Mittwoch, 12. Oktober 1983
Noch während des Frühstücks, was wieder aus Kaffee für Lee und Rührei für Amanda bestand klingelte das Telefon. Billy teilte Lee mit, dass ein Agent bereits in den Morgenstunden Mr. Bodine besucht hatte und nun die Kiste mit den Haartrocknern sich in der Agentur befand.
Amanda und Lee fuhren gemeinsam in die Agentur. Dort schauten Amanda und Billy dann Lee zu, als er die Kiste öffnete um danach einen Föhn nach dem anderen in seine Einzelteile zerlegte. Als er mehrere auseinandergenommen hatte, konnte man mit den Teilen, die er darin fand eine Pistole zusammen setzten. Somit war ihnen nun klar, wie die Waffen aus dem Land gelangten. Nun musste nur noch bewiesen werden, wer genau in dem Unternehmen von Connie Beth Cosmetics dafür verantwortlich war.
„Wie kommen wir tiefer in das Unternehmen?" fragte Billy.
„Heute Nachmittag ist eine Veranstaltung der Connie Beth Verkäuferinnen. Harriet hat gestern angeboten, mich mit zu nehmen." Informierte Amanda.
„Gut, dann geht ihr beide zu der Veranstaltung. Amanda du gehst mit rein zu den Verkäuferinnen, Lee nur mit ins Haus. Draußen wird unser Überwachungswagen sein. Ihr beide werdet verkabelt um Informationen zu bekommen und eure Position zu überwachen." Gab Billy seine Anweisungen.
Lee parkt seinen Porsche ein paar Ecken von dem Hauptgebäude der Connie Beth Cosmetics entfernt. Er schaute zu Amanda hinüber, die die ganze Fahrt sehr ruhig und etwas zappelig auf dem Beifahrersitz gesessen hat.
Er fasst mit seiner rechten Hand nach ihren Händen, die auf ihrem Schoß lagen.
„Wir können immer noch abbrechen. Es wird eine andere Möglichkeit geben dort hinein zu kommen."
Sie blickte auf und lächelte ihm vorsichtig zu: „Nein, ich mach das. Bin nur etwas nervös. Habe so etwas noch nie gemacht."
„Ja, und du bist nicht im Geringsten für so etwas vorbereitet.", Lee machte sich Sorgen um sie, da sie kaum im Geschäft, schon eine solche Aufgabe vor sich hatte.
„Was muss ich schon machen, nur in die Veranstaltung gehen und zuhören. Und du versuchst das Gebäude zu durchsuchen. Ganz ehrlich, eigentlich macht es mich mehr nervös, dass du alleine bist. Mir kann in dem Saal ja nichts passieren, aber dir."
„Mein Mikro wird übertragen. Im Überwachungswagen bekommen Paul und Marcus alles mit. Und notfalls können sie dich auch erreichen."
„Ja, ich weiß, nur das werden sie nicht tun. Ich habe sehr wohl mitbekommen, als du ihnen gesagt hast, dass ich nicht einbezogen werden soll, wenn du Probleme bekommst."
Lee stöhnte auf.
„Vor dir kann man nichts verheimlichen, was?" fragte er etwas spitz.
Amanda schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen und einem schiefen Lächeln an. Der Schalk blitzte in ihren Augen:
„Merk dir das gut. Heimlichkeiten gehen bei mir gar nicht."
Lee schüttelte lachend den Kopf und meinte:
„Gut, dann lass uns gehen. Warte ich helfe dir noch, den Sender anzuschalten."
Er griff an den Rand ihrer Bluse an eine Schmuckkette und legte einen kleinen Hebel um. Dann aktivierte er sein Gerät am Hemdknopf.
„Nun noch ein Test, ob wir gehört werden."
Beide sprachen und bekamen ein OK aus dem Überwachungswagen.
Amanda hatte mal ihre Haare anders frisiert, so dass ihr rechtes Ohr nicht zu sehen war, da sie dort den Ohrknopf trug.
Sie gingen beide schweigend auf das Hauptgebäude zu. An der letzten Ecke trennten sie sich. Amanda ging zum Haupteingang. Lee wartete einige Zeit, bis sie aus seinem Blickfeld verschwunden war, um ihr dann zu folgen. Es sollte niemand sie zusammen sehen.
Amanda stand bei Judy und Harriet in einer Ecke vom Saal, in dem die Versammlung stattfand. Die Verkäuferinnen sangen inbrünstig gemeinsam ein Lied und Amanda wünschte sich ganz weit weg. Sie fühlte sich völlig fehl am Platz. Die Begeisterung der Frauen konnte sie nicht verstehen. Als sie dann fertig mit singen waren, klatschten sie begeistert. Amanda machte eher verhalten mit. Nun kam eine lange Rede von einer sehr euphorischen Leiterin der Verkaufsversammlung. Amanda versuchte sich darauf zu konzentrieren, vielleicht wäre etwas wichtig. Aber es langweilte sie so sehr, dass es ihr schwerfiel.
Die beiden Agenten im Überwachungswagen bekamen das Singen und Reden alles sehr gut mit, sie fanden das Ganze auch sehr verwunderlich, aber sie amüsierten sich auch über Amandas Bemerkungen, die leise ihren Unmut bekannt gab, ohne daran zu denken, dass ja da zwei Agenten mit hörten. Sie hatte zwar so leise gesprochen, so dass Judy und Harriet nichts mitbekamen, aber für die guten Mikrofone war dies nicht leise genug.
Lee war in der zwischen Zeit durch ein Treppenhaus in die höheren Etagen gekommen. Er suchte nach Unterlagen, aus denen etwas bezüglich des Waffenschmuggels hervor ging. Lieferlisten und ähnliches. Das Chefsekretariat war nicht besetzt. Er hatte gesehen, dass die Sekretärin ebenfalls zu der Versammlung gegangen war. Lee hörte im Nachbarbüro Stimmen, die aber dann leiser wurden, da die drei Männer den Gang hinunter weggingen. Er riskierte es, das Sekretariat zu durchsuchen und konnte auch zwei interessante Listen finden, die er schnell fotografierte. Er nahm den Film aus der Kamera und steckte ihn in eine kleine eingenähte Tasche in seinem Hosenbeinsaum. Als er die Tür des Sekretariats vorsichtig öffnete, stand er sofort zwei Männern gegenüber, die offensichtlich dort auf ihn gewartet hatten. Sie grinsten ihn nur an und meinten:
„Bürschchen, du kommst mit, der Chef will dich sehen."
Lee schätzte die beiden ab, es waren keine typischen Schlägertypen. Aber sie waren schnell, da er überrascht war, hatten sie ihn schnell an jedem Arm gepackt und schliffen ihn mit in ein anderes Büro. Lee hatte sich für diesen Tag dafür entschieden gehabt, seine Waffe in einem Wadenhalfter zu tragen. Da kam er in dieser Haltung nun aber gerade so überhaupt nicht dran. Aber vielleicht hatte er Glück und die beiden untersuchten ihn nicht so genau.
Die Agenten Paul und Marcus bekamen Lees Problem im Überwachungswagen mit. Paul, der in dem Moment nicht an die Vereinbarung mit Lee dachte, Amanda nicht einzubeziehen, gab ihr durch, dass Lee geschnappt worden war. An der Tür des Chefsekretariats in der dritten Etage. Marcus wollte Paul noch stoppen, dass er Amanda nicht informierte, aber sein Eingreifen kam zu spät. Er versuchte dann nur sie dazu zu bringen in der Versammlung zu bleiben: „Marcus kommt rein, sie können in der Versammlung bleiben."
Amanda trat aber bereits aus dem Raum heraus, froh dieser eigentümlichen Veranstaltung entfliehen zu können. Sie antwortete Paul leise:
„Bei dieser Veranstaltung sind nur völlig überdrehte Frauen, da werde ich nichts erfahren. Bin raus und auf dem Weg in den dritten Stock. Und keine Angst, die Veranstaltung hat mich auf eine Idee gebracht, wie wir hier wieder rauskommen können."
Paul gab ihr noch durch, dass er verstanden hatte und Marcus stieg aus dem Wagen um in das Hauptgebäude zu gehen.
Paul gab zwischenzeitlich noch eine Warnung an die Agentur ab, dass Scarecrow aufgeflogen war. Diese Meldung sorgte dann dafür, dass die Unterstützung ausrückte.
Als Marcus das Gebäude betrat, war Amanda bereits im dritten Stock beim Sekretariat angekommen. Sie stand ruhig im Flur und lauschte, ob sie von irgendwo Stimmen hören konnte. Sie bekam von Paul mitgeteilte, dass Lee nicht weit von ihr entfernt wäre, sie sollte weiter gehen. Sie ging vorsichtig weiter und hörte Stimmen und Geräusche, wie als ob jemand ins Gesicht geschlagen bekam. Sie lief schneller und stand im nächsten Moment dem größeren der Helfer von Bobby Bouchard gegenüber. Sie versucht noch weg zu kommen, aber er hat sie am Arm gepackt.
„Noch einer, der hier nicht hingehört."
„Sorry, Sir, ich suche nur die Toilette, habe mich wohl im Stockwerk vertan. Sir, sie tun mir weh. Bitte lassen sie mich los, ich wollte doch nur…."
„Klappe. Vorwärts."
Der Mann schob Amanda zu der Tür hinter der sie nun eine etwas lautere Stimme hörte:
„Rede endlich, was du hier zu suchen hast." Und dann noch ein Schlag.
Sie schloss kurz die Augen, um die Vorstellung zu vertreiben, was da Lee gerade angetan wurde. Sie zweifelte keinen Moment lang, dass es Lee war, der da geschlagen wurde.
Sie wurde grob in den Raum geschoben, gerade als der andere Helfer nochmals Lee mit dem Handrücken schlug.
Sie stöhnte auf, wie als ob sie geschlagen worden wäre. Alle Augen gingen zu ihr, auch Lee hob seinen Kopf und schnappte nach Luft, als er sie sah.
Amanda überblickte die Situation. Ein kleinerer Mann stand mit einer Waffe in der Hand vor Lee, der auf einem Stuhl saß. Ein anderer stand vor ihm und hatte ihn gerade einen Schlag ins Gesicht gegeben. Offensichtlich waren die Schläge aber noch nicht so schwer gewesen, Lees Wange war zwar rot, aber zum Glück war noch kein Blut geflossen.
Bobby Bouchard entnahm ihrer Reaktion, dass sich die beiden kannten.
„Oh, vielleicht sprichst du ja, wenn wir deine kleine Frau hier befragen?" Er blickte grinsend mit bösen Augen auf Lee und sein Helfer wand sich mit einem freudigen Gesicht an Amanda. Als Lee aufspringen wollte hatte er sofort die Waffe vor seinem Gesicht.
„Ganz ruhig. Also was ist?"
Der Helfer blieb enttäuscht vor Amanda stehen, er hätte die Kleine zu gern in seine Finger bekommen. Er leckte sich grinsend noch über die Lippen. Amanda starrte ihn angeekelt an.
Da lenkte Lee alle Aufmerksamkeit auf sich:
„Ok, ist gut. Lasst sie! Sie haben uns, bist du nun froh?" schnaubte er und schaute Amanda herausfordernd an. Er hoffte, sie würde schnell genug schalten und mitspielen.
Amanda schaute ihn mit großen Augen verwirrt an.
Lee: „Du hast uns erwischt." Er schaute zu Mr. Bouchard.
„Wir haben spioniert." Dann schaute er intensiv zu Amanda
„Du warst diejenige, die sagte, es wäre so einfach das zu tun, für den Wettbewerb. Rausbekommen, was die anderen machen."
Sie starrten sich an und plötzlich verstand Amanda was Lee erreichen wollte. Sie sprang in die Rolle.
„Das stimmt nicht, das war deine Idee. Du hast gesagt, dass dann mehr Geld drin ist."
Lee: „Was?"
Amanda: „Ja, das stimmt! Ja oh ja."
Mr. Bouchard schaute irritiert von einem zum anderen. Auch seine Helfer ließen sich ablenken.
Amanda: „Es ist wahr. Ich bin nicht ein Connie Beth Mädchen. Ich bin eine Lovely Lady!"
Lee war aufgesprungen, niemand hinderte ihn daran. Amanda ging auf ihn zu. Sie waren wie ein sich streitendes Paar.
Lee: „Oh, das ganze verdammte Ding war deine Idee. Du jammerst doch immer, dass wir mehr Geld brauchen."
Amanda: „Meine Idee!"
Nun stand sie genau vor ihm und blickte ihn wütend an.
Lee: „Ja!"
Er dachte kurz, dass sie gut war, verdammt gut. Die Kerle waren so was von irritiert. Jetzt müssten sie sie nur noch mehr ablenken, damit sie aus der Tür könnten.
Amanda: „Ich war absolut glücklich, wo wir waren. Ich brauche keine Diamanten und Pelze."
Sie bewegten sich etwas durch den Raum und Amanda drehte sich zu den Produkten von Conny Beth um, die auf einem Tisch in der Ecke standen.
Lee: „Oh, ich hätte es besser wissen sollen, als dir zu vertrauen!"
Um Mr. Bouchard von Amanda abzulenken, sprach er ihn an:
„Ich sage dir, sie hat das gemeistert das ganze Ding!"
Amanda hatte eine Spraydose in die Hand genommen, den Deckel schnell entfernt und während sie sich schnell zu Mr. Bouchard umdrehte:
„Ich mag keine Diamanten, ich will keine Diamanten. Ich mag dieses Zeug nicht mal!"
Sie stand vor Mr. Bouchard und sprühte ihm das Spray in die Augen. Er schrie vor Schmerz auf, einer seiner Männer eilte zu ihm, während Lee den anderen in den Bauch trat. Lee schnappte sich Amandas Hand und zog sie eilig aus dem Zimmer. Draußen auf dem Flur blieb er dann gleich wieder stehen, als dort mehrere Männer mit Pistolen standen. Schnell registrierte er, dass sie von der Agentur waren. Sie ließen Lee und Amanda durch ihre Reihen gehen und nahmen Bobby Bouchard und seine Helfer fest.
Während die Agenten mit den drei Männern beschäftigt waren, lehnte sich Amanda an die Wand im Flur. Sie war etwas außer Atem. Sie beugte sich etwas vor, legte die Hände vor das Gesicht. Lee hatte schon Bedenken, dass das zu viel für sie gewesen war. Er wollte gerade nach ihr greifen, um sie zu beruhigen, da lehnte sie sich zurück, ließ die Hände langsam fallen und kicherte.
„Schauspielern hat mir früher in der Schule immer Spaß gemacht."
Lee schloss sich ihrem Lachen an, legte einen Arm um ihre Schulter und führte sie den Flur entlang, aus dem Gebäude. Die restliche Arbeit sollten die Kollegen machen. Die Unterlagen, die er fotografiert hatten, würden alles Weitere klären.
Vor dem Gebäude trafen sie auf Paul und Marcus. Sie gingen in den Überwachungswagen. Paul grinste:
„An euch sind Schauspieler verloren gegangen. Ich habe das mitgehört."
Lee und Amanda nahmen diese Worte nur mit einem Nicken lächelnd entgegen. Lee bückte sich und holte den Film aus dem Hosenbund und gab ihn Marcus.
„Hier sind die Beweise für den Waffenschmuggel drauf. Damit haben wir Bouchard."
Dann öffnete er wieder die Tür vom Wagen und half Amanda raus.
„Wir kommen nach in die Agentur."
Paul: „OK, wir geben Mr. Melrose Bescheid."
Amanda und Lee gingen die Straße hinunter in Richtung seines Wagens.
„Wollen wir was zusammen trinken?" er deutete auf ein Café an der Straße.
Amanda nickte: „Ja, gerne, vielleicht auch etwas stärkeres, mir zittern noch immer die Knie."
„Glaubst du davon wird es besser?"
„Nö, aber vielleicht merke ich es dann nicht mehr." Lachte sie.
Lee legte seine linke Hand an ihren unteren Rücken und führte sie lachend zu dem Café.
Sie fanden einen schönen Tisch in einer Ecke. Nachdem sie Kaffee und Gin für jeden bestellt und den verwunderten Blick des Kellners ignoriert hatten, trat erst mal eine angenehme Stille ein. Jeder ging kurz seinen Gedanken nach, bis Lee die Ruhe brach:
„Du hast mich wirklich erschreckt, als der Kerl dich da ins Zimmer geschafft hat." Er schaute sie vorsichtig von unten an, er wollte nicht zu viel von seiner Sorge um sie zeigen.
„Ich war auch erschrocken, als ich von Paul hörte, dass du aufgeflogen warst." Erwiderte sie
und suchte seinen Blick.
Der Kellner kam mit ihren Bestellungen.
Bevor Lee etwas sagte, nahm er den Gin und kippte ihn auf einmal runter. Er erstickte die Angst, dass ihr hätte etwas passieren können, er verbot sich weiter darüber zu denken.
„Wir waren gut als streitendes Ehepaar." Grinste er sie an.
„Nachdem ich begriffen hatte, was du wolltest." Kicherte Amanda. Sie hatte seinen Themenwechsel bemerkt und wurde dann wieder ernst und legte ihm eine Hand auf seine:
„Lee, ich bin nicht alleine gekommen. Marcus war auch schon im Gebäude und es war Unterstützung angefordert gewesen."
Lee nickte ihr zu und holte tief Luft. Er musste lernen, dass sie seine Ausweichmanöver nicht mit machte und nicht locker ließ.
„Gut." Er fuhr sich mit der anderen Hand durch seine Haare und grinste sie entschuldigend an. „Super das mit dem Haarspray."
„Ist für die Haare und gar nicht gut für die Augen." Meinte sie trocken.
Beide mussten lachen. Und Amanda nahm einen Schluck von dem Gin, verzog das Gesicht, schüttete dann den Rest nach, um sich dann zu schütteln.
„Besser?" fragte Lee.
„Jetzt brennt es im Hals und die Knie sind vergessen." Sie schüttelte sich noch mal und nahm schnell einen Schluck von ihrem Kaffee.
Lee schaute sie nur amüsiert an. Er drehte seine Hand, die noch immer von ihrer bedeckt war und nahm ihre. Leicht ließ er den Daumen über die Innenseite ihres Handgelenkes fahren. Diese zärtliche Handlung schickte leichte Stromstöße durch Amandas Arm. Sie versuchte normal weiter zu atmen. Wenn er schon mit so einer kleinen Sache ihren Körper in einen solchen Aufruhr bringen konnte, was wäre, wenn … Sie biss sich auf die Unterlippe und zog ihm dann mit einem Lächeln auf den Lippen die Hand weg, um dann die Kaffeetasse mit beiden Händen zu nehmen und daraus zu trinken. Sie versuchte das Zittern ihrer Hände zu verbergen.
Lee empfand den Verlust des Kontaktes als nicht angenehm. Das leichte Zittern ihrer Hände nahm er zur Kenntnis und verschloss dieses zufriedene Gefühl in seinem Herzen.
Stunden später, als er mit dem Auto auf dem Heimweg war und er den Ehering, den Amanda die letzten drei Tage getragen hatte zwischen den Fingern hielt und ihn dann mit einem zufriedenen Lächeln in die Jackentasche steckte, dachte er an den Moment in dem Café zurück. Er musste sich noch über viele Dinge Gedanken machen und im Klaren werden über sein Leben. Aber er wusste ganz genau, dass er sein bisheriges Leben nicht mehr haben wollte. Die Sehnsucht in seinem Herzen nach etwas Beständigen nahm immer mehr zu. Er musste seine Ängste nur überwinden. Die Ängste, einen Menschen an sein Herz zu lassen. Sein Gedanke ging dorthin, dass Amanda ihm nicht weh tun wollte. Sie war ein so herzensguter Mensch. Würde sie sein Herz haben wollen? Es behüten, nicht verletzen. Würde er diesen Mut aufbringen, den richtigen Schritt zu machen. Diesen entscheidenden Schritt, sich wieder einem Menschen zu öffnen.
Er hielt vor dem Wohnhaus, indem er im letzten Stock seine Wohnung hatte. Die Nachbesprechung hatten sie heute noch beendet und morgen würden sie gemeinsam ihre Sachen aus dem Haus in der Betsy Ross Estates holen. Er müsste nun wieder in seine einsame Wohnung zurückkehren. Die beiden Tage mit Amanda waren voller Wärme gewesen, so anders als das, was ihn nun wieder erwartete. Eines wusste er mit absoluter Sicherheit, er wollte und konnte so nicht mehr weiter machen. Er hoffte, dass auch für ihn ein wenig Glück vorgesehen war. Warum sollte es nicht? Es lag nur an ihm, er musste es zulassen. Mit diesen Gedanken stieg er aus seinem Wagen aus, schloss ihn ab und ging langsam in das Gebäude hinein. Es zog ihn nichts in seine Wohnung.
