Extra Warnings: Altestamentarische Gerechtigkeit, Folter, Androhung von Kannibalismus
III.
Aua. Nora schlug langsam die Augen auf, und stellte fest, dass sie zwar noch am Leben war, es aber vielleicht vorzuziehen wäre, wenn sie nicht der Fall wäre. Sie heilte, allerdings extrem langsam. Die Sirenen hatte von ihr nicht besonders viel übrig gelassen. Aber da ich noch lebe, scheint es keine Höllenfeuerexplosion gegeben zu haben.
Entschlossen das als gutes Zeichen zu sehen, richtete sie sich auf, und bereute es dann auch schon gleich wieder. Was ist mit den anderen passiert? Sie hatte sich darauf konzentriert gehabt Matt zu beschützen, und keine Zeit gefunden zu überprüfen, was die anderen währenddessen machten. Als die Sirene auf sie losgegangen war, hatte sie ja kaum Zeit gefunden ihre Verbindung zu Bonnie zu trennen. Oh, nein, Bonnie! Wenn es mir schon so gut, dann muss Bonnie …. Sie wollte diesen Gedanken nicht zu Ende führen. Der Zauber, der sie miteinander verbunden hatte, hätte Bonnie beschützen sollen, wenn er sie stattdessen nun umgebracht hatte, dann….
Kümmere dich zunächst einmal um dich selbst, ermahnte sie sich, und bewegte sich langsam aber ständig von der Straße fort. Als Erstes musste sie herausfinden wie viel Zeit vergangen war, seit sie außer Gefecht gesetzt worden war. Und dann musste sie versuchen herauszufinden, was aus den anderen geworden war.
Sie stakte zu Rics Haus zurück, und stellte fest, dass dieses abgesperrt war, und es in der ganzen Gegend von Einsatzkräften nur so wimmelte. Also hielt sie ersteinmal inne, sie wollte nicht ihren derzeitigen Zustand erklären müssen – sie sah vermutlich aus wie einer der Beißer aus The Walking Dead, nur hübscher - und sie war sich nicht sicher wie verlässlich ihre Vampirkräfte im Moment wären.
„Hey, Nora!" Sie wandte ihren Kopf, und erblickte Alaric in einem vollkommen fremden Wagen. „Steig ein, schnell", forderte er, und Nora kletterte auf die zweite Rückbank des ziemlich langen Wagens. Auf dieser saß irgendein alter Kerl, den sie nicht kannte, der ihr einen Blutbeutel reichte. „Du siehst schrecklich aus", stellte er fest, „Ich nehme an, dass das nicht der beste Moment ist um dich darum zu bitten mich in meinen eigenen Körper zurückzustecken."
Nora blinzelte. „Damon?", vergewisserte sie sich.
„Ja, ich bin es", meinte er, „Aber zu wichtigen Themen: Wo steckt mein Körper?"
Nora zuckte die Schultern, und auch das tat weh. „Bonnie hatte ihn. Aber wir haben den Kontakt verloren", erklärte sie.
„Nun, wir unserseits haben ein kleines Geschenk für dich mitgebracht", sagte Alaric, „Warte nur bis du es siehst."
Er lenkte den Wagen in die nächste Seitengasse, und forderte sie dann auf auszusteigen. Damon hütete die Kinder, während Ric und diese Polizisten Penny ihr den Inhalt ihres Kofferraums zeigten.
In diesem befand sich eine dieser schwarz gekleideten Personen, die alles verdorben hatten. „Gehe ich recht in der Annahme, dass es diese Leute waren, die mein Haus gesprengt haben?", wollte Alaric wissen.
Nora nickte. „Oh ja, das tust du", meinte sie, und dann schnappte sie sich die Hexe und zeigt ihr ihr Vampirgesicht. „Was hat dein Boss mit Bonnie und Enzo gemacht?!", brüllte sie die Hexe an, die versuchte sie zu verzaubern, doch Nora begann sofort damit ihr die entsprechende Magie aus dem Körper zu saugen. „Ich warne dich, reiz mich nicht, ich habe einen sehr sehr schlechten Tag", knurrte sie, „Sprich lieber jetzt, bevor ich dich aussauge - und ich spreche nicht nur von deiner Magie. Denn glaub mir wenn ich dir sage, dass ich am Verhungern bin…."
Sie konnten den Schrecken auf dem ihr fremden Hexengesicht sehen, und dann begann die Hexe zu sprechen.
„Vampire zu foltern ist eine Kunstform für sich, findet ihr nicht?", meinte Henry sinnierend, „Eisenkraut ist einem dabei natürlich immer eine Hilfe, aber auf die richtige Menge kommt es an…" Er tauchte seine Instrumente nachdenklich in Eisenkraut und zupfte sich dann seine Handschuhe zurecht . „Vor allem wenn man selbst ein Vampir ist."
Langsam und genüsslich führte er einen Schnitt an Enzos Wange durch. Bonnie war nahe genug dran um den Rauch aufsteigen zu sehen. Enzo konnte einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken.
„Armer Enzo", meinte Henry, „Ich hoffe, dass du weißt, dass das alles Bonnie viel mehr weh tut als dir."
Damit hatte er recht. Es hatte zu Bonnies Plan gehört, dass er Enzo herholte, damit sie zu zweit eine bessere Chance hatten ihn zu überwältigen, aber sie hatte nicht gewollt, dass er ihretwegen gefoltert wurde. Kommt schon Leute, langsam aber sicher wird es wirklich Zeit. Ihr habt die Sirenen aufgehalten, sagt mir nicht, dass ihr euch Henrys teufelsanbetetender Hexenzirkel überfordert.
Bisher hatte sie vor allem auf Zeit gespielt, in der Hoffnung, dass ihre Magie irgendwann zurückkehren würde und sie Henry dann zukommen lassen konnte, was er verdiente. Doch langsam aber sicher wurden sowohl ihre Zeit als auch die von Enzo knapp. Es war ihr offenbar nicht gelungen Henry weit genug zu provozieren, dass er Fehler beging. Ihre verzweifelten Versuche ihn zu bekämpfen waren ebenso gescheitert wie ihr Plan, dass Enzo sich befreien könnte, wenn er erst einmal wach und hier wäre, und langsam aber sicher sah es auch zunehmend danach aus, als ob niemand anderer ihnen in Dallas Schützenhilfe leisten würde.
Alles, was ich brauche, ist ein Tropfen Magie, Nicht mehr. Bitte….
Und dann konnte sie es endlich spüren, sie konnte den Moment spüren, als die Magie zurückkehrte. Gerade rechtzeitig, denn Henry war dazu übergegangen die Knochensäge in die Hand zu nehmen, und Bonnie hatte wirklich keine Lust ihm dabei zuzusehen wie er Enzo mit dieser behandelte.
Und eine Handbewegung später fuhr Henry unter brennenden Vampirkopfschmerz zusammen. Eine weitere später war Enzo frei, und dann sie selbst, und sie schleuderte Henry gegen die nächste Wand. Dann nahm sie den Schreibtischdrehsessel, auf den Enzo zuvor noch gesessen hatte, und schlug mit diesem solange auf Henry ein, bis sich dieser nicht mehr rührte. „Gute-Nacht – Herman-Webster-Mudgett", verkündete sie, während der letzten fünf rammenden Schläge.
Ihre Schulter brannte wie Feuer, und sie sank erschöpft auf die Liege zurück, auf der sie vor kurzem noch angebunden gelegen hatte. Enzo deutete auf ihre Schulter. „Das muss versorgt werden. Und das dort unten, am Becken ebenfalls", meinte er.
Bonnie nickte nur schwach. „Und was ist mir dir?", wollte sie wissen, „Wie geht es dir?"
„Nun, die gute Nachricht ist, dass du dir um den Phönix-Stein keine Sorgen mehr machen musst. Kein in Flammen stehender Käfig, in den ich von jemanden, der mich liebt, zurückgelassen hat, toppt es sich in der Gewalt dieses Irren zu befinden und zu wissen, dass ich nichts tun kann um ihn daran zu hindern dich langsam zu Tode zu foltern. Ich habe ein neues Trauma zu bieten, das mein Altes ersetzt", erwiderte Enzo.
„Dito", meinte Bonnie, „Lass es uns zu Ende bringen, und dafür sorgen, dass dieser Mistkerl direkt zu Cade fährt. Damon kriegt diesen Körper auf jeden Fall zurück, alleine damit es das alles wert war!"
Enzo nickte. „Hey, wir haben den Mörderhotel-Typen überlebt", bemerkte er dann, „Das ist schon was."
„Das ist schon was", stimmte Bonnie ihm zu, „Falls die Welt in nächster Zeit nicht von Cade erobert wird, sollten wir das später feiern. Und ausgehen oder so was."
Enzo wirkte einen Moment überrumpelt. Dann meinte er schnell: „Wenn du es so willst…"
Bonnie lachte trocken. „Oh, ja, das ist es, was jedes Mädchen hören will, wenn sie einen Kerl auf ein Date einlädt", meinte sie.
„Hey, ich bin randvoll mit Eisenkraut, und, wie wir festgehalten haben, schwer traumatisiert. Du weißt wie sehr ich dich bewundere, Bonnie Bennett", verteidigte sich Enzo, „Dich und deine zwei identischen Zwillingsschwestern, die da gerade neben dir stehen."
Bonnie seufzte. Offenbar war es an ihr Henry mit Eisenkrautfesseln zu fesseln. Und an ihr Damon zu retten. Mal wieder typisch. Aber immerhin lebte sie noch. Das konnte nur die wenigstens Opfer von H.H. Holmes von sich sagen.
„Mister Donovan?"
Matt sprang auf. „Ja? Gibt es Neuigkeiten? Wie geht es meinem Vater?", wollte Matt von der Krankenschwester, die ihn aus seinen besorgten Gedanken gerissen hatte, wissen.
„Kommen Sie bitte mit mir", meinte diese, und Matt fragte sich, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war, hoffte auf Erstes, befürchtete aber Letztes, und folgte der Frau schnell aus dem Warteraum hinaus, einen der Gänge entlang, in ein Zimmer hinein, und …
„Du!"
Sybil winkte ihm freundlich zu. „Hi, Matt", meinte sie, „Ich hab das von deinem Vater gehört. Tut mir leid für dich, besonders weil das nur noch dich als letzten Maxwell-Erben übrig lässt. Damit hast du bis auf Weiteres immer den kurzen Strohhalm gezogen. Also, zum Geschäftlichen, du musst uns eine neue Glocke herstellen."
„Ich habe keine Ahnung wie man eine Glocke herstellt", erwiderte Matt, „Ich bin kein gelernter Glockenschmied. Ich bin Deputy!"
Sybil schüttelte nur unbeeindruckt den Kopf. „Es gibt das Wunder des Internets und das ältere Wunder namens Bibliothek. Und keine Sorge, die genauen Spezifikationen kann ich dir nennen." Sie tippte sich auf die Stirn. „Alles, was du wirklich wissen musst, ist hier drinnen. Den Rest kannst du wie gesagt nachlesen. Keine Sorge, es liegt dir im Blut. Ich bin sicher, du und ich wir werden zusammen eine wundervolle Glocke entstehen lassen", meinte sie.
„Und jetzt kommt der Teil, wo du damit drohst Menschen, dir mir nahe stehen, umzubringen, wenn ich nicht kooperiere", vermutete Matt.
„Siehst du, wir befinden uns bereits in einer echten Partnerschaft, wir können schon die Gedanken des anderen lesen. Nun, ich kann das normalerweise ja immer, aber du weißt, was ich meine….", strahlte Sybil ihn an, „Also, lass uns gleich loslegen und von diesem deprimierenden Ort verschwinden."
Matt schüttelte den Kopf. „Und wo steckt deine Handlangerin? Bedroht Alex St. John gerade das Krankenhauspersonal oder sucht sie nach Penny? Oder gibt sie meinem Dad den Rest?", wollte er wissen.
„So misstrauisch, Matt", tadelte ihm Sybil, „Sie stellt nur sicher, dass wir von deinen lästigen Freunden nicht gestört werden. Du weißt doch wie die sind."
„Oh, ja, das weiß ich allerdings", meinte Matt, und blickte erwartungsvoll auf die Eingangstür zum verlassenen Untersuchungszimmer, in dem sie sich befanden.
Sybil wirbelte herum, und wie aufs Stichwort kam Caroline mit den Überresten der Stimmgabel hereingestürmt und schlug diese gegen die Türe, woraufhin die Vibration begann. „Überraschung ohne Glocke funktioniert sie wieder!", verkündete die Vampirin und ging dann damit auf Sybil los.
Sybil fauchte, stolperte zurück, und presste sich die Hände auf die Ohre, während Matt seinen Schlagstock zog und der Sirene diesen über den Kopf sausen ließ. Sie bedachte ihn mit einem empörten Blick, und erhielt als nächstes einen Vampirsuckerpunch via Caroline in den Magen. Matt schlug noch einmal zu, und dieses Mal ein wenig fester, und dann endlich ging Sybil zu Boden und schien das Bewusstsein zu verlieren.
„Bilde ich mir das ein, oder ist die auch nicht mehr das, was sie mal war?", wollte er von Caroline wissen.
„Vermutlich hat die Zerstörung der Glocke sowohl Cade als auch seine Diener geschwächt", erwiderte Caroline, „Jetzt sollten wir sie so schnell wie möglich von hier wegschaffen, bevor uns doch noch jemand dabei beobachtet wie wir eine ohnmächtige Frau entführen. Ich habe das Personal und die Patienten soweit es mir möglich war manipuliert uns zu ignorieren, aber man weiß ja nie."
„Was ist mit Alex St. John?", wollte Matt wissen, während er Sybils Beine packte.
„Lass uns hoffen, dass sie den anderen über den Weg gelaufen ist", gab Caroline zurück, während sie Sybil unter den Achseln packte, „Sirenenjagen ist nämlich nicht so einfach wie es sich anhört."
„Das hier ist nicht Peter Maxwells Zimmer."
Alex fuhr herum, wandte sich von dem fremden Mann in seinem Krankenhausbett ab, und erkannte den jungen Mann, der hinter ihr stand. „Tyler Lockwood", stellte sie fest, „Einst habe ich mir eine fruchtbare Partnerschaft für uns erhofft. Dazu ist es noch nicht zu spät. Sie können sich immer noch von Ihren Vampirfreunden abwenden und sich stattdessen auf die Seite der Sieger stellen."
„Auf die des Teufels und seiner Menschen versklavenden Sirenen? Nein, danke, ich verzichte", erwiderte Tyler.
„Ich meinte meine Seite", korrigierte ihn Alex, „Ja, ich bin einen Deal mit Cade eingegangen und plane mich an gewisse Kernpunkte meines Vertrags zu halten. Ich bringe ihm die Seelen von Sündern dar und all das. Aber im Gegenteil zu Sybil ist es nicht meine Priorität ihn auf diese Welt loszulassen. Nach meinem letzen Tod hatte ich ein wenig Zeit nachzudenken, und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Erde ohne Cade als Herrscher besser dran ist. Und da die Einzigen, die eine neue Glocke gießen könnten, die ihn befreien würde, die Erben der Maxwell-Blutlinie sind…."
„… wolltest du zuerst Peter den Rest geben und dich dann um Matt kümmern", vermutete Tyler.
Alex zuckte die Schultern. „Ich habe mich darauf verlassen, dass Matt Donovan Sybils Drohungen lange genug widerstehen würde um seinen Freunden zu ermöglichen ihn zu retten. Und nachdem ich mit seinem Vater fertig geworden wäre, hätte ich mich seiner angenommen, ja", gab sie zu, „Aber das macht mich nicht zu einem schlechten Menschen. Es ist notwendig, diese Blutlinie stellt eine Gefahr für uns alle dar. Sybil ist besessen davon Cade freizusetzen, das ist der einzige Weg sie aufzuhalten."
„Siehst du, genau das war immer dein Fehler. Deiner und der deiner Familie, anzunehmen, dass nur einen einzigen Weg gibt, es gibt niemals nur einen einzigen Weg", meinte Tyler, „Wir wussten, dass ihr Sirenen nach Matt und seinem Vater suchen würdet, deswegen haben wir euch hier erwartet."
„Und die Patientenkarten ausgetauscht", stellte Alex fest, „Sehr clever. Ihr habt uns eine Falle gestellt. Aber ihr habt eines vergessen: Egal wie oft ihr uns umbringt, wir kommen immer wieder." Sie deutete in die Richtung der Waffe, die Tyler hinter seinen Rücken versteckt hielt. „Also nur zu, töte mich. Ich bin es inzwischen sowieso schon gewohnt."
„Ja, genau das war unser Fehler nicht war. Von Anfang an. Wir müssen euch Sirenen nicht umbringen", meinte Tyler, „Stattdessen müssen wir euch nur außer Gefecht setzen…"
Er machte einen Schritt zur Seite, und in diesem Moment kam eine sehr wütende Valerie Tully auf Alex zugeschossen und verkündete: „Wir beide, wir haben noch eine Rechnung miteinander offen!"
Oh, offenbar hätte ich sicher gehen sollen, dass sie tot ist. Nun, beim nächsten Mal weiß ich es besser. Nur, dass eigentlich das hier schon das nächste Mal war, und Valerie diejenige war, die es bereits besser wusste.
Uh. Dieses Mal war sie nicht tot. Sie befand sich nicht in Cades Reich, nein, sie befand sich an einem Ort, der ihr vage vertraut vorkam. Diese Höhlenwände …. Wie hätte sie jemals auf diesen Ort hier vergessen können? Sie hatte alles in ihrer Macht stehende getan um hier wieder hereinzukommen. Um Yvette aus dieser Höhle zu retten, aus diesem Tresor unter ihrer eigenen Waffenkammer. Doch alles, was sie am Ende hatte retten können, waren Yvettes Knochen gewesen.
Sie fuhr hoch und sah sich hektisch um. Nicht einmal Licht hatten sie ihr gelassen. Aber ihre dank Cade übernatürlichen Augen konnten trotzdem sehen, konnten sehen, dass der Tresor wieder verschlossen war. Und sie sich dieses Mal eindeutig auf der falsche Seite davon befand. Nein, das wagen sie nicht. Nein, nein, nein…
Alex St. John sprang auf und eilte zum Ausgang, und schlug mit aller übernatürlichen Kraft, die sie besaß, gegen die verschlossene Türe. Doch das bewirkte nichts. Rein gar nichts.
„Das würde ich lassen. Es wird nichts bringen", meinte eine bekannte Stimme.
Sybil trat katzengleich aus den Schatten heraus. „Die andere Seite führt in ein Höhlensystem, aus dem es ebenfalls kein Entkommen gibt, nicht für uns. Glaub mir, ich weiß es, denn ich hatte gute 200 Jahre um es auszuprobieren. Sie haben den Tresor wieder magisch versiegelt. Und da sich dieses Mal Vampire zu unseren Wächtern aufgeschwungen haben, zweifle ich daran, dass es uns dieses Mal wieder so leicht fallen wird nach ein paar hundert Jahren jemanden zu uns hereinzulocken", erklärte sie, „Es ist vorbei, wir sind wieder da, wo unsere gemeinsame Reise begonnen hat."
Nein! „Nein, das akzeptiere ich nicht!", rief Alex wütend aus, „Ich werde nicht so enden, ich werde nach all der Arbeit, die ich in die Rettung meines Körpers und meiner Seele gesteckt habe, nicht den Rest meines Lebens eingesperrt in diesem Tresor verbringen. Mit dir!"
„Oh, Alex, willst du damit etwa sagen, dass du mich nicht leiden kannst? Nur weil ich deine Schwester gegessen habe, dich zur Kannibalin gemacht habe, und dich dazu überredet habe deine Seele an den Teufel zu verkaufen?", erwiderte Sybil mit gespielter Überraschung, „Glaub mir, ich kenne das Gefühl. Aber keine Sorge, im Gegensatz zu Seline habe ich nicht vor hier in ein paar hundert Jahren auszubrechen und dich weiterhin hier drinnen zurückzulassen. Siehst du, früher oder später wird mich der Hunger überwältigen, und dann … nun dieses Mal habe ich nicht vor zu hungern, wenn es nicht unbedingt sein muss…"
Alex spürte wie ihr Inneres ob dieser Ankündigung zu Eis erstarrte. „Soll das ein Witz sein?", wollte sie wissen.
„Oh, nein, ich bin älter und stärker als du. Aber keine Sorge, ich denke, du wirst das alles nur einmal durchleiden müssen, denn bevor sie uns hier unten eingesperrt haben, irgendwann zwischen den ständigen Stimmgabelgesumme, konnte ich mich noch einmal kurz mit Cade unterhalten, und es scheint, dass du gar nicht vorhattest mir dabei zu helfen die Maxwells dazu zu bringen eine neue Glocke zu gießen?" Sybil schüttelte ungläubig den Kopf. „Warst du wirklich dumm genug unseren Meister zu verraten? Wenn du das nächste Mal sein Reich betrittst, dann wird er dir wohl einiges zu sagen haben. Und zurückschicken wird er dich wohl kaum wieder…."
Alex starrte Sybil einen Moment lang entsetzt an. Und dann klopfte sie so laut sie konnte gegen die Türe des Tresors und rief panisch um Hilfe. Wieder und wieder. So wie Yvette damals um Hilfe gerufen hatte. Yvette hatte das Geschrei nicht gerettet. Und Alex wusste, tief in sich, dass sie ihres ebenfalls nicht retten würde. Aber wie Yvette damals hielt auch sie das nicht davon ab immer weiter zu schreien – denn immerhin war sie hier unten mit einem Monster eingesperrt.
Mister Law hatte schon damit begonnen auseinanderzufallen. Ja, trotz all seiner Jammerei über die Fragilität seines sterblichen Körpers erkannte Damon den Unterschied, erkannte den Moment, in dem es zu passieren begann. Konnte es spüren.
Deswegen war er sehr erfreut, dass er sich nur wenige Momente später in seinen eigenen Körper wiederfand. Ein paar verrückte Missachtungen jedes Tempolimits sowohl von Ric als auch von Enzo, und ein besonders schneller Zauber von Bonnie und Nora richteten gerade noch rechtzeitig doch noch wieder alles.
Damon tastete sich prüfend ab. Ja, das hier waren eindeutig seine Bauchmuskeln. Aber warum war sein Oberkörper nackt? Nun, eigentlich wollte er das gar nicht wissen.
Neben ihm spukte Mister Law Blut. „Was?", keuchte er, „Schnell, gebt mir Vampirblut. Ihr habt es mir versprochen, schon vergessen?!"
Oh, wie es scheint haben wir hier noch einen Mitspieler, wurde Damon klar.
„Das war bevor du uns an Cade und die Sirenen verraten hast", informierte Bonnie Mister Law kühl.
„Oh , das …. Das nehmt ihr mir wirklich übel? Das war doch nur … ein kleiner Streich, mehr nicht. Du kennst mich doch, Bonnie, ich mag kleine Streiche. Ich kann einfach nicht anders, ich muss andere reinlegen, das ist sozusagen meine Ursünde, das könnt ihr nicht gegen mich verwenden", murmelte Mister Law, „War doch alles nur Spaß! Lasst es uns vergessen und stattdessen als Freunde weitemachen. Wie wäre es mit einer Feier? Ich lade euch alle ein? … Nein?" Mister Laws Miene verfiel.
Und nicht nur seine Miene, Damon konnte riechen, dass sein gesamter Körper dabei war aufzugeben, nun da er endlich wieder eine Vampirnase besaß, war nicht mehr zu übersehen, dass Mister Law in seinen letzten Zügen lag.
„Kommt schon. Enzo, mein Freund, ich habe dir deinen Körper zurückgegeben, oder? Ist das nichts wert? Alles andere … das war doch nur ein Spiel. Niemand ist wirklich zu Schaden gekommen. Ich habe doch nur ein wenig mit euch gespielt….", brabbelte Mister Law, „Oh … irgendein inneres Organ hat gerade nachgegeben."
Bonnie beugte sich über den hilflosen Mister Law. „Wie fühlt es sich an? Zu wissen, dass man dabei ist zu sterben und nichts dagegen machen zu können?", wollte sie wissen.
Die Antwort bestand nur in einem Gurgeln.
Und dann starb Mister Law. Er sank in sich zusammen, und der Blick in seinen Augen wurde starr.
Damon wechselten einen verwirrten Blick mit Nora, die nur die Schultern zuckte, und dann einen mit Ric, dem das Ganze hier genauso viel zu sagen schien wie ihm. Enzos Blick war genauso hart und kalt wie der von Bonnie.
„Tut mir leid, wenn ich den Eindruck erwecke den Plot verschlafen zu haben, aber wer genau war das?", wollte Damon von den beiden wissen.
„Niemand", erwiderte Bonnie eisig, „Das war niemand von Bedeutung."
Sie versammelten sich alle in der Waffenkammer. „Dad ist immer noch ohne Bewusstsein, aber seine Werte stabilisieren sich, es liegt jetzt an ihm", erklärte Matt, der gerade sein letztes Telefonat mit dem Krankenhaus beendet hatte.
Penny drückte seine Hand. „Ich bin sicher, er kommt durch", meinte sie.
„Pete ist zäh, der schafft das schon", stimmte Damon ihr zu, „Wer sich mit Sirenen anlegen kann, der überlebt auch Kai Parker."
Der Name senkte sich wie ein Fluch über den Raum.
„Ehm, also es scheint mir besser zu gehen", meldete sich dann Mary Louise zu Wort, „Nora und Val scheinen den Fluch also neutralisiert zu haben. Das bedeutet, dass wir Stefan nur finden müssen, und ihn dann ohne größere Schwierigkeiten heilen können müssten."
Bonnie nickte zustimmend. „Ein Lokalisierungszauber müsste ausreichen", fügte sie hinzu.
„Fluch oder nicht. Er hat noch nicht damit begonnen Menschen zu ermorden, und hat sich trotz des Fluches gegen Cade gestellt. Er ist immer noch Stefan, hat sich immer noch im Griff", verkündete Caroline mit Blick auf Damon, „Wir werden ihn bald wieder hier haben, und dann sind wir endlich wieder alle vereint."
„Vielleicht sogar alle alle, ist es das was du sagen willst?", wollte Tyler wissen.
Niemand sagte etwas dazu.
„Hexentechnisch gesprochen ist das das Schlupfloch, was ihr braucht", meinte Nora dann, „Derjenige, der den Zauber gewirkt hat, kann ihn wieder aufgeheben." Sie nahm Mary Louises Hand in ihre und drückte diese. „Möglich ist es also." Valerie nickte zustimmend.
„Aber wollen wir ihm wirklich glauben, dass er das auch tun wird?", meldete sich Jeremys Stimme über die Freisprechanlage zu Wort, „Und selbst wenn, wer sagt, dass er dadurch hinterrücks nicht alles noch schlimmer macht? Denkt daran, was er mit Matts Vater gemacht hat."
„Wir hätten ihn zusammen mit den Sirenen wegsperren sollen", murmelte Alaric düster.
„Weggesperrt zu werden macht ihn erst so richtig wütend, und er kommt immer wieder raus. Er ist aus der Hölle entkommen, verdammt", erklärte Damon, „Es hilft nichts. Wir müssen mit ihm reden."
Bonnie zog auf diese Worte hin eine Grimasse, und Enzo legte ihr tröstend eine Hand auf die Schulter. Damon nahm das etwas misstrauisch zur Kenntnis. Seit er seinen Körper zurück hatte, waren Bonnie und Enzo irgendwie komisch, aber er hatte bisher keine Zeit dazu gefunden nachzufragen. Und es musste auch weiterhin warten. Im Moment gab es dringendere Sorgen. Zum einen natürlich Stefan, und zum anderen ihren Gast, den sie in einer der Zellen der Waffenkammer eingesperrt hatten.
Sie pilgerten dorthin, aber natürlich war nicht genug Platz für alle vor der Zelle, also gingen nur Damon, Bonnie, Alaric, und Caroline hinein und starrten Kai Parker dann düster an.
Der strahlte sie von hinter der Scheibe aus erfreut an. „Sieh an, da haben wir ja alle versammelt – meinen Schwager, Damon, und meine Bon-Bon!", meinte er enthusiastisch, „Wie ist es euch ergangen?!"
„Spar dir den Unsinn, Malachai", meinte Damon, „Was höre ich da von du wegen du wärst bereit Elena aufzuwecken?"
„Ach ja, das. Das war mein Angebot um mein Leben zu retten, aber es ist inzwischen verfallen, weil die gute Caroline und ihre Kohorten mich in diese Zelle gesperrt haben, obwohl ich die Welt gerettet habe! Aber natürlich bin ich immer bereit neu zu verhandeln", meinte Kai, „Ein wenig Blut und etwas weniger Zelle wären ein guter Anfang um mich in Zauberaufhebungs-Stimmung zu versetzen…."
„Du bist und bleibst ein elender Lügner, Kai", meinte Bonnie, „Du weißt, dass wir dich wegen Elena nicht umbringen können, aber du hast auch nicht vor sie uns so einfach zurückzugeben. Ich meine, wozu wäre meine Strafe dann gut gewesen, wenn du sie einfach so wieder aufheben würdest?"
„Die wahre Strafe, meine liebe Bonnie, ist die Aussicht auf die Ewigkeit, nicht die Ewigkeit an sich", behauptete Kai.
„Darüber weißt du einiges, nicht wahr", knurrte Alaric.
„Wieso? Gefällt dir die Aussicht dich an den Anblick von Josette im blutigen Brautkleid auf ewig zu erinnern etwa nicht, Ric?", spottete Kai.
Alaric machte einen Schritt auf den Zelleneingang zu, doch Damon hielt ihn zurück.
„Spucks aus, Kai", meinte der Vampir, „Was willst du wirklich? Nur Freiheit und unsere Garantie dich am Leben zu lassen ist dir nicht genug, das wäre zu einfach. Du hast also den Teufel ausgetrickst und dir einen Rückfahrschein auf die Erde erschummelt. Schön für dich, aber wenn du willst, dass wir dich vor Cade beschützen, dann bist du bei uns an der falschen Adresse, da wir jetzt, wo wir die Glocke und diese verdammten Sirenen endlich losgeworden sind, nichts mehr mit ihm zu tun haben möchten!"
„Aber das wollen wir ja auch nicht", betonte Kai, „Deswegen passen unsere jeweiligen Interessen ja so gut zueinander."
„Moment mal … Was meinst du mit wir?", warf Caroline ein.
Kai schüttelte den Kopf. „Die Glocke hat zweimal geläutet. Es sind zwei von uns durchgekommen. Und meine Partnerin und ich, nun wir wären gerne nicht nur auf Zeit vor dem Teufel sicher, wenn ihr versteht was ich meine", erklärte er.
„Deine Partnerin", wiederholte Caroline, „Du hast eine Partnerin? Wer ist diese geheimnisvolle Partnerin, die zusammen mit dir versucht hat den Teufel aufs Kreuz zu legen?"
Eine dunkle Ahnung stieg in Damon auf, und er wollte die Antwort gar nicht wissen, und als er Kais triumphierendes Grinsen sah, da wollte er sie sogar noch weniger wissen.
„Stefan? Stefan? Hörst du mich? Mach die Augen auf und komm zurück zu mir, Liebster!"
Stefan schlug die Augen auf. Ein bekanntes geliebtes Gesicht beugte sich über ihn. Eines, das er befürchtet hatte, sehr lange Zeit nicht mehr wiederzusehen. Langsam konnte er sich wieder erinnern, ja, die Sirenen, Sybil hatte ihn erwischt hatte etwas mit seinem Kopf gemacht. Etwas, das ihn gelähmt und in seinen Gedanken gefangen gehalten hatte, doch jetzt war sein Geist klar. Zumindest vorübergehend.
Oder auch nicht, wenn er bedachte wer sich da gerade über ihn beugte.
„Elena?", wunderte er sich, „Bist du eine weitere Halluzination?"
„Nein, Stefan, ich bin so wirklich wie du", erwiderte Elena und half ihm auf die Beine, „Ich war einige Zeit lang fort, aber jetzt bin ich wieder da." Stefan starrte auf ihre Hände in seinen. Bisher hatte ihn keine seiner Halluzinationen jemals berührt, das bedeutete, dass sie wirklich sein musste, keine Einbildung seines verfluchten Geistes.
„Ich … ich würde dir ja gerne glauben, aber … ich kann meinen Sinnen in der letzten Zeit nicht unbedingt über den Weg trauen", gab der Vampir zu.
Elena drückte seine Hände aufmunternd. „Keine Sorge, jetzt bin ich ja da, und ich helfe dir durch alles durch, was dich quält", versprach sie ihm, „Alles wird wieder gut werden, Stefan, du wirst sehen. Du bist jetzt nicht mehr alleine."
Und offenbar war er das wirklich nicht mehr.
A/N: Ja, sie ist zurück, genau rechtzeitig fürs Finale.
Ja, dieses Mal haben nicht die Salvatore Brüder den Tag gerettet, auch wenn Stefan dabei geholfen hat zu verhindern, dass die Glocke zu oft läutet, aber ich wollte mal etwas anderes und das wirkliche Finale kommt ja erst noch.
Der nächste Teil wird wie angekündigt, der letzte sein. Vielleicht braucht er etwas länger. Mal sehen wie er sich entwickelt und wie lange er werden wird.
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