Nach den ersten Wochen an der neuen Schule fühlte sich Cat beinahe so, als würde sie schon ihr ganzes Leben in England leben und nach Hogwarts gehen. Der Unterricht war vollkommen in Ordnung, wenn man mal von Geschichte der Zauberei, dem einschläferndsten Fach überhaupt, absah. Am liebsten mochte sie Arithmetik, was sie zusammen mit Hermine besuchte, während die Jungs unverständlicher Weise in Wahrsagen saßen, und – zur Überraschung aller Gryffindors – Zaubertränke. Die Neue hatte mittlerweile auch selbst festgestellt, dass der Professor wohl eine große Aversion gegen die Gryffindors hegte und einzig und allein an die Slytherins Punkte verteilte. Nicht mal Hermine, die sonst in jedem Fach die Gescheiteste war, machte in diesem Unterricht den Mund auf, aus Angst, sie würde nur Punkte verlieren unabhängig von der Tatsache, ob ihre Aussage korrekt war oder nicht.

Doch seit Cat in seiner Klasse saß, schien Snape etwas geändert zu haben. Nicht, dass er in irgendeiner Form freundlicher dreinschauen würde oder die Gryffindors nicht mehr bei jeder Kleinigkeit beleidigen und bestrafen würde – daran würde sich gewiss niemals etwas ändern – doch jedes Mal, wenn die Schüler einen Zaubertrank brauen mussten, ging er besonders langsam und interessiert bei der blonden Neuen vorbei und lugte in ihrem Kessel. Dabei verzog er keine Miene, vielmehr schien ihn ein Nebel der Gelassenheit zu umgeben.

Und wenn er eine Frage stellte, nahm er sie stets dran. Auch, wenn er weder lächelte noch irgendeine Anerkennung zeigte, so machte er genauso wenig Anstalten, einen bissigen Kommentar loszulassen und das zu aller Verwunderung im Klassenzimmer.

Es ging sogar soweit, dass besonders die Slytherin mit Mutmaßungen und Gerüchten begannen um sich zu werfen. An einem Tag hatte Cat den Hauslehrer von Slytherin mit einem Fluch belegt, am nächsten war sie eine heimliche Geliebte und am dritten seine Tochter. Selbst die Gryffindors begannen, misstrauisch zu werden und Spekulationen anzustellen. Cat machte sich nichts daraus und nahm weiterhin vollkommen normal an ihrem Lieblingsfach teil. Die Gerüchte würden sich sehr bald legen, so war es doch immer.

Neben Geschichte der Zauberei gab es noch ein anderes Fach – oder vielmehr einen Lehrer -, mit dem Cat nicht klar kam. Und das war Verteidigung gegen die Dunklen Künste bei Professor Moody. Das Fach an sich war durchaus sinnvoll, doch die Art und Weise wie MadEye Moody die Sache anging gefiel der Gryffindor überhaupt nicht. Bereits in der ersten Stunde demonstrierte der Ex-Auror die Wirkung der Unverzeihlichen Flüche an drei kleinen, wehrlosen Spinnen.

Diese erste Stunde hatte eher geteilte Wirkungen auf die Klasse. Während einige total begeistert von seinem Wissen waren, konnte man einigen Mädchen und besonders Neville die blanke Angst ins Gesicht geschrieben sehen. Cat hingegen hatte das Schauspiel mit purer Verachtung beobachtet. Kein normaldenkender Zauberer würde diese Flüche so leichtfertig verwenden.

Und als wäre diese erste Stunde nicht schon verstörend genug gewesen, kam Moody in den darauffolgenden Unterrichtsstunden auf die Idee, den Imperius-Fluch an den Schülern selbst zu testen. Er begründete sein Vorgehen mit der potenziellen Gefahr eines Angriffs, die Schüler sollten dann auf alles gefasst sein, denn ein dunkler Zauberer scheue nicht davor zurück auch die Unverzeihlichen zu Rate zu ziehen.

Moody nahm sich seine Zeit und rief jeden einzeln auf, wandte den Fluch teilweise sogar mehrfach an, um vielleicht beim vierten Mal ein Ankämpfen zu erkennen, doch keiner der Bisherigen, mit Ausnahme von Harry, hatte es geschafft, den Fluch zu blockieren. Sie alle sprangen auf Tische, tanzten wie Ballerina oder sangen ein Lied.

Gerade sprang Ron kreuz und quer durch den Raum und tat so, als würde er unsichtbare Schmetterlinge fangen wollen, da ließ Moody den Zauberstab sinken und befreite den Rothaarigen damit aus seinem Leid. „Lassen Sie es gut sein, Weasley. Das war wohl nichts. Setzen Sie sich", wies er ihn an.

Ron schlurfte missmutig und mit peinlich berührtem, hochrotem Kopf zurück an seinen Platz zwischen Harry und Hermine.

„Na, wen hatten wir denn noch nicht? Longbottom! Interesse?", donnerte die Stimme des Professors durch den Raum.

Neville sah erschrocken auf, fixierte Moody für einen Moment, schüttelte dann energisch den Kopf und ließ ihn sinken, sodass er diesem durchdringenden, verrückten Blick entkam.

Auch Cat starrte sehr beharrlich auf die kleine Fliege, die auf ihrem Tisch herumkrabbelte. Wenn es nur zu vermeiden wäre, würde sie am liebsten diesem Spektakel nicht beiwohnen und schon gar nicht diesen Fluch auf sich hetzen lassen. Sie hoffte einfach inständig, dass Moody sie nicht aufrufen würde, wenn sie sich nur bedeckt hielte.

Doch zu früh gehofft. Als hätte der Professor ihre Gedanken gelesen, schnellten seine Augen zu ihr herum und musterten sie ganz genau. „O'Neill! Dich haben wir noch nicht gesehen! Na los, nach vorne!"

„Wenn Sie erlauben, Professor, Ich würde lieber nicht…", begann die Blonde vorsichtig.

Doch er unterbrach sie sofort. „Das war keine Bitte, O'Neill. Also vorwärts, stellen Sie sich zu mir! Hopp, hopp!"

Widerwillig erhob sich die Gryffindor von ihrem Platz und trottete nach vorne, wo sie sich im Abstand von etwa fünf Metern von Moody aufstellte und ihn mit finsterer Miene ansah. So ein Idiot! Bereitet ihm wohl Freude, kleine, unschuldige Kinder zu quälen!

In den hinteren Reihen war es nun komplett still geworden. Die Slytherins unterhielten sich für gewöhnlich pausenlos während des Unterrichts, doch nun waren sie alle verstummt. Wie O'Neill bloß gestellt wurde wollte keiner von ihnen verpassen. Besonders Draco drehte sich auf seinem Stuhl wieder herum, sodass er einen direkten Blick auf das Geschehen hatte und stützte seinen Kopf mit den Armen auf dem Pult ab. Das war es, was er brauchte. Eine Situation, eine Aktion von ihr, mit der er sie tagelang auf Trapp halten konnte. Und jetzt endlich war der Moment gekommen. Es war schon beinahe so, als liefe ihm das Wasser im Mund zusammen, so aufgeregt war er.

Cat starrte Moody nun geradewegs in die Augen. Ihre Wut nahm sie vollends ein und ließ sie das Klassenzimmer mit allen Insassen vollständig vergessen.

Als Moody das mitbekam, Schlich sich ein gehässiges Grinsen auf seine Lippen. Fast theatralisch erhob er den Zauberstab und richtete ihn auf das Mädchen. „Imperio."

Mit einem Mal wurde Cats Blickfeld getrübt, es war, als hätte sich ein Schleier über ihre Augen gelegt. Geräusche nahm sie nur noch sehr gedämpft wahr, so als kämen sie aus einer weit entfernten Kammer. Und sie fühlte sich federleicht, so gelassen, dass sie hätte glauben können, die Wut wäre mit einem Zauberstab-Wink einfach verschwunden.

„Spring auf den Tisch", drang Moodys dumpfe Stimme an ihr Ohr.

Gespannt sahen alle im Raum zu. Draco Malfoy lehnte sich weit nach vorne, er wurde von diesem Spektakel beinahe angezogen. Seine Augen fixierten die Gryffindor und ließen sie nicht mehr los. Er wollte jedes Detail mitbekommen. Ihm war auf einmal ganz heiß vor blanker Vorfreude auf die Sprüche, die er ihr nach der Stunde drücken konnte.

Doch Cat stand nur da und fixierte den Lehrer mit ihrem leeren Blick.

„Spring auf den Tisch!", befahl Moody erneut, diesmal etwas lauter.

Und da regte sich etwas in Cat. Eine zweite Stimme, eine weibliche Stimme, sprach zu ihr aus der Ferne. „Das willst du doch gar nicht. Hör nicht auf ihn, er ist ein Idiot", hauchte sie ganz leise.

„Du sollst springen, O'Neill!"

Alle Köpfe im Raum waren auf die Gryffindor gerichtet, eine haarsträubende Elektrizität war im Raum zu spüren und jeder schien Angst zu haben, den Mund zu öffnen. Dracos Hände ballten sich zu Fäusten, seine Fingernägel gruben sich in seine Handflächen und ein Knoten bildete sich in seinem Magen.

Und dann passierte etwas, mit dem niemand, nicht einmal Moody gerechnet hatte. Die Blonde legte wie in Zeitlupe den Kopf schief. In diesem Augenblick wich der Nebel vor ihren Augen völlig zurück, die Sicht war wieder klar, Geräusche hörte sie nicht mehr wie durch Watte und das erdrückende Gewicht ihres eigenen Körpers machte sich bemerkbar. Schneller als jeder in diesem Raum hätte schauen können, zog Cat ihren Zauberstab und richtete ihn auf den Professor. Alles geschah aus einem Reflex heraus, einem tief verankerten Selbstschutz.

„Expelliarmus!", rief sie und der Zauberstab ihres Lehrers flog durch die Luft auf sie zu. Mit ihrer rechten, freien Hand fing sie ihn auf.

Vollkommen fassungslos starrte die Klasse sie an. Hermine hatte scharf die Luft eingezogen und die Hände vor den Mund gehalten. Wie konnte Cat nur einen Lehrer entwaffnen?

Das war zwar nicht gerade das, was der Slytherin sich erhofft hatte, doch jetzt würde O'Neill wenigstens eine Strafe für den Angriff auf einen Lehrer erhalten – so Malfoys Einschätzung.

Auch Moody musterte die Blonde eine Weile ziemlich überrumpelt. Erst, als sie ihm seinen Zauberstab entgegen warf, konnte MadEye sich wieder zusammenreißen und fing den Stab auf. Ein breites Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht und allen war klar: Er nahm die Situation mit Humor.

Ernüchtert warf Draco sich in seinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Der Knoten war bis in seine Kehle hinauf gewandert und verweigerte ihm das Reden. Er schluckte ihn gemeinsam mit dem Frust, der in diesem Moment aufgekommen war, herunter. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Wie konnte diese Missgeburt nur einen der stärksten Flüche der Welt abwehren, als wäre es ein Irrwicht?

„Beeindruckend, O'Neill, äußerst beeindruckend. So schnell habe ich noch nie jemanden den Fluch brechen sehen." Moody nickte anerkennend. „Habe ja schon von den anderen Professoren gehört, Sie seien recht aufgeweckt und fit im Kopf, aber das war überraschend. Schon mal über eine Karriere als Auror nachgedacht?"

Die Gryffindor schüttelte lediglich den Kopf, aus Angst, ihre Stimme würde ihr nicht gehorchen, sobald sie den Mund öffnete. In diesem Moment verspürte sie kein bisschen Stolz, den Fluch abgewehrt zu haben und fast aus Trotz schloss sie eine Karriere als Aurorin ein für alle Mal für sich selbst aus.

MadEye musterte die Schülerin noch für einen langen Moment mit seinem gesunden Auge, erst dann wandte er sich von ihr ab und der Klasse zu.

„Die Stunde ist beendet!", verkündete Moody, woraufhin sofort alle Schüler ihre Unterlagen zusammenpackten und beinahe fluchtartig den Raum verließen.

Auch Cat warf beinahe ihre Sachen in ihre Umhängetasche und spurtete aus dem Saal hinaus. Keine fünf Sekunden länger wollte sie mit diesem Monster in einem Raum verbringen. Das Maß für heute war gestrichen voll!

Ihre Freunde schlossen schnell zu ihr auf. „Wie hast du das gemacht, Cat? Ich habe es einfach nicht geschafft, den Fluch abzuwehren, egal wie sehr ich mich angestrengt habe. Aber du hast ja nicht mal daran gedacht, den Anweisungen zu folgen. Was ist dein Geheimnis?", wollte Ron sofort wissen, nachdem sie einige Meter vom Klassenzimmer entfernt waren.

Die Gryffindor zuckte nur knapp mit den Schultern.

„Komm schon, Cat. Das kann doch nicht einfach nur Glück gewesen sein!", hakte der Rothaarige nach.

Genervt rollte sie daraufhin mit den Augen. Wieso machten alle so einen Hehl darum, während es niemanden zu interessieren schien, dass Moody verbotene Zauber an Minderjährigen testet. Es wollte einfach nicht in ihren Kopf hinein, dass Dumbledore allen Ernstes seine Zustimmung zu solch einem Unterfangen gegeben haben soll. „Keine Ahnung, Ron. Ich habe einfach an nichts gedacht. Ich habe mich einfach geweigert, etwas so Dummes zu tun. Und dann ist dieser Nebel auch schon verschwunden gewesen", erklärte die Blonde schließlich.

„Naja, im Grunde habe ich genau dasselbe getan und bei mir hat es nicht gewirkt", grummelte Ron beleidigt.

„Vielleicht bin ich einfach ein größerer Dickschädel als du", tat die Gryffindor es ab und beschleunigte ihren Schritt etwas. Sie war vollkommen durcheinander. Mussten wohl die Nachwirkungen des Imperius gepaart mit ihrer Wut auf Moody sein. Und es ließ sie einfach nicht los.

„Ron, mach dir nichts daraus! Beim nächsten Mal klappt es schon", schaltete sich nun Harry ein, der seinen besten Freund etwas vertrösten wollte.

„Also, ich weiß ja nicht, ob ich ein nächstes Mal so gut fände. Ich finde das mehr als komisch, dass Moody mit uns die Unverzeihlichen Flüche durchnimmt und sie auch noch an uns testet", gab Cat zu bedenken.

„Ach, jetzt stell dich doch nicht so an! Du kannst dich ja nicht an unsere Vorgänger erinnern. Von denen ist er mit Abstand der beste Lehrer – vielleicht abgesehen von Professor Lupin", wehrte Harry sofort ab.

„Genau!", pflichtete ihm Ron zu. „Und außerdem will er doch nur, dass wir auch wirklich darauf vorbereitet sind, wenn wir mal in eine solche Situation geraten! Ich meine, er ist Auror gewesen! Er wird ja wohl am besten von allen wissen, was wir einmal brauchen werden und was nicht!"

„Das mag ja alles sein, aber findet ihr nicht, dass sein ganzes Auftreten mehr als merkwürdig ist?", fragte die Blonde weiter. „Ich meine, er trinkt ausschließlich aus seinem eigenen Flachmann."

„Das hat er uns doch schon erklärt", mischte sich nun auch Hermine in das Gespräch ein. „Dann kann er sich sicher sein, dass ihn niemand vergiftet hat. Die Jungs haben Recht. Moody mag zwar etwas speziell sein, aber er ist allemal besser als das, was wir vorher in diesem Fach ertragen mussten."

„Und was war danach? Hätte ein ehemaliger Auror nicht mit links meinen einfachen Entwaffnungszauber abblocken müssen?", meinte Cat weiter skeptisch.

Harry zuckte die Schultern. „Schätze, er war einfach viel zu überrumpelt, dass du dem Imperius mit Leichtigkeit abgeworfen hast, dass er nicht darauf gefasst war."

Ein Ex-Auror, vermutlich der allerbeste Auror, den England jemals hatte, sollte nicht auf den Entwaffnungszauber einer Viertklässlerin vorbereitet gewesen sein? Cat hätte dieses Argument vielleicht bei jedem anderen Auror durchgehen lassen, doch nicht bei MadEye Moody, der schon so viele dunkle Zauberer hinter Gitter gebracht und mit dem Alter eine solche Paranoia entwickelt hatte, dass er nicht mal mehr aus anderer Leute Becher trinken wollte. Nein, das hielt Cat für entschieden falsch. Da war etwas faul!

Die vier kamen zum Mittagessen in der Großen Halle an. Da sie das Thema nicht so recht in großen Massen weiterführen wollte, beendete Cat das Gespräch mit einem einfachen Kopfschütteln. Sie setzten sich zu den anderen Gryffindors, die bereits eingetroffen waren und begannen, sich eifrig von jeder Köstlichkeit etwas auf den Teller zu packen. Doch der Blonden war der Appetit irgendwie vergangen. Ihr Magen rebellierte nach wie vor gegen die Nachwirkungen des Imperius-Fluches und so musste sie sich mehr oder weniger dazu zwingen, einige Bissen der Lasagne herunterzubekommen.

Während des Essens kamen plötzlich Fred und George an den Tisch gerannt und setzten sich begeistert zu den Vier.

„Na, meine Freunde, …"

„…wie geht es euch…"

„…an diesem wundervollen Tag?"

„Ihr klingt ja heute besonders motiviert. Freut ihr euch tatsächlich, uns zu sehen, oder habt ihr endlich eine Lösung für euer Altersproblem gefunden?", erkundigte sich Cat und zog aufrichtig interessiert eine Augenbraue nach oben. Sie hielt nichts von der Idee der Zwillinge, eine Möglichkeit zu finden, die Grenze zu umgehen und am Turnier teilzunehmen, doch sie wusste ebenso gut wie alle anderen, dass die Beiden, wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatten, nie wieder davon abzubringen waren.

„Noch nicht, aber wir sind dran, alles über Alterungstränke und -zauber herauszufinden", erklärte Fred in seiner unnachahmlichen, euphorischen Art.

„Und wir sind sehr optimistisch, dass wir, sobald Dumbledore verrät, was genau er als Sicherheitsvorkehrung gegen die Anmeldung Minderjähriger vorgesehen hat, eine Lösung parat haben, diese postum zu umgehen", fügte George begeistert nickend.

„Also dann…"

„Wir müssen wieder los."

„Die Pflicht ruft."

Damit verabschiedeten sich die beiden von den Viertklässlern und verschwanden vom Gryffindor-Tisch und schließlich auch aus der Großen Halle.

„Ich hoffe, die Beiden finden eine Möglichkeit, wie sie die Altersgrenze überlisten können. Dann würde ich mich auch gleich anmelden. Man, oh man, so viel Gold könnte ich echt gut gebrauchen!", schwärmte Ron sofort nach dem Abzug der Zwillinge.

„Ganz ehrlich, Ron, so sehr ich dir das auch gönnen würde, aber diese Altersgrenze wurde nicht umsonst eingeführt. Es sind schon mehrfach Zauberer gestorben während diesen Turnieren. Wir sind minderjährig, haben gerade mal vier Jahre Erfahrung mit Zauberei. Ich glaube, dazu gehört etwas mehr, sich diesen Preis zu verdienen", erklärte Cat sachlich und wandte sich den anderen zu, um Bestätigung zu erfahren.

Lediglich Hermine nickte kurz, während Harry nur verträumt in der Gegend herum starrte. Die Blonde versetzte ihm einen schmerzhaften Stoß mit dem Ellenbogen in die Rippen, sodass der Gryffindor erschrocken herumfuhr und sich den Magen hielt.

„Denk nicht mal daran, dich Fred und George anzuschließen! Das gibt nur Ärger und wird doch nicht funktionieren! Und du könntest auch mal ein ruhiges Jahr in Hogwarts gebrauchen!", ermahnte Cat ihn halb besorgt, halb wütend.

„Ja, Mama", erwiderte Harry nur grinsend.

Die Blonde konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, dennoch betonte sie erneut. „Ich meine es ernst, Harry. Das ist gefährlich."

„Ich weiß doch. Es war ja auch nur so ein fixer Gedanke, eine nette Vorstellung. Aber ich käme nie auf die Idee, mir einzubilden, ich könnte tatsächlich eine dieser Aufgaben lösen, geschweige denn überhaupt die Altersgrenze austricksen", versicherte er nochmal und lächelte seine Freundin herzlich an.

Einen Moment musterte diese den Schwarzhaarigen und hob dann die rechte Hand, die sie nur Faust geballt hatte, nur der kleine Finger war ausgestreckt. „Kleiner-Finger-Schwur?"

Harry grinste sie belustigt an und auch von Hermine kam ein kleiner Lacher. Nur Ron saß daneben und verstand die Welt ist. „Was ist ein Kleiner-Finger-Schwur?"

„Das ist ein Versprechen, dass man einer anderen Person gibt. Bei den Muggeln wird er verwendet, wenn man zeigen will, dass man das Versprechen nicht bricht", erklärte Hermine.

„Also sowas wie ein Unbrechbarer Schwur?", hakte der Rothaarige nach.

Hermine kicherte und schüttelte den Kopf. „Vom Prinzip her schon, aber man stirbt nicht wirklich, wenn man das Versprechen bricht. Es ist mehr symbolisch."

Also erhob auch Harry die rechte Hand, ballte sie zur Faust und hakte sich mit seinem bei Cats kleinem Finger ein und bewegte die verbundenen Hände einmal kurz hin und her, um den Schwur zu besiegeln. Die Beiden grinsten sich an, dann ließen sie einander wieder los.

Mit einem kurzen Blick auf die Uhr, stellte die Blonde dann aber erschrocken fest, dass die Pause schon beinahe vorbei war und sie sich langsam auf den Weg machen sollten. Also aßen die Vier hastig die letzten Bissen ihres Essens auf und verließen dann die Große Halle in Richtung Unterricht.