20. Dezember: Der größte Triumph ihres Lebens

Zwei Wochen später machte Teddy Victoire den Antrag, als sie für ein paar Tage in Italien am Meer Urlaub machten, und natürlich sagte Victoire begeistert ja. Mit der Hochzeit wollten sie sich allerdings noch Zeit lassen, weil Victoire unbedingt auf dem Anwesen ihrer Großeltern in Frankreich heiraten wollte und die Planung dafür ewig dauern würde.

Fleur war begeistert und auch Bill freute sich für die beiden, wenn er sich auch wünschte, dass sie sich noch mehr Zeit gelassen hätten.

„Ich weiß, ich stelle mich blöd an. Die beiden sind erwachsen und schon lange zusammen und wir haben alle gewusst, dass sie irgendwann heiraten werden." Er schüttelte den Kopf. „Meine Güte, Vicky hat schon mit fünf behauptet, dass sie Teddy einmal heiraten wird! Ich dachte nur, es wird noch eine Weile dauern."

Andromeda klopfte ihm tröstend auf die Schulter. „Immerhin hast du eine Weile Zeit, dich an den Gedanken zu gewöhnen. Dora ist eines Tages einfach mit Remus aufgetaucht und hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt."

Bill lachte. „Ja, da hast du Recht. Fleur würde es ihr nie verzeihen, wenn wir nicht bei der Hochzeit dabei sind. Mum ist nur enttäuscht, dass sie nicht im Fuchsbau heiraten wollen, so wie wir damals."

„Tja, das war damals alles den Umständen des Krieges geschuldet", erwiderte Andromeda schulterzuckend. „Fleur und du hattet wenigstens noch ein großes Fest, bevor alles den Bach herunterging, Ted und ich haben damals in aller Schnelle ganz unauffällig geheiratet, um bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen. Und Dora und Remus waren genauso. Ich freu mich ehrlich gesagt schon darauf, dass wenigstens mein Enkel ein großes Fest mit Familie und Freunden feiern kann."

Bill schaute sie schuldbewusst an. „Es tut mir leid, daran habe ich gar nicht gedacht." Er seufzte. „Vicky hat gesagt, sie würde am liebsten in Frankreich feiern. Das Anwesen von Fleurs Eltern ist wirklich wunderschön, das wird dir bestimmt gefallen."

Andromeda nickte. „Victoire hat mir schon Fotos gezeigt, es ist wirklich wunderbar."

„Fleur ist auch schon ganz begeistert. Sie hat immer davon geträumt, dort zu heiraten, nur mir zu Liebe hat sie damals zugestimmt, dass wir es im Fuchsbau machen, weil ich das Land während des Krieges nicht verlassen wollte." Er seufzte erneut und schüttelte dann ungläubig den Kopf. „Mein kleines Mädchen, eine verheiratete Frau! Mit dem Sohn von Nymphadora Tonks! Wer hätte das gedacht, als sie damals in den Fuchsbau kam, um mit Charlie zu spielen?"

Andromeda lachte. „Tja, so ist das Leben." Sie hätte auch nie gedacht, dass ihre Tochter einmal mit einem von Sirius' besten Freunden verheiratet sein würde, aber wo die Liebe hinfiel …

Alle waren ganz begeistert davon, dass Victoire und Teddy bald heiraten würden. Dann wurden sie jedoch völlig davon überrumpelt, dass Percys Tochter Molly direkt nach ihrem Abschluss verkündete, dass sie noch dieses Jahr ihren langjährigen Freund Justin heiraten würde. Sie fielen aus allen Wolken, denn alle hatten angenommen, dass Teddy und Victoire die ersten in dieser Generation sein würden, die heiraten würden. Aber Molly und Justin waren schon in Hogwarts lange zusammen gewesen und hatten nach Justins Abschluss vor einem Jahr eine Fernbeziehung geführt und jetzt wollten sie anscheinend so schnell wie möglich heiraten.

Percy war alles andere als begeistert und versuchte unermüdlich, seiner Tochter auszureden, so früh zu heiraten, aber Molly war genauso stur wie ihr Vater und plante eine große Hochzeit für Mitte Dezember. Sie hätte gerne im Fuchsbau geheiratet, aber im Winter war es nicht so einfach wie im Sommer, ihn schön herzurichten und ihre Mutter Audrey hatte eine große Muggelverwandschaft in der Nähe von London, sodass es einfacher war, in der Muggelwelt zu heiraten.

Jedem war klar, dass Percy auf verlorenem Posten kämpfte und so heiratete Molly ihren Justin als erstes von Mollys und Arthurs Enkelkindern am zwanzigsten Dezember. Ihr Vater hatte sich bis zur letzten Minute gewehrt, war aber letzten Endes vernünftig genug, seine Tochter zum Altar zu führen. Es war ein wunderschönes Fest gewesen und Andromeda hoffte nur, dass das von Victoire und Teddy genauso schön wurde.

Doch da hätte sie sich keine Sorgen machen müssen. Fleurs Eltern nagten nicht gerade am Hungertuch und hatten einen Hochzeitsplaner für Victoire engagiert, dem sie mehr oder weniger nur ihre Wünsche mitteilen musste und der Rest wurde ohne sie geregelt. Das Haus war so groß, dass die meisten Weasleys ohne Probleme in den Gästezimmern untergebracht werden konnten, nur die Kinder mussten im Garten zelten, was sie alle liebend gerne taten.

Es lief alles wie am Schnürchen und ehe Andromeda es sich versah, wurde Victoire von ihrem Vater zum Altar geführt, wo ein sehr nervöser Teddy auf sie wartete. Sein bester Freund Simon war sein Trauzeuge und grinste übers ganze Gesicht. „Und du hast damals gedacht, dass ich verrückt bin, als ich in Vicky verknallt war!", flüsterte er ihm zur Belustigung der Gäste zu.

Victoire war wunderschön. Wie alle Bräute trug sie das Diadem von Großtantchen Muriel. Ihre Haare waren kunstvoll hochgesteckt und ihr Kleid umschmeichelte ihre schlanke Figur und flatterte leicht im Wind. Sie hatte Andromeda erzählt, dass sie sich diesen Tag ausgesucht hatten, weil sie sich genau vor fünf Jahren das erste Mal geküsst hatten.

Teddy nahm zitternd Victoires Hand, die ihn anstrahlte. Er sprach sein Gelübde mit belegter Stimme, während Victoire ihres kaum herausbrachte, weil sie so lächeln musste. Es wurde der Zauber ausgesprochen, der sie für immer miteinander verband, sie küssten sich, und dann waren sie auch schon verheiratet. Andromeda heulte wie ein Schlosshund und wurde schließlich nach der Trauung von Molly getröstet. Es war lange her, dass sie und Molly nicht auf der gleichen Seite bei einer Hochzeit gesessen hatten. Normalerweise war Andromeda immer auf der Seite der Weasleys, aber dieses Mal saß sie natürlich beim Bräutigam. Harry und seine Familie hatten sich ebenfalls zu ihr gesetzt und auch Scorpius saß nah bei ihr. Er war einer der begeistertsten Gäste.

„Es ist so cool, dass sie mich eingeladen haben", sagte er glücklich. „Das ist die erste Hochzeit meiner Familie, auf die ich gerne gegangen bin. Die entfernten Verwandten von meinem Dad sind alle so schrecklich steif." Er verdrehte die Augen. „Und sie wären alle grün vor Neid, wenn sie auf so einem Anwesen heiraten würde! So ein großes Haus wie dieses hat keiner von ihnen."

„Ach ja?", fragte Andromeda interessiert und nahm sich vor, Narcissa bei ihrem nächsten Treffen Fotos von Teddys Hochzeit zu zeigen. Sie hatte zwar erwähnt, dass ihr Enkel heiraten würde, wäre aber nie im Leben auf die Idee gekommen, sie einzuladen. Umso überraschter war sie, als sie Scorpius' Namen auf der Gästeliste gesehen hatte. Auf Mollys Hochzeit im letzten Jahr war er auch gewesen, aber die beiden hatten auch so ziemlich jeden eingeladen, den sie kannten, und Molly hatte sich mit Scorpius in Hogwarts gut verstanden.

„Natürlich lade ich ihn ein", hatte Teddy ihr verständnislos gesagt, als sie ihn darauf angesprochen hatte. „Unsere Seite ist doch so gut wie leer, da kann ich jeden gebrauchen. Und er ist doch mein Cousin zweiten Grades, da kann ich ihn nicht weglassen. Außerdem sind wir doch gut befreundet! Wenn er mal heiratet, würde ich es ihm sehr übelnehmen, wenn er mich nicht einladen würde." Er runzelte die Stirn. „Meinst du, ich soll seine Eltern auch einladen?"

Andromeda bezweifelte, dass Draco überhaupt wusste, dass Teddy existierte, weil Narcissa ihrem Sohn bestimmt nichts von ihrer Schwester erzählt hatte und Scorpius die Weasleys mittlerweile nur selten seinem Dad gegenüber erwähnte. („Das missbilligende Schnauben und Augenverdrehen wird langsam langweilig. Besser, er weiß so wenig wie möglich", hatte Scorpius ihr einmal schulterzuckend erzählt.) Aus diesem Grund hatte sie ihrem Enkel geraten, es nur bei Scorpius zu belassen.

„Merlin, ja, diese reinblütigen Hochzeiten sind so schrecklich langweilig", erwiderte Scorpius dramatisch. „Diese blöden Rituale und dann diese ellenlangen Reden, wie stolz man auf die Herkunft sein soll und wie viel es bedeutet, dass diese Familie und jene Familie eine Verbindung eingehen, und ob auch alle Anwesenden wissen, dass man mit Salazar Slytherin verwandt ist? Nein, wie hätte man das wissen sollen, es steht ja nur auf jeder Einladung und jeder Platzkarte und der riesige Stammbaum in der Ecke ist auch nicht zu übersehen!"

Andromeda lachte. Sie konnte sich noch gut an diese Hochzeiten erinnern, auf die ihre Eltern sie immer mitgeschleppt hatten. Scorpius hatte sie perfekt beschrieben.

„In ein paar Wochen heiratet meine Tante, das ist wahrscheinlich die einzige Hochzeit, die Spaß machen wird, weil ihr dieser Reinblüterscheiß so egal ist wie mir", fügte Scorpius hinzu.

Andromeda schaute überrascht zu ihm. „Wirklich? Deine Tante heiratet erst jetzt? War sie nicht im selben Jahrgang wie Harry und dein Vater?"

Scorpius nickte. „Ja, aber sie war lange Single, weil sie sich so in ihre Arbeit im Ministerium gestürzt hat." Daphne Greengrass arbeitete im französischen Ministerium in der Abteilung zur internationalen Zusammenarbeit und war amüsanterweise eine Vorgesetzte von Louis, der mittlerweile in Frankreich im Ministerium arbeitete und zu Victoires Pendant geworden war. „Und dann hat sie endlich jemanden gefunden, aber es hat ewig gedauert, bis es für sie auch legal war, zu heiraten."

Andromeda runzelte verwirrt die Stirn. Hochzeiten zwischen Zauberern und Muggeln waren doch schon lange erlaubt. Aber dann fiel ihr wieder ein, was Astoria damals im Krankenhaus zu ihr gesagt hatte: „Meine Schwester ist lesbisch und wohnt in Paris."

„Ach, dann ist die gleichgeschlechtliche Ehe jetzt auch in der Zauberwelt legal?", fragte sie überrascht. Sie wusste, dass Hexen und Zauberer dieses Recht schon lange gefordert hatten, aber wie in allen Dingen konnten Zauberer auch hier schrecklich verbohrt sein. Aber weil sie das nicht betraf, hatte sie sich nie viel damit beschäftigt. Sie hatte genug andere Sorgen gehabt.

„Ja, schon ein paar Jahre. Aber dann hat Tante Daphne aus Prinzip warten wollen, weil es sie angekotzt hat, dass man sie so lange hat warten lassen", erwiderte Scorpius grinsend. Andromeda schaute ihn verwirrt an und er zuckte nur mit den Schultern. „Frag mich nicht, ich hab's auch nicht richtig verstanden. Jedenfalls heiratet sie in zwei Wochen. Mum ist schon ganz begeistert und Dad tut so, als wäre ihm alles egal, aber ich glaube, er freut sich, endlich mal auf eine Hochzeit zu gehen, die Spaß macht."

„Und meine Schwester?", fragte Andromeda neugierig. Ihr gegenüber hatte Narcissa diese Hochzeit jedenfalls nie erwähnt.

„Die ist froh, dass die Hochzeit in Frankreich stattfindet und sie so tun kann, als wüsste sie von nichts", erwiderte Scorpius schulterzuckend. „Großvater hat sich aber ganz schön aufgeregt, als Mum davon erzählt hat. Ihm kann man nichts recht machen." Scorpius ließ an Lucius nie ein gutes Haar, aber Narcissa schien er wirklich gern zu haben, weshalb Andromeda vermutete, dass Narcissa mit Scorpius nie über die Dinge sprach, über die sie sich bei Andromeda liebend gerne ausließ. Was nur gut war, denn sonst hätte Scorpius mit ihr wahrscheinlich ähnlich große Probleme wie mit Lucius.

„Na dann wünsche ich dir viel Spaß", sagte Andromeda grinsend. „Hast du eine Freundin, die du mitnehmen möchtest?"

Scorpius schüttelte seufzend den Kopf. „Nein. Ich hatte zwar eine am Ende vom letzten Schuljahr, aber vor den Ferien hab ich mit ihr Schluss gemacht. Carolina Matthews?", sagte er und schaute sie fragend an, aber Andromeda schüttelte den Kopf. Der Name sagte ihr nichts. Sie wusste nur, dass sie bestimmt nicht reinblütig genug für ihre Schwester gewesen wäre. „Ich glaube, sie wäre gern mitgekommen, aber ich wollte sie nicht mitnehmen. Das war dann nur noch ein Grund dafür, mich von ihr zu trennen."

Andromeda nickte verständnisvoll. „Ja, man muss ein Mädchen schon sehr mögen, wenn man sie der eigenen Familie zumutet."

„Hab ich mir auch gedacht!", erwiderte Scorpius glücklich darüber, dass ihm jemand zustimmte. „Jetzt bin ich erstmal Single, aber das macht ja nichts. Die sechste Klasse soll schon schwer genug sein, ohne dass man sich auch noch Beziehungsprobleme aufhalst."

Andromeda zwinkerte ihm zu. „Wer weiß, was noch auf dich wartet. Manchmal stolpert man ganz zufällig über die große Liebe, ohne es zu erwarten. So war es damals bei mir. Und bei Teddy und Victoire auch." Sie schaute auf die Tanzfläche, wo Teddy sich gerade krampfhaft bemühte, nicht auf die Schuhe seiner Braut zu treten. Victoire hatte wirklich Glück, dass sie ihren Tanzmuffel von einem Enkel hatte überreden können. Oft würde er heute bestimmt nicht tanzen.

Scorpius zuckte mit den Schultern. „Ich glaube nicht, dass ich so ein Glück habe. Aber was soll's, nicht jeder muss in Hogwarts schon die große Liebe finden. Meine Eltern haben sich auch erst später kennen gelernt."

Albus rief nach ihm und Scorpius sprang von seinem Platz auf. Er verzog ein wenig das Gesicht und schaute auf seine neuen Schuhe, die wohl nicht sonderlich bequem waren. Er nickte Andromeda zum Abschied zu und gesellte sich dann zu seinem besten Freund, der mit Rose zusammen beim Büfett stand. Unglaublich, wie groß die Kinder alle schon geworden waren! Sie würden in zwei Jahren mit Hogwarts fertig sein und James sogar schon nächstes Jahr. Und ihr Teddy war seit heute verheiratet! Wo war bloß die Zeit geblieben? Bestimmt dauerte es nicht mehr lange und dann würde sie Urgroßmutter sein. Und ihre Tochter wäre Großmutter gewesen. Ihre kleine Dora, eine Großmutter!

Kurz darauf sah sie, wie Teddy sich aus Victoires Armen löste und sie ihrem Vater zum Tanzen überließ. Erleichtert ließ er sich neben Andromeda auf den Stuhl fallen, auf dem vor kurzem noch Scorpius gesessen hatte. „Merlin, ich hasse tanzen! Ich versteh nicht, wie das jemandem Spaß machen kann!"

„Ach, es hat schon was, wenn man es kann", erwiderte Andromeda und deutete auf Ron und Hermine, die lachend über die Tanzfläche schwebten. Sie konnte sich an keine Hochzeit erinnern, auf der Ron nicht mindestens eine halbe Stunde mit seiner Frau getanzt hatte.

„Auf einem Ball in Hogwarts habe ich damals den Fehler gemacht, sie nicht zu fragen, ob sie mit mir hingeht und mit mir tanzt", hatte er ihr einmal gesagt. „Den Fehler mach ich kein zweites Mal, das kannst du mir glauben." Vor seiner Hochzeit hatte er sogar Tanzstunden genommen und Hermine war ganz begeistert gewesen. Und es schien Ron auch sehr viel Spaß zu machen, was sie ihm nie zugetraut hätte.

„Ist es bei den Reinblütern Pflicht, tanzen zu lernen?", fragte Teddy unvermittelt.

„Ja, wieso?", fragte Andromeda verwirrt.

Teddy zeigte verständnislos auf die Tanzfläche. Ganz in der Nähe von Ron und Hermine war Scorpius, der Rose mit sicherer Hand über das Parkett führte, die über das ganze Gesicht strahlte. „So gut kann man das doch nicht von allein."

„Normalerweise haben wir alle irgendwann vor der Einschulung einen Tanzlehrer gehabt, damit wir bereit sind, wenn der Moment kommt." Sie verdrehte die Augen. Diese ganze Gesellschaft war schrecklich antiquiert. Aber nichtsdestotrotz war es schön, tanzen zu können und es machte Spaß, einen Partner zu haben, der etwas davon verstand, auch wenn er sonst ein schrecklicher Rassist war. Ted hatte nach dem Krieg extra für sie einen Tanzkurs belegt und sie war ihm ewig dankbar gewesen dafür. „Und Hermine hat ihre Kinder in einen Kurs geschickt, nachdem du Victoire einen Antrag gemacht hast, weil sie wollte, dass sie auf den Hochzeiten anständig tanzen können."

„Das hat sich ja gelohnt", sagte Teddy anerkennend und beobachtete, wie Rose und Scorpius sich gekonnt über das Parkett bewegten. Victoire war immer noch in Bills Armen und James hatte mittlerweile eine von den französischen Cousinen auf die Tanzfläche gezerrt. Er hatte offensichtlich nie einen Kurs belegt, aber das tat seiner Freude keinen Abbruch. „Ich bin nur froh, dass der Hochzeitstanz vorbei ist", sagte Teddy erleichtert.

Andromeda schaute ihn streng an. „Du wirst doch wohl nicht nur einen einzigen Tanz mit deiner Braut tanzen, Teddy! Victoire wird dich umbringen!"

Er seufzte. „Keine Sorge, ich hab ihr versprochen, dass ich später noch mit ihr tanze. Wenn es weniger um die eigentlichen Schritte geht und man nur noch wild herumhüpft. Das macht mehr Spaß."

Andromeda schüttelte enttäuscht den Kopf, sagte aber nichts weiter dazu. Sie hatte Teddy oft genug zum Tanzen überreden wollen. Jedes Mal weigerte er sich entschieden. Merlin sei Dank gab es für Victoire genug andere Auswahl an Tanzpartnern. Mittlerweile war sie bei ihrem Bruder angekommen.

„Sag mal, läuft da eigentlich was zwischen denen?", fragte Teddy unvermittelt.

„Zwischen wem?", fragte Andromeda stirnrunzelnd. In Gedanken war sie noch bei Victoire und Louis und sie hoffte sehr, dass Teddy nicht die beiden meinte.

Teddy nickte mit dem Kopf Richtung Rose und Scorpius, die immer noch miteinander tanzten. Er sagte etwas zu ihr und sie lachte laut und klammerte sich an seiner Schulter fest.

„Rose und Scorp. So lacht ein Mädchen doch nur, wenn sie was von einem Jungen will. Und so witzig ist er nun auch wieder nicht."

Andromeda zuckte mit den Schultern. „Nicht, dass ich wüsste. Er hat mir vorhin erst gesagt, dass er sich vor kurzem von seiner Freundin getrennt hat."

„Naja, schaut zumindest so aus, als ob sich da was anbahnt." Teddy lachte so laut, dass Andromeda erschrocken zusammenzuckte. „Merlin, Ron würde das hassen wie die Pest! Schon alleine deshalb würde es sich lohnen."

„Aber nicht so sehr wie meine Schwester. Die Muggel sind schon schlimm genug, und dann noch eine Weasley!" Andromeda musste unwillkürlich grinsen. Teddy hatte recht, die Vorstellung war wirklich zu verlockend. Und würde Narcissa in den Wahnsinn treiben, selbst wenn sie sich sehr viel mehr als ihr Mann bemühte, in Scorpius' Gegenwart gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Sie war sich zwar nicht sicher, ob Teddy mit seiner Vermutung bezüglich der beiden richtig lag, denn Rose lachte immer viel, wenn sie angetrunken war (wie sie schon auf Mollys Hochzeit gesehen hatte). Aber keiner konnte bestreiten, dass die beiden sich gut verstanden, so lange wie sie mittlerweile miteinander tanzten. Und sie wären ein sehr schönes Paar. Durch seine Obsession mit den Muggeln hatte Scorpius seine Familie und die reinblütige Gesellschaft sowieso schon verprellt, da wäre Rose auch nur noch ein weiterer Tropfen auf dem heißen Stein.

Andromeda kam aber nicht weiter dazu, darüber nachzudenken, denn einen Moment später wurde sie von Fleurs Vater zum Tanz aufgefordert. Der Mann war klein und rundlich und Andromeda hätte nie erwartet, dass so ein fantastischer Tänzer in ihm steckte. Rose und Scorpius tanzten immer noch miteinander, Victoire fegte mittlerweile mit George über die Tanzfläche und Molly und Arthur legten in einer Ecke ihr eigenes Tänzchen aufs Parkett, wie bei jeder Hochzeit.

Es war die schönste Hochzeit ihrer Familie, auf der sie je gewesen war. Wenn sie daran dachte, dass Ted und sie damals heimlich geheiratet und kaum gefeiert hatten und Nymphadora und Remus überhaupt nicht … Es war so schön, dass wenigstens Teddy ein auslandendes Fest haben konnte, mit allen Menschen, die Victoire und ihm etwas bedeuteten, und sie sich nicht davor fürchten mussten, dass Todesser ihnen das Fest vermasseln würden oder Andromedas Schwester kam, um sie umzubringen. Dafür hatten Ted und Nymphadora und Remus gekämpft, dafür hatten sie alle so viel geopfert, dass sie jetzt ohne Angst zusammen sein konnten, reinblütige und halbblütige und muggelstämmige Hexen und Zauberer, ja sogar reine Muggel wie Percys Frau Audrey …

Sie hätte es nie für möglich gehalten, dass einmal ein Malfoy bei so einer Feier willkommen sein würde, und Teddy hatte ihn sogar ganz selbstverständlich eingeladen und er fühlte sich keine Sekunde fehl am Platz … Es war wunderbar und dieser Tag würde ihr für immer im Gedächtnis bleiben als einer der größten Triumphe ihres Lebens. Sie wünschte sich so sehr, dass ihr Mann, ihre Tochter und Remus diesen Tag auch hätten miterleben können, aber sie tröstete sich damit, dass sie alle überglücklich über die Welt wären, an deren Erschaffung sie beteiligt waren und darüber, dass Teddy sein Glück darin gefunden hatte.

TBC…


A/N: Molly und Arthur tanzen:

clamydomona tumblr post/ 148462252653/ mark-williams-and-julie-walters-behind-the-scenes

Bezug auf andere Geschichte im 10-kleine-Dinge-Universum:

All I Want For Christmas (Die letzten Wochen vor Mollys Hochzeit)

Can't Help Falling in Love With You (Der Anfang der Liebesgeschichte von Rose und Scorpius)