Extra-Warnings: Erhöhte Warnstufe für graphische Gewalt, Spoiler für die 4. und 5. Staffel von „The Originals" und die 1. und 2. Staffel von „Legacies"


IV.


„Stefan?! Stefan?!"

Damon schlitterte durch Mystic Falls, rief nach seinem Bruder, konnte aber nichts mehr von diesem sehen. Dann endlich kam er zum Halten, und sah John Gilbert, dessen Brust ein Sheriffstern zierte, vor sich stehen und mit einer Waffe auf ihn zielen. „Wer sind Sie? Sind Sie für das alles hier verantwortlich?", wollte er wissen. Und „das alles hier" waren übrigens Mini-Vulkane, die aus dem Boden herauswuchsen und Höllenlava ausspukten.

John Gilbert ist Sheriff? Haben die niemand besseren gefunden? „Nein, ja, das ist wirklich schwer zu erklären", meinte Damon, „Sie haben nicht zufällig Stefan hier vorbeischlittern sehen, nein?"

Eine Frau, die Damon nicht kannte, tauchte neben John auf und deutete auf den Vampir. „John, John, das ist er! Der Soldat von dem Bild. Das ist Damon Salvatore, Stefans Bruder!", erklärte sie.

„Dann muss er ein Vampir sein", stellte John fest, und begann natürlich sofort auf Damon zu schießen. Na toll. Der tauchte unter den Schüssen weg und floh dann in Deckung – und fand diese im Eingang der Sheriffstation, wo er mit einem Rollstuhl kollidierte. „Oh, Liz, nein!", rief er aus, als er die Gestalt im Rollstuhl erkannte.

„Wer sind Sie?", wollte Liz Forbes von ihm wissen, während John Gilbert und seine Begleiterin angerannt kamen. John zielte schon wieder mit seiner Waffe auf Damon. „Tun Sie ihr nichts, Sie Monster!", forderte er.

„Hey, ich bin viel, aber ich bin kein vollkommenes Monster!", verteidigte sich Damon, „Ich würde nie…."

Das Klingeln eines Handys unterbrach ihn, und die fremde Frau hob ab. „Elena? Ja, es passiert auch hier. Wir wissen noch nicht was los ist", erklärte die Frau ihrem Telefon, das sie trotz allem abgehoben hatte, „Ja, wir versuchen unser Bestes."

„Elena?", wiederholte Damon erschrocken. Und das war der Moment als ihm klar wurde, dass das hier offensichtlich nicht das gleiche Mystic Falls war, in dem er sich noch gerade eben befunden hatte. Soldat vom Bild, aber klar. Das hier ist die Version, in der ich gestorben bin und nur Stefan zum Vampir wurde!

Er starrte die junge Frau, die gerade mit Elena telefonierte (was würde er nicht dafür geben noch einmal ihre Stimme zu hören!), an. „Wer bist du?", wollte er wissen.

„Ich bin Sarah", erklärte sie, „Sarah Salvatore."

Zachs Tochter. Die Damon nicht getötet hatte.

„Sie ist nicht echt." Damon fuhr herum, genau wie John und Sarah.

„Bonnie?", wunderte sich Damon.

„Nichts hiervon ist echt", fuhr Bonnie fort.

„Bonnie, aber wie … Bist du ein Geist?", wunderte sich Liz.

Doch Bonnie ignorierte die sterbende Frau. „Das alles hier ist nur ein Produkt deiner Vorstellungskraft, Damon", erklärte Bonnie, „Aber es wird nicht mehr lange existieren, da diese Dimension am Zusammenbrechen ist."

Moment, wieso meiner Vorstellungskraft? Das hier ist nicht meine Hölle, nicht das Mystic Falls, in das Cade mich gesteckt hat… Aber dann sah er sich genau um. Liz, die langsam und qualvoll starb, Onkel Zachs Baby, am Telefon mit einer lebendigen Elena, die irgendwo außerhalb der Stadt ihren Träumen nachging, eine Welt, in der Damon als Kriegsheld gestorben war. Bonnie hatte recht, das hier stammte alles aus seinem Kopf.

Und die andere Welt, die Welt, in der er gewesen war, in der er ein Held gewesen war, ein guter Mann, der Enzo nicht im Stich gelassen hatte, der Mystic Falls vor den Urvampiren beschützt hatte, in der Caroline mehr oder weniger glücklich lebte, diese andere Welt, in der Stefan Valerie geheiratet hatte, sein Kind großgezogen hatte und jung gestorben war, diese andere Welt stammte aus Stefans Kopf.

Cade hat uns einfach in ausgetauscht und in die Phantasiewelt des jeweils anderen gesteckt, weil er wusste, dass uns das mehr quälen würde. Er war wirklich der Teufel.

„Damon!", herrschte Bonnie ihn an.

„Ja, ja, ich weiß. Aber ich habe es versucht, es hat nicht geklappt, ich komme nicht weg von hier", erklärte ihr der Vampir.

„Ja, ich weiß. Deswegen bin ich hier. Ich bin es, die echte Bonnie. Nachdem Katherine euch im Stich gelassen hat, wurde uns klar, dass die Dinge schiefgegangen sind. Ich bin hier um dich rauszuholen", erklärte ihm seine beste Freundin und streckte ihm ihre Hand entgegen, „Komm schon, Damon, du weißt, dass es Tradition hat, dass du meine Hand halten musst, wenn wir uns in einer zerfallenden Jenseitsdimension befinden…."

„Aber was ist mit Stefan?", wollte Damon wissen.

„Caroline kümmert sich um ihn", erwiderte Bonnie, „Los komm jetzt, nimm meine Hand."

Damon sah sich um, erblickte Liz in ihren Rollstuhl, Sheriff John, Sarah Salvatore, und sah ihre entsetzten Mienen, sah wie sie immer mehr zu verblassen schienen. „Woher weiß ich, dass du wirklich real bist und nicht nur eine weitere Illusion?", wollte er von Bonnie wissen.

„Weil ich mit dem verdammten Kai Parker in einem Raum bin, nur um dich zu retten, und du dir das sicherlich niemals erwartet hättest, also nimm endlich meine Hand!", meinte Bonnie genervt, „Und dieses Mal wird es mit Sicherheit weh tun, das kannst du mir glauben!"


Stefan fand sich direkt vor dem Grill wieder – ohne Damon. Verdammt. Es war schwer genug gewesen ihm beim ersten Mal zu finden. Er hatte sich aus der Sheriffstation losgerissen und erklärt, dass er Katherine suchen wollte und so schnell er konnte die ganze Stadt durchsucht, aber zunächst keine Spur von seinem Bruder gefunden. Doch dann hatte er etwas gespürt, etwas Böses, und war diesem Gefühl gefolgt, und dieses hatte ihn direkt zu Cade gebracht – es war als hätte er einen Schleier durchtreten, denn auf einmal hatte er sich in einem anderen Mystic Falls wiedergefunden, in dem auch Cade und Damon zu finden gewesen war. Doch nun, da Cade vernichtet worden war, hatte er keine Ahnung wie er Damon wiederfinden sollte.

„Wen haben wir denn da? Weißt du nicht, dass Mystic Falls eine verbotene Zone für nicht-einheimische Vampire ist?", sagte jemand, und baute sich vor ihm auf. Stefan traute seinen Augen nicht. „Klaus?!"

„Ah, mein Ruf eilt mir voraus. Bist du ein Fan?", wollte Klaus spöttisch wissen, „Damon und Enzo werden nicht erfreut sein dich hier zu sehen, und dann kann ich mir wieder das Gejammer anhören, dass ich die Stadt nicht sauber halten kann, yada yada."

„Lass den Jungen in Ruhe, Niklaus", meinte eine andere Stimme, und ein anderer Vampir, in Anzug, baute sich neben Klaus und vor Stefan auf, und half diesem auf die Beine, „Vielleicht weiß er ja was hier gerade vor sich geht…"

„Elijah", stellte Stefan fest, und mit seiner üblichen höflichen Art umschrieb der Urvampir damit den Blutregen, der gerade auf Mystic Falls niederging.

„Offenbar kennst du uns, aber mit wem haben wir die Ehre?", wollte Elijah wissen.

„Stefan, Stefan Salvatore", erklärte Stefan.

„Damons lange verstobener Bruder? Also damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, obwohl … Blutregen ist eines der Zeichen der Apokalypse, nicht wahr?", meinte Klaus.

Das hier musste das andere Mystic Falls sein, das, in dem er Damon gefunden hatte. „Wo ist Damon?", wollte er wissen.

„Wer weiß das schon? Leckt sich vielleicht immer noch die Wunden, weil Rebekah seinen Kumpel den Lehrer umgebracht hat. Das war eine ziemlich unschöne Trennung", behauptete Klaus, „Er ist zwar nicht gut genug für sie, aber um einiges besser als die meisten anderen, die sie sich im Lauf der Jahre so angelacht hat, also bin ich mir nicht sicher, ob ich will, dass sie wieder zusammenfinden oder nicht. Aber, ich schätze, wenn die Welt untergeht, dann ist diese Frage müßig." Er zuckte die Schultern.

Das alles kommt mir irgendwie bekannt vor …

„Stefan!"

Klaus Miene erhellte sich. „Caroline, du siehst heute aber besonders strahlend aus. Und irgendwie … anders", stellte er fest.

Eine Welt ohne mich, eine in der Damon und Caroline ein besseres Leben führen, eines ohne mich… „Stefan! Komm zu dir, das hier ist alles nicht real, das sind nicht Klaus und Elijah, und das hier ist nicht Mystic Falls!", erklärte ihm Caroline.

„Ja, ja, ich weiß, es ist Cades Dimension … oder das was von ihr übrig ist, aber ich habe Damon verloren, und wir kommen nicht weg von hier", erklärte ihr Stefan, und zwang sich dazu sich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

„Ich weiß, deswegen bin ich hier. Ich bin hier um dich heimzuholen", erklärte ihm Caroline und hielt ihm ihre Hand entgegen, „Komm mit mir."

Stefan wollte schon auf sie zugehen, doch dann zögerte er. „Was wenn du auch nicht real bist? Wenn das hier schon wieder nur eine Illusion ist?", wollte er wissen, „Wenn ich mit dir komme, und damit für immer hier an diesem Ort gefangen bin?"

„So ist es nicht. Ich bin es wirklich, Stefan. Ich weiß nicht wie ich dir das beweisen soll, außer damit dich darum zu bitten an mich zu glauben", erwiderte Caroline, „So wie ich immer an dich geglaubt habe."

Stefan erwartete sich an dieser Stelle eigentlich ein schnippisches Kommentar von Klaus, doch er und Elijah waren verstummt, waren dabei zu verblassen.

„Aber Damon, ich kann nicht ohne Damon gehen", erklärte er.

„Bonnie holt ihn", versicherte ihm Caroline, „Komm mit mir nach Hause, Stefan. Bitte. Ich hab schon so viel verloren. Ich kann nicht auch noch dich verlieren."


Das ist die Legende von Arcadius: Arcadius war der erste Mensch der Welt, der mit einer besonderen Gabe geboren wurde, mit der Gabe der Psyche. Er konnte mit den Toten kommunizieren, Blicke in die Zukunft erhaschen, und die Gedanken der anderen Menschen lesen. Er versuchte seine Gabe für Gutes einzusetzen, doch seine Offenheit und der Neid und die Missgunst seiner Nachbarn führten dazu, dass sich die Menschen gegen Arcadius wandten.

Als sie ihn bei lebendigen Leibe verbrannten, da dachte Arcadius, dass er nun endlich in seinen letzten Momenten das wahre Wesen der Menschen erkennen würde, und starb erfüllt von Wut und Schmerz, und erschuf in den Momenten seines Todes eine eigene Welt um sich herum, geboren aus diesem Schmerz, eine Dimension fern und doch nah von der der Menschen, in der er seine Welt so gestaltete, wie er sie haben wollte.

Seine eigene Welt, in die er andere Menschen in dem Moment ihres Übergangs von ihrer Welt in die Welt danach, zog um dort nicht mehr alleine zu sein. Doch sein Tod hatte Arcadius verändert, hatte ihn hart werden lassen, und so war er kein freundlicher und weiser Herrscher über seine neue Welt und deren Bewohner, nein, er war ein Tyrann, der seine Untertanten quälte, folterte, und herabwürdigte. Da er selbst nur noch aus negativen Gefühlen bestand, ernährte er sich von negativen Gefühlen, und zog mit deren Hilfe Menschen in seine Welt und nährte dort nur diese in ihnen.

Die Zeit verging, und Arcadius wurde gierig. Er wollte sein Reich vergrößern, seine Untertanen mehren, und es genügte ihm nicht mehr nur diejenigen in sein Reich holen zu können, die sich im Übergangsstadium zwischen den Welten befanden, also suchte er sich Diener in der Welt der Menschen, die er damit beauftragte ihm schlechte Menschen als Opfer darzubringen, so dass sie direkt und ohne sein eignes Zutun in seine Welt eingehen würden.

Und so erhielt Arcadius einen neuen Namen, den des Teufels, und sein Reich wurde die Hölle genannt.

Aus der Hölle gab es keine Erlösung, und Arcadius war der Meinung, dass es auch keine Menschen gab, die Erlösung verdient hätten. Damit jedoch wollten sich nicht alle abfinden. Verraten von seinen Dienern sah sich Arcadius eines Tages zwei Brüdern gegenüber, die in die Hölle gereist waren mit nur einem Ziel vor Augen: dem den Teufel zu töten.

Mit einer Waffe geschmiedet aus den Knochen von Arcadius selbst töteten die Brüder den Teufel, und in Moment seines zweiten Todes riss dieser das Reich, das aus einen ersten Tod entstanden war, mit sich in das Nichts.

Die Menschen, die in seinem Reichen gefangen gewesen waren, kamen wieder frei und zogen dorthin weiter, wo es ihnen bestimmt war anzukommen. Die Brüder, die in die Hölle gereist waren um den Teufel zu töten, konnten im letzten Moment der Zerstörung aus der Hölle entkommen und in das Reich der Menschen zurückkehren.

Dank ihrer tapferen Tat würde sich Arcadius nun nie wieder Menschen holen können, und in seinem Reich foltern und quälen können. Dank ihrer Tat würden die Menschen von nun an wieder sicher von einer Welt in die nächste reisen können.

Und das war auch ihr Ziel gewesen, denn die Brüder hatten den Teufel nicht getötet um sich selbst zu retten, sie hatten ihn getötet um alle Menschen vor ihm zu retten.

Denn trotz all seiner Jahre hatte Arcadius das wahre Wesen der Menschen niemals erkannt, sie waren nicht gut wie er als Sterblicher gedacht hatte, sie waren aber auch nicht böse, wie er im Moment seines Todes vermeinte erkannt zu haben, nein, sie waren beides auf einmal genau wie Arcadius selbst es gewesen war. Und nur weil sich einmal vor langer Zeit eine Gruppe Menschen dafür entschieden hatte böse zu sein, sollten nicht der Rest der Menschheit deswegen für immer darunter leiden müssen.

Denn das Wesen des Gutes ist es, dass es andere nicht leiden lässt, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.

Das war eine schöne Geschichte, Tante Seline."

Ja, Kinder, das finde ich auch."


„Wirklich? Du bist von den Toten zurück, bist den Teufel los geworden, und hast jetzt nichts besseres zu tun als …. Karaoke zu singen und deinen Twitter-Status abzudaten?"

Damon nahm neben an der Bar neben Kai Platz, der gerade, wie könnte es auch anders sein, dabei war zu essen und daneben mit einem Smartphone spielte, das er wohl irgendeinen armen Kerl gestohlen haben musste. Er war, wie es zu erwarten gewesen war, kaum, dass klar gewesen war, dass sie Erfolg gehabt hatten, aus der Waffenkammer geflohen, wohl um nicht wieder eingesperrt zu werden, hatte aber nicht gerade versucht seine Spuren zu verwischen. Es war erstaunlich leicht gewesen ihn zu finden. Damon hatte sich nicht einmal besonders viel Mühe geben müssen.

„Wenn man über ein Jahre tot war, dann verpasst man einiges, weißt du?", erwiderte Kai unbeeindruckt, „Wusstest du, dass sie inzwischen einen Internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen haben?"

„Ja, das wusste ich", meinte Damon nur unbeeindruckt.

„Wirklich? Ich dachte, dir als Vampir ist so was egal, aber vielleicht schmeckt krankes Blut ja schlecht? Ich habe das noch nie ausprobiert? Ist es so?", wunderte sich Kai.

Damon unterdrückte ein müdes Seufzen. „Kai, kann ich dich mal was fragen. … Bereust du deine Taten eigentlich manchmal? Ich meine nicht nur für ein paar Minuten lang, wenn dich die immer noch unbekannten Gefühle überkommen und du dich schlecht fühlst, sondern so richtig. Wünscht du dir manchmal, dass du all die Dinge, die du getan hast, nicht getan hättest?", wollte er wissen, „Oder besteht dein ganzes Leben nur aus Chips und Twitter-Einträgen?"

Kai stopfte sich wie auf Kommando eine handvoll Chips in den Mund. „Klar wünsche ich mir manchmal, dass die Dinge anders gelaufen wären. Ich meine, wer landet schon gerne in einer Gefängniswelt, deren einziger Bewohner man selbst ist? Oder in der Hölle?", meinte er, „Aber das klingt jetzt wieder soziopathisch …. oder mehr psychopathisch? Ich weiß den Unterschied nie. Ich glaube nämlich, dass ich nach Definition von einem zum anderen geworden bin, aber in die falsche Richtung, wenn du verstehst was ich meine. Ich bin besser statt schlechter geworden, aber dadurch irgendwie doch schlechter, weil ich trotzdem all diese Dinge tue, von denen ich vorher nur intellektuell wusste, dass sie falsch sind, obwohl ich es jetzt auch als falsch empfinde. Also ja, ich bin kein Monster, Damon, ich fühle mich manchmal schlecht, und das nicht nur wegen den Konsequenzen für mich. Aber die Sache ist die … was hätte ich tun sollen? Ich hatte keine Wahl." Dann schien der nachdenkliche Moment zu vergehen und er fingerte schon wieder an einem Handy herum.

„Oh, die Kamerafunktion, hier lächle mal, Selfie!" Kai grinste in die Kamera seines Handys und zwang Damon mit ihm auf ein Foto.

„Du wirst dich also nie ändern", stellte Damon düster fest.

Kai zuckte die Schultern. „Ich glaube nicht, dass ich mich ändern könnte, selbst wenn ich es wollte", behauptete er, „Und im Grunde will ich es nicht. Siehst du, anders als bei dir, wartet am Ende des Weges auch mich kein Mädchen. Und ansonsten gibt es niemanden, der mir wichtig genug ist, um mich für diese Person ändern zu wollen. Wozu also? Ich bin eben wie ich bin."

„Ich habe befürchtet, dass du das sagen würdest", gab Damon zu.

Kai schenkte ihm ein Lächeln, das irgendwie sogar ehrlich wirkte. Dann meinte er: „Weißt du was zu den Vorteilen der sogenannten Social Media gehört? Dass man Dinge erfährt, die man sonst nicht so leicht in Erfahrung gebracht hätte. Zum Beispiel, dass Caroline Forbes zur Mutter von Zwillingen geworden ist. Was seltsam ist, wenn man bedenkt, dass sie ein Vampir ist. Und noch seltsamer ist, dass der gute Alaric offenbar der Vater ist. Und wenn man ein wenig nachrechnet, dann beginnt man sich schon Fragen zu ste- Uh." Er unterbrach sich, als er feststellte, dass Damon ihm die Hand in die Brust gerammt hatte und sein Herz umklammert hielt.

„Siehst du, anders als du will ich mich ja ändern. Ich wollte aus der Hölle zurückkehren und einfach von Vorne anfangen. Es dieses Mal besser machen, niemanden mehr umbringen", meinte der leutselig, „Aber ich kann mich auch nicht ändern, wie es scheint. Nicht wenn es darum geht niemanden mehr umzubringen. Denn die Sache ist die: Ich will Elena zurück. Und ich will dich nicht umbringen, nicht wirklich. Nicht weil du es nicht verdient hättest, sondern weil es falsch ist, das weiß ich. Aber ich kann nicht zulassen, dass du noch mal versuchst die Babys umzubringen. Und ich kann auch nicht zulassen, dass Ric das hier an meiner Stelle versucht."

Kai keuchte. „Das ist sehr ritterlich von dir", meinte er, „Tes-" Er brach ab, und brach in sich zusammen.

Damon zerquetschte sein Herz, das er ihm aus dem Leib gerissen hatte und immer noch in seiner Hand hielt.

„Nein", erwiderte er ruhig, „Nein, eigentlich ist es das gar nicht."


Als er zur Waffenkammer zurückkehrte, schien Katherine sich abgesetzt zu haben. Was ebenfalls keine besonders große Überraschung war. Im Grunde war das das Einzige, bei dem man sich im Fall von Katherine Pierce verlassen konnte: Dass sie weglaufen würde, wenn sie die Chance dazu erhielt.

Doch dieses Mal hatte sich auch keiner die Mühe gemacht sie einzusperren. Im Grunde waren sie alle fertig mit Katherine, und diese war fertig mit ihnen. Vielleicht hatten sie einfach den Punkt erreicht, an dem sie einander alles angetan hatten, was sie einander antun konnten, und einander ebenfalls so weit geholfen hatten wie sie einander helfen konnten.

„Ich werde trotzdem das Gefühl nicht los, dass wir sie wiedersehen werden. Oder ich zumindest. Dass sie auf meiner Hochzeit auftauchen wird, und versuchen wird mich davon zu überzeugen stattdessen sie zu wählen", klagte Stefan ihm sein Leid, während Caroline und Ric die Babys fütterten und Nora ihnen dabei kopfschüttelnd zusah.

„Oh? Du planst Caroline zu heiraten? Das ist mir neu", neckte ihn Damon.

„Ich plane nicht … okay, ich plane sie zu heiraten. Ich muss mir nur noch den richtigen Moment überlegen um sie zu fragen, und einen Ring kaufen, und die richtigen Worte finden, und das richtige Setting, und na ja noch eine Menge mehr davon", gab Stefan zu.

„Es ist Caroline Forbes. Du sorgst besser dafür, dass es epische Worte sind, der perfekte Ring, und ein unübertreffliches Setting", rief ihm Damon in Erinnerung, „Ich meine, ich hass-liebe diese Frau aus ganzen Herzen, aber bist du sicher, dass du so jemanden heiraten willst? Denn sie wird dich nicht einfach nur herum jammern und den Helden spielen lassen, wann immer es dir passt, das ist dir klar, oder? Du wirst ein Ehemann sein müssen, ein richtiger."

Stefan nickte. „Ich denke das bekomme ich hin. Ich habe mir vorgenommen mir eine Pause vom Herumjammern und vom Heldenspielen zu nehmen. Ich will zur Abwechslung mal was anderes ausprobieren", meinte er.

Damon beäugte ihn misstrauisch. „Gut für dich", meinte er dann, und klopfte seinen Bruder auf die Schulter, „Aber nur damit das klar ist: ich bin kein Heldentyp, war ich nie, ich bin nicht nur deswegen kein Held, weil ich zum Vampir wurde, es liegt mir einfach nicht."

„Und ich bin verdammt unglücklich, wenn du nicht in meinem Leben bist. Was du inzwischen wissen solltest und nicht ständig bezweifeln solltest. Und Elena ist nicht mehr die Frau, mit der ich irgendwann wieder zusammenkomme, und du hast mir nicht die Verwandten genommen, die ich lieber an meiner Seite hätte als dich. Ich habe am liebsten dich an meiner Seite", erwiderte Stefan.

„Und damit hätten wir die Hölle abgehakt", stellte Damon fest, „Lass uns nie wieder darüber sprechen."

„Abgemacht", erwiderte Stefan.

Aber Damon machte sich keine Hoffnung, Doktor Sulez würde das alles garantiert bei ihrer nächsten Sitzung auspacken wollen. Er sah zu wie Valerie Mary Louise dabei half ein paar Bücher der Waffenkammer zu einem Stapel zu schlichten und wie Matt wieder mit dem Krankenhaus telefonierte.

Er klopfte seinem Bruder noch einmal auf die Schulter, und verließ dann den Raum. Er wusste, dass er früher oder später zugeben musste, was er mit Kai gemacht hatte, aber ihm wäre später lieber als früher. Er nickte Tyler zu, als er an diesem vorbeiging, und erreichte den Ausgang der Waffenkammer und erblickte Bonnie und Enzo und ein Bike, das der Vampir der Hexe präsentierte, die daraufhin ausrief: „Du hast es geholt! Ich kann es nicht glauben!"

Irgendwann muss ich herausfinden was da vorgefallen ist, während ich weg war, und was da jetzt läuft, und mich dann wohl einfach damit abfinden … Nun, es hätte schlimmer kommen können, es könnte … irgendjemand anderer sein, mir fällt nur gerade nicht ein wer.

Dann zückte er sein Handy, spazierte von Vampir und Hexe weg, und rief seinen Therapeuten an. „Ich bin's. Ich wollte nur sagen, dass alles erledigt ist. Ich lebe noch. Und Sie können Jeremy ausrichten, dass er wohl auf die Leibwächterrolle verzichten kann. Momentan ist niemand mehr dort draußen, der Ihnen ans Leben wollen sollte, nur ein paar alte Feinde, mit denen Waffenstillstand herrscht, also sind Sie wieder sicher", erklärte er.

„Oh, Jeremy ist schon seit einiger Zeit weg. Hat gesagt, er muss was erledigen", erwiderte Sulez, „Wie war die Hölle?"

„Nicht so wie man sie sich landläufig vorstellt, gegen Ende dann allerdings schon ein bisschen so", erwiderte Damon und seufzte, „Ich hab wieder was Schlimmes gemacht, Doc. Ich wollte es nicht tun, aber es musste sein. Es war … es war um Leben zu retten, aber es war trotzdem nicht okay. Aber ich konnte nicht daneben stehen und zulassen, dass alles wieder von vorne losgeht."

„Wenn es hart war, aber notwendig, und Sie wissen, dass es falsch war, Damon, dann sind Sie am richtigen Weg", meinte Sulez nach einer kurzen Pause.

„Was, wenn ich mich nicht ändern kann, nicht wirklich? Wenn ich einfach stark genug dafür bin?", wollte Damon wissen.

„Dann arbeiten wir gemeinsam daran, dass Sie stark genug dafür werden", erwiderte Sulez, „Das ist mein Job, schon vergessen?"

Damon lachte. „Es ist um einiges mehr als nur Ihr Job, Doc", meinte er, „Da fällt mir gerade ein, all die Monate und ich habe Sie nie gefragt: Wie lautet eigentlich Ihr Vorname? M wie … Michael? Marcus? Milton?"

Sulez seufzte. „Meredith", gab er dann zu.

„Ernsthaft?"

„Es ist ein geschlechtsneutraler Vorname", behauptete der Arzt, „Und vor Grey's Anatomy war es um einiges leichter ihn zu tragen."

„Wie Sie meinen … Mer … Dith … ich glaube, ich bleibe bei Doc", befand Damon, und dann … begann er zu halluzinieren. Denn eine andere Erklärung für das, was er gerade sah, gab es nicht. „Ich rufe zurück", meinte er, und ließ sein Handy sinken.

Das hier war nicht Katherine. Das wusste er. Amara war lange fort. Aber es konnte nicht, es konnte nicht Elena sein. Das war eine Folge des Moments in der Hölle, das wusste er. Er hatte Kai persönlich das Herz aus dem Leib gerissen, und ausgerechnet Kai hätte niemals einfach so ….

„Ich bin es wirklich, Damon", erklärte ihm die Erscheinung, „Ich bin vor einigen Stunden aufgewacht. Kai hat Jeremy getwittert, dass er mich holen kommen soll."

„Aber …" Damon suchte nach Worten.

„Ich bin es. Du wirst nicht verrückt. Versprochen", meinte Elena, „Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich nicht dabei bin verrückt zu werden, denn … Sirenen, der Teufel, wir sind jetzt mit den Häretikern befreundet, Katherine ist zurück, und es gab eine Vampirjägerin namens Rayna? Wie lange hab ich geschlafen?"

„Viel zu lange", erwiderte Damon sofort, „Elena, ich … ich hab dich enttäuscht. Ich habe mein Bestes getan, aber …. Ich hab Mist gebaut, öfter als einmal. Zuletzt erst .. vor wenigen Stunden, wie es scheint…."

Elena lächelte gequält. „Solange du dein Bestes versucht hast, hast du mich nicht enttäuscht", meinte sie, und streckte ihm die Hand entgegen, „Und von jetzt an, versuchen wir wieder zusammen unser Bestes. Jetzt und Für Immer."

Damon schritt auf sie zu, und griff zögerlich nach ihrer Hand. Sie fühlte sich echt an. Real. Nach Elena. Vielleicht, nur vielleicht war das hier ja wirklich real.

„Jetzt und Für Immer, Elena Gilbert", stimmte er ihr zu, „Wir beide zusammen."

Und dann küsste er sie, und zum ersten Mal seit jenem Tag, an dem seine Sonne untergangen war, schien sie wieder auf ihn herab.


Epilog


Man sagt, dass jedes Ende nur ein willkürlicher Punkt ist, an dem eine Geschichte aufhört. Und das ist auch der Fall. Jedes Ende ist auch ein Neuanfang.

Matt hatte eine Neuanfang mit seinem Vater bekommen und mit seiner Freundin Penny. Er wurde Sheriff von Mystic Falls, verlobte sich mit Penny, trennte sich wieder von ihr, heiratete sie später doch, wurde Vater vieler Kinder, die ihren Großvater heiß liebten, der sich rührend um sie kümmerte, wann immer er konnte.

Mary Louise und Nora heirateten, luden Oprah nicht auf ihre Hochzeit ein, obwohl sie das sehr gerne getan hätten, verlebten wilde Flitterwochen auf Hawaii, und überredeten Valerie zu einer gemeinsamen Weltreise. Später fanden sie wie durch ein Wunder Beau wieder, der nach der Zerstörung des Phönix-Steins in einem von Raynas Zerstörungswut übersehenen leeren Vampirkörper gelandet war, und der nun sogar wieder singen konnte.

Tyler fand ein Werwolfrudel, das ihn aufnahm und bei dem er glücklich wurde, nun zumindest glücklicher.

Jeremy blieb weiterhin Jäger, er bekämpfte das Böse, verteidigte die Schwachen und all das Zeug. Und grub manchmal obskure Literatur für Alaric aus, oder erledigte andere Jobs für ihn, die eigentlich unter seiner Würde waren, aber wozu sind Freunde gut, wenn schon nicht dafür?

Katherine blieb Katherine. Sie platzte nicht in Stefans Hochzeit, sie beobachtete diese nur aus dem Schatten heraus. Für ein paar Jahre war sie wirklich glücklich und frei, weil die Mikaelsons verschwunden zu sein schienen, dann tauchten diese wieder auf und sie tauchte wieder unter, bis Klaus durchdrehte und begann seine alte Feinde umzubringen, woraufhin sie beschloss sich am Besten in Mystic Falls zu verstecken, wo er zum Glück nie nach ihr suchte. Dort begann sie Caroline auf die Nerven zu fallen, und machte später eine Angewohnheit daraus, aber seltsamerweise können Frauen, die den gleichen Mann lieben, auch so etwas Ähnliches wie Freundinnen sein, vielleicht gerade deswegen.

Bonnie und Enzo entdeckten tatsächlich ihre Zuneigung zueinander – durch Gitarren, Bikes und echte Dates. Sie hatte es nicht immer leicht, aber sie waren glücklich miteinander, zumindest die meiste Zeit über.

Ric gründete eine Schule für besondere Kinder – für paranormal begabte Kinder. Er gründete sie im Salvatore-Haus, das ihn von den Besitzern großzügig zur Verfügung gestellt wurde. Zu seinen ersten Schülern zählten seine eigenen Töchter, Josie und Lizzie. Später kam Hope Mikaelson dazu, genau wie eine Menge anderer besonderer Kinder. Bonnie unterrichtete manchmal an dieser Schule, genau wie Caroline und Stefan. Und auch Tyler und die Häretiker.

Mer machte Karriere als Therapeut für die übernatürliche Gemeinde. Was ihm mehr Ärger als Freude einbrachte, und natürlich irgendwann gezwungermaßen das Vampirtum, aber man könnte fast meinen, dass er es nicht anders gewollt hatte. Selber schuld. Zumindest konnte er Elijah Mikaelson das eine oder andere über Co-Abhängigkeit, Schuld, und die Natur von Selbstmord beibringen, wofür ihm dessen Nichte wohl ewig dankbar sein wird (In Hopes Fall möglicherweise wirklich ewig, wer weiß das schon).

Stefan machte Caroline einen epischen Antrag im richtigen Setting, sie heirateten, versuchten ein stilles Leben zu führen, was so gut lief, wie man es sich vorstellen kann, waren so eine Art Vampir It-Couple, und bei mehr als nur einer Gelegenheit wirklich anstrengend für ihre Umgebung. Aber sie waren immer Stefan und Caroline. Stefan erlitt keine Rückfälle mehr, er glaubte an sich und daran, dass es besser werden konnte, und so wurde es auch besser. Zumindest eine Weile lang.

Der Mikaelson-Clan hatte seine Dramen und Aufs und Abs in New Orleans über Jahrzehnte hinweg, es gab Verluste, es gab Happy Ends, es gab unvorhergesehene Wendungen. Wer kann da schon am Laufenden bleiben? Klaus opferte sich um seine Tochter zu retten, seine Tochter opferte sich um alle zu retten, wurde von allen vergessen, kam zurück, sorgte für noch mehr Ärger - nun man könnte ganze Serien aus den Abenteuern des Mikaelsons machen oder vielleicht auch zwei.

Kai kehrte übrigens auch noch mindesten einmal zurück. Kai Parker ist einfach nicht totzukriegen, wie es scheint, und vielleicht ist das auch ganz gut so. In seinen besseren Phasen kann er ganz nützlich sein, sterben muss er meistens am Ende trotzdem, aber nun er hat es selbst gesagt: Er kann und will sich nicht ändern. Und er weiß, dass genau das das Problem ist.

Elena wurde Ärztin, wurde Mutter, und führte ein langes und glückliches Leben. Mit mir an ihrer Seite, mit mir als Menschen an ihrer Seite. Ich wurde Bürgermeister von Mystic Falls - nein, ich weiß nicht wer das für eine gute Idee gehalten hat, aber so war es. Ich war glücklich, die meiste Zeit über. Menschen können Anti-Depressiva nehmen, Menschen haben keinen Schalter, der ihre Gefühle abschalten kann (nun, Rose hatte recht, Vampire haben den auch nicht wirklich, sie reden es sich allerdings mitunter sehr erfolgreich ein), Menschen müssen nicht töten, oder zumindest nur sehr selten. Der Weg zur Heilung war lange, aber er hatte einen Endpunkt.

Zu altern, während mein Bruder immer jung blieb, war hart, härter aber war das Wissen, was mein Tod ihm antun würde. Ich wollte glauben, dass ihm Caroline reichen würde, aber ich wusste es besser. Am Ende musste Rebekah Mikaelson etwas länger warten, am Ende gab ich das Heilmittel an Stefan weiter. Nachdem Elena dabei war zu gehen, ging ich zusammen mit ihr. Stefan würde noch Jahrzehnte haben, aber als Mensch. Und dann würden wir wieder verein werden.

Eines Tages würde er wieder vor meiner Türe stehen, würde an die Türe von unserem alten Haus klopfen, das dort drüben jetzt eine Schule für junge Vampire, Werwölfe, Tripiden, Einhörner, Hexen, und was noch alles ist, hier aber immer noch unser Haus ist, und wenn ich diese öffnen würde, würde er sagen: „Hallo, Bruder."

So wie ich einst immer zu ihm, wenn wir uns nach langer Zeit wiedergesehen haben, damals als wir beide noch Vampire waren und am Leben. Wir würden eine letztes Mal wiedervereint werden.

Denn es gibt keine „Du kommst aus der Hölle frei"-Karte, aber es gibt die Möglichkeit sich zu bessern, ein gutes Leben zu führen, für seine Fehler gerade zu stehen ohne vor ihnen zu kapitulieren – es gibt einen Weg Frieden zu finden.

Dafür haben wir die Andere Seite und die Hölle zerstört.

Damit wir alle irgendwann Frieden finden können. Nicht nur im Tod, sondern auch – und vielleicht vor allem – im Leben.


Fin.


A/N: Ja, ihr dürft gerne weinen, ich habe selbst am Ende geweint, als ich das geschrieben habe.

Okay, der Reihe nach. Ja, Doktor Sulez ist sozusagen meine Adaption von Meredith Sulez, nur gender gebendet, das war in der Serie zwar sozusagen Meredith Fell, aber nachdem sie nach eineinhalb Staffeln wieder sang und klanglos aus der Serie verschwunden ist (weil Paul sich von ihrer Darstellerin hat scheiden lassen), habe ich mich doch so entschieden. Auf Grund der Freund und Vertrauer von Damon-Rolle, habe ich mir kurz überlegt, Sulez stattdessen den Vornamen Sage zu geben (den gab es ja als weiblich und hinten und vorne falsch ebenfalls schon in der Serie), aber keiner würde sein Kind im 20. Jahrhundert so nennen, also ging das nicht. Also doch Meredith.

Wie ihr gelesen habt ist die Timeline der „Originals" so ziemlich genauso wie in der Serie verlaufen mit dem Unterschied, dass Elijah sich nicht sinnlos geopfert hat, da es in der ganzen Fic darum ging, dass man eben nicht aufgeben soll und sich seinen Dämonen stellen soll anstatt vor ihnen davon zu laufen. Ich habe kurz überlegt Klaus ebenfalls zu verschonen, aber letztlich ist das keine Originals-Fic und außerdem war das irgendwie der Punkt seines ganzen Charakter-Arcs, also habe ich es dabei belassen.

Ja, ich habe Katherine davon kommen lassen, denn warum auch nicht, dafür habe ich Kai umgebracht, sozusagen zumindest, es bleibt euch zu überlassen wie ihr diese letzte Szene mit Damon interpretieren wollt, ich habe natürlich meine Meinung dazu, sagen wir so, Kai hat es selbst ausgesprochen, alles davon.

Aber er ist wieder gekommen und ja hier liegen viele mögliche Fortsetzungen begraben, obwohl ich nicht denke, dass ich die jemals schreiben werde.

Das Schwierigste an dieser Fic war es Elena nicht zu verwenden. Das war aber Absicht, wie der Titel vom letzten Teil sagt, Damon, aber auch Stefan und die anderen erleben hier gerade eine sehr dunkle Phase ihres Lebens, deren Überwindung Elenas Rückkehr symbolisiert. Deswegen habe ich sie auch erst ganz am Schluss vorkommen lassen, so schwer ich versucht war das anders zu halten, aber Elena Gilbert war im Rahmen dieser Geschichte, ähnlich wie in der 7. und 8. Staffel vom Canon vor allem ein Symbol und kein wirklicher Charakter.

Und glaubt mir ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal eine „Vampire Diaries"-Fic schreiben würde, in der Elena nicht vorkommt. Es war seltsam, aber um Grunde war ihre Storyline mit dem Ende von Staffel 6 abgeschlossen und da Nina danach erst wieder im Finale vorgekommen ist, konnten die Autoren sie anders als alle anderen Figuren nicht auf seltsame Abwege schicken, also musste ich nichts reparieren, ich musste sie nur aufwecken.

Das war also mein Ende, teilweise nicht sehr anders, teilweise schon sehr anders.

Prinzipiell hatte ich kein Problem damit, dass sie Stefan im Finale umgebracht hatten, womit ich ein Problem hatte war wie gesagt, dass es so dargestellt wurde als wäre das unvermeidlich und die einzige Wiedergutmachung, die es für ihn gibt, und deswegen ist er hier nicht gestorben (und weil die arme Caroline auch ein wenig Glück verdient hat). Ich wollte meinen Charakteren ein Happy End geben, und zwar mehr oder weniger allen, auf die es mir angekommen ist, denn letztlich ist das der Sinn eines Fix-Ist, es soll Dinge besser machen als der Canon, also Happy End all around, ohne vollkommen unrealistisch zu werden.

Ich hoffe es hat euch gefallen.

Über abschließende Reviews würde mich natürlich sehr freuen.