Unerträgliche Schmerzen. Lähmende, nicht aufhörende Qualen. Wie sengend heißes Blei schoss der Schmerz durch meinen Körper. Mein Herz raste. Mein Bein? Mein linkes Bein, ich spürte es nicht mehr…
Plötzlich flutete eine wohlige Wärme meine Brust und gab mir Platz zum Atmen. Schnappend atmete ich. Ein Zweig ratschte über mein Stirnband.
„Ganz ruhig", murmelte jemand neben mir. Im Wahn konnte ich nur die Umrisse erkennen: Eine weiße Maske, schwarze Haare und grünes Licht über mir. „Konzentrier dich darauf gleichmäßig zu atmen." Die Wärme erleichterte meine Lunge. Mit eiserner Willenskraft atmete ich aus...und ein. „Das machst du gut." Langsam beruhigte sich mein Herzschlag.
„Wer…?", krächzte ich leise. Ich blinzelte. Über mir ragten Tannenäste auf.
„Ein Freund", antwortete mein Gegenüber und zog drei Senbon aus der Tasche, „Halt still. Es wird gegen die Schmerzen helfen." Selbst, wenn ich genügend Kraft gehabt hätte, waren die Schmerzen kaum auszuhalten. Ich spürte Finger auf meiner Hand. Dann ein unangenehmer Stich. Als nächstes an meiner Schulter und am Brustbein. Das Senbon stach ohne Probleme durch die Kleidung. Ich hörte das Knistern von Raiton. Sie Senbon fingen an zu Jucken und zu Kribbeln. Nach zehn endlosen Sekunden verblassten die Schmerzen. Ein dumpfes Pochen an meinem linken Bein blieb. Befreit atmete ich auf.
„Bleib ruhig liegen", ordnete mein Retter an. Jetzt wieder klarer, schenkte ich dem Ninja vor mir meine Aufmerksamkeit. Meine Sicht wurde von einer schneeweißen Maske abgeblockt. Ein Oinin?
„Warum?", flüsterte ich.
„Ich muss eine Schuld begleichen", kam es hölzern unter der Maske.
