Geheimnis meines Shizu-chans
(Izaya´s POV)
Mein Spielzeug wollte seit 4 Monaten nicht mehr mit mir spielen.
Und das mochte ich überhaupt nicht.
Seit unser letztes Halbjahr an der Raira begonnen hatte benahm sich Shizu-chan komisch, nicht nur in der Schule, ich erfuhr aus zuverlässigen Quellen das er von zu Hause ausgezogen und in ein Apartmentkomplex in West-Ikebukuro bezogen hatte(den genauen Standort erfuhr ich erst nach diesen 4 Monaten) und arbeiten ging.
Ja, ich arbeite auch bereits als Informant für die Awakusa-Kai aber dennoch hatte ich genug freizeit die ich mit meinem Monster verbringen wollte aber nein, er machte Freiwillig Überstunden oder verkroch sich in seinen Bau.
Shinra schien zu wissen was mit Shizu-chan los war, wenn man ihn drauf ansprach merkte man sofort das er etwas wusste(ist eben ein miserabler Lügner) aber man bekam trotzdem nichts aus ihm raus.
Gegen diese idiotischen Jobs konnte ich etwas machen, ich half also dabei meinem Spielzeug mehr Freizeit zu verschaffen indem ich dafür sorgte das er keinen Job länger als eine Woche behielt.
Gut die meisten setzte er selbst in den Sand, Monster sind einfach nicht für Menschenjobs gemacht.
Der einzige Job den Shizu-chan wohl behalten hätte, wäre der als Barkeeper gewesen, also musste ich etwas dagegen unternehmen.
Gut ich hätte ihm nicht gleich die Polizei auf den Hals hetzen müssen, aber er hatte mich endlich mal wieder durch halb Ikebukuro gejagt, schöner Tag.
Und er sollte noch nicht enden den heute folgte ich meinem Monster zu seinem Lager.
Ich wartete etwa eine Stunde bevor ich mich an die Tür zur Monsterhölle wagte. Seltsamer weise war Celty zuvor aus eben jener Tür heraus gekommen, da ich nicht gesehen hatte das sie rein ging musste sie in Shizu-chans Bau gewartet haben, was sie wohl gewollt hat. Es ist nicht so als müsste man in Shizu-chans Wohnung um ihn zu treffen, man konnte ihn nicht verpassen oder verfehlen, zumindest ich.
Ich knackte also das Schloss und trat in den Monsterbau, ich hörte das Brausen einer Dusche.
‚Shizu-chan macht sich extra frisch für mich~, da sollte ich ihn doch gebührend empfangen' dachte ich und schlich über den Flur wo ich das Schlafzimmer vermutete.
In meinen Kopf hatten sich bereits die verschiedensten Szenarien geformt was ich tun sollte wenn Shizu-chan mich entdeckt, aber alles stoppte als ich das Schlafzimmer betrat.
Da stand ein Babybett, einfach so, vor dem normalen.
Ich trat näher und sah in goldbraune Karamell Augen in einem runden Gesicht der mit hellbrauner Flaum bestückt, abgerundet wurde das Bild von dem Däumchen welches von dem Baby genuckelt wurde.
Ich konnte nicht anders als bei diesem Anblick, das kleine Wesen in den Arm zu nehmen. Völlig vergessen wo ich mich hier befand und warum ich hier war.
Ich liebe alle Menschen vor allem Babies, unschuldige kleine Seelen die man verformen konnte wie man wollte.
Das kleine süße Ding lachte mich an und ich schoss schnell ein paar Fotos mit meinem Handy. Ich war so damit beschäftigt, dass ich nicht hörte dass das brausen der Dusche gestoppt hatte.
So überraschter war ich als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich drehte mich um und erblickte Shizu-chans wütendes Gesicht. Wütend sah ich ihn häufig aber diese Wut war unmenschlich, neu und jagte selbst mir etwas angst ein.
„Izaya, gib mir sofort Shizuka, oder ich vergessen mich!" sprach er, deutlich hörbar das ich nur eine Haares breite davon entfernt war, von ihm den Schädel zertrümmert zu bekommen, in echt.
Vorsichtig gab ich Shizu-chan das Baby, das er sofort an seine Brust drückte und mich daraufhin anzuknurren.
„Bist du jetzt Babysitter, Shizu-chan? Aber nein, niemand würde dir sein Kind anvertrauen, also~" meinte ich hinter meiner Maske und hoffte dahinter mein Unbehagen zu verstecken.
„Sie ist meine Tochter und jetzt verpiss dich!"
„Oh und wer ist die Mama oder hast du dir gedacht du könntest nie Kinder mit jemanden zusammen haben, dass du dieses arme kleine Ding einfach entführt hast?" fragte ich stichelnd, und ich war mir sicher ich wäre bereits aus dem zu´nem Fenster geflogen, hätte er nicht noch das Baby, Shizuka war´s? im Arm.
„ALS OB!"
„.. Ach ja, was passiert wohl wenn ich diese Fotos mit den Entführungsdatenbank vergleiche, oder soll ich sofort die Polizei rufen, die sind sicher sehr zuvor kommend, weil sie heute schon mal mit dir zutun hatten und zudem wenn sie wirklich deine Tochter ist, kann du das sicher beweisen, also?" Ich hielt mein Handy deutlich hoch, die Notrufnummer auf dem Display und meinem Daumen auf der Rufertaste.
„Bitte nicht," flüsterte Shizu-chan kaum hörbar.
„Wie~" fragte ich stichelnd.
„Ich erzähl dir wo ich Shizuka her habe, aber nur wenn du niemanden davon erzählst, vor allem nicht der Polizei?"
„Oh, wieso hast du die echten Eltern umgebracht?" Fragte ich ironisch und als Antwort bekam ich ein leise knurren.
„Nur ein Witz, gut, wird als Geschäftsgeheimnis kategorisiert, dann erzähl schon." Shizuo machte eine leichte Kopfbewegung als Aufforderung ihm zu folgen bevor den Raum verlies und in die Küche ging. Ich setzte mich an den Esstisch und Shizu-chan saß mir gegenüber, immer noch das Baby im Arm, wie gerne hätte ich sie gehalten.
Und dann geschah das unfassbare, ich und Shizu-chan in einem Raum, keine fliegenden Straßenschilder oder Messer, nur normal ruhig sprechen. Unglaublich.
Genauso unglaublich wie das was mir Shizu-chan erzählte.
„Als damit ich das richtig verstehe hast du ein ausgesetztes Baby gefunden. Die Behörden ignoriert, sie aufgenommen ohne dass deine eigene Familie etwas davon mitbekommen hat. Bist deshalb von zuhause ausgezogen und nimmst deshalb jeden Job an den du finden kannst und die einzige Hilfe die du hast ist die unseres Verrücken Wissenschaftler Freunds und seinem Obsessionsobjekts. Soweit alles richtig?" meinte ich abschließend, Shizu-chan nickte stumm und knuddelte Shizuka weiter zu sich.
„Warum hast du sie nicht gemeldet, Shizu-chan, du gehst noch zur Schule, zudem ist es nicht die Passende Aufgabe für ein Monster wie dich sich um ein werloses Baby zu kümmern." Shizuo knurrte nur.
„Ich mach das jetzt seit über 4 Monaten, ich krieg das hin, außerdem wenn ich Shizuka gemeldet hätte, hätten die sie mir weggenommen und sie wär entweder ins Heim gekommen oder man hätte sie zu ihren Eltern gebracht, ich weiß nicht was ich schlimmer fände!"
„Wäre es wirklich so schlecht wenn man sie zu ihren leiblichen Eltern zurück brächte?"
„Ja verdammt wäre es, sie haben Shizuka auf die Welt geholt, na und? Sie wollten sie gleich danach töten. Sie haben sie allein gelassen hinter Müllcontainern. Die haben sie nicht verdient." Ich grinste, was für einen Beschützerinstinkt mein Papa-Monster doch hatte.
„Ich versteh dich Shizu-chan, ich würde vermutlich ähnlich reagieren wenn jemand etwas meinen Schwestern antun würde. Gut wie wäre es wenn ich dir von nun an helfe?"
„W-was?"
„Nun es war hauptsächlich meine Schuld das du deinen letzten Job verloren hast, also denke ich ist es nur fair wenn ich dir von jetzt an mit Chibi-shizu-chan helfe."
„Chibi-shizu?"
„Klingt doch süß!" Shizuka wimmerte etwas.
„Gibt's du sie mir noch mal?" fragte ich flehend.
„Eine Minute und wehe du versuchst etwas." Drohte mir Shizu-chan bevor er mir Chibi-shizu-chan gab.
„Aah, Chibi-chan ist so süß, genau wie ihr Papa." Bei dem Kommentar lief Shizu-chan rot an.
„W-was redest du da für einen Scheiß?"
„Nicht solche Ausdrücke Shizu-chan oder willst du das Chibi-chans erstes Wort ein Schimpfwort ist." meinte ich mit gespielter Ernstermine.
Da Shizu-chan jetzt Papa war und ich zugeben musste, das auch ich die Kleine nicht wieder hergeben wollte, beschloss ich unser Spiel zu erweitern. Chibi-shizu-chan beruhigte sich wieder, also ging ich mit ihr auf dem Arm zurück ins Schlafzimmer und legte sie ins Bettchen, natürlich gefolgt von Shizu-chan. Ich drehte mich dann zu ihm und stieß ihn aufs Bett.
„W-was soll das Floh?"
„Wonach sieht es den aus Shizu-chan?" fragte ich während ich auf ihn krabbelte und begann mich auszuziehen.
„Lass das nicht vor Shizuka!" protestierte Shizu-chan.
„Komm schon, wie alt ist sie 4 Monate? Ich denke nicht das sie das irgendwie stören wird. Also entspann dich etwas Shizu-chan, eine kurze Elternzeit-Pause." Damit küsste ich ihn und bevor ich mich versah grinste mich Shizu-chan gruselig an und tauschte unsere Positionen und attackierte meinen Nacken.
Ich stöhnte vor Vorfreude auf das was jetzt kam und dachte daran wie es mit uns dreien weiter gehen würde.
