***Sicht: Kazuki***

„Kazuki, bring mir die Schüssel!" ordnete Saya ernst an und drückte eine bereits durchweichte Mullkompresse in die Wunde. Der Patient schrie wie am Spieß. Im Wahn schlug er nach ihr, aber sie fing seine Hand auf und fixierte sie am Tisch.

„Sato-san, halte bitte still! Wir müssen die Blutung versorgen!" Sato war kalkweiß. Schweißströme liefen ihm das Gesicht herunter und er wurde plötzlich sehr ruhig.

„Er rutscht in einen Schock", fluchte Saya und wechselte die Kompresse. „Kazuki!"

„Ich komme!", rief ich und schnappte mir die kochend heiße Metallschüssel mit zwei Topflappen. Zügig brachte ich sie zu Kasan. Die Instrumente in der Schüssel klirrten am Schüsselboden.

„Saya-san, wird er wieder gesund?", fragte Akira besorgt. „Er wird doch wieder? Ich mein…"

Statt zu antworten schnappte die Ärztin sich Akiras Hand und drückte sie in die Wunde ihres Teamkameraden. Wie vom Donner gerührt verstummte Akira. Sato sah aus als wäre er bewusstlos geworden. Mit Schwung stellte ich den heißen Topf auf den Nebentisch.

„Was brauchst du?", fragte ich. Ich band mir schnell ein Wolltuch um Mund und Nase.

„Drei Senbon", murmelte Kasan während sie Satos Vitalzeichen überprüfte. Mit einer langen Zange fischte ich aus der Schüssel eine lange dünne Nadel heraus und streckte sie Kasan entgegen. Ich hatte Kasan schon oft geholfen und geriet kaum noch ins Stocken angesichts des vielen Blutes. Das Faszinierende war Kasans unglaubliche Senbontechnik.

„Saya-san! Was machst du da?!", schrie Akira erschrocken, als sie die große Nadel sah. Anstatt ihr zu antworten platzierte Kasan die Nadel in Satos rechten Handinnenfläche.

„Kazuki, erklär Akira bitte unser Vorgehen", sagte Kasan abwesend und beschäftigte sich mit der zweiten Nadel. Ich räusperte mich. Akira sah zu mir hinunter.

„Die Nadeln werden an speziellen Chakrapunkte gesetzt. Die in der Hand zum Beispiel bewirkt, dass sich Sato-sans Herzfrequenz normalisiert", erklärte ich, vielleicht ein wenig zu enthusiastisch. „So verringert sich der Blutverlust und wirkt dem Schock entgegen."

„Ahha", stammelte Akira.

„Kasan platziert zwei weitere Nadeln, um den Effekt zu verstärken. Es wird…"

„Kazuki", kam ein alarmierender Ruf von Kasan. „Das dritte Senbon!" Schnell überreichte ich es ihr und bereitete dann das Nähset vor. Nachdem das zweite Senbon im Ohrläppchen und das Dritte im Schulterbereich gesetzt waren, hob Kasan ihre Hände über Satos Oberkörper. Ein grünes Schimmern legte sich über Satos Körper, als Kasans Heilchakra in seine Haut drang. Zudem flossen hauchdünne Chakrafäden in die drei Nadeln.

„Kazuki versuch es einmal mit Raiton", gab mir Kasan das Zeichen. Ich schluckte. Allerdings wich meine Aufregung sofort einer ruhigen Konzentration. Ich berührte den Senbon in der Handinnenfläche und schickte kurze Chakrastöße durch das Metall. Leise knisterte mein Raiton in der Stille des Raumes. Die Idee hatte Kasan gehabt, nachdem sie den Wasserkampf gegen Akito gesehen hatte. Seitdem hatte ich den Einsatz der korrekten Chakramenge geübt.

Akira sah uns gebannt zu und presste noch immer die Mullkompresse auf Satos angerissene Oberschenkelarterie. Nach ein paar Sekunden erlosch das grüne Schimmern um Kasans Hände. Ich zog ebenfalls meine Hand zurück. Kasan streckte sich zufrieden.

„So", rief sie. „Akira-san du kannst jetzt loslassen."

„Wwas?"

„Ich werde die Arterie jetzt Nähen", sagte Kasan ungeduldig und setzte sich auf einen Stuhl vor Satos Oberschenkel. Zögerlich hob Akira die durchweichte Kompresse. Triumphierend sah ich, dass das Blut nicht mehr herausspritzte, sondern nur noch sehr langsam pulsierend herausrang. Ich reichte Kasan die kleine Schale mit dem Nähset. Geschickt vermaschte sie den hauchdünnen Faden zu komplizierten Knoten und schloss die Gefäßwand nach und nach. Unterdessen tupfte ich neues Blut aus dem Weg. Schließlich war die Blutung gestillt. Zufrieden überprüfte die Ärztin ihr Werk. Abschließend flickte sie den Muskel und die Faszien mit ihrem Heilchakra. Die handlange Fleischwunde die übrig blieb, verband ich ordentlich.

„Akira-san", sagte Kasan schließlich während sie ihre Handschuhe auszog. „Sato schwebt jetzt nicht mehr in Lebensgefahr." Ich konnte die Erleichterung in Akiras Gesicht sehen. Schnell brachte ich ihr einen Stuhl, den sie dankbar annahm.

„Ich danke dir Saya-sensei."

„Du solltest dich auch bei Kazuki bedanken. Er ist ein geschickter Assistent", entgegnete Kasan und struppelte mir durch die Haare. Empört stoppte ich sie.

„Ah", Akira zögerte mit ihrem Dankeschön.

„Keine Ursache", murmelte ich motorisch und erlöste sie aus der Situation.

„So Sato-san braucht jetzt Ruhe! Akira-san geh nach Hause. Ich werde dir Bescheid geben, sobald er aufwacht." Akira nickte und ging erschöpft aus der kleinen Praxis.

„Das hast du wirklich sehr gut gemacht, Kazuki. Akkupunktur mit Raiton zu kombinieren war ein voller Erfolg", lobte Kasan mich und zog die letzten Spritzen auf. Sie reichte mir zwei. „Versuch es."
„Ich habe es bei dir oft gesehen, aber ich habe es noch nie selbst gemacht!"

„Sato Doza gehört zur Familie und ist bewusstlos", grinste sie. „Es gibt kein besseres Testobjekt!"

Verhalten lachte ich und nahm eine der Spritzten: Das Schmerzmittel. Vorsichtig suchte ich in der Armbeuge von Sato nach der Vene. Als ich sie gefunden hatte, setzte ich die Nadel in einem 20 Grad Winkel an und schob sie vor.

„Sehr gut machst du das", flüsterte Kasan neben mir und führte meine Hand noch ein Stück tiefer. „Hier ist die Vene. Jetzt kannst langsam das Schmerzmittel verabreichen."

Stück für Stück drückte ich den Kolben hinunter. Als alles injiziert war zog ich die Nadel vorsichtig wieder zurück. Kasan klopfte mir stolz auf die Schulter und reichte mir die nächste Spritze. Es handelte sich um eine recht kurze Nadel.

„Intramuskulär am Oberschenkel", ordnete sie an. Ich unterdrückte die Aufregung und suchte um die Wunde herum nach einer guten Stelle. Schließlich spannte ich die Haut und pikste die Nadel 90 Grad in den Muskel.

„Gut das wird für heute reichen", entließ mich Kasan. Ich sah auf die Uhr. Es war bereits weit nach Mittag und mein Magen knurrte.

„Kazuki?", rief Kasan „Kannst du Kenta abholen und mit ihm zusammen etwas essen?"

„Muss das sein? Ich wollte Miharu unbedingt noch verabschieden!"

„Tut mir leid, aber ich muss bei Sato bleiben. Also geh in die Stadt und holt euch was zu essen."

Mürrisch nahm ich Kasan das Essensgeld ab und zog die Schuhe an.

„Ach Kazuki?", rief Kasan mich erneut zurück. „Sei so gut und hol die Sachen von Apotheker Gin ab."

Frustriert schnappte ich mir die den Zettel. Kasan sah mich entschuldigend an. So werde ich Miharu bestimmt nicht auf Wiedersehen sagen können! Andererseits könnte ich Kenta auch mitnehmen.

***Sicht: Miharu***

„Nur noch sechs Tage." Sagte ich sehnsüchtig und träumte davon, endlich meinen Weg des Ninjas zu beginnen. „In sechs Tagen beginnt die Akademie in Konoha."

„Na ein Glück", brummte Shikamaru neben mir „Jetzt musst du nur noch in besagte Stadt umziehen."

Entrüstet schaute ich ihn an. Wie immer waren die Fetzen, die ich von seinen Gedanken aufschnappte, so verwirrend und durcheinander, dass ich nie so ganz hinter seine Absichten kam.

„Mach dich nicht über meine Träume lustig", schimpfte ich. Shikamaru beachtete mein Gezeter nur mit wenig Interesse. Genauer gesagt sah er aus, als würde er von einer summenden Fliege an seinem Ohr genervt.

„Warum folgst du mir eigentlich, Miharu-chan?", fragte Shikamaru und ging weiter durch die Straßen Kirigakures. Ich spürte die misstrauischen Blicke der Dorfbewohner im Rücken. Shikamaru wurde als offizieller Bote zum Mizukage geschickt. Für den Rückweg hatte er meiner Mama angeboten bei unserem Umzug zu helfen. Die erste Fuhre war bereits im Karren zwei Straßen weiter. Mama hatte mich Spielen geschickt während sie und Shikamaru die Kartons verräumten. Allerdings war mir nicht nach Spielen zu mute. Ein bisschen wehmütig sah ich die halbaufgebauten Stände des diesjährigen Frühlingsfest am Straßenrand. Dieses Jahr würde ich es nicht miterleben.

„Ich will dir meine Trainingsfortschritte zeigen", flüsterte ich ihn verschwörerisch zu, verbannte alle negativen Gedanken und strahlte ihn an „Ich habe gestern mit Kazuki trainiert!" Ich machte eine Pause und sah ihn bittend an. „Hast du nachher Zeit, um mir mehr über Fūinjutsu beizubringen?"

„Miharu-chan", sagte Shikamaru und zündete sich im Laufen eine Zigarette an „In ein paar Tagen wirst du viel Neues lernen. Konzentrier dich erstmal darauf."

„Aber Fūinjutsu werden in der Akademie kaum behandelt", murmelte ich missmutig und trat einen Kiesel auf meinem Weg zur Seite. Er rollte nicht sehr weit „Es dauert noch vier Jahre bis ich offiziell ein Ninja bin und auf Missionen gehen darf. Das ist eine halbe Ewigkeit!"

Shikamaru seufzte genervt auf und verzog das Gesicht.

„Ich habe jetzt keine Zeit, um mit dir zu Trainieren. Ihr seid mitten im Umzug. Frag doch diesen Kazuki solange du noch hier bist." Unwirsch wedelte er mit der Zigarette herum und ging schneller. Ich holte wieder zu ihm auf.

„Aber Kazuki kann keine Fūinjutsu!" erklärte ich und wollte ihm den Weg versperren. Er wich seitlich aus und ging weiter, ohne seine Geschwindigkeit zu Drosseln. „Bleib stehen!" Frustriert sprang ich ihm direkt vor die Füße. Er musste scharf abbremsen.

„Miharu-chan", sagte er säuerlich, als er sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte „Ich werde gleich die nächste Ladung Kartons schleppen und kann keinen Käsehoch gebrauchen, der mir zwischen den Füßen herumspringt."

„Aber du hast es letztes Mal versprochen!" fauchte ich. Bitterböse funkelte ich ihn an. „Du bist doch nur zu faul! Gib es zu!" Aber alles was ich bekam war eine ordentliche Kopfnuss. „Aua, das tat weh!"

„Wenn du nichts mehr zu tun hast, dann hilf deiner Kasan gefälligst", brummte er verärgert. „Und sei nicht so respektlos und hinterhältig, das nervt." Unerschrocken starrte ich ihn an. Nun gut mir blieb keine andere Wahl!

„Tut mir leid, Niisan." Begann ich zuckersüß. „Ich wollte deine Raucherpause nicht stören." Shikamaru blinzelte und sah auf die Zigarette in seiner Hand. Beunruhigt sah er dann mich an.

„Was…"

„Oh keine Sorge Nii-san!" sagte ich und lächelte unschuldig. „Jetzt da ich öfter bei euch zu Besuch kommen kann, verrate ich Temari nicht, dass du wieder angefangen hast zu Rauchen." Shikamaru wurde etwas blass.

„Jetzt mach mal halblang. Du weißt wie sie reagieren wird, wenn…"

„Ja das würde wohl den Hausfrieden für eine Weile stören und dich ziemlich nerven." Führte ich seinen Gedanken weiter und grinste. Schließlich legte ich den Kopf schief und fragte liebenswürdig: „Also steht das mit dem Training?"

Shikamaru schnippte mit grimmigem Gesicht seine Zigarette weg und fixierte mich mit den Augen.

„Wann bist du so hinterlistig geworden? Liegt es daran das du in Kiri aufgewachsen bist?", fragte er rhetorisch.

„Wann bist du so faul geworden? Liegt das daran, dass du in Konoha lebst?" antwortete ich gegen. Er seufzte.

„Auch wenn ich dein Verhalten absolut nicht unterstützte biete ich dir einen Kompromiss an: Du kannst mir das Jutzu zeigen und ich unterrichte dich auf den Weg nach Konoha. In Ordnung?"

Ich grübelte und nickte schließlich freudestrahlend.

„Danke, Nii-san!" Ich lächelte ihn versöhnlich an. „Ich freu mich schon!"

Shikamaru brummte etwas Unverständliches, vergrub die Hände in den Hosentaschen und zog 1500 Yen heraus und reichte sie mir. Verdutzt nahm ich das Geld.

„Denk daran bald etwas zu Essen. Verabschiede dich ordentlich von deinen Freunden und sei heute Abend wieder hier", brummte er, mit einen Blick hinter mich. Ohne eine Erklärung stieg er schließlich die Treppen hinauf zu unserer Wohnung.

„Hallo Miharu-chan", rief eine nuschelige Stimme hinter mir. Ich drehte mich überrascht um und sah Kazuki. Er hatte ein Schälchen mit Daifuku in der Hand und kaute genüsslich.

„Kazuki-kun!", rief ich erfreut und kam auf ihn zu. Verlegen sah ich die Freude in Kazukis Gesicht, als hatte er befürchtet mich verpasst zu haben.

„Wer ist das Nii-san?", flüsterte eine Stimme hinter Kazuki. Ein kleiner Junge, vielleicht vier oder fünf Jahre alt lugte hinter Kazukis Rücken hervor. Seine Hände hatten sich in Kazukis graugestreiftes Shirt gekrallt und er schaute misstrauisch zu mir hoch.

Kazuki schluckte die Reste in seinem Mund herunter.

„Das ist Miharu Sarutobi, Otoutochan", stellte Kazuki mich dann vor und stupste seinen Bruder aus seiner Deckung. „Komm stell dich auch vor." Die laubgrünen Augen von Kenta verzogen sich zu Schlitzen.

„Ich will nicht.", nörgelte der Junge und verschränkte die Arme vor der zierlichen Brust.

„Kenta das ist sehr unhöflich von dir", merkte Kazuki irritiert an. Schließlich schaute er entschuldigend zu mir. „Das ist Kenta, mein kleiner Bruder. Tut mir leid. Er hat heute wohl einen schlechten Tag." Er warf Kenta einen säuerlichen Blick zu, der diesen eingeschnappt erwiderte.

„Freut mich dich kennen zu lernen, Kenta-chan", sagte ich freundlich und beugte mich zu ihm hinunter. Ich schnappte Kentas Gedanken auf und verstand. „Du musst dir keine Sorgen machen, ich nehme dir deinen Bruder nicht weg", sagte ich und lächelte ihn an.

Kenta schnappte überrascht nach Luft und versteckte sich wieder hinter Kazuki.

„Kenta was ist los?", fragte Kazuki und spähte zu seinem Bruder. Als Kenta nicht antwortete und mich nur forschend anstarrte gab Kazuki es sichtlich auf.

„Verzeih."

„Ich kann ihn gut verstehen", sagte ich und linste zu Kenta. „Ich bin auch immer eifersüchtig, wenn mein großer Bruder Shikamaru keine Zeit für mich hat." Kenta machte große Augen, errötete und schaute zu seinem verblüfften Bruder hoch.

„War der Konohaninja gerade Shikamaru?", fragte Kazuki noch immer abgelenkt durch die eifersüchtige Haltung Kentas mir gegenüber. Es beschäftigte ihn. Warum?

„Ja, ich habe ihn gebeten mir mehr über Fūinjutsu beizubringen. Schlussendlich hat er eingewilligt." Jetzt verstand ich auch warum Shikamaru mir das Geld gegeben hatte!

„Ich habe Hunger, ich lade euch ein!", rief ich fröhlich und schnappte mir Kazukis Hand. Bevor Kenta protestieren konnte hatte ich auch seine Hand gepackt und zog die Beiden zu einem Yakitori Imbiss. Es war einer der wenigen fertigaufgebauten Stände in der Straße. Ich lud die Beiden zum Abschied ein.

„Bitte drei von den Spießen!", rief ich dem Verkäufer zu und deutete auf die roten Spieße mit Hähnchen. Er reichte mir drei der dampfenden Spieße mit glasierten Hähnchenfleisch. „Danke sehr!"

„Hier für dich." Ich reichte Kenta einen Spieß. Zögerlich nahm er ihn. Als er den herzhaften Geruch in die Nase bekam, begannen seine Augen zu Strahlen. Vorsichtig biss er hinein.

„AHH!", quiekte Kenta und ließ die Zunge heraushängen. „Das ist viel zu scharf!"

„Findest du?", murmelte ich und überprüfte die Schärfe indem ich selbst von meinem Spieß abbiss. Ganz normal wie immer. „Es ist nicht scharf."

„Unmöglich!", rief Kenta und deutete mit dem Spieß auf mich. „Du bist bestimmt ein Drache!"

„Was?", empört fuchtelte ich mit dem Spieß herum. „Ich bin kein Drache. Kann ich etwa Feuerspucken?" Zu meinem Ärger musste ich Husten, weil ich nicht ordentlich gekaut hatte.

„Drache-neesan!", rief Kenta ängstlich und sprang mit einem Satz hinter seinen Bruder.

„Ich bin kein Drache", hustete ich nicht sehr überzeugend. Schließlich beruhigte sich meine Lunge und ich konnte Kazuki den dritten Spieß überreichen. „Lassen wir Kazuki entscheiden", schlug ich Kenta vor. Aufgeregt nickte Kenta. Auffordernd wedelte ich mit dem Spieß vor Kazuki herum.

„Nein danke", sagte er nur trocken und wedelte mit seiner Schüssel voll Daifuku zurück. „Ich habe schon etwas zu Essen."

„Das ist ein Nachtisch und keine Mahlzeit", erwiderte ich irritiert und schwenkte lockend den Spieß vor seiner Nase hin und her. „Probier mal." Er zog die Nase kraus.

„Ich mag süße Sachen aber lieber." Um seine Worte zu unterstreichen steckte er sich sogleich den nächsten Daifuku in den Mund und schaute den Hähnchenspieß in meiner Hand vernichtend an, als handelte es sich um einen ekligen Käfer. Seufzend gab ich den dritten Spieß an den Imbissverkäufer zurück.

„Glaub aber nicht, dass ich nur süße Sachen koche", Murmelte ich fassungslos und biss in meinen Spieß. Kazuki verschluckte sich.

„Kannst du denn Kochen, Drache-neesan?", fragte Kenta neugierig und bekam von der Verlegenheit seines Bruders nichts mit.

„Aber klar! Ich habe mit Mama schon super leckeres Teriyaki gemacht!" Ich lächelte ihn stolz an.

„Konntest du danach auch Feuerspeien?" Kentas Augen glänzten vor Aufregung.

„Ahm nein."

„Vielleicht kein Feuer, aber dafür sind ihre Worte genauso angsteinflößend", merkte Kazuki an und hustete noch einmal.

„Ich sage, was ich denke", erwiderte ich schnippisch und fuchtelte mit meinem Yakitorispieß vor seiner Nase herum.

„Und das bringt manch anderen in Verlegenheit", konterte er und schnappte die andere Seite meines Spießes.

„Du meinst zum Beispiel die Tatsache, dass ich deine Freundin sein will?", fragte ich unschuldig. Kazuki lief feuerrot an. Mit einem Knack brach der Spieß in zwei und das Fleisch flutschte vom Holz. Hektisch versuchte ich einige Stücke zu retten, aber sie landeten alle auf der Straße. „Oh verflixt!"

„Ich habe auch eine Freundin!" rief Kenta stolz, während sein Bruder und ich auf das Yakitori am Boden starrten. „Maori und ich spielen immer zusammen. Es macht Spaß zusammen zu spielen!"

„Ja, Otoutochan", antwortete Kazuki automatisch. Entschuldigend hob er den Blick zu mir. Böse erwiderte ich den Blick. Kenta schaute unschlüssig von Kazuki zu mir. Er hatte die Misere nicht mitbekommen.

„Kannst du zum Spielen vorbeikommen und dann Teriyaki kochen?" Seine Augen glänzten aufgeregt.

„Aber klar", sagte ich, auch wenn ich Kazuki immer noch mit einem giftigen Blick bedachte. Ich tätschelte ihm den rotbraunen Schopf. Im nächsten Moment stellte ich schockiert fest, dass das ja überhaupt nicht mehr ging. Bleischwer senkte sich mein schlechtes Gewissen auf meine Schultern.

„Können wir nicht gleich nach Hause?", fragte Kenta seinen Bruder. „Ich möchte Teriyaki essen!" Kenta war hellauf begeistert von seiner Idee und hüpfte auf der Stelle. Er schaute uns erwartungsvoll an. Ich sah wie mir Kazuki einen Seitenblick zuwarf. Überrascht schnappte ich einen Gedanken von Kazuki auf: ‚Frag, warum wir in der Stadt waren.'

Er schaute mich immer noch aus dem Seitenwinkel an. Es war das erste Mal, dass ich einen Gedanken in einem vollständigen Satz aufschnappte. War das ein Zufall? Irritiert runzelte ich die Stirn.

„Was führt euch eigentlich in die Stadt?" fragte ich Kazuki fürchterlich gestellt. Aber Kazuki schien erleichtert. Kenta machte auf einmal große Augen.

„Wir wollten Drachenbonbons kaufen!", antwortete er für Kazuki.

„Lass sie uns holen", sagte Kazuki schnell. Kenta jubelte zustimmend.

Ich war von diesem Ablenkungsmanöver verblüfft. Zugegeben ich hatte noch nie daran gedacht, meine Gabe so zu benutzen.

„Kommst du mit, Miharu-chan?" Kazuki riss mich aus meinen Gedanken. Allerdings stellte ich irritiert fest, dass Kazuki seinem Bruder zuhörte. Hatte ich mir, dass gerade eingebildet?

Komm mit.'

Völlig verwirrt starrte ich Kazuki an, der mit Kenta über die Drachenbonbons redete und mich gar nicht beachtete. Wurde ich verrückt?

Wir könnten so noch etwas Zeit miteinander verbringen bevor du fährst. Quasi als Entschuldigung für das Yakitori.'

Ich sah wie Kazuki über etwas was sein Bruder gesagt hatte lachte. Mir war nicht bewusst, dass mir der Mund offenstand, war ich doch zu überrascht.

Also kommst du mit?'

Kazuki warf mir schließlich einen fragenden Blick zu. Ich stand wie vom Donner gerührt da.

„Nii-san! Lass uns gehen!", rief Kenta aufgeregt und zog an Kazukis Ärmel. Als Kenta dem Blick seines Bruders folgte und bei mir landete, sprang er fröhlich zu mir.

„Drache-neesan! Komm doch auch mit, dann gebe ich dir auch eines meiner Bonbons!"

„Jja", stammelte ich. „Ich komme gerne mit." Kenta jubelte und zog mich am Arm vorwärts zu Kazuki. Plötzlich fing ich an zu lachen. Zu meiner Überraschung fielen sie mit ein.

„Wenn du lachst geht die Sonne auf, Drache-neesan", quiekte Kenta fröhlich rannte voraus in die nächste Nebenstraße. Erstaunt sah ich ihm nach.

„Es muss schön sein einen kleinen Bruder zu haben", sagte ich leise.

„Ich bin mir sicher, dass du dich mit Mirai genauso gut verstehen wirst", entgegnete Kazuki aus vollem Herzen. Durch das Lachen hatte er eine leichte Röte auf den Wangen.

„Ich hoffe es!" seufzte ich und zwang mich zu einem Lächeln. Gemütlich schlenderte ich mit Kazuki, Kenta hinterher, in die nächste Seitenstraße. Im Gegensatz zur Hauptstraße war es hier dunkel, schmutzig und nur wenige Leute kamen uns entgegen. Wir bogen gerade auf die Straße am Fluss ein, an dem wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Der kleine Laden stand noch immer windschief am Steg inmitten des Flusses.

Kazuki wollte gerade die Ladentür öffnen. Bevor er die Tür zu sich ziehen konnte, sprang sie ihm entgegen. Hätte er keinen schnellen Satz nach hinten gemacht, würde die Klinke wohl in seiner Nase hängen.

„Vorsicht!", rief ich erschrocken und wütend zugleich. Ungläubig sah ich in Akitos Gesicht. Er stand noch mit der Hand an der Türklinke, mit einer Papiertüte beladen und flankiert von Rikan und Tobe.

„Na sowas", Erwiderte Akito, ebenfalls erstaunt. Er trat auf die Gasse, gefolgt von Rikan und Tobe.

„Du!", entfuhr es mir und deutete auf ihn.

„Die kleine Neko." Akito beugte sich zu mir herunter und tätschelte mir väterlich den Kopf. Ich wurde schon lange nicht mehr als Neko bezeichnet. Eigentlich wurden so nur die Touristen und Fremde beschimpft. „Ich dachte du wärst schon längst zurück nach Hause geflohen." Zornig stieß ich seine Hand weg und machte einen Schritt zurück.

„Sie fährt heute, Akito-kun", klärte Kazuki ihn auf und schob sich unauffällig zwischen mich und Akito. „Kenta und ich verabschieden sie gerade." Erst jetzt schien Akito Kenta zu bemerken, der sich hinter seinem Bruder versteckt hatte und mit großen Augen zwischen Kazuki und Akito hin und her sah.

„Grüß dich, Kenta-chan", brummte Akito halb zu Kenta, halb zu Kazuki. Eine unangenehme Spannung legte sich über die Gruppe.

„Ihr seit doch die Kinder vom letzten Mal! Untersteht euch und setzt meinen Laden noch mal unter Wasser!", zeterte der Ladenbesitzer hinter der Theke zu uns. Rikan legte Akito eine Hand auf die Schulter und verbeugte sich leicht vor uns und brach die Stille.

„Gute Heimreise, Miharu-chan", sagte er aufrichtig und ging an Akito und Tobe vorbei die Straße hinunter. Tobe folgte ihm, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Akito schien offensichtlich zu zögern, murmelte dann aber einen Abschiedsgruß und ging den Beiden nach.

Verblüfft starrte ich ihnen nach.

„Damit habe ich jetzt nicht gerechnet", gestand ich und sah gerade noch, wie Kazuki leise aufatmete. „Letztes Mal waren sie viel streitlustiger."

„Akito und ich haben einen Wasserkampf ausgetragen und somit den Streit beigelegt. Einen Kampf aus den gleichen Gründen anzuzetteln wird in unserem Clan nicht gern gesehen", erklärte Kazuki, während er durch die Tür ging. Der Ladenbesitzer musterte uns noch immer misstrauisch.

„Aber du hast verloren. Müssten sie ihre Demütigungen damit nicht legitimiert haben?"

„Nicht unbedingt." Belustigt sah ich ein kleines teuflisches Grinsen über Kazukis Gesicht huschen. Er legte gerade das Geld für 10 Drachenbonbons auf den Tresen. Kenta hüpfte bereits voller Vorfreude vor der Theke auf und ab. Am höchsten Punkt seines Sprungs konnte er den Ladenbesitzer sehen, wie er die Bonbons abfüllte.

„So?" Ich stieß ihn neckend mit den Ellenbogen an.

„Ich habe den Kampf gestern gewonnen", gestand Kazuki leise. Stolz schwang in seiner Stimme mit.

„Das ist doch super!", sagte ich etwas verspätet. Hatte ich seine Gedanken gestern falsch gedeutet?

„Nicht wirklich. Vater hat den Kampf für ungültig erklärt", seufzte Kazuki, bedankte sich dann beim Ladeninhaber, nahm das Wechselgeld und reichte die Papiertüte seinem Bruder nach unten.

„Warum?"

„Ich habe kein Suiton angewendet." Unschlüssig versuchte ich die ungeordneten Fetzen aus Kazukis Erinnerung zusammenzusetzten.

„Kein Wunder, dass ihr ständig Ärger anzieht", knurrte der alte Mann hinter der Theke. „Passt lieber auf euch auf." Wir verabschiedeten uns höflich von ihm und verließen den Laden.

„Es ist meine Schuld", flüsterte Kenta auf einmal. Er hatte die Papiertüte fest umschlungen und sah betreten zu Boden. Bestürzt kniete sich Kazuki vor seinen Bruder und nahm ihn in den Arm.

„Das darfst du niemals denken, Kenta", murmelte er. „Dank dir bin ich unverletzt." Kenta machte große Augen. Ich bemerkte wie Kazuki seinen linken Arm mit dem dicken Verband hinter seinem Rücken verbarg. „Du hast mich gerettet."

„Wirklich?" Kentas Augen wurden noch größer. Er grinste stolz.

„So und jetzt ab nach Hause." Vertrieb Kazuki den letzten Rest der schweren Stimmung. Er stand auf und nahm Kenta bei der Hand. Er liebte seinen Bruder abgöttisch. Neidisch folgte ich ihnen.

***Sicht: Kazuki***

Ich genoss die Zeit mit Miharu mehr, als ich dachte. Unbeschwert mit ihr und Kenta herumzualbern tat gut. Allein die Reaktion meiner Eltern auf meine sorglose Essenseinladung machte mir zu schaffen.

„Wir sind gleich da", rief Kenta und hüpfte voraus.

„Kenta bleib bei uns", hielt ich ihn auf, als wir in die dunkle Gasse einbogen. Kirigakure hatte einige Viertel, die weniger gastfreundlich waren. Hier waren seltsame Gestalten auf der Straße. Unauffällig gingen wir an einer Gruppe dubiös aussehender Leute vorbei.

„Hey ihr da!", rief uns eine Frauenstimme nach. Miharu neben mir drehte sich ruckartig um. „Was treibt ihr hier mit einer Neko?"

Schnell griff ich mir Miharus Arm, bevor sie etwas Unbedachtes tun konnte.

„Sie ist ein Gast des Doza-Clans", rief ich zurück, konnte aber nicht verhindern, dass meine Stimme eingeschüchtert klang. Die Frau und zwei der Männer trugen Stirnbänder.

„Der Doza-Clan hat sich vom Mizukage erweichen lassen wie es scheint", lachte sie, während ihr langer Zopf hin und her schwang. Ihre vier Kumpane hinter ihr stimmten mit ein. Sie zog eine Hand aus der Hosentasche und zeigte auf Miharu. „Allerdings werden wir nicht so nachlässig sein."

Bevor ich protestieren konnte standen sie bereits neben uns. Ein großer bulliger Ninja klemmte seine mächtige Pranke um meinen Hals. Im Schwitzkasten gefangen, beobachtete ich, wie der andere Ninja meinen Bruder gepackt hatte. Kenta schrie und zeterte wie am Spieß. Die Frau hatte sich vor Miharu aufgebaut, dicht gefolgt von einem Jungen. Ich schätzte er war in meinem Alter. Markante dunkle Augenbrauen stachen aus den blonden wuscheligen Haar hervor.

„Hassaku, Halt sie fest", ordnete die Frau an. Ein schlanker braunhaariger Mann mit einem hinterhältigen Blick griff Miharu unter die Arme und fixierte sie hinter ihrem Rücken. „So Neko-chan. Wir werden dafür sorgen, dass du nie wieder den Fehler begehst, hier aufzukreuzen." Die Frau drehte sich zu ihrem blonden Begleiter um und herrschte ihn an: „Hachiya! Mach dich nützlich!"

Der Junge zuckte zusammen. Unsicher starrte er die Frau an. Sie schupste ihn in Miharus Richtung.

„Na los! Zeig uns deinen Hass gegenüber den Neko!" Hachiya stand keinen Schritt vor der zierlichen Miharu. Der Junge hob zitternd die Faust.

„Nein! Hör auf!" rief ich Hachiya zu. Doch da sauste seine Faust schon auf Miharus Bauch. Mit einem leisen Schrei krümmte sie sich vor Schwerz. „Ihr Bastarde!" außer mir trat ich meinem bulligen Ergreifer in die Eier und biss ihm in den Arm. Fluchend lockerte er für einen Moment seinen Griff. Flink befreite ich mich und stürzte mich auf Hassakus Rücken. Völlig überrumpelt ließ er Miharu los, packte mich und schleuderte mich aufs Straßenpflaster. Hart kam ich auf dem Rücken auf. Auf dem Kopf sah ich Miharu langsam wieder zu Besinnung kommen. Sie wehrte einen Fußtritt der Frau ab und zog ein Kunai aus ihrer Tasche.

„Du kleiner Scheißer", schnaubte der bullige Ninja und wankte mit immer noch schmerzerfüllten Blick auf mich zu. Schnell sprang ich auf. Ich durfte mich nicht von ihm erwischen lassen! Fieberhaft überschlug ich die Utensilien in meiner Tasche. Ich hatte die Sachen von Apotheker Gin in der Tasche. Schmerzmittel, Kräutermixturen und Senbons.

Mein Körper reagierte schneller als mein Verstand den Schluss fassen konnte: Präzise warf ich dem bulligen Ninja ein Senbon in den Oberschenkel. Ächzend stolperte er und fiel der Länge nach hin.

„Verdammter Bengel", brüllte er und versuchte vergeblich wieder aufzustehen. Ich blinzelte. Ich hatte das Senbon eingesetzt, um sein Bein zu blockieren und es hatte tatsächlich funktioniert. Angestachelt wollte ich ein weiteres Senbon werfen. Hart packte Hassaku mein Handgelenk. Vor Schmerz ließ ich die Waffe fallen.

„Das lässt du schön bleiben", zischte er und drückte mich auf den Boden. Meine Gedanken rotierten um die Übungsstunden mit Kasan. Betäubend wirkte nur ein Senbon im Genick, aber wie sollte ich da hinkommen?

„Kazuki-kun jetzt!", schrie Miharu. Orangerote Flammen schossen aus ihrem Mund und beleuchteten die Gasse in einem grellen Licht. Erschrocken sprang Hassaku auf, um den Flammen auszuweichen. Ich rappelte mich ebenfalls auf und sprintete zu Kenta. Zappelnd war er noch immer im Griff des fünften Bandenmitglieds. Von Miharus Kanton abgelenkt, entdeckte er mich zu spät. Ich zielte auf die Chakrapunkte an Schulter und Beinen. Er klappte augenblicklich zusammen, laut fluchend und stöhnend.

„Weg hier!", schrie Miharu, als die Flammen erloschen. Rauchfahnen wanden sich die Gasse hinauf.
Ich nahm Kenta Huckepack und flitzte hinter Miharu die Gasse entlang. Ich holte mit einen Satz zu Miharu auf. Ich versuchte nach hinten zu spähen, das sich aber als äußerst schwierig herausstellte mit Kenta auf dem Rücken. Miharus herzhaftes Lachen jagte mir eine fürchterlichen Schrecken ein.

„Wwas…", japste ich irritiert, als sie nicht aufhören wollte zu lachen. „Wie kannst du jetzt anfangen zu lachen?!" Ärger stieg in mir auf.

„Es ist unglaublich!", rief sie ausgelassen und bog um die nächste Ecke. „Ich wohne bereits zwei Jahre hier und langweile mich zu Tode und kaum treffe ich dich, erlebe ich ein Abenteuer nach dem nächsten!" Sie grinste mich an. Fassungslos schwieg ich.

An einer Straßenkreuzung blieben wir stehen.

„Ich glaube wir haben sie abgehängt.", murmelte ich und setzte Kenta auf dem Boden ab. Er war noch immer verängstigt. Miharu strahlte wie ein Kerzenleuchter. Das Adrenalin schien sie zu berauschen.

„Das war der Hammer!", jubelte sie.

„Wie hatten Glück.", erwiderte ich trocken und legte den Kopf schief. „Wie geht es deinem Bauch? Bist du verletzt?"

„Alles in Ordnung! So gut habe ich mich noch nie gefühlt!"

„Das kommt nur durch…"

„Es ist ein Jammer, dass ich umziehe. Ich wette in Konoha gibt es keine Verbrecher!"

„Dann freu dich doch darüber!", sagte ich zornig. Meine Wut kochte hoch. „Für dich ist das scheinbar nur ein Spaß, aber wir hätten ernsthaft verletzt werden können! Das war keine leere Drohung, als sie dich verprügeln wollten!"

Miharu hielt inne in ihrem Rausch.

„Und überhaupt wie kannst du JETZT lachen?!", ich spürte wie mein Ärger nur noch größer wurde. Mit aller Macht versuchte ich mich zu beruhigen. „Dein Traum ist es doch Shinobi zu werden! Dann pass gefälligst auf dich auf!" Ich atmete schwer. Betreten schaute Miharu auf den Boden. Sofort bereute ich meine Schimpftriade. „Miharu, ich…"

Ich hörte ein Sirren und duckte mich reflexartig. Alarmiert sah ich mich um. Schemenhaft konnte ich Personen auf dem Dach gegenüber ausmachen.

„Miharu wir sollten hier weg.", flüsterte ich ihr zu. Sie antwortete nicht und taumelte. „Miharu?" Sie schwankte und verlor das Gleichgewicht. Schnell sprang ich zu ihr und fing sie auf. Jetzt sah ich zwei die beiden Kunai in ihrem Rücken. Blut tropfte auf dem Boden und lief schleichend meinen Arm entlang.