***Sicht: Miharu***
„Kazuki!" Ein großer breitschultriger Mann kam mit großen Schritten auf uns zu. Der rostrote Umhang verziert mit weißen Kreisen rauschte hinter ihm her. Seine Haare waren vom gleichen Kupferton und wurden von einem Stirnband zusammengehalten. Harte, grasgrüne Augen senkten sich auf Kazuki neben mir. Der Junge sprang auf und stand kerzengerade da. Er schien zu schrumpfen mit jedem Schritt, den der Mann näherkam.
„Wer ist das?", raunte ich ihm unter der Decke zu.
„Mein Vater, das Oberhaupt des Doza-Clans, Kenma Doza", murmelte er nervös. Hatte er Angst vor seinem eigenen Papa?
„Was ist hier passiert?", herrschte der Mann den Jungen an. „Warum hast du überall Schrammen? Toshi-san hat mir gesagt, dass sein Laden unter Wasser steht!"
„Es ist nichts Vater", erwiderte Kazuki leise. „Nur ein Missverständnis."
Bitte was?! Ein Missverständnis?!
„Mit einem Missverständnis setzt niemand ein Haus unter Wasser!"
Kazuki zuckte zusammen. Zornig wartete Herr Doza auf eine Erklärung. Als Kazuki weiterhin schwieg, brummte Kenma etwas Unverständliches und wandte sich zum Ladenbesitzer: „Bitte verzeihen sie meinen Sohn für seine Unverschämtheit." Er schüttelte dem kauzigen Mann die Hand. „Ich werde den Wasserschaden umgehend beheben."
Erfreut nickte der alte Mann. Wie wollte er den Wasserschaden beheben?
„Kazuki, kümmere dich selbst darum", wies ihn sein Vater barsch an. „Sammle das Wasser im Laden mit Suiton und führ es dem Fluss zu."
Ich sah, wie Kazuki blass wurde. Zögerlich ging er durch die Ladentür. Das Wasser reichte ihm bis an die Knöchel. Mit zitternden Händen presste er die Hände zusammen und bildete das Fingerzeichen für Schlange.
„Suiton: Seisei!"
Gespannt hielt ich den Atem an. Die Wasseroberfläche im Laden kräuselte sich im Luftzug. Sonst passierte nichts. Herr Doza seufzte enttäuscht. Kazuki ließ den Kopf hängen.
„Verzeih Vater," sagte er leise.
„Geh zur Seite, ich werde es machen," erwiderte Kenma Doza ungeduldig.
Geknickt machte Kazuki seinem Vater Platz. Dieser machte auch das Schlangenzeichen. Der Laden erbebte. Um seine Stiefel sammelte sich Chakra. Wabernd streckten sich winzige Fäden in jede Holzritze. Mit einem Mal erhob sich das Wasser auf dem Boden in die Luft. Tröpfchen für Tröpfchen sammelte sich die Feuchtigkeit im Laden im schwebenden Teich. Schließlich machte Herr Doza eine Handbewegung und die Kugel schwappte durch die Ladentür nach draußen. Während sie sich bewegte, verformte sie sich. Sie wurde länger. Der hintere Teil bewegte sich schwanzähnlich zuckend hin und her. Eine gezackte Rückflosse wuchs auf der Oberseite heraus. Glühende Knopfaugen und ein gewaltiges Maul mit rasiermesserscharfen Zähnen schwebten an mir vorbei. Der Wasserhai machte einen Satz und verschwand in den Fluss. Kein Wassertropfen war auf dem Boden des Ladens zurückgeblieben. Staunend starrte ich dem Hai hinterher. So eine Technik hatte ich noch nie gesehen.
„Vielen Dank, Doza-san! Sie haben mir große Mühen und viel Arbeit erspart!" Der Ladenbesitzer schüttelte Kazukis Vater überschwänglich die Hand. Schließlich ging er zurück in seinen Laden und schloss die Tür hinter sich.
„Das war beeindruckend", raunte ich Kazuki neben mir zu.
„Ja", sagte er mit scheuem Blick.
Ich sah die tiefe Selbstverachtung in Kazuki und Frustration, seinem Vater nicht gerecht zu werden.
„Kazuki willst du mir jetzt sagen, wie das passieren konnte?" Sein Vater schaute ihn erneut mit forschem Blick an.
„Ich habe mit Akito trainiert und dabei wurde ich etwas übermütig", log Kazuki.
Mir kippt die Kinnlade herunter. Noch mehr als ich sah, dass sein Vater ihm die Lüge glaubte.
„Soso. Dann ist ja gut. Wir sollten…"
„Dann ist ja gut?!", rief ich aufgebracht dazwischen. „Nichts ist gut! Dieser Akito hat…!"
Kazuki stieß mir den Ellenbogen in die Rippen. Sein Vater runzelte die Stirn und schien meine Anwesenheit erst jetzt war zunehmen.
„Au! Du verdammter Feigling!" zischte ich Kazuki böse an. „Akito hat Kazuki-kun angegriffen", sagte ich schnell, bevor er mich wieder unterbrechen konnte. Er wurde blass.
„Was?" Sein Vater war sichtlich beunruhigt.
Kazuki stellte sich zwischen mich und seinen Vater und wedelte abtuend mit den Händen, noch immer die Papiertüte in der Hand: „Hör nicht auf sie! Sie hat vermutlich etwas missverstanden! Sie kommt nicht aus Kiri. Sie kam rein zufällig vorbei und…"
„Ohne mich wärst du jetzt Bärenfutter!" sagte ich schnippisch und drängelte mich an ihm vorbei. „Und wenn du ein bisschen mehr Mumm hättest, würdest du nicht verschweigen, dass du scheinbar ständig mit Akito Probleme hast!"
„Ich habe nicht…"
„Halt die Klappe!", fuhr ich ihn an, zu wütend auf seine Lügerei.
Er ballte wütend die Hände.
„Fall mir nicht ständig ins Wort! Das ist kindisch und…", knurrte Kazuki.
„Ich falle Feiglingen und Lügnern so oft ins Wort wie ich möchte!", provozierte ich ihn weiter. Ich sah, wie seine Augenbraue zuckte und er die Zähne zusammenbiss. Sein Blick war stechend.
„Ich bin kein Feigling", zischte er.
Für einen Moment war ich von seinen mitternachtsblauen Augen gefesselt. Dann lächelte ich ihn versöhnlich an: „Das war die erste wahre Aussage, die du von dir gegeben hast."
Kazuki blinzelte.
Das bäriges Lachen von Kazukis Vater lenkte unsere Aufmerksamkeit zu ihm.
„Ach du meine Güte. Du bist aber feurig junge Dame." Er lächelte mich an. „Wie heißt du Kind?"
„Sarutobi Miharu.", stellte ich mich höflich vor. Ich mochte ihn nicht.
„Sarutobi. Soso." Er kratzte sich am Stoppelbart und betrachtete uns. „Du scheinst dich mit Kazuki gut zu verstehen. Das freut mich! Es fällt ihm schwer Freunde zu finden."
Entgeistert schaute Kazuki zwischen mir und seinem Vater hin und her. Ein Schatten legte sich über die Gedanken von Kenma.
„Dann bin ich ab heute seine Freundin." rief ich und grinste Kazuki an. Zufrieden stellte ich fest, dass ich seine beherrschte Mine nun endgültig gebrochen hatte. Aber er schien sich auch zu freuen.
„Außerdem habe ich beschlossen, dass ich ihn nicht mehr aus den Augen lasse." fügte ich fröhlich hinzu. Frech schwang ich einen Arm um seinen Hals und genoss es wie er vor Scham errötete. Sein Vater nahm es scheinbar mit mehr Humor als sein Sohn, denn er lachte.
„Du hast einen starken Willen, Miharu-chan." Lachfältchen bildeten sich um seine Augen.
Kazuki versuchte sich währenddessen von meinem Arm zu befreien. „Du kommst aus Konohagakure offenkundig. Es wird schwer eine Freundschaft auf diese Entfernung zu halten."
Ich drehte meinen Kopf zu Kazukis Gesicht und betrachtete seine wunderschönen Augen. Er erstarrte, keine zehn Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Ich registrierte den kleinen Leberfleck unter seinem rechten Auge.
„Ich sehe, wenn Leute mich anlügen", erklärte ich. „Egal wo ich hinsehe: überall Lügen." Ich schaute zu Herr Doza, der mich nun ernst betrachtete. „Selbst sie sagen nicht die Wahrheit."
Überrascht zog er die Augenbrauen hoch. Die fröhliche Atmosphäre gefror.
„Zwei Lügen seit unserem Kennenlernen: Sie glauben nicht, dass Ihr Sohn eine Zukunft im Doza-Clan hat." Als Herr Dozas Gesicht sich verdunkelte und Kazuki erstarrte, bereute ich es bereits es gesagt zu haben. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr. „Und Sie begrüßen es, dass ihr Sohn keine Freunde findet."
Die bleierne Stille hielt sich eine ganze Weile. Aber schnell begriff ich, dass Kazuki das bereits wusste. Und sein Vater schien es auch nicht für notwendig zu erachten, sich zu erklären.
„Und deshalb," sagte ich und packte Kazuki noch etwas fester. „finde ich es sehr interessant, jemanden zu treffen, der sich für das Wohl Anderer selbst belügt und sich dessen nicht einmal bewusst ist. Das habe ich noch nie gesehen."
Kazuki neben mir schluckte. Ich konnte seinen unsicheren Blick spüren. Sein Unbehagen.
„Zu schade Herr Doza! Von jetzt an sorge ich dafür, dass Kazuki sich nicht mehr für Andere belügt."
***Sicht: Kazuki***
Schweigend gingen mein Vater und ich nebeneinander her nach Hause. Ich war so durcheinander, dass ich mich nur darauf konzentrierte einen Schritt vor den anderen zu machen. Miharu war nach ihrem Auftritt nach Hause gegangen und hatte uns in dieser eisigen Stimmung zurückgelassen. Die Papiertüte raschelte, als ich sie noch etwas fester umklammerte und versuchte nur noch an Kentas Geburtstag zu denken.
„Kazuki", unterbrach Vater die Stille.
Ich horchte auf. Er schaute mich nicht an, sondern lief weiter während er mit mir redete: „Du weißt was Akitos Angriff auf dich bedeutet, oder?"
Bleischwer übermannten mich meine Sorgen und wischten die Müdigkeit und die Gedanken an Miharu und Kenta weg.
„Er hat die Hauptfamilie angegriffen und muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden", antwortete ich leise. „Vater, ich…"
„Du wirst morgen gegen ihn einen Wasserkampf führen", unterbrach mich Vater mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete. „Ich werde noch heute Abend meinen Cousin Akichi anrufen, damit er seinen Sohn Akito darauf vorbereiten kann."
„Dieser Kampf ist unnötig", sagte ich trotzig. „Wir wissen beide wie der Kampf ausgehen wird." Mit großen Augen versuchte ich Vaters Blick aufzufangen. „Ich kann keine…"
„Kazuki, hör mit den Ausflüchten auf!" Vater blieb vor unserer Haustür stehen und schaute mich hart an. „Der Kampf wird morgen stattfinden. Du bist ein Doza, also verhalte dich auch wie einer." Enttäuschung lag in seiner Stimme.
Ich biss die Zähne zusammen und nickte nur. Diese Situation war nicht neu für mich. Seit ich fünf Jahre alt war, ließ Vater mich Wasserkämpfe trainieren, mit dem Ergebnis, dass ich anstandslos alle verlor.
„Was soll ich nur mit dir machen?" Missmutig schüttelte Vater den Kopf, seufzte und öffnete dann die Haustür.
Ich ließ die Tür hinter ihm zufallen. Ganze fünf Minuten stand ich im Dunkeln, betrachtete die Sterne über mir und vergaß für diesen winzigen Augenblick die Realität. Ich wusste, dass es keine Lösung war, aber es war nötig, um Kenta ein Lächeln zu schenken. Schließlich wollte ich meinen kleinen Bruder an seinem Geburtstag nicht traurig machen. Ich löste mich aus der Starre und öffnete die Tür.
„Oniichan!", krähte Kenta überglücklich, als er hinter Vaters Beinen hervor spähte und mich an der Tür entdeckte. „Ich bin jetzt fünf Jahre alt!" Er rannte auf mich zu, während ich die Tür schloss.
„Was du nicht sagst", grinste ich. Schnell hob ich ihn hoch und wirbelte ihn ein paar Mal im Kreis. Er quiekte vergnügt und strampelte mit den Armen, als würde er durch die Luft segeln. Als mir schwindelig wurde und meine Kopfschmerzen zurückkehrten setzte ich ihn ab, kniete mich hin und streckte ihm die Papiertüte entgegen: „Aller Gute zum Geburtstag, Otoutochan."
Mit strahlenden Augen packte er die Tüte und lugte sofort hinein: „Drachenbonbons!" Er hüpfte begeistert vor mir hin und her.
„Kenta, was sagt man da? Dein Bruder hat sie extra für dich geholt", ermahnte ihn Mutter milde.
„Danke! Danke! Danke!", rief Kenta und hüpfte im Takt dazu. Ich musste lachen, als er mir mit einem Satz um den Hals fiel. „Ich habe ganz viel mit Okachan geübt!" Die großen grünen Augen meines jüngeren Bruders schauten mich hoffnungsvoll an. „Ich habe Suiton Seisei hinbekommen! Darf ich jetzt mit dir zum Training?"
Ich strich ihm stolz über die mahagonifarbenden Wuschelkopf. Ein wehmütiger Blick schlich sich in mein Gesicht.
„Ich kann morgen leider nicht, Otoutochan."
Für einen ganz kurzen Moment wanderte mein Blick zu Vater, der mit Mutter zusammen auf der Couch platzgenommen hatte und uns beobachte.
„Nächstes mal."
Kenta war so enttäuscht, dass ich am liebsten alles stehen und liegen gelassen hätte um ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Ich hob Kenta auf meine Füße. Ungelenkig watschelten wir zusammen ins Wohnzimmer. Kenta vergaß meine Zurückweisung und lachte wieder. „Alle hopp!" rief ich und schwang Kenta auf den Sessel. Plötzlich flackerten schwarze Flecken sich vor meinen Augen und mein Schädel brummte. Ich taumelte.
„Kazuki?" Mutter schaute mich besorgt an. Kenta bemerkte nichts und kletterte lachend auf den Kissen herum.
„Komm, hilf mir in der Küche", sagte sie schnell und strich mir im Vorbeigehen über den Kopf. Ich folgte ihr vorsichtig in die Küche. Sie schloss die Tür hinter mir. Die seidigen haselnussbraunen Haare schwangen im Takt ihrer Bewegungen.
„Was ist passiert?" Sie setzte sich mir gegenüber an den Küchentisch und strich über die Kratzer auf meiner Hand. „Hast du dich geprügelt?"
Ich wich ihrem Blick aus.
„Wieder mit Akito?"
Ich gestand meine Niederlage ein und nickte kleinlaut.
„Wir hatten doch erst kürzlich über die Sinnlosigkeit von körperlichen Auseinandersetzungen gesprochen."
Zu meiner Überraschung glomm ein Funke Wut in mir auf. Mutter holte einen Verbandskasten aus der Tischschublade und bemerkte meine unterdrückte Wut nicht. „Zeig mir deinen Kopf."
Mürrisch starrte ich vor ihr auf den Tisch, hob aber den Kopf.
„Es ist nur ein Kratzer", murmelte ich.
Sie strich mir die schwarzen Haare aus dem Gesicht und schnappte entsetzt nach Luft.
„Nichts?! Das ist eine Platzwunde!" Sie strafte mich mit einem bösen Blick. „Die Wunde ist nicht tief, aber wenn ich nicht wüsste, dass du bereits Kopfschmerzen hättest, würde ich dir jetzt zur Strafe eine Kopfnuss verpassen." Ihr trockener Humor war tröstlich. Es kam selten vor, das Mutters Temperament aufflammte. Wenn es aber so war, tat man gut daran den Kopf einzuziehen und sie nicht zu provozieren. Düster erinnerte ich mich daran, wie Vater durch ein Fenster geflogen war, weil er zu spät zu meinem Geburtstag gekommen ist.
„Junger Mann!"
Ich zuckte zusammen. Die dunkelblauen Augen meiner Mutter funkelten. „Du hast die nächsten Tage Stubenarrest."
„Was!" rief ich entsetzt. „Das geht aber nicht!" Dann kann ich Miharu nicht sehen! Von meinen eigenen Gedanken überrumpelt, versuchte ich die Röte auf meinen Wangen zu kaschieren. Zu meinem Glück bemerkte Mutter davon nichts.
„Und wie das geht", grummelte sie. Ein bisschen gröber als sonst beklebte sie meine Arme mit Pflaster. Ich verzog schmerzerfüllt das Gesicht. Endlich war sie fertig. „Abmarsch nach oben!" Sie deutete zur Tür. „Wasch dir den Staub aus den Haaren. Erst danach können wir deine Kopfwunde ordentlich verbinden."
Ich biss mir auf die Lippe und schluckte die himmelschreiende Ungerechtigkeit des Stubenarrestes hinunter. Ohne ein Wort ging ich hoch ins Bad. Kenta spielte mit Vater im Wohnzimmer und schien meine Abwesenheit nicht bemerkt zu haben. Ein Glück! Nach einem schnellen Haarewaschen schlüpfte ich in bequemere Kleidung und band meine schulterlangen Haare ordentlich zu einem Pferdeschwanz. Die Wunde an meinem Kopf pochte schmerzhaft, seit sie mit dem Wasser in Berührung gekommen war. Plötzlich kam mir eine Idee. Vorsichtig hob ich meine Hände an die Platzwunde und konzentrierte mein Chakra auf die Handflächen. Ich hatte Mutter oft genug praktizieren gesehen, um die Grundlagen zu verstehen. Triumphierend sah ich im Spiegel das schwachgrüne Leuchten von Heilchakra. Ich konnte die Technik allerdings nur ein paar Minuten aufrechterhalten. Aber es reichte aus, um die Wunde beträchtlich schrumpfen zu lassen. Vielleicht würde Mutter den Stubenarrest nun aufheben?
Müde stieg ich die Treppe wieder hinunter. Unten war es still. Kenta musste eingeschlafen sein.
„Du lässt ihn morgen wieder gegen Akito kämpfen", hörte ich Mutter mit besorgter Stimme sagen.
Ich blieb auf der Treppe stehen.
„Ich habe noch nie den Sinn hinter diesen Kämpfen verstanden. Kazuki ist noch so jung. Warum muss er…"
„Saya." unterbrach Vater sie unwirsch. „Die Wasserkämpfe sind ein altehrwürdiger Brauch in unserem Clan. Diese Methode sichert unserem Clan eine starke Blutlinie aus Suitonnutzern. Ein Ninjaclan ist immer nur so stark wie seine nächste Generation."
„Es ist grausam Kinder zu verbannen", erwidert Mutter kühl. „Andere Clans überleben auch ohne diese Sitte. In der heutigen Zeit ist das nicht mehr notwendig. Warum passt sich der Doza-Clan nicht an?"
Gebannt setzte ich mich leise auf die Treppe und lauschte weiter.
„Du kannst das nicht verstehen, schließlich bist du nicht in Kirigakure aufgewachsen. Diese Tradition schützt unseren Clan. Wenn ich es jetzt abschaffen würde, könnte ich Akichi nicht mehr unter die Augen treten, dessen Tochter vor zwei Jahren gehen musste. Es wäre ihm gegenüber mehr als ungerecht. Und du weißt, dass Kazuki vermutlich nie ein Suitonnutzern sein wird. Er wird in unserem Clan keinen Platz haben."
„Sprich nicht so über Kazuki" erwidert Mutter ungewöhnlich heftig.
„Wenn er die Prüfung in zwei Jahren nicht besteht, nimmt deine Familie ihn sicher auf." Ich erinnerte mich, dass Mutter in den Doza-Clan eingeheiratet hatte und im Feuerreich geboren wurde.
„Er wird vielleicht nicht mehr bei uns leben können, aber er wird es guthaben. Das schwöre ich dir."
„Kazuki hat das nicht verdient." Ich hörte wie Mutter leise anfing zu weinen.
Mein Herz pochte unangenehm in meiner Brust. Ich legte die Arme um die Beine und legte den Kopf auf die Knie. Die Stille wurde nur unterbrochen von dem leisen Weinen meiner Mutter.
