Extra-Warning: Fiktionalisierte und verfälschte Darstellung einer historischen Persönlichkeit
III.
Es tut mir wirklich leid, Bonnie, aber wir brauchen dich hier. Du musst Damon fürs Erste vergessen. Alaric hat das letzte Teil verloren, die Sirenen haben alles, was sie brauchen, abgesehen von einem Erben der Maxwell-Blutlinie. Wir müssen Matt und seinen Vater mit allen Mitteln beschützen, erklärte ihr Nora in ihrem Kopf, Mary Lou und Stefan laufen irgendwo dort draußen herum, verwirrt und verflucht, aber sie müssen genauso warten wie Damon.
„Damon kann aber vielleicht nicht warten", murmelte Bonnie, sah hinüber zum Tankstellenshop, und warf einen düsteren Blick hinüber zu dem derzeitigen Bewohner von Damons Körper.
Henry nuckelte an einem Orangensaftpackerl und wirkte wie die personifizierte Unschuld, aber er hatte deutlich klar gemacht, dass er um jeden Preis überleben wollte. Wenn Bonnie und Enzo die Suche nach Damon abbrachen, dann würde Henry sich seinen Körper ohne Gewissensbisse auf Dauer unter den Nagel reißen. Und Bonnie konnte ihm das nicht einmal verübeln, an seiner Stelle hätte sie vermutlich genauso gehandelt. Die Meisten hätten das.
„Was sagt du, Liebes?", wollte Enzo von ihr wissen, der neben ihr stand und ebenfalls düster in Henrys Richtung starrte.
Bonnie seufzte. „Die Apokalypse steht bevor, wir können nicht weiter nach Damon suchen, zumindest ist Nora dieser Ansicht", meinte sie, „Aber wir können jetzt auch nicht aufhören nach ihm zu suchen…. Am besten du gehst zurück zu den anderen, du bist schneller als ich und kannst ihnen dabei helfen die Maxwells zu beschützen, und ich und Henry, wir suchen weiter nach Damon…."
Enzo schüttelte den Kopf. „Kommt überhaupt nicht in Frage. Mit dem da" - er nickte in Henrys Richtung hinüber. „lasse ich dich sicherlich nicht alleine." Henry winkte fröhlich zu den beiden hinüber. „Keiner ist Vampir und dabei ständig so harmlos gut drauf. Mit dem stimmt etwas nicht, das spüre ich deutlich."
„Oder du magst ihn einfach nicht, weil er deinen Körper in Besitz genommen hatte", schlug Bonnie vor.
„Das eine bedingt das andere nicht unbedingt. Ich kann beides unabhängig voneinander empfinden", meinte Enzo dazu nur.
Henry trat zu ihnen hinüber und lächelte eines dieses entschuldigenden Damon-Lächeln, auf die Bonnie noch nie hereingefallen war. „Entschuldigt, aber ich konnte nicht anders als mitzubekommen was hier vor sich geht", meinte er, „Vielleicht kann ich euch ja behilflich sein. Seht ihr, meine Hexen können euren Freund genauso gut in diesen Körper hier zurückversetzen wie du, Bonnie. Du kannst ruhig losfahren und deinen Freunden helfen, und Enzo kann hier bleiben und mich zu begleiten, während wir weiterhin nach euren Freund Damon suchen. Damit haben wir alle gewonnen."
Das war Bonnie nun auch wieder nicht recht. Somit würde sie Enzo der Gnade von Henry ausliefern, da sich dieser zusammen mit seinen (übrigens sehr sinister wirkenden) Hexenverbündeten eindeutig in der Überzahl wäre.
„Nein", meinte sie daher, „Nein, in diesem Fall müssen die anderen ohne uns zurechtkommen. Wir sind so nahe an Damon dran, wenn wir jetzt aufgeben würden … Ric hatte ihn beinahe gefunden. Und Penny ist vielleicht immer noch bei ihm…."
Wenn sie einen Lokalisierungszauber aussprechen würde, der Penny fand, würden sie die beiden vielleicht sogar finden, aber leider hatte sie nichts bei sich, was Penny gehörte, und Nora und Valerie mussten Matt bewachen und hatten dazu keine Zeit. Und Penny hatte offenbar kein Handy oder dergleichen bei sich. Zumindest hob sie nicht ab.
„Wir können einfach nicht so nahe vor dem Ziel aufgeben, Nora, es tut mir leid. Ich weiß, dass ihr Matt und seinen Vater auch ohne unsere Hilfe beschützen könnt. Und selbst wenn nicht, wir würden zu euch vermutlich noch länger brauchen als zu Damon", sagte sie also.
Nora gab ihr keine Antwort, aber Bonnie dachte, dass sie ihr Missfallen spüren konnte. Was natürlich nicht möglich war, weil das kein Sinneseindruck war, aber trotzdem.
Ja, es war egoistisch, aber auch wahr – sie und Enzo würden einige Zeit brauchen um zurück nach Dallas zu kommen, es war nicht gesagt, dass sie vor den Sirenen oder deren Sklaven dort ankommen würden. Aber im Grunde lief es darauf hinaus, dass sie keinen Sinn darin sah die Welt zu retten, wenn sie dafür einen Freund im Stich lassen musste. Sie hatte schon so viel verloren, so viele Personen, die sie liebte, nicht retten können. Sie wollte Damon dieser Liste nicht auch noch hinzufügen.
„Wir beeilen uns", betonte sie, „Denkt daran, dass ihr im Haus sicher seid. Sie können nicht hinein. Auch Mary Louise kann es nicht, wenn sie Matt entführen will."
Sie blickte ihre beiden Vampirbegleiter an. „Das hier muss schnell gehen", betonte sie, „Wir dürfen keine Zeit mehr verschwenden. Fahren wir zu diesem Spital, in dem Ric Damon vermutet hat."
Sie waren inzwischen nicht mehr mit dem Motorrad unterwegs, sondern stattdessen mit einem Sportwagen, den Henry seinen rechtmäßigen Besitzern entwendet hatte. Geschwindigkeit wäre kein Problem. Alle drei stiegen wieder in den Wagen, und Enzo übernahm das Steuer, das Bonnie ihm dieses Mal sogar bereitwillig überließ. Bisher hatte er sich als Phönix-Stein-Nachwirkungen immun erwiesen.
„Wisst ihr", meinte Henry, „findet ihr nicht, dass es vielleicht von Vorteil für euch wäre, wenn ihr mir sagt, was eigentlich los ist? Jetzt wo wir alle Freunde sind, kann ich euren Freunden ja vielleicht bei ihrem Problem helfen. Oder meine Hexenfreunde können es."
Bonnie seufzte, und warf dem Vampir einen Seitenblick zu. Er hatte sich locker auf den Rücksitz des Wagen drapiert, und behielt Bonnie und Enzo dabei mit einer Aufmerksamkeit im Auge, die seine lockere Haltung Lügen strafte.
„Wir müssen ein paar Sirenen davon abhalten mittels einer magischen Glocke die Hölle auf Erden einzuläuten. Wortwörtlich. Wenn die Glocke von der richtigen Person oft genug geläutet wird, dann wird Höllenfeuer freigesetzt – ein ganzer Blast davon – und der Teufel wird befreit und kann auf Erden wandeln", erklärte sie.
Henry sah sie mit erhobenen Augenbrauen an. „Ich verstehe", meinte er.
„Nein, das tust du mit Sicherheit nicht. Es ist das erste Medium, der während seines Todes eine Taschendimension erschaffen hat, in der er böse Seelen quält. Er kann Unsterblichkeit und übernatürliche Fähigkeiten verleihen. Wir wissen nicht genau wie. Und bisher konnte er nur durch seine Diener mit unserer Welt interagieren, aber wenn sich das ändert, dann … wer weiß, was er dann tut. Das Höllenfeuer ist schon schlimm genug – es wird alles und jeden, der in seinen Radius gerät, auslöschen. Und seine Dienerinnen werden mit Sicherheit dafür sorgen, dass es mitten in einer belebten Gegend ausbricht", erklärte Bonnie, „Also nein, nichts von dem hier ist eine Metapher."
Henry hob abwehrend die Hände, und wirkte so einen irritierenden Moment lang sogar noch mehr wie Damon. „Hey, ich habe gesagt, dass ich verstehe, und ich meine es auch so. Ich für meinen Teil habe nie am der Existenz der Hölle gezweifelt. Ich meine, wo kämen wir hin, wenn es sie nicht gäbe? Manche Individuen sind so schlecht, dass sie einfach Strafe verdienen. Wenn schon nicht im Leben, dann zumindest nach ihrem Tod", meinte er, „Warum sollte es also keinen Teufel geben, der sie ihrer gerechten Strafe zuführt?"
Bonnie zuckte die Schultern. „Das ist nicht die Art von Einstellung, die ich von dir erwartet hätte", meinte sie.
„Nur weil ich auf Feiern stehe, bedeutet das noch lange nicht, dass das alles ist, was in mir steckt, Bonnie. Niemand ist jemals nur eine Sache. Wir alle sind mehrdimensional, oder etwa nicht? Vergiss nicht, dass ich ein Vampir bin. Ich bin kein Kind der Gegenwart. Ich stamme aus einer anderen Zeit als du", gab der Vampir zurück.
Ja, das durfte sie nicht vergessen, nicht wahr? Genauso wenig wie sie nicht vergessen durfte, dass er nur mit ihnen kooperierte, weil er unbedingt das Leben, aus dem Rayna Cruz ihn gerissen hatte, fortführen wollte. „Und was war das für eine Zeit?", erkundigte sie sich wie nebenbei, „Was für eine Art Mensch warst du, bevor du zum Vampir wurdest?"
„Im Grunde der Gleiche wie danach. Ich habe das Leben schon immer genossen, alles ausprobiert, was man ausprobieren kann. Ich hatte drei Ehefrauen – obwohl ich ehrlich sagen muss, dass keine so bezaubernd war wie du, meine Liebe…"
„Hey!", meinte Enzo an dieser Stelle.
„Ich wollte ihr nicht zu nahe treten, ich bin nur ehrlich. Ich war in ein paar … nun sagen wir sehr gewinnbringende Geldgeschäfte verwickelt, und habe das daraus gewonnene Geld dann gut angelegt. Und ich habe ein paar Erfindungen gemacht – nützliche Aparte gebaut", fuhr Henry abwehrend vor.
„Wirklich? Kennen wir vielleicht etwas, das du erfunden hast?", wollte Enzo jetzt wissen.
Henry winkte ab. „Wohl eher nicht. Es waren vor allem Spielereien. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man heutzutage noch davon weiß. Ich war nicht diese Art von Erfinder", meinte er, „Sorry, wenn euch das enttäuscht. Ich bin nicht der Typ, der der Verbrennungsmotor oder ähnliches erfunden hat."
„Nun, es wäre mal eine interessante Abwechslung, einem Vampir zu begegnen, der eine historisch bedeutsame Persönlichkeit ist", gab Bonnie zu, „Aber ich schätze von denen laufen nicht allzu viele herum. Man würde sie ja wohl auch auf der Stelle erkennen."
„Außer sie wissen sich zu tarnen. Ein Schnurrbart etwa kann eine Menge Unterschied machen", erwiderte Henry, „Aber mir ist in meiner bisherigen Existenz auch noch keine Marie Antoinette oder ein George Washington begegnet, tut mir leid."
„Sherlock Holmes wäre mir im Moment lieber", meinte Bonnie.
„Den gab es nicht wirklich, Bonnie", gab Enzo zu bedenken.
„Ist mir gleich, solange er mir dabei helfen würde Damon zu finden", erwiderte die Hexe.
„Tja, leider bin ich nicht Sherlock Holmes, noch nicht mal Mycroft", räumte Henry ein, „Aber ich will trotzdem helfen. Das könnt ihr mir ruhig glauben. Ja, ich verspreche mir was davon, aber Hilfe ist Hilfe, egal warum sie einem zur Verfügung gestellt wird. Vergesst das nicht."
Und das würde Bonnie auch nicht, denn ja, im Moment war ihnen allen jede Hilfe willkommen, die sie kriegen konnten.
„Sagt nur ein Wort", meinte Henry, „Und ich schicke meine Hexen los damit sie euren Freunden helfen." Er zückte sein Wegwerf-Handy. „Sagt mir nur wo ich sie hinschicken soll", meinte er, „Höllenfeuer und den Teufel und seine Kohorten hier, das werden sie auf jeden Fall verhindern wollen. Wer würde das nicht wollen?"
Bonnie zögerte noch einen Moment, und warf Enzo einen fragenden Blick zu. Der nickte ihr zu. Also nannte sie Henry die Adresse des Saltzman Hauses in Dallas. Ja, sie mochte diese Hexen, die Henry hörig waren, nicht besonders, aber er hatte einen Punkt - es war in ihrer aller Interesse zu verhindern, dass die Glocke läutete. Und wenn sie Nora Hilfe schickte, dann wäre diese vielleicht weniger sauer auf sie, weil sie nicht sofort persönlich angerauscht kam und immer noch zuerst Damon retten wollte.
Und im Endeffekt stimmte es – Hilfe war Hilfe, egal von wem sie kam. Und alles, was die Sirenen zumindest verlangsamte war im Moment mehr als willkommen.
„Wir sind uns also einig", erklärte Matt, „Was immer passiert, was immer wir auch tun, wir werden die Glocke nicht läuten."
Peter Maxwell nickte voller Überzeugung. „Sie können uns nicht zwingen", stimmte er seinem Sohn zu, „Wenn wir uns also weigern, dann scheitert ihr Plan. Keine Hölle auf Erden. So einfach ist das."
Natürlich war es in Wahrheit nicht so einfach. Das Saltzman-Haus sollte ihnen Schutz bieten, es war immer noch entsprechend verhext um zu verhindern, dass es von jemanden betreten wurde, der irgendjemanden im Haus böses wollte, doch das bedeutete nicht, dass es keine Schlupflöcher gab – oder Sirenensklaven mit Phantasie. Mehr als einer von Sybils Handlangern hatte es bereits für eine gute Idee gehalten das Haus anzuzünden. Zum Glück war bisher immer rechtzeitig eine Hexe in der Form von entweder Nora oder Valerie zur Stelle gewesen um den Brand zu löschen, doch wer wusste was diesen Leuten als nächstes einfallen würde?
„Falls sie mit einem Panzer angerollt kommen, dann müssen wir hier auf jeden Fall raus", meinte Tyler, und keiner widersprach ihm, was das anging, denn wenn sie alle tot wären, dann nützte ihnen die Tatsache, dass niemand ihre Leichen bergen konnte nichts mehr. Andererseits wären dann auch Matt und sein Vater tot, also könnten die Sirenen wenigstens nicht mehr die Hölle einläuten. Trotzdem war keiner von ihnen besonders scharf darauf zu sterben, wenn es sich vermeiden ließ.
Das Maxwell-Schutzkommando bestand aus Caroline, Nora, Valerie, und Tyler. Und das war's dann auch schon wieder, leider. Bonnie und Enzo waren immer noch irgendwo auf der Suche nach Damon verschollen, Stefan irrte verflucht durch die Lande, Mary Louise tat das entweder ebenfalls oder war Sybils Schoßhäretikerin, und Jeremy war immer noch bei Doktor Sulez. Alaric war zusammen mit seinen Töchtern in einem Hotel untergekommen, nachdem sein Auto nicht mehr zu gebrauchen war, und was aus Penny geworden war, wussten sie nicht. Von Damon gab es nach wie vor keine Spur.
Sie waren also etwas unterbesetzt, aber zumindest hatte Bonnie ihnen Unterstützung durch einen Hexenzirkel versprochen, der wohl mit dem Vampir im Zusammenhang stand, der im Moment Damons Körper bewohnte.
Sie mussten also nur durchhalten bis diese Verstärkung eintraf (und hoffen, dass das Haus so lange durchhalten würde).
„Der Wiederverkaufswert von diesem Haus war so gut", seufzte Caroline, „Und jetzt …. Offenbar werde ich niemals damit aufhören können Makler zu manipulieren."
„Sieh es positiv, Car, wenn wir samt dem Haus von einer Welle Höllenfeuer ausradiert werden, dann musst du dir darüber keine Gedanken mehr machen", meinte Tyler, woraufhin Caroline ihm einen düsteren Blick zuwarf.
„Wartet … hört ihr das? Es geht wieder los", fuhr Nora auf einmal hoch.
Sie hatten sich alle zusammen im Wohnzimmer verbarrikadiert und auf den nächsten Angriff gewartet, und nun schien es endlich soweit zu sein. Alle außer den Maxwells waren angespannt und dann … schoss eine Kanonenkugel durch das Fenster und zertrümmerte den Esstisch.
„Das ist nicht deren Ernst!", beschwerte sich Caroline.
„Nun, immerhin ist es kein Panzer", merkte Tyler an.
„Trotzdem ist es nicht viel besser!", meinte Caroline erbost, „Die haben gerade das Fenster zerstört! Das Fenster zu dem Haus, in dem meine Kinder leben! Mit einer verdammten Kanone! Wo haben die eine verdammte Kanone her?!"
„Nun, ich nehme an sie war leichter zu besorgen als ein Panzer. Gibt es irgendwo in der Nähe ein Heeresgeschichtliches Museum, oder vielleicht einen Privatsammler oder ….", begann Tyler, doch Caroline hörte ihm gar nicht mehr zu.
„Ich mach das", verkündete sie, „Valerie, du bist mein Back Up." Und dann war sie schon mit Vampirgeschwindigkeit aus dem Haus geschossen. Valerie folgte ihr auf dem Fuße.
„Ist es schräg, dass diese beiden sich so gut zu verstehen scheinen?", wollte Tyler wissen.
Matt lugte aus dem Fenster. „Das Einzige, was schrägt ist, ist die Art und Weise, wie sie diese alte Kanone zerlegen. Und deren Nutzer … Uh, das muss weh getan haben", meinte er, „Oh, nein, ich glaube da kommt Sybil…."
Nora hechte zum Fenster und machte sich bereit die Sirene in Flammen aufgehen zu lassen, bevor sie ihren Mund öffnen konnte. Doch die Sirene war nicht dumm, sie blieb in entsprechenden Sicherheitsabstand stehen. Aber zumindest hatten Caroline und Valerie bei ihren Anblick die Flucht ergriffen, und waren wieder im Haus angekommen, und damit ebenfalls außerhalb der Reichweite der Sirenenkräfte.
„Wir sollten das Fenster vernageln", meinte Matts Vater, „Und vielleicht solltet ihr euch Wachs in die Ohren stopfen."
„Wir sollten sie tot schießen, bevor sie ihre Kräfte einsetzen kann, das ist es, was wir tun sollten", meinte Caroline, „Könnt ihr irgendwie die Reichweite unserer Waffen erweitern?" Sie warf den beiden Häretikerinnen einen fragenden Blick zu.
Valerie lugte in Sybils Richtung. „Nicht weit genug dafür, befürchte ich", meinte sie.
„Ich hole die Bretter", meinte Matt, „Und ja, etwas in die Ohren stopfen wäre vielleicht auch keine schlechte Idee … es sei denn … Könnt ihr Energie von uns absaugen und damit gegen ihre Kräfte immun werden?"
„Das würde euch schwächen und möglicherweise umbringen", meinte Nora sofort, „Eure Immunität ist keine Magie wie die, die uns am Leben hält, oder die Bonnie besitzt, es ist nur ein Hauch, der irgendwie an eure DNS gebunden ist, wenn wir den absaugen, dann ist das nicht gesund für euch. Und außerdem würde es nur Val und mir etwas bringen, Caroline und Tyler wären trotzdem noch leichte Beute."
„Aber es ist besser als nichts", meinte Matts Vater, „Ich bin bereit es zu versuchen." Er streckte Valerie seine Hand entgegen.
„Wartet, da kommt noch jemand", meinte Tyler plötzlich, „Könnten das die Hexen sein, die Bonnie uns versprochen hat?"
Alle versammelten sich um das Fenster herum und spähten hinaus. Tatsächlich kam eine Gruppe singender Frauen und Männer in schwarz heran geschritten und schien sich der Versammlung vor ihren Haus zu nähern.
„Verhexen sie Sybil?", wollte Matt wissen.
Die Vampire lauschten. „Oh, nein, nein, nein", fluchte Valerie und begann ihrerseits etwas zu murmeln, genau wie Nora. „Es hat keinen Sinn", stellte sie dann fest, „Sie sind stärker als wir."
„Was ist los?", wollte Caroline wissen.
„Die neutralisieren gerade unseren Zauber", sagte Nora, „Schnell, ich nehme Matt und du Peter, Val. Caroline, Tyler, haut ab so schnell ihr könnt…." Und kaum dass sie das gesagt hatte, explodierten die Außenwände des Hauses.
Lauf schneller, Donovan. Bonnie stutzte. „Nora?", murmelte sie, „Was ist los?" Doch sie erhielt keine Antwort. Stattdessen fühlte sie es … einen Schlag in den Magen, zumindest kam es ihr so vor, und dann quoll auf einmal Blut aus ihrem Abdomen.
„Bonnie!" Enzo starrte sie erschrocken an.
„Hey, was ist denn jetzt los?", wollte Henry von ihr wissen.
„Nora", keuchte Bonnie, „Nora wird gerade angegriffen…." Sie tastete nach ihrer Wunde. „Es ist ein langer Schnitt … Es muss eine der Sirenen sein", stellte sie fest.
Enzo riss das Lenkrad herum und hielt den Wagen am Straßenrand an. „Du musst die Verbindung kappen, Bonnie, du musst den Zauber aufheben", meinte er beschwörend, „Nora hält Sirenenklauen aus, du aber nicht."
„Aber wenn ich das tue … dann erfahren wir nicht was passiert", widersprach Bonnie keuchend und versuchte die Blutung zu stillen.
Henry schien beugte sich zu ihr nach vorne und beäugte ihren Bauch. „Nicht so, meine Liebe, gleichmäßiger Druck an allen Stellen der Wunde, so drückst das Blut hinaus anstatt hinein", meinte er.
Das weiß ich selbst! Allerdings war die Klauenwunde länger als ihre Hände, egal in welche Position sie diese brachte.
„Bonnie, kapp die Verbindung! Sofort!", wiederholte Enzo.
Bonnie setze dazu an, doch sie kam nicht dazu die Worte zu sprechen, bevor sich ein brennender Schmerz in ihre Schulter bohrte. Sie schrie auf.
„Verdammte Häretikerin!", schimpfte Enzo.
Bonnie nahm an, dass Nora nicht absichtlich darauf vergaß den Zauber aufzuheben, sondern gerade um ihr Leben kämpfte, doch sie kam nicht mehr dazu das zu sagen, da sie im nächsten Moment vor lauter Schmerzen ohnmächtig wurde.
Das Letzte, das Matt gesehen hatte, war, dass Nora einen Spruch gemurmelt hatte, der allerdings nichts bewirkt zu haben schien, und als er jetzt wieder zu sich kam, fand er sich neben der Gründerglocke wieder. Der Stab und das runde Erbstück lagen neben der Glocke, und Sybil beugte sich lächelnd zu ihm herunter.
„So, Matt, und jetzt musst du nur noch eines tun: Du musst die drei Teile zu einem Ganzen vereinen und dann die Glocke für uns läuten", erklärte sie.
Matt spukte ihr ins Gesicht. „Niemals!", erklärte er überzeugt.
Sybil ließ die Spuke über ihr Gesicht rinnen und meinte dann. „Wir haben erwartet, dass du schwierig sein würdest. Alex, wenn du so gut wärst…."
Matt sah wie Alex St. John seinen Vater in sein Sichtfeld zerrte und ihn mit ihren Klauen bedrohte. „Wie du weißt, brauchen wir nur einen Maxwell für das alles hier", meinte Sybil, „Also, tu es, oder er stirbt."
„Wenn ich es tue, dann stirbt er trotzdem, also nein danke", keuchte Matt und warf seinen Vater einen nach Verständnis heischenden Blick zu. Dieser nickte nur. Ja, er wusste, dass sie das tun mussten, dass sie nicht schwach werden durften, keiner von ihnen beiden.
Sybil seufzte. „Helden. Ich hasse Helden, sie sind verdammt anstrengend…. Mary Louise, Stefan, wenn ihr so freundlich wärt…" Stefan?
Matt sah die beiden Vampire wie aus dem Nichts auftauchen, und sah wie Mary Louise seinem Vater ihr Blut in den Mund zwang, und sah dann wie Stefan auf ihn zukam und ihm sein aufgeschnittenes Handgelenk auf den Mund pressen wollte. Er versuchte sich zu wehren, aber weniger später schmeckte er Vampirblut in seinem Mund.
„Nur eine kleine Sicherheitsvorkehrung, für den Fall, dass ihr wirklich den Heldentod sterben wollt", erklärte Sybil, „Das gibt uns 24 Stunden Zeit mit euch zu spielen, und danach noch eine weitere Ewigkeit."
„Ihr könnt uns foltern so lange ihr wollt, wir werden nicht nachgeben", keuchte Matt, und warf einen wütenden Blick auf Stefan, der ihn aber nicht zu sehen schien.
„Oh, ja, klar, ihr seid Helden, bereit jede Folter zu ertragen, blah blah", ätzte Sybil, „Aber ich habe nie gesagt, dass ihr beiden diejenigen seid, die gefoltert werden."
Matt sah sich hektisch um, doch er konnte nirgend seine Spur von Caroline oder Tyler entdecken. Aber vielleicht hatten die Sirenen und ihre Vampirsklaven sie irgendwo verstaut, wo Matt sie nicht sehen konnte. Doch zu seiner Erleichterung und leichten Verwunderung schickte Sybil niemanden los um eine Geisel hierher zu holen. Stattdessen zückte sie ein Handy. Was hat sie jetzt schon wieder vor?, wunderte sich Matt.
„Ja, hallo, Henry oder ziehen Sie Herman vor? Nun, wie auch immer, würden Sie unseren Maxwell-Erben bitte erzählen, was Sie gerade tun?", sagte sie, und dann aktivierte sie den Lautsprecher.
Es war Damons Stimme, die sich nun zu Wort meldete, und einen Moment lang war Matt verwirrt, bevor ihm wieder einfiel, dass sich im Moment ja ein anderer Vampir in Damons Körper befand.
„Ich habe die hübsche Bonnie hier vor mir festgeschnallt und überlege gerade, wie ich am besten damit beginnen soll sie aufzuschneiden", sagte die Stimme, „Sie hat frisches Vampirblut in ihren Körper, also muss ich aufpassen, dass ich sie in den nächsten 24 Stunden nicht versehentlich umbringe, aber ich habe in der Vergangenheit meine Opfer schon länger am Leben erhalten, also wird das kein Problem darstellen."
„Das ist nur ein Bluff!", behauptete Matt, „Er hat Bonnie gar nicht!"
„Das Symbol unter dem Videoanruf steht, bitte", meinte Sybil und kurz darauf zeigte sie Matt den Handybildschirm, auf dem eindeutig eine auf einer Liege festgeschnallte bewusstlose Bonnie zu sehen war.
„Wieso … wieso tun Sie das?", wollte Matt wissen, „Wie … wann genau hast du ihn versklavt?" Matt blickte Sybil verwirrt an. Soweit er wusste, hatte die Sirene niemals eine Möglichkeit gehabt in der Nähe dieses speziellen Vampirs zu sein.
Sybil lachte. „Oh, ich habe ihn nie versklavt", erklärte sie, „Henry war immer schon auf unserer Seite. Er war so freundlich uns seinen Zirkel zur Unterstützung zu schicken, und der hat uns darüber informiert, dass er uns nur zu gerne dabei helfen würde unseren gemeinsamen Meister zu befreien."
Was?
„Teufelsanbeter, Matt", sagte Sybil, „Versuch mitzudenken."
„Aber … aber warum? Ich meine …" Matt war vollkommen verwirrt.
„Warum was?", wollte Sybil wissen, „Warum sie Cade anbeten? Nun warum sollten sie es nicht tun? Cade hat viele Anhänger überall auf der Erde."
„Aber verstehen Sie denn nicht, dass ihn das befreit? Dass er dadurch auf der Erde wandeln kann? Wollen Sie das wirklich? Sie sind doch ein Vampir, Sie müssen viele schreckliche Taten begangen haben, glauben Sie wirklich, dass der Teufel Sie dafür nicht bestraft?!", wollte Matt in Richtung Telefon wissen.
„Oh, ich habe schon viele schreckliche Taten begangen, lange bevor ich zum Vampir wurde. Genau deswegen habe ich mein Werk ja dem Teufel geweiht. Um meine Seele vor der Hölle zu retten. Ich töte für ihn, nicht für mich. Miss Bonnie hier aufzuschneiden ist ein wenig an der Grenze, das gebe ich zu, aber sie hat ihren Vampirfreund ihren menschlichen Freunden vorgezogen und war bereit mir einen neuen Vampirkörper zu machen, wenn ich ihr dabei helfe diesen Vampirfreund zurückzuholen - ich würde sagen das qualifiziert als Sünde", erklärte der Vampir, der aussah wie Damon, aber definitiv nicht Damon war, „Also warum nicht?"
Matt schüttelte den Kopf. Das alles musste ein Alptraum sein.
„Ich denke, er glaubt uns nicht", meinte Sybil, „Henry, vielleicht sollten wir ihm zeigen, dass wir es wirklich ernst meinen."
Matt konnte sehen wie das Handy abgelegt wurde und kurz darauf hörte er einen markerschütternden Schrei. „Nein, nein, aufhören!", rief er aus, „Aufhören, ich glaube euch ja…."
„Henry, warten Sie einen Moment", befahl Sybil und blickte Matt erwartungsvoll an.
„Also? Sind wir bereit zur Vernunft zu kommen?", wollte sie wissen.
„Ich … ich…." Er konnte nicht einfach daneben stehen und zulassen, dass Bonnie gefoltert wurde, aber er konnte auch nicht tun, was Sybil von ihm verlangte, nicht wenn das zu Höllenfeuer und Cade auf Erden führte.
Das hier war nicht die Art Entscheidung, die Matt jemals hatte treffen wollen. So oft schon hatten ihm übernatürliche Wesen ihren Willen aufgezwungen, und er hatte sich in dem Moment, als er Penny nach ihrer Rettung in die Arme geschlossen hatte, geschworen, dass er sich niemals wieder dazu erpressen lassen würde etwas zu tun, das falsch war. Aber jetzt in diesem Moment, da wäre alles falsch, was er tat, das wusste er. Er wünschte sich, dass Damon hier wäre, dem würde sicherlich etwas einfallen um Bonnie zu retten und zugleich die Hölle auf Erden zu verhindern. Und wenn es noch so dumm, riskant, und moralisch verwerflich wäre.
Aber Damon war nicht hier. Caroline war auch nicht hier. Tyler ebenfalls nicht. Und Nora war blutend und besiegt von der Sirene zurückgelassen worden. Nur Mary Louise und Stefan waren hier, und beide waren nicht mehr sie selbst, beide waren verflucht, versklavt, und ….
Matt sah, dass Stefan ihn intensiv anstarrte. Beinahe so, als ob er ihm etwas sagen wollte. Als würde er wollen, dass Matt seine Gedanken las oder ähnliches. Vielleicht ist er ja gar nicht versklavt, vielleicht tut er ja nur so…. Oder auch nicht. Oder Matt irrte sich und Stefans Blick hatte nichts zu bedeuten. Oder noch schlimmer, Stefan tat nur so als ob er auf Matts Seite wäre um ihn dazu zu manipulieren zu tun, was Sybil vom ihm verlangte.
„Matt!", riss ihn Sybils Stimme wie ein Peitschenschlag aus seinen Gedanken, „Muss ich Henry befehlen Bonnie noch ein wenig weiter zu foltern?!"
„Nein!", rief Matt erschrocken aus, „Nein, das ist nicht nötig. Ich tue es! Ich werde es tun."
Er sah hinüber zu seinem Vater, der ihm zunickte. „Ich brauche dazu seine Hilfe", fuhr er fort und deutete zu seinem Vater hinüber.
„Von mir aus", meinte Sybil, „Dann fangt an."
Matt kam mühsam auf die Beine und stolperte auf die Glocke zu, sein Vater kniete sich zu ihm. „Ich bin an deiner Seite, Matt", erklärte ihm dieser gedämpft, „Was immer du entscheidest."
„Wir bauen die Glocke zusammen", erklärte Matt, „Und dann … nun sie muss zwölf Mal schlagen, nicht wahr?"
Sein Vater nickte. Er hatte verstanden. „Die Frage ist nur wie wir aus diesen Teilen hier eine ganze Glocke bauen ohne sie zu neu zu gießen", meinte er und griff nach der Stimmgabel. Zu spät fiel Matt der Fluch wieder ein, doch dieser schien sich nicht auf seinen Vater auszuwirken. Stattdessen griff der Mann nach dem runden Teil und hielt diesen vor die Stimmgabel, woraufhin die beiden magisch zu einem Klöppel verschmolzen.
Peter warf seinem Sohn einen Blick zu, und dieser nahm die Glocke und kippte sie zur Seite. Peter hielt den Klöppel darunter und ja, wie sie erwartet hatten, verschmolz er mit der Glocke. Der beschädigte halbe Klöppel, der zuvor in der Glocke gehangen hatte, schien verschwunden zu sein.
„Sehr gut", meinte Sybil, „Und jetzt müssen wir sie nur noch aufhängen, nicht wahr?" Sie gab ihren Sklaven ein Zeichen, die sich daraufhin daran machten ein Gerüst zu errichten.
„Dir ist schon klar, dass du dich und Alex mit dieser Aktion hier umbringst, oder?", meinte Matt währenddessen, „Höllenfeuer vernichtet Sirenen, wenn die Glocke zwölf Mal schlägt, wird es die Tore zur Hölle aufreißen und denjenigen erwischen, der direkt vor der Türglocke steht, sprich euch beide genauso wie uns."
Sybil lachte. „Dummer Matt, denkst du wirklich Cade würde zulassen, dass seine treuen Diener vernichtet werden?", spottete sie, „Diejenigen, die mit ihm verbunden sind, ich, Alex, Mary Louise, Stefan, und ihr Maxwells, werden dem Höllenfeuer widerstehen. Der Rest von Dallas allerdings …. Nun, es wird wenn das alles vorbei ist, viele freie Fläche zur neuen Bebauung geben, schätze ich."
Matt schwieg, weil er darauf nichts zu sagen wusste. Caroline, Tyler, die Häretiker, falls sie noch lebten, sie alle würden sterben zusammen mit der gesamten Stadt, aber er würde überleben und sich immer noch in den Händen von Teufel und Sirenen befinden. Nein, seine Aussichten wurden einfach nicht besser. Insofern ist es gut, dass wir nicht vorhaben die Glocke zwölfmal zu läuten.
Endlich war der Gerüst fertig, und Sybil wies die Maxwell-Erben an die Glocke hinaufzuheben und zu montieren. Nachdem sie das getan hatten, nickte sie zufrieden. „Also gut, wer von euch beiden möchte die Ehre haben das Ende der Welt einzuläuten?", wollte sie dann wissen.
„Ich tue es", erklärte Matt und zeigte seinem Vater möglichst unauffällig ein V. Dann stellte er sich unter die Glocke. Wenn das hier schief geht. … Doch daran durfte er nicht denken, er musste darauf vertrauen, dass es nicht schief gehen würde.
Er schluckte noch einmal und machte sich dann an die Arbeit.
A/N: Ich plane diese Fic nach zwei weiteren Teilen zu beenden (mit vermutlich jeweils der üblichen 20 Seiten Länge) falls sich alles so ausgeht, wie ich möchte, aber das kann ich noch nicht sicher sagen. Aber ja, wir sind jetzt im Endspiel.
Ja, Henry ist eine historische Persönlichkeit, die übrigens kein Teufelsanbeter war, das habe ich dazu erfunden. Ich habe hier einige Hinweise hinterlassen um wen es sich handelt, wobei der größte noch fehlt, also weiß ich nicht, ob ihr dahinter kommen könnt, selbst wenn ihr gut über die Serienkiller der Geschichte der USA informiert seid, aber natürlich könnt ihr gerne Tipps abgeben.
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