Kapitel 4

Prustend tauchten Yuri und Wolfram in der Badewanne seiner Eltern auf. Wolfram, dem durch das Durchgeschüttel während der Reise schlecht geworden war, fiel mehr oder weniger aus der Badewanne und schaffte es gerade noch zur Toilette. Würgend hing er über dem Beckenrand als Yuris Mutter erfreut ins Bad stürmte. „Oh Yuri, du bist hier und hast diesmal Wolfram mitgebracht. Oh…dir ist schlecht Wolf-chan?" ihre Augen fingen an zu leuchten. Wie konnte seine Mutter nur sofort an eine bestimmte Sache denken? Dachte Yuri. „Du bist doch nicht etwa schwanger Wolf-Chan?" ihre Stimme quietschte vor Freude auf, als sie in das grinsende Gesicht ihres Sohnes blickte. Sie rieb fürsorglich den Rücken ihres Schwiegersohnes. „Ich bekomme endlich einen Enkel." Seufzte Miko glücklich und ihr rollte eine Träne die Wange hinunter. Yuri holte sich sein Handtuch selbst und strahlte die ganze Zeit. „Ja, in meinem Schatz wächst unsere Liebe." Gluckste er und legte ein trockenes Handtuch über die Schultern seines Ehemannes, der sich mittlerweile schwankend erhoben hatte und von Miko gestützt wurde. Immer noch blass im Gesicht lächelte er ebenfalls und sah seine Schwiegermama glücklich an. Der blonde Mazoku strich über seinen noch flachen Bauch. „Ich bin im vierten Monat." Miko schaute auf seinen Bauch. „Man sieht noch gar nichts." Yuri lachte. „Mama bei männlichen Mazoku Schwangerschaften sieht man erst ab dem 6./7. Monat ein Babybäuchlein. Vorher sieht es aus, wie überfressen." Wolfram bekam Tränen in die Augen. „Du findest, ich sehe überfressen aus?" Er schaute an sich herunter. „Meine Figur ist noch wie vorher, ich passe sogar noch in meine alten Hosen und du…" er schniefte und seine grünen Augen schauten Yuri wie ein Hundewelpe an. Schnell küsste der seinen Mann auf die weichen Lippen. „Du bist der hübscheste schwangere Mazoku, den ich kenne." Miko sah die beiden verzückt an. Ihr Sohn konnte hervorragend mit den Schwangerschaftslaunen seines Feuerdämons umgehen. Wolfram knurrte ihn indessen an. „Wieviel kennst du denn?" Yuri schaute irritiert. „Wieviel was kenne ich?" Wolfram drehte die Handflächen nach oben, allerdings blieb Yuri entspannt, konnte sein wütender Ehemann sein Maryoku auf der Erde eh nicht anwenden. „Wieviel schwangere Mazoku Männer du kennst, um das sagen zu können." Wortlos nahm Yuri seinen Schatz an den Händen und zog ihn einfach aus dem Bad. „Komm Wolfram, Mama hat bestimmt Curry Reis für uns oder?" Wolfram torkelte hinter Yuri her. „Erst beschwerst du dich über meine Figur und dann willst du mir was zu essen vorsetzen." Meckerte er. Miko musste lachen. „Ihr seid ja so süß…" Yuri verdrehte die Augen. Na das konnte ja heiter werden.

Wolfram und Yuri lagen nach dem Essen in Yuris Zimmer und überlegten, was sie die kommenden Tage unternehmen wollten. Sie waren ja dieses Mal fünf Tage auf der Erde. „wir könnten ja mal schön essen gehen und danach ins Kino gehen. „Immer denkst du ans Essen." Sagte Wolfram vorwurfsvoll. „Aber dann über meine Figur meckern." Yuri drehte sich zu seinem Geliebten um. „Ich habe doch gar nicht gemeckert. Ich liebe dich. Ich könnte über gar nichts an dir meckern." Wolfram kuschelte sich an Yuri. „Ach könntest du nicht?" Yuri schüttelte den Kopf. „Nein, weil du perfekt bist. Ich liebe alles an dir. Mein süßer feuriger Dämon." Er küsste Wolfram. Aneinander gekuschelt lagen sie nebeneinander im Bett. „Wir können auch ins Badehaus gehen. Und in die Oper." Yuri zog Wolframs Locken glatt und ließ sie dann wieder los. Wolfram schnurrte wie ein Kätzchen, rief das sanfte Ziehen seiner Haare eine Gänsehaut bei ihm hervor. Als Yuri wieder auf das Gesicht des Blonden schaute, hatte der seine Augen geschlossen. Yuri zog Wolframs Shirt hoch und streichelte seinen Bauch. Leise begann er mit seinem Baby zu sprechen. „Hallo du. Willkommen in Mamas Bauch. Ich bin dein Papa Yuri. Und ich liebe deine Mama mehr als alles andere in diesem Universum. Eins verspreche ich dir. Ich werde dich und deine Mama beschützen, egal was passiert und sei es mit meinem eigenen Leben." Plötzlich begann der Bauch zu wackeln weil Wolfram lachen musste. „Du bist so süß Weichei. Ich liebe dich dafür." Yuri sah ihn zerknirscht an. „Ich dachte du schläfst." Zwei strahlende Smaragdaugen schauten unschuldig in seine. „Zum Glück nicht, sonst hätte ich die erste Unterhaltung meines Mannes mit unserem Baby verpasst." Wolfram neigte den Kopf. „Aber über den Begriff Mama müssen wir nochmal reden." Yuri grinste. „Wieso? Ich bin eindeutig der Papa, schließlich wächst das Baby in deinem Bauch." „Ja, aber ich hab keine Brüste." „Na und? Viele Frauen haben flache Brüste." „Aha…sprichst du da aus Erfahrung?" „Naja…meine Mutter hat nicht so große Brüste wie deine Mutter. Also gibt es logischerweise Unterschiede." Wolfram schaute an sich herunter. „Aber ich hab nen Schwanz." Yuri schaute ihn mit großen Augen an. „Ach so? Den muss ich nochmal genauer untersuchen." Er begab sich zur unteren Hälfte seines Ehemannes und knöpfte die Hose auf. Wolfram stöhnte leise. „Nicht Yuri…ich." Doch Yuri war schneller und suchte in der Hose ausgiebig nach Wolframs männlichem Geschlechtsteil. „Ah…ich habs…" rief er und fing an es vorsichtig zu bearbeiten. Wolfram zuckte zusammen und keuchte. „Nein, Yuri nicht hier…man hört uns." Der Dämonenkönig schaute Wolfram grinsend an. „Dann reiß dich zusammen und sei leise."

Am nächsten Morgen kamen Yuri und Wolfram zum Frühstück als Shouma und Miko bereits am Tisch saßen und aßen. Shori war mittlerweile mit seiner Frau zusammen gezogen. Allerdings war Miko nicht ganz so glücklich, da die beiden keinerlei Anstalten machten sie zur Oma zu befördern. Also legte sie ihre gesamte Konzentration nun auf ihren jüngsten Sohn und ihren schwangeren Schwiegersohn. „Na mein Sohn. Was habe ich gehört? Ich werde Opa?" Yuri und Wolfram sahen sich grinsend an und nickten. „Ja, wir werden in neun Monaten Eltern sein." Shouma kratzte sich am Kopf. „Oh man, das klingt so alt… Opa…" Yuri musste lachen. „Papa, du bist ein junger Opa. Sei froh. Dann kannst du mit deinen Enkeln noch lange spielen." Shouma schaute ihn verdutzt an. „Enkeln? Sind das mehrere?" Wolfram schüttelte erschrocken den Kopf. „Nein, nein. Er meint wohl die Anzahl der Kinder, die wir gerne zusammen hätten." Yuri lächelte ihn verlegen an. „Ach so?" fragte Miko neugierig. „Wieviel habt ihr denn geplant?" „Mindestens drei." Kam die einstimmige Antwort. Miko und Shouma schauten sich lachend an. „Na, dann habt ihr ja was vor." Yuri küsste Wolfram auf die Wange. „Naja, die meiste Arbeit hat ja mein Schatz…Ich kann ihn nur unterstützen so gut es geht." Miko umarmte ihren Sohn. „Glaube mir, die Unterstützung des Vaters ist das Beste was der Mutter passieren kann. Da spreche ich aus Erfahrung. Ich hatte bei beiden Schwangerschaften eine wunderbare Stütze deines Vaters. Ohne die hätte ich vieles nicht so geschafft. Sei einfach für Wolfram da und liebe ihn mit allen seinen Macken, die in der Schwangerschaft noch auftauchen werden. Das wird ihm schon helfen." Wolfram wollte gerade den Mund öffnen, um gegen das Wort Macken zu protestieren, als Yuri ihn mit einem herzhaften Kuss zum Schweigen brachte.

Yuri hatte festgelegt, dass sie ins Kino gehen würden. Staunend stand Wolfram vor dem großen imposanten Gebäude und schaute nach oben. „Man sieht ja das Dach gar nicht…" er wollte rückwärts laufen, als Yuri ihn festhielt. „Wenn du weiter läufst, kann ich dich und unser Baby begraben." Wolfram drehte sich erschrocken um und bemerkte, dass er am Bordsteinrand stand und Autos an ihnen vorbei rauschten. Erschrocken hüpfte er wieder zu Yuri. „Was fahren die denn auch so schnell…" schimpfte er. Yuri grinste. „Der fuhr langsam. Hier ist gemäßigte Zone, da müssen die Autos langsam fahren." Wolfram grunzte. „Die fahren sonst noch schneller an Menschen vorbei?" Yuri nickte und nahm seinen Mann an die Hand. „Komm wir gehen rein. Welchen Film willst du gucken? Was Witziges, oder was spannendes, oder…" Yuri schaute auf den Spielplan. „Oh ein Horrorfilm…und eine Liebesromanze." Wolfram verzog das Gesicht. „Ne keinen Liebeskram." Er schaute auf das Bild des Horrorfilms. „Worum geht's in dem Film?" fragte er neugierig. Yuri fiel ein, dass Wolfram ja nur durch den Ohrstöpsel verstehen konnte, was er und seine Familie sprachen, aber er die Kanji nicht lesen konnte. „Hm…warte…also eine Familie ist in einem Haus eingesperrt, in dem Geister spuken." Wolfram schaute ihn irritiert ein. „Warum verlassen die das Haus nicht einfach?" Yuri las nochmal den Anfang. „Also, der Vater ist Immobilienmakler und will sich eine alte Villa anschauen. Dort findet scheinbar ein Familientreffen statt, denn es sind viele Gäste auf dem Anwesen. Irgendwann gibt es Leichen. Die Gäste merken, dass dort ein alter Geist herumspukt und Türen und Fenster verschließt, so dass die Gäste, unter anderem auch die Familie nicht mehr raus kommen." Wolfram starrte auf das Poster. „Und was ist der Sinn des Films?" Yuri zuckte die Schultern. „Vielleicht muss herausgefunden werden, was der Geist will und warum er die Leute umbringt." Wolfram schaute sich die anderen Filmplakate an. Schließlich blieb er vor einem düster gehaltenen Plakat stehen. Es zeigte einen schwarzhaarigen Mann, der eine blonde Schönheit umklammerte, welche erschrocken schaute und irgendwie weg wollte. „Was steht hier?" Yuri las. „Der Dämonenstein." „Über uns gibt es Filme auf der Erde?" fragte Wolfram verwundert. Yuri grinste. „Nein, die Menschen wissen nicht, dass es Dämonen wirklich gibt. Das ist der Fantasie eines Autors entsprungen." Wolfram war irritiert. „Aber deine Eltern wissen doch auch, dass es uns gibt." Yuri seufzte. „Ja, die Menschen, die mit Dämonen zu tun haben, die wissen, dass es sie gibt. Aber die Menschen, die nichts mit uns zu tun haben, wissen auch nichts von unserer Existenz. Deswegen bist du immer noch etwas Besonderes hier. Solch perfekte Wesen gibt es auf Erden nicht." Wolfram lächelte ihn an. „Du findest mich also perfekt?" Yuri zog ihn zu sich ran und küsste ihn. „Ja. Das finde ich. Du bist für mich der perfekteste Dämon, den ich kenne. Ich möchte niemanden anderen als dich haben." Yuri hörte das Tuscheln um sich herum. Mittlerweile wusste er aber, dass die Leute über Wolframs Schönheit redeten und nicht darüber, dass er ein Mann war. Denn durch seine Schwangerschaft wurde Wolframs Körper noch weiblicher als er ohnehin schon war. Daher hielten die meisten Leute ihn für eine androgyn aussehende Frau. Das sagte er seinem Gemahl natürlich nicht. Aber so konnte er ihn ungehemmt in der Öffentlichkeit umarmen und küssen, wurden sie doch für Mann und Frau gehalten. So war es allen Recht und niemand kam in Schwulitäten. „Wollen wir in den Dämonenfilm gehen? Oder in den Geisterfilm?" Yuri schaute Wolfram fragend an. Dieser wusste nicht recht. „Es sind beides Horrorfilme oder?" fragte er. Yuri nickte. „Dann gehen wir in den Dämonenfilm. Ich bin neugierig, wie ihr Menschen Dämonen darstellt." Er deutete grinsend auf das Plakat. „Außerdem sehen die zwei so aus wie wir oder?" Yuri musste lachen. „Hm…" er betrachtete seinen hübschen Ehemann. „Wenn du deine Haare noch etwas länger wachsen würdest…" Wolfram öffnete den Mund, doch Yuri war schneller. „Obwohl du mir nicht wegrennen würdest oder mein Schatz?" Wolfram tat als müsste er überlegen. „Hm…das überlege ich mir Situationsabhängig." Yuri kaufte die Karten und drehte sich nochmal um. „Mensch Wolf, wir müssen doch noch Popcorn kaufen." Er lief zur Theke. „Einmal XXL Popcorn süß." Der Verkäufer schaute Wolfram bewundernd an. „Ihre Freundin ist wohl eine ganz Süße." Er zog Wolfram förmlich mit seinen Augen aus. Yuri nickte stolz. „Ja, das ist sie. Und sie trägt unser Baby in sich, also ist sie noch süßer als ohnehin schon." Sofort wurde der Blick des Verkäufers verlegen und er war peinlich berührt, weil er den blonden Dämon so angestarrt hatte. „Oh, dann herzlichen Glückwunsch. Sie steht noch am Anfang der Schwangerschaft oder?" Sein Blick blieb am flachen Bauch Wolframs hängen. Dieser nickte. „Ja, ich habe noch acht Monate vor mir." Neugierig nahm er ein paar Popcorn aus der Tüte, die Yuri bereits in der Hand hielt. Seine Augen leuchteten auf. „Oh Yuri, die schmecken ja lecker!" Bevor der Verkäufer etwas erwidern konnte, zog Yuri seinen Mann in Richtung Kinosaal. „Hab ich da eben Eifersucht bei dir bemerkt?" stichelte Wolfram und grinste breit. Yuri knurrte. „Wenn dich jemand mit seinen Blicken auszieht, ist doch klar, dass ich mein Territorium markiere." Sie betraten den Kinosaal. „Und du…" er küsste Wolfram leidenschaftlich. „Du bist mein." Wolfram war froh, dass es dunkel war im Saal, so sah niemand seine roten Wangen. Er wurde immer noch verlegen, wenn Yuri so für ihn einsprang. Vor allem auf der Erde. Es hatte lange gedauert, bis es dazu kam, aber nun ließ der Dämonenkönig keine Zweifel daran aufkommen, dass er und Wolfram zusammen gehörten. Versonnen spielte Wolfram an seinem Ring. Den hatte Yuri ihm nach Erdentradition zur Verlobung geschenkt. Zur erneuten und ganz bewusst gewollten Verlobung, im Rahmen eines Balles zu Ehren des Jahrestages von Shin Makoku. „Na woran denken wir gerade?" holte ihn eine sanfte Stimme in die Wirklichkeit zurück. Wolfram nahm Yuris Arm und schmiegte sich an ihn. „An deinen Heiratsantrag." Yuri dachte an den Tag zurück, an dem er endlich allen gezeigt hatte, wie sehr er seinen Feuerdämon liebte. Dieser war vor Freude fast kollabiert, aber er hatte „Ja" gesagt. Das war das Wichtigste. Nun waren sie verheiratet und bekamen bald ihr erstes Kind. Yuri seufzte und küsste das seidige Haar seines Gemahls. „Ich bin so glücklich mit dir. Ich liebe dich!" Wolfram kuschelte sich noch fester an Yuri. „Ich weiß."