18. Dezember: Neue Slytherins
Anscheinend lief es dann aber nicht wie geplant, denn Teddy und Victoire kamen vor ihrer Abreise nicht mehr dazu, Bill und Fleur die Wahrheit zu sagen. Stattdessen flogen sie auf, als James sie beim Knutschen auf Gleis 9 ¾ erwischte. Die komplette Familie war völlig aus dem Häuschen, wie Harry ihr später amüsiert berichtete. Er war richtig froh, dass James sie erwischt hatte, weil das Albus' Panik vor dem Sprechenden Hut etwas gemindert hatte.
Doch Albus war nicht der Einzige, der ein richtiges Nervenbündel war. Narcissa war nicht viel besser, als sie im August zu ihrem monatlichen Teetreffen kam. „Ich hoffe nur, dass Astoria Scorpius nicht zu sehr verzogen hat. Kannst du dir den Skandal vorstellen, sollte der Junge nicht nach Slytherin kommen? Nicht auszudenken!"
„Wieso sollte er nicht nach Slytherin kommen? Unsere Familien waren dort, Astorias Familie ebenfalls …", erwiderte Andromeda verwundert. Es würde sie sehr freuen, wenn Scorpius in ein anderes Haus kommen würde, weil das ihre Schwester in den Wahnsinn treiben würde, doch damit rechnete sie nicht.
„Aber eine Garantie ist das nicht. Schau dir deine Familie an. Deine Tochter und dein Enkel waren beide im Haus deines Mannes, seine Muggelgene haben unsere langjährige Tradition überhaupt nicht respektiert!" Andromeda regte sich über die Beleidigung schon gar nicht mehr auf, sie freute sich nur, dass Narcissa gut genug Bescheid wusste, in welchem Haus ihre Familie gewesen ist. Im Gegensatz zu ihrer kleinen Schwester zog Andromeda es vor, so wenig wie möglich über ihre geliebten Menschen zu sprechen. Um ihrer Nerven willen.
„Ganz zu schweigen davon, was mit den Weasleys passiert ist! Zwei Kinder in Ravenclaw! Und das waren die Kinder von dieser Muggelperson, die gar keine magischen Kräfte hat! Nicht, dass ich je viel von den Weasleys gehalten habe, aber wenigstens haben sie ihre Blutlinie bis hierhin rein gehalten. Aber kaum erlauben sie Schlammblütern und Halbblütern und reinen Muggeln, in ihre Sippschaft einzuheiraten, ist es mit ihrer Gryffindortradition dahin! Ich würde mich schämen!"
„Soweit ich weiß, waren alle sehr stolz darauf, dass Molly und Lucy nach Ravenclaw gekommen sind", wandte Andromeda sofort ein. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass Percy sich je darüber beschwert hätte, dass Molly und Lucy nicht in seinem Haus waren. Er war so stolz wie eh und je auf seine beiden Mädchen. „Molly ist eine der besten Schülerinnen der ganzen Schule. Wenn du mich fragst, wäre es sowieso am besten, die Häuser abzuschaffen. Diese Vorurteile und frühe Gruppenbildung führen doch zu nichts." Sie wusste zwar nicht, wie man sonst entscheiden sollte, in welchem Schlafsaal die Schüler landen sollten, aber vielleicht könnte man einfach jedes Jahr rotieren, sodass jeder mal woanders war. Das wäre auf jeden Fall förderlicher für den Gemeinschaftssinn der Kinder als dieses ständige Gruppendenken und die ewige Provokation der Häuser. Der arme Albus konnte kaum schlafen, weil er sich solche Sorgen darüber machte, in welches Haus er kommen würde. Wem nützte das schon?
Narcissa hielt von der Idee allerdings nichts, denn sie schnappte schockiert nach Luft. „Das kannst du doch unmöglich ernst meinen! Dass unsere Familie seit Jahrhunderten in Salazar Slytherins Haus ist, ist unser ganzer Stolz! Du kannst doch nicht erwarten, dass wir uns mit Menschen aus anderen Häusern umgeben! Schlimm genug, dass du das gemacht hast!"
Andromeda verschränkte gekränkt die Arme vor der Brust und warf Narcissa einen scharfen Blick zu. Die hatte wenigstens den Anstand, ein wenig beschämt auszusehen. „Ich finde, dass das alles völlig übertrieben ist. Und dass man sich seine Freunde und Partner auch nicht zwingend danach aussuchen sollte, in welchem Haus sie sind und was andere für geeigneten Umgang halten."
„Dass du so denkst, wundert mich nicht", erwiderte Narcissa. „Du warst ja seit Jahrhunderten die erste, die unsere Traditionen so mit Füßen getreten und Schande über unsere Familie gebracht hat!"
Andromeda nickte süffisant. „Ja sicher. Deshalb sind auf unserem Stammbaum auch so viele dunkle Flecken, wo man im Laufe der Jahrhunderte die Namen der schwarzen Schafe ausgelöscht hat." Andromeda bezweifelte stark, dass sie die erste und einzige war, die von ihrer Familie verstoßen worden war. (Sirius allein strafte ihre Schwester schon Lügen.) Man sprach nur nicht mehr über diese Leute, aber sie existierten allemal. „Gib es auf, Sissy. Diese antiquierten Vorstellungen sind genau das, antiquiert. Es gibt immer weniger Leute in euren Kreisen, denen sie so wichtig sind, dass sie ihr ganzes Leben danach ausrichten. Und das ist gut so! Zu wie vielen Kriegen hat das im letzten Jahrhundert geführt? Grindelwald, Voldemort … selbst du warst nicht bereit, deine Familie dafür zu opfern, und darauf läuft es doch letzten Endes immer hinaus. Sei einfach froh, wenn Scorpius glücklich ist, egal in welchem Haus das am Ende sein wird."
Narcissa schaute sie skeptisch an, aber Andromeda hatte zumindest diese Diskussion gewonnen, denn ihre Schwester erwiderte nichts darauf und wechselte schließlich einfach nur das Thema.
Dennoch lief nicht alles wie erwartet. Am Tag nach der Einschulung der Kinder tauchte Harry völlig überraschend bei ihr auf. Er hielt ein Bündel Briefe in der Hand und wirkte ratloser, als sie ihn seit langem gesehen hatte.
„Was ist denn passiert?", fragte sie besorgt und drückte Harry in einen Sessel im Wohnzimmer, als offensichtlich wurde, dass er keine Ahnung hatte, was er machen sollte. „Ist etwas mit Ginny? Oder Lily?"
Harry schüttelte den Kopf. „Wir haben Briefe von James und Rosie und Molly und Vicky bekommen", erklärte er und hielt die Briefe hoch. Andromeda schaute ihn nur weiterhin besorgt an. Was war denn passiert, dass Harry und Ginny nicht nur von ihrem eigenen Kind, sondern auch ihren Nichten und Neffen so schnell Post bekamen? Das konnte doch nichts Gutes bedeuten! „Anscheinend ist Albus nach Slytherin gekommen."
„Wirklich?", fragte Andromeda überrascht. Sie hatte Albus' Sorge für übertrieben gehalten, genauso wie Narcissas. Es hatte seinen Grund, dass die meisten Kinder in die Häuser ihrer Eltern kamen. Slytherin war da doch eine ungewöhnliche Wahl für den Sohn von lauter Gryffindors.
Harry nickte. „Ja. Ich hab ihm zwar vor der Abfahrt gesagt, dass es nicht wichtig ist, in welches Haus er kommt, aber ich hätte doch nie gedacht, dass er wirklich in Slytherin landet! Sicher, der Hut hätte mich damals auch fast dorthin geschickt, aber ich dachte immer, dass das nur mit Voldemort zu tun hatte! Und Al … er ist doch wirklich kein Slytherin! Vielleicht hätte ich ihn doch nicht nach Snape benennen sollen. Ich dachte damals nur, er hat eine wichtige Rolle im Leben meiner Mum gespielt und auch bei mir und ohne seine Hilfe wäre ich heute nicht mehr da und ich wollte das irgendwie würdigen, auch wenn er ein Arschloch war …"
Andromeda war der Ansicht, dass Harry Snape auch einfach einen Kuchen hätte backen können und das Würdigung genug gewesen wäre, aber in solche Sachen mischte sie sich aus Prinzip nicht ein. Und jetzt konnte sie nicht anders als zu lachen. „Jetzt mach dich doch nicht lächerlich, Harry! Der Hut richtet sich doch nicht nach den Vornamen."
„Aber … wieso?", fragte Harry hilflos.
Andromeda zuckte mit den Schultern. „Der Hut wird schon seine Gründe gehabt haben. Und so unpassend ist das Haus nun auch wieder nicht für ihn. Er ist ehrgeizig und um einiges besonnener als James, der immer gerne mit dem Kopf durch die Wand will. Und so schlimm ist das Haus wirklich nicht. Ich war auch dort und ich bin doch gut geraten, oder nicht?"
Harry lachte humorlos. „Natürlich bist du das. Und es ist auch nicht das Ende der Welt. Ich mach mir nur Sorgen. Albus hatte so viel Angst, dorthin zu kommen und jetzt hat er niemanden, weil seine ganze Familie woanders ist. Ginny ist schrecklich aufgebracht, sie hatte sich so gefreut, dass Al und Rose immer füreinander da sein würden. Sie hat sich damals in der ersten Klasse so einsam gefühlt, sonst hätte Voldemort nie so leichtes Spiel gehabt und sie benutzen können, um die Kammer des Schreckens zu öffnen."
Andromeda setzte sich auf die Lehne des Sessels und legte ihren Arm beruhigend um Harry. „Jetzt mach mal nicht gleich die Hippogreifs scheu. Von Albus selbst hast du noch nichts gehört, oder?" Harry schüttelte den Kopf. „Dann warte erstmal ab, was dir dein Sohn sagt. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm. Wir haben doch in den letzten Jahren nach Kriegsende alle daran gearbeitet, diese Vorurteile abzubauen."
Harry nickte, schien aber nicht sehr überzeugt. Er blieb nicht mehr lange nach dem Gespräch, sondern ging wieder zu seiner Frau und Tochter zurück. Andromeda hoffte sehr, dass sie Recht behalten würde und alle einfach nur den Teufel an die Wand malten. Sie musste an Molly denken, die anfangs auch sehr unglücklich gewesen war, dass sie nicht nach Gryffindor gekommen war, aber mittlerweile vollauf zufrieden in Ravenclaw war und ihr Haus unter keinen Umständen eintauschen würde, wie sie ihr auf der letzten Weihnachtsfeier versichert hatte.
Und tatsächlich schien es wirklich nicht so eine große Katastrophe zu sein wie befürchtet. Albus' erster Brief kam am Ende der Woche, die seine Eltern wie auf heißen Kohlen verbracht hatten. Er schrieb ihnen, dass er in Slytherin war und dass das Haus gar nicht so übel war. Dass er sich schon gut angefreundet hatte mit einem Jungen im Schlafsaal, den er am Freitag mit zu Hagrid nehmen würde, der es gar nicht erwarten konnte, Albus und Rosie und James zu sehen. Es war die größte Ironie, dass der Junge, mit dem Albus sich sofort angefreundet hatte, ausgerechnet Scorpius Malfoy war. Andromeda musste laut lachen, als Harry ihr davon erzählte, und konnte das nächste Treffen mit ihrer Schwester kaum abwarten. Narcissa hatte bekommen, was sie wollte: Scorpius war tatsächlich in Slytherin, wie schon Generationen der Malfoys und Blacks vor ihm, aber stattdessen war sein bester Freund jetzt -
„Albus Potter! Kannst du dir das vorstellen, Dromeda?! Albus Potter! Erst besudelt dieses Halbblut unser gutes Haus und dann freundet er sich auch noch mit meinem Enkel an! Da muss doch ein perfider Plan dahinter stecken, das hat Potter mit Sicherheit absichtlich gemacht!"
Andromeda lachte nur. „Sicher, Sissy, das wird es sein. Du weißt schon, dass es in Slytherin im Laufe der Jahre auch muggelstämmige Hexen und Zauberer gegeben hat?" Bestimmt nicht so viele wie in den anderen Häusern, aber die Eigenschaften, auf die in Slytherin wert gelegt wurde, waren schließlich nicht nur reinblütigen Zauberern vorenthalten. Ohne Muggelstämmige wäre das Haus sonst immer halbleer gewesen. „Freu dich doch einfach, dass Scorpius in deinem Haus ist und dass er schon einen Freund gefunden hat und nicht alleine ist."
„Aber muss es denn ausgerechnet ein Potter sein?! Als ob diese Familie uns nicht schon genug angetan hätte!"
Andromeda seufzte. „Dieses Spiel können nun wirklich beide Seiten bis in alle Ewigkeit spielen." Lucius hätte Ginny mit dem Tagebuch beinahe umgebracht, während Harry Draco in einem Schuljahr unabsichtlich schwer verletzt hatte. Die Familien hatten sich noch nie etwas geschenkt und da war es doch schön, dass Albus und Scorpius sich trotz dieser Geschichte sofort angefreundet hatten. „Albus ist ein lieber Junge und ich würde mich an deiner Stelle einfach darüber freuen, dass Scorpius doch noch nach Slytherin gekommen ist. Das war doch alles, was du wolltest."
„Ja, aber nicht so", beschwerte sich Narcissa hilflos und stopfte sich frustriert ein Stück von dem Schokoladenkuchen in den Mund, den Andromeda zur Feier des Tages gebacken hatte.
„Besser so als gar nicht", erwiderte Andromeda schulterzuckend und goss noch etwas Tee nach. Das war das beste Treffen mit ihrer Schwester seit langem und sie genoss jede Sekunde. Sie hätte nie gedacht, dass es ihr so viel Freude bereiten würde, dass Albus nach Slytherin kam.
Albus' unerwartete Zuordnung war noch lange Thema bei den Weasleys. „Isch konnte es kaum glauben, als 'arry mir davon ersählt 'at", sagte Fleur kopfschüttelnd. Sie hatte Andromeda spontan zum Essen eingeladen, weil Bill überraschend hatte Überstunden machen müssen und sie nicht alleine essen wollte. „Isch koche immer noch viel su viel", hatte sie ihr vor Jahren einmal anvertraut. Sie war es gewohnt gewesen, für fünf zu kochen und es fiel ihr immer noch schwer, das wieder auf zwei Personen zu reduzieren. „Der liebe kleine Albus, in diesem schrecklischen düsteren 'aus im Kerker. Isch 'abe nie verstanden, warum 'ogwarts diese schrecklischen Kerker über'aupt benutzt. Kinder 'aben dort Unterrischt und müssen dort schlafen. Grauen'aft! In Beauxbatons mussten wir nie in die Kerker!"
„Jaah, die Kerker können schon ganz schön düster sein", gab Andromeda zu. Aber seit alle Weasleys so entsetzt über Slytherin gewesen waren, verspürte sie immer mehr das Bedürfnis, ihr Haus zu verteidigen. So schrecklich, wie sie alles es ausmalten, war es doch nun auch wieder nicht. Sicher, es waren viele unmögliche Leute dort gewesen, aber die anderen Häuser waren auch nicht frei von diesen Leuten. Und abgesehen davon, es hatte schon seine Vorteile, nicht ständig einen Haufen Treppen zu den Türmen hochklettern zu müssen oder die Fragen von einem philosophischen Adler zu beantworten, um überhaupt in den Gemeinschaftsraum zu kommen.
„Aber 'arry und Geeny 'aben gesagt, dass Albus sich wohl sehr wohl fühlt und schon einen guten Freund gefunden 'at. Victoire 'at auch geschrieben, dass Albus sehr sufrieden ausschaut, also mache isch mir nicht so große Sorgen." Sie schüttelte den Kopf. „Isch finde es viel schlimmer, dass Victoire so lange gewartet 'at, uns über'aupt su schreiben. Sonst ist sie immer so gewissen'aft, aber dieses Mal … nur weil sie jetzt mit Teddy susammen ist und uns das wohl nischt sofort sagen wollte …" Sie schüttelte erneut und so energisch den Kopf, dass Andromeda Fleurs Haare beinahe ins Gesicht schlugen. „Dabei ist das doch eine sehr niedlische Geschischte … sie verlieben sisch im Sommer und Teddy kommt extra sum Sug, um ihr seine Gefühle su geste'en! Wie in einem Film! Dafür muss sie sisch doch nischt schämen. Außerdem ist Teddy so ein lieber Junge."
Andromeda biss sich auf die Lippe und nickte nur unverbindlich. Am Abend der Abreise war Teddy panisch bei ihr aufgetaucht und hatte ihr erzählt, dass Ginny und Lily ihn extra zuhause besucht hatten, um ihm und Victoire zu gratulieren und ihn dabei über ihre Beziehung ausgefragt hatten. In seiner Panik hatte er den beiden erzählt, dass er Victoire seine Gefühle erst auf dem Bahngleis gestanden hatte, weil er den Fragen von Bill und Fleur entkommen wollte, die ihn sonst sicher gelöchert hätten und wissen wollten, warum sie nicht schon früher davon erfahren hatten.
„Bitte sag ihnen nichts, Grandma", flehte er sie regelrecht an. „Ich will nicht, dass sie sauer und Vic und mich sind und ihr vielleicht verbieten, mich in den Ferien zu sehen."
Andromeda war zwar der Meinung, dass Teddy übertrieb, aber sie versprach, sein Geheimnis zu bewahren. Was nicht hieß, dass es ihr Spaß machte, Fleur anzulügen. Deshalb zog sie es vor, nur zu nicken, während Fleur das halbe Abendessen von Victoire und Teddy schwärmte.
„'at dir Teddy schon ersählt, dass er 'eute Beel und Schorsch in der Winkelgasse begegnet ist? Er 'at wohl auf die kleine Lily aufgepasst und Beel 'at sisch einen Scherz erlaubt und ihn als strenger Vater gelöschert. Wollte wissen, was für Absischten der Junge mit unserer Victoire 'at und ob er ihm vertrauen kann, sie immer respektvoll zu be'andeln." Fleur verdrehte lächelnd die Augen. „Als ob er Teddy nischt kennen würde, seit er ein Baby ist. Wir können uns doch keinen besseren Jungen für unsere kleine Victoire wünschen als ihn."
Andromeda lachte. „Teddy war wahrscheinlich nicht sehr begeistert, oder?" Er war zwar bei der Familie ein- und ausgegangen, seit er ein kleiner Junge war, aber das bedeutete nicht, dass er nicht sehr viel Respekt vor Bill hatte, der mit seinen Narben und seiner Körpergröße und seinem Beruf eine imposante Figur machte. Wenn Bill wollte, konnte er Teddy bestimmt sehr große Angst einjagen. Sie würde Teddys Lieblingsessen kochen und ihn zur Beruhigung an seinem nächsten freien Abend zu sich nach Hause einladen. Das war das mindeste, was er für den Jungen tun konnte. Auch wenn er es nicht anders verdient hatte, so wie er Fleur und Bill unnötig anlog, was seine und Victoires Beziehung anging. Aber da würde sie sich nicht einmischen.
„Nein, natürlisch war er nischt begeistert. Aber Beel 'at auch nischt das Ergebnis bekommen, was er sich gewünscht 'at. Anscheinend ist es Teddy und Victoire siemlisch ernst, was er für viel su früh 'ält. Isch war auch nischt viel älter als Victoire, als isch mit ihm susammen gekommen bin, das vergisst er gerne." Fleur verdrehte die Augen und Andromeda lehnte sich zufrieden zurück. Teddy musste sich keine Sorgen machen. Mit Fleur auf ihrer Seite hatten Victoire und er nichts zu befürchten. Was nicht bedeutete, dass Bill Teddy nicht weiterhin gerne Angst einjagte in seiner Rolle als strenger Vater.
Das zeigte sich schon, als Victoire und er das nächste Mal zusammen waren, auf der Weihnachtsfeier im Fuchsbau. Teddy hatte es geschafft, früher von seiner Konferenz in Russland wegzukommen (die anscheinend jedes Jahr direkt vor Weihnachten stattfand, ein fantastischer Termin, wirklich eine super Idee) und hatte Victoire auf der Feier überrascht und wirklich die ganze Familie war begeistert, sie endlich zusammen zu sehen. Ginny machte einen Haufen Fotos und Lily verfolgte sie mit einem Mistelzweig, während Bill die ganze Zeit missbilligend in einer Ecke stand und schnaubte, wenn Teddy sie nur am Arm berührte.
„Findest du nicht, dass du langsam übertreibst?", fragte sie Bill schließlich, nachdem er sich eine Stunde lang nicht von der Stelle bewegt hatte.
„Ich will nur, dass Teddy weiß, dass ich ein Auge auf ihn habe", erwiderte Bill. „Sie sind noch so jung und ich will nicht, dass sie etwas überstürzen. Ich habe damals wenigstens erstmal ein wenig die Welt gesehen, bevor ich mich niedergelassen habe."
„Ja, und Fleur hat dich kurz nach ihrem Abschluss geheiratet. Das ist nicht deine Entscheidung. Und es hindert sie auch niemand daran, zusammen die Welt zu sehen, oder?", gab Andromeda zu bedenken.
Bill schaute sie hilflos an. „Ich weiß. Ich hatte nur gehofft, dass mir noch etwas mehr Zeit bleibt und Vicky ihre Zeit mit ein paar Idioten verschwendet, bis sie schließlich bei Teddy landet. Das kann ich jetzt wohl vergessen." Andromeda tätschelte ihm tröstend den Arm, konnte aber kein Problem erkennen. In der Zauberwelt war es keine große Sache, kurz nach der Schule zu heiraten, da war so ein Theater völlig unnötig und übertrieben. „Es gibt schlimmeres."
Das sagte ihr auch Albus eine halbe Stunde später, als sie ihn schließlich im Getümmel gefunden und gefragt hatte, wie ihm Slytherin als sein Haus gefiel. „Ich meine, ich war total geschockt, als der Hut mich dahin geschickt hat, aber dann hab ich angefangen, mich mit Scorpius zu unterhalten. Scorpius Malfoy, du weißt schon." Andromeda nickte amüsiert. Die Familie vergaß andauernd, dass sie mit anderen Reinblütern verwandt war, ganz besonders den Malfoys. Es war ihr nur Recht so, aber das machte es auch immer sehr lustig, wenn ihr jemand die Malfoys erklären wollte.
„Jedenfalls war er auch nicht begeistert von dem Haus und wir haben uns sogar schon vor Hogwarts getroffen, bei Madam Malkins. Er hat mir den Tipp mit dem Tierheim gegeben, sonst hätte ich jetzt nicht Mr Kittens." Albus hatte sich zum Schulbeginn eine Katze gewünscht und schließlich vorgeschlagen, im Tierheim nach einer zu suchen. Er hatte sich eine ziemlich alte ausgesucht, die beinahe eingeschläfert worden wäre, aber er war ganz vernarrt in den Kater. „Und auch sonst ist er super. War auch in einer Muggelgrundschule und weiß viel mehr über Muggel als ich. Beim ersten Frühstück hat er Rose geradeheraus gefragt, ob ihre Mum Tante Hermine ist und ihre Großeltern Muggel sind und wir haben alle das schlimmste befürchtet, aber er wollte nur wissen, ob sie den neuesten Marvelfilm gesehen hat und ihm sagen kann, wie das Finale von irgendeiner Serie ausgegangen ist!" Er lachte. „Du hättest mal die Gesichter der Anderen sehen sollen! Wir haben ausgemacht, dass wir versuchen, unsere Eltern dazu zu überreden, uns in den Ferien zusammen ins Kino zu lassen. Scorpius sagt, dass der neue Thor-Film wohl ganz toll sein soll und er will ihn unbedingt sehen. Ich glaube, ich hab Dad fast so weit. Zumindest kommt er uns in ein paar Tagen besuchen, das kriegen wir dann schon hin."
„Ach ja?", fragte Andromeda überrascht. Die beiden Jungen mussten aber wirklich sehr gut befreundet sein, dass Scorpius bereit dazu war, in das Haus der Potters zu kommen. Narcissa und Lucius hatten ihm doch bestimmt Schauergeschichten über Harry erzählt.
„Oh ja. Ich hab Mum und Dad schon vor Wochen geschrieben und sie haben gemeint, dass sie sich freuen, ihn kennen zu lernen. Scorpius hätte mich auch zu sich eingeladen, aber er hat gemeint, er muss seiner Mum noch etwas Zeit geben, dass sie seinen Dad richtig bearbeitet, damit er nichts Gemeines zu mir sagt. Also kommt er erstmal zu mir. Mum und Dad haben mir versprochen, dass sie nett sein werden zu Scorpius. Der ist nämlich wirklich super, gar nicht so blöd wie Onkel Ron immer behauptet hat. Und er kann ja nichts für seine bekloppte Familie." Albus sah sich verstohlen um und beugte sich näher zu Andromeda. „Wir können ja auch nichts für Onkel Percy."
Andromeda lachte und wuschelte ihm durch die zerzausten schwarzen Haare. „Das ist die richtige Einstellung, Al. Ich freu mich, dass du dich so gut eingelebt hast."
Albus nickte zufrieden. „Ja, ich mich auch. Hätte wirklich viel schlimmer sein können. Es ist zwar blöd, dass der Gemeinschaftsraum so düster ist unter dem See und es kein vernünftiges Tageslicht gibt, aber wenigstens muss man nicht so viele Treppen steigen. Und Rose hat gemeint, dass ihr schon zweimal ein Vogel auf die Bettdecke gekackt hat, weil der in der Nähe von ihrem Schlafsaal ein Nest hat." Er rümpfte die Nase. „Das ist doch auch Scheiße."
„Ja, das finde ich auch. Ich hab schon immer gesagt, dass das ein großer Vorteil von Slytherin ist."
Albus' Augen leuchteten auf. „Ach ja, du warst ja auch in Slytherin! Das hab ich ganz vergessen, ich dachte, du warst in Hufflepuff."
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, das waren nur mein Mann, meine Tochter und Teddy. Aber ich war oft bei ihnen, um mit Ted zusammen zu sein. Sie haben auch nicht gerade viel Tageslicht, aber es ist nicht so feucht bei ihnen und trotzdem besser beleuchtet. Es war immer interessant, den See und die Geschöpfe darin zu beobachten, aber manchmal hab ich mich gefragt, ob es das größte Ziel von Salazar Slytherin war, dass seine Schüler chronisch depressiv sind."
„Scorpius vermutet, dass er gedacht hat, dass das reine Blut uns schon alle warm halten wird. Schwachsinn."
Andromeda grinste. „Tja, Slytherin war auch nie die hellste Kerze auf der Torte." Sie drückte Albus begeistert an sich. „Ich freu mich wirklich, dass du in Slytherin bist und dich so wohlfühlst. Endlich hab ich jemanden in der Familie, mit dem ich über das Haus reden kann."
Albus nickte mit großen Augen. „Ja, das ist super. Ich hab schon gedacht, ich bin der einzige in der Familie. Aber du bist ja auch noch da!" Sie zuckten zusammen, als James quer durch das Zimmer nach Albus rief, der sich von Andromeda verabschiedete und dann schnell vom Sofa aufsprang. Stattdessen setzte sich Harry neben sie und umarmte Andromeda plötzlich.
„Ich danke dir. Deine Worte damals haben Ginny und mir viel bedeutet. Wir sind so froh, dass Al sich doch so wohl fühlt. Wir hatten schon mit dem schlimmsten gerechnet."
„Das freut mich", sagte Andromeda ehrlich. „Albus hat gesagt, dass ihr Scorpius in den Ferien zu euch einladet."
Harry nickte. „Al will unbedingt, dass wir ihn kennen lernen, und wir können es ihm schlecht abschlagen. Ginny und ich sind so dankbar, dass er so schnell so einen guten Freund gefunden hat. Auch wenn es ein Malfoy ist." Er verzog leicht das Gesicht. „Ich hab mich damals sofort mit Ron angefreundet, ich weiß nicht, was ich in Hogwarts ohne ihn gemacht hätte."
„Du musst dir wirklich keine Sorgen machen", versicherte Andromeda ihm. „Scorpius' Mutter ist sehr vernünftig und in den Reinblüterkreisen auch sehr ‚alternativ'", erklärte sie ihm lachend. Astoria war wirklich die beste Wahl, die ihr Neffe hätte treffen können.
„Ja, ich weiß", grinste Harry. „Sie hat ihn in eine Muggelgrundschule geschickt, das macht sonst bestimmt keiner. Und anscheinend war sie eine von Hagrids besten Schülerinnen? Hagrid hat ganz stolz erzählt, dass sie sogar den UTZ bei ihm gemacht hat. So jemanden hätte ich Malfoy gar nicht zugetraut."
„Unterschätz nie, wo die Liebe hinfällt, Harry. Das kann einen manchmal ganz schön überraschen und das Leben verändern." Sie war sich nicht sicher, ob sie ohne Ted je die Kraft gehabt hätte, sich von ihrer Familie loszusagen oder sich ganz ohne sie ein Leben aufzubauen.
„Ja, wahrscheinlich hast du Recht", sagte Harry nachdenklich. „Jedenfalls können es Ginny und ich kaum erwarten, Scorpius endlich kennen zu lernen. Al hat so viel von ihm erzählt und James und Rose scheinen ihn auch zu mögen, aber irgendwie kann ich das alles nicht glauben, solange ich ihn nicht mit eigenen Augen gesehen habe."
Anscheinend hatte Albus aber nicht übertrieben, denn nach Scorpius' Besuch waren auch Harry und Ginny ganz begeistert von dem Jungen und erlaubten Albus sogar, mit ihm ins Kino zu gehen. (Der Film war wohl tatsächlich sehr gut, aber davon verstand Andromeda nichts. Sie hatte sich Teddy zuliebe mit ihm den ersten Marvelfilm angesehen, diesen Iron Man, hatte aber nicht viel damit anfangen können. Die Hauptperson war ihr zu arrogant und die Gewalt zu viel und zu unnötig. Davon hatte sie im wahren Leben schon zu viel gehabt.)
Narcissa war weiterhin nicht begeistert von Scorpius' Freundschaft mit Albus, aber damit hatte Andromeda auch nicht gerechnet. Sie war entsetzt, dass Scorpius wirklich bei den Potters zu Besuch gewesen war, und dann noch nicht mal das Haus ausspioniert hatte, um brauchbare Informationen zu liefern.
„Was hättest du denn gerne für Informationen gehabt?", fragte Andromeda belustigt. „Wir sind doch nicht mehr im Krieg und sie haben sehr umfangreiche Schutzzauber, da könnt ihr nicht einfach hereinspazieren."
Narcissa zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, ich verstehe nur nicht, warum Draco diese Illusionen unterstützt, wenn für uns nichts dabei herausspringt."
Andromeda seufzte. „Ich würde es dir ja erklären, aber du hörst ja doch nicht zu. Nicht jede Beziehung muss aus Kalkül bestehen. Manchmal kann man auch einfach nur Freunde sein."
Narcissa schnaubte. „Pure Zeitverschwendung, wenn du mich fragst."
„Wenn du meinst, Sissy. Wenn du meinst …" Manchmal fragte sie sich, was für Narcissa bei ihren monatlichen Treffen heraussprang, aber vielleicht war Familie in Narcissas Augen etwas anderes.
Im nächsten Jahr hatte Albus dann sogar den Mut, Scorpius zur großen Weihnachtsfeier im Fuchsbau einzuladen. Er hatte seiner Großmutter schon zwei Monate vor der Feier geschrieben, um sich zu vergewissern, dass niemand ein Problem damit hatte.
„Hältst du das für eine gute Idee?", fragte Molly Andromeda skeptisch. Sie hatte sie zum Tee eingeladen, um die Einladung zu besprechen. „Wir haben nicht gerade die beste Vergangenheit mit den Malfoys."
„Aber mich habt ihr doch auch immer eingeladen", wandte Andromeda stirnrunzelnd ein. „Und Narcissa ist meine Schwester."
„Jaah, aber du zählst nicht. Du hast auf unsere Familie nie herabgeschaut."
„Und Scorpius auch nicht. Sonst wäre er doch nicht Als bester Freund", sagte Andromeda überzeugt. „Glaub mir, der Junge wird sich sehr freuen. In der Familie meiner Schwester geht es zu Weihnachten nur um den Schein und die teuersten Geschenke und gute Weihnachtsstimmung kann man da bestimmt vergessen. Nein, ich glaube, so ein bisschen weasleyscher Weihnachtstrubel wird ihm nicht schaden."
„Na wenn das so ist", sagte Molly beruhigt und rieb sich die Hände, „dann werde ich mal sehen, ob ich ihm nicht auch einen Pullover zu Weihnachten stricke. Zum Dank dafür, dass er unserem Albus die Anfangszeit in Hogwarts so leicht gemacht hat."
Andromeda grinste. Sie war sich ziemlich sicher, dass das genau das richtige für Scorpius sein würde. Und sie hatte Recht. Der Junge kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als er im Fuchsbau angekommen war. Die Dekoration war eine Mischung aus alten und neuen Sachen und kunterbunt und es war laut und fröhlich und voller Leute, die sich unterhielten und Geschenke austauschten. Scorpius war absolut überrumpelt, als Molly ihm den gestrickten Pullover überreichte und er hielt ihn den ganzen Abend fest umklammert.
Andromeda behielt die Jungen im Auge und nutzte die Gelegenheit, sich neben Scorpius zu setzen, als Albus aufstand, um auf die Toilette zu gehen. So bewahrte sie ihn vor Ron, der ihn den ganzen Abend ebenfalls kritisch beäugt hatte. „Gefällt es dir hier, Scorpius?", fragte sie neugierig. Er war so viel größer geworden seit sie ihn das letzte Mal bei Flourish und Blotts gesehen hatte. Leider sah er seinem Vater immer ähnlicher, nur um die Augen ähnelte er seiner Mutter.
Scorpius nickte. „Oh ja. Ganz anders als bei uns. Meine Großeltern schmeißen immer so eine piekfeine Party zu Silvester, da müssen alle immer ihre besten Sachen anziehen und höflich über alles lachen, was die anderen sagen, auch wenn das gar nicht lustig ist." Er verdrehte die Augen.
Andromeda nickte. „Ja, das klingt nach Narcissa. Darauf hat sie sich am meisten gefreut, als sie Lucius geheiratet hat." Ihre kleine Schwester war immer ganz begeistert gewesen von den großen Partys, die ihre Eltern früher gegeben hatten, und hatte es kaum erwarten können, selbst die Gastgeberin zu sein, angefangen bei ihrer Hochzeit.
Scorpius schaute sie überrascht an. „Sie kennen meine Großmutter?" Er sah ihr prüfend ins Gesicht. „Woher denn?", fragte er misstrauisch.
„Sie ist meine kleine Schwester", erwiderte Andromeda lächelnd.
Scorpius' Augen wurden riesig. „Wirklich?", fragte er schockiert. „Ich dachte immer, Großmutter hat nur eine Schwester, und die wurde von Als Großmutter umgebracht. Sie hat nie gesagt, dass sie noch Familie hat!"
„Das überrascht mich nicht", seufzte Andromeda. Sie hatte nichts anderes erwartet. Astoria hatte nichts von ihr gewusst, warum sollte Scorpius? Draco wusste wahrscheinlich auch nichts von ihrer Existenz. „Ich wurde vor Jahren aus der Familie geworfen, weil ich einen muggelstämmigen Zauberer geheiratet habe. Das hat nicht in ihr reinblütiges Bild gepasst, deshalb schweigen sie mich lieber alle tot."
„Das tut mir Leid", sagte Scorpius mitfühlend. „Soll ich meine Großmutter von Ihnen grüßen? Vielleicht freut sie sich ja doch, mal wieder von Ihnen zu hören", schlug er optimistisch vor.
Andromeda lachte und strich ihm über die Wange. „Du bist ein sehr lieber Junge, Scorpius. Aber das behalten wir vielleicht besser für uns. Ich hab schon für genug Streit in der Familie gesorgt, da müssen wir nichts provozieren." Außerdem hatte sie vorhin gehört, wie Scorpius sich bei Albus für seine Verspätung entschuldigt hatte, weil er warten musste, bis seine Großeltern endlich nach Hause gegangen waren. Scorpius' Eltern waren bestimmt nicht erpicht darauf, seine Großeltern wissen zu lassen, dass er im Fuchsbau war.
Scorpius nickte. „Ja, da haben Sie wahrscheinlich Recht. Aber was machen Sie hier, wenn Sie die Schwester meiner Großmutter sind? Sie mag die Weasleys nicht mal."
„Wen meine kleine Schwester mag oder nicht, ist mir herzlich egal", sagte sie entschieden. „Ich bin schon lange mit den Weasleys befreundet. Meine Tochter hat mit ihnen zusammen gegen Voldemort gekämpft. Und mein Enkel ist der Patensohn von Als Vater."
Scorpius' Augen wurden sogar noch größer, als sie vorher schon waren. „Sie sind die Großmutter von Teddy? Den Al und James so wahnsinnig cool finden? Der Metamorphmagus?"
Andromeda nickte stolz. Mit so viel Begeisterung hatte sie gar nicht gerechnet.
„Wow!" Dann sprang er begeistert auf. „Dann bin ich ja auch mit Teddy verwandt! Sie sind meine Großtante und Teddy ist …"
„Dein Cousin zweiten Grades", half Andromeda ihm aus. Daran hatte sie noch gar nicht gedacht. Sie schaute sich nach ihrem Enkel um, der beinahe in seinem Sessel eingenickt war, weil er Frühschicht gehabt hatte. Sie rief so laut nach ihm, dass er erschrocken hochfuhr, dann aber brav zu ihr kam.
„Was ist denn, Grandma?", fragte er gähnend und rieb sich die Augen. Seine Haare waren leuchtend Blau und Scorpius konnte sich gar nicht daran sattsehen.
„Ich wollte dir nur deinen Cousin vorstellen", sagte sie grinsend und deutete auf Scorpius.
„Wen?", fragte Teddy verwirrt. „Ich hab doch keinen Cousin. Wovon sprichst du, Grandma?"
Andromeda schüttelte den Kopf. „Okay, Cousin zweiten Grades. Aber das zählt auch. Er ist der Enkel meiner Schwester. Hier ist er, Scorpius Malfoy."
„Scorpius", nickte Teddy Scorpius zu, der sich bemühte, cool zurück zu nicken. „Du bist Als bester Freund, oder? Er redet ständig von dir."
„Wirklich?", sagte Scorpius erfreut.
Teddy nickte. „Ja, ständig. Scorpius hier, Malfoy da und … Moment mal." Er schüttelte den Kopf und war jetzt sehr viel weniger verschlafen als noch vor einigen Sekunden. „Wir sind mit den Malfoys verwandt? Ich wusste nur von Bellatrix, wieso -"
„Ich hab dir doch schon von meiner kleinen Schwester Narcissa erzählt, Teddy", tadelte Andromeda ihn amüsiert. Mit Teddy war nicht zu reden, wenn er so todmüde war. Manchmal war es aber schon sehr lustig, besonders, wenn er fünf Minuten länger brauchte als sonst, um zu begreifen, was ihm jemand erzählt hatte. „Jaah, schon, aber ich wusste nicht, dass sie eine Malfoy ist."
„Tja, jetzt weißt du's und das ist dein Cousin. Der dich sehr cool findet", fügte sie hinzu und sah mit Vergnügen dabei zu, wie Scorpius rosa anlief.
„Wirklich?", fragte Teddy skeptisch, lächelte Scorpius aber erfreut an.
„Ja, Al erzählt immer, dass du ein Metamorphmagus bist und das muss doch klasse sein", sagte Scorpius begeistert und deutete auf Teddys Haare.
Teddy grinste. Er wackelte kurz mit seiner Nase, wie Nymphadora es früher immer getan hatte, und stellte dann rasch seine besten Nasen zur Schau. Scorpius starrte ihn mit offenem Mund an, während Andromeda gut gelaunt die Augen verdrehte. Teddy konnte nie widerstehen, wenn jemand ihn auf seine besonderen Fähigkeiten ansprach, auch wenn er diese Tatsache in seinem beruflichen Leben eher verheimlichte, damit er für seine Arbeit bekannt wurde und nicht als Metamorphmagus.
„Wahnsinn", sagte Scorpius begeistert und grinste Albus zu, der wieder bei der Gruppe aufgetaucht war und Teddy umarmte, den er wohl noch nicht richtig begrüßt hatte, seit die Feier begonnen hatte. „Al, stell dir vor, Ted ist mein Cousin zweiten Grades!", sagte Scorpius sofort begeistert zu Albus.
Der schaute sie alle verwirrt an. „Wirklich?", fragte er misstrauisch. „Meint ihr das ernst oder ist das wieder einer von James' blöden Scherzen?"
Scorpius schüttelte den Kopf. „Nein, nein, wir sind wirklich verwandt. Meine Großmutter ist die kleine Schwester von Teddys Großmutter. Stimmt's, Mrs-" Er brach abrupt ab, als ihm bewusst wurde, dass er Andromedas Namen überhaupt nicht kannte.
„Tonks", sagte sie lächelnd. „Aber nenn mich ruhig Andromeda. Schließlich sind wir doch eine Familie."
Scorpius nickte breit grinsend, während er sich an Mollys gestricktem Pullover festklammerte. Andromeda bemühte sich sehr, ein ebenso breites Grinsen zu unterdrücken, wenn sie daran dachte, wie sehr es ihre Schwester zur Weißglut treiben würde, wenn sie sie jetzt alle sehen könnte. Ein wirklich wunderbares Weihnachten.
TBC…
Bezug auf andere Geschichte im 10-kleine-Dinge-Universum:
That's What Friends Are For (Die ersten Jahre der Freundschaft von Albus und Scorpius)
Momentaufnahmen, Kapitel 15: Nicht Gryffindor (Molly kommt nach Ravenclaw)
Momentaufnahmen, Kapitel 18: Ein besonderes Geschenk (Scorpius' erste Weihnachtsfeier im Fuchsbau)
