„Ich bin was?"
„Ihr seid schwanger Lord von Bielefeld." Antwortete Gisela strahlend.
„Wie…" stammelte Wolfram sprachlos.
„Naja…wie, kann ich dir anhand einiger Beispiele aus den letzten Monaten ziemlich genau erklären." Grinste Yuri. „Oder ich könnte es dir auch demonstrieren…"
Wolfram schaute ihn verlegen an. „Witzig sind wir heute wieder."
„Ich werde Papa!" freute sich Yuri und schlang seine Arme um Wolframs noch schlanken Körper. „Unsere Liebe wächst in dir!"
Wolfram schaute auf seinen flachen Bauch und legte eine Hand darauf. „Oh Shinou."
„Der kann da aber nichts für." Gisela grinste nun ebenfalls, war sie doch erleichtert, dass sich der Mao so sehr über seinen Erben freute. Wolfram verdrehte die Augen. „Kann es sein, dass ich der Einzige bin, der gerade geschockt ist?" zwei strahlende Köpfe nickten einhellig.
Yuri hatte Wolfram immer noch umschlungen, ließ ihn aber jetzt los und setzte sich neben seinen Ehemann. „Wann sagen wir es den anderen?"
Wolfram schluckte. Gwendal würde unmengen Kuscheltiere stricken, nachdem er sich wieder beruhigt hatte, Conrad würde milde lächeln, seine Mutter vor Begeisterung ausflippen und Gunter…ja Gunter würde wahrscheinlich mit Nasenbluten aus beiden Nasenlöchern in Ohnmacht fallen.
Der Feuerdämon seufzte. „Wir sollten es ihnen beim Frühstück morgen früh sagen." Yuri schmollte. „Warum denn nicht schon heute beim Abendessen?"
Wolfram sah verklärt auf seinen Bauch. „Weil ich es selbst erst mal verstehen muss."
Plötzlich fing er an zu schluchzen. „Ich bin ein Soldat, ich will kämpfen, ich bin für deinen Schutz zuständig."
Er schniefte. „Wie soll ich das denn machen, wenn ich nicht mal aufs Pferd komme, geschweige denn mein Maryoku nicht unter Kontrolle habe?"
Yuri erinnerte sich an den vergangenen Tag, als sein Schatz kleine Feuerdrachen produzierte, die Achterbahn fuhren, weil Greta von ihrem neuen Schulfreund erzählte, der sie geküsst hatte.
Auf die Wange wohlbemerkt.
In der Unterstufe.
Aber Wolfram war so um seine Tochter besorgt, dass er gar nicht gemerkt hatte, wie die Feuerdrachen mittlerweile nicht nur die Vorhänge hinter sich, sondern auch die Decke fast in Brand gesetzt hatten.
Wenn Yuri nicht seine Wasserdrachen auf Wolfram geschickt hätte, würden sie die Konferenzen jetzt ohne Dach abhalten.
Danach hatte Wolfram sich dann noch übergeben und war umgekippt.
Das war dann auch der Grund, weshalb Gwendal, Conrad und Yuri darauf bestanden, dass er sich von Gisela untersuchen lassen sollte.
Yuri küsste seinen völlig verzweifelten Feuerdämon. „Ich liebe dich mein Schatz, wir werden das schon schaffen. Du bist ja nicht erst seitdem du schwanger bist launisch."
Während ihm die Worte aus dem Mund purzelten, wurde ihm bewusst, dass das die völlig falsche Wortwahl gewesen war. „Ich bin also launisch." Zischte Wolfram.
Kleine Rauchwölkchen entwichen seinen süßen Öhrchen.
Yuri versuchte schneller als sein Gemahl weiter zu reden. „Wolfram, ich liebe dich, weil du dafür sorgst, dass das Schloss immer mal wieder um dekoriert werden kann, es wäre ja sonst langweilig immer nur die gleichen Vorhänge und Wand Deko zu haben."
Er küsste den Blonden leidenschaftlich auf seine weichen Lippen. „Hm…du schmeckst so süß und fruchtig."
Wolfram lächelte ihn an. „Magst du das ja?"
Yuri nickte und Gisela war froh, dass der Mao mittlerweile so hervorragend mit Wolframs Launen umgehen konnte. Das würde er die nächsten 12 Monate brauchen.
Zum Abendessen trafen sich alle in vertrauter Runde.
Cecile saß Wolfram gegenüber, Conrad zwischen Yuri und Cecile, Gwendal auf Ceciles anderer Seite neben Gunter.
Dieser hatte Greta neben sich, die wiederum neben Wolfram saß.
Der runde Tisch war mit allerlei Köstlichkeiten gedeckt.
Yuri grinste die ganze Zeit, während sein Gemahl eher blass war und sichtlich mit seinem Mageninhalt kämpfte.
Wolframs Mutter bemerkte das veränderte Verhalten ihres Sohns natürlich seit Tagen, wartete jedoch darauf, dass er und Yuri die Neuigkeiten verkündeten.
Sie war sich sicher, dass sie in einem Jahr Oma sein würde.
Aber naja. Sie konnte warten.
Als eine Bedienstete den Fisch hereinbrachte war es um Wolframs Beherrschung geschehen. Er presste die Hand vor den Mund und rannte aus dem Speisezimmer.
Man hörte die Tür zur Toilette knallen.
Alle starrten den Mao erstaunt an, welcher überhaupt keine Anstalten machte, besorgt hinterher zu laufen, sondern sich entspannt eine Garnele nahm und sie genüsslich verspeiste.
Dann wandte er sich an das Dienstmädchen. „Bitte öffne alle Fenster und nimm den Fisch wieder mit. Ich würde gern gemeinsam mit meinem Gemahl essen und nicht in getrennten Zimmern. Allerdings reagiert er momentan ziemlich empfindlich auf Fisch- und Ei Geruch." Gwendal runzelte die Stirn. „Möchtest du uns etwas sagen Yuri?"
Der Dämonenkönig schüttelte den Kopf. „Ich habe Wolfram versprochen nichts zu sagen, bis er dazu bereit ist." Antwortete er strahlend.
Er war sich sicher, dass sowieso bereits alle im Saal Bescheid wussten, aber Wolfram wollte es so.
Nach einer Weile kam sein Ehemann wieder in das Speisezimmer. „Geht es besser Schatz?" fragte Yuri und legte eine Hand auf Wolframs Arm. Dieser nickte nur. „Danke, dass du Fenster hast öffnen lassen."
Wolfram bemerkte, dass er von allen Seiten angestarrt wurde und seufzte. „Na gut, dann sag es halt."
Yuri strahlte noch mehr. „Ich werde Papa! Wolfram und ich erwarten ein Baby. Shin Makoku bekommt einen Erben..." Yuri plapperte glücklich sämtliche Möglichkeiten durch, wie man eine so wunderbare Nachricht am besten überbringen könnte.
Conrad musste lachen. „Ja, wir haben es verstanden Yuri."
Er umarmte Wolfram glücklich. „Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich für euch beide."
Cerie quietschte. Sie lief ebenfalls zu dem blonden verlegen schauenden Dämon und begrub ihn in ihrem Busen. „Mama…"
Yuri befreite seinen Ehemann. „Wenn du deinen Sohn weiter so zerquetscht, bekommst du keine Enkel Cerie." Grinste er frech.
Wolfram saß japsend auf dem Stuhl.
Plötzlich wurde er wieder umarmt und feste gedrückt. „Ich freu mich ja so. Endlich bist du glücklich mein kleiner Bruder." Alle guckten überrascht auf das sonst so strenge Voltaire Oberhaupt.
Dieser lächelte seinen Bruder glücklich an und sah aus dem Augenwinkel lavendelfarbenes Haar fliegen. Auch der anschließende Knall ließ nicht lange auf sich warten.
Als Lord von Voltaire mit seinem Blick dem Geräusch folgte, sah er die lange lilafarbene Mähne mitsamt dazugehörigem Körper auf dem Boden liegen.
Da der Brustkorb des königlichen Lehrers sich noch bewegte, wandte er sich wieder seinem jüngsten Bruder zu.
Wolfram fiel die Kinnlade runter, hatte er doch überhaupt nicht mit einer solchen Reaktion seines ältesten Bruders gerechnet.
„Gwendal…" keuchte er. „Ich bekomme keine Luft mehr."
Yuri befreite seinen Gemahl abermals aus einer zu festen Umarmung. „Ich glaube, ich muss dich ab jetzt vor deiner Mutter und deinen Brüdern beschützen." Feixte er.
Wolfram nickte und strahlte Yuri an.
Da schob sich eine kleine Hand auf Wolframs Bauch. „Da ist doch gar kein Platz für ein Baby." Meinte Greta skeptisch. „Du hast überhaupt keinen dicken Bauch."
Wolfram nahm seine Tochter und setzte sie auf seinen Schoß. „Der wächst noch. Ich bin froh, dass er noch nicht dick ist." Sagte er lachend. Gwendal hatte sich wieder auf seinen Platz gesetzt. „Ich stricke eurem Baby ein paar Willkommenskuscheltiere."
Yuri und Wolfram sahen sich an und prusteten los.
Hatten sie doch alle Reaktionen richtig vorher gesagt.
