Kapitel 3

Etwas über einen Monat später wurde Sakura zu Kakashi ins Büro gerufen. Die pinkhaarige Frau bekam ein ungutes Gefühl als sie ihren ehemaligen Lehrer und ihre ehemalige Shishou erblickte. Beide schauten sie besorgt an. "Was ist los?" fragte die pinkhaarige Frau mit gerunzelter Stirn. Sie hörte wie Kakashi leise seufzte und ihr ungutes Gefühl verstärkte sich als der Mann sich vorlehnte und seine Ellbogen auf seinen Tisch stützte.

"Sakura, wir haben Nachricht erhalten, dass Uchiha Sasuke auf dem Heimweg ist" fing Kakashi an und schaute die pinkhaarige Frau nach jeglicher Reaktion an. "Das ist doch gut, oder?" fragte diese etwas unsicher. "Hör auf um den heißen Brei zu reden, Hatake!" verkündete Tsunade vortretend. "Wie stehst du zu dem Uchiha?" fragte die blonde Frau. Sakura blinzelte überrascht als sie über die Frage nachdachte. "Er ist ein alter Kamerad meines ersten Teams" antwortete die pinkhaarige Kunoichi nach einer Weile.

"Ist da noch mehr?" fragte Tsunade von Sakuras alten Schwärmereien wissend. "Nein, kann ich nicht sagen, wieso?" entgegnete die jüngere Frau. "Shishou?" fragte sie unsicher als sie zusah wie Tsunade und Kakashi unbehagliche Blicke tauschten. "Von Sasuke wird verlangt, dass er seinen Clan wieder aufbaut" fing Kakashi langsam an. "Das habe ich mir bereits gedacht, aber was..." Sakura stockte als sie die Situation plötzlich verstand. "Das ist nicht euer Ernst, er will mich zur Mutter seiner Kinder machen?" fragte sie perplex.

Kakashi atmete tief durch als er nickte. "Das kann er sich abschminken! Ich bin keine Zuchtstute, die er nach belieben besteigen kann" platzte es aus Sakura heraus. Über Tsunades Lippen huschte ein kleines Lächeln, während Kakashi unter seiner Maske etwas errötete. "Das ist allerdings ein Problem, Sakura-chan" murrte der silberhaarige Mann mit einem entschuldigenden Blick. Sakura schaute ihn verständnislos an. "Was meinst du damit? Ich werde ihn abweisen, wenn er zu mir kommt" gab sie aufgebracht zurück.

"Ich habe nichts anderes erwartet, allerdings glaube ich kaum, dass er direkt zu dir kommen wird" entgegnete der Hokage. "Was sollte er sonst tun?" fragte die pinkhaarige Frau besorgt. "Er wird sehr wahrscheinlich zum Ältestenrat gehen damit sie ihm deine Hand für die Ehe geben" erklärte Tsunade. Die pinkhaarige Frau schaute sie mit großen Augen an. "A-aber das können sie doch nicht machen... oder?... oder?" fragte sie geschockt. "Leider können sie genau das tun. Du hast keinen Clan, der dich schützen kann, Sakura und selbst wir werden uns der Entscheidung des Rats nur in soweit entgegen stellen können" erklärte Tsunade auf ihre ehemalige Schülerin zugehend.

Sie erfasste ihre Schultern und schaute ihr tief in die Augen. "Aber... was soll ich dann machen? Ich werde mich garantiert niemanden beugen" fragte die junge Frau hilfesuchend zu ihrer Shishou aufsehend. "Du könntest Schutz bei den Clans oder bei unseren Verbündeten suchen" schlug Kakashi vor, bereits ahnend, dass Sakura diese Möglichkeit ablehnen würde. "Der Nara-Clan würde dich sicherlich aufnehmen, genau wie die Yamanakas oder Inuzukas" zählte er auf. "Und dann was? Bin ich eine Gefangene in meiner eigenen Heimat?" fragte die pinkhaarige Frau noch immer geschockt.

Wie konnte Sasuke ihr das nur antun? Was hatte sie ihm je getan um das zu verdienen. "Wind würde dich sicherlich aufnehmen, um genau zu sein würde dich sicherlich jedes Land mit Handkuss nehmen" erklärte der Hokage als sein Herz für seine ehemalige Schülerin, sein Mädchen, brach. "Und was dann? Es ändert nichts daran, dass ich eine Gefangene wäre" konterte die pinkhaarige Frau an Tsunade vorbei zu Kakashi schauend. "Es gibt noch eine andere Möglichkeit" sagte Tsunade leise und suchte Sakuras Blick.

"Welche?" fragte die pinkhaarige Kunoichi sich an jegliche Alternative hängend, in der sie nicht zu Uchiha Sakura wurde oder als Gefangene in einem Dorf eingepfercht zu werden. "In zwei Tagen ist Wintersonnenwende" fing die Godaime an und Sakuras Augen weiteten sich als sie verstand. "Tsunade, du willst doch nicht etwa?" fragte Kakashi erschrocken. "Was soll ich sonst machen, Kakashi? Ich kann nicht einfach zusehen wie jemand meinen einzigen Lehrling gegen ihren Willen gefangen nimmt" argumentierte die blonde Frau aufgebracht. "Es gefällt mir genauso wenig wie dir, aber es ist die einzige Möglichkeit!" fügte sie hinzu.

"Ich mache es" unterbrach Sakura entschlossen. Kakashi schaute sie überrascht an, bevor er leise seufzte. "Sakura, du weißt, dass du dann für mindestens ein halbes Jahr dort gefangen sein wirst" erklärte er sicherstellen wollend, dass sie wusste, worauf sie sich einließ. "Wenn Sasuke mich nicht finden kann, dann kann er keine Heirat erzwingen und ich werde dort nicht gefangen sein, ich habe eine ganze neue Welt zu erkunden" erklärte die pinkhaarige Frau mit einem kleinen Lächeln als sie versuchte sich mit dem Gedanken anzufreunden ihre Heimat auf unbestimmte Zeit verlassen zu müssen.

"Du hast Recht" seufzte Kakashi ihr einen weiteren, prüfenden Blick zuwerfend. "Ich bin mir sicher, Kakashi. Was muss ich machen um gehen zu können? Ich muss mich beeilen, ich werde einen Tag brauchen um an dem Portal anzukommen" fragte die junge Kunoichi und blinzelte als Tsunade sie innig umarmte. "Shishou, es ist alles gut, ich werde mich nicht fangen lassen" versicherte sie mit einem Lächeln als sie sich einige Tränen davon blinzelte. Zu stur um sie fallen zu lassen.

Kakashi räusperte sich mit einem entschuldigenden Blick und Tsunade schaute ihn finster an als sie Sakura schließlich gehen ließ. "Haruno Sakura, hiermit gebe ich dir die Mission in der Außenwelt oder wohin es dich auch verschlägt dein Glück zu finden. Egal in welcher Form. Ich will, dass du irgendwann zurück kehrst und mir davon berichtest. Solltest du dein Glück in Form einer Ehe finden, seid ihr hier jederzeit willkommen, dann solltest du auch endgültig sicher vor allem sein, was der Ältestenrat versuchen sollte um dich an Sasuke zu binden" erklärte Kakashi.

"Danke" verkündete die pinkhaarige Frau inbrünstig als sie auf ihren ehemaligen Lehrer zuging und ihm um den Hals fiel. Sie hatte damit gerechnet, dass sie ihr Hitai-ate hätte abgeben müssen. Sie war unendlich erleichtert, dass sie ihr Kunoichi-Darsein nicht völlig aufgeben musste. "Für dich doch alles, Sakura-chan" murmelte der Mann seinen Arm um ihren Rücken schlingend als er seine Augen schloss. Er seufzte als er sie nach einer Weile gehen ließ. "Geh zu deinen Freunden und verabschiede dich, sag ihnen allerdings nur, dass du auf eine Solo-Mission gehst, die eine Weile dauern wird" erklärte er und Sakura nickte als schließlich doch eine Träne über ihre Wange kullerte. "Danke" sagte sie sich tief verneigend.

"Na los, du stehst unter Zeitdruck" forderte Tsunade mit einem kleinen Lächeln auf. Sakura richtete sich auf und nickte, bevor sie schließlich aus der Tür verschwand. Ihre besorgten Lehrer hinter sich lassend. Es dauerte nicht lange bis Sakura ihre beste Freundin Ino und ihren 'Bruder' Naruto mit dessen Frau Hinata fand. Gemeinsam trommelten sie den Rest ihrer Freunde zusammen, wie sie es immer taten, wenn einer von ihnen auf eine längere Mission ging.

"Eine Solo-Mission?" fragte Shikamaru als er an dem Abend auf Sakura zukam. "Ja, Kakashi hat sie mir vorhin gegeben" antwortete Sakura mit einem kleinen Nicken. Sie spürte den eindringlichen Blick des Genies auf sich und versuchte sich nichts anmerken zu lassen, was ihre Pläne hätte verraten können. "Wie lange wirst du weg sein?" fragte der braunhaarige Mann mit gerunzelter Stirn, er konnte spüren, dass sie ihm etwas verschwieg. "So lange wie die Mission dauern wird" antwortete die pinkhaarige Kunoichi mit einem Achselzucken.

"Hey Forehead, komm her und trink mit uns" rief Ino ihre Freundin unbewusst vor weiteren Fragen rettend. Sakura grinste breit als sie zu der blonden Kunoichi ging. Die Gruppe feierte den Abend ausgelassen und Sakura versuchte sich dieses Gefühl für die Zukunft einzuprägen. Sie wollte niemals vergessen wie es sich anfühlte von ihren Freunden umgeben zu sein. Mit einem Lächeln verabschiedete sie sich an dem Abend zuerst und machte sich auf den Heimweg. Sie schaute auf den klaren Sternenhimmel als sie langsam zu ihrer Wohnung ging. Sie würde Konoha wirklich vermissen, jedoch war ihr ihre Freiheit um einiges mehr wert.


Zwei Tage später sah Sakura gespannt zu wie sich das Portal in dem alten Baum öffnete. Sie atmete tief durch und rief sich ihre Freunde und alles, was sie zurücklassen würde ins Gedächtnis bevor sie hindurch ging. Sie blinzelte als sie in einer Höhle voller Gold und anderen wertvoll aussehenden Dingen landete. An den Wänden war ihr Weltenbaum und die Bijuu abgebildet. Sie nahm sich ein wenig von dem Gold für einen reibungslosen Start ins Unbekannte und machte sich auf den Weg von der Insel. Sie wartete nicht bis sich das Portal schloss, zu groß war die Versuchung zurückzukehren.