Gestern - am 23. Juli 2020 - war der Komet Neowise der Erde am nächsten (nicht jedoch am hellsten). Ich habe ihn bereits am Mittwochabend gesehen - direkt unter dem großen Wagen. :-D
Das hat allerdings überhaupt keinen Bezug zum heutigen Kapitel.


Am nächsten Morgen war Lucky Luke bereits früh wieder auf den Beinen. Einsam und allein saß er an einem Tisch im Saloon und verzehrte schweigend sein Frühstück, während Sam den Tresen polierte. Timmy Perkins war dabei, den Gastraum auszufegen, weshalb alle Stühle – mit Ausnahme desjenigen, auf dem der Cowboy saß – auf die Tische gestellt worden waren, und zwar so, dass sie mit den Enden der kurzen, rundlichen Lehnen und den Vorderkanten der Sitzflächen auf der Tischoberfläche ruhten und die Stuhlbeine schräg in die Luft reckten. Aus allen Winkeln fegte Timmy leere Patronenhülsen, zerbrochene Gläser und Flaschen, verbeulte Hüte, schmutzige Spielkarten (überdurchschnittlich viele Asse), abgebrannte Streichhölzer, Unmengen von Zigaretten- und Zigarrenstummeln und den ein oder anderen ausgebissenen Zahn gewissenhaft zu einem großen Haufen in der Nähe der Flügeltür zusammen.

Laura Legs kam gähnend die Treppe herunter. Sie trug ein einfaches Baumwollkleid, das ihr fast bis zu den Knöcheln reichte und auch Schultern und Rücken komplett bedeckte. Als sie den einsamen Cowboy erblickte, stutzte sie einen Augenblick.

„He, Luke, du bist ja früh auf! Nimmst du dein Bad erst nach dem Frühstück?"

„Morgen, Laura", erwiderte Lucky Luke, schluckte und fuhr grinsend fort: „Ich habe nicht vor zu baden. Nimm's bitte nicht persönlich, aber das Baden ist mir einfach zu gefährlich, wenn du in der Nähe bist."

„Wie darf ich das denn verstehen?!", fragte Laura erstaunt und trat an ihren Gast heran.

„Nun, das letzte Mal habe ich einen heftigen Schlag auf den Kopf erhalten und war stundenlang bewusstlos – weißt du noch?"

„Das geschah doch nur zu deinem Besten!", verteidigte sich Laura. „Schließlich wollte ich verhindern, dass du meinetwegen getötet würdest. Und eigentlich bist du selbst dran schuld, schließlich hättest du ja auch auf mich hören und die Stadt rechtzeitig vor dem Duell verlassen können. Dann hätte ich nicht zu so drastischen Mitteln greifen müssen."

Lucky Luke verdrehte die Augen nach oben und schmunzelte: „Aber selbst wenn du mir nicht gleich eins überbrätst, neigst du dazu, mich beim Baden zu stören. Damals in Abilene ..."

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In diesem Augenblick wurde der Cowboy durch lautes Geschrei auf der Straße unterbrochen: „Señor Sheriff! Im Stall von Wells Fargo fehlen vier Pferde!"

„Vier?!", rief Lucky Luke, nahm rasch seinen Hut von der Stuhllehne und stürzte ins Freie.

Dort sah er den Stallburschen Pepe an der Tür zum Sheriffsbüro stehen und aufgeregt gestikulieren, während der Sheriff unrasiert und mit herabhängenden Hosenträgern in der Tür stand und gähnte. Im nächsten Augenblick war der Cowboy bei ihnen.

„Sí, Señor Sheriff", bestätigte Pepe. „Es sind die vier Rappen, die gestern mit der Postkutsche aus Gamble Town gekommen sind. Señor Joker Jim ist nicht wach zu kriegen, darum bin ich zu Ihnen gekommen."

„Lassen Sie mich die Spur aufnehmen, Sheriff!", rief Lucky Luke eifrig. „Das waren womöglich meine vier speziellen Freunde!"

„Tun Sie sich keinen Zwang an, Luke", gähnte der Sheriff, doch im nächsten Moment war er putzmunter: „Die Bank! Schnell, sehen wir nach, ob dort eingebrochen wurde!"

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Doch die Bank stand völlig unversehrt. Der eilends herbeigerufene Bankdirektor stellte fest, dass nichts entwendet worden war.

„Eigenartig", murmelte Lucky Luke, schob den Hut nach hinten und kratzte sich am Kopf. „Vielleicht waren es doch nicht die Daltons. Jedenfalls schaue ich mir die Spuren am Stall mal an."

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Am Stall der Postkutschenstation von Wells Fargo & Co. gab es jedoch keine Spuren zu untersuchen.

„Ganz offensichtlich hat jemand alle Spuren des Einbruchs verwischt, und zwar mit großer Sorgfalt und Gründlichkeit", schloss Lucky Luke und starrte auf den frisch geharkten Sand vor der Stalltür, in dem sich einzig und allein die Spuren von Pepe, dem Stallburschen, abzeichneten.

„Das spricht eigentlich nicht für die Daltons – so weit denken die nicht. Dieser Fall wird immer mysteriöser, und ich frage mich langsam, ob da nicht noch ein anderer Bösewicht mit drinsteckt."

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Der Cowboy zuckte die Schultern und begab sich ein paar Häuser weiter in den Stall des Saloons, wo Jolly Jumper mit seinem Frühstück beschäftigt war.

„Morgen, Old Boy!", begrüßte Lucky Luke den Apfelschimmel und tätschelte ihm freundschaftlich den Hals. „Stell dir vor, deine Freunde von gestern, die Rappen von der Postkutsche, sind in der Nacht entführt worden, und es fehlt jede Spur von ihnen."

,Und wir zwei machen uns unverzüglich auf die Suche nach ihnen, nicht wahr?', dachte Jolly.

„Es sieht nicht so aus, als ob es die Daltons gewesen seien. Ich gehe erst mal zum Western Union Telegraph und sehe nach, ob irgendwo in der Gegend ein Bankraub gemeldet wurde. Dann habe ich vielleicht einen Anhaltspunkt, wo ich suchen soll."

„Ah, typisch! Die Kollegen von der Postkutsche sind ja nur Pferde! Da muss man natürlich nicht gleich überstürzt aufbrechen, aber wenn es sich um einen Menschen handelt, wie gestern bei dieser Molly Mulligan, dann ist gleich der Teufel los!"

„Frühstücke du nur in Ruhe zu Ende, Jolly. Ich komme später wieder vorbei. Ach übrigens, wo steckt eigentlich Rantanplan?"

Der Mustang brach in schadenfrohes Wiehern aus und schüttelte seine blonde Mähne.

„Wahrscheinlich in der Saloonküche oder sonst wo, wo es was zu beißen gibt", beantwortete Lucky Luke seine Frage selbst.

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„Lucky Luke zum Duell fordern! Die Witwe Thingleberry hat vielleicht Ideen!", schnaubte Henry Obermoser.

„Alles was recht ist, wir sind schließlich nicht lebensmüde!", stimmte sein Kumpan Frank Dubois zu.

„Es war schwierig genug, die Maske aus dem Indianerdorf zu klauen und in die Satteltasche des Cowboys zu schmuggeln", fuhr Henry fort. „Jetzt haben wir uns ein Päuschen verdient. Wir waren schließlich die ganze Nacht auf."

„Ja, und ich bin hundemüde", sagte Frank.

„Wie die alte Thingleberry geguckt hat, als wir ihr die Maske gezeigt haben!"

„Die ist ja förmlich aus den Latschen gekippt! Und wie eilig sie's plötzlich hatte!"

„Ja, nicht? Möchte wissen, was das für eine Besorgung war, die sie plötzlich machen musste", überlegte Henry.

„Wahrscheinlich wollte sie schnell ihren Schmuck vergraben, bevor die Wilden kommen!", witzelte Frank.

Henry zuckte die Achseln und fuhr fort: „Aber was für eine Schnapsidee, dass wir Lucky Luke mit einem Duell aufhalten sollen, damit er nicht wegreitet, bis die Indianer kommen."

„Genau", pflichtete Frank ihm bei. „Ist doch eigentlich gut, wenn der Cowboy die Stadt verlässt. Dann erledigen die Rothäute ihn draußen in der Wüste, und wir haben mit der Sache nichts mehr zu tun."

„Los, komm. Wir hauen uns aufs Ohr."

„He, ihr zwei Bürschchen – euch wollte ich gerade sprechen", ertönte auf einmal die Stimme des Sheriffs hinter ihnen.

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„Nein, Mr. Luke, für Sie persönlich ist kein Telegramm gekommen", sagte der Telegrafenbeamte Charles Wentworth voller Bedauern. „Allerdings hat Colonel O'Maley, der Kommandant von Fort Yuma drüben auf der kalifornischen Seite des Colorado, eine Nachricht an den Sheriff und alle seine Helfer geschickt, dass an der Fährstation nichts Ungewöhnliches gesichtet wurde. Es ist also unwahrscheinlich, dass die Daltons nach Kalifornien geflohen sind."

„Wahrscheinlich haben sie sich nach Süden über die Grenze abgesetzt und sind schon längst in Mexiko", murmelte Lucky Luke und machte ein verärgertes Gesicht. Dann fiel ihm auf, dass der Telegrafenbeamte offenbar die Leitung prüfte.

„Ist wohl etwas mit dem Draht nicht in Ordnung?", erkundigte sich der Cowboy.

„Vor einer Dreiviertelstunde gab es eine Störung – die Leitung war plötzlich tot –, aber jetzt ist offenbar alles wieder in Ordnung, Mr. Luke. Wahrscheinlich hat sich wieder mal ein Geier so unglücklich auf einen der Maste gesetzt, dass das Signal kurzzeitig nicht übertragen werden konnte – was weiß denn ich! Jetzt funktioniert jedenfalls alles wieder einwandfrei."

„Gibt es irgendwelche öffentlichen Meldungen über Bankeinbrüche oder ähnliche Verbrechen?"

„Nein, Mr. Luke, nichts dergleichen."

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Henry und Frank waren überaus schlecht gelaunt, als sie auf dem Heimweg vom Sheriffsbüro am Telegrafenamt der Western Union vorbeigingen. Auf der anderen Straßenseite war Mathias Bones gerade damit beschäftigt, seinen Leichenwagen mit Särgen zu beladen. Wie im Wilden Westen üblich, handelte es sich dabei um ein nach allen vier Seiten offenes Gefährt, an dessen Ecken sich vier schmale Säulen erhoben, auf denen ein leicht pyramidenförmig erhobenes Dach ruhte. Auf jeder Ecke des Daches sowie auf seiner Spitze befand sich je eine kunstvoll gedrechselte weiße Verzierung, die in ihrer Form in etwa einer spitz zulaufenden Zwiebel mit spiralig nach oben verlaufenden Linien glich.

„Ich hoffe, dass die Rothäute den Sheriff gleich mitskalpieren, wenn sie sich den Cowboy holen!", schimpfte Frank.

„Uns dazu zu verdonnern, einen Zeitungsstand zu bauen! Bloß wegen der kleinen Sache gestern im Saloon!", regte Henry sich auf.

„Alles bloß wegen diesem dreckigen Mexikaner!"

„Du sagst es!", rief Henry und kickte einen Stein mit großer Wucht durch die Luft – unglücklicherweise genau gegen Lord Buttercups Schienbein!

„Aua!", rief dieser. „Wie schockierend, in der Tat! Oh – es sind die jungen Gentlemen, die gestern Abend im Saloon ein so ehrloses Betragen an den Tag gelegt haben."

„Was sagst du da, du Schnösel?", brauste Henry auf.

Lord Buttercup baute sich würdevoll vor den beiden Jugendlichen auf und stützte sich auf den Knauf seines Spazierstockes, bevor er antwortete: „Ich sagte, dass Ihr Betragen gestern im Saloon unehrenhaft war. Sie sind zu zweit gegen einen einzelnen Mann vorgegangen und wollten ihn auch noch schlagen, als er bereits am Boden lag."

„Was stört dich daran, Alterchen?", sagte Frank frech grinsend.

„In der Tat, höchst schockierend! Ich hoffe, Miss Dweedlecum wird Ihnen nicht nur das Lesen und Schreiben, sondern auch die Grundlagen des guten Tons beibringen. Solange Sie in dieser Art und Weise mit mir sprechen, werde ich Sie gar nicht beachten."

Mit diesen Worten setzte der Lord sich in Bewegung und ging an den beiden Jungen vorbei.

Henry und Frank blickten sich verdutzt an, dann runzelten sie die Stirn. Plötzlich kam Henry eine Eingebung.

„Königin Victoria is' alt und hässlich!", rief er laut.

Lord Buttercup blieb abrupt stehen. Langsam drehte er sich um.

„Junger Mann, nehmen Sie das sofort zurück!", rief er scharf. „Sonst sehe ich mich gezwungen, die Ehre Ihrer Majestät auf für Sie drastische Weise wiederherzustellen. Es wäre allerdings schade um Ihre Jugend."

„Pah!", rief Henry. „Vor dir habe ich keine Angst, Oldtimer!"

„Nun gut – wer nicht hören will, muss fühlen", seufzte der Engländer und zog einen Handschuh aus.

„Ich fordere Satisfaktion!", rief er und warf den Handschuh mit einer schwungvollen, aber dennoch eleganten Bewegung vor die Füße des jungen Rabauken.

In diesem Augenblick verließ Lucky Luke das Telegrafenamt und erfasste sofort, was los war. Schnell schritt er auf Lord Buttercup zu, der ihm den Rücken zukehrte, fasste ihn an der Schulter und raunte ihm ins Ohr: „Ich bitte Sie, Lord Buttercup. Das sind doch nur Kinder! Ich sorge dafür, dass ihre Eltern sich ihres Benehmens annehmen, aber bitte ziehen Sie Ihre Aufforderung zurück."

„Es tut mir leid, Mr. Luke, aber das ist eine Ehrensache. Als Lord und Gentleman kann ich nicht zulassen, dass dieser ungehobelte junge Amerikaner Ihre Majestät beleidigt!"

Henry hatte unterdessen gegrübelt, was der Lord mit Satisfaktion und dem Werfen des Handschuhs gemeint haben könnte. Schließlich stieß sein Freund Frank ihn an und flüsterte ihm etwas ins Ohr.

„Ach so, er will ein Duell! Warum sagt er das nicht gleich?", rief Henry aus und frohlockte, denn soweit er sehen konnte, trug Lord Buttercup keine Schusswaffe bei sich.

„Bestimmen Sie Ihren Sekundanten, Sir", sagte Lord Buttercup steif.

„Was soll ich?", fragte Henry und riss erstaunt die Augen auf.

„Einen Sekundanten bestimmen", wiederholte Lord Buttercup geduldig. „Einen Gentleman Ihres Vertrauens, der Sie bei dem Duell unterstützt und der zusammen mit meinem Sekundanten Mr. Luke über den fairen Ablauf des Geschehens wacht."

„Waas?", rief Lucky Luke voller Verwunderung. „Ich bin Ihr Sekundant?"

Lord Buttercup drehte sich zu ihm um und sagte leise: „Bitte Mr. Luke, tun Sie mir den Gefallen. Sie sind der Einzige hier, dem ich genug Vertrauen für diese Aufgabe entgegenbringe. Mein Diener James, der die Rolle meines Vertrauten für gewöhnlich übernimmt, ist mir nach Yuma vorausgereist. Gerade wollte ich ihm telegrafieren, dass die Postkutsche sich verspätet."

„Hör mal zu, Oldtimer", begann Henry. „Wir sind hier nich' in England, sondern im Wilden Westen. Wir machen nich' so viel Federlesens, sondern kommen gleich zur Sache. Diesen Tantenkram schenken wir uns einfach. Wir ..."

„Nicht doch, Henry!", unterbrach ihn eine Frauenstimme. Henry blickte sich verwundert um und erkannte zu seinem Erstaunen Mrs. Thingleberry inmitten der Schaulustigen, die mittlerweile zusammengeströmt waren.

„Wir wollen dem Gentleman zeigen, dass wir seine Sitten respektieren. Ich finde die Idee mit dem Sekundanten sogar sehr gut", fuhr Mrs. Thingleberry fort und zwinkerte Henry dabei unmerklich zu. „Du kannst ja Frank nehmen."

„Dann treffen wir uns im nächsten Morgengrauen auf dem Duellplatz, den unsere Sekundanten miteinander vereinbaren", ließ sich Lord Buttercup vernehmen.

Bei diesen Worten verdüsterte sich Mrs. Thingleberrys Gesicht für einen Augenblick, doch gleich darauf fuhr sie gefasst fort: „Verzeihen Sie, Lord Buttercup", aber es ist nur recht und billig, wenn auch Sie unseren einheimischen Traditionen etwas entgegenkämen. Bei uns im Westen finden Duelle in der Regel um zwölf Uhr mittags statt."

„So? Das ist mir ja ganz neu", murmelte Henry verblüfft, doch ein Blick von Mrs. Thingleberry brachte ihn schnell zum Schweigen.

„Sehr wohl, ich bin damit einverstanden", erwiderte der Lord und deutete den Hauch einer Verneigung vor Mrs. Thingleberry an. Zu Lucky Luke gewandt setzte er hinzu: „Das kommt mir sogar ganz gelegen, die Sache noch heute Mittag zu erledigen. Dann kann ich nämlich wie geplant mit Mr. Joker Jim nach Yuma fahren. Ansonsten müsste ich auf die nächste Postkutsche warten. Ich hoffe doch, dass Mr. Joker Jim bis zum Nachmittag wieder fahrtauglich ist. Ich habe ihn nämlich gerade in der Kutscherunterkunft im Wells Fargo Depot besucht und muss leider berichten, dass er noch überaus – unpässlich ist."

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Mathias Bones machte ein höchst zufriedenes Gesicht, als er einen der Särge von seinem Wagen wieder ablud.

„Was meinst du, Oskar", sagte er zu seinem Geier, der auf dem Dach des Leichenwagens saß und hämisch grinste. „Der Lord wird sich sicher das De-Luxe-Modell mit Samtbezug und echter Seide leisten können, nicht wahr?"


Wie bereits in den Anmerkungen zu Kapitel 8 erwähnt, bestand die drastische Maßnahme, die Laura Legs in Purgatory ergreifen "musste", um Lucky Luke von einem Duell abzuhalten, darin, unserem armen Cowboy eins über den Schädel zu ziehen, als dieser in der Badewanne saß (siehe Lucky Luke Band Der Galgenstrick – Damensolo von 1982), und in Abilene musste er sein Bad zweimal unterbrechen, weil sie an seine Tür klopfte (und als anständiger Mensch zog er sich natürlich vollständig an, bevor er ihr die Tür öffnete), wie im Band Der Großfürst (1973) zu lesen ist.

Wie schon gesagt, gehe ich davon aus, dass Jolly Jumper zwar alles versteht, was man zu ihm sagt, aber selbst nicht mit menschlicher Stimme spricht, sondern seine Gedanken nur dem Leser offenbart. Darum ist ein Gespräch zwischen Lucky Luke und seinem Pferd kein echter Dialog und der Cowboy geht nicht unbedingt genau auf das ein, was Jolly sagt.

Dass Duelle im Wilden Westen traditionellerweise um zwölf Uhr mittags stattfinden, ist natürlich eine Anspielung auf den Filmklassiker High Noon von 1952 - aber die Witwe Thingleberry hat noch ihre ganz privaten Gründe dafür, das Duell auf genau diese Zeit zu legen ...

Das Wort Rothaut gilt heutzutage wie gesagt als abwertend - und genau in diesem Sinne wird es auch von den beiden nichtsnutzigen Halbstarken Henry und Frank verwendet. Ich wiederhole an dieser Stelle, dass die Ansichten und Meinungen der Figuren in dieser Geschichte nicht meine eigenen widerspiegeln, und ganz besonders möchte ich mich von jeglichem rassistischen Gedankengut distanzieren.