Kapitel 5
Yuri wachte auf und schaute in zwei wunderschön funkelnde Smaragdaugen. Erschrocken fuhr er hoch und saß senkrecht im Bett. „Ist was passiert? Kommt unser Baby?" Wolfram musste lachen. „Nein. Dann wäre es vier Monate zu früh." Er schüttelte den Kopf und streichelte seinen bereits sehr sichtbaren Babybauch. „Und wenn das Baby nach dir kommt, dauert es sowieso länger. Sein Vater ist ja auch nicht der Schnellste…" Wolfram brachte sich glucksend vor einem entrüsteten Dämonenkönig in Sicherheit, in dem er blitzschnell aufstand und zur Toilette rannte. Verwundert blickte Yuri seinem Gemahl hinterher. „Seit wann bist du denn so gelenkig aus dem Bett?" „Seit dein Baby mir auf die Blase drückt." Kam es aus dem Bad. Schließlich ging die Tür auf und ein erleichtert drein schauender Feuerdämon kam wieder ins Bett und kuschelte sich an Yuri. Dieser schob die Decke zur Seite und küsste den runden Bauch. „Na du kleines Liebeswunder? Ärgerst du deine Mama?" Wolfram schnaubte. „Mein Baby ärgert mich nicht." Yuri grinste. „Ach. Jetzt ist es wieder dein Baby…wenn es drunter und drüber geht in deinem Bauch, ist es meins was?" Wolfram nickte lachend. „Na klar. Stell dich schon mal drauf ein. Wenn unser Kind etwas anstellt ist es immer seines Vaters Kind. Ist es lieb, dann kommt es nach mir." Yuri prustete und streichelte über die weiche glatte Haut seines Geliebten. „Du und lieb." Bevor Wolfram antworten konnte schaute Yuri liebevoll auf dessen Bauch und flüsterte. „Du hast einen wunderschönen Babybauch. Ich liebe ihn." Da spürte er einen Tritt gegen seine Hand. Überrascht schaute er Wolfram an. „War das gerade unser Baby?" fragte er glücklich. Der Feuerdämon strahlte ihn an und nickte. „Ja, konntest du den Tritt gerade spüren?" Fragte er und legte seine Hand auf Yuris. „Ja. Das erste Mal." Er schaute fasziniert auf seine Hand, die auf Wolframs Bauch lag. „Unser Baby stimmt mir zu." Strahlte Yuri. „Seine Mutter gefällt ihm genauso gut von innen wie mir von außen." Er küsste Wolfram auf die Lippen. Wie er ihn so an sich heran zog spürte er die Bewegungen des Babys, auch wenn sie noch zaghaft waren. „War das auch gerade unser Baby?" fragte der Dämonenkönig ungläubig. Wolfram nickte. „Ja, es ist nun so groß, dass du es auch von außen spüren kannst." Andächtig strich er über seinen Bauch. „Jetzt kannst du teilhaben an der Schwangerschaft und unserem Baby."
Es klopfte und Conrad stand in der Tür. „Na ihr Beiden? Kommt ihr zum Frühstück?" Yuri sprang aus dem Bett und rannte auf seinen Paten zu. „Ich konnte unser Baby spüren. Conrad. Es ist etwas Wundervolles." Dieser lächelte. „Ja das war für uns Brüder auch immer faszinierend, wenn wir das bei Mutters Schwangerschaft mit Wolfram fühlen durften. Es ist ein Wunder dieses kleine Wesen nicht sehen aber spüren zu können." Wolfram hatte sich im Bett aufgesetzt. „Magst du mal fühlen Conrad?" fragte er und sah seinen Bruder glücklich an. Dieser war überrascht, von Wolfram gefragt zu werden und nickte freudig. „Ja gern." Er ging zum Bett, kniete sich davor und legte seine Hand auf die von Wolfram gezeigte Stelle. Deutlich spürte er die Tritte des Babys. „Sag hallo zu deinem Onkel kleines Baby." Murmelte Wolfram zu seinem Bauch. Conrad bekam eine Gänsehaut. Dies hatte er von seinem kleinen Bruder nicht erwartet. Da strahlten ihn zwei grüne Augen an. „Ich bin froh, dass du mein Bruder bist Conrad. Und sein Onkel wirst." Plötzlich verzog er das Gesicht. „Autsch! Ich glaube, das Baby hat Hunger. Seine Tritte werden heftiger." Er schaute Yuri und Conrad an. „Wir sollten endlich frühstücken gehen." Er stand auf, zog sich in Windeseile an und verließ das Zimmer. Verdutzt schauten Yuri und sein Pate auf die Tür. „Manchmal sind schwangere Dämonen wirklich schneller als der Blitz." Lachte Yuri und ging ebenfalls zur Tür. „Los Conrad, sonst bleibt für uns nichts mehr übrig."
Am Frühstückstisch betrachtete Greta Wolfram nachdenklich als dieser das Essen in sich hinein schaufelte. „Wenn du so weiter isst, dann platzt dein Bauch irgendwann Mama Wolfram." Dieser schaute verblüfft zu seiner Adoptivtochter. „Wer hat dir denn sowas erzählt?" genüsslich kaute er weiter. „Und nenn mich nicht Mama!" Greta lachte. „Niemand, aber so viel isst du sonst nicht." Yuri legte seine Hand auf den Arm seiner Tochter. „Naja, Wolfram muss ja für zwei essen, also teilt sich die Menge ja quasi auf." Wolfram nickte zustimmend. „Richtig. Und da das Baby von Yuri ist, hat es auch seine Essgewohnheiten." Gwendal lachte laut los. „Na dann viel Spaß beim Stillen kleiner Bruder." Wolfram fiel die Kinnlade runter und das Brötchen aus der Hand. „Bist du verrückt? Ich stille doch kein Baby. Hab ich irgendwo Brüste?" quietschte er entsetzt. Yuri zuckte mit den Schultern. „Auf der Erde gibt es auch Frauen mit kleinen Brüsten, die ihre Babys stillen." Wolfram knurrte. „Du hast da etwas Entscheidendes erwähnt. Frauen." Bevor er sich in Rage reden konnte, erhob Cerie ihre Stimme. „Wolfram, du kannst es doch wenigstens versuchen." Fassungslos starrte der blonde Dämon seine Mutter an. Er wollte gerade Luft holen, als Greta fröhlich dazwischen zwitscherte. „Oh ja. Mama Wolfram stillt meinen kleinen Bruder." Wolfram bekam Schnappatmung. Yuri schaute seinen Gemahl liebevoll an. „Ich fände es toll wenn du unser Baby stillen würdest." Wolframs Gesicht färbte sich rötlich…er schaffte es immer noch nicht normal zu atmen, wodurch sich sein Gesicht dunkelrot färbte. „Ich …bin…keine…Frau…i…stille…doch kein…" er keuchte und hielt sich mit einer Hand an die Brust mit der anderen Hand den Bauch. Besorgt eilte Conrad zu seinem kleinen Bruder und legte seine Hand auf dessen Arm. „Ganz ruhig Wolfram. Einatmen…ausatmen…einatmen…" Wolframs Puls erreichte wieder normale Frequenzen. Er stand trotzdem so heftig auf, dass der Stuhl umfiel und warf einen wütenden Blick in die Runde. „Ich bin ein Soldat, ein Kämpfer, ich bin ein Mann…" Yuri sah ihn unschuldig an. „Ein ziemlich schwangerer Mann." Wolframs Augen füllten sich mit Tränen. Gwendal seufzte. Er hatte gedacht, die Stimmungsschwankungen seines Bruders hätten sich gelegt. Aber scheinbar hatte er sich geirrt. Wie alle hier am Tisch. Plötzlich stand Greta auf, ging zu Wolfram und legte eine Hand in Seine, die Andere auf seinen Bauch. „Bitte Papa Wolfram. Du darfst dich nicht so aufregen. Sonst hat mein kleiner Bruder Angst da drin." Vorsichtig streichelte sie den runden Bauch des Feuerdämons. Erschrocken schaute der seine Tochter an. Plötzlich sackte er auf die Knie und umarmte Greta. „Es tut mir leid, kleine Prinzessin. Ich wollte dem Baby nicht schaden." Er spürte wie das Baby sich bewegte. Auch Greta schien es zu bewegen. Sie legte beide Hände auf seinen Bauch. „Siehst du? Es ist meiner Meinung. Du gefällst uns allen viel besser wenn du so fröhlich bist, wie vorhin als du hierher kamst." Yuri, Gwendal, Conrad und Cerie schauten sich an. Dieses kleine Mädchen hatte innerhalb weniger Minuten geschafft Wolfram wieder zu beruhigen und zu besänftigen. Zärtlich berührte der Feuerdämon Gretas Haare und strich sie ihr aus dem Gesicht. „Nun meine liebe Tochter. Wie kommst du denn eigentlich auf die Idee, dass du ein Brüderchen bekommst?" Er schaute auf seinen Bauch. „Es könnte doch auch ein Mädchen werden." Greta schaute Wolfram ernst in die Augen. „Na Shin Makoku braucht doch einen Erben." Antwortete sie verwundert. „Also muss es doch ein Junge werden. Sonst müssten du und Papa Yuri so viele Babys bekommen, bis ein Junge dabei ist." Wolfram brach in schallendes Gelächter aus. „Ach mein Schatz. Erstens wird dies wahrscheinlich nicht das einzige Baby von Yuri und mir bleiben und zweitens könnte es auch Königin werden wenn es ein Mädchen wird. Meine Mutter war doch auch Königin vor Yuri." Greta schüttelte den Kopf. „Ich will aber lieber einen Bruder." Wolfram grinste. „Ah daher weht also der Wind. Und warum?" „Weil ich dann mit ihm kämpfen kann, um die Wette reiten kann, auf Bäume klettern kann und noch vieles mehr." Yuri hockte sich nun ebenfalls zu Greta und Wolfram. „Hm…wenn unser Baby aber ein Mädchen wird, wie du es bist, dann kannst du das alles auch mit einer kleinen Schwester machen." Greta schaute ihre Eltern skeptisch an. „Ihr freut euch also über beides? Ganz egal ob Junge oder Mädchen?" fragte sie irritiert. Yuri und Wolfram nickten beide gleichzeitig. „Natürlich. Hauptsache es ist gesund. Wir lieben das Baby egal welches Geschlecht es hat." Greta überlegte. „Dann ist es mir eigentlich egal was es wird. Vielleicht können ja zwei da drin sein. Ein Junge und ein Mädchen. Dann müsste ich mich nicht entscheiden." Wolfram schaute sie gespielt entsetzt an. „Oh nein. Bitte nicht. Zweimal Yuri in meinem Bauch überlebe ich nicht." Greta lachte und umarmte ihre Väter glücklich. „Ich hab euch lieb. Aber Wolfram habe ich doppelt lieb. Schließlich ist er momentan zu zweit." Yuri zog seinen Mann wieder hoch und küsste ihn. „Ja, ich liebe ihn auch doppelt…nein ich liebe dich ganz viel mehr. Für jedes Gramm, das du mit dem Baby zu nimmst." Wolfram setzte sich wieder an seinen Platz. „Na dann werde ich mal etwas dafür tun, dass du mich immer mehr lieben musst." Grinste er und nahm sich ein neues Brötchen.
