6. Dezember: Harte Realität
Dennoch hatten Ted und Remus Recht, in den nächsten Wochen passierte nichts, außer dass die Suche nach Sirius noch verstärkt und im Tagespropheten noch mehr publiziert wurde, wenn das überhaupt möglich war. Trotzdem hatte Andromeda keine ruhige Minute mehr. Am besten abschalten konnte sie noch bei der Arbeit, wo sie sich auf den Schmerz und das Leid anderer konzentrierte, aber wenn sie zuhause war, schreckte sie bei jeder Kleinigkeit auf. Sie hatte panische Angst, dass Ted und Dora etwas passierte, selbst wenn ihre Hauptaufgabe immer noch daraus bestand, jeden Stein nach Sirius umzudrehen, der im Grimmauldplatz auch immer mehr auf heißen Kohlen saß. Er war etwas besser gelaunt, als Harrys Interview im Klitterer herauskam, das detailliert beschrieb, was er damals bei Voldemorts Wiederauferstehung erlebt hatte. Andromeda konnte das Interview kaum aus der Hand legen. Es war einfach schrecklich, was der arme Junge alles hatte durchmachen müssen. Wenn sie sich vorstellte, dass ihre Nymphadora so etwas mit vierzehn hätte erleben müssen … einfach unvorstellbar. Und wenn sie dann daran dachte, dass Fudge das alles wusste, kaum ein paar Stunden, nachdem es passiert war, und er so unglaublich versagt hatte, dass sie die komplette Kontrolle über die Dementoren verloren hatten, einige der gefährlichsten Todesser wieder auf freiem Fuß waren und anstatt dass die Auroren sich damit befassten, diese Verbrecher zu finden und wieder einzusperren, ihre Zeit damit verschwendeten, nach jemandem zu suchen, der mitten in London festsaß und sich zu Tode langweilte! Sie verloren Zeit, die sie nie zurückbekommen würden, und jetzt, wo Bellatrix wieder auf freiem Fuß war, war die Gefahr exponentiell gewachsen.
Und dann eskalierte alles immer mehr und mehr. Dumbledore war nicht mehr in Hogwarts und befand sich an einem unbekannten Ort, und Minerva wurde von Ministeriumszauberern angegriffen – Ministeriumszauberern! Andromeda kümmerte sich selbst um sie und war beeindruckt, wie gut Minerva den Angriff wegsteckte, aber sie war nicht mehr die Jüngste und würde ein paar Tage brauchen, bis sie wieder nach Hogwarts zurückkehren durfte.
„Wie konnte es nur soweit kommen?", sagte Andromeda eines Abends bedauernd, nachdem sie Minerva ihre Tränke gebracht und sich zu ihr ans Bett gesetzt hatte. Es war glücklicherweise nicht viel los und sie konnte sich eine Viertelstunde Zeit nehmen. Und Minerva lag als einzige im Zimmer, also konnten sie so offen reden wie nur möglich, nachdem sie einen Schallschutzzauber ausgesprochen hatte. „Ich hatte immer Angst, dass er zurückkommt und Bella … ich kenne meine Schwester. Aber ich hab nie gedacht, dass es wirklich so schlimm werden würde."
„Es wird noch um einiges schlimmer werden, fürchte ich", seufzte Minerva und tätschelte Andromedas Hand. „Es gab schon Momente vor seiner Rückkehr, da habe ich das schlimmste befürchtet … als Slytherins Basilisk im Schloss herumgekrochen ist, oder als er, dessen Name nicht genannt werden darf nur Zentimeter vom Stein der Weisen entfernt war, weil er einen unserer Lehrer besessen hat …" Sie schüttelte den Kopf. „Ich kannte Quirinius gut. Er war ein guter Zauberer, auch wenn seine Selbstzweifel ihm viel im Weg waren. Aber dass er ihn, dessen Name nicht genannt werden darf in die Schule gebracht hat, dass er ohne zu zögern den Tod von unzähligen Kindern und ganz besonders Potter in Kauf genommen hat … das geht gegen jegliche Ideale, die wir als Lehrer haben sollten. Wir müssen unsere Kinder beschützen, und sie nicht ihm, dessen Name nicht genannt werden darf zum Fraß vorwerfen!" Sie schnaubte. „Oder unsere eigene Agenda und Machtgeilheit durchpeitschen, so wie Dolores!"
Andromeda verkniff sich ein Grinsen, als sie sah, wie Minerva die Augen verdrehte. Sie konnte sich nicht erinnern, dass ihre ehemalige Lehrerin so etwas schon einmal gemacht hatte.
Dann wurde sie aber wieder ernst. „Und was ist mit Snape? Dora hat nie so geklungen, als ob er ein guter Lehrer gewesen wäre." Ihre Tochter hatte Zaubertränke verabscheut, weil die Unterrichtsatmosphäre so eine Katastrophe gewesen war. Es war immer eine große Enttäuschung für Andromeda gewesen, die das Fach unter Slughorns Anleitung geliebt hatte.
Minerva seufzte. „Er ist ein hervorragender Braumeister."
„Talent macht noch keinen guten Lehrer aus, das weißt du genauso gut wie ich", wandte Andromeda ein. Es hatte zu ihrer Zeit schon einige absonderliche Lehrer gegeben und laut Nymphadora war das nicht besser geworden. Und wenn man bedachte, wie viele Lehrer die Schüler allein in den letzten Jahren in Gefahr gebracht hatten … manchmal fragte sie sich wirklich, was Albus geritten hatte, als er so jemanden wie Lockhart eingestellt hatte.
„Es steht mir nicht zu, ihn zu kritisieren", seufzte Minerva. „Merlin weiß, ich hab's versucht, aber seine Schüler lernen gut und bestehen ihre Prüfungen und er hat zumindest Recht damit, an seine UTZ-Schüler hohe Anforderungen zu stellen. Dolores konnte ihm nichts anhaben, und die hat es auf alle Lehrer abgesehen. Nicht, dass sie in irgendeiner Weise selbst eine fähige Lehrerin wäre. Aber warum wäre es auch nötig, dass Schüler sich gegen die dunklen Künste verteidigen können?! Wer weiß, was Cornelius sich dabei gedacht hat, wahrscheinlich hat er befürchtet, dass Erstklässler sein Büro im Ministerium stürmen und ihn stürzen würden!"
Andromeda lachte humorlos. Vielleicht hatte er keine Angst vor den Erstklässlern, aber was für einen Sinn sollte Umbridge sonst haben? Remus ließ kein gutes Haar an ihr und Ted hielt auch nichts von ihr, selbst wenn er glücklicherweise nie viel mit ihr zu tun gehabt hatte. Beliebt war sie jedenfalls nicht. Aber um Umbridge ging es nicht, auch wenn sie Minerva offensichtlich ein Dorn im Auge war.
„Vertraust du ihm?"
„Severus?" Minerva wandte den Blick ab und atmete tief durch. „Albus vertraut ihm. Er vertraut ihm voll und ganz. Und er ist in einer wertvollen Position. Kein anderes Mitglied des Ordens kommt an diese Informationen ran. So wie Remus an die Werwölfe. Und wir brauchen jede Information, die wir kriegen können. Bisher hat sich alles bewahrheitet. Ohne ihn wüssten wir nicht, dass die Mysteriumsabteilung sein primäres Ziel ist. Ich habe keinen Grund ihm nicht zu vertrauen."
„Aber vertraust du ihm?", beharrte Andromeda. Sie hatte sich auf Snape nie einen Reim machen können und das konnte sie auch jetzt nicht. Seine Handlungen waren zwar im Interesse des Ordens, aber sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Voldemort sich so leicht täuschen ließ. Dieses Monster hatte eine erschreckend gute Menschenkenntnis und konnte verdammt gut überzeugen, sonst würden ihm niemals so viele Zauberer so ergeben sein.
„Solange Albus ihm vertraut, werde ich es auch tun", sagte Minerva schließlich. „Es gibt den Orden, damit wir uns vertrauen, und wir sind so schon viel zu wenige. Wir können es uns nicht leisten, alles zu hinterfragen. Und Albus vertraut ihm und ich vertraue Albus."
Andromeda nickte. „In Ordnung." Sie war sich selbst nicht so sicher. Einer von Sirius' engsten Freunden hatte sie alle verraten, den Tod von James und Lily in Kauf genommen, Sirius mutwillig ins Gefängnis gebracht und größtenteils dazu beigetragen, dass Voldemort wieder da war. Und der war auch im Orden gewesen. Vertrauen hatte auch seine Grenzen und Dumbledore hatte nicht immer das beste Urteilsvermögen bewiesen. Aber Snape war ihre beste Chance gegen Voldemort, und sie mussten sie nutzen. Ohne Zweifel.
Sie zuckten zusammen, als plötzlich die Tür aufgestoßen und eine ältere Kollegin von Andromeda hereinstürzte.
„Hier bist du! Wir haben dich schon überall gesucht!", rief Heilerin McKinnon aufgeregt.
Andromeda lief es kalt den Rücken runter und sie sprang sofort auf. „Was ist los?", fragte sie drängend. „Ist Ted etwas passiert? Oder Dora?" Oh nein, was, wenn Bella sie gefunden hatte, wenn sie schon tot waren und Andromeda saß hier und unterhielt sich gemütlich!
„Deine Tochter ist hier, zusammen mit Kingsley Shaklebold und Mad-Eye. Es gab wohl eine Auseinandersetzung im Ministerium."
„Was?" Minerva richtete sich entsetzt auf und griff reflexartig nach ihrem Zauberstab.
McKinnon nickte. „Ja, stellen Sie sich das vor! Angeblich war Dumbledore plötzlich da und man will sogar Ihr-wisst-schon-wen gesehen haben! Und Bellatrix Lestrange, die Verrückte war auch da! Und sie sollen eine ganze Reihe Todesser verhaftet haben!" Sie schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht glauben, dass er wieder da ist, dass Potter tatsächlich Recht gehabt hat!"
Andromeda und Minerva tauschten einen angespannten Blick, bevor Andromeda sich wieder an McKinnon wandte. „Sue, was ist mit Dora? Du hast doch gesagt, sie ist hier, wie geht es ihr?"
„Komm mit, ich bring dich hin", sagte McKinnon geschäftig und Andromeda folgte ihr hastig den Flur entlang. „Ich glaube nicht, dass es was Schlimmes ist, sie war bewusstlos, aber das war nur ein Lähmfluch. Doch sie ist eine Treppe runtergefallen und sie wollten sicher gehen, dass sie keine Gehirnerschütterung hat. Mad-Eye hat es schlimmer erwischt, aber", sie zuckte mit den Schultern, „du kennst ja Mad-Eye. Wir haben ihn noch immer zusammenflicken können. Ihm konnte noch niemand was anhaben. Shackelbold hat es wohl ganz schön erwischt, aber er hat schon einige Tränke bekommen und sollte bald wieder fit sein. Du musst dir keine Sorgen machen. Zumindest nicht wegen Dora." McKinnon schüttelte den Kopf und schluckte schwer. „Mein Bruder ist im Krieg gestorben. Ich kann nicht glauben, dass das jetzt von vorne losgehen soll. Ich hatte so gehofft, dass es nur Black war, der so viel Unruhe gestiftet hat. Du-weißt-schon-wer ist so viel schlimmer!"
Andromeda nickte kommentarlos. Sie hatte in der Arbeit nie erzählt, dass sie theoretisch auch eine Black war und die wenigsten hier konnten sich an Andromedas Schulzeit erinnern, was ihr nur Recht war. Ihre Familie hatte sie nicht gewollt und sie wollte ihre Familie schon gar nicht. Sie war eine Tonks und das war gut so. Sie hoffte nur, dass es Nymphadora wirklich gut ging. Gehirnerschütterungen waren hier eine Sache von fünf Minuten und zwei Sprüchen, das sollte kein Problem sein.
Aber was in aller Welt war nur im Ministerium passiert, dass Voldemort sich öffentlich gezeigt hatte und es zu so einem großen Knall gekommen war? Und Bella war da gewesen? Mitten im Ministerium?! Im Herzen der Zauberwelt? War es Voldemort tatsächlich gelungen, die Prophezeiung an sich zu bringen, von der er so besessen gewesen war und hatte es jetzt nicht mehr nötig, sich zu verstecken? Wie würde sich die Welt jetzt verändern, wo Fudge nicht mehr leugnen konnte, dass die größte Gefahr tatsächlich wieder zurück war?
McKinnon führte Andromeda in ihren größten Behandlungsraum und ihr fiel ein Stein vom Herzen, als sie Nymphadora auf dem ersten Bett sitzen sah. McKinnon nickte ihr aufmunternd zu und verschwand dann wieder, um sich anderen Patienten zu widmen.
„Mum!", rief sie laut und sprang auf. „Merlin sei Dank haben sie dich gefunden." Ohne zu zögern umarmte sie sie. Überrascht legte Andromeda die Arme um ihr Kind und drückte sie fest. Sie konnte sich nicht erinnern, wann ihre Tochter sie das letzte Mal so umarmt hatte. Wahrscheinlich an ihrem ersten Schultag, als Andromeda sie zum Zug gebracht hatte. „Sirius ist tot! Bellatrix hat ihn umgebracht", flüsterte sie ihr mit zitternder Stimme zu.
Das Blut gefror ihr in den Adern und Andromeda schaute sie schockiert an. „Das ist nicht dein Ernst!", sagte sie fassungslos. Nicht Sirius! Nicht ihr Lieblingscousin, der einzige aus der Familie, der irgendetwas wert war! Der bisher jeder Gefahr entkommen war. Der zwölf Jahre in Askaban war und dann ohne fremde Hilfe entkommen war, den die Dementoren nicht zu Grunde gerichtet hatten und der um jeden Preis für sie alle kämpfen wollte! Sirius war wie Bella gewesen, er hatte sich aus allem herauswinden können, er war immer auf den Füßen gelandet. Er war Sirius! Und jetzt war er nicht mehr da und es war Bella zu verdanken! Natürlich war es Bella zu verdanken, wem sonst? Sie hatte gewusst, zu was ihre Schwester fähig war und das war der letzte Beweis. Bella würde bei Andromeda genauso wenig zögern wie bei Sirius.
Nymphadora presste die Lippen zusammen und nickte. „Leider doch. Ich hab's nicht gesehen, ich war bewusstlos, aber du hättest Remus sehen sollen, als er mich aufgeweckt hat." Sie schluckte. „Und Harry erst! Er ist wohl total durchgedreht und dann hat Dumbledore ihn nach Hogwarts geschafft. Hermine und Ron sind noch irgendwo hier im Krankenhaus, aber Dumbledore hat wohl darauf bestanden, dass sie alle so schnell wie möglich nach Hogwarts zurücksollen."
Andromeda schaute zu den anderen Betten im Zimmer, aber sie konnte nur Kingsley sehen, der wohl immer noch bewusstlos war. Sonst waren sie allein. Schnell führte sie einen Schallschutzzauber aus. „Was in aller Welt ist passiert? Wie sind die Kinder überhaupt ins Ministerium gekommen? Und warum wart ihr dort?" Sie hatte noch nie davon gehört, dass Schüler einfach so Hogwarts verließen, von dem spektakulären Abgang der Weasley-Zwillinge vor ein paar Wochen vielleicht mal abgesehen.
„Harry hatte wohl eine Vision von Du-weißt-schon-wem, die ihn so aufgeregt hat, dass er seine engsten Freunde überzeugt hat, mit Thestralen nach London zu fliegen. Thestralen!" Nymphadora schüttelte den Kopf und Andromeda versuchte sich einen Moment vorzustellen, wie es wohl wäre, auf einem unsichtbaren Tier stundenlang durch die Luft zu fliegen. Aber das war jetzt das Unwichtigste. „Er hat wohl versucht, Snape eine Nachricht zu übermitteln, aber bis der dem Orden das melden konnte, waren sie alle schon weg. Sie haben's wohl wirklich bis zur Prophezeiung geschafft, aber Neville hat gesagt, sie ist zerbrochen, bevor jemand sie hören konnte. Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, wer weiß, was sonst passiert wäre!"
„Aber … aber wieso ist Sirius dann …?" Andromeda runzelte die Stirn. Das klang doch alles einfach nur absurd.
„Du hast ihn doch gesehen, er hat sich nach einem Kampf gesehnt. Und er war gut, er war so gut, aber Bellatrix hatte Glück und sie hat ihn erwischt und dann war er einfach … weg." Sie schluckte und Andromeda zog sie erneut in ihre Arme. Auch wenn Nymphadora erwachsen und ein fähiger Auror war, es war doch etwas anderes, wenn man einen Verbündeten, einen guten Freund, einen Verwandten, sterben sah. Das machte den Krieg auf eine Weise real wie nichts anderes. „Und dann war Du-weißt-schon-wer wohl im Gebäude, auch wenn ich ihn nicht gesehen habe, und hat sich mit Dumbledore duelliert und dann hat er sich Bellatrix geschnappt und ist wieder verschwunden. Das einzig gute ist, dass er seine restlichen Todesser dagelassen hat und die werden mit Sicherheit nach Askaban wandern. Malfoy hat fast geweint, so sehr hat er sich aufgeregt!"
„Oh? Es wundert mich, dass er sich an irgendwas aktiv beteiligt." Sie hatte immer den Eindruck gehabt, dass ihr Schwager zwar eine große Klappe hatte, aber im Grunde ein Feigling war, der sich unter den Umhängen von mutigeren und mächtigeren Hexen und Zauberern versteckte, wie zum Beispiel Bellatrix.
Nymphadora zuckte mit den Schultern. „Sie waren in der Überzahl und haben gedacht, dass sie es nur mit einem Haufen Kindern zu tun kriegen. Ich glaube nicht, dass sie damit gerechnet haben, dass der Orden mit drei ausgebildeten Auroren auftauchen wird." Sie seufzte. „Nur Sirius hat es nichts genützt. Ich hab mich vorher mit ihr duelliert, aber sie ist so gut, Mum, ich hätte nie gedacht, dass sie so gut ist! Ich dachte immer, du übertreibst."
„Du hast dich mit ihr duelliert?", fragte Andromeda alarmiert und fing sofort damit an, ihre Tochter auf unsichtbare Wunden abzutasten. Nymphadora war gut, aber Bellatrix war übermenschlich und ohne jegliche Skrupel.
„Ja, aber sie wollte Sirius. Und er wollte sie und wahrscheinlich hätte keiner von beiden aufgegeben, bevor der andere nicht tot ist. Es ist nur … sie waren Familie. Und es war egal." Nymphadora schüttelte ungläubig den Kopf und wischte sich unwirsch ein paar Tränen aus den Augenwinkeln.
Andromeda schüttelte den Kopf. „Sie waren schon lange keine Familie mehr, Schatz. Eine Familie liebt und respektiert sich und unterstützt sich. Dein Vater und du, ihr seid meine Familie. Und Sirius. Bella … sie war nie wirklich meine Familie." Bellatrix war immer mehr eine Peinigerin als etwas anderes gewesen. Andromeda konnte sich nicht daran erinnern, sie irgendwann geliebt zu haben. Sie hatte sie ertragen, weil das von ihr erwartet worden war, aber das war auch alles gewesen.
„Und deine andere Schwester? Du hast sie nie erwähnt, aber -"
„Narcissa hat sich ihre Seite ausgesucht, genau wie ich, und wir haben die Konsequenzen akzeptiert." Andromeda musste keine Angst um ihr Leben haben, was ihre kleine Schwester betraf, aber das war auch alles. Sie würden wahrscheinlich nie wieder miteinander reden, ganz egal, wie das alles ausging. Sie würde es jetzt schwer genug haben, wenn ihr Mann nach Askaban kam. Nicht, dass Malfoy lange dort bleiben würde. Jetzt, wo Voldemort öffentlich aufgetreten war, würde er bestimmt bald Stärke demonstrieren wollen und alle übrigen Todesser wieder rausholen.
Nymphadora schluckte. „Dad und du habt zwar erzählt, wie der Krieg war, aber ich hätte nie gedacht …"
Andromeda drückte ihr einen Kuss auf die Stirn und strich ihr ein paar bonbonrosa Strähnen aus den Augen. „Ich weiß. Ich auch nicht."
TBC…
