Herzlich Willkommenzu meiner ersten Fanfiktion im HP Universum.Das bedeutet auch, dass alle Handlungsorte und Personen mit Ausnahme meines OC Catherine O'Neill nicht mir sondern der Autorin J.K. Rowling gehören.Ich bitte euch, meine Geschichte nicht ohne meine Erlaubnis auf einer anderen Plattform zu veröffentlichen oder sie zu übersetzen. Für Fragen und Anmerkungen bin ich immer offen, schreibt sie mir gerne in den Reviews. Viel Spaß beim Lesen!

„Tschüss, meine Süße. Und pass auf dich auf." Cats Vater nahm sie noch einmal kurz in den Arm und drückte sie fest an sich. Der Zug am Gleis 9 hatte schon zum dritten Mal gepfiffen und damit die Abfahrt angekündigt.

„Und wehe, du schreibst uns nicht regelmäßig, dann werden wir Dumbledore persönlich eine Eule schicken", fügte ihre Mutter noch hinzu, während sie ihre Tochter mit Küssen überhäufte.

„Ja, Maman, mach ich", antwortete Cat genervt und verdrehte die Augen. „Jetzt lasst mich doch gehen, sonst fährt der Zug noch ohne mich los."

Endlich ließ auch sie das blonde Mädchen gehen und seufzte theatralisch, während ihr Kind in den Zug einstieg. „Sie ist viel zu schnell groß geworden. Ich hoffe doch, dass sie auch etwas Spaß haben wird."

„Mach dir keine Sorgen, unsere Tochter weiß schon, was sie tut", antwortete der blonde Mann und nahm seine Frau lächelnd in den Arm, bevor die Beiden sich abwandten und durch die Mauer traten, um wieder in ihre altbekannte, normale Muggel-Welt zu verschwinden.

Ihre Tochter hingegen stieg in den Zug ein und keine halbe Minute später fuhr dieser auch schon los. Unschlüssig blickte sie sich nach rechts und nach links um und stellte ihren Koffer erst einmal ab. Sie war außergewöhnlich aufgeregt. Da ihr Vater eine Stelle in London angenommen hatte, mussten sie von Frankreich hierherziehen und seine Tochter musste alle ihre Freundinnen in Beauxbatons zurücklassen. Naja, was hieß eigentlich Freundinnen? Es war sowieso nur Céline, die anderen Mädchen waren alle irgendwie arrogant. Cat war ihnen wohl nicht Mädchen genug, nur weil sie nicht auf Shopping stand. Ihre Vorlieben lagen eher in der Technik der Muggel und in Zaubertränke. In ihrer Freizeit verstand sie sich ohnehin mit Jungs besser, deshalb kam es ihr genau genommen auch recht, dass sie jetzt auf eine gemischt-geschlechtliche Schule ging. Es gab zwar auch in Beauxbatons einige Jungs, doch wenn man die Blonde fragte, vermochte man diese Herren dank ihres grazilen Auftretens mehrheitlich dem anderen Ufer zuordnen.

Nach einem langen, beruhigenden Ausatmen nahm Cat wieder ihren Koffer in die Hand und entschied sich, nach links zu gehen, wo einige Einzelabteile durch Glastüren vom Gang getrennt waren. Bei jeder neuen Tür blickte sie einmal kurz hinein und suchte vergeblich nach einem freien Platz, während das beharrliche Klack-Geräusch der Lokomotive an ihr Ohr drang. Bemerkenswertes Fortbewegungsmittel. Sie neigte fast dazu, einmal nach vorne ins Führerhaus zu gehen, um sich alles genau anzusehen. Allerdings schien ihr das noch ein langer Weg zu sein, da sie am ganz anderen Ende des Zuges eingestiegen war.

Also machte sie sich weiter auf den Weg mit ihrem Koffer im Schlepptau und einem Rucksack geschultert. Etwa alle fünfzig Meter wechselte sie den Waggon, doch egal, wie weit sie kam, alle Abteile waren bereits voll besetzt mit Schülern, welche sie mit einem misstrauischen Blick begutachteten, während Cat an ihnen vorbeilief.

Nach zwei weiteren Abteilen blieb das blonde Mädchen erst einmal erschöpft und frustriert stehen. Ihr Koffer war zum Bersten gefüllt mit Kleidung und ihren Unmengen an Schulbüchern. Allerdings hatte sie auch ein paar Muggelgegenstände mitgenommen, von denen sie sich einfach nicht trennen konnte. So lag am Boden ihres Koffers der alte Walk-Man ihrer Mutter, den sie repariert hatte, oder die kleine Nachbildung eines Turboladers aus Aluminium, die sie als Geschenk während einer Führung im Rolls Royce Werk bekommen hatte.

Während sie sich für ein paar Minuten ausruhte, ließ Cat ihren Blick aus dem Fenster rechts neben sich schweifen. Sie ließen bereits die Ausläufer Londons hinter sich und fuhren in die Weiten der grünen Landschaft Englands hinaus. Es war ein scheußliches Wetter. Seit Tagen schon regnete es wie aus Kübeln und die gebürtige Französin hegte allmählich einen Greul gegen das englische Klima. Es war noch früh am Tag und dennoch wurden bereits die Lichter im Zug angeschaltet, sodass die Stimmung zumindest hier drinnen nicht allzu geknickt wurde, während der Regen gegen die Fenster des fahrenden Zuges prasselte.

Seufzend wandte sie sich von der Landschaft ab, nahm ihren Koffer wieder in die Hand und führte ihren Weg fort, schließlich konnte sie nicht die ganze Fahrt im Gang verbringen. Sie musste endlich ein Abteil finden, in dem noch ein einziger Platz frei war.

Im Vorbeigehen sah sie in die Abteile hinein. Nein. Nein. Auch nichts. Kein Platz. Nein. Nein…-

Plötzlich prallte Cat gegen etwas und stolperte ein paar Schritte zurück, während ihr Koffer aus ihrer Hand fiel und unsanft auf ihrem Fuß landete.

„Autsch", fluchte sie und zog scharf die Luft ein.

„Kannst du nicht aufpassen, wo du hingehst? Hast du keine Augen im Kopf, oder was?", zischte ihr eine Stimme entgegen.

Als Cat sich nach dem schmerzhaften Zusammenzucken wiederaufrichtete, blickte sie in ein blasses, kantiges Gesicht, das ganz von steingrauen Augen eingenommen wurde. Der Junge hielt den Kopf leicht erhoben und sah sie schräg an, sodass er sofort einen herablassenden und arroganten Eindruck hinterließ. Die platinblonden, kurzen Haare rundeten das Aussehen perfekt ab.

„Tut mir leid, ich habe nicht aufgepasst. Kein Grund, gleich so auszurasten", entgegnete Cat genervt und legte ihren Kopf schief.

Draco Malfoy kam gerade aus dem Abteil von Sankt Potter und seinen Anhängern, dem Wiesel und dem Schlammblut, wo er triumphierend deutlich gemacht hatte, welche Position sein Vater im Vergleich zu dem jämmerlichen Weasley im Ministerium einnahm. Durchaus zufrieden mit seiner Tat hatte er Crabbe und Goyle zurück in ihr Abteil geschickt, während er sich auf den Weg machte, um ein wenig Ruhe zu bekommen. Diese zwei Hohlköpfe! Wenn man sie auch nur fünf Minuten reden hörte, bekam man automatisch einen Tumor im Hirn von deren Dummheit!

Doch ausgerechnet jetzt stieß er mit so einem Tölpel von Mädchen zusammen und seine Laune war dahin. Als sie sich aufrichtete, begutachtete der Slytherin sie sehr genau. Sie besaß blondes, schulterlanges Haar, welches leicht wellig um ihr Gesicht fiel und einen goldenen, gesunden Schimmer ausstrahlte. Sie besaß eine makellose Haut mit vollen, rosa Lippen. Und als sie ihn ansah, erschrak Draco für einen Moment. Ihre Augen schimmerten im intensivsten Blau, das er jemals gesehen hatte. Es war ein dunkles Blau, aber es wirkte so satt und beruhigend, dass er sich kurz darin verlor.

„Ich habe dich hier noch nie gesehen, bist du neu hier?", erkundigte er sich daraufhin mit sichtlich besserer Laune.

„Ja, ich bin dieses Schuljahr das erste Mal hier und komme in mein viertes Jahr. Ich bin Catherine O'Neill, nett dich kennenzulernen", erklärte das Mädchen und streckte ihm lächelnd eine Hand hin, in der Hoffnung, sie könnte schnell einen Freund finden.

Doch Draco blickte erst einmal abschätzig auf ihre Hand, bevor er sie ergriff und in seiner zurückgewonnenen überheblichen Art antwortete: „Ich komme auch in mein viertes Jahr. Draco Malfoy, aber das wirst du bestimmt schon einmal gehört haben. Allerdings habe ich deinen Namen noch nie zuvor gehört. Du bist doch reinblütig, oder?"

Cat runzelte verwirrt die Stirn und fragte sich, wieso sie diesen Typen kennen sollte und warum ihr Blutstatus so wichtig war. „Nein, ich bin muggelstämmig, meine Eltern arbeiten in der Automobilind…", begann sie zu erzählen, doch sie wurde sofort unterbrochen.

„Igitt, ich habe ein Schlammblut angefasst!", brüskierte Draco sich sofort und wischte angewidert seine Hand an seinem Umhang ab. Dabei blitzte kurz das Schlangen-Abzeichen hervor, das ihn ganz stolz zu Slytherin zuordnete.

Noch bevor Cat etwas darauf erwidern konnte, mischte sich eine andere Stimme in ihr Gespräch ein. „Draco, da bist du ja! Ich habe dich schon überall gesucht."

Ein dunkelhäutiger Junge trat zu den Beiden. Er hatte schwarzes, kurzes, krauses Haar und seine Statur erinnerte an einen Sportler. Offensichtlich war er sich seines guten Aussehens auch bewusst, denn er grinste selbstsicher, als er die Blonde von oben bis unten musterte. „Oh, hallo, wer ist denn die hübsche Dame bei dir, Draco?"

„Kümmere dich nicht um die, bloß wieder so ein nerviges Schlammblut", antwortete der Slytherin augenrollend. Dass sein bester Freund es einfach nicht lassen konnte!

„Aber, aber, mein Lieber. So spricht man doch nicht über so ein hübsches Ding. Blaise Zabini, ma chérie, es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen", wendete sich der Dunkelhäutige nun an Cat, griff nach ihrer Hand und hauchte ihr einen Kuss darauf.

Das brachte sie ein wenig zum Schmunzeln und sie antwortete: „Catherine O'Neill, allerdings kannst du dir die Nummer bei mir gleich sparen. Ich habe kein Interesse. Ce n'est pas mon niveau. "

„Ah, eine Französin, daher das bezaubernde Äußere", überging Blaise ihren Kommentar vollkommen.

„Zur Hälfte, mütterlicherseits", bestätigte die Blonde kurz. Dann fiel ihr Blick auf den Blondschopf, der die ganze Situation überaus gereizt beobachtete und sich jetzt genervt räusperte.

„Komm, Blaise. Die anderen warten bestimmt schon", forderte er seinen besten Freund auf.

„Na dann, c'était un plaisir de vous rencontrer. Man sieht sich bestimmt nochmal", sagte Blaise und hob zum Gruß die Hand.

„Alles klar, Malfoy, war nicht nett, dich kennenzulernen. Bis dann, Blaise", verabschiedete sich Cat augenrollend und wartete noch einen Moment, bis die beiden Jungs in einem Abteil etwas weiter vorne verschwunden waren.

Dann ging auch die Blonde weiter und nach einer kurzen Suche fand Cat tatsächlich noch Abteil, in dem nur drei Schüler zusammensaßen. Unsicher öffnete sie die Glastür und machte sich bemerkbar. „Tut mir leid, dass ich euch störe, aber alle Abteile sind schon voll. Kann ich mich vielleicht zu euch setzen?"

Das einzige Mädchen unter den Dreien antwortete sofort: „Klar, sehr gerne. Ich bin Hermine Granger und das sind Ronald Weasley und Harry Potter."

„Bitte nenn mich niemals Ronald", mischte sich der rothaarige Junge ein. „Nenn mich einfach nur ‚Ron'."

Cat nickte ihm lächelnd zu und bucksierte ihren Koffer auf die Ablage über ihren Köpfen. „Geht klar, Ron. Ich bin übrigens Catherine O'Neill, aber ihr könnt mich auch Cat nennen. Alle meine Freunde nennen mich so."

Das Mädchen mit den braunen Locken nickte aufgeregt und betrachtete sie von oben bis unten. Wie Hermine dasaß, so aufrecht, den Rücken durchgestreckt, die Hände im Schoß verschränkt wirkte sie übertrieben streng und bildete ein totales Kontrastprogramm zu den beiden Jungen.

Cat betrachtete zum ersten Mal diese Beiden genauer, während sie sich neben Hermine auf den Sitz fallen ließ. Der Rothaarige futterte schon seit sie das Abteil betreten hatte unaufhörlich Süßigkeiten und so wie sein Schoß voll mit Verpackungspapier lag, konnte sich Cat denken, dass er das auch schon seit der Abfahrt tat. Irgendwie wirkte er ziemlich zerstreut und abwesend dabei.

Der andere Junge hingegen, Harry Potter, lehnte sich bequem in seinem Sitz zurück und schaute eine Weile zum Fenster hinaus. Er hatte noch gar nichts zu ihr gesagt, wobei sich Cat nicht sicher war, ob er es aus Desinteresse oder Schüchternheit nicht tat. Seine Brille wirkte drahtig und saß ihm schief auf der Nase, seine schwarzen Haare standen ihm verwuschelt vom Kopf ab und auf seiner Stirn blitzte eine kleine Narbe hervor. Jetzt wusste Cat auch, wo sie diesen Namen schon einmal gehört hatte! Das war Harry Potter! Also der Harry Potter! Oh Merlin, wie peinlich.

„Du bist Harry Potter", rief Cat fast erschrocken auf und bereute es gleich wieder, als der Kopf des Jungen zu ihr herumfuhr und sie überrascht ansah. „Tut mir leid, ich wollte nicht…Es ist nur, du bist sogar in Frankreich bekannt wie ein bunter Hund. Einfach jeder Zauberer und jede Hexe hat deine Geschichte schon einmal gehört. Sag mal, stimmt es eigentlich, dass du in deinem ersten Jahr einen Riesen umgebracht hast, indem du ihn vom Dach des Schlosses geworfen hast?"

Unwillkürlich musste Harry schmunzeln und er schüttelte belustigt den Kopf. „Also es war nur ein Bergtroll und ich habe ihn auch nicht umgebracht, er war nur bewusstlos und ich würde nie im Leben irgendjemanden oder irgendetwas vom Dach des Schlosses werfen."

Peinlich berührt lief die Blonde knallrot an. „Oh, dann sind die Geschichten wohl doch etwas ausgeschmückter, als man glauben mag. Tut mir leid für meine Neugier."

„Kein Problem", tat Harry es lächelnd ab. „Aber sag mal, du bist aus Frankreich? Das heißt, das ist dein erstes Jahr hier?"

Cat nickte. „Ich war bis letztes Jahr in Beauxbatons, allerdings hat mein Vater ein Jobangebot in London bekommen, weshalb wir hierhergezogen sind."

„Was arbeiten deine Eltern denn?", nuschelte Ron mit vollem Mund.

„Sie arbeiten in der Automobilindustrie. Mein Vater ist Chef-Entwickler bei Aston Martin und meine Mutter arbeitet in der Personalabteilung", erklärte Cat und hatte nach der Begegnung mit dem Blonden schon ein wenig Sorge, wie die Drei nun reagieren würden.

„Das ist ja cool, das heißt du bist muggelstämmig? Ich auch! Meine Eltern sind Zahnärzte und haben ihre eigene Praxis. Aber das ist längst nicht so spannend wie das, was deine Eltern machen. Obwohl mein Vater einmal von einem Kind gebissen wurde. Die Wunde war so tief, dass er sogar genäht werden musste", brach es aus dem brünetten Mädchen heraus.

„Hermine, lass sie doch erst einmal ankommen", versuchte Harry sie zu zügeln.

„Oh ja, tut mir leid. Also Cat, in welchen Jahrgang kommst du denn?", wechselte diese dann das Thema.

„Ich komme in mein viertes Jahr, obwohl ich erst dreizehn bin. Aber in Beauxbatons wurde ich ein Jahr früher als üblich eingeschult", antwortete die Blonde.

„Hey, das ist ja cool, wir nämlich auch. Weißt du schon, in welches Haus du kommst?", erkundigte sich Harry.

„Welches Haus?" Cat legte fragend den Kopf schief und runzelte die Stirn.

„Oh, du weißt es noch gar nicht? Hogwarts ist in vier Häuser eingeteilt, denen jeweils besondere Eigenschaften zugeordnet werden. Da wäre Hufflepuff, wo die gutmütigen und hilfsbereiten Schüler sind, Ravenclaw mit den super-intelligenten, Gryffindor mit den mutigen und Slytherin mit den hinterlistigen. Viele Leute, die in Slytherin waren, sind auch auf die Dunkle Seite gewechselt und es gibt dort ganz viele Kinder von ehemaligen Todessern", erklärte Harry.

Cat nickte verstehend. „Sowas gab es in Beauxbatons gar nicht. Wir wurden nur in Jahrgänge eingeteilt, aber ansonsten haben wir keine Trennung untereinander."

„Das Verhältnis zwischen den Häusern ist aber gar nicht so strikt, wie du jetzt vielleicht denkst. Wir haben auch Freunde in anderen Häusern. Nur mit Slytherin will eigentlich kein Haus so richtig zu tun haben, vor allem wir aus Gryffindor nicht", beschwichtigte Hermine lächelnd.

„Alles klar. Memo an mich: Bloß nicht nach Slytherin gehen", lachte Cat und die anderen stimmten ein.

„Du kannst es dir aber nicht aussuchen. Du wirst vom Sprechenden Hut eingeteilt. Wenn er dir aufgesetzt wird, sieht er in dein Inneres und trifft die beste Entscheidung für dich", erklärte Hermine nochmal.

„Oh, okay, na dann hoffe ich doch einfach mal, dass ich in eurem Haus lande", lächelte die Blonde etwas verunsichert.

„Das würde mich sehr freuen", meinte Harry beruhigend und die anderen nickten zustimmend.

Die restliche Zugfahrt mit ihren neuen Freunden, wenn Cat sie schon so nennen konnte, war sehr lustig gewesen. Die Drei erzählten ihr von den vielen Erlebnissen, die sie in den vergangenen Jahren schon hatten und Cat erzählte von Beauxbatons und welche Unterschiede es zwischen Frankreich und England gab. Als der Zug in den Bahnhof eingefahren war, wurde sie von einem sehr großen, behaarten Mann in Empfang genommen. Er erklärte ihr, dass sie mit den Erstklässlern über den See fahren würde, da sie Neuling in Hogwarts war und jeder dieses einzigartige Erlebnis einmal haben musste.

Danach verging die Zeit nur sehr schleppend. Mit den Erstklässlern hatte Cat überhaupt nichts am Hut, also saß sie bei Hagrid, dem großen Mann, im Boot. Die Stille machte ihr nichts aus, allerdings wünschte sie sich, es würde etwas schneller gehen. Aus dem Alter, in dem sie selbstfahrende Boote und ein beleuchtetes Schloss begeisterten, war sie wohl schon raus.

Nun wartete sie ungeduldig auf die Rückkehr von Professor McGonagall vor der Großen Halle, die sie angewiesen hatte, mit den Erstklässlern auf die Einteilung zu warten. Bloß nicht ins falsche Haus kommen! Am liebsten würde sie ja zu Harry und den anderen kommen, aber sie wäre auch schon glücklich, wenn sie nur nicht in Slytherin landete!

Plötzlich ging die Tür auf und die Neuankömmlinge traten zum Podium vor, wo Professor Dumbledore seine Eingangsrede hielt. Als er fertig war, rief Professor McGonagall die Erstklässler und Cat auf, um auf die Häuser aufgeteilt zu werden.

„Da wir in diesem Jahr eine Schülerin aus Beauxbatons begrüßen dürfen, wird sie als erstes hervortreten. Catherine O'Neill", rief McGonagall sie auf. Ihr Puls erhöhte sich, sie spürte ihr Herz an der Brust schlagen. Wie sie es hasste, die gebündelte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen! Missmutig trat sie zur Lehrerin vor und ließ sich den Sprechenden Hut aufsetzen.

„Hmmmmm", machte er und dabei war Cat sich sicher, dass sie ihn nur in ihrem eigenen Kopf hören konnte. „Ich sehe sehr viel Ehrgeiz, ich sehe Intelligenz, ich sehe den Drang, dich zu beweisen. Das passt doch gut zu Slytherin."

Cat riss die Augen auf. „Nein! Merlin, nein!"

„Nicht?", fragte er sie. „Nun, ich denke, es würde dir dort sehr gut gehen. Slytherin hat schon wahre Größen hervorgebracht."

Vehement schüttelte die Blonde den Kopf und sah dann mit einem sehnsüchtigen Blick zum Gryffindor-Tisch, wo sie schnell Harry, Ron und Hermine erkannte, die ihr aufmunternd zu lächelten.

„Wo siehst du denn hin, meine Liebe? Hast du schon Freunde gefunden? Eine treue Seele bist du, nichts lieber als mutig für die Familie eintreten. Dann soll es wohl doch nicht Slytherin sein."

Sie nickte wie wild.

Der Sprechende Hut lachte und rief dann „Gryffindor!" in die Halle hinein, sodass der Tisch ganz links aufjubelte. Cat setzte sich erleichtert aufatmend neben Harry und lauschte gespannt den weiteren Hauszuordnungen. Sie war einfach nur überglücklich jetzt hier zu sein und so schnell Anschluss gefunden zu haben.

Das Essen wurde aufgetischt und alle Schüler stürzten sich darauf, als gäbe es nicht genug für alle. Cat und Harry unterhielten sich währenddessen eine Weile, dann sah die Blonde sich in der Halle um und blickte dabei direkt in das Gesicht des blonden Jungen aus dem Zug, der am anderen Ende der Halle am Slytherin-Tisch saß. Er sah sie direkt an und tuschelte gleichzeitig mit seinem dunkelhäutigen Freund neben sich.

Ein Unbehagen machte sich bei seinen starrenden Augen in ihr breit. „Harry, was kannst du mir über den Typ da drüben sagen?", wollte sie wissen.

In den Moment, in dem Harry herübersah, drehte der Blonde sich weg. „Das ist Draco Malfoy, Eisprinz von Slytherin, Muggelhasser, Frauenheld. Brauchst du noch eine Beschreibung?"

Cat lachte und sagte: „Mit anderen Worten, ich soll mich von ihm fern halten."

„Genau."

Aber etwas an diesem Jungen hinderte sie daran, es damit einfach auf sich beruhen zu lassen. Während dem Essen sah sie ab und an nochmal hinüber und bemerkte, dass dieser Malfoy auch hersah. Seine Augen machten sie nervös und sie wandte sich verlegen zur Seite. Dabei spürte sie noch das schelmische Grinsen, das über seine Lippen huschte.

Draco drehte sich wieder zu Blaise und tat so, als hätte er ihm während seines endlosen Monologs über irgendeine neue Errungenschaft im Bett zugehört. Dieses Mädchen faszinierte ihn. Sie hatte so einen Schimmer in den Augen, als könnten sie sich nicht für eine Farbe entscheiden. Und ihre Haut. Es sah so aus, als würde sie ein ganzes Jahr an Farbzuständen in wenigen Sekunden durchlaufen. Im ersten Moment wirkte sie blass, als käme sie gerade vom sibirischen Winter in Alaska und im nächsten Moment war sie braun gebrannt wie im Sommer in der Karibik. Draco tat seine Wahrnehmung einfach mit der Begründung der Lichtverhältnisse in der Halle ab.

„Wie viele sind es jetzt?", unterbrach der Blonde seinen Freund Blaise, damit er endlich aufhörte von seinen nächtlichen Aktivitäten zu erzählen.

Blaise grinste und antwortete: „Ein Gentleman zählt nicht mit, aber ich gebe zu: die Auswahl ist drastisch gesunken."

Der Blonde deutete ein Lachen an, das aber seine Augen nicht erreichte, dann sah er wieder zu der Neuen am Gryffindor-Tisch herüber.

Blaise folgte seinem Blick. „Aber die Auswahl hat sich gerade um eins erhöht. Sie sieht ziemlich gut aus. Wie heißt sie?"

„Hast du wirklich schon den Namen vergessen in der Zeit zwischen der Zugfahrt und jetzt?", fragte Draco rhetorisch nach.

Der Dunkelhaarige zuckte nur gelassen mit den Schultern. „Wenn ich mir jeden weiblichen Vornamen merken würde, hätte ich keinen Platz mehr für die wirklich wichtigen Dinge."

„Catherine", antwortete Draco leicht kopfschüttelnd, während er weiter zu ihr herüber starrte.

„Catherine", widerholte Blaise und grinste. Dann sah er zu seinem besten Freund herüber, der sie wie ein Irrer anstarrte und lachte ein wenig. „Draco, du wirkst lächerlich, wenn du eine Gryffindor ansiehst. Bitte hör auf, sonst wird mir schlecht."

Der Blonde riss sich endgültig von ihr los und wandte sich Blaise zu, während er es endlich schaffte, den ersten Bissen von seinem Abendessen zu tun, ohne den Drang zu verspüren, die Neue zu begutachten.