Akane wachte wieder mal sehr früh auf. Sein Arm war fest um sie geschlungen. Sie musste kichern als sie sich von ihm befreite. Sie achtete gar nicht auf ihre Lautstärke, denn er schlief wie ein Toter. Nichts neues für sie. Sie schnappte sich ihren BH und ihr Höschen, betrat dann sein Umkleidezimmer. Sie bediente sich mal wieder bei ihm und danach würde sie joggen gehen.
Akane liebte die frühen Morgenstunden. Das Land war prächtig, viele schöne Bäume und sehr seltene Blumen, waren hier angepflanzt worden. So früh war hier nichts los und sie konnte über alles nachdenken. Sie kam langsam zu stehen und lief auf einen Brunnen zu. Sie wusch sich das Gesicht und trank einen Schluck. Dann hörte sie das Wiehern. Sie drehte sich um und entdeckte die Ställe. Wieso hatte sie die bis jetzt nie bemerkt? Sie ging drauf zu, da streckte ihr eines der Pferde sofort den Kopf hin.
Begeistert streichelte sie ihm über die Mähne. Es war ein so schönes Tier. Sie fühlte sich sofort verbunden mit ihm. Er hatte ein rotbraunes Fell. Und einen weissen Strich über den Kopf. Sie entdeckte einen Korb mit Äpfeln und griff nach einem. Das Ross kaute erfreut darauf los. "WAS SOLL DAS?" Kam es von hinter ihr Geschrien. Akane hätte fast einen Herzinfarkt bekommen. Sie sprang weg und sah den wütenden Mann an. Er stiess den Fruchtkorb um. "Du dummes Gör, woher nimmst du dir das Recht, die Tiere zu füttern." Akane senkte den Kopf und entschuldigte sich. "Es war doch nur ein Apfel, ich wusste nicht, dass das so schlimm ist." Der Mann kam auf sie zu und erhob die Hand. "Das sind alles Champions, ihre Ernährung wird streng überwacht." Erklärte er.
"Was soll ich jetzt tun? Wenn der Hengst nächste Woche verliert. Dann bist du schuld. Du dumme Kuh, du solltest beten..." "Jetzt ist aber mal gut." Mischte sich Ranma ein. Akane hatte ihn gar nicht kommen sehen. Aber sie war so dankbar, dass sie nicht mehr mit diesem Grobian allein sein musste. Ranma trat vor Akane und verdecke sie so. "Du kannst normal mit ihr reden."
Ranma kannte den Typen vom Ball. Das war irgendein Vetter oder so. Als er sich vor ihm aufbaute, zog sich sein Vetter zurück. Ranma drehte sich um und legte besorg seine Hände auf ihre Schultern. "Alles oke? Hat er dir Angst gemacht?" Sein Vetter hatte ein angeschlagenes Ego, das konnte er so nicht auf sich sitzen lassen. Wie viele andere machte es ihn wütend, dass dieser Jüngling hier so rumstolzierte und sich benahm, als würde ihm alles gehören.
Wie ein Feigling fing er wieder an sie zu beleidigen. "Erklär deiner Mätresse, dass sie ausserhalb deines Bettes nicht zu suchen hat." Mit einer schwungvollen Drehung rammte Ranma ihm die Faust ins Gesicht. Sein Vetter kippte um wie ein Toter und blieb auch liegen. Dann schlang er seinen Arm um sie und führte sie hier weg. Wieder in seinem Zimmer, zog er sie in seine enge Umarmung. Er drückte sein Gesicht in ihr Haar. "Es tut mir sooo leid."
Akane hob tapfer den Kopf. "Du kannst ja nichts dafür." "Vielleicht solltest du morgens, nicht mehr ohne mich losziehen." Er zerbrach sich den Kopf darüber, wie er ihr helfen sollte. Sie machte sich von ihm los. "Ich lass mich von dir hier nicht einsperren. Ich bin nicht so schwach und zerbrechlich wie denkst.'' Berichtete sie ihm stolz. Er kratzte sich am Hinterkopf. "Wie kannst du nur so ruhig bleiben? Bei diesen Gemeinheiten und diesem Hass, den sie dir entgegenbringen. Wenn ich nur daran denke werde ich schon wieder wütend." Sie lächelte ihn aufmunternd an.
"Deinetwegen kann ich das." Verwirrung beherrschte seine Miene. "Egal was auch passiert. Solange du bei mir bist, ertrage ich alles." "Red keinen Blödsinn!" Er war wohl doch etwas zu forsch gewesen. "Wie bitte?" Hatte sie sich verhört. "Ich hab dich schon wegen weniger weinen sehen. Du musst mir nichts vorspielen, ich weiss das dich ihre Worte verletzten." Sie stemmte die Hände in die Hüften. Sie konnte genauso forsch sein wie er.
"Tut mir leid dich zu enttäuschen. Aber wegen diesen Snobs werde ich sicher keine Träne vergiessen." "Akane ich will dich doch nur beschützten." Sie liess die Arme fallen. "Das weiss ich doch, aber deswegen, kannst du mich nicht einfach vor der Welt verstecken." Er rieb sich mit der Hand übers Gesicht. "Versprichst du mir dann wenigstens, nicht mehr ohne mich loszuziehen." Sie murrte etwas Unverständliches und gab sich dann doch geschlagen.
"Na gut, aber nur solange wir auf der Insel sind. In Nerima möchte ich meine Freiheit wieder zurück." Er stöhnte auf. "Wer sich ein Matchoweib als Verlobte aussucht, darf sich nicht wundern, wenn sie Widerworte gibt." Murmelte er eher zu sich selbst. Trotzdem hatte Akane es gehört und kicherte. "Ganz genau, gewöhn dich lieber mal ganz schnell daran." Er trat näher an sie heran. "Was möchtest du heute machen?" "Ich weiss nicht, viel gibt auf dieser Insel nicht zu tun." Er sah durchs Fenster und überlegte angestrengt. Dann fiel ihm etwas ein.
"Hat dir das Pferd gefallen?" Sie nickte. "Wieso?" Fragte sie skeptisch. "Ich nehme dich nach dem Frühstück mit zu einem Ausritt. Vielleicht runter an den Strand, vielleicht wenn ich ganz lieb frage, bringt uns jemand das Mittagessen dorthin..." Überlegte er laut vor sich hin. Doch alles was Akane beschäftigte war der erste Satz.
"Du kannst reiten?" Fragte sie neugierig. Er zog sie an sich und beugte sich zu ihrem Ohr. "Oh Baby, ich kann so einiges, von dem du nichts weisst." Sie musste laut lachen und schlang die Arme um seinen Hals. "Ach ja, was zum Beispiel?" Fragte sie verführerisch nach. "Wir haben noch unser ganzes Leben vor uns. Wenn ich dir jetzt schon alles verrate, dann wirds doch langweilig." Ein grosses Lächeln zog sich über ihr Gesicht.
"Verrat mir nur noch eine Sache, ich wäre auch bereit dich dafür zu belohnen."
Ihm gefiel dieser Deal. Er verstärkte seinen Griff um sie und fing an sie zu drehen. Erschrocken hielt sie sich an ihn fest. Dann liess er ihren Oberkörper runter und zog sie wieder hoch. Dann zog er sie mit geschickten Schritten durchs Zimmer. Er schwang ein wenig mit ihr die Hüften und dann lies er sie in eine schwungvolle Drehung los.
Sie drehte sich einmal und fiel mit dem Rücken aufs Bett. Erschrocken sah sie zu ihm hoch. "Du kannst Tanzen?" Sie konnte nicht fassen, was sie da gerade erlebt hatte. Da kniete er sich schon über ihr aufs Bett und drückte sie runter. "Meine Belohnung werte Lady." Verlangte er. Geschlagen streckte sie ihm die Arme entgegen, um ihren Teil des Deals zu erfüllen. Er liess sich auf sie runter und nahm ihre Lippen in Beschlag.
Später lief er händchenhaltend mit ihr zum Stall. Einer der Stallburschen hatte schon das passende Pferd gesattelt und rausgeholt. Ranma schwang sich hoch und streckte ihr die Hand entgegen. Mit einem Ruck hatte er sie schon vor sich befördert. Er half ihr mit einem Bein über den Sattel und wartete bis sie ihren Platz gefunden hatte. Er hob die Zügel und drückte sie ihr in die Hand. "Ranma, ich hab keine Ahnung davon."
"Shhhh ganz ruhig, das Pferd kann deine Angst spüren." Flüsterte er ihr von hinten ins Ohr. "Ich bin die ganze Zeit hier, bei dir. Also und jetzt nimm die Zügel." Geduldig erklärte er ihr, wie sie das Pferd steuern musste. "So und jetzt versuchen wir es in die Praxis umzusetzen. Drück dein Bein in die Seite, um ihm anzuzeigen, das es los soll." Akane schluckte nervös und befolgte Ranmas Anweisungen. Bis zum Strand runter, hatte er ihr die Zügel überlassen und sie machte das auch ganz gut. Aber nur weil sie wusste, dass er hinter ihr sass.
Wenn sie allein gewesen wäre, hätte sie schon längst die Nerven verloren und wäre abgeworfen worden. Ausserdem fühlte sie sich unglaublich sicher, denn seine Arme lagen um ihre Hüften. Ihr konnte gar nichts geschehen. Er legte die Hände über ihre und stoppte das Tier. "Wollen wir das Ganze ein wenig beschleunigen?" Sie fing an zu zittern. "Lieber nicht, ich hab Angst die Kontrolle zu verlieren." "Dann lass mich die Zügel übernehmen und du hältst dich am Sattel fest."
"Ich würde mich lieber an dir festhalten." Sie drehte ihren Kopf und sah ihn über die Schulter an. "Aber dann siehst du gar nichts mehr." Sie lehnte sich nach hinten an ihn und legte ihren Arm um seinen. "Ich hab aber zu grosse Angst runterzufallen." Er fand sie ja wirklich sehr süss und würde nur zu gern jetzt den grossen Beschützer markieren. Aber ihm war wirklich wichtig das sie dieses Erlebnis voll auskostete. Denn wenn sie die Insel verliessen, wusste er nicht, ob er ihr jemals wieder die Möglichkeit bieten konnte.
Er blickte an ihr runter und überlegte. Sie hatte eines seiner Hemden an und eine seiner schwarzen Hosen. Da kam ihm eine Idee. Er liess von ihr ab und fing an seinen Gürtel zu öffnen. "Was machst du da?" Fragte sie völlig verunsichert. "Ich werde dich mit meinem Gürtel sichern. Dann kann dir nichts passieren." Er fädelte eine Seite seines Gürtels, durch eine der Schlaufen hinten an ihrer Hose und schloss seinen Gürtel wieder.
Er zerrte ein wenig daran, um den Halt zu überprüfen. "Gut das müsste halten. Hier leg deine Hände hier drauf und nicht loslassen." Dann nahm er sich wieder die Zügel und stupste das Pferd an. Von einem leichten Trab wechselten sie zu einem Galopp. Die Landschaft sauste nur so an ihnen vorbei. Akane musste staunen, wie viel dieses Ross leistete, trotz der zusätzlichen last auf seinem Rücken. Sie hatte keine Probleme sich an den neuesten Rhythmus anzupassen.
Den Ranma zog sie ja jedes Mal mit sich, wenn er sich bewegte. Es war ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, aber irgendwie konnte sie die Gefahr von einem Sturz nicht aus ihrem Kopf drängen. Daher konnte sie es nicht wirklich auskosten.
An der Delfinbucht stoppte Ranma sein Ross und sah auf sie runter. "Na, lebst du noch?" Erleichtert liess sie sich gegen ihn sinken und sah glücklich zu ihm auf. "Das war wahnsinnig toll. Aber ich hab fürs erste genug davon. Darf ich bitte runter?" Er wollte sie nicht gleich überfordern, sonst würde sie sich vielleicht, nie wieder auf ein Pferd trauen.
Er löste seinen Gürtel, da kam Chiaki aus dem Poolhaus angelaufen. Er half Akane runter, sie musste schon sehr staunen. "Woher wussten sie, wo wir hinwollen?" "Ich hatte so eine Ahnung." Ranma reichte ihm die Zügel und Chiaki führte das Ross weg und machte es hinter dem Häuschen fest. Ranma streckte sich und sah sich die Bucht an. "Na, Lust zu schwimmen?" Fragte er sie und lächelte sie zweideutig an. "Heute nicht." Sie schien auf einmal traurig zu sein.
"Ist etwas nicht in Ordnung?" Sie schüttelte den Kopf. "Nein, ich bin nur nicht in Stimmung zu schwimmen." Sie wirkte verändert. Und das schon seit gestern, es war so als würde sie eine Distanz zu ihm aufbauen. Was ihm gar nicht passte. Er trat an sie heran und hob ihr Kinn mit dem Finger an. "Hey." Zögernd hob sie ihre Augenlider und erwiderte seinen Blick. "Ich will nur das du glücklich bist." Träge lächelte sie ihn an und drückte sich dann an seine Brust.
"Das bin ich." Antwortete sie und genoss seine Umarmung. Chiaki trat wieder zu ihnen. "Das Picknick ist vorbereitet. Sie folgten dem Butler bis zu der kleinen Lichtung, inmitten eines Blumenmeers. Akane sah überrascht zu Ranma hoch. "Warst du das?" "Ich würde es gern behaupten. Aber nein, ich hab nicht mal gesagt, wo wir hinwollen." Akane drehte sich zu Chiaki, sie wollte grad was sagen, da hob er seine Hände.
"Sehen sie mich nicht so an. Der Befehl kam von der Herrin, sie dachte sie bräuchten nach gestern, ein wenig Aufmunterung." Ranma blickte sie wieder ganz neugierig an. "Sag mal, was ist den gestern genau passiert?" Akane zuckte mit den Schultern. "Nichts, nur Frauengespräche." Sie liess von ihm ab und lief zu der Decke und setzte sich hin. Er zog die Augenbraue hoch und sah zu seinem Butler. "Wissen sie, worum es geht?"
"Auch wenn ich es täte, dürfte ich es nicht verraten. Das Herz einer Frau ist sehr geheimnisvoll, es braucht seine Zeit, bevor es die preisgibt." Das half ihm extrem weiter. Vielleicht war einfach noch zu jung und zu unerfahren, um das zu verstehen. Er setzte sich zu Akane und genoss das Picknick. Sie Sonne war angenehm war, die Blumen verliehen dem ganzen noch ihre ganz eigene Duftnote und das Essen war leicht und doch sättigend. Ranma liess sich danach auf Akanes Schoss nieder und schloss die Augen. Akane strich ihm übers Haar und nutzte die Stille, um ihre Gedanken zu ordnen.
Chiaki trat zu ihnen, da war es noch nicht ganz zwei Uhr nachmittags. "Verzeihung, aber der Herr würde sie gerne sehen. Er fragt, ob sie nicht zu ihm ins Arbeitszimmer kommen könnten?" Ranma öffnete die Augen und sah verstimmt hoch. "Um was gehts denn?" Chiaki war bemüht ihn zu überzeugen.
"Genaueres weiss ich nicht. Sicher möchte ihr Grossvater sie nur ein wenig besser kennenlernen und sich mit ihnen unterhalten." Ranma kehrte dem Butler den Rücken zu und drückte sein Gesicht in Akanes Bauch. "Keine Lust. Sagen sie ihm, dass ich beschäftigt bin." "Aber Herr..." "Ich BIN beschäftigt." Wiederholte Ranma sich. Akane sah auf ihn nieder und sah sich gezwungen einzugreifen. "Ranma sei doch nicht so. Geh und triff dich mit ihm."
"Wieso?" "Wir sind nicht hergekommen, um Urlaub zu machen. Sondern damit du deine Familie kennenlernst, oder?" Ranma blieb stur liegen "Nein, ich bin hergekommen, um meiner Mutter einen Gefallen zu tun." Sie strich ihm ein paar Franseln aus dem Gesicht. "Aber du hast doch gesagt, dass du dich gestern mit ihm gut amüsiert hast. Vielleicht hat es ihm genauso gefallen und er würde gern noch ein wenig mehr Zeit mit dir verbringen."
Er rollte sich auf den Rücken und sah nachdenklich zu ihr hoch. "Ich möchte dich nicht allein lassen." Gestand er ihr. Sie lächelte ihn süss an. "Ich hab doch Chiaki und werde nachher eh noch zu Nodoka gehen. Mir geht es gut, mach dir keine Sorgen." Dann setzte er sich auf. "Aber jedes Mal, wenn ich dich allein lasse, dann greift dich einer dieser blasierten Snobs an. Ich möchte nicht mehr, dass sie so mit dir umspringen." Sie strich ihm über die Wange und küsste ihn.
"Mir ist heute nicht so nach Gesellschaft. Ich werde mich mit einem Buch zurückziehen." Dann stand er auf und zog sie mit sich hoch. Chiaki brachte ihnen das Pferd und bedanke sich leise bei Akane. Dann gab er ihm Haus Bescheid. Diesmal überliess Akane ihm die Zügel und lehnte sich einfach zurück. Sie wurde immer schlapper, sie verstand selbst nicht ganz, was mit ihr los war.
Sie lag gerade in seinem Bett, zwar lag neben ihr ein Buch, das hatte sie aber noch nicht mal aufgeschlagen. Da klopfte es an der Tür. Sie setzte sich auf und zog das Buch auf ihren Schoss. "Herein." Chiaki linste rein. "Kann ich etwas für sie tun?" Sie schüttelte den Kopf. "Wenn ich etwas brauche, melde ich mich schon." Chiaki schloss die Tür hinter sich und kam näher. "Verstehen sie mich bitte nicht falsch. Aber ich habe das Gefühl, das sie etwas bedrückt."
Sie zwang sich zu lächeln. "Es ist nichts Schlimmes. Ich hab nur ein wenig Heimweh und mein Telefon hat hier keinen Empfang. Ich weiss es sind erst ein paar Tage, aber meine Schwestern fehlen mir." "Wenn sie mit ihnen reden wollen, hole ich ihnen das Telefon." Voller neuer Energie sprang Akane vom Bett hoch. "Ist das denn möglich?"
Chiaki nickte. "Natürlich." Dann drehte er sich um und ging das Telefon holen. Als er es ihr reichte, sagte er noch schnell. "Sie können so lange wie sie möchten mit ihnen reden. Und keine Angst, es ist eine Abhörsichere Leitung." Akane stutze schon etwas, bedanke sich dann aber einfach. Kaum war Chiaki aus dem Zimmer, wählte sie die Nummer von ihrem zuhause und als sie Kasumis stimme hörte, wäre sie fast in Tränen ausgebrochen.
Ranma betrat das Arbeitszimmer seines Grossvaters und sah sich neugierig um. "Du wolltest mich sprechen?" Er sass hinter seinem Schreibtisch und sah von seinen Papieren hoch. "Ja mein Junge, setzt dich doch bitte." Dann zeigte er auf einen Stuhl. Ranma folgte dem Angebot. "Ich habe gehört das du die Annehmlichkeiten der Insel auskostest. Ich hoffe es ist alles zu deiner Zufriedenheit?" Es gab sehr vieles, dass ihm missfiel und er würde es dem alten auch gerne gegen den Latz knallen, aber er atmete tief durch.
Es gab keinen Grund, gleich streit anzufangen. Das würde Akane nicht wollen. "Ja klar. Ist schön hier." War alles was er rausquetschte. "Ich habe mir gedacht, da wir uns gestern so gut verstanden haben. Das wir uns doch jeden Nachmittag ein paar Stunden nehmen könnten? Um uns besser kennen zu lernen und ich würde dir gerne die Familiengeschichte etwas näherbringen." "Muss es den jeden Tag sein?" Die Miene seines Grossvaters verdunkelte sich.
"Du bist ja nur noch für ein paar Tage hier, da finde ich das es nicht zu viel verlangt ist." Ranma kratzte sich am Nacken. "Ich wollte nicht unhöflich sein. Es ist nur, ich weiss nicht, worüber ich mit dir reden soll." "Keine Angst das kommt noch, schon bald kennen wir uns besser." "Na gut, wir können es ja versuchen." Sofort hatte sein Grossvater bessere Laune. "Wie wärs, wenn ich dir erzähle, woher wir unsere blauen Augen haben?"
Ranma sah ihm interessiert entgegen. Das hatte er sich schon immer gefragt. Schliesslich war das bei Japanern, eigentlich eher eine Seltenheit. "Das würde ich wirklich gerne wissen." Sein Grossvater stand auf und führte ihn raus. Zu einer Treppe, wo viele Portraits der Familie hingen. "Es war vor vielen Generationen. Unser Vorfahre hatte diese Insel gekauft, um vom Festland wegzukommen. Es war eine Zeit der Unruhen und das Land wurde von einer Krankheit heimgesucht.
Also zog er sich hierher zurück. Eines Nachts gab es einen grossen Sturm, er fürchtete, dass die Insel vom Meer verschlungen werden könnte. Am nächsten Morgen schien die Sonne wieder als wäre nie etwas gewesen. Also machte sich unser Vorfahre mit dem Personal auf und wollte sich die Schäden genauer ansehen. Am Strand fand er dann eine junge Frau. Sie war wohl angespült worden, ich denke sie war eine Schiffbrüchige.
Aber mein Vorfahre hatte eine andere Theorie. Ihr Haar war so golden wie die Sonne, sie hatte ein zierliches Gesicht und sie trug nur dieses weisse Kleid. Auf dem Rücken hatte sie zwei Schnittwunden. Er war davon überzeugt, dass sie ein Engel war und das sie wegen des Sturms, vom Himmel gefallen sei..." Sie blieben vor dem Portrait eines Engels stehen. Blonde Haare, blaue Augen, weisse Flügel, weisses Kleid.
"...Als sie aufwachte, sah er in ihre blauen Augen. Und ihm war klar, dass er sie nie wieder gehen lassen könnte. Sie sprach eine fremdartige Sprache und er konnte sie nicht verstehen. Nicht mal ihren Namen kannte er. Also gab es ihr selbst einen. Er nannte sie Hikari, weil sie sein Licht war. Er gab sich sehr viel mühe, damit sie sich wohl fühlt. Er schenkte ihr Schmuck, schöne Kleider, Pferde, einfach alles was er besass.
Doch eine lange Zeit, konnte sie sich ihm nicht öffnen. Oft lief sie am Strand entlang und sah stundenlang aufs Meer hinaus. Es hat unseren Vorfahren, 10 Jahre und 20 Heiratsanträge gekostet, bis sie endlich einwilligte seine Frau zu werden. Von da an, war ihr Leben von Liebe erfüllt und reich mit Kindern gesegnet und alle diese Kinder hatten dieselben blauen Augen."
"Stehen deswegen überall im Haus diese Engelsfigürchen herum?" Sein Grossvater nickte ihm zu, sah aber weiterhin stolz zu dem Portrait. "Ja, es soll an sie erinnern." "Habt ihr je herausgefunden, woher sie gekommen ist?" Dann verfinsterte sich sein Gesicht. "Nein." Ganz klar eine Lüge. Aber wieso? Ranma sah ihn forschend an, was versuchte er zu verbergen. Der Alte ging zum nächsten Portrait weiter und erzählte ihm die Geschichte. So ging das ewig lang weiter, bis er bei sich selbst angelangt war.
Ranma kam gerade ins Zimmer, da sah er Akane, die fröhlich lachend im Bett lag. Als sie ihn sah, setzte sie sich auf und zeigte auf das Telefon in ihrer Hand. "Ja, wirklich. Erzähl mir mehr, wie ist er so?" Ranma setzte sich zu ihr und küsste sie auf die Wange. "Wer ist das?" Sie hielt kurz die Hand über den Hörer. "Yuka." Dann widmete sie sich wieder dem Gespräch. Aber Ranma fühlte sich vernachlässigt.
Er kuschelte sich an sie und mit ihrer freien Hand strich sie ihm durch die Haare. Aber das reichte ihm nicht mehr, er wollte ihre volle Aufmerksamkeit, nur für sich selbst. Also legte er seine Hand auf ihren Bauch und fuhr langsam unter das Hemd. Zärtlich streichelte er die Haut um ihren Bauchnabel. Aber Akane zog seine Hand weg. "Lass das, nicht jetzt. Oh nein, tut mir leid. Ich hab nicht dich gemeint. Ranma ist gerade zurück und ihm ist langweilig, also ärgert er mich."
Erklärte sie Yuka schnell. Sie rutschte von ihm weg und drehte ihm den Rücken zu. Dann lachte sie wieder. Anscheinend war ihr Telefonat interessanter als er. Er schmiegte sich von hinten an sie und zog ihre Haare weg. Dann küsste er zuerst ihre Schulter, dann ihren Hals und bis zu ihrem Ohr. Wieder versuchte sie ihn mit der Hand von sich zu drücken.
"Yuka, kann ich dich morgen nochmal anrufen. Ich muss jetzt leider los." Dann legte sie den Hörer weg. Dann drehte sie sich zu ihm. "Kannst du keine fünf Minuten allein sein?" Fragte sie genervt. Er strich ihr übers Schlüsselbein und zu den Knöpfen des Hemdes. "Du bist seit gestern so traurig, aber am Telefon hast du gerade so fröhlich gewirkt. Da bin ich neidisch geworden. Liegt es an mir, dass du so traurig bist?" Fragte er sie, während er weiter das Hemd aufknöpfte.
"Natürlich nicht. Ich hab nur ein bisschen Heimweh. Das ist doch ganz normal." Er rutschte noch näher und kuschelte sich an ihre Brust. "Willst du wieder nach Hause?" Fragte er etwas traurig. Sie schlag die Arme um ihn. "Erst wenn die Woche um ist." Er drückte ihr einen Kuss zwischen die Brüste. "Ich liebe dich." Sie strich ihm glücklich durchs Haar. "Ich liebe dich auch." Also lagen sie da noch eine Weile, eng aneinandergeschmiegt. Dann fing sie an zu kichern. Erstaunt blickte er hoch.
"Was ist so lustig?" Sie legte ihre Hand an seine Wange und streichelte darüber. "Ich musste nur daran denken, wie verrückt das hier alles ist. Vor einer Woche hast du mich noch eine dumme Kuh genannt und jetzt liegen wir hier und du sagst mir das du mich liebst." Ranma verstand sehr gut was sie meinte. "Es ist alles sehr schnell passiert." Gab er zu, doch er bereute nichts. Ihr Grinsen wurde immer grösser.
"Das war mehr als schnell. Wir haben etwa hundert Schritte übersprungen. Ist dir klar dass wir nie ein richtiges Date hatten." Er drückte sich mit dem Ellbogen hoch und sah ihr tief in die Augen. "Sobald wir von der Insel weg sind, werde ich jeden Tag mit dir auf ein Date gehen." Wieder fing sie an zu kichern.
"So war das nicht gemeint. Ich will nicht das du mit mir auf Dates gehst, nur weil ich das sage. Ich möchte das du es tust, weil du es auch willst." Versuchte sie ihm zu erklären. "Das will ich doch. Ich will alles tun, damit du glücklich bist." Sie beugte sich vor und küsste ihn.
