Extra-Warnings: Krebs, Chemo und die Auswirkungen, in Flammen stehende Personen, Gore und ekelige Dinge


III.


Alle anderen reagierten genauso wie Damon es erwartet hatte. Niemand war damit einverstanden, dass er sich auf den verrückten Plan der Allianz der Ks einlassen wollte.

„Lass doch zu, dass Cade Kai holt. Lehn dich zurück und genieß es", meinte Bonnie, „Und Katherine kommt schon klar, sie ist ihm schon mal entkommen, sie wird wieder schaffen, und wenn nicht, nun nach allem, was sie getan hat, ist das nicht genau das, was sie verdient hat?"

„Wir sollten Kai Cade persönlich übergeben anstatt ihn vor ihm zu verteidigen", sagte Ric, „Vergiss nicht was er Jo angetan hat. Ihrem ganzen Zirkel. Liv. Luke. Und was er dir und Bonnie alles angetan hat. Ist Katherine dir nach all den Jahren immer noch so wichtig? Hast du vergessen, was sie alles getan hat? Was sie dir alles angetan hat?"

„Das ist verrückt", verkündete Caroline, „Schlicht und einfach verrückt."

Damon sagte ihnen nicht, dass er es für sie tat. Er wusste, dass sie es nicht verstehen würden, nicht wirklich. Dass sie es nicht gut heißen würden. Sie waren Kinder der Jahrtausendwende, für sie war die Hölle ein abstraktes überholtes Konzept, an das sie nicht wirklich glaubten. Für sie war es einfach sie zu sagen, dass Kai und Katherine logen um sich ihre Hilfe zu ergaunern. Sie glaubten daran, dass sie am Ende ihrer Reise Frieden finden würden, weil das diejenigen, die sie geliebt und verloren hatten, ebenfalls geschafft hatten.

Und genau deswegen musste Damon sicherstellen, dass das am Ende auch ihr Schicksal sein würde. Oder sie zumindest nicht in den Fängen von Cade landen würden. Auf keinen Fall.

Es waren die älteren Vampire, die das alles besser verstanden. Und seine Entscheidung trotzdem nicht unterstützten. „Cade ist sehr mächtig, Damon. Du kannst ihn nicht vernichten", meinte Mary Louise, „Alles, was du tun kannst, ist dich mit aller Kraft von ihm abzuwenden, und solange vor ihm zu fliehen, wie es möglich ist."

„Ich will nicht, dass du das tust, Damon. Ich will nicht, dass du das für mich tust. Oder für Stefan. Oder sonst jemanden. Was am Ende kommt, kommt am Ende. Man kann es nicht umgehen, indem man das Ende ändert. Stattdessen sollte man die Zeit davor so gut es einem möglich ist nützen um das Ende so mitzubestimmen", erklärte Enzo, „Du warst schon einmal fort, und du weißt was das allen anderen angetan hat. Willst du das noch einmal riskieren?"

Die einzige Person, deren Reaktion ihn überraschte, war Stefan. Zunächst sagte er gar nichts zu Damons Ankündigung, und dann tauchte er plötzlich neben ihm auf, als dieser sich gerade zusammen mit Katherine und Kai über die Aufzeichnungen der Waffenkammer beugte, und verkündete: „Wenn du das schon machst, dann komme ich mit dir."

„Oh, nein, das tust du nicht", erwiderte Damon sofort.

Stefan schüttelte entschieden den Kopf. „Dich dumme Dinge alleine tun zu lassen, hat sich noch jedes Mal als Fehler herausgestellt", behauptete er, „Wenn wir das schon tun, dann tun wir es gemeinsam."

„Auf keinen Fall. Ich habe dich gerade erst vor Cade gerettet, schon vergessen? Und jetzt willst du riskieren, dass das umsonst war?", rief ihm Damon in Erinnerung.

„Es war auf keinen Fall umsonst, denn deswegen bin ich jetzt hier, bereit und in der Lage dir zu helfen das hier durchzuziehen", erklärte Stefan ruhig.

„Caroline ist sicher nicht damit einverstanden, dass du mir bei dieser Wahnsinnsaktion hilfst", brachte Damon sein letztes und hoffentlich bestes Argument.

„Caroline versteht, dass ich dich das nicht alleine tun lassen kann", widersprach Stefan, „Sie mag das hier nicht gutheißen, aber sie versteht warum ich es tun muss."

Soviel also zu seinem besten Argument.

„Lass ihn doch mitkommen", meinte Kai, „Je mehr desto lustiger. Und wo wir gerade davon sprechen, für diesen Zauber hier, könnte ich ein paar Hexen mehr gebrauchen." Er deutete auf den Zauber in dem Grimoire, das sie gerade studierten.

Stefan nickte. „Ich habe mit den anderen gesprochen", meinte er, „Die Häretiker helfen uns."

„Und Bonnie nicht? Das enttäuscht mich", meinte Kai.

Stefan musterte Kai ohne auch nur zu versuchen seine Verachtung zu verhehlen. „Bonnie plant nicht sich in der nächsten Zeit im selben Raum wie du aufzuhalten", erklärte er dem Hexer-Vampir, „Und das kann ihr auch keiner von uns verübeln."

Kai zog eine Schmolllippe. „Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Dinge, die sie mir angetan hat, um einiges schlimmer waren als die Dinge, die ich ihr angetan habe", behauptete er.

„Hah!" Damon konnte sich das nicht verkneifen. „Dir ist wirklich nicht klar wie sehr wir dich hassen, oder?", stellte er fest.

Kai zuckte die Schultern. „Ich dachte, ihr seid inzwischen darüber hinweggekommen", meinte er, „Ich meine, man sagt doch: Zeit heilt alle Wunden."

„Bei Nicht-Psychopathen braucht das nur ein wenig länger, wenn es um Wunden dieser Größenordnung geht", belehrte ihn Damon.

„Es ist nicht meine Schuld, dass ich das nicht begreife! Gefühle sind immer noch neu für mich", verteidigte sich Kai, „Woher soll ich wissen wie andere ticken?"

Katherine verdrehte theatralisch die Augen. „All diese Seelen in Cades Dimension, und ich musste ausgerechnet den da als Partner abbekommen", beschwerte sie sich, „Versucht euch das mal vorzustellen. So geht es schon die ganze Zeit über…."

„Genug jetzt", mischte sich Stefan ein, „Erklär uns noch einmal wie das ablaufen soll."

„Es ist eine Art Astralprojektion", führte Kai bereitwillig aus, „Da nur Verstorbene dazu in der Lage sind Cades Reich zu betreten, müsst ihr eure Körper hinter euch lassen. Und ihr braucht einen Anker, der euch später hilft zu eurem Körper zurückzufinden so wie eine Art Homing Device, der euch sagt, wo ihr hinmüsst. Den Anker werde ich zusammen mit den Häretikern bilden, während Katherine der Homing Device ist, da sie ja…."

„Keine Magie hat, und daher den kurzen Strohhalm gezogen hat und sich erneut Cade stellen muss", unterbrach ihn Katherine pikiert, „Ja, wir wissen es. Du musst uns nicht ständig daran erinnern."

„Katherines Seele bringt also eure Seelen in Cades Dimension", fuhr Kai fort, „Dort angekommen, müsst ihr Cade finden und ihn vernichten."

„Und wie sollen wir das anstellen?", wollte Stefan wissen, „Er beherrscht diese Dimension. Hat übermächtige psychische Kräfte. Und was genau haben wir? Ist ja nicht so, als ob wir Waffen dorthin mitnehmen könnten."

„Nicht physisch, nein. Aber ihre Energie schon", meinte Kai.

Katherine präsentierte ihnen ein Messer. „Das hier ist eine Waffe hergestellt aus Cades Knochen. Sie ist in der Lage ihn zu töten. Wir werden die Cade-Energie, die immer noch in ihr steckt, mit uns in Cades Dimension bringen und dazu nutzen um ihn zu töten. Das Problem ist nur, dass ich das nicht tun kann, da ich immer noch an Cade gebunden bin und daher kaum, dass ich dort ankomme, nicht mehr in der Lage sein werde die Hand gegen ihn zu erheben. Deswegen muss einer von euch das tun. Angesichts der Umstände plädiere ich für Damon. Er ist gut darin Leute umzubringen, und außerdem ist er anders als Stefan niemals unter Cades Einfluss geraten", erklärte sie, „Da ihr euch als Blinde Passagiere an mich hängen werdet, wird Cade eure Ankunft möglicherweise nicht sofort bemerken. Ihr müsst den Überraschungsmoment nutzen und versuchen ihn so schnell wie möglich zu erledigen. Sobald er tot ist, wird seine Dimension zerfallen. Wir drei müssen dann so schnell wie möglich in unsere Körper zurückkehren, um das nicht mitzuerleben."

„Moment mal. Was passiert dann eigentlich mit all den Seelen, die dort gefangen sind?", wollte Stefan wissen.

Katherine zuckte die Schultern. „Das wissen wir nicht. Denn weißt du, es ist das erste Mal, dass jemand Cade und damit auch seine Dimension vernichtet", meinte sie sarkastisch.

Stefan warf ihr einen verärgerten Blick zu. „Wenn es für uns nicht gesund ist, dort zu sein, wenn alles zerfällt, dann ist es das für sie sicherlich auch nicht", meinte er.

„Stefan, sie sind bereits tot. Was soll groß mit ihnen passieren? Im besten Fall sind sie frei. Im schlechtesten … werden sie zerrissen und hören auf zu existieren. Was besser ist als weiterhin von Cade gequält zu werden, das kannst du mir glauben, ich spreche aus Erfahrung", betonte Katherine.

Damon warf seinem Bruder einen besorgten Blick zu, und wollte vorschlagen, dass Stefan vielleicht doch besser hierbleiben sollte, doch dieser nickte nur. „Also schön. Das ist der Plan", stellte er fest, „Wie genau wird sich die Energie von der Waffe in Cades Dimension manifestieren?"

„Das kommt auf denjenigen an, der sie benutzt. Cades Dimension besteht aus reiner psychischer Energie, seine und unsere Gedanken bestimmen alles, was dort passiert und wie wir es wahrnehmen", meinte Katherine, „Die Waffe kann sich wieder als Messer oder als Feuerball oder als sonst etwas manifestieren. Das bleibt Damon überlassen."

„Solange es den Kerl umbringt, kann es von mir aus auch ein Singvogel sein", meinte Damon. Er sah noch einmal Stefan an. „Du musst nicht mitkommen", meinte er, „Es gibt nur eine Waffe, und wenn etwas schiefgeht, dann stecken wir für immer in Cades Dimension fest, oder werden ins Nichts verpufft, oder schweben irgendwo zwischen seiner ehemaligen Dimension und dieser herum, ohne Körper und ohne Weg zurück."

„Und genau deswegen muss ich mitkommen, um sicherzustellen, dass du ebenfalls zurückkommst und Elena wieder in die Arme schließt, wenn das hier vorbei ist, und Kai sie aufgeweckt hat", erwiderte Stefan, „Vergiss es, Damon, ich lass dich das hier nicht alleine tun."

Damon überlegte sich, ob er darauf hinweisen sollte, dass er nicht alleine wäre, da Katherine bei ihm wäre, nahm aber an, dass dieser Hinweis Stefan nur noch mehr dazu bringen würde auf ihn aufpassen zu wollen. Also ließ er es bleiben.

Offenbar musste er sich damit abfinden, dass Stefan mitkam. Und damit lag es offensichtlich bei ihm dafür zu sorgen, dass dieser auch wirklich genauso nach Hause zurückkehrte wie er.


Es war doch beruhigend zu wissen, dass Valerie, Nora, und Mary Louise Kai auf die Finger sahen, denn Stefan traute ihm keinen Zentimeter weit. Aber er musste auf Damon aufpassen, und Damon bildete sich ein den Teufel töten zu müssen, was irgendwie zugleich sehr charakteristisch und sehr uncharakteristisch für seinen Bruder war. Vielleicht tat er das ja, weil er angenommen hatte, dass Stefan es tun wollen würde, wenn er es nicht tat, aber Stefan war es eigentlich kein großes Bedürfnis Cade zu töten. Er war zu dem Schluss gekommen, dass das ewige Gegenrechnen und die ewige Schuld aufhören mussten, und dass er nicht weiterhin immer der große Held sein konnte, den alle brauchten. Dass er sich stattdessen erst einmal von allem, was Cade, Sybil, und der Flucht mit ihm gemacht hatten, erholen musste, bevor er wieder irgendetwas Heldenhaftes unternehmen konnte. Und mit Cade wollte er am besten nie wieder etwas zu tun haben, oder zumindest so lange nicht wie es sich einrichten ließ, und nein, trotz allem, war er es Katherine nicht schuldig sich für sie mit dem Teufel anzulegen. Dafür hatte sie ihm im Laufe seiner Existenz zu viel angetan. Und was mit Kai Parker passierte, war ihm eigentlich gleich.

Was ihm aber nicht egal war, war was mit Damon passierte. Und warum auch immer Damon sich einredete, dass er das hier tun musste, das bedeutete eben auch, dass er Stefan ihm dabei zur Seite stehen musste. So einfach war das.

Trotzdem zweifelte er an dem Erfolg des Unterfangens. Sie hatten sich mit Partnern eingelassen, denen es zuzutrauen war, dass sie sie verrieten, sobald sie hatten, was sie wollten, und Stefan war sich nicht so sicher was sie eigentlich wollten. Wer sagte, dass sie in Wahrheit nicht doch einen Deal mit Cade geschlossen hatten, und diesem Damon und Stefan einfach ausliefern wollten?

Deswegen war sein erster Gedanke, als er sich nach dem Zauber in der Waffenkammer an einem anderen Ort wiederfand, auch der, dass genau das passiert war; denn der Ort, an dem er sich befand, wirkte nicht gerade so wie er sich die Hölle vorgestellt hatte. Zum Ersten gab es kein Feuer hier, und zum Zweiten sah es verdammt nach Mystic Falls aus, und zum Dritten … war er alleine. Von Katherine und Damon gab es keine Spur.

Was ist schief gegangen? Es gab viel zu viele mögliche Antworten auf diese Frage um nicht beunruhigt zu sein. Aber am Beunruhigtesten war es, dass er von Damon getrennt worden war. War das die ganze Zeit ihr Plan? Wollten sie Damon an Cade ausliefern? Und mich … einfach nur aus dem Weg räumen?

Katherine wäre das durchaus zuzutrauen, sie hatte ihn gerettet, hatte dafür Damon benutzt, aber jetzt brauchte sie diesen nicht mehr, konnte ihn opfern um zu bekommen, was sie wollte: Ihre Freiheit, einen weiteren Versuch bei Stefan, was immer es auch war. Stefan wusste zwar nicht, wie er von der Waffenkammer nach Mystic Falls gekommen war, aber fest stand, dass er keine Zeit hatte darüber nachzudenken, sondern sofort zur Waffenkammer zurück musste und die anderen vor Kais Verrate warnen musste!

Er sah sich hektisch um und winkte dann dem ersten vorbeifahrenden Wagen zu. Dieser fuhr an den Straßenrand und öffnete ihn eine Türe, und dann erkannte Stefan zu seiner Überraschung die Person auf den Beifahrersitz. „Hallo, Onkel Stefan", meinte diese zu ihm, „Ich wusste nicht, dass du wieder in der Stadt bist. Spring rein!"

„Sarah? Sarah Nelson?!", entfuhr es Stefan erschrocken. Sarah sollte ihn eigentlich nicht kennen, und ihn schon gar nicht Onkel Stefan nennen oder sich gar in Mystic Falls befinden! Sie lachte unsicher und sah ihn verwirrt an." Ehm, nein, immer noch Sarah Salvatore. Hast du mir einen Ehemann, der schlecht für mich war, aus dem Gedächtnis gelöscht?", erwiderte sie kopfschüttelend, „Das gehört sich aber nicht, mein Lieber."

Stefan nahm vollkommen verwirrt neben ihr auf dem Beifahrersitz Platz. „Entschuldige, aber das klingt jetzt vielleicht dumm, aber woher kennen wir uns?", wollte er dann von ihr wissen.

Sarah starrte ihn kopfschüttelnd an. „Woher wir uns kennen? Kann es sein, dass jemand dir das Gedächtnis gelöscht hat? Ich bin es, deine Nichte Sarah? Zachs Tochter? Deine letzte Blutsverwandte…" Sie blickte ihn erwartungsvoll an.

„Ja, das weiß ich schon, ich meine nur…." Er brach ab, weil er nicht wusste wie er diesen Satz fortführen sollte. „Wie auch immer. Du musst mich sofort zur Waffenkammer fahren. Kai ist dort und könnte eine Gefahr für die anderen darstellen", sagte er stattdessen.

„Waffenkammer? Was für eine Waffenkammer? Meinst du die im Haus? Und wer ist Kai?", wunderte sich Sarah.

„Kai Parker? Vom Gemini-Zirkel? Der Mann, der Jo umgebracht hat und Elena ins Koma versetzt hat?"

„Wer ist Jo? Und was soll das heißen Elena im Koma? Ich habe gerade eben noch mit ihr telefoniert! Sie hat eine Doppelschicht im Krankenhaus hinter sich, aber im Koma liegt sie sicherlich nicht", wollte Sara verwirrt wissen.

Jetzt war es an Stefan verwirrt zu sein. „Doppelschi- Warte, spulen wir einen Moment zurück, ja? Du kennst Elena Gilbert und telefonierst mit ihr?", wollte er dann wissen.

„Natürlich kenne ich Elena. Deine große Liebe Elena Gilbert, die aussieht wie Katherine Pierce? Diese Elena kenne ich sehr gut. Schon immer eigentlich. Immerhin stammen wir beide aus Gründerfamilien", meinte Sarah.

Okay, so kommen wir nicht weiter. Irgendetwas stimmt hier nicht. Vielleicht … vielleicht wurde ich doch nicht betrogen, zumindest nicht so wie ich dachte. Vielleicht ist das hier tatsächlich Cades Dimension. Und vielleicht ist Sarah …

Er wollte diesen schrecklichen Gedanken nicht weiterdenken, aber er musste. Vielleicht war Sarah gestorben und aus irgendwelchen Gründen hier gelandet, wusste aber nicht, dass sie tot war. Und befand sich momentan in einer Art Halluzination, mit der Cade sie quälte, in der sie ihre wirkliche Familie gekannt hatte. Vielleicht wusste sie von Elena, weil sie über Stefan nachgeforscht hatte, und vielleicht war diese deswegen ein Teil dieses Szenarios.

„Okay, weißt du was? Vergessen wir Elena für den Moment. Und alles andere, was ich eben erwähnt habe. Ich muss Damon finden. Wir sind gemeinsam in die Stadt gekommen, wurden aber getrennt. Kannst du mir helfen ihn zu finden?", wollte Stefan also von Sarah wissen.

Doch diese sah ihn schon wieder so an, als würde er von einem anderen Stern kommen. „Damon? Damon Salvatore", wiederholte sie, „Dein Bruder, der Kriegsheld? Der auf dem Bild? Onkel Stefan, ich glaube dir geht es wirklich nicht gut. Damon ist in deiner Jugend gestorben, er ist im Bürgerkrieg gefallen. Weißt du nicht mehr?"

Nun, es wäre ja zu einfach gewesen, wenn es sie etwas anderes erwidert hätte, nicht wahr?


„Stefan?! Katherine?!" Damon blickte sich verwirrt um und fasste in seine Jackentasche. Zumindest befand sich das Messer noch in seiner Tasche. Aber ansonsten… Es mag ja sein, dass das die Hölle ist, aber sie sieht mir ziemlich nach Mystic Falls aus.

Es beunruhigte ihn, dass weder von Katherine noch von Stefan etwas zu sehen war. Aber solange er Cade fand und tötete, sollte sich das als nicht allzu großes Problem erweisen, nicht wahr? Doch wo würde er den Teufel in der Hölle finden?

Da ihm nichts Besseres einfiel, begab er sich in den Grill. Wenn der Teufel in irgendeiner Form dem fiesesten Wesen, das er kannte, ähnelte – nämlich Kai – dann wäre er dort, wo es Essen gab (seit sie ihn in ihrer Gewalt hatten, hatte Kai nach nichts öfter gefragt als danach etwas zu Essen zu bekommen). Er wusste nicht wen oder was er sich im Grill erwartete, aber auf jeden Fall war es nicht …

„Caroline?!" Nein, so schnell? So schnell hat er sie getötet? Damon wollte es nicht glauben.

Das Gesicht der Blondine hellte sich auf, als sie ihn erblickte, und sie fiel ihm regelrecht um den Hals, als sie ihn sah. „Damon! Dich hätte ich hier nicht erwartet!", erklärte sie freudig, „Was führt dich in die Stadt?!"

Damon musterte sie von Oben bis Unten und versuchte festzustellen, was genau mit ihr nicht stimmte, doch er fand keinen Hinweis darauf. „Ich suche einen Kerl namens Cade", meinte er dann langsam, „Den hast du nicht zufällig gesehen, oder?"

Caroline runzelte die Stirn. „Nie gehört", meinte sie, „Wer ist das?"

„Niemand, um den du dir Gedanken machen müsstest. Was ist mit Katherine? Hast du sie in letzter Zeit zufällig gesehen?", fragte Damon dann weiter.

„Ugh. Zum Glück nicht. Ich hasse es, dass sie aussieht wie Elena. Und dass ich mich ihretwegen mit all diesen Urvampiren herumschlagen muss. Klaus Mikaelson ist so ein Stalker, es ist ekelig." Sie schüttelte angewidert den Kopf. „Willst du was trinken oder essen? Was kann ich dir bringen?"

„Arbeitest du etwa hier?" Damon fiel auf, dass sie eines dieser dummen Namenschilder trug, die die Bedienungen hier immer trugen, und eine Schürze. Nun, das war mehr als er über Caroline Forbes persönliche Hölle wissen wollte. „Vergiss es, was ist mit Stefan? Hast du den gesehen?"

Caroline warf ihm einen ehrlich verwirrten Blick zu. „Wen?"

„Stefan Salvatore? Die Liebe deines Lebens? Du weißt schon, meinen Bruder….", meinte Damon und sah sie abwartend an.

„Ich kenne keinen Stefan. Liebe meines Lebens? …. Denkst du Klaus könnte ihn mir aus dem Gedächtnis gelöscht haben?! Das wäre ihm zuzutrauen! Aber Moment, dein Bruder? Du hast einen Bruder?", wunderte sich Caroline noch verwirrter, „Warte mal, du hattest einen Bruder, früher als du noch … na ja, jung warst. Aber der muss doch schon lange tot sein. Hast du mir nicht mal erzählt, dass er sich zu Tode gearbeitet hat mit 35 oder so was, weil er zu stolz war dein Geld anzunehmen?"

Okay, jetzt war Damon verwirrt. „Was?", war das Einzige, das er noch zu Stande brachte.


„Okay, Sarah, ich weiß, dass das schwer ist zu begreifen, aber das woran du dich erinnerst ist nicht die Wirklichkeit. Irgendjemand hat dir falsche Erinnerungen in den Kopf gesetzt. Es wäre jetzt zu kompliziert das zu erklären, aber … Nun, ich muss entweder meinen Bruder oder Katherine finden", sagte Stefan langsam und beschwörend.

Sarahs Blick verdüsterte sich weiter. „Katherine. … Katherine Pierce ist gestorben, nachdem sie das Heilmittel genommen hat, das ist Jahre her, Onkel Stefan", meinte sie.

„Ja, aber sie ist zurückgekommen und … das ist egal, sie ist zurück. Darauf kommt es an", meinte Stefan.

„Ich verstehe. Ja, wirklich, ich verstehe, dass du verwirrt bist, Onkel Stefan. Es kann schwer sein sich nach dem Ende einer wichtigen Beziehung alleine wiederzufinden. Aber Elena und du, ihr seid immer noch Freunde. Und wer weiß, vielleicht findet ihr eines Tages wieder zusammen. Immerhin seid ihr beide Vampire", meinte Sarah, „Ihr habe die Ewigkeit zusammen noch vor euch."

Sarah illusorisches Leben begann Stefan langsam aber sicher auf die Nerven zu gehen. „Was ist mit jemanden namens Cade?", wollte er dann wissen, „Sagt dir dieser Name etwas?"

Sarah schüttelte den Kopf. „Weißt du was, Onkel Stefan, es ist Zeit, dass ich dich zu den anderen bringe", meinte sie, und dann startete sie den Wagen.

„Von mir aus, bring mich zu den anderen", erwiderte Stefan nur. Vielleicht wäre unter diesen anderen jemand, der ihm weiterhelfen könnte. Sarah konnte das definitiv nicht.

Ihr Wagen hielt schließlich vor der Sheriffs-Station.

Sarah stieg aus und schritt eilend hinein, und Stefan beeilte sich damit ihr nach zukommen. „Oh, wunderbar, da ist er ja", ätzte John Gilbert, als er ihn erblickte. Stefan stellte schockiert fest, dass auf seiner Brust ein Sheriffstern prangte. Nur in der Hölle könnte es jemand wie John Gilbert zum Sheriff bringen.

„Stefan…", meinte eine andere Stimme.

Nein, nein, nein, sie kann nicht auch hier sein, das ist nicht möglich, dass ist einfach nicht fair. Liz Forbes sah schrecklich aus. Sie trug ein Kopftuch, war beinahe bis auf die Knochen abgemagert, und kam kaum aus ihren Stuhl hoch. „Liz, bitte, bleib sitzen", meinte John Gilbert besorgt, und drückte sie sanft aber bestimmt wieder auf ihren Sitz zurück. Liz streckte Stefan mit sichtlicher Mühe ihre Hand entgegen, und er nahm sie und drückte sie sanft. Ihre Hand fühlte sich klamm an, beinahe wie der Tod.

„Stefan sagt, dass Katherine Pierce zurück ist", erklärte Sarah den beiden, „Und er redet dauernd von Leuten, die ich nicht kenne."

„Liz, was … was machen Sie nur hier?", wollte Stefan erschüttert wissen.

„Sie schont sich nicht, dass macht sie hier", meinte John Gilbert bitter, „Und Ihre Anwesenheit wird sicherlich nicht dazu führen, dass sie endlich zur Vernunft kommt."

„Ein wenig Krebs wird mich nicht daran hindern meine Stadt zu beschützen, besonders nicht, wenn es wahr ist, und Katherine Pierce wirklich wieder zurück ist. Sie hat meine Tochter ermordet. Ich werde nicht zulassen, dass sie noch weitere Töchter umbringt", erklärte Liz mit heißerer aber fester Stimme.

Moment, was? „Caroline ist tot?"

Nun das wäre sicherlich eine Vorstellung, die Liz quälen würde, aber Stefan verstand immer noch nicht, warum sie hier war. Das konnte einfach nicht sein. Liz Forbes konnte nicht in der Hölle gelandet sein!

„Getötet von Katherine, während sie sich immer noch von ihren Verletzungen nach dem Autounfall erholt hat", bestätigte Liz, „Tyler Lockwood hat sich das nie verziehen, obwohl es nicht einmal seine Schuld war."

Stefan fiel wieder ein, dass es Damon gewesen war, der Caroline das Vampirblut gegeben hatte, dass sich in ihrem Körper befunden hatte, als Katherine sie getötet und so zum Vampir gemacht hatte. Und dass Damon laut Sarah als Mensch gestorben war. Also ergab diese veränderte Abfolge der Ereignisse irgendwie Sinn, nahm er an.

„Er hätte sich nach dem Tod dieser anderen Mädchen vielleicht nicht das Leben genommen, wenn das mit Caroline nicht passiert wäre", fuhr Liz fort.

Was? Tyler auch?

„Katherine", schnaufte John, „war immer mehr Ärger als sie wert war." Er rieb sich offenbar unbewusst seine Hand. „Wir müssen sie finden."

„Nur wie? Die Hälfte der Leute wird wieder einmal denken, dass sie Elena vor sich haben, die zu Besuch in die Stadt gekommen ist", meinte Liz, „Wenn es noch lebende Hexen gäbe, könnten sie dabei helfen sie zu finden und zu bekämpfen, aber seit Bonnies Tod damals bei dem Versuch Jeremy ins Leben zurückzuholen sind wir unterbesetzt."

„Bonnie ist nie zurückgekommen? Wurde nie zum Anker für die Andere Seite?", wollte Stefan wider besseres Wissen in Erfahrung bringen.

„Amara war der Anker für die Andere Seite, das wissen Sie doch, Stefan", sagte Liz, „Und sie wurde zusammen mit der Anderen Seite vernichtet."

Und deswegen kannte niemand hier Kais Namen, weil Bonnie und Damon niemals in der Gefängniswelt des Gemini-Zirkels gelandet waren und Kai dort kennengelernt hatten.

Langsam aber sicher konnte sich Stefan nicht mehr der Erkenntnis, was hier wirklich vor sich ging, verschließen. Das hier nicht Sarahs Hölle oder die von Liz, das hier war seine Hölle. Eine Hölle, die ihn verspottete, ihm seinen Bruder nahm, Elena nahm ohne sie ihm wirklich zu nehmen, Caroline niemals gegeben hatte, seine Freunde sterben hatte lassen, und ihm zeigte, was passiert wäre, wenn niemand jemals auf die Idee gekommen wäre Liz Vampirblut zu geben. Das hier war nicht John Gilbert, genauso wenig wie Sarah Sarah oder Liz Liz war. Das alles hier war eine Illusion, es war Stefans Illusion, das hier war seine Hölle.

Und er hatte keine Ahnung wie er Damon und Katherine in dieser wiederfinden sollte.


„Stefan ist gestorben?" Damon begann langsam aber sicher daran zu zweifeln ob diese Person da vor ihm überhaupt Caroline Forbes war. Für eine Caroline, die Stefan nie gekannt hatte, wäre ein toter Stefan keine Qual. Für Damon allerdings….

Okay, was habe ich erwartet? Das hier ist die Hölle. Cade musste sie irgendwie abgepasst und ihn in diese Illusion gesteckt haben. Na toll. Damon seufzte. „Lass mich raten. Elena ist ebenfalls gestorben. Sie ist zusammen mit ihren Eltern ertrunken, weil niemand da war, der sie aus dem Wrack gerettet hat", sagte er.

Caroline blinzelte verwundert. „Ja, aber das weißt du doch. Ich habe dir oft genug von den Gilberts erzählt. Davon wie Jeremy danach an einer Überdosis gestorben ist, zusammen mit Vicki Donovan. Davon dass John Gilbert mich gestalkt hat, weil er mich verdächtigt hat ein Vampir zu sein. Das weißt du doch alles. Du hast dich persönlich darum gekümmert", meinte sie.

„Habe ich das?", erwiderte Damon unüberrascht, „Nun, ich nehme an, das hätte ich. Was ist mit Bonnie? Nein, sag nichts, die Bennetts wurde vor langer Zeit ausgelöscht, weil kein Stefan da war um sie zu retten."

„Die wer?"

„Ja, genau." Dieses Gespräch würde nicht besser werden, es war sinnlos es überhaupt zu führen. Alles was er noch erhalten würde, wären weitere schlechte Neuigkeiten. Kein Stefan, keine Elena, keine Bonnie. Ric war vermutlich niemals ins Leben zurückgekommen. Und er wusste nicht, ob er überhaupt wissen wollte was in dieser Version seines Lebens aus Tyler, Matt, Liz, und allen anderen geworden war. Er wollte nicht nach Andie fragen, und erfahren, dass sie lebte und es ihr gut ging. Oder nach Jenna um mit Sicherheit genau das Gleiche zu erfahren. Aber Carol Lockwood war sicherlich auch in dieser Variante der Geschehnisse von Klaus ertränkt worden, nur weil dieser nicht bekommen hatte, was er wollte.

Nein, Damon würde Cade nicht den Gefallen tun und sich auf diese irreale Welt einlassen. Jede Sekunde, die er damit verbrachte mit Caroline zu sprechen, zog ihn tiefer in diese Welt hinein, die nicht echt war und deren Mechanismen ihn immer mehr von seiner Mission ablenkten.

Eine Welt, in der Caroline Forbes sich ernsthaft darüber freute ihn zu sehen, war einfach von Grund auf falsch. Daran bestand gar kein Zweifel. Alles andere war nur ein Nebeneffekt, der das bestätigte.

„Hör mal, das hier war nett und all das, aber da du mir nicht helfen kannst, muss ich alleine weiter. Ich muss Cade finden. Also war nett mit dir zu sprechen, Alternative Caroline, aber ich denke mal, dass das letzte Mal war, das wir uns gesehen haben", meinte er zu der Blondine, und verließ den Grill dann auch schon wieder. Er hatte noch zu tun.

Doch er war noch nicht sehr weit gekommen, als sich Enzo vor ihm aufbaute und verkündete: „Damon! Das Gerücht stimmt also, du bist zurück in der Stadt!"

„Offensichtlich", murmelte Damon, und meinte dann lauter, „Ich habe im Moment keine Zeit für dich, Enzo, tut mir leid." Und dann versuchte er sich an dem anderen Vampir vorbeizuschieben, allerdings ohne Erfolg, da dieser ihm seinen Arm um die Schulter legte und neben ihn her schlenderte. „Ich wusste, dass du nur ein wenig Zeit brauchst um dich zu beruhigen, und da du wieder hier bist, hatte ich damit offensichtlich recht. Also, was hast du nun, da du dein gebrochenes Herz überwunden hast, vor? Was tun wir als nächstes?"

Damon kämpfte sich unter Enzos Arm hervor und meinte: „Was du vorhast, weiß ich nicht, aber ich muss jemanden finden."

„Wundervoll. Ich helfe dir gerne bei der Suche", meinte Enzo sofort.

Damon seufzte. „Das ist wirklich nicht nötig", betonte er.

„Natürlich nicht, aber wir machen doch alles zusammen. Seid wir zusammen Augustine entkommen sind, waren wir immer füreinander da, das wird sich auch jetzt nicht ändern", meinte Enzo.

Das ließ Damon nun doch anhalten. „Wir sind zusammen entkommen?", wiederholte er, „Ich habe dich nicht im brennenden Käfig zurückgelassen, und bin ohne dich abgehauen?"

Enzo starrte ihn ungläubig an. „Natürlich nicht", meinte er dann angewidert, „Das würdest du niemals tun! Du bist ins Feuer hineingerannt und hast mich gerettet. Du warst ein richtiger Held!"

„Ich war … ein Held", vergewisserte sich Damon.

„Oh, ja, du bist ein guter Mann, Damon. Niemals würdest du einen anderen im Stich lassen", betonte Enzo.

„Ach…." Was für eine Art umgekehrte Psychologie war das hier jetzt? Dass Damon in einem Leben ohne Stefan eine bessere Person geworden wäre? Aber das ist doch Unsinn. Okay, vielleicht habe ich Enzo in diesem Was wäre wenn-Szenario gerettet, aber das vermutlich nur deswegen, weil ich nicht noch einmal einen Bruder verlieren wollte. Und ein Held bin ich sicherlich nicht.

Immerhin gingen die Urvampire aus irgendeinem Grund in seiner Heimatstadt immer noch aus und ein, nicht wahr? Und er schien das zuzulassen und sich nicht daran zu stören, was also bedeutete, dass er offenbar kein Held war.

„Ich glaube, du irrst dich in mir", meinte Damon also, „Wenn ich ein Held wäre, ein guter Mann wie du sagst, dann würde ich wohl kaum Klaus Mikaelson hier aus und eingehen lassen, oder? Oder gar … für ihn arbeiten…"

„Aber wir arbeiten doch nicht für Klaus, Damon! Wann hast du dir das denn eingeredet?", wollte Enzo wissen, „Wir beschützten Mystic Falls vor ihm. Dafür mussten wir ein paar Deals eingehen, ja, aber er hält sich zurück. Elijah hat ihn im Griff, hast du das vergessen? Und mit dem haben wir einen Deal. Niemand aus der Stadt wir gegessen, alle halten Frieden. Ja, okay Klaus kann ein wenig … anstrengend sein, wenn er Zuneigung sucht, aber du solltest nicht auf Carolines Gejammer achten – er ist ihr nie in irgendeiner Form zu nahe getreten, das würde er nicht wagen. Sie mag ihn eben nur nicht, weil sie denkt, dass sie und Tyler seinetwegen Schluss gemacht haben, aber das hat nur mit diesen ewigen Vampir-Werwolf-Fehden zu tun. Und wird sich wieder einrenken. Caroline ist nur dramatisch. In der Stadt herrscht Frieden, Damon, und das hat sie nur dir zu verdanken."

Das klingt so gar nicht nach mir. Und jetzt ging er doch noch auf diese Illusion ein, ließ sich doch noch mithineinziehen, obwohl er sich vorgenommen hatte das nicht zu tun. Ich darf mich nicht ablenken lassen, rief er sich in Erinnerung.

„Wie auch immer, ich muss jetzt wirklich gehen", verkündete Damon, doch Enzo klopfte ihn auf die Schulter und meinte: „Nur zu, geh voran. Ich folge dir."

Dann erstarrte er plötzlich und kippte dann tot vorneüber und enthüllte so eine hinter ihm stehende Katherine, die sein Herz in der Hand hielt. „Keine Sorge, der war nicht echt. Aber er war dabei ich zu kriegen, Damon, ich musste dich da raus reißen", verkündete sie.

„Katherine", stellte Damon fest, „Moment, woher soll ich wissen, dass du die echte Katherine bist?"

Katherine verdrehte vielsagend die Augen. „Etwas ist schief gegangen, als wir her gekommen sind. Cade wusste aus irgendwelchen Gründen, dass ihr kommt, und hat euch erwartet. Das heißt der Überraschungsmoment ist dahin, aber wir haben immer noch eine Chance", meinte sie, „Wir müssen ihn nur finden, und …."

„Und was? Das würde mich wirklich interessieren, Katarina." Ein dunkelhäutiger Mann, der jünger und haarloser war als Damon erwartet hätte, materialisierte sich aus dem Nichts und schritt um Katherine herum. „Was genau hast du dir von all dem versprochen?"

„Cade nehme ich an", stellte Damon fest.

Der Mann nickte ihm zu. „Ich bekomme nur selten Besucher. Normalerweise begibt sich niemand freiwillig hierher. Und wer es doch tut … nun diese Personen kann ich nicht wieder gehen lassen", meinte er, „Tut mir leid." Und dann griff er nach Katherine.

„Nein!", rief diese aus und sprang zurück, „Nein, nicht noch einmal! Ich ertrage das nicht noch einmal!" Sie warf Damon einen kurzen Blick zu. „Tut mir leid, Damon!", verkündete sie, und dann löste sie sich in Nichts auf.

„Mhm, interessant", stellte Cade fest, „Wie es scheint hat Katarina Petrova mein Reich wieder verlassen."

„Sie ist abgehauen?" Warum überraschte Damon das nicht? Katherine war sich, wenn es hart auf hart kam, immer selbst die nächste. Das hatte er immer von ihr übernehmen wollen, aber irgendwie war es ihm niemals gelungen.

Cade wandte sich ihm mit einem milden Lächeln zu. „Keine Sorge, sie kommt wieder. Ihre Seele gehört mir. Unwiederbringlich", meinte er dazu.

„Es gibt also keine Du kommst aus der Hölle frei-Karte", stellte Damon fest.

Cade dachte darüber einen Moment lang nach. „Ich will keine falschen Hoffnungen in dir wecken", meinte er dann, „Die Hölle mag nur ein Konstrukt sein, aber Schuld ist eine sehr reale Sache. Und was ist Sünde anderes als eine nicht wiedergutzumachende Schuld, die man auf sich geladen hat? Gute Taten machen böse nicht ungeschehen. Getan ist getan."

Soviel also dazu seinen Plan doch noch aufzugeben.

Cade musterte ihn. „Aber du, du hast da etwas an dir, was nicht dir gehört", stellte er fest, „Etwas, das du mir übergeben solltest, wenn du weißt was gut für dich ist."

Damon tastete nach dem Messer in seiner Tasche. „Nein, danke, ich verzichte", erklärte er.

„Du missverstehst mich, das war keine Bitte", erklärte Cade, „Es war ein Befehl." Und dann verdüsterte er sich auf einmal und schoss blitzschnell auf Damon zu.

Der ergriff natürlich die Flucht, musste aber, als er an der Stadtgrenze stehenblieb, feststellen, dass Cade ihn hierher verfolgt hatte. „Du kannst dich nicht mir vor mir verstecken", erklärte ihm dieser, „Das hier ist meine Welt. Ich mache die Regeln hier. Und jetzt … gib es mir!" Er streckte Damon seine geöffnete Hand entgegen, und der Vampir wollte wieder fliehen, doch er stellte fest, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Seine Beine waren wie festgefroren.

„Ich sagte: Gib es mir!", donnerte Cade, und im nächsten Moment loderte Feuer um Damon herum auf. Das ist nicht echt, es ist nicht echt!, rief er sich in Erinnerung, doch es fühlte sich verdammt echt an. Damon schrie, umklammerte die Waffe, konnte sich immer noch nicht bewegen, würde aber lieber sterben als die einzige Waffe, die er gegen Cade besaß, an diesen zum übergeben.

Und dann auf einmal konnte er sich wieder bewegen. Er schlug die zusammengepressten Augen auf, und erkannte durch das Feuer hindurch Stefan, der gerade mit Cade rang. „Damon, jetzt!", rief sein Bruder aus, und Damon kam dieser Aufforderung nach so gut er konnte.

Er nahm die Waffe, zog sie aus seiner Jackentasche, und warf sie Cade entgegen. Die Waffe konnte hier jede Gestalt annehmen, hatte es geheißen, also verwandelte sie Damon jetzt in die beste Waffe, die er auf Lager hatte.

Cade ließ von Stefan ab, und starrte ungläubig auf das, was sich vor ihm materialisierte. Es war Elena, die wenige Schritte vom dem Teufel und Stefan entfernt auf dem Boden landete. Sie trug ein weißes Kleid, sonst nichts, ihre nackten Füße landeten auf den Boden von Mystic Falls. „Was soll das werden?", wollte Cade wissen, „Deine ultimative Waffe gegen mich ist … ein Mädchen?"

Elena zwinkerte Damon kurz zu, und dann verkündete sie: „Flügel der Gerechtigkeit!" Und auf einmal wuchsen gelbe Flügel aus ihren Rücken, flatterten einmal auf und nieder, und ließen dann eine Lichtwelle frei, die Cade und Stefan umschloss und durch die ganze Hölle weiterschoss.

Und dann begann Cade zu schreien. Damon konnte sehen, wie seine Haut zu blubbern begann, und er zu dampfen begann. Er schrie und schrie und schrie und dann … explodierte er in tausend Stücke.

Stefan blinzelte nur.

Und Elena wandte sich noch einmal zu Damon um und sagte „Schnell, ihr müsst raus hier." Und dann verblasste sie, und war im nächsten Moment nicht mehr zu sehen.

„Es hat funktioniert", keuchte Damon und schritt durch die verlöschenden Flammen, die ihn umgaben, hindurch, „Wir haben es geschafft, Bruder, wir haben den Teufel getötet…"

„Dann sollten wir so schnell wie möglich von hier verschwinden", meinte Stefan.

Damon nickte und versuchte aufzuwachen, doch nichts passierte. Beunruhigt sah er seinen Bruder an, der ebenfalls immer noch hier war.

„Es klappt nicht!", stellte er fest.

Und in diesem Moment explodierte die Welt um sie herum.


A/N: Ahhh, ein letzter Cliffhangar!

Wer die Bücher nicht kennt, bzw. „The Return"-Trilogie nie gelesen hat, wird denken, dass Elena ein Engel sein soll, und von mir aus könnt ihr das auch, aber das hier war eine Buch-Anspielung. Da die Guardian-Elena Storyline in die Serie nie adaptiert wurde, habe ich hier eine kurze Hommage daran eingebaut.

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