich anmutig. Gyllenhaal lächelte ihn freundlich an. „Seid ihr etwa ein direkter Rakugetsu Nachfahre? Ihr habt eine große Ähnlichkeit mit ihm." Ki nickte. „Ja, das ist korrekt." Der gastgebende König nickte andächtig. „Dann müsst ihr ein sehr mächtiger Yomeishi sein." Murata nickte und fügte hinzu. „Er ist der mächtigste Yomeishi aller Zeiten." Verlegen schaute Ki den großen Weisen an. „Nun übertreibt nicht so ehrwürdiger Daikenja." Wolfram musste lachen. „Wo er Recht hat, hat er Recht unser Murata. Nicht wahr?" Dieser nickte ihm zu. „Allerdings." Gyllenhaal wandte sich an den blonden Dämon. „Heute findet eine Vernissage statt. Das ist doch bestimmt etwas für euch Wolfram. Anschließend beginnen hier die Künstlertage. Eine Woche Musik, Tanz und Kunst in meinem Schloss. Ich habe gehofft, dass ihr morgen Abend mit meinem kleinen Orchester einige Arien vortragen würdet, die ihr eventuell aus dem FF singen könnt. Wir haben die irdischen Messen und Oratorien Johann Sebastian Bachs, sowie die Chorwerke Camille Saint-Saens im Repertoire diese Woche." Wolfram, welcher begeisterter Maler war und ebenso begeisterter Musiker war sofort Feuer und Flamme. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vor Begeisterung entstand plötzlich über seinem Kopf ein kleiner lustiger Feuerdrache. „Äh…Wolfram…" Murata zeigte grinsend über Wolframs Kopf. Dieser schaute irritiert über sich und schnappte erschrocken nach Luft. Schnell ließ er den Drachen verschwinden. Lord von Gyllenhaal musste lachen. „Ihr habt bei Gefühlsüberschwang wohl eure Kräfte nicht ganz im Griff was?" Wolfram senkte verlegen den Blick. „Bitte entschuldigt eure Lordschaft, aber meine Gefühle fahren derzeit ziemlich Achterbahn."

Er schaute zu seinem Gast, welcher mit einem Blick zurück sah, der Wolframs Herz pochen ließ. Bevor er jedoch reagieren konnte fragte Murata den Gastherren, ob sie sich eine Weile in ihre Zimmer zurückziehen dürfte, um sich von den Reisestrapazen zu erholen. Lord von Gyllenhaal nickte eifrig und zeigte den Vieren ihre Zimmer. Wolfram hatte sich gerade auf sein Bett gelegt und betrachtete das kunstvoll gestaltete und eingerichtete Zimmer, als es vorsichtig klopfte. „Wolfram, darf ich reinkommen?" hörte er eine sanfte Stimme. Hastig antwortete er: „Natürlich Tanmoku Ki. Komm nur." Die Tür öffnete sich und zwei wundervolle graue Augen lunzten in das Zimmer. Lächelnd kam der junge Priester herein und schloss leise die Tür. „Ich wollte dich vorhin nicht verletzen." Sagte er traurig. „Ich liebe dich so sehr, dass ich für dich hier bleiben würde." Wolfram schüttelte den Kopf. „Nein, du darfst deine Leidenschaft für mich nicht aufgeben. Du bist ein Priester, der Gottes Liebe den Menschen und Dämonen weitergibt. Das darfst du nicht aufgeben. Lass uns die Zeit, die wir haben genießen und nicht an das Ende denken." Er stand auf und küsste den Yomeishi. Dieser konnte sich nicht beherrschen und warf den Feuerdämon auf das Bett. Leidenschaftlich küssten sie sich. Ki ließ seine Hände über die Brust des Dämons streifen und spürte die gute Bemuskelung. Dieser keuchte, als Ki mit seinem Knie wie zufällig zwischen Wolframs Beine ging und sein hartes Glied berührte. Vorsichtig rieb der Yomeishi sein Knie daran und spürte wie Wolfram verrückt wurde. „Bitte. Ki…ich…" Ki riss dem Dämon das Hemd vom Leib. Wolfram war froh, dass er noch frische übrig hatte und das Alte wechseln wollte. Jetzt konnte er es zwar in die Tonne kloppen aber das war egal. Sie zogen sich gegenseitig aus und liebten sich mit allen Sinnen und jeder Faser ihrer Körper. Erschöpft lagen sie im Bett und dösten, als es an der Tür klopfte. „Wolfram, wir wollen uns in einer halben Stunde unten im Salon treffen. Ich denke der Yomeishi wird diese Nachricht ebenfalls vernommen haben." Wolfram und Tanmoku schauten sich an und wussten, dass Murata vor der Tür mit einem breiten Grinsen stand und auf Wolframs Antwort wartete. Wolfram schluckte und versuchte möglichst ruhig zu antworten. „Ja, ich gebe es ihm weiter." Murata hustete. „Da bin ich mir sicher. Bis nachher denn." Die Schritte entfernten sich. Wolfram musste grinsen. „Es scheint offensichtlich zu sein, wo du dich derzeit aufhältst." Tanmoku beugte sich über den Feuerdämon und küsste ihn zwischen seinen Worten. „So …sieht…es wohl … aus." Wolfram verzog sein Stupsnäschen. „Ich glaube, wir sollten ein Bad nehmen." Tanmoku verzog seinen Mund. „Hm…das glaube ich auch. Die halbe Stunde wird noch sinnvoll genutzt." Ehe sich Wolfram versah, war Ki aufgestanden, hatte ihn im Brautstil hochgehoben und ins Bad getragen. Dort dampfte ein wohlriechendes kleines Whirlpoolbad. Der Priester stellte Wolfram neben sich und stieg ins Bad hinein. Als er sich zu seinem Geliebten umdrehte, konnte er seinen Blick nicht abwenden. Er starrte die elfenbeinfarbene weiche Haut an, die blonden Haare, welche seidig glänzend das Gesicht des hübschen Dämons umrahmten, sein Blick glitt tiefer über die Brust zu den Lenden und dem erregten Glied. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass Wolfram frieren musste. Dieser bewegte sich jedoch keinen Zentimeter, sondern schaute nur schüchtern auf den Yomeishi. Also zog der den frierenden Blonden mit ins Bad und sie machten dort weiter, wo sie vor einer Weile im Bett aufgehört hatten.

Zum vereinbarten Treffpunkt waren alle im Salon erschienen. Einige Streicher schienen auf die Gäste zu warten. Als sie hereintraten, gab Lord von Gyllenhaal ein Zeichen und das Ensemble fing an zu spielen. Wolframs Augen leuchteten auf. „Oh…bereite dich Zion. Eine wundervolle Alt-Arie aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, ein sehr bekannter Komponist auf der Erde." Gyllenhaal nickte anerkennend. Der Dämon kannte sich wahrlich aus. „Könnt ihr sie singen, Lord von Bielefeld?" Wolfram überlegte und setzte einfach ein. Murata, Josak und Ki lauschten den Klängen. Als die Arie fertig war klatschten sie begeistert. Andere Gäste, die sich aufgrund der anstehenden Vernissage am Abend und dem Kirchenmusik Konzert am darauffolgenden Abend im Schloss aufhielten, waren ebenfalls hinzugekommen und hatten Wolframs Gesang zugehört. „Wie kommt es, dass du sowohl Tenor als auch Alt singen kannst?" fragte Ki überrascht, wusste er doch, dass Wolfram bei ihm in der Kirche damals in der Tenorlage gesungen hatte." Wolfram lächelte. „Ich kann alle Stimmlagen singen. Bass nicht so gern, da ich nicht so tief komme und das Fundament in meiner Stimme fehlt. Aber Tenor, Alt und Sopran singe ich wahnsinnig gern." Murata schaute ihn überrascht an. „Das wusste ich gar nicht." Wolfram nickte. „Lord, ihr singt doch Bariton. Nicht wahr?" Gyllenhaal nickte. „Können sie aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens das Duett Benedictus zwischen Bariton und Sopran?" Gyllenhaal nickte begeistert. „Ich liebe es." Wolfram strahlte. „Dann lassen Sie es uns musizieren." Das Ensemble schien alle Noten der Welt dabei zu haben, zuckten sie doch mit keiner Wimper, schlugen die Noten auf und begannen zu spielen. Als Wolfram mit seinem Solo begann lief Ki ein Schauer den Rücken herunter. So wie er mit seinen Zeremonien die Herzen erreichte, so erreichte Wolfram mit seinem Gesang die Herzen. Woher konnte er diese irdischen Werke so gut? Nachdem die Beiden geendet hatten erschall ein begeisterter Applaus. „Diese beiden Werke müssen wir morgen Abend unbedingt aufführen." Sagte Gyllenhaal euphorisch. Wolframs Augen funkelten. „Ja sehr gern." Vorsichtig drehte er sich nochmal zu den Streichern um, welche ihn ehrfürchtig anschauten. „Würden Sie für ich noch eine Altarie spielen?" Eifrig nickten die Musiker. „Aus der h-Moll Messe von Bach das „Agnus dei?" Die Streicher schluckten. War dies ein wunderschönes, jedoch nicht sehr einfaches Werk des Meisterkomponisten. Sie holten die Noten hervor und begannen. Wolfram setzte nach einer Weile ein. Es herrschte atemlose Stille im Salon. Diese Arie ergriff das Herz, berührte die Seele und rührte die Zuhörer. Sie war erfüllt mit Wehmut und Wolfram sang, als würde er selbst um sein Erbarmen flehen. Agnus dei, qui tollis pecata mundi misere nobis/Lamm Gottes nimm hinweg die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Dona nobis pacem/Gib uns deinen Frieden. Als das Stück fertig war, wagte niemand zu klatschen, so erfüllt waren die Zuhörer von dem Gesang des Feuerdämons. Verlegen schaute Wolfram zu dem ersten Geiger, welcher ihn selig anlächelte. „Es war wundervoll, Lord von Bielefeld. Es ist uns eine Ehre morgen Abend mit Ihnen gemeinsam musizieren zu dürfen." Er stand auf und verneigte sich vor dem rot gewordenen Dämon. Lord von Gyllenhaal riss die Arme in die Luft. „Ja, fürwahr Wolfram. Ich freue mich auf morgen Abend. Ihr singt wirklich außerordentlich schön." Da brandete der Applaus auf. Wolfram nickte strahlend. „Ich freue mich auch." Er reichte dem Konzertmeister die Hand und beide nickten zufrieden. „Bis morgen Abend dann."

Lord von Gyllenhaal forderte seine Gäste auf ihm in den Park zu folgen. „Heute Abend findet die Vernissage der zeitgenössischen Künstler statt. Es werden Gemälde, Skulpturen und andere Arbeiten ausgestellt. Ihr werdet doch unter meinen Gästen sein hoffe ich." Fragte der Schlossherr. Alle Anwesenden nickten. „Aber sehr gern." Antwortete Murata stellvertretend für alle. Nach einer Weile kündigte Lord von Gyllenhaal an, er müsse nun seine Künstler empfangen und ihre Plätze zuweisen. Damit verabschiedete er sich bis zum Abendessen. Murata und Josak schlenderten durch den Park als ihnen auffiel dass Wolfram und Tanmoku Ki gar nicht mehr bei ihnen waren. „Mir ist überhaupt nicht aufgefallen, dass die Beiden sich abgesetzt haben." Murata schaute sich überrascht um. Josak grinste. „Die zwei sind ziemlich raffiniert dabei, sich unbemerkt abzuseilen." Murata nickte. „Dann wollen wir nur hoffen, dass sie nicht herausfinden, wie Wolfram schwanger werden kann." Josak lachte. „Du meinst nicht, sie würden dann vorsichtig sein?" Murata schüttelte den Kopf. „Da bin ich mir momentan nicht so sicher." Er ging langsam weiter. „Und dafür ist es noch zu früh." Josak keuchte. „Früh?" er schaute den großen Weisen erschrocken an. „Sie sollen zusammen…die Beiden sollen…" Murata nickte nur. „Es ist so vorherbestimmt."

Besorgt schaute Conrad seinen König an. Yuri fieberte seit Tagen vor sich hin, aß kaum noch und trank nur unter Zwang. „Ich glaubte es nicht, wenn ich es nicht sehen würde." Brummte Gwendal. „Ich hole Gisela." Conrad legte kalte Tücher auf Yuris Stirn. „Das bringt nichts. Er braucht Wolfram." Gwendal schaute seinen Bruder zornig an. „Und wo war er, als Wolfram ihn brauchte?" Beide sahen zu ihrem Dämonenkönig. Lange sahen sie ihn einfach an. Dann ging Gwendal zu Tür. „Timio. Schickt eine Brieftaube zu Josak, dass sie zurückkommen sollen, der König befindet sich im kritischen Zustand. Josak soll sich irgendeine Ausrede einfallen lassen." Befahl Gwendal seinem Wachsoldaten seufzend. Dieser machte sich sofort auf den weg, um den Befehl auszuführen. „Sie müssten jetzt in den Gyllenhaal Ländern sein. Von dort sind sie in drei Tagen hier." Er schaute zu Yuri, der sich im Bett hin und her wälzte. Hoffentlich hielt er durch.

Wolfram, Tanmoku Ki, Murata und Josak waren vier Tage bei Lord von Gyllenhaal zu Gast und wollten in Bälde ihre Reise fortsetzen, als Josak die Nachricht erhielt. Er nahm Murata beiseite und zeigte ihm den Zettel. Murata runzelte die Stirn. „Da ist Wolfram einige Wochen weg und es wird sofort ein Aufstand gemacht, weil der König seine Gefühle nicht gebacken bekommt." Schnaufte er wütend. Josak pflichtete ihm bei. „Als Yuri monatelang auf der Erde war, hat niemand nach Wolframs Gefühlen gefragt." Murata nickte. „Yuri scheint es verdammt schlecht zu gehen. Aber das ist gut für Wolfram." Josak schaute den Weisen irritiert an. „Wieso sollte das gut sein? Wolfram hat die Verlobung doch aufgelöst." Murata nickte. „Das schon. Doch Wolfram liebt Yuri immer noch. Und Yuri hat endlich erkannt was ihm sein ehemaliger Verlobter wirklich bedeutet. Wenn die Prophezeiung in einigen Monaten erfüllt sein wird, bekommt Shin Makoku in nicht allzu ferner Zukunft eine Hochzeit und sogar Erben. Aber das dauert noch." Er stockte und schaute nun seinerseits erschrocken zu Josak, merkte er doch zu spät, dass er viel zu viel ausgeplaudert hatte. Er sah den orangehaarigen Spion ernst an. „Ich glaube, ich sollte dir von der Prophezeiung erzählen. Aber weder Yuri noch Wolfram dürfen davon erfahren." Josak nickte langsam. „Nun gut. Es war vor knapp 4000 Jahren…"

Nach einigen Tagen traf die Kunde ein, dass die Reisenden zurückkehren sollten. Als Yuri dies hörte, fing er an wieder zu essen und zu trinken, ohne dass man ihn zwingen musste. Conrad war erleichtert zu sehen, dass Yuri über den Berg war. „Und du wirst Wolfram nichts von meiner Krankheit erzählen." Herrschte Yuri seinen Paten an. Dieser nickte nur. „Ja, ich habe es dir versprochen." Yuris Gesundheit verbesserte sich Tag für Tag und so kam es, dass man nichts mehr von seinem einstigen Zustand erkennen konnte. „Morgen kommen sie zurück." Sagte Yuri leise, als er bei Gwendal im Büro saß. Dieser schaute ihn ernst an. „Denke nicht, dass Wolfram dir in die Arme fällt. Ihr seid nicht mehr verlobt und er scheint Gefallen an dem Yomeishi gefunden zu haben." Bei diesen Worten beobachtete der Dunkelhaarige seinen König sehr genau. Dieser zischte wütend. „Als wenn dieser Priester der Richtige für einen Bielefeld ist." Überrascht hob Gwendal eine Braue. „Ach…aber du bist es?" fragte er streng. Yuri schaute ihn bestimmt an. „Ich werde ihm beweisen, dass ich der Richtige für ihn bin." Gwendal grinste. „Na dann viel Glück. Denn das brauchst du dabei zuhauf." So langsam begann er zu glauben, was Ulrike und Murata ihnen erzählt hatten. Yuri würde tatsächlich um seinen ehemaligen Verlobten kämpfen. Wer hätte das vor einigen Monaten noch gedacht.

Dann war der Tag da, als die Reisegruppe zurückkehrte. Conrad ritt ihnen entgegen. „Hallo Bruder!" rief Wolfram und ritt ihm entgegen. Erfreut schaute er seinen kleinen Bruder an. „Dir scheint es richtig gut zu gehen. Du siehst gut aus." Sagte er und umarmte den Feuerdämon. Dieser nickte verlegen und schaute zur heranrückenden Gruppe. „Ja, Ki und ich sind uns sehr nahe. Näher als ich mit Yuri je war." Lächelte er und strahlte. Conrad schluckte, wusste er doch um Yuris Gefühle. Das würde jetzt genau umgekehrt ablaufen. Wolfram könnte sich wahrscheinlich vor Yuri nicht mehr retten. An solche Szenen denkend musste Conrad unwillkürlich lächeln. Wolfram bemerkte es, fragte aber nicht nach, dachte er, das Conrad aufgrund seiner Aussage über seine Beziehung mit Ki so reagierte. „Ah…Weller, ihr seid unser Begrüßungskomitee." Rief Josak und zog Conrad beiseite. „Ich habe Murata den Brief gezeigt und Wolfram und Tanmoku Ki erzählt, dass wir aufgrund einer unvorhergesehenen Einladung von Lady Flynn zurück müssten." Conrad nickte. „Die Einladung können wir ja dann als falsch verstanden vorschieben, falls Wolfram wirklich weiter nachfragen würde." Josak nickte. „Wie geht es dem leidenden König?" fragte er leise. Conrad schaute zu Wolfram, der wieder zu Ki zurück geritten war und seine Hand in die des Priesters legte. Dann zog dieser den blonden Dämon zu sich und küsste ihn. Josak lächelte als er die Blicke Conrads bemerkte. „Die Beiden werden die Prophezeiung wohl erfüllen. Murata hat mir von ihr erzählt." Conrad betrachtete seinen glücklichen jüngsten Bruder noch eine Weile, bevor er auf Josaks ursprüngliche Frage zurückkam. „Yuri geht es wieder gut, seit der weiß, dass ihr zurück kommt. Wir haben ihn zwar gewarnt, dass Wolfram kein Interesse mehr an ihm haben wird, doch er will um ihn kämpfen." „Das wäre hervorragend für Shin Makoku." Hörten sie plötzlich Muratas Stimme. „Vorsicht, Wolfram ist in Hörweite." Conrad drehte sich um und machte eine einladende Bewegung in Richtung der Stadt. „Willkommen zurück! Lasst uns zum Schloss reiten und essen. Ich hab Hunger!" Die Anderen nickten. „Wir auch." Sagte Murata.

Yuri sah Conrad aus dem Hof reiten. Er wollte Wolfram und die Anderen abholen und ihnen entgegen reiten. Yuri war aufgeregt Wolfram endlich wieder zu sehen. Er hatte ihn so vermisst. Auch wenn dieser ihn nicht vermisst zu haben schien. Er würde nicht zulassen, dass dieser Priester ihn den Verlobten wegnahm. Nach einer Weile des Wartens hörte er Hufgetrappel und schaute aus dem Fenster. Da kamen sie. Sofort sah er die strahlenden goldenen Locken, welche im Wind wehten. Sein Herz pochte, als er an die Smaragdgrünen Augen dachte, die er so liebte. Schnell rannte er aus dem Zimmer, den Flur entlang auf den Hof. „Da seid ihr ja endlich!" hörte er Gretas Stimme, die auf Wolfram zu rannte. Der war gerade vom Pferd gestiegen und drehte sich um, als Greta ihm in die Arme sprang. Da er noch keinen festen Stand hatte, stolperte er nach hinten und drohte zu stürzen, als Tanmoku Ki ihn auffing. So sah Yuri einen Wolfram in den Armen des Yomeishi und Greta die einfach beide drückte. Er hatte das Gefühl, als würde sein Herz mit vielen Stichen malträtiert werden. So musste sich also Wolfram gefühlt haben, wenn er sich immer in Conrads oder Gretas Arme geworfen hatte, anstatt in seine. Er hatte es nicht anders verdient. Tränen traten ihm in die Augen, doch er konnte sie herunter schlucken. Wolfram merkte nur, wie er nach hinten fiel und Greta auffing, aber seinerseits keinen Halt fand. Er wartete auf den harten Aufprall, doch der kam nicht. stattdessen fingen ihn starke Arme auf und eine sanfte Stimme erklang an seinem Ohr. „Aber aber junge Dame nicht so stürmisch. Ihr werft euren Vater noch komplett aus der Bahn." Greta lachte. „Du hast ihn ja zum Glück aufgefangen." Sie stellte sich vor die Beiden, lehnte Wolfram immer noch in Tanmoku Kis armen. „Ihr seht schön aus zusammen." Sagte Greta. „Ist das jetzt dein neuer Mann Papa Wolfram?" Yuri hielt die Luft an. Wolfram kniete sich zu Greta herunter und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Sie strahlte und gab Wolfram einen Kuss. „Das wünsche ich mir auch." Sie grinste Wolfram an und sah zu Yuri. Dieser wäre am liebsten im Erdboden versunken. Hatte Wolfram etwas über ihn gesagt? Dass er durch Ki ersetzt wurde? Langsam ging er auf Tanmoku Ki und die anderen zu. „Ich freue mich, dass Sie wieder zurück sind. Hoffentlich war die Reise nicht zu anstrengend und sie hat euch gefallen, Yomeishi." Dieser nickte. „Die Reise war wundervoll. Ihr habt ein traumhaft schönes Land eure Majestät und hervorragend ausgebildete Soldaten. Ich fühlte mich sicher wie nirgends sonst und sehr gut aufgehoben." Er verneigte sich höflich und warf einen intensiven Blick zu dem Feuerdämon. Dieser wurde rot und schaute verlegen zu Boden. Die Pferde wurden versorgt und die Gruppe begab sich in den Speisesaal. Als sie alle aßen, fragte Wolfram plötzlich. „Ich verstehe nur nicht, weshalb wir plötzlich zurückkommen sollten und die Reise abbrechen mussten. Was ist das für eine wichtige Einladung von Lady Flynn? Hat sie einen neuen Mann gefunden und heiratet? Was anderes kann kaum so wichtig sein, als das wir unsere Reise nach der Hälfte abbrechen müssten." Conrad, Murata und Josak sahen sich schnell an. Gwendal antwortete mit einer Gelassenheit, dass Murata sich fragte, ob er sich die Antwort bereits zurecht gelegt hatte, falls Wolfram diese Frage stellen würde. „Verzeih mir kleiner Bruder, aber es war mein Fehler. Ich hatte die Nachricht falsch gelesen. Ich hatte gelesen, dass Lady Flynn heiraten würde, dabei hatte sie nach deiner Hochzeit mit Yuri gefragt." Yuri hielt den Atem an. Auch die anderen Personen am Tisch waren überrascht, über Gwendals Antwort. Doch er schien etwas damit bezwecken zu wollen. Wolfram starrte ihn wütend an. Die Raumtemperatur stieg merklich an, als er leise antwortete. „Welche Hochzeit? Die Verlobung ist gelöst. Der König ist frei und kann sich eine Frau suchen, wie er es schon immer wollte. Was müsst ihr uns da zurückholen? Das war völlig überflüssig!" Wolframs Stimme war lauter geworden. Murata und Conrad schauten sich wissend an. Wolfram hatte nicht gesagt, er war frei. Er hatte gesagt, Yuri sei frei. Und er wurde wütend. Das wurde er immer, wenn er seine wahren Gefühle überspielen wollte. Wolfram liebte Yuri immer noch genauso wie Yuri es nun wissentlich für Wolfram tat. Conrad schaute Gwendal an. Dessen Blick sagte ihm, dass er dieselbe Aussage aus Wolframs Reaktion entnommen hatte. Noch was fiel auf. Wolfram erwähnte seine Beziehung mit dem Yomeishi, welche sich laut Josak und Murata die letzten Wochen entwickelte hatte nicht mit einer Silbe in Yuris Anwesenheit. Er hätte ihn damit verletzen können. Aber aus einem bestimmten Grund tat er das nicht. Wolfram wusste, wie weh es tat, wenn man mit eigenen Ohren hörte, dass man nicht geliebt wurde und dass man eine andere Person begehrte. Er wusste selbst nicht, was er denken sollte. Er sah in Yuris Augen und las darin Verzweiflung, Schmerz und Liebe. Wolfram wollte wegschauen, konnte aber vor Überraschung seinen Blick nicht abwenden. Der Dämonenkönig wusste nicht, was er tun sollte. Er erkannte, dass Wolfram seinen Blick lesen konnte. Und er spürte, dass da immer noch etwas zwischen ihm und Wolfram war. Auch der Yomeishi schien es zu merken. Er nahm Wolframs Hand. „Du solltest dich nicht weiter aufregen, sonst müssen wir den Saal löschen." Er sah nach oben. „Die kleinen Drachen sind ja wirklich süß, aber auch ziemlich brandgefährlich." Verdutzt schauten alle einschließlich Wolfram nach oben. Kurz bevor die kleinen Drachen etwas Brennbares erreichen konnten, ließ Wolfram sie verschwinden. Er sah Tanmoku Ki dankbar an. „Danke, ich habe nicht bemerkt, dass sie da waren." Er nahm seine Hand nicht aus der der Yomeishi, sondern drückte sie fest. Yuri sah dies und sein Herz zog sich zusammen. Wenn er Wolfram zurück gewinnen wollte, musste er sich wahrlich anstrengen. Zu viel hatte er bereits kaputt gemacht. Aber sein Herz spürte, dass er trotz allem eine Chance hatte. Eine kleine Chance. Aber es war eine Chance.

Nach dem Essen lagen Tanmoku Ki und Wolfram im Bett. Wolfram hatte seinen Kopf auf Kis Brust gelegt. „Und du willst wirklich morgen schon zurück?" fragte er traurig. Der Priester nickte. „Ja, Murata geht morgen einige Tage zu seiner Familie und würde mich mit auf die Erde nehmen." Er küsste Wolfram auf sein weiches Haar. „Kommst du mich besuchen?" fragte er. „Sobald ich kann. Ja. Ich muss auf Murata warten, oder Ulrike fragen, aber auch sie benötigt einige Wochen Vorbereitungszeit." Wolfram setzte sich aufs Bett und verlor sich in den Augen des silberhaarigen. Er konnte sich nicht loseisen und versank förmlich in den Sternen des Universums. Wie konnte der Blick des Yomeishi so unendlich sein… sein Herz fühlte sich eingeengt und Wolfram hatte das Gefühl nach Luft schnappen zu müssen. „Oh Gott, ich … ich begehre dich so sehr." Flüsterte Wolfram. Ki lächelte ihn an und setzte sich ebenfalls. Dann küsste er Wolfram innig und drückte ihn aufs Bett. Langsam streichelte er die weiche Haut des Dämons. Sie schmeckte süß und fruchtig. Er wollte mehr von ihr kosten und zog Wolfram kurzerhand aus. Es folgte ein Kuss, der alle Leidenschaft dieser Welt enthielt, ein Kuss, als hinge Leben und Tod davon ab ... ihre beiden Münder verschmolzen zu einem, sie tranken förmlich voneinander, mit geschlossenen Augen ... atemlos ... hingebungsvoll ... alles um sich vergessend ...Danach lagen sie aneinander gekuschelt unter der wärmenden Bettdecke. Wolfram dachte an die vergangenen Wochen zurück. „Wieviel Zeit hast du durch unsere Reise eingebüßt?" fragte der Blonde leise. Er wollte nicht weinen, doch er konnte nicht verhindern, dass eine Träne auf Kis nackte Haut tropfte. Dieser schob Wolfram von sich runter und beugte sich nun über den blonden Dämon. Sanft nahm er dessen Gesicht in seine Hände und küsste die weichen Lippen des Geliebten. „Ich weiß es nicht, vielleicht ein halbes Jahr…ein ganzes Jahr…? Aber es ist egal. Jede Minute, die ich für dich kürzer leben würde, ist eine gewonnene Minute." Wolfram konnte ein Schluchzen nicht verhindern. „Ich könnte mit dir kommen." Ki schüttelte den Kopf. „Nein, du liebst Yuri. Vorhin beim Essen habe ich es gemerkt. Ihr liebt euch beide. Er wird um dich kämpfen. Gib ihm eine Chance." Wolfram schluchzte verzweifelt. „Ich will ihm nicht vergeben. Er hat meine Gefühle drei Jahre lang mit Füßen getreten. Ich werde nicht einfach zu ihm zurückkehren, nur weil ihm jetzt einfällt, dass er um mich kämpfen will." Er küsste Ki leidenschaftlich. „Bitte liebe mich, nimm mich für dich. Ich will dich. Ich will dich ganz." Wolfram stöhnte leise, als eine vertraute feurige Leidenschaft in ihm aufstieg. Er drückte sich weiter in den Kuss hinein und öffnete seinen Mund, um Ki einzuladen. Ki brauchte keine zweite Chance, als seine Zunge sofort in die süßen Tiefen von Wolframs Mund tauchte. Ki zog sich schließlich zurück und Wolfram gab ein leises Geräusch der Enttäuschung von sich.
"Mein feuriger Dämon, ich möchte mit dir schlafen, aber ich möchte dich nicht schwanger machen. Du sollst die Kontrolle haben. Mach mit mir, was du willst." sagte der Yomeishi und ließ sich genüsslich zurück auf das Bett sinken und wartete.
Wolfram beugte sich vor, zog Kis Hemd aus und küsste sanft die Haut um Kis Nabel. Ki holte tief Luft, überwältigt von Wolframs Lippen auf seinem Körper. Seine Hände an seinen Seiten griffen nach den Laken und krallten sich in selbiges hinein. "Gefällt es dir?" Fragte Wolfram mit unschuldigem Gesichtsausdruck. "Du ... ahhhh ... ja, Wolfram", schaffte es Ki zu antworten und schloss die Augen, um die durch die Liebkosungen des Dämonen verursachten Empfindungen zu verstärken.
Wolfram öffnete die Hose von Tanmoku Ki und zog sie aus. Kis Körper zuckte zusammen, als Wolframs Hände sich zum Verschluss seiner Hose bewegten.
Die Hose wurde schnell entfernt und schließlich wurde Ki ihm vollständig gezeigt. Wolfram konnte sich den großen hervorstehenden Beweisen für das Verlangen des Yomeishi nicht entziehen, und er verspürte Wollust diesen silberhaarigen faszinierenden Menschen in sich aufzunehmen. Doch er beherrschte sich. Er wandte seinen Blick von Kis Männlichkeit ab und schaute stattdessen auf die starken Schenkel. Ohne es zu merken, fanden Wolframs Hände den Weg zu den Gliedmaßen und er streichelte sie sanft und spürte das Zittern kraftvoller Muskeln unter seinen Fingern.
"Wolfram bitte, du machst mich wahnsinnig." brach Ki schließlich aus.
Wolfram lächelte neckend. "Das sind Informationen, die ich mir merken sollte."
"Wolfram!"
"Ich bin nicht sicher, was ich als nächstes tun soll, Ki", gestand er. "Du warst wirklich noch nie mit einem anderen Mann zusammen?" Fragte Ki überrascht.
"Nein. Es wurde erwartet, dass ich Jungfrau bleiben würde, wenn ich einen Ehepartner nehmen würde." Ki nahm eine kleine Dose, die er in seiner Hosentasche hatte und cremte Wolframs Finger damit ein. Dann nahm er Wolframs Hand und führte sie zu seinem Eingang. „Es ähnelt dem einer Frau, es ist etwas eng und du musst dich trauen, gegen den Widerstand zu schieben." Wolfram schaute ihn erschrocken an. „Hab keine Angst, es tut mir nur kurz weh, dann ist es der Himmel auf Erden." Versicherte Ki. Wolfram fuhr langsam mit seiner Hand an Kis Brust über dessen Brustwarzen, was Ki aufstöhnen lies. Dann ging er weiter nach unten und blieb nochmals an dessen mittlerweile etwas auslaufenden steifen Glied hängen und leckte die Tropfen ab. Ki wimmerte, doch Wolfram unterbrach sein Tun und erforschte Kis Eingang. Er schob sich sanft vor und stieß auf den angesprochenen Widerstand. Vorsichtig versuchte er etwas stärker zu schieben.
Ki spürte, wie sein Körper eng wurde, und versuchte, sich ein wenig mehr zu entspannen, um es seinem Dämon leichter zu machen. Schließlich schaffte es Wolfram und Ki stöhnte. Es war einige Zeit her gewesen, seit er das letzte Mal auf diese Weise berührt worden war. Es gab zuerst ein leichtes Brennen, doch er schob das Gefühl beiseite und konzentrierte sich stattdessen auf das Gefühl von Wolframs Finger, der sich in seinem Körper bewegte.
Wolfram begann sanft seinen Finger in Kis engen Kanal zu drücken, dann lehnte er sich wieder zurück und drehte ihn leicht, um die Muskeln zu dehnen. Als Wolfram in Kis Körper eindrang, fühlte er einen Noppen und sein Finger streichelte ihn neugierig. Er war überrascht über die Wirkung, die es auf Ki hatte.
Der Yomeishi stöhnte laut und krümmte seinen Rücken, sein Körper drückte sich weiter auf Wolframs Finger. Wolfram spürte die Kontraktion der inneren Muskeln um seinen Finger und eine Welle brennenden Feuers schoss auf seine Lenden. Sein Körper würde sich irgendwann in diesem heißen, engen Kanal verfangen, und Wolfram fand die Idee fast zu viel für seine eigene Kontrolle. Stattdessen fügte er in Anbetracht seines Geliebten einen weiteren Finger in Kis Körper ein und machte Scherenbewegungen, um den engen Kanal weiter zu dehnen.
"Genug Wolfram bitte. Ich muss dich jetzt in mir fühlen, bitte", bettelte Ki, seinen Stolz vergessend angesichts seines Verlangens.

Wolframs Leidenschaften waren geweckt worden und alle seine Ängste wurden beiseite geschoben. Er beschichtete sein eigenes steif gewordenes Glied mit Öl und setzte sich dann zwischen Kis Schenkel. Wolfram sah auf seinen Geliebten hinunter.
"Bist du sicher?" fragte sanft.
"Ja, ich war mir nie sicherer, Wolfram, bitte nimm mich jetzt, ich kann es nicht mehr ertragen."
Kis Beine schlangen sich um Wolframs Taille und dieser positionierte sich am Eingang zu Kis privatestem Teil und bewegte sich langsam vorwärts. Ki stellte fest, dass es auch nach dem Dehnen noch leichte Schmerzen gab, versteckte diese jedoch. Er wollte seinen feurigen Dämon nicht abschrecken. Stattdessen biss er die Zähne zusammen und drückte sich gegen Wolfram, um ihn weiter in seinen Körper zu lockern. Zwischen dem Drängen beider Liebenden befand sich Wolfram schließlich vollständig in Ki versunken.
Er machte eine Pause, um zu Atem zu kommen, und sah auf seinen Geliebten hinunter. Dann begann der blonde Dämon sich mit seinem Blick auf Ki zu bewegen. Zuerst langsam mit sanften Stößen, damit sich Ki an das Tempo gewöhnt, und dann mit etwas mehr Kraft. Er neigte seinen Körper, um den Punkt zu finden, den er mit den Fingern vorbereitet hatte und wurde mit einem Schauder und einem Triumphschrei von Ki belohnt. Er bewegte sich immer wieder, um denselben Punkt zu treffen.
Tanmoku Ki stellte fest, dass sein Verlangen fast vulkanisch wurde, und er griff zwischen seine Beine, um sein erregtes Glied zu ergreifen und streichelte sich rechtzeitig zu Wolframs Stößen. Ki spürte, wie er immer näher an den Höhepunkt rückte und mit einem großen Schrei von Wolframs Namen diesen schließlich erreichte, wobei sein Samen mit großer Kraft aus seinem Körper schoss. Seine inneren Muskeln spannten sich um Wolframs Glied und mit einem scharfen Schrei erreichte auch der Dämon seinen Höhepunkt. Ki spürte einen heißen Ausbruch in sich, als Wolframs Körper seinen Samen herausschoss.
Wolfram sackte erschöpft zusammen, als er sich vorsichtig von Kis Körper zurückzog. Seine Lippen suchten die von Tanmoku Ki, der seine Arme um den zierlichen Körper seines Partners schlang und Wolfram auf seine Seite schob. Er schmiegte den Körper an seinen eigenen, genoss die weiche und erhitzte Haut und sah auf das Gesicht des Dämons hinunter. Er lächelte sanft als er bemerkte, dass Wolfram mit einem kleinen Lächeln eingeschlafen war.
Ki zog Wolfram fester an seinen Körper, bevor auch er in einen erschöpften Schlaf versank.

Am nächsten Morgen wachten beide zufrieden auf und genossen die letzten Stunden gemeinsam, bevor der Yomeishi mit Murata zurück auf die Erde ging. „Wie hast du geschlafen, mein hübscher Engel?" fragte Tanmoku Ki. Wolfram knabberte an dessen Lippen und schaute Ki verschlafen an. „Sehr gut. Es war wunderschön letzte Nacht." Nuschelte Wolfram und kuschelte sich an seinen geliebten Silberhaarigen. Ki leckte sich die Lippen. „Hm…du schmeckst süß und leidenschaftlich." Sinnierte er. Wolfram sagte nichts, sondern döste noch ein wenig, als es an der Tür klopfte. „Papa Wolfram, du sollst zum Frühstücken…" weiter kam Greta nicht. Sie stand vor Wolframs Bett und starrte auf ihren Vater und den fremden Mann neben ihm im Bett. „Du könntest auch warten, bis man dich herein ruft, kleine Maus." Lachte Wolfram. Greta grinste. „Bekomme ich jetzt endlich mein Geschwisterchen?" fragte sie. Wolfram und Ki schauten sich verdutzt an und prusteten los. „Was denkst du junge Dame eigentlich, was ich mit deinem Vater angestellt habe?" fragte Tanmoku Ki lächelnd. Greta hielt Wolframs Klamotten hoch. „Naja, hier liegen Papas Klamotten." Sie drehte sich um und ging zu dem Stuhl vor der Kommode. „Und hier liegt sein Nachthemd. Ich bin ja nicht blöd, auch wenn ich jung bin." Wolfram wurde rot und Ki lachte laut los. „Das muss man deiner Tochter lassen. Auf den Mund gefallen ist sie wahrlich nicht." Greta kletterte aufs Bett. „Du warst lange nicht mehr so glücklich. Papa Wolfram." Sie gab Wolfram und Ki einen Kuss. „Deine Augen strahlen in ihrer wunderschönen grünen Farbe, wie damals als ich dich zum ersten Mal sah. Ich mag deinen neuen Freund Papa. Er ist nicht so ein Schlappschwanz wie Papa Yuri." Wolfram drückte Greta. „Sei nicht so gemein. Dein Papa ist ein guter König." Greta nickte. „Ja, Papa Yuri ist zu allen gut und liebevoll, nur zu dir nicht. Und das ist doof. Deswegen mag ich auch Tanmoku Ki, obwohl Papa wegen dir ganz krank war, als du weg warst." Wolfram sah sie erschrocken an. „Yuri war was?" Greta hielt sich entsetzt die Hand vor den Mund. „Ich sollte das gar nicht sagen." Wolfram umarmte seine Tochter zärtlich. „Was solltest du mir gar nicht sagen?" fragte er sanft. Greta schaute Wolfram unsicher an. „Bitte sag nicht, dass du es jetzt weißt." Verlangte sie. Wolfram nickte. „Ich verspreche es." Greta seufzte. „Papa Yuri konnte sich nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren. Er war so in Sorge, dass dir was passieren konnte. Dann sagte er im Schlaf immer wieder, dass er dich liebt, und das sagte er auch Gwendal und Conrad. Aber die meinten, es wäre zu spät für ihn. Du hast ja die Verlobung beendet. Irgendwann wurde er krank, er hatte Fieber und trank und aß nur wenn Conrad ihn dazu zwang. Er war so krank, dass Gwendal sagte, sie müssen dich von der Reise zurückholen, sonst stirbt Papa Yuri." Wolfram konnte nicht glauben, was er hörte. Er schlang seine Arme um Greta und gab ihr einen Kuss. „Ich werde niemanden sagen, dass du mir das erzählt hast. Und nun geh und sag den Anderen, dass wir auch bald kommen." Nachdem Greta gegangen war warf Wolfram sich in Kis Arme. „Was soll ich nur tun? Ich liebe Yuri immer noch, aber ich begehre dich. Du nimmst mich so wie ich bin. Aber wir können nicht zusammen bleiben. Oh Gott. Ki, was soll ich nur tun?" Der Yomeishi nahm seinen verzweifelten Dämon in die Arme und sagte gar nichts. Er wusste auch keine Antwort. Er wusste nur, dass er Wolfram liebte und begehrte. Aber er wusste, dass ihre Liebe keine Zukunft hatte. „Lass uns einfach die wunderschöne Zeit im Herzen behalten. Ich bin mir sicher, dass wir uns eines Tages wieder sehen werden. Und dann wird unsere Leidenschaft wieder aufflammen." Er küsste Wolfram und so blieben sie noch eine Weile aneinander gekuschelt liegen.

Nach dem Frühstück war es nun soweit. Murata und Tanmoku Ki sollten auf die Erde zurückkehren. Murata, Ki, Conrad, Gwendal, Yuri und Wolfram standen um den Brunnen, welcher das Tor zur Erde war. Alle verabschiedeten sich. Wolfram spürte eine Träne die Wange hinunterlaufen. Er sah in die silbergrauen Augen, welche ihn liebevoll anschauten. Ki ging zu dem Feuerdämon und küsste ihn mit einer Leidenschaft, die Wolfram den Atem stockte. Er würde ihn vielleicht nie wieder sehen. Erst hatte er mit Yuri so gefühlt, jetzt mit dem Yomeishi. Warum musste er immer so leiden? Ein Räuspern unterbrach sie. „Wir müssen los, Ki." Der Priester löste sich von Wolfram. „Ich werde dich immer lieben und begehren." Flüsterte er Wolfram ins Ohr. Dieser hielt den Kopf gesenkt, wollte er nicht, dass man seine Tränen sah. Yuri zerriss es das Herz, als er Wolfram so leiden sah. Hatte er auch so gelitten, wenn er einfach auf die Erde zurück gekehrt war und sich von allen verabschiedete nur nicht von seinem Verlobten? Was war er doch für ein Idiot gewesen, den Mann den er liebte so weh zu tun. Und jetzt waren die Tränen des hübschen Dämonen nicht für ihn, sondern für einen anderen Mann. Yuri konnte nur schwer verhindern, dass seine Tränen die Augen verließen, doch er schaffte es. Murata stieg in den Brunnen. Tanmoku Ki sah ein letztes Mal zu Wolfram, dessen wundervoll smaragdgrünen Augen mit Tränen gefüllt waren und über dessen Porzellanhaut liefen. „Wir werden uns wiedersehen mein Geliebter." waren seine letzten Worte bevor er in den Brunnen stieg und verschwand. Noch lange stand Wolfram da und sah in das Wasser. Plötzlich legten sich zwei Arme um seinen Körper und zogen sie zu sich ran. Verwundert merkte er, dass es Gwendal war. „Weine ruhig. Liebe ist manchmal grausam." Wolfram drehte sich um und klammerte sich an seinen ältesten Bruder. Schluchzend sank er in die Knie und wurde von Gwendal einfach nur festgehalten.