Disclaimer: Die Comic-Serie Lucky Luke ist das geistige Eigentum von Morris. Die Rechte für die deutschsprachige Ausgabe der Comics hat die EGMONT EHAPA MEDIA GmbH. Die Rechte für die Zeichentrickserien liegen bei Gaumont / Hanna-Barbera Productions, Inc. bzw. bei Dargaud Films / I.D.D.H. / FR3 bzw. bei Xilam Animation / Dargaud Marina / Lucky Comics / France 3 / France 2 / Tooncan Productions.
Als ich diese Geschichte letzten Freitag (13. November 2020) im letzten Kapitel von Wissen ist Macht angekündigt habe, hatte ich keine Ahnung, dass sich bis zum heutigen Totensonntag noch zwei Todesfälle, die mich berühren, ereignen würden. T_T
An für sich war diese Geschichte meiner 2007 verstorbenen Bekannten Frau Müller gewidmet, aber jetzt widme ich sie neben ihr noch meiner am Volkstrauertag verstorbenen 97-jährigen Nachbarin Frau W. und dem am 18. November im Alter von nur 47 Jahren von uns gegangenen kanadischen Schauspieler Kirby Morrow, der in der Serie Lego Ninjago den Ninja Cole gesprochen hat. Mögen sie alle in Frieden ruhen. Die Erinnerung an sie lebt weiter.
Dies ist meine zweite Lucky-Luke-Geschichte, geschrieben in der letzten Septemberwoche 2007 unter dem Eindruck des schwindenden Sommers und eines imposanten Sonnenuntergangs, in melancholischer Stimmung angesichts der Vergänglichkeit des Seins.
Warnung: Es wird traurig! Taschentücher bereit legen! Nicht empfohlen für Personen unter 12 Jahren sowie für Leser, die sich gerade in ausgelassener, fröhlicher Stimmung befinden.
Die kleine Stadt Nothing Gulch in Texas lag friedlich im Licht eines Sommernachmittages. Ein leichter Windhauch fegte ein wenig Staub sowie ein oder zwei Steppenhexen vor sich her und sorgte für eine angenehme Abkühlung. Die Hauptstraße lag wie ausgestorben da, nur ein gebeugter, faltiger alter Mann mit schlohweißem Haar und Vollbart schritt langsam und auf einen Stock gestützt den hölzernen Bürgersteig entlang. Er trug einen altmodischen weißen Cowboyhut, ein gelbes Hemd, eine abgewetzte schwarze Weste, aus der eine goldene Uhrkette hervorschaute, blaue Baumwollhosen, braune Cowboystiefel mit Sporen sowie einen Gürtel, in dessen Halfter ein ziemlich altes Modell eines Sechsschussrevolvers steckte. Von Zeit zu Zeit blieb der Mann stehen und stützte sich zum Verschnaufen für einen Moment mit beiden Händen auf den Stock, bevor er seinen Marsch wieder aufnahm.
Vor dem Saloon verweilte er ein wenig länger und betrachtete leise seufzend die vernagelte Eingangstür mit dem Hinweisschild: "Wegen Prohibition geschlossen". Schräg gegenüber lag der Barbierladen, aus dessen halb offen stehender Tür leise Klänge einer Melodie namens Charleston an sein Ohr drangen. Seit der Barbier einen Radioempfänger angeschafft hatte, spielte sich das gesellschaftliche Leben der kleinen Stadt nun weitgehend in seinem Laden ab.
Vorsichtig und mit leicht zitternden Gliedern stieg der alte Mann vom Bürgersteig auf die Straße hinunter und bog nach links um die Ecke. Dort musste er dem entgegenkommenden Omnibus ausweichen, der offensichtlich die Haltestelle in der Hauptstraße ansteuerte, an deren Stelle vor Jahren das Postkutschendepot der Firma Wells Fargo & Co. gestanden hatte.
Der alte Mann setzte seinen Weg fort und hielt auf die kleine Kirche zu, vor deren Tür ein modernes Automobil parkte. Er beachtete es nicht weiter, sondern ging daran vorbei und betrat den kleinen, von einem weißen Zaun umgebenen Friedhof, der neben der Kirche lag. Dort schritt er zwischen zwei Reihen von Gräbern hindurch, vorbei an den besonders prunkvoll geschmückten Ruhestätten der drei jungen Männer, die im Weltkrieg in Europa gefallen waren, und gelangte schließlich in den hintersten Winkel des Friedhofes, wo sich - durch einen niedrigen weißen Zaun vom Bereich der ehrbaren Bürger abgetrennt - die Gräber der Strolche und Vagabunden, der Viehdiebe und Falschspieler sowie die der hingerichteten Banditen befanden.
Dort angekommen krempelte der alte Mann seine Ärmel hoch, holte aus einem kleinen, baufälligen Verschlag eine alte Harke, an der ein Zahn fehlte, sowie eine verbeulte Gießkanne aus Blech und machte sich daran, diesen Teil des Friedhofes in Stand zu setzen. Nachdem er die Wege geharkt hatte, wendete er sich vier Ruhestätten zu, die im Gegensatz zu den anderen Gräbern in diesem Bereich mit Blumen bepflanzt waren. Das Auffälligste aber war, dass die vier Grabsteine von links nach rechts in der Höhe abgestuft waren wie die Orgelpfeifen. Auf allen stand der Name Dalton. Der alte Mann nahm den Hut vom Kopf, hielt ihn mit der rechten Hand vor die Brust und verharrte einen Augenblick in stiller Andacht, bevor er sich ächzend auf die Knie niederließ, um mit großer Sorgfalt das Unkraut zwischen den Blumen zu jäten. Zum Schluss füllte er die Gießkanne an dem kleinen Pumpbrunnen und goss die Blumen, wobei er für jedes Grab mehrere Male zum Brunnen gehen musste. Nachdem er sein Werkzeug wieder in dem Verschlag verstaut hatte, lüftete er noch einmal den Hut vor den vier bepflanzten Gräbern und verließ den Friedhof.
Er ging aber nicht zurück zur Hauptstraße, sondern verließ die kleine Stadt und begab sich in die Prärie draußen. Unweit der Stadt befand sich dort eine Steinplatte auf dem Boden, die so von Dornbüschen und Kakteen umgeben war, dass uneingeweihte Passanten sie nicht einfach im Vorbeigehen sehen konnten. In die Platte waren in schlichten Lettern die zwei Wörter Jolly Jumper eingemeißelt. Der alte Mann kniete sich nieder und nahm den Hut ab. Dann griff er zwischen die Zweige eines Busches und holte eine eingerahmte, vergilbte Fotografie hervor, die einen jungen Cowboy mit schwarzer Haartolle zeigte, der einen blondbemähnten Mustanghengst am Zügel hielt. Der Cowboy trug ein gelbes Hemd, eine schwarze Weste und blaue Baumwollhosen. Der Alte nahm ein Brillenetui aus seiner schwarzen Weste und setzte eine kleine goldene Lesebrille auf die Nase. Lange Zeit saß er in sich zusammengesunken da und betrachtete die Fotografie. Hinter den Brillengläsern schimmerte es verdächtig. Schließlich raffte er sich jedoch auf, verstaute das gerahmte Bild wieder unter dem Busch und machte sich auf den Heimweg.
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Als der alte Mann die Veranda des großen, hellblau getünchten Holzhauses am Stadtrand betrat, öffnete sich die Haustür und eine junge Frau mit hellbraunem Haar und freundlichen blauen Augen trat ihm entgegen, sich die offenbar feuchten Hände an der Schürze abwischend.
„Na endlich, Großvater, wir haben uns schon Sorgen gemacht", begrüßte sie ihn und bot ihm ihre Schulter als Stütze an. „Ich habe schon beim Pfarrer angerufen, ob du noch auf dem Friedhof bist. Komm rein, das Abendessen ist fertig."
„Mary-Jane, meine Gute", lächelte der alte Mann, wobei man zwei lückenlose Reihen weißer Zähne erkennen konnte. „Ihr macht euch immer zu viele Sorgen um mich. Ich bin doch noch kein Tattergreis."
„Natürlich nicht, aber du bist immerhin über achtzig. Und dann die schwere Arbeit auf dem Friedhof und noch dazu in der Sonne..."
„Ach was, das bisschen Jäten und Harken. Und heiß war es auch nicht, es wehte eine angenehme Brise."
Während dieser Worte waren sie im großen Salon des Hauses angelangt, in dem um einen langen, üppig gedeckten Esstisch herum einige junge Männer und Frauen sowie ein paar Kinder saßen und die Eintretenden erwartungsvoll anblickten. Mary-Jane half dem alten Mann, am Kopfe der Tafel Platz zu nehmen, dann setzte sie sich selbst links neben ihn ums Eck, faltete die Hände und sprach das Tischgebet.
„Ich verstehe nicht, warum du in deinem Alter noch diese Arbeit auf dem Sünder-Friedhof tust, Großvater", wandte sich ein großer, braungebrannter junger Mann an den Alten.
„Ja", fiel eine der jungen Frauen ein, „du brauchst das Geld doch nicht. Du weißt doch, dass du bei uns immer Kost und Logis haben wirst, Großvater."
„Das weiß ich, und ich danke euch herzlich dafür. Was meine Arbeit auf dem Friedhof betrifft, so tue ich sie nicht des Geldes wegen - obwohl es mein Gewissen natürlich erleichtert, dass ich euch nicht gänzlich auf der Tasche liegen muss. Nein, ich tue diese Arbeit, weil sie sonst niemand machen würde. Welcher ehrbare Bürger von Nothing Gulch würde denn die Gräber der Tramps und Desperados pflegen?"
„Oh, ich würde es tun", ließ sich ein blondgelocktes junges Mädchen von vielleicht fünfzehn Jahren vernehmen. „Ich habe nichts gegen Tramps. Hast du die Filme von Charlie Chaplin gesehen, Großvater? Die Coopers haben mich doch am Samstag mit nach Golden City ins Kino genommen. Wir haben uns Charlies neusten Film, Goldrausch, angesehen. Ich habe so gelacht wie selten zuvor! Es war einfach zu komisch, wie sie den Schuh gegessen haben!"
„Goldrausch...", murmelte Großvater versonnen. „Ich war dabei, damals am Klondike."
„Ehrlich?", fragte das Mädchen strahlend. „Und? Hast du viel Gold gefunden?"
„Nein, überhaupt keins. Ich habe auch gar nicht danach geschürft. Ich habe lediglich einen Freund in Dawson gesucht."
„Und nebenbei sicher ein wenig mit dem gesetzlosen Gesindel dort oben aufgeräumt, wie ich dich kenne", fiel der braungebrannte Mann ein.
„Natürlich, John", ergriff Mary-Jane das Wort. „Großvater hat doch diesen Gauner Soapy Smith dingfest gemacht. Du weißt doch, die Geschichte mit dem Telegrafen, der mit niemandem verbunden war. Dieser Soapy hat den armen Goldsuchern Geld für Telegramme abgeknöpft, die niemals irgendwo ankamen, und obendrein hat er dabei noch erfahren, wer wann wo wie viel Gold gefunden hat."
„Ja, Großvater hat mit so ziemlich allen Banditen hier im Westen aufgeräumt", sagte ein junger Mann von etwa neunzehn Jahren. „Jetzt ist es hier im sogenannten 'Wilden' Westen so friedlich wie auf einem Kaffekränzchen der Temperenzlerinnen."
„Dafür geht es im Osten jetzt hoch her", ließ sich der braungebrannte John vernehmen. „Dieser Erzgauner Al Capone in Chicago kann von Glück sagen, dass er nicht hier in Nothing Gulch lebt. Du würdest ihm sofort das Handwerk legen, was Großvater?"
„Großvater könnte doch mit der Eisenbahn nach Chicago fahren", sagte ein etwa sechsjähriger Junge mit leuchtenden Augen. „Oder noch besser: Er fliegt mit einem Flugzeug!"
„Aber Charles!"
„Doch, doch", verteidigte der Junge seine Idee. „Das geht! Das habe ich im Kino gesehen! Und Großvater kann alles - er schafft es bestimmt, ein Flugzeug zu lenken!"
„Lasst den armen Großvater in Ruhe", sagte Mary-Jane streng. Als einzige hatte sie die Blässe bemerkt, die das Gesicht des alten Mannes im Verlauf des Essens überzogen hatte.
Großvater erhob sich.
„Wo willst du denn hin, Großvater?", fragte Mary-Jane besorgt.
„Nur auf die Veranda. Ich möchte mir vom Schaukelstuhl aus den Sonnenuntergang ansehen."
„Bleib aber nicht zu lange draußen, Großvater, sonst spürst du morgen wieder die Gelenke."
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Der alte Mann lehnte behaglich in seinem Schaukelstuhl auf der nach Westen blickenden Veranda und legte sich die Decke auf den Knien zurecht. Aus dem Haus drangen gedämpft die Stimmen der jungen Leute sowie das Klappern von Geschirr. Sie nannten ihn Großvater, obwohl er mit keinem von ihnen blutsverwandt war. Er war lediglich der Taufpate von Mary-Janes verstorbener Mutter, weshalb er Mary-Jane und ihre Geschwister von klein auf kannte. Eigene Kinder hatte er nie gehabt.
„So, gebt Großvater eure Gute-Nacht-Küsse, Kinder", ertönte Mary-Janes Stimme, und kurz darauf stürmten drei kleine Kinder auf den alten Mann im Schaukelstuhl zu und erklommen seinen Schoß. Mary-Jane kam einen Augenblick später mit einem Baby auf dem Arm nach.
„Gute Nacht, Großvater!", tönten die zarten Stimmen.
„Gute Nacht, ihr Racker", gab der alte Mann schmunzelnd zurück.
Nachdem die Kinder und Mary-Jane ins Haus zurück gegangen waren, schloss der alte Mann die Augen und summte leise vor sich hin. Er sah große Rinderherden an sich vorüberziehen, prächtige Longhorns, zehntausend Stück und mehr. Er hörte die Schreie der lassoschwingenden Cowboys auf ihren gescheckten Pferden, und beinahe glaubte er, den Staub einatmen zu können, den die vielen tausend Hufe aufwirbelten.
Dann lag die leere Prärie vor ihm, wild und schön und unberührt. Er vernahm das Geräusch von Klapperschlangen und hörte das Geheul der Kojoten.
Schließlich tauchte ein Saloon vor seinem geistigen Auge auf, ein Saloon, in dem Whiskey und Bier ausgeschenkt wurden, leichtbekleidete Tänzerinnen zur Melodie eines mechanischen Klaviers auf der Bühne ihre Beine schwangen und wüste, raue Kerle wegen ein paar gezinkter Karten eine Schlägerei anfingen.
Dann machte diese Szene einem Indianerdorf Platz. Stolz blickten die roten Krieger unter ihrem Federschmuck hervor. Sie lebten noch frei auf dem Stammesgebiet ihrer Vorfahren, nicht in einer Reservation.
Plötzlich ertönten die Trompetensignale der Kavallerie, und die Prärie füllte sich mit blauuniformierten Reitern, die auf ein mit Holzpalisaden umgebenes Fort zuhielten.
Dann wand sich ein langer Siedlertreck mit Ochsenkarren mühsam durch die mit Tafelbergen durchsetzte Wüste, begleitet von Geierschwärmen, die über ihnen kreisten.
Revolverschüsse krachten und maskierte Banditen sprangen hinter einem Felsen hervor und überfielen die Postkutsche, die sich plötzlich in einen Zug mit Dampflokomotive verwandelte.
Dann war da ein Gebäude mit der Aufschrift Bank, aus dem vier verwegene Männer, von denen einer immer einen Kopf größer war als der nächste, mit schweren Säcken beladen auf die Straße stürmten - die Daltons! Billy the Kid und Jesse James gesellten sich zu ihnen, auch Soapy Smith war plötzlich da, ebenso Belle Starr, die Banditenkönigin, Calamity Jane, Joss Jamon, Phil Defer, Pat Poker und zahllose andere Gestalten, denen der alte Mann im Laufe seines langen Lebens begegnet war.
Dann tauchten die jungen Reiter des Pony-Express am Horizont auf, während am anderen Ende des Blickfeldes Männer Telegrafenmasten errichteten. Chinesen und Iren verlegten Schwellen und Schienen für die Eisenbahn, gesetzte Herren in feinen Anzügen hielten große Reden und schlugen einen goldenen Nagel in die letzte Schwelle. Die transkontinentale Eisenbahn war fertiggestellt.
Im seichten Wasser eines kleinen Flusses standen Männer mit flachen Metallpfannen und schürften nach Gold. Einer von ihnen stieß plötzlich einen Freudenruf aus und zeigte den anderen das große Nugget, das sich in seiner Pfanne befand.
Das Gold schimmerte und glänzte, immer heller und heller, so dass der alte Mann geblendet die Hand vor die Augen halten musste. Nein, es war nicht das Gold, das blendete, sondern die Strahlen der untergehenden Sonne! Zunächst rotgolden, wurde das Licht immer heller und heller, bis es in einem gleißenden Weiß erstrahlte. In diesem Moment hörte der alte Mann ein vertrautes Wiehern, und aus dem gleißenden Licht trabte ein blonder Apfelschimmel auf ihn zu.
„Jolly Jumper!", rief der alte Mann erfreut und streckte die Hand nach dem Mustang aus. Und siehe da, seine Haut war nicht länger faltig, sondern wieder jung und straff. Seine ganze Gestalt richtete sich auf, die gebeugten Schultern wurden wieder gerade, und sein tiefschwarzes, volles Haar schimmerte im Licht bläulich. Die lange Locke fiel ihm wieder in die Stirn, und er spürte eine unbeugsame Kraft durch seine Glieder strömen.
„Jolly, Old Boy! Los, lass uns in den Sonnenuntergang reiten - so wie immer!"
Mit diesen Worten schwang er sich in den Sattel und gab dem freudig wiehernden Hengst kurz die Sporen, so dass er sich kurz aufbäumte und dann schließlich in vollem Galopp auf die untergehende Sonne am Horizont zuhielt.
„I'm a poor, lonesome cowboy, and a long, long way from home ..."
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Als Mary-Jane früh am nächsten Morgen auf die Veranda kam, lag Großvater reglos in seinem Schaukelstuhl. Sein Kopf war auf eine Schulter gesunken und der Hut befand sich am Boden. Auf seinem Gesicht jedoch lag ein Ausdruck von Frieden und grenzenloser Glückseligkeit.
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Epilog
Die Strahlen der untergehenden Sonne fielen auf ein Grab, das gegenüber den drei Kriegsgräber auf dem Friedhof von Nothing Gulch errichtet worden war. Sehr viele Blumenkränze, die meisten davon mit Trauerbändern, lagen darauf. Der größte Kranz trug die Unterschrift Mary-Jane. Im scheidenden Abendlicht schienen die in den Grabstein gemeißelten Lettern rot zu glühen:
LUCKY LUKE
Der letzte Held des Wilden Westens
~~~~~~~~~~~~~~~Ende~~~~~~~~~~~~~~~
Ich hatte ja gesagt, es würde traurig werden ... ^_^° Wünsche allen Lesern einen geruhsamen Totensonntag mit vielen schönen Erinnerungen an all jene, die von uns gegangen sind.
Referenzen:
Zu Lucky Lukes Erlebnissen während des Goldrauschs siehe Band Am Klondike (1996). Die Schandtaten des erwähnten Soapy Smith sind dabei authentisch. ;-P
The Gold Rush (1925), Regie: Charles Chaplin
Anmerkungen:
Steppenhexe ist laut DeepL-Online-Übersetzer das deutsche Wort für Tumbleweed (wörtl. "Purzelkraut"). Gemeint ist damit nicht eine bestimmte Pflanzenart, sondern eine Form von Diaspore (Ausbreitungseinheit), bei der mehr oder weniger die ganze Pflanze mit Ausnahme des Wurzelsystems im ausgetrockneten Zustand vom Wind vor sich her getrieben wird. Man kennt das ja aus Filmen und Zeichentrickserien (nicht nur aus Western): So ein vertrocknetes Pflanzenknäuel, das langsam über den Boden durchs Bild rollt, meist begleitet von Grillengezirpe, als Ausdruck von Verschlafenheit, "tote Hose", "nichts los" ... genau so ein Ding meine ich hier mit Steppenhexe. :-P
Unter Prohibition versteht man die Zeit des totalen Verbots der Produktion, des Imports, des Verkaufs und des Konsums von Alkohol in den USA von 1920 bis 1933.
Temperenzler sind Anhänger der Abstinenzbewegung (Bewegung gegen Alkoholkonsum, Befürworter der Prohibition), die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert der Sittlichkeitsbewegung nahestand.
Al Capone (Alphonse Gabriel Capone, 17. Januar 1899 - 25. Januar 1947) war einer der berüchtigtsten Verbrecher der Prohibitionszeit in den USA und wurde geradezu zum Symbol für organisierte Kriminalität und mafiöse Strukturen.
