Kapitel 14
Sechs Tage später zog sich Law kurz nach Mitternacht, bedingt durch Regen, in die Aquarienbar zurück. Er wusste zwar, dass er jederzeit in Sakuras Labor schlafen konnte, jedoch beruhigte es ihn den Fischen zuzusehen, besonders wenn er dabei nicht Gefahr lief unterzugehen. Er setzte sich auf eine der gepolsterten Banken und schaute sich die Fische an als er weiter an seinen Plänen schmiedete. Er musste Joker einfach besiegen, es gab keine andere Option für ihn. Mittlerweile war seine Allianz mit den Strohhut-Piraten offiziell und er hatte seinen Titel als Royal Shichibukai verloren.
Es machte ihm wenig aus. Schließlich hatte er mit dem Titel alles erreicht, was er erreichen musste um seine Pläne endlich in die Tat umzusetzen. Der Doktor hatte keine Ahnung wie lange er dort saß und abwesend auf die Fische schaute, als er plötzlich aus dem Augenwinkel etwas pinkes erhaschte. Er blinzelte einige Male als er seinen Kopf drehte und niemand anderen als Sakura innerhalb des Aquariums erblickte.
Sein Blick wanderte über die zierliche Frau, die in einem schwarzen Bikini gekleidet war und trug um ihren linken Oberarm noch immer das altbekannte Band mit dem unbekannten Zeichen darauf. Sie innerhalb des Tanks zu sehen war wohl der beste Beweis, dass sie keine Teufelsfrucht geschluckt hatte als sie problemlos und mit einer unglaublichen Eleganz durch das Wasser tauchte. Der Mann schaute ihr aufmerksam zu als ein kleiner Oktopus um sie herum schwamm. Ein seltenes Lächeln huschte über seine Lippen als er zusah wie die junge Frau anfing mit dem roten Oktopus zu spielen.
Fasziniert von ihrem plötzlich verspielten Wesen stand er auf und ging auf den Abschnitt des Aquariums zu, in dem sie war. Er wusste, dass sie ihn nicht sehen konnte, da es innerhalb des Tanks heller war als in der Bar. Der Mann hatte kein Licht angemacht als er hinein gekommen war. Das Licht des Aquariums reichte ihm völlig aus. Nun war er froh darum, denn so konnte er sie vollkommen ungestört beobachten.
Er sah wie sie kurz auftauchte um Luft zu holen und anschließend wieder hinab kam. Der Pirat genoss den Anblick ihres Körpers als sie wieder mit dem kleinen Oktopus spielte. Law setzte sich auf die Bank und sah sie an sich vorbei tauchen. Sein Blick wurde ungewohnt sanft als er seine Hand hob und sie auf das dicke Glas legte. Der kleine Oktopus führte die junge Frau ein weiteres Mal an ihm vorbei und beide stockten als einige Funken zwischen ihnen entstanden.
Der Mann sah wie die junge Frau mit gerunzelter Stirn direkt vor ihm stoppte, als wolle sie einen Blick in die Bar erhaschen, es jedoch nicht konnte. Sie tauchte ein weiteres Mal kurz auf um frische Luft zu schnappen und kam anschließend zurück. Neugierig versuchte sie in die Bar hinein zu spähen als sie beide Hände an die Scheibe legte. Der Doktor richtete sich auf und legte seine Hände an der selben Stelle wie ihre und ein weiteres Mal erschienen die Funken zwischen ihnen.
Er sah wie ihr Blick sich auf ihre Hände richtete und anschließend wieder geradeaus schaute. Ihm unbewusst direkt ins Gesicht schauend. Ihre Körper erwärmten sich unweigerlich als sie die direkte Nähe des jeweils Anderen spürten. Law schaute in diese unglaublich grünen Augen, er hätte sich in ihnen locker verlieren können, dann wanderte sein Blick über den Rest ihres Gesichts. Er runzelte seine Stirn als er unter ihrem Pony ein kleines, violettes Karo erblickte. Es sah aus wie ein Schönheitsmal, nur hatte es lediglich die falsche Farbe dafür.
Fasziniert folgte er dem Spiel ihrer Haare als diese das kleine Karo immer wieder verdeckten und zeigten, als würden sie mit ihm spielen wollen. Ein Geheimnis, das sie bewahrten und doch mit ihm teilen wollten. Er schaute ihr ein weiteres Mal in ihre Augen und verlor sich wieder darin. Der Mann hatte keine Ahnung wie lange sie so standen, erst als kleine Luftblasen aus ihrem Mund aufstiegen bemerkte er, dass sie langsam wieder Luft holen müsste.
Die junge Frau runzelte ihre Stirn als sie sich von der Scheibe abstieß und hinauf tauchte. Law zögerte keine Sekunde als er sich an den Einstieg des Aquariums transportierte. Er sah wie ihr Kopf die Wasseroberfläche durchbrach und sie tief durchatmete. Ihre Blicke trafen sich und Law ging in die Knie, er erfasste ihre Arme und hob sie problemlos aus dem Wasser. Als sie stand neigte er sich auf ihre Höhe hinab und schaute ihr tief in die Augen.
Er machte seine Absicht klar, in dem sein Blick zwischen ihren Augen und Mund hin und her wanderte. Die junge Frau öffnete ihren Mund etwas und leckte über ihre Lippen, dabei sah sie wie sein Blick an ihrer Zunge hing. Einatmend schloss sie ihre Augen langsam. Kaum waren sie geschlossen fuhr reine Elektrizität durch ihren Körper als seine Lippen ihre berührten. Beide atmeten bei dem Gefühl überrascht ein. Der Pirat fing sich schneller als die Kunoichi als er ihren geöffneten Mund ausnutzte und mit seiner Zunge darin eindrang als ihn ein unglaublich primitives und possessives Gefühl erfasste.
Er schlang seine Arme um sie und zog sie fester an sich, er wusste nicht woher es kam, jedoch übermannte ihn das Gefühl sie besitzen zu wollen und nie wieder gehen zu lassen. Keiner von Beiden spürte den Regen und die Kälte um sie herum als sie sich ineinander verloren. Die pinkhaarige Frau spürte abwesend wie der Doktor seinen Room öffnete und sie davon transportierte. Sie spürte wie er sie auf etwas weiches legte und erhaschte einen Blick auf das Aquarium als er über ihr seinen Platz fand und sie in einen weiteren, atemraubenden Kuss zog.
Es war als wäre ein Damm zwischen ihnen gebrochen als ihre Zungen um Dominanz kämpften. Keiner von Beiden wollte nachgeben, schließlich war es Sakura, die diese Runde gewann als sie seine Zunge mit ihrer in seinen Mund drängte und schließlich folgte. Die Funken zwischen ihnen gaben dem Wahnsinn, in den sie verfallen waren eine unglaublich erotische Note.
Laws Körper brannte mit einem Verlangen, das er sein ganzes Leben noch nicht gespürt hatte. "Shit" knurrte er als er ihre Finger auf seinem Rücken spürte, wann hatte sie seinen Mantel von seinen Schultern gezogen? Auch seine Mütze war spurlos verschwunden. Diese Frau raubte ihm noch den Verstand als seine Hände über ihren Bauch geisterten. Ihr leises Stöhnen war wie Musik in seinen Ohren und er würde so ziemlich alles tun um es weiterhin zu hören.
Er küsste ihre Lippen, ihr Kinn, ihren Hals hinab bis zu ihrem Schlüsselbein. Dort öffnete er seinen Mund und leckte über eine ausgesuchte Stelle. Sakura vergrub ihre Hände in seinen verwuschelten Haaren als ein elektrischer Schock den Nächsten durch ihren Körper jagte. Sie wusste genau, was dort mit ihnen passierte. Ihre Instinkte hatten sie übernommen und nun wollten ihre Seelen nichts lieber als sich ineinander zu verankern.
So gerne sie ihren Instinkten gefolgt wäre, sah sie wie bereits erste Sonnenstrahlen das Aquarium von außen erhellten. "Uhn... Law-kun" verkündete sie atemlos. "Law-kun... La~ah~w-kun" stöhnte sie als er sich an ihr festsaugte. Sie erfasste seinen Kopf und zog ihn mit überraschender Kraft zu sich hinauf. Goldene Augen schauten durch einen Schleier der Lust zu ihr auf als er sich vorlehnte und ihre Lippen in einen weiteren, leidenschaftlichen Kuss fing.
Sakura stöhnte leise, dieser Mann wusste wie man küsste. "Law-kun" murmelte sie gegen seine Lippen als sie beide nach Luft schnappten. "Wir..." sie holte ein weiteres Mal tief Luft, wann war es das letzte Mal passiert, dass ihr nach einem Kuss so der Atem geraubt wurde? "Es wird langsam hell" flüsterte sie als sie seinen Blick fing. Der Schleier über seinen Augen lichtete sich langsam als er registrierte, was sie gesagt hatte. Die Chance von jemanden erwischt zu werden stieg um einiges an.
"Das nächste Mal entkommst du mir nicht" knurrte er als er sich einen letzten Kuss klaute, bevor er sich förmlich von ihr riss. "Shit" fluchte er an sich hinab auf seine gespannte Hose schauend. Sakura folgte seinem Blick und gab ihm einen mitfühlenden. "Nicht anfassen. Ich muss das Problem irgendwie loswerden und das funktioniert nicht, wenn du mich berührst" brummte er als er sah wie sie ihre Hand hob. Sakura hob einen Mundwinkel an als sie sich stattdessen mit der Hand durch ihre Haare fuhr. Wieder blitzte ihr Yin-Siegel kurz darunter hervor.
Law wandte seinen Blick entschieden von ihr ab. "Geh dich umziehen, wir sehen uns beim Frühstück" murrte er als er sein Gesicht mit einer Hand bedeckte. "Du bist wirklich gefährlich für mich" sagte er leise als er durch seine Finger hindurch zusah wie sie aufstand und Richtung Ausgang ging. "Das gilt auch für dich" antwortete sie ihm leise bevor sie hinaus ging. Der Mann senkte seine Hand und fing ihren flüchtigen Blick. In genau dem Moment sah er die Wahrheit in ihrer Aussage. Sie waren gefährlich füreinander.
Er seufzte tief, so viel zu seinen Plänen sie mit nach Dressrosa zu nehmen. Es wäre wohl besser, wenn sie nach Zou weiter reiste. So konnte sie ihn nicht ablenken. Ein weiteres Mal tief seufzend lehnte er sich nach hinten und ließ seinen Kopf in seinen Nacken fallen. Seine Brust fühlte sich, trotz ihrer Abwesenheit, ungewohnt warm an.
