"Ich würde Ihnen gerne jemanden vorstellen, Professor." Kapitän Hammerhais rostige Stimme wurde von einem amüsierten Kichern durchzogen, das Kukui nicht ganz zu deuten wusste. "Wie darf ich das Lachen verstehen?", fragte er, während er seine Hände in den Taschen seines flauschigen Pelzmantels versteckte. An Deck wurde es rau und die Temperaturen waren das Letzte, was er später an diesem Ausflug vermissen würde. "Ich bin mir nur sicher, dass Sie mit diesem Kollegen interessante Gespräche führen werden. Er ist offenbar Experte dieser Region und war der Einzige in ganz Alola und Kalos, der schon einmal etwas von Arceoryoku gehört hat." Kukui warf dem Mann einen überraschten Seitenblick zu. "Ein Experte? Ich dachte, die Region wäre unerforscht." Hammerhai nickte grinsend und zeigte seine zwei fehlenden Schneidezähne. "Aber ja. Das ist sie. Aber offensichtlich gibt es Menschen dort und einer von ihnen hat es lebend von ihr heruntergeschafft. Und jetzt hat er es sich in den Kopf gesetzt, dorthin zurückzukehren." Kukui bewegte seine Hände in den Taschen, einerseits aus Schutz vor Kälte, andererseits aus Interesse. In ganz Alola kam vor ihm nie jemand auf die Idee, sich ernsthaft mit dem Hintergrund der Pokémon auseinanderzusetzen. Es war eine Krankheit der schieren, selbstauferlegten Blindheit, wie Kukui fand. Ohne Forschung würde es immer wieder Individuen geben, die mit halbgarem Wissen versuchen, Pokémon für üble Zwecke zu benutzen. Kollegen waren da eine Seltenheit, die Kukui immer gerne mit offenen Armen empfing. Er hatte gehört, dass in einem fernen Ort namens Einall neben den weltbekannten, seriösen Pokémon-Professoren Eich und Eibe bereits eine Kollegin am Werk war, die er zu gerne einmal kennenlernen würde. Doch bis dahin war noch Zeit.
Auf dem Schiff gab es bereits genug interessantes Personal, das es zu studieren galt. An erster Stelle kam nun natürlich dieser unbekannte Kollege, doch auch der in Scharlach gekleidete Geologe aus Hoenn schien sich seiner Sache sehr sicher zu sein. Er war mit einem eigenen Team von drei jungen Assistenten angereist, von denen zwei nicht sonderlich hell wirkten. Bei ihrem kurzen Gespräch hatte er eine Lobrede auf das angebliche Götterpokémon Groudon angefangen, die jedoch - Arceus sei Dank - von Platz drei auf seiner Studienliste unterbrochen wurde. Diese Person entpuppte sich als eine in Schwarz gekleidete, äußerst hübsche junge Frau mit einer blonden Haarpracht, die bis zu ihren schlanken Beinen herunterfiel. Ihr Aussehen und ihr ernster, aber charmanter Ton hatten Kukui auf Anhieb an eine jüngere Version von Samantha, der ehemaligen Leiterin der Æther Foundation erinnert. Er wusste sofort, dass Burnett sie gemocht und wahrscheinlich stundenlang mit ihr über Pokémon gequatscht hätte und sie machte einen so wissenden Eindruck, dass der Professor sich auf der Stelle entschloss, sie besser kennenzulernen.
"Ich bin tatsächlich gespannt, was mir dieser Kollege zu erzählen hat. Aceoryokus Pokémon und ihre Attacken müssen es wert sein, wenn er wieder dorthin zurückwill." Kukuis Stimme zitterte ein wenig, jetzt, wo der Regen begann, den Männern ins Gesicht zu prasseln. Es war höchste Zeit, zurück in die Kajüte zu gehen oder sich in der Kombüse sehen zu lassen. "Oh, es würde mich wundern, wenn Sie viel aus ihm herauskriegten. Er ist ein sonderbarer Gesell, scheint kein Menschenfreund zu sein. Umso interessanter ist es, dass er in Gemeinschaft mit zwei ehemaligen Champions von Sinnoh an Bord ging." Kukui horchte auf. Es könnte ein Zufall sein. "Sie haben gerade jemanden beschrieben, den ich sehr gut kenne. Wahrscheinlich ist er es nicht, aber ich würde mich freuen, ihn wiederzusehen. Allerdings würde es mich wundern, wenn er mit Menschen aus Sinnoh reisen würde, ganz zu schweigen populären Figuren wie Champs." Hammerhai lachte. "Sie scheinen gut Bescheid zu wissen. Er steht dort drüben an der Reling. Verrückter Finneon. Der Regen scheint ihm nichts auszumachen."
Kukui hob seinen Arm, um sich vor dem Regen zu schützen und traute seinen Augen kaum. Der blaue Mantel und der Hut waren unverkennbar. Auch, wenn dieser Kerl sie nur zu ihrem Champ-Match getragen hatte, sie hatten einen bleibenden Eindruck beim Professor hinterlassen. "Gylfi Dekavage!" schrie er gegen den Wind an und die Gestalt an der Reling, die bis jetzt reglos in den Nebel gestarrt zu haben schien, drehte sich wie vom Tode erweckt um. Auf dem wassergetränkten Gesicht entstand ein kurzes, unverkennbares Lächeln, das schnell wieder einem stoischen Ausdruck wich und der junge Mann machte ein paar große Schritte auf Kukui zu. "Alolas Attackenkoryphäe. Du bist mit so viel Kleidung am Leib kaum zu erkennen." Kukui lächelte etwas ertappt. "Was machst du hier?" Gylfi suchte seinen Blick und Kukui konnte erkennen, dass er ihn vermisst hatte. Der Schwarzhaarige war nicht schwer zu verstehen, wie viele glaubten. Es sah ihm nur niemand richtig in die Augen, weil er sich so viel Mühe gab, sie hinter seinem großen Hut und seinen langen Fransen zu verstecken. Rotom, das gut versteckt in Kukuis Tasche gewartet und Gylfis Stimme gehört hatte, zischte nun hervor und begrüßte den Trainer überschwänglich. Dieser streckte seine Hand aus und lächelte erneut für einen zu kurzen Moment. "Hallo, kleiner Freund. Unterstützt du den Professor gut?" "Ja, ich gebe immer mein Bestes!", antwortete der schwebende Pokédex und Gylfi nickte anerkennend. "Dann husch schnell wieder zurück in den Mantel, wir wollen nicht, dass dein Gerät beschädigt wird." Gehorsam verschwand das Pokémon wieder und Kukui lachte, überrascht wie sehr Rotom Gylfi vermisst hatte. So lange hatten sie sich gar nicht gekannt. Und trotzdem war er dem Pokémon so genau in Erinnerung geblieben. Faszinierend.
"Lass uns drinnen weitersprechen. Hier draußen wird es ungemütlich." Gylfi warf einen Blick zurück zur Reling und nickte wortlos seinen Kopf, bevor er an Kukui und Hammerhai vorbeilief, ohne zu warten. Die beiden versuchten, mit ihm Schritt zu halten. "Er scheint Sie vermisst zu haben.", schmunzelte der Kapitän und Kukui nickte. "Ja, er lässt nur selten durchscheinen, warum er so komisch ist." Kukui schniefte und kuschelte sich enger in seinen Mantel. "Aber wenn er wirklich von Arceoryoku kommt, wie Sie sagen, dann bin ich umso gespannter, endlich dort Anker zu legen." "Aye, Aye, Professor.", pflichtete Hammerhai dem braungebrannten Mann neben ihm zu, welcher sich - kurz bevor er dem älteren Mann die Tür aufhielt - noch einmal zu ihm umdrehte. "Dabei fällt mir ein … sagten Sie nicht, er sie in Begleitung an Bord? Wer sind die anderen beiden?" Der Kapitän nickte mit dem Kopf und trat durch die Tür in die Lounge des Expeditionsschiffes ein. "Danke sehr. Ja, die sind schwer zu übersehen. Der komische Kauz, der nur ein Auge hat und die schöne blonde Puppe, die Schwarz trägt. Beides Ex-Champs in Sinnoh."
Ah, die schicke Blonde war also ein Champ aus Sinnoh. Gut zu wissen. Mit einem nachdenklichen Blick folgte Kukui dem Kapitän und war im selben Moment erleichtert, endlich dem Regen entkommen zu sein. Gylfi war bereits zur Bar vorgedrungen, an der nur eine weitere Person herumlungerte, die Kukui bis jetzt nur peripher wahrgenommen hatte. Es war die dritte Gehilfin des Geologen, ein rothaariges, süßes Mädchen mit piekfeinen Gesichtszügen und cleveren, wachsamen Augen, die ständig nach etwas zu suchen schienen. Zumindest war das Kukuis erster Eindruck, als er sie jetzt betrachtete. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, lief er an den wenigen wissenschaftlichen Mitarbeitern vorbei, die sich im Loungebereich befanden und setzte sich auf einen Stuhl an den Tresen neben seinen tropfnassen Bekannten. Hammerhai verabschiedete sich schnell in Richtung Brücke und warf einen letzten, kurzen, kopfschüttelnden Blick auf die beiden Freunde, die sich gefunden zu haben schienen. Gylfi hatte seinen Hut auf den Marmor des Tresens gelegt und sein maßgeschneiderter Umhang war auf faszinierende Weise höchstens klamm. Obwohl er offensichtlich mitbekommen hatte, dass Kukui sich gesetzt hatte, machte er keine Anstalten, ihr Gespräch weiterzuführen. Es war vor einem Jahr, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten, schon schwer gewesen, ihn zum Sprechen zu bringen. Es hatte kaum etwas verändert. "Eine Grüne Gauve.", bestellte Kukui beim Kellner und Gylfis Augen schossen für einen kurzen Moment zu ihm herüber. Doch Kukui spürte nicht nur den Blick seines Gegenübers. Auch die rothaarige Geologin schien die beiden unauffällig zu belauschen.
"Ist das Toxiquak-Haut?", riet der Professor, um das Eis zwischen den beiden erneut zu brechen. Gylfis Blick schweifte über Kukuis warmen Mantel, den dieser sich nun abstreifte. "Ist das Sen-Long Fell?", lautete Gylfis Gegenfrage und Kukui nickte zustimmend. "Sie haben eine lange Lebenszeit, aber wenn sie sterben, können sie ihr Fell nicht mehr gebrauchen. Das kann man dann anderweitig nutzen." Der in blau gekleidete Trainer wuschelte sich durch seine schwarzen Haare. "Selbst gemacht? Das ist Qualitätsarbeit." "Nicht ich, ich hab dafür kein Händchen. Das war meine Frau.", lachte Kukui und Gylfi lächelte wieder kurz, so wie vorhin an der Reling, als er den Professor das erste Mal erspähte. "Was macht Burnett?" Kukui wischte sich die nassen Hände am Fell seines Mantels ab. "Dasselbe wie ich, schätze ich. Forschen. Nur, dass sie das warme, bekannte Wetter von Alola bevorzugt." Gylfi nickte erneut, verstehend. "Und dein freier Geist treibt dich auf diesen Kahn. Du willst andere Regionen erforschen, was?" Diesmal nickte Kukui, während der Kellner den beiden ihre Getränke brachte. "Eine Heiße Giefe. Unser Geschmack in Alkohol hat sich kein bisschen verändert. Du trinkst scharf -" "- und ich bitter.", vervollständigte Gylfi den Satz und die beiden stießen an. "Auf alte Zeiten!", verkündete Kukui feierlich, doch Gylfi schüttelte den Kopf. "Du hättest nach Einall oder meinetwegen Kalos gehen sollen, mein Freund.", murmelte er mit einem für ihn nicht unüblichen, dunklen Gesichtsausdruck, während er sein Glas zum Mund hob. "Alles, nur nicht Arceoryoku."
Kukui hob eine Augenbraue. Wie schon so oft redete der komische Bauz in Rätseln. "Du fährst nach Arceoryoku. Warum ich nicht?" Gylfi wischte sich mit seinem Handrücken über den Mund und blickte an Kukui vorbei. Dem Professor fielen seine Augenringe auf, die seinen heruntergezogenen Mundwinkel den perfekten Anstrich für jemanden gaben, der seit Tagen nicht geschlafen hatte. Kein Wunder, dachte Kukui. Wer wusste schon, ob er überhaupt ein Dach über dem Kopf hatte, oder immer noch nach der uralten Tradition als Vagabund sein Geld nur durch Pokémon-Kämpfe verdiente. "Du wirst keine Freude an den Attacken in dieser Region haben." Das war ziemlich weit hergeholt in Kukuis Augen. "Nichts für Ungut, mein Freund, aber ich studiere Pokémon-Attacken. Es gibt nicht wirklich eine Attacke, die mir bis jetzt noch nicht Spaß gemacht hat. Du weißt, dass ich mich selbst von ihren treffen lasse, um ihre Stärke zu erfahren." Gylfi nickte und warf Kukui einen ernsten Blick zu, bevor er sein Glas leerte. "Ich war schon einmal da. Wenn du wirklich Attacken in Arceoryoku studieren willst - und ich nehme an, dass ich dich nicht mehr davon abhalten kann, wenn du dir die Mühe machst, dorthin zu fahren - dann versteck dich hinter deinem stärksten Pokémon und tu es aus der Ferne." Kukui sah den jungen Mann schräg an. Er wusste, wie viel Gylfi über Pokémon wusste, aber ein Teil von ihm wollte ihm widersprechen. Warum sollte er versuchen, Kukui Angst zu machen? Gylfi war niemand, der Witze machte. Er war der trockenste Mensch, den der Professor je gesehen hatte. Wollte er ihn warnen? Aber warum war er dann auf diesem Schiff? "Ich nehm den Rat an, danke. Reist du mit deinen stärksten Pokémon?" Gylfi nickte wieder. "Knakrack ist im Gürtel, er wollte an meiner Seite bleiben. Die anderen sind im Vergnügungsbereich. Despotar erschreckt wahrscheinlich gerade das Personal zu Tode."
Obwohl Kukui wusste, dass Gylfi das ernst meinte, musste er bei der Vorstellung, dass der dunkelgrüne Gesteinskoloss vor einem Besatzungsmitglied auftauchte und dieses laut aufkreischte, kichern. Er konnte nicht anders, er war nun mal ein freudiger Mensch. "Du hast keine Scham was das angeht, was?" Nun schmunzelte der junge Trainer und Kukui lächelte zufrieden. Endlich hatte er diesen Miesepeter zum Lachen gebracht. "Du kennst meine Einstellung dazu." Gylfi zeigte mit dem gewölbten Stab in seinem Drink auf Kukui, welcher dessen Motto beherzt wiederholte: "Pokémon sollten nicht zu lange in ihren Bällen bleiben. Ich weiß. Trotzdem, andere würden sich nach den - ich weiß nicht - Konventionen richten. Du weißt schon. Damit deine Pokémon nicht das Personal zu Tode erschrecken." Gylfi schüttelte lachend seinen Kopf und in den Augenwinkeln sah Kukui die hübsche blonde Frau wieder. Sie lief schnurstracks auf die Bar zu und der Professor war gespannt auf die Konversation, die die beiden führen würden. Gylfi schien sie bereits zu bemerken, bevor er sie sehen konnte. Kukui überlegte kurz, ob er ihre straffen Schritte gehört oder einfach einen sechsten Sinn hatte, doch er verwarf den Gedanken, als sich die junge Frau wortlos neben ihn setzte. Der junge Trainer warf dem blonden Ex-Champ einen argwöhnischen Blick zu, während sich die rothaarige Geologin ins Gespräch einschaltete. "Ich kenne euch beide.", warf sie Gylfi und der Blonden zu. "Gylfi Dekavage und Cynthia aus Sinnoh. Ihr seid die Expertentruppe." Cynthia nickte, warf jedoch weder ihr noch Gylfi den Schimmer eines Blickes zu. "Einen Lustigen Mako.", bestellte sie und hob kurz den Finger. "Für mich auch.", konterte die Rothaarige und hielt ihren Blick auf die beiden Experten gerichtet.
"Hab gehört, Ihr kennt sich mit Arceoryoku aus. Wart ihr schonmal da?" Als sie anfing zu reden, hob Gylfi den Kopf und starrte wie gebannt in ihre Richtung. Wie peinlich, dachte Kukui. Manieren lernt man als Vagabund wohl selten. Cynthia begegnete dem Mädchen ebenfalls mit einer kühlen Stimme, die Kukui ebenfalls nicht nachvollziehen konnte. Was hatten die beiden gegen die Geologin? Hatte er einen Blick verpasst, oder einen Tonfall, der die beiden beleidigt haben könnte? "Er war schon einmal da. Sagt er zumindest." Cynthia nickte ihren Kopf in Gylfis Richtung, dessen Augen sich zu Schlitzen verengten. Von einer Sekunde auf die andere war die Atmosphäre um mehrere Grade abgekühlt und Kukui zog beinahe ernsthaft den Regen an der Reling in Betracht. Die Rothaarige schien sich nichts aus Cynthias schnippischem Ton zu machen. Sie blickte interessiert zu Gylfi herüber, der ihren Blick mit hochgezogenen Augenbrauen erwiderte. "Was treibt dich zurück?"
Gylfi lehnte sich auf seinem Stuhl so weit zurück, wie es möglich war, während sein Blick zwischen Cynthia und dem rothaarigen Mädchen schweifen ließ. Kukui hielt den Atem an. Die Luft zwischen den dreien war so dick, dass er meinte, ihre Moleküle sehen zu können. Ihm fiel nicht einmal ein Attacken-Wortwitz ein, der beschreiben konnte, was hier zwischenmenschlich passierte. Wobei, jetzt, wo er drüber nachdachte: Die Luft war so übel wie in einer Giftwolke - haha. Sehr schön. Der Professor war kurz davor, zu lachen, doch er biss sich auf seine Hand. Das käme nun wirklich ungelegen. Die blonde Trainerin warf dem in blau gekleideten Ex-Champ ein paar verachtende Seitenblicke zu, als Gylfis Lippen ein freches Grinsen umspielten. Offensichtlich kannte sie es und Kukui ahnte, was es hieß. Das Grinsen auf Gylfis Gesicht verschwand so schnell, wie es gekommen war und er antwortete mit einer gewissen Abwesenheit, die Kukui bereits kannte. Das bedeutete, dass ihn etwas beschäftigte, während er sprach. "Eine offene Rechnung. Ich habe in dieser Region etwas zu erledigen. Wenn ich dabei einem wissenschaftlichen Team unter die Arme greifen kann - dann freu ich mich umso mehr." Cynthia schüttelte ungläubig ihren Kopf, was das rothaarige Mädchen registrierte. Sie drehte ihren Zeigefinger in einen ihrer Zöpfe und nahm einen Schluck von ihrem Glas mit der süßen Brühe. "Klingt interessant und extrem vage. Lust, ins Detail zu gehen?" Gylfis Augen blitzten zu Cynthia herüber und sie schoss wortlos zurück. Kukui überlegte, ob er aus der Schussbahn flüchten sollte, es fühlte sich für ihn so an, als säße er zwischen zwei Schwertkämpfern. Gylfi trank sein Glas leer und wischte sich über den Mund. "Nicht wirklich. Vor allem nicht hier." "Hier musst du nicht reden, in der Spielautomatenabteilung hören weniger Leute zu." Sie wiegte den Hals ihres Glases zwischen ihren Fingern und hielt Gylfis scannerartigen Blick mühelos stand.
Cynthia griff sich energisch ins Haar und spielte an einer ihrer schwarzen Haarklammern herum. Sie lockerte sie zuerst, bevor sie sie wieder festzog und Kukui wunderte sich, ob sie jetzt nicht zu fest saß. "Du weißt sicher auch gar nicht, was ich mache.", fuhr das rothaarige Mädchen fort und nahm einen letzten Schluck von ihrem Lustigen Mako. Wenigstens schien ihr der Drink Spaß zu machen. "Du könntest dich etwas mit den Wissenschaften vertraut machen, während du über deinen Plan brütest.", neckte sie Gylfi, der zwei Scheine auf den Tresen legte und von seinem Stuhl glitt. "Lass mich nicht warten, meine Zeit ist knapp begrenzt. Ich habe viele Erinnerungen zu durchsuchen.", forderte er das Mädchen auf und sie sprang gehorsam von ihrem Stuhl, um ihm an seiner Seite in den Spielbereich zu folgen.
"Er ist etwas mal etwas anderes." Kukui ließ die Luft entweichen, die sich in der Anspannung in seinem Mund gesammelt hatte. "Er ist ein Deponitox, ist, was er ist.", schimpfte Cynthia und verlangte mit einer strammen Armbewegung ein weiteres Glas Mago.
