24. Dezember: Ende gut, alles besser

Andromeda war so glücklich über Teddys Neuigkeiten, dass sie sogar Narcissa bei ihrem nächsten Treffen davon erzählte, auch wenn sie ihre eigene Familie sonst kaum erwähnte. Victoire war bei einem Muggelarzt gewesen und hatte ihr ein Ultraschallbild geschenkt, auf dem man das Baby schon ganz deutlich erkennen konnte. Andromeda hatte ihr eines von Teddys alten Ultraschallbildern gezeigt, die sie alle sorgfältig aufbewahrt hatte und sie hatten die zwei Farbklekse lachend miteinander verglichen.

„Wirklich?", sagte Narcissa überrascht und schaute auf das Ultraschallbild. „Ist der Junge schon so alt?" Sie schüttelte den Kopf. „Ach was sage ich da, Scorpius war ja vor ein paar Jahren sogar auf seiner Hochzeit!"

„Ach, das hat er dir gesagt?", fuhr es Andromeda unwillkürlich heraus. Rasch presste sie die Lippen aufeinander, um nicht noch mehr zu sagen.

„Bei einer Gelegenheit hat er erzählt, dass die Delacours in Frankreich das größte Anwesen haben, das er je gesehen hat", erwiderte Narcissa missbilligend. „Anscheinend größer als das von guten Freunden von uns und sehr viel größer als das Anwesen von Lucius und mir."

„Da hat er völlig recht", erwiderte Andromeda unbekümmert. „Das ist schon ein richtiger kleiner Palast, dagegen ist euer Häuschen eine nette kleine Hütte."

Narcissa schnaubte. „Ich verstehe nur nicht, was die Delacourtochter dann mit einem Weasley macht. Das war nicht die weiseste Wahl."

„Fleur liebt Bill, das macht sie mit ihm. Der Schein war ihr nicht wichtiger als ihre Gefühle. Aber das wirst du wohl nicht verstehen können." Sie hatte Bill und Fleur nie als etwas anderes als ein verliebtes Paar gesehen und nicht eine Sekunde daran gezweifelt, dass sich hier die richtigen gefunden hatten.

„Wohl nicht", murmelte Narcissa missmutig. Sie starrte dennoch eine ganze Weile auf das Ultraschallbild. „Urgroßmutter", murmelte sie schließlich. „Wer hätte damals gedacht, als du dich heimlich mit Ted in Hogwarts getroffen hast, dass ihr einmal Urgroßeltern sein werdet?! Und dann auch noch ein Kind von einer Veela! Und einem Werwolf! Und einem Metamorphmagus! Kannst du dir vorstellen, was unsere Eltern gesagt hätten?"

„Bildlich", murmelte Andromeda. Wahrscheinlich nichts anderes als damals, als sie sie für immer verstoßen hatten.

„Wer weiß, wie lange es noch dauert, bis ich auch Urgroßmutter bin", seufzte Narcissa deprimiert.

„Bestimmt noch eine ganze Weile", erwiderte Andromeda überzeugt. „Sie sind doch gerade erst mit Hogwarts fertig und Rose möchte erst ihre Ausbildung beenden. Ich fürchte, da wirst du noch lange warten müssen." Rose und Scorpius hatten es bestimmt nicht eilig, eine Familie zu gründen, auch wenn es eines Tages bestimmt daraus hinauslaufen würde.

„Ja, aber irgendwann … ich hätte nie gedacht, dass ein Malfoy und eine Weasley jemals ein Kind kriegen würden ..."

„Wenn du mich fragst, dann kann sich jedes Kind glücklich schätzen, die beiden als Eltern zu bekommen!", sagte Andromeda entschieden und wechselte dann das Thema. Sie hätte sich denken können, dass ihre Schwester ihr nicht zu ihrem Urenkel gratulieren würde. Dazu war sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Sie sollte wirklich nicht mehr erwarten.

Victoires Bauch wurde in den nächsten Monaten immer größer und die ganze Familie konnte das neue Mitglied kaum erwarten. Albus schickte von jeder Ausgrabungsstelle ein neues Kuscheltier. Und alle versuchten Teddy und Victoire ihre alten Kindermöbel aufzudrängen, sodass sie am Ende die Auswahl hatten zwischen sechs verschiedenen Wiegen und vier Wickeltischen und Victoire schließlich ihre Cousine Molly anflehte, sich bitte etwas auszusuchen für ihre späteren Babys, damit sie es nicht so schwer hatte. Percy war gar nicht begeistert, als Molly schulterzuckend ihre Wahl traf.

Teddy strich das Babyzimmer in der gleichen Farbe, die Nymphadora damals für ihn ausgesucht hatte und Andromeda kamen jedes Mal die Tränen, wenn sie sich das Babyzimmer anschaute.

Anfang des nächsten Jahres machte dann die Nachricht die Runde, dass Scorpius tatsächlich für ein Jahr in das amerikanische Zaubereiministerium gehen würde. Ron war ganz begeistert davon, dass Rose und Scorpius für ein Jahr nicht zusammen sein würden und spekulierte offensichtlich auf das Ende der Beziehung, änderte seinen Ton aber sehr schnell, als er sah, wie traurig Rose ohne ihn war. Auch wenn sie ihn immer ermutigt hatte, zu gehen, weil sie wusste, wie wichtig es ihm war, war die Zeit ohne ihn für sie dennoch die reinste Folter. Daraufhin beschwerte Ron sich dauernd darüber, wie Scorpius es wagen konnte, sein kleines Mädchen so lange alleine zu lassen.

Auch Narcissa hatte sehr daran zu knabbern, dass ihr Enkel einen Kontinent entfernt war. „Ich weiß, ich hab ihn nicht mehr häufig gesehen und er kommt vor allem aus Pflichtgefühl zu uns zum Essen und zu unseren Partys. Aber es ist doch etwas anderes, zu wissen, dass er so weit weg ist, dass man nicht einfach zu ihm apparieren könnte." Immerhin schickte er Narcissa regelmäßig Postkarten, die sie Andromeda stolz zeigte. Andromeda hatte die gleichen von ihm bekommen, weil er wusste, wie gerne sie welche aus fremden Ländern bekam (Albus dachte auch immer daran, ihr eine zu schicken, wenn er auf einer neuen Grabstätte ankam), aber sie ließ ihrer Schwester die Freude, dass Scorpius offensichtlich an sie dachte.

Doch Andromeda kam kaum dazu, Scorpius zu vermissen, denn nicht allzu lange nach seiner Abreise bekamen Victoire und Teddy eine gesunde Tochter. Abgesehen von Fleur, die bei der Geburt dabei gewesen war, war Andromeda die erste, die das Baby zu Gesicht bekam, weil sie gerade ihren üblichen Besuch bei Frank und Alice absolviert hatte.

Ungläubig starrte Andromeda auf das kleine Baby in ihren Armen. Die Kleine hatte Victoires silberblonde Haare geerbt, aber die Farbe änderte sich nach einigen Sekunden und imitierte Andromedas. Als Nymphadora und Teddy das direkt nach der Geburt gemacht hatten, waren die Haare noch schwarz geworden, jetzt wurden sie zu einem melierten grau. So viel Zeit war vergangen seit damals!

Tränen stiegen ihr in die Augen, als Andromeda an die beiden Babys dachte, die sie so kurz nach der Geburt in den Armen gehalten hatte und was aus ihnen geworden war.

„Das ist Nymphadora", sagte Victoire lächelnd zu Andromeda. Die schaute Teddy und sie überrascht an.

„Wirklich?", sagte sie mit belegter Stimme. Die beiden nickten. „Aber … deine Mutter hat ihren Namen gehasst. Wollt ihr das der Kleinen wirklich antun?"

Teddy zuckte mit den Schultern. „Vic und ich haben einen Deal gemacht. Wenn sie ein Metamorphmagus ist, so wie ich, dann heißt sie wie meine Mum."

„Ohne ihren Mut und ihre Entschlossenheit würde es Ted nicht geben", sagte Victoire entschieden. „Außerdem war sie der erste Metamorphmagus in eurer Familie und ich finde, der Name sollte das widerspiegeln. Außerdem klingt er französisch genug, dass meine Großeltern zufrieden sind und wir folgen der Familientradition, die Teds Mutter angefangen hat."

„Und die Harry bis zum äußersten getrieben hat", fügte Teddy grinsend hinzu. „Außerdem kann sie ja einen Spitznamen haben, wie Mum, wenn sie den Namen nicht mag."

„Das stimmt allerdings", erwiderte Andromeda und wischte sich eine Träne aus den Augenwinkeln. Sie hob das Baby hoch und küsste es auf die Wange. Es war doch immer wieder ein Wunder, so ein kleines perfektes Geschöpf. Ach, wenn Nymphadora die Kleine doch nur miterleben könnte! Und Remus erst! Er hatte sich solche Sorgen gemacht, dass er seinen Sohn zu seinem Schicksal verdammte und jetzt hatte er ein gesundes Enkelkind, das genauso wenig ein Werwolf war wie sein Sohn.

„Meine Güte, man vergisst doch jedes Mal, wie winzig sie sind, nicht wahr?", sagte Narcissa ungläubig, als Andromeda ihr bei ihrem nächsten Treffen ein Foto von dem Baby zeigte. Narcissa strich mit dem Finger über die Wange der kleinen Dora und schaute dann lächelnd auf die wechselnde Haarfarbe des Mädchens. „Auch ein Metamorphmagus, wie?"

„Scheint sich wohl immer weiterzuvererben", erwiderte Andromeda schulterzuckend. Solange es nur das Metamorphmagusgen war … und auch Victoires Veelagen, wenn sie daran dachte, wie silberblond die Haare der Kleinen waren, bevor sie sie veränderte. Solange Remus' gefährlichen Gene keine Chance hatten, war alles gut. Und das schöne war, dass Teddy jetzt eine weitere Person hatte, die er in seine Forschungen miteinbeziehen konnte. Auch wenn er noch sehr zögerte, denn er wollte seiner Tochter kein Blut abnehmen, solange sie noch so klein war. Außerdem waren ihre Gene so durchgemischt, dass er unmöglich mit Sicherheit sagen konnte, was die anderen wie beeinflusste. Aber er würde die nächsten Jahre genug Gelegenheit haben, es herauszufinden.

„Hast du eine Idee, wo das herkommt?", fragte Narcissa interessiert und seltsamerweise nicht missbilligend. „Wir haben doch überhaupt keine Metamorphmagi in der Familie. Und Ted war ein Muggel, es hat doch noch niemand davon gehört, dass so etwas bei Muggeln vorkommt. Und wenn so etwas entstehen würde, wenn man reinblütiges Blut mit dem von muggelstämmigen kreuzt, dann müsste es doch sehr viel mehr Metamorphmagi geben. Unsere Reihen sind weiß Gott nicht so rein, wie sie sein sollten …"

„Teddy hat gesagt, der Konsens ist im Moment, dass es einfach eine willkürliche Genmutation ist, die sich dann weitervererbt. Mehr nicht." Anders hatte sich die Forschung bisher nicht erklären können, warum plötzlich in manchen Familien Metamorphmagi auftauchten und in anderen nicht, auch wenn alle die gleichen genetischen Voraussetzungen hatten.

„Tja, dann weiß er wenigstens, dass das Baby von ihm ist", sagte Narcissa und hob abwehrend die Hände, als Andromeda ihr einen wütenden Blick zuwarf. „Das war ein Scherz, Dromeda! Meine Güte, ich hab auch manchmal Sinn für Humor." Und Kuckuckskinder waren in ihren Kreisen auch nicht so unüblich. Kein Wunder, wenn man nicht aus Liebe, sondern nur dem Ansehen wegen heiratete. Narcissa schaute auf das andere Bild, das Andromeda ihr gezeigt hatte, auf dem nicht nur Dora, sondern auch Teddy und Victoire zu sehen waren. „Sie sehen glücklich aus."

„Das sind sie auch. Sehr." Und Teddy war durch seine Arbeit Schlafmangel gewohnt, viel veränderte sich da gar nicht für ihn. Und er war ganz verliebt in seine kleine Tochter, mindestens so sehr wie in Victoire. Andromeda freute sich so sehr für ihn.

„Draco hat bei unserem letzten gemeinsamen Essen gesagt, dass es Rose nicht so gut geht. Und Scorpius klang in seinem letzten Brief auch nicht so glücklich", sagte Narcissa nach einer Weile zögerlich. Sie klang tatsächlich ein wenig besorgt.

„Das überrascht mich nicht", erwiderte Andromeda schulterzuckend. „Fernbeziehungen sind nicht einfach. Lucius war auch ein Jahr eher fertig mit der Schule als du, kannst du dich nicht erinnern, wie das damals war?"

„Nein", sagte Narcissa verständnislos.

Das hätte Andromeda nicht wundern sollen. „Jedenfalls würde ich mir keine allzu großen Sorgen machen. Anfang nächsten Jahres kommt er ja wieder zurück nach London, dann wird sich das alles einrenken." Sie schaute ihre Schwester prüfend an. „Es wundert mich ehrlich gesagt, dass dich das überhaupt interessiert. Solltest du dich nicht freuen, dass die beiden Probleme haben?"

Narcissa biss sich auf die Lippe und wandte den Blick ab. „Ich will doch auch, dass er glücklich ist", sagte sie schließlich kaum hörbar. „Und Draco macht sich Sorgen um ihn und ich will nicht …"

Andromeda schaute sie verwundert an und sagte schließlich aufmunternd: „Das wird alles wieder, wenn er erstmal wieder da ist." Rose und Scorpius waren beide zu stur, um einfach aufzugeben.

„Nun ja", sagte Narcissa schließlich. „Wir werden sehen."

Andromeda sollte Recht behalten. Die Dinge renkten sich sofort wieder ein, als Scorpius Anfang nächsten Jahres zurückkam und Rose keine zehn Minuten nach seiner Ankunft einen Heiratsantrag machte. Ron fiel aus allen Wolken und seine Ablehnung wuchs wieder ins Unermessliche, aber Rose und Scorpius ließen sich schon lange nicht mehr davon beeindrucken. Astoria und Hermine freuten sich sehr, Draco war anscheinend etwas reservierter und Narcissa war einfach nur resigniert. „Ich wusste, dass es darauf hinauslaufen würde, das habe ich dir schon vor Jahren prophezeit." Und zwar akkurater, als Trelawney es je gekonnt hätte. „Ich hatte gehofft … und ich habe sogar manchmal versucht, ihm geeignetere Frauen vorzustellen … aber … Lucius weigert sich, es zu akzeptieren und droht, ihn zu enterben, aber es war schon vor Jahren klar, dass er auf uns niemals hören würde und wir ihn nicht umstimmen können, ganz egal, wie sehr wir es versuchen."

„Scorpius wird glücklich sein, das zu hören", sagte Andromeda erfreut.

Narcissa seufzte. „Aber dass sie ausgerechnet in diesem so genannten Fuchsbau heiraten wollen … wir haben doch so viel bessere Möglichkeiten zur Auswahl! Dracos Haus ist wunderschön, unseres auch …"

„Du erwartest doch wohl nicht wirklich, dass sie in dem Haus heiraten, in dem Roses Mutter fast von unserer Schwester um den Verstand gefoltert worden ist!?", sagte Andromeda entsetzt. Für so unverschämt und taktlos hatte sie nicht einmal ihre Schwester gehalten.

„Ich hab doch nicht gesagt, dass sie ins Haus müssen!", protestierte Narcissa. „Aber unser Gelände ist riesengroß, da würde sogar die ganze Weasleyfamilie Platz finden, wenn sie wollten."

„Ich bezweifle, dass dein Mann das zulassen würde. Außerdem haben sie sich schon für den Fuchsbau entschieden und Molly ist vollauf mit den Planungen beschäftigt." Molly war schon ganz aufgeregt. Ihre Kinder hatten abgesehen von Percy alle im Fuchsbau geheiratet, aber bisher keines ihrer Enkelkinder. Molly und Justin waren wegen Audreys Familie in London geblieben, Teddy und Victoire hatten in Frankreich gefeiert und Louis, der mittlerweile wieder in England wohnte, hatte seine frühere Freundin aus Hogwarts erst vor kurzem im kleinsten Kreis geheiratet, weil ihnen der übliche Rummel der Weasleys einfach zu viel gewesen war.

Aber Rose und Scorpius hatten sich anscheinend sofort für den Fuchsbau entschieden und auch kein Problem damit, Molly die meisten Planungen zu überlassen, schließlich hatte die schon mehr als genug Übung darin.

„Es ist doch egal, wo sie heiraten, solange sie glücklich damit sind", sagte Andromeda schließlich. „Du kommst doch, nicht wahr?" Narcissa schaute sie unentschlossen an und Andromeda sagte überrascht: „Das ist nicht dein Ernst! Du willst die Hochzeit von deinem einzigen Enkel verpassen?!" Sie hatte nie in Frage gestellt, dass Narcissa dabei sein würde. Da hatte sie größere Zweifel an Ron, und der würde am Ende den Teufel tun und die Hochzeit seines kleinen Mädchens verpassen.

„Es ist nur … Rose ist so eine unpassende Wahl … und wenn ich tatsächlich zu der Hochzeit komme, und noch dazu in der Bruchbude dieser Blutsverräter … dann hat das den Anschein, dass ich diese Verbindung gutheiße und nicht wenigstens missbillige …"

„Scheiß doch auf den Schein!", fauchte Andromeda. „Scheiß doch drauf! Was soll's?! Es ist doch nicht wichtiger, was die Leute denken, als dass du an einem der glücklichsten Tage deines Enkels dabei bist! Scorpius würde dir das nie verzeihen, das weißt du!"

Narcissa nickte stumm. Und schwieg.

Andromeda hoffte sehr, dass Narcissa andere Leute nicht wichtiger sein würden als ihr eigener Enkel, aber sie sprach bei keinem ihrer weiteren Treffen mehr davon. Scorpius selbst wusste auch nicht mehr über die Pläne seiner Großmutter, er war sich nur ziemlich sicher, dass sein Großvater nicht kommen würde. Aber auch ohne die beiden liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die kleine Dora würde das Blumenmädchen sein. Glücklicherweise hatte sie gerade angefangen, laufen zu lernen, auch wenn Andromeda bezweifelte, dass sie es schaffen würde, lange genug geradeaus zu gehen. Aber das war egal, denn sie sah in ihrem Kleidchen wirklich herzallerliebst aus und Victoire hatte schon Wochen vor dem Fest einen Haufen Fotos von ihr gemacht, die sie an die ganze Familie verteilte.

Molly hatte sich mal wieder selbst übertroffen und der Fuchsbau zeigte sich von seiner besten Seite, ganz in den Farben Grün und Gold, einer Kombination der Hausfarben von Rose und Scorpius.

Percys Tochter Molly, mittlerweile hochschwanger, beschwerte sie bei jedem, der sie fragte, wie es ihr ging, dass sie aussah wie ein Wal. Fleur gesellte sich mitfühlend zu ihr und erzählte ihr, dass sie bei fast jeder Hochzeit ihrer Schwager und Schwägerinnen schrecklich ausgesehen und sich auch schrecklich gefühlt hatte. Molly schien das zwar kaum glauben zu können, aber sie war dankbar für ein offenes Ohr. Sie sah aber auch geplagt aus, die Gute, so kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes.

Es waren schon ein Haufen Gäste da und es gab für sie nichts zu tun, also ließ Andromeda sich von Hugo zu ihrem Platz führen, der ganz vorne auf Scorpius' Seite war. Er hatte sich sehr gefreut, dass sie, Teddy und Victoire zugestimmt hatten, auf seiner Seite zu sitzen.

„Ich bitte dich, es gibt doch genug Weasleys", hatte Teddy ihm gesagt. „Es ist schön, mal auf der Seite meiner Familie zu sitzen, das machen wir sonst nie."

Scorpius' Eltern saßen direkt am Gang, aber danach kam gleich sie. Astorias Eltern, Schwester und deren Ehefrau würden in der zweiten Reihe Platz nehmen. „Und für wen sind die übrigen Plätze?", fragte sie Hugo verwirrt. Sie würde neben Scorpius' Eltern sitzen und auf ihrer anderen Seite waren zwei Plätze für Teddy und Victoire, aber dann waren noch zwei weitere freie Stühle in der ersten Reihe.

„Oh, Scorpius wollte die für seine anderen Großeltern freihalten", erklärte Hugo schulterzuckend. „Er glaubt zwar nicht, dass sie da sein werden, aber er wollte nicht riskieren, dass sie eine Szene machen, sollten sie doch kommen und nicht ganz vorne sitzen." Das klang nach etwas, zu dem ihre Schwester absolut in der Lage wäre.

Andromeda saß eine Weile alleine auf ihrer Seite und ließ die Stimmung auf sich wirken. Eine Hochzeit war doch immer eine wunderbare Angelegenheit, besonders wenn die meisten Gäste sich kannten und für das Brautpaar freuten. Roses Seite füllte sich langsam. Hermines Eltern setzten sich und betrachteten staunend die magischen Dekorationen. Die schwangere Molly hatte sich erleichtert hingesetzt und hielt jetzt die Hand ihres Mannes. Bill und Fleur saßen auch schon und unterhielten sich mit Percy und Audrey. Andromeda nickte allen zur Begrüßung zu und wartete darauf, endlich ihren Enkel zu sehen. In dem ganzen Getümmel hatte sie weder Ted, noch Victoire oder Dora begrüßen können. Sie war schon ganz gespannt darauf, wie ihre Urenkelin sich als Blumenmädchen machen würde.

Dann kam Hugo wieder in ihr Blickfeld, gefolgt von einem Mann, der Lucius wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten war, nur dass er schon weitaus weniger Haare als ihr Schwager hatte. Die Blacks konnte man in seinen Zügen kaum finden.

Draco starrte sie schockiert an und sie wusste, dass sie wieder einmal mit ihrer Schwester verwechselt worden war. Sie kannte diesen Blick voll entsetzten Terrors nur zu gut. Besonders von jemandem, der mehr Zeit als ihm lieb war in der Gegenwart von Bellatrix verbracht hatte. Sie beruhigte ihn schnell, dass sie nicht von den Toten auferstanden war, aber Draco beäugte sie dennoch weiterhin misstrauisch. Er schien von ihrer Existenz überhaupt keine Ahnung zu haben, was sie dann doch ein wenig wunderte. Hatten Narcissa, Astoria und Scorpius sie ihm gegenüber wirklich nie erwähnt? Oder hatte er sie nur vergessen?

Auch wenn Draco sich offensichtlich bemühte, höflich zu sein, diesen abfälligen kritischen Blick hatte sie so oft auf dem Gesicht ihres Schwagers gesehen, als sie noch in Hogwarts gewesen war, dass sie nicht anders konnte und ihm von ihren Treffen mit Narcissa erzählte und auch sonst mit Informationen über ihre Familie überhäufte, die er eigentlich hätte wissen müssen, wenn er sich für sie interessiert hätte.

Aber sie wollte ihm auch zu Gute halten, dass er Scorpius so offensichtlich in allen seinen Vorhaben unterstützte und freiwillig hier im Fuchsbau bei der Hochzeit seines Sohnes war, trotz der ganzen Konflikte, die es zwischen ihm und den Weasleys im Laufe seiner Schulzeit gegeben hatte. Nicht jeder hätte diese Größe und das sollte auch nicht unerwähnt bleiben.

Draco schaute sie perplex an, was sie vermuten ließ, dass sie wahrscheinlich die erste aus der Generation ihrer Schwester war, die jemals ein lobendes Wort für seine Erziehung und seinen Sohn übriggehabt hatte. Auch wenn er sofort darauf bestand, dass alles Astoria zu verdanken war. Trotzdem. Sie erkundigte sich, ob Narcissa auch auf der Hochzeit auftauchen würde, denn in dieser Hinsicht konnte sie ihre Schwester wirklich nicht einschätzen. Sie schien akzeptiert zu haben, dass sie die Hochzeit nicht würde verhindern können, wenn auch widerwillig. Und sie hatte wirklich Angst, Scorpius endgültig zu verlieren, wenn sie nicht auf ihn zuging, etwas, wozu Scorpius um einiges eher bereit war als Draco es je sein würde. Aber eine Hochzeit im Fuchsbau bei den Weasleys war ein sehr großer Schritt und Andromeda war sich nicht sicher, ob Narcissa tatsächlich fähig wäre, ihn zu gehen. Sie hatte immer rebelliert, in dem sie gar nichts gesagt oder getan hatte.

Dann tauchte Teddy auf und setzte sich neben sie und Draco hatte schon wieder diesen herrlich verwirrten Gesichtsausdruck, den er vergeblich verbergen wollte. Sie hätte gedacht, dass der Junge ein besseres Pokerface haben würde. Andromeda stellte die beiden einander vor, aber Draco machte nicht die Anstalten, ein Gespräch zu beginnen, also unterhielt sie sich stattdessen mit ihrem Enkel, den sie schon seit Wochen nicht gesehen hatte. Außerdem konnte sie gar nicht erwarten, endlich Dora als Blumenmädchen zu sehen. Sie würde bestimmt herzallerliebst sein, trotz der knallgrünen Haare, die Teddy zur Ehre des Brautpaares trug und die seine Tochter imitiert hatte. (Dora liebte es, die Haarfarben ihres Vaters anzunehmen und Teddy war immer ganz begeistert, wenn er in rascher Folge die Farbe wechselte und Dora ihm mühelos folgen konnte. Nymphadora wäre mit ihm auch so gewesen, wenn sie lange genug gelebt hätte.)

Kurz darauf tauchte auch Astoria in einem wunderschönen Kleid auf. Sie war sehr überrascht, Andromeda neben Draco zu sehen und Andromeda beeilte sich, sich und Teddy ihr vorzustellen, um ihre früheren Begegnungen geheim zu halten. Astoria hatte offensichtlich nicht gewollt, dass Draco Bescheid wusste, dann würde sie das Geheimnis auch jetzt wahren.

Kurz darauf kamen Astorias Eltern und Andromeda freute sich, sie wiederzusehen, denn auch wenn sie nicht in einem Jahrgang gewesen waren, waren sie doch in einem Haus gewesen und hatten sich gut verstanden.

Im Handumdrehen hatten sich die Plätze gefüllt. Hagrid konnte man jetzt schon in sein Taschentuch schniefen hören und die Musik hatte kaum angefangen. Scorpius kam den Gang mit seinem Trauzeugen Albus zusammen entlang, nickte nervös dem Ministeriumszauberer zu und trat dann ungeduldig von einem Bein aufs andere, während Albus offensichtlich beruhigend auf ihn einredete. Auch Astoria fing an zu schniefen und nahm Dracos Hand.

„Er sieht so erwachsen aus", sagte sie ungläubig zu ihm. „Mein kleiner Junge."

Teddy versuchte ein Gähnen zu unterdrücken und Andromeda trat ihm unauffällig auf den Fuß. Wenigstens bei der Hochzeit würde sich der Junge ja wohl zusammenreißen können, trotz anstrengender Arbeitszeiten und einem kleinen Kind!

Kurz darauf trat Teddy hektisch mit seinem Fuß zurück. Andromeda schaute ihn verwirrt an, aber er deutete nur mit seinem Kopf auf zwei Gestalten, die sich von der Seite her ihren Plätzen näherten. Andromeda starrte mit offenem Mund auf ihre Schwester, die ihren teuersten Schmuck und ihren besten Festumhang trug und ihren sehr missmutig dreinblickenden Mann im Schlepptau hatte. Sie hatten ihre Ankunft gut getimed, denn im gleichen Moment wurde die Musik lauter und man konnte mehrere Schritte hören, die auf die Ankunft der Braut und ihr Gefolge hindeuteten.

„Ist hier noch frei?", fragte Narcissa zögerlich und schaute unsicher von Draco zu Andromeda.

Andromeda beeilte sich zu nicken und blickte Teddy auffordernd an, der rasch aufstand und zwei Plätze weiter aufrückte, damit Narcissa sich neben Andromeda setzen konnte. Jetzt musste er zwar neben Lucius die Hochzeit verfolgen, aber so, wie der missbilligend die Lippen zusammenkniff, hoffte Andromeda, dass er die Trauung über einfach gar nichts sagen würde.

Narcissa nickte ihr zu. „Dromeda", sagte sie unverbindlich, wohl, um den Schein für Lucius zu wahren, dass das ihre erste Begegnung seit Andromedas Schulabschluss war.

Breit grinsend erwiderte Andromeda ihr Nicken. „Sissy", erwiderte sie. Sie konnte kaum glauben, dass ihre Schwester wirklich hier war, bei der Hochzeit ihres Enkels mit einer Frau, die sie für absolut unpassend hielt. Nicht, um die Hochzeit zu verhindern, sondern weil es Scorpius viel bedeuten würde, dass sie dabei war.

Dann wurde die Musik immer lauter und Victoire tauchte mit Dora am Ende des Ganges auf. Victoire sah wie immer fantastisch aus, auch wenn sie sich sichtlich bemüht hatte, nicht zu sehr herauszustechen, um der Braut nicht die Show zu stehlen. Dora war wirklich niedlich in ihrem kleinen goldenen Kleidchen und mit ihren grünen Haaren. Victoire gab ihr ein paar Blumenblätter, die sie sofort auf den Boden warf, aber anstatt weiterzugehen, sammelte sie die Blätter sofort wieder auf und warf sie erneut in die Luft. Das wiederholte sie noch mehrere Male, bis Victoire sich schließlich mit einem entschuldigenden Lächeln zu ihrer Tochter herunterbeugte und sie auf den Arm nahm. Die nächsten Blätter warf sie dann selbst rasch auf den Boden.

Teddy seufzte. „Dabei hab ich doch vor ein paar Tagen extra noch mit Dora geübt. Sie hat das so gut gemacht", sagte er bedauernd.

„Mach dir nichts draus", raunte Andromeda ihm über Narcissa und Lucius hinweg zu. „Das ist nur Lampenfieber, das wird schon. Bei der nächsten Hochzeit wird sie bestimmt besser sein." Bei der Hochzeit von Louis und Annie vor ein paar Monaten war sie noch zu klein gewesen, um das Blumenmädchen zu sein, aber Molly hatte so viele Enkel, dass es bestimmt bald noch mehr Hochzeiten geben würde.

Kurz darauf waren Victoire und Dora vorne angekommen. Victoire küsste Andromeda zur Begrüßung auf die Wange und suchte dann ihren Platz neben Teddy. Sie war offensichtlich überrascht, Narcissa und Lucius neben Andromeda zu sehen, aber ihr Pokerface war um einiges besser als das von Draco und sie setzte rasch einen neutralen Gesichtsausdruck auf. Narcissas Lippen umspielte ein kleines Lächeln, als sie Dora in Victoires Armen sah, aber das verschwand sofort wieder, als sie zu Lucius schaute.

Andromeda unterdrückte ein Seufzen und konzentrierte sich stattdessen auf Lily, die in einem umwerfenden Kleid den Gang entlang geschritten kam. Himmel, wann waren diese Kinder alle so erwachsen geworden? So viel Zeit konnte doch unmöglich schon vergangen sein!

Auf Lily folgten Ron und Rose. Rose strahlte über das ganze Gesicht und konnte die Augen nicht von Scorpius lassen, der offensichtlich mit den Tränen kämpfte. Ron schaute längst nicht so glücklich aus, aber er war hier und er führte seine Tochter zum Altar und das war letztendlich, was zählte.

Rose und Scorpius trugen ihre Gelübde vor und es blieb kaum ein Auge trocken. Andromeda konnte Narcissa schlucken hören und nahm spontan ihre Hand. Sie hatte erwartet, dass ihre Schwester sie ihr sofort wieder entziehen würde, schließlich konnte Andromeda an einer Hand abzählen, wie oft sie sich in den letzten Jahren berührt hatten. Aber stattdessen umklammerte Narcissa sie für den Rest der Trauung und bohrte beinahe ihre Fingernägel in Andromedas Handrücken. Und wenn schon, das war es wert.

Direkt nach der Trauung stand Narcissa auf und gratulierte dem glücklichen Paar, während Lucius ihr nur widerwillig folgte und sie danach zum Gehen drängte. Andromeda konnte wohl nicht mehr von ihrer Schwester erwarten. Und es war wahrscheinlich eine sehr viel unbeschwertere Feier für Scorpius und Rose, wenn sie nicht länger blieben. Aber Scorpius schien es dennoch viel zu bedeuten, dass sie überhaupt gekommen waren.

„Das war merkwürdig", murmelte Teddy kopfschüttelnd und schaute seiner Großtante und seinem Großonkel hinterher.

Andromeda lachte. „Sei froh, dass du sie nicht öfter ertragen musst."

Teddy nickte. „Es ist ein Wunder, dass Scorp so normal geworden ist, bei der Familie."

Victoire boxte ihm grinsend in den Arm. „Pass auf, was du sagst, es ist auch deine Familie!"

Er lachte. „Was glaubst du denn, warum ich das gesagt habe?!"

Es war ein wunderschönes Fest. Entgegen der schrecklichsten Erwartungen gab es keinen Streit und keine Prügeleien zwischen den eingeladenen Familien. Alle verstanden sich prächtig oder gingen sich aus dem Weg, wenn es nicht so war, und es war ein wirklich wunderbarer Tag. Andromeda passte gerne ein paar Stunden auf Dora auf, damit Ted und Victoire die Zeit genießen konnten (auch wenn Victoire wieder kein Glück hatte, ihn zum Tanzen zu bewegen, die Arme), und fütterte Dora mit einem Stück der Hochzeitstorte, die Astoria zur Feier beigetragen hatte.

Es wurde laufend getanzt und auch sie fand Gelegenheit dazu, nachdem Teddy ihr Dora wieder abgenommen hatte, um eine Ausrede zu haben, nicht auf die Tanzflüche zu müssen.

Sie tanzte mit Harry und Bill und Arthur und am Ende sogar mit Draco, der so gut war wie alle Reinblüter, die im Laufe ihrer Jugend gezwungen worden waren, die Grundschritte zu lernen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass meine Eltern tatsächlich kommen", sagte er immer noch ungläubig. „Ich habe sie gebeten, zu kommen, aber mein Vater hält nichts von Rose und meine Mutter …"

„Deine Mutter liebt dich und Scorpius mehr als alles andere", versicherte Andromeda ihm. „Das weiß ich. Sie ist mit vielem nicht einverstanden, aber … ihr seid ihr wichtiger als das. Daran müsst ihr immer denken, selbst wenn sie es euch nie sagen wird." Sie seufzte. „In unseren Kreisen ist es nicht üblich, Gefühle zu zeigen, das weißt du selbst. Aber das heißt nicht, dass sie sie nicht hat, und dass es ihr nicht schwergefallen ist, hierher zu kommen. Ich fürchte, mehr könnt ihr von ihr nicht erwarten. Aber sie wird sich auch niemandem von euch in den Weg stellen."

Draco schluckte und starrte an ihr vorbei ins Leere. „Ich bin froh, dass Scorpius jemanden gefunden hat, den er liebt, auch wenn sie vielleicht nicht die passendste Wahl ist. Ich hab damit gerechnet, jemanden zu heiraten, den meine Mutter ausgesucht hat, bevor ich Astoria kennen gelernt habe. Aber ich bin so froh, dass es nicht so gekommen ist." Er seufzte. „Ich wünschte nur, dass das alles so viel einfacher wäre. Für uns alle."

Sie seufzte. „Meine Eltern haben mich damals rausgeworfen. Sie haben mein Kind nie kennen gelernt und ich hab sie vor ihrem Tod nie wieder gesehen", erwiderte Andromeda mit belegter Stimme. „Bei euch ist es vielleicht nicht perfekt, aber es ist besser. Und ihr tragt dazu bei, dass dieses ganze reinblütige Theater irgendwann keine Rolle mehr spielen wird." Sie schluckte und schaute zu Teddy, der mit einer schlafenden Dora in den Armen zum Fuchsbau ging, um sie hinzulegen. „Es wurde so viel reines Blut vergossen, um reines Blut zu beschützen … und wozu? Wozu die viele Trauer und der viele Schmerz? Die unnötigen Opfer? Jetzt ist vielleicht nicht alles perfekt, aber wenigstens wurde eure Familie wegen Scorpius' Entscheidungen nicht mehr entzweigerissen, so wie meine Familie damals, als ich mich in meinen Mann verliebt habe. Das ist so viel mehr Fortschritt, als ich je für möglich gehalten hätte."

Draco schaute zu Scorpius und Rose, die eng umschlungen auf der Tanzfläche waren und nur Augen füreinander hatten. Er lächelte. „Wahrscheinlich haben Sie Recht."

„Natürlich habe ich das. Ich bin alt und weise", erwiderte Andromeda grinsend, um die schwere Stimmung etwas aufzulockern. Er lachte.

Später war dann sein dümmlicher Gesichtsausdruck wieder da, als Astoria schließlich Hagrid über den Weg lief, der hocherfreut war, sie zu sehen und sich eine Stunde mit ihr über die magischen Geschöpfe unterhielt, für die er im Moment verantwortlich war. Am Ende verabredeten sie sich für die kommende Woche, weil er ihre Hilfe bei einem neugeborenen Hippogreif gebrauchen konnte.

Andromeda unterhielt sich mit Astorias Eltern, die weitaus weniger versnobbt waren, als sie sie von Hogwarts in Erinnerung hatte, wenn auch um einiges reicher. Sie waren von allem begeistert, angefangen bei der Dekoration und dem Essen bis hin zur Trauung und Rose selbst. Andromeda hatte einige Mühe, ihnen ein Cabrio als Geschenk für das Brautpaar auszureden. Wozu brauchten die beiden denn ein Auto, das man in London nirgendwo parken konnte?

Am Ende drängte Molly Andromeda noch zwei Stück von der Hochzeitstorte auf, die übrig geblieben waren, bevor sich die Feier langsam auflöste.

Andromeda bewahrte die Stücke, mit einem Haltbarkeitszauber belegt, sorgfältig auf, und servierte sie Narcissa bei ihrem nächsten Treffen zum Tee. „Scorpius und Draco haben sich sehr gefreut, dass du doch zur Hochzeit gekommen bist", sagte sie schließlich, nachdem Narcissa nur schweigend in ihre Tasse gestarrt hatte. „Sie wissen, wie schwer es dir gefallen ist, und sie wissen sehr zu schätzen, dass du es trotzdem getan hast."

Narcissa seufzte. „Ich will sie nicht verlieren, so wie dich damals. Sie tun zwar kaum etwas, das wirklich angemessen ist für unser Ansehen, aber …"

„Sie sind glücklich und zufrieden und Teil deines Lebens. Ist das nicht besser als die Alternative?"

Narcissa nickte, wenn auch sehr zögerlich. „Ja. Sonst wäre ich doch nie zu der Hochzeit gekommen."

Andromeda lächelte und schob sich ein Stück Kuchen in den Mund.

Familie. Sie war schon etwas merkwürdiges, schwieriges und oftmals sehr schmerzhaftes, das einem das größte Leid zufügen konnte. Aber sie war auch etwas wunderbares. Eine Stütze in schweren Zeiten, eine Hilfe, wenn man verloren war. Sie war nicht immer Blut, aber sie war Liebe und Zuneigung und Freude. Egal, wie sehr sie sich veränderte, wer dazukam oder sie verließ, es lohnte sich, um sie zu kämpfen und nicht aufzugeben, in der Hoffnung, mit den Menschen zusammen sein zu können, die man am meisten liebte.

Es war nicht immer einfach und es war nicht immer perfekt, aber Andromeda wusste, dass sie in ihrem Leben sehr viel mehr Glück gehabt hatte als viele andere, dass sie dafür gekämpft und sich bemüht hatte, es weiterzugeben, und dass sie ihre Familie niemals hergeben würde. Nicht mal ihre Schwester.

Nur auf Lucius hätte sie verzichten können.

Frohe Weihnachten!


A/N: Und schon sind wir wieder am Ende. Vielen Dank an alle, die mitgelesen haben und ganz besonders an die, die einen Kommentar hinterlassen haben oder noch hinterlassen werden. Ich werde nicht versprechen, nächstes Jahr wieder einen Kalender zu schreiben, aber ausschließen werde ich es dieses Mal auch nicht. Dieses Jahr wollte ich eigentlich auch keinen mehr schreiben (und die Leser sind sehr zurückgegangen, was schade ist), aber Andromedas Geschichte hat mich überrascht und inspiriert und in Teilen hat sie wirklich die jetzige Situation besser widergespiegelt, als ich erwartet hatte, als ich mit Schreiben angefangen habe. Es war schön, mal wieder zu den Büchern zurückzukehren und ein paar Lücken zu stopfen und es war schön, mal mit einer anderen Perspektive auf die Weasleys zu schauen. Ich hoffe, es hat euch auch gefallen und ihr seid mit einem Lächeln am Ende der Geschichte angekommen, selbst wenn sie in vielen Teilen sehr viel trauriger war, als ich normalerweise bei einem Adventskalender werde.

Ich wünsche schöne Weihnachten, frohe Feiertage, ein gutes neues Jahr und hoffe, dass ihr alle so gut wie möglich durch die schwierige Zeit kommen werdet. Wie man an Andromedas Geschichte sieht, werden hoffentlich auch wieder bessere Zeiten kommen.

Bezug auf andere Geschichte im 10-kleine-Dinge-Universum:

Choose-It-Yourself-Adventskalender, Kapitel 5: Weihnachtswünsche, Kapitel 7: Heimweh, Kapitel 8: Countdown, Kapitel 14: Romantischer Mist (Ein paar kleine Einblicke in Scorpius' Zeit in Amerika)

Wouldn't It Be Nice (Scorpius und Roses Hochzeit, vor allem das 23. Kapitel wird hier nacherzählt und war mehr oder weniger die Inspiration für diese ganze Geschichte, aber auch auf den Rest der FF wird in diesem Kapitel viel Bezug genommen)