So hier Kapitel 2. Vielen Dank für eure Reviews, ihr zwei. Es tut mir leid, dass ich so wenig Zeit in den letzten Jahren hatte, aber Abi ging einfach vor und ich hab jetzt mit der Uni regelmäßig stress. Aber ich fühle mich dieser Geschichte verantwortlich und war erstaunt, dass ich mir eigentlich nicht wirklich weitere Gedanken gemacht hatte, aber hier ist die Fortsetzung ^.^
Gedrückt. Gepresst. Fast erdrückt, wird man, wenn man sich verstellt. Ich würde gerne zeigen, wer ich bin und was ich kann, doch das wäre wohl nicht ratsam. Niemand rechnet damit, dass ich auftauche, niemand denkt, dass ich so stark bin. Wie genau ich meinem Gefängnis entkommen bin? Das ist eine lange Geschichte, die zu einer anderen Zeit erzählt werden muss. Allerdings habe ich meine Kräfte nun völlig ausgebaut. Ich weiß, dass es nicht ratsam ist das zu zeigen, außerdem ist es nicht ratsam ich zu sein. Was also tun? Aber zum Glück gibt es Magie. Magie, die man nicht wirklich greifen oder spüren, die allerdings das Äußere eines Menschen vollkommen verändern kann. Ich bin ich und doch bin ich es nicht. Nicht solange ich nicht geschafft habe, was ich mir geschworen habe. Romina zu besiegen und Dimdim zu finden. Was zu erst passiert weiß ich nicht, vermutlich passieren sie gleichzeitig. Allerdings muss ich aufpassen, dass ich nicht aus alten Gefühlen heraus meine Deckung aufgebe. Es gibt nur zwei Personen, die mich erkennen können, wenn ich auf der Normad anheuere. Sinbad, den ich liebe und für den ich mein Leben geben würde und Dermot, mein eigen Fleisch und Blut, der meine Gedanken lesen kann so wie ich seine, denn Zwillingen bleibt nichts verborgen. Und trotzdem laufe ich nun in diesem trüben und bleichen Morgengrauen auf das Schiff zu. Gehüllt in meinen dunklen, blauen, schweren Mantel. Meine alte Kleidung habe ich abgeändert, so wie mein altes Leben. Ich trage immer noch das selbe Hemd und denselben braunen Überrock, allerdings hat das Hemd das früher einmal Weiß war inzwischen einen sandigen beige Ton angenommen, der braune Überrock sieht auch etwas anders aus, durch die feinen Bestickungen, die ich darauf angebracht habe, nachdem der rote Torso kaputt ging. Die Bestickungen wandern in geordneten golden schimmernden Wellen hinunter und sollen den Magiefluss erhöhen. Bei meinem alten Hemd habe ich etwas die Ärmel gekürzt und ich trage inzwischen eine bequeme beige Hose zusätzlich zu dem Unterrock, die am unteren Ende in zwei braunen Stiefeln endet, die ich gefunden und als sehr nützlich befunden habe. Meine Haare fallen nicht mehr gewellt sondern zur Zeit nur glatt meinen Rücken hinunter und sind um einiges Länger, als ich sie damals trug, sie gehen mir nun an die Hüfte, allerdings stört mich das nicht weiter. Zu meiner alten Ausrüstung gehört das Schwert, mit einer völlig neuen Saya, zu meiner neuen, eine extra verzauberte Ledertasche, deren Riemen um meine Schultern hängt, die alles mögliche beinhaltet und trotzdem so wirkt, wie eine typische Tasche, allerdings unter meinem Mantel kaum zu sehen ist.
Gleich als ich den Hafen betrete höre ich schon die Rufe von Bord schallen. Es sind einige bekannte Stimmen, allerdings auch viele unbekannte. Ein lächeln huscht über mein Gesicht. Sinbad war noch nie begeistert davon gewesen lange an einem Ort auszuharren und er lobte die Frühe des Morgens. Meine Augen nahmen ohne große Mühe das Treiben an Bord wahr. Ich stellte mich am Steg vor die Planke und beobachtete alles. Als ich Dermots kritischen Blick spürte, hielt ich kurz die Luft an und wusste, dass dies der Moment der Probe war. Niemand durfte es erfahren und wenn er mich verriet, dann würde alles zunichte sein. Warum ich mich nicht offenbaren durfte? Das war nur eine Frage der Strategie. Wenn weder Freund noch Feind wussten, wer oder was ich war, konnte ich viel mehr erreichen. Ich hielt seinem prüfenden Blick stand und er flatterte davon um die anderen zu alarmieren, dass jemand etwas von ihnen wollte. Kurz darauf waren auch schon alle an der Reling und starrten mich ebenso kritisch an, wie der Falke in dessen Körper mein Bruder steckte.
„Was willst du?", war die erste mir entgegengeworfene Frage. Anscheinend jemand, der noch nicht so lange an Bord war.
„Ich könnte eure Hilfe gebrauchen und biete meine im Gegenzug an.", antwortete ich, doch ich sah dabei nicht in die Augen des Mannes, sondern suchte ganz andere Augen. Und sie sahen auf mich herab, als wollten sie mich durchdringen und beinahe hätte ich meine Maske fallen lassen und mich gezeigt. Dann nickte er und fragte trotzdem. „Wir helfen, wo wir helfen können, aber wie wollt Ihr uns helfen?" Ich lächelte als ich an ihm vorbei an Bord ging. Die Frau neben ihm beunruhigte mich, denn sie schien zu spüren, dass mich ein Schleier der Magie umgab. „Das werdet Ihr schon noch sehen...", sagte ich und bog nun ab in Richtung Schiffsbug. Er ließ nicht locker und folgte mir, so wie ich es mir schon gedacht hatte. Ich war an Firouz und Dubar schon vorbei als mir Rongar den Weg versperrte. Sinbad tauchte hinter mir auf und fragte weiter: „Und wobei braucht Ihr unsere Hilfe?"
Ich schob mich wortlos an Rongar vorbei und stand nun letztendlich am Bug des Schiffes. Dort zog ich meinen Mantel enger um mich und zog die Kapuze auf.
„Ich brauche eure Hilfe zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit.", dann starrte ich gerade aus in meine Gedanken versunken, während sie stumm ihre Arbeit fortsetzten.
Die nächsten Tage musste ich feststellen, dass sich so einiges geändert hatte, während ich nicht anwesend war. Es war zwar immer noch vieles Gleich, zum Beispiel der Zusammenhalt der Gruppe, wenn Firouz wieder eine seiner cleveren Erfindungen präsentierte und dann doch von allen aufgezogen wurde, wenn es nicht funktionierte. Auch gleich war wie effizient an Bord gearbeitet wurde. Allerdings musste ich feststellen, dass die Stimmung selbst etwas dunkler geworden war. Woran das lag, war mir nur allzu klar. Es lag an Sinbad und der Art, wie er mit den anderen umging. Wenn man die ganze Zeit anwesend war, dann fiel einem sicher nicht auf, was ich sah. Er legte viel mehr Wert auf hundertprozentige Genauigkeit als früher. Er hatte einen etwas eiserneren Blick als damals und er scherzte nicht so oft, sondern überließ das lieber den anderen. Rongar war so still wie eh und je, allerdings schien Dubar auch zu merken, dass etwas mit Sinbad nicht so war wie normal und nicht nur das, auch seinen Kleidungsstil hatte er komplett geändert. Er war nun in dunklem Leder und nicht mehr in farbenfroh gekleidet. Auch seine Haare trug er nun länger als zuvor und das rote Band im Haar schien er völlig abgelegt zu haben. Mich wunderte das. Warum hatte er sich so geändert? Lag das vielleicht an meiner Abwesenheit? Doch sofort verwischte ich diesen Gedanken wieder und sah hinaus in das grau der Irischen See durch die wir seit einigen Tagen segelten. Es war bedrückend, dieser ständige Nebel, aber er war gut, er versteckte das schiff. Warum ich so dachte, wusste ich nicht, aber wir sollten es bald erfahren.
So, vielleicht wird irgendwann mal ein zwischenstück entstehen, dass Maeves "Entkommen" von der Insel und ihre Geheimhaltung erklärt, das werden wir sehen ;) (je nachdem, ob ihr mich anspornt :D) So, ich wüsste gerne, was ihr denkt ;) glG an meine Reviewer sin3007 und den unbekannten Gast :D
Oi noch was, das ich die Geschichte jetzt nach Jahren fortführe merkt man mir hoffentlich nicht an ;)
