Tag im Park

Shizuo´s POV

"Papa, wach auf! Papa!" hörte ich eine junge Stimme rufen, der Besitzer der Stimme sprang und rüttelte an mir. Ich öffnete die Augen und sah in goldene Augen, wie die meinen.

"Shizuka? Warum weckst du mich, wie spät ist es?"

"6!" Ich vergrub mich zurück unter meine Decke.

"Viel zu früh, lass Papa noch etwas schlafen." Ich hatte heute frei, doch Shizuka dachte gar nicht daran aufzuhören.

"Papa, nicht wieder einschlafen! Heute sind wir mit Mama verabredet, steh auf!" Und damit war ich hellwach, stimmt heute war ich mit Izaya verabredet um mit Shizuka zu spielen, die drei Jährige war deshalb schon vollkommen aus dem Häuschen.

Wir hatten selten lange Familienzeit. Shizuka wohnt bei mir, doch wenn ich arbeite passte meist Izaya auf sie auf, wenn er auch nicht auf sie aufpassen kann, kümmerten meisten entweder Celty oder Kadota sich um sie. Aber Zeit nur für uns drei gab es selten. Daran war Izaya schuld, er wollte es ja unbedingt so. Geheime Familie. Ich erinnerte mich genau an den Tag an dem er beschloss uns geheim zu halten, immerhin war es an dem Tag gewesen als Shizuka das erste Mal gesprochen hatte.

~Rückblick~

"Was meinst du damit, du willst die 'geheime Mutter' sein." Izaya hatte Shizuka im Arm und sah mich traurig an.

"Glaub mir Shizuo nichts würde mich glücklicher machen, mit dir und Chibi-chan zusammen zu ziehen, aber sei ehrlich niemand würde es wagen sich deinem Kind zu nähern. Wenn man aber erfährt das ich Gefühle für so ein zerbrechliches Wesen habe würde sie nur zur Zielscheibe werden, deshalb weiß kaum einer von Mairu und Kururi. Mit meinem Job als Informant, ist das viel zu riskant."

~Rückblick Ende~

Am selben Tag heckte sich der Floh in verschiedene Ämter und sorgte dafür das Shizuka offiziell und legal meine Tochter wurde. Was heißt das ich sie nicht mehr verstecken musste. Ich war so glücklich darüber gewesen, dass nur Izaya als offizielles Familienmitglied mich glücklicher gemacht hätte.

Wenig später waren wir im Park, ich im meinem üblichen Barkeeper Outfit und Shizuka in T-Shirt, graue Shorts und Eskimohoddy den sie von Izaya bekommen hatte. Schon aus der Ferne erkannten wir den Floh, als Frau verkleidet, mit langer schwarzer Perücke auf dem Kopf, graue Minirock, schwarzer Bluse und seinem üblichen Eskimohoddy, unter einem Baum wartend. Fröhlich stürmte Shizuka nach vorne "Mama" rief sie fröhlich und war wenig später in seinen Armen und wurde von Izaya gedrückt und geküsst.

"Ich habe dich vermisst Chibi-chan, wo hast du Papa gelassen?" Damit zeigte Shizuka auf mich, die beiden kamen zu mir und ich bekam einen Kuss von Izaya.

"Morgen Shizu-chan!"

"Morgen Floh!"


Der Tag war friedlich gewesen, was in dieser Stadt eine wahre Seltenheit war. Izaya und ich sahen zu wie Shizuka mit ein paar anderen Kindern auf einem Klettergerüst herum turnte, währen unsere Umgebung einen immer kräftigeren orange Ton annahm.

"Ich frag mich manchmal ob Shizu-chan und Chibi-chan nicht doch verwandt sind?" Fragte Izaya plötzlich aus dem Nichts heraus. Ich sah ihn an und wusste sofort was er meinte Shizuka sah mir einfach zu ähnlich, mit ihren goldenen Augen und blonden Haaren, (auch wenn meine Naturhaarfarbe dunkel braun ist) wir haben ähnliche Gesichtszüge und ihrer liebe zu Süßem vor allem Pudding und Erdbeeren.

Es gab niemanden in Ikebukuro der nicht davon überzeugt war, sie sei meine leibliche Tochter.

"Weil sie mir so ähnlich ist?" fragte ich dennoch.

"Ja, bei dir käme man nie auf die Idee das Chibi-chan nicht dein leibliches Kind ist!" meinte er mit traurigem Unterton.

"Du bist Shizukas Mama Izaya, sie ist mir genauso wie dir... auch wenn du nicht bei uns wohnst!" murmelte ich den Letzten Part, Izaya seufzte.

"Shizu-chan... das haben wir doch schon oft genug durchgekaut!" Danach blieb es lange still, bis plötzlich eine sehr laute und schrille Stimme durch den Park zu hören war.

"IZA-NII!"

"Mairu?" flüsterte Izaya erschrocken, als auch schon ein braun Haariges Mädchen mit Zöpfen und Brille um Izayas Hals fiel.

"OH, Shizuo-san, warum bist du mit Iza-nii im Park?" fragte sie hibbelig, als Kururi sich zu Wort meldete.

"Iza-nii... Iza-nee?"(Warum sieht Iza-nii aus wie ein Mädchen?)

"Das..." wollten wir beginnen als uns eine dritte weibliche Stimme hinter den Zwillingen unterbrach.

"Mama, Papa wer sind die?" Shizuka stand hinter den Chaos Zwillingen, diese wiederum sahen kurz zu der drei jährigen dann zu uns und wieder zu Shizuka und begannen daraufhin wie vom Teufel besessen zu grinsen(ja sogar Kururi). Kein gutes Zeichen.

"WIR SIND TANTEN!" schrie Mairu aus vollem Halse. Und ich war froh das der Park bereits so gut wie verlassen war.

"Yeah!" kam es fröhlicher als sonst von Kururi. Kurzer Hand wurde mein Baby von Mairu hochgehoben. Während Shizuka perplex von einem Zwilling zum nächsten starrte.

"Hah?"

"Ist Iza-nii dein Papa oder deine Mama?" fragte Mairu immer noch mit diesem breiten Grinsen im Gesicht.

"Mama!" antwortete Shizuka fröhlich und grinste Mairu an.

"Doch Iza-nee!"(Also ist Izaya-nii doch eine Schwester!).

„Ich bin ein Mann, vielen Dank, lass endlich Shizuka runter." Meinte Izaya genervt. Doch die Zwillinge dachten gar nicht daran ihre neue gefundene Nichte los zu lassen.

„Sind das meine Tanten?" fragte Shizuka unschuldig. Etwas zögernd antwortete ich meiner Tochter.

„J-ja, das sind Mamas jüngere Schwestern." Shizuka sah noch mal zu Kururi zu Izaya und dann zu Mairu die sie immer noch im Arm hatte. Dann umarmte sie Mairu und Kururi gesellte sich dazu.

„Dürfen wir mit unserer Nichte spielen?" fragte Mairu mit falscher Unschuld, mir war es nicht möglich mir auszumalen was diese leicht verrückten Zwillinge mit meinem unschuldigen Baby anstellen würden. Doch bevor ich mit einem klaren Nein antworten konnte, sprach Izaya bereits zu seinen Schwestern.

„Ein anderes Mal, es ist schon spät, Shizu-chibi muss langsam ins Bett." Wie auf Kommando gähnte Shizuka, rieb ihr linkes Auge und streckte ihre kleinen Arme nach Izaya aus. Welcher sie glücklich in empfang nahm.

„Schade, naja bis irgendwann mal Chibi-chan." Grinste Mairu und winkte leicht ihre Hand vor Shizukas Gesicht.

„Chibi, darf nur ich mein Baby nennen." Schnappte Izaya spielerisch und knuddelte Shizuka eng an seine Brust. Sie giggelte und wand sich näher an ihrer Mama. Mairu und Kururi liefen aus dem Park und Izaya, Shizuka und ich, folgten diesem Beispiel wenig später. Ich trug Shizuka im Arm und Izaya schlenderte neben uns her.


„Ich muss dann los Shizu-chan."

„Kommst du nicht mit nach Hause, heute?" Izaya schüttelte nur langsam den Kopf.

„Ich habe morgen früh ein wichtiges Meeting." Er lehnte sich zu Shizuka und küsste sie auf die Stirn.

„Tut mir leid Chibi-chan, gute Nacht." Mit diesen Worten ging Izaya in die andere Straße der Kreuzung Richtung Shinjuku. Ich nahm die meine und ging weiter als plötzlich Shizuka an meiner Weste zerrte.

„Papa, Mama ist weg!" meinte sie aufgeregt.

„Mama kann heute nicht mit uns nach Hause kommen." Meinte ich ruhig. Doch sie schüttelte nur angestrengt den Kopf.

„Nein, Mama wurde von der Gasse verschluckt." Damit weiteten sich meine Augen, ich ließ Shizuka runter und meinte knapp.

„Warte hier." Und lief zur Gasse in die Shizuka gezeigt hatte.

Was ich dort sah ließ mich erstmal erstarren. Fünf Typen über einen einzigen Körper gebeugt. Izaya, mein Izaya. Ein Stückstoff knebelte bereits seinen Mund, seine Perücke vom Kopf gerissen. Vier dieser Typen hielten seine Gliedmaßen fest und der fünfte stand über ihm mit einem Messer ausgeholt bereit zum zustechen.

Ohne nachzudenken war bereits ein Straßenschild in meiner Hand.

Niemand legt sich ungestraft mit meiner Familie an.

Niemand.