Heute ist Halbzeit - auf der Südhalbkugel unserer Erde für den Winter, auf der Nordhalbkugel für den Sommer und völlig ortsunabhängig für diese Geschichte. ;-) Es werden wohl insgesamt 28 Kapitel werden.

Dr. Bug: Vielen Dank für das Review zu Kapitel 7! :-)


Kaum hatte Diego sich verabschiedet, näherten sich den beiden Frauen einige schwarzgekleidete ältere Damen, die unter ihren Hauben finstere Gesichter machten. Sie blieben kurz vor den beiden stehen, taten so, als betrachteten sie einen im Schaufenster aufgehängten Steckbrief mit der Aufschrift Wanted – The Dalton Brothers – Reward $50000 und unterhielten sich auf übertrieben laute Weise, sodass die Lehrerin und Mrs. Ravenhurst sie zwangsläufig verstehen mussten.

„Und so was will unserer Jugend ein Vorbild sein! Gestern vergnügt sie sich mit einem Cowboy im Saloon, und heute lacht sie sich einen Mexikaner an!"

„Du sagst es, Mathilda! Mit den guten Sitten ist es vorbei in Pleasure Gulch, wenn diese sogenannte Lehrerin hier ihre Zelte aufschlägt!"

Miss Dweedlecum stieg bei diesen Worten die Zornesröte ins Gesicht. Ihre Begleiterin fasste sie am Arm und flüsterte ihr ins Ohr: „Beachten Sie sie am besten gar nicht. Gehen wir weiter."

Doch die Lehrerin ließ sich nicht zurückhalten. Mit einem entschlossenen Ruck machte sie sich von Mrs. Ravenhurst los und schritt erhobenen Hauptes auf die Gruppe am Schaufenster zu.

„Guten Morgen, die Damen", sagte sie ruhig, aber bestimmt. „Entschuldigen Sie bitte, ich habe gerade zufällig mitbekommen, dass Sie über mich sprechen. Falls Sie mir etwas zu sagen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung."

Die drei älteren Damen blickten sie entrüstet an. Schließlich ergriff die Hagerste unter ihnen das Wort: „Ich will ganz offen mit Ihnen reden, Miss. Ihre Anwesenheit ist in dieser Stadt nicht erwünscht."

„Ganz recht", stimmte ihr diejenige, die mit Mathilda angesprochen worden war, zu. „Ihr lockerer Lebenswandel verdirbt die Sitten unserer Jugend!"

„Mein ... was?", stieß Augusta ungläubig hervor.

„Das kommt eben davon, wenn junge Frauenzimmer so hoch in die Welt hinaus wollen, anstatt zu heiraten und Kinder großzuziehen!", fuhr die Hagere fort.

„Was wollen Sie denn damit andeuten?", fragte die Lehrerin scharf.

„Dass Sie zurück nach Boston gehen und sich einen Ehemann suchen sollen, anstatt unseren Kindern Flausen in den Kopf zu setzen!"

„Ja, genau! Es fängt mit kleinen Dingen an, und ehe man es sich versieht, liegen Recht und Ordnung in Schutt und Asche!", setzte die dritte alte Dame, eine kleine, mollige Person, hinzu.

„Es ist eine Schande, wie sich manche jungen Weibsbilder aufführen!", schimpfte die Hagere weiter. „Manche wollen sogar wählen, ja, sich sogar in die Politik einmischen und dem Präsidenten dreinreden, was er zu tun und zu lassen hat! Nein, nein, der Platz einer Frau ist am Herd."

„Wie können Sie als Amerikanerin nur etwas Derartiges sagen, Madam!", rief Miss Dweedlecum aus und stemmte die Hände in die Hüften. „Unsere Nation wurde auf den Prinzipien von Freiheit und Demokratie gegründet! In der Präambel unserer Verfassung heißt es, dass zu unseren unveräußerlichen Rechten auch das Recht gehört, nach Glück zu streben. Viele Frauen mögen ja am heimischen Herd ihr Lebensglück finden, aber diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, haben das Recht, sich anderweitig selbst zu verwirklichen! Unsere Nation zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Bürger die Wahl haben, ihr Leben unabhängig von 'Stand' oder 'Klasse' nach eigenen Vorstellungen zu gestalten! Wegen dieser Freiheit sind unsere Vorfahren aus Europa hierhergekommen und kommen noch immer jährlich viele Menschen aus der ganzen Welt! Und diese Freiheit soll nur einem der beiden Geschlechter vorbehalten bleiben? Das kann doch nicht recht sein!"

Die Lehrerin holte tief Luft. Die alten Damen waren viel zu empört, um etwas zu erwidern, weshalb Miss Dweedlecum fortfuhr: „Im vierzehnten Zusatz zu unserer Verfassung heißt es, dass alle Personen – Personen, nicht Männer! –, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden, Bürger sind. Und wie die bemerkenswerte Frauenrechtlerin Susan B. Anthony, die sich vor acht Jahren an der Präsidentenwahl beteiligte, bereits in ihrer Verteidigungsrede vor Gericht bemerkte, gehört das Wahlrecht eindeutig zu den Bürgerrechten. Außerdem ist es nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht eines Bürgers, die Politik unseres Landes mitzubestimmen! Ansonsten könnten wir ebenso gut wieder zur englischen Kolonie werden, oder uns einen eigenen Monarchen anschaffen. Wenn Frauen sich 'in die Politik einmischen', dann tun sie also nichts anderes, als ihre Pflicht als gute amerikanische Bürger auszuüben. Mein Anliegen ist es, die Jugend über ihre Rechte und Pflichten zu unterrichten und sie zu gebildeten, aufgeschlossenen Staatsbürgern zu erziehen! Haben Sie dagegen wirklich etwas einzuwenden?"

„Unerhört!", schimpften die drei Damen, die während dieser langen Rede augenscheinlich ihre Argumente vergessen hatten. Sodann drehten sie sich demonstrativ um und stolzierten von dannen, ohne Augusta und Mrs. Ravenhurst eines einzigen Blickes zu würdigen.

„Bitte nehmen Sie es sich nicht so zu Herzen, Miss Dweedlecum", ließ sich Mrs. Ravenhurst vernehmen. „Das sind alte Pioniersfrauen. Sie sind im Planwagen unter großen Entbehrungen auf dem Santa Fe Trail in den Westen gekommen und haben ihr Leben lang schwer in Haus und Hof gearbeitet. Sie sind neidisch, dass es uns jungen Leuten heute besser geht. Sie kennen nichts außer ihrer eigenen kleinen Welt, und jetzt haben Sie Angst, dass diese kleine Welt durch Sie und Ihre 'neumodischen' Ideen in ihren Grundfesten erschüttert wird. Ich versichere Ihnen, dass die Mehrheit der Bürger von Pleasure Gulch nicht so denkt. Sie sind hier sehr willkommen!"

„Es wird wirklich Zeit, dass das Licht der Aufklärung die Finsternis der Ignoranz verdrängt", murmelte die Lehrerin. „Ich bin keinen Tag zu früh gekommen!"

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„Der Häuptling möge sich noch gedulden", sagte Vergesslicher Vogel zu dem jungen Boten, der ausgeschickt worden war, nach seinem Verbleib zu fahnden. „Vergesslicher Vogel wird das Kriegsbeil bald finden. Es gibt nicht mehr viele Plätze, an denen er noch suchen könnte."

Mit diesen Worten wies er auf die Ebene um ihn herum, die von Löchern nur so übersät war.

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„Mr. Luke! Ein Telegramm für Sie!", rief Lord Buttercup und betrat den Stall. „Bitte quittieren Sie dem jungen Mann von der Western Union, der draußen wartet, den Empfang."

„Vom Gefängnisdirektor in Yuma", murmelte Lucky Luke, nachdem er die Formalitäten erledigt hatte, und las den Text auf dem kleinen gelben Zettel:

From: Warden, Yuma Territorial Prison

To: Lucky Luke, Joyful Coyote Saloon, Pleasure Gulch, Yuma County, Arizona Territory

Wo bleiben die Daltons STOPP Bitte um Bericht STOPP

(Received via Western Union Telegraph at Pleasure Gulch, 10:30 a.m. May 12th, 1880)

„Der ist vielleicht witzig, der Herr Direktor! Was denkt er sich eigentlich! Zuerst wartet er fast 24 Stunden mit seiner Benachrichtigung, und dann soll ich die Daltons im Handumdrehen wieder beischaffen!", brummte der Cowboy verärgert und knüllte das Papier zusammen.

„Wenn du dich auf deine Aufgabe konzentrieren würdest, anstatt dich von Damen ablenken zu lassen, wärst du vielleicht schneller, Cowboy", bemerkte Jolly, der den Kopf zur Stalltür hinausstreckte, gehässig.

Lucky Luke blickte zu Lord Buttercup hinüber, der höchst erfreut wirkte. Auch er hielt ein Telegramm in der Hand.

„Sie haben wohl eine gute Nachricht erhalten, Lord Buttercup?", fragte der Cowboy.

„In der Tat", antwortete der Engländer vergnügt. „Wie James telegrafiert, befinden sich Gilgamesch und Enkidu bei bester Gesundheit."

„Sind das Verwandte von Ihnen zu Hause in England?", wollte Johnny, der Telegrammbote, wissen.

„Äh – nein. Gilgamesch und Enkidu sind meine beiden Rennpferde. Edle Arabervollbluthengste, die ich während einer Reise durch den Orient vor einigen Jahren erwarb. Kurz zuvor hatte Mr. George Smith vom Britischen Museum in London die Übersetzung des in Keilschrift abgefassten Gilgamesch-Epos veröffentlicht. Daraufhin erwachte meine Lust, mich an den Fundort der berühmten Tontafeln zu begeben und selbst ein wenig nach dem König von Uruk zu forschen. Nun, archäologische Artefakte habe ich im Zweistromland nicht zu Tage gefördert, aber dafür diese zwei überaus vortrefflichen Rennpferde bei einer Wette gewonnen."

Er rieb sich vergnügt die Hände, bevor er fortfuhr: „Zu Ehren der ältesten bekannten Geschichte der Menschheit und meines Freundes Mr. Smith – Gott sei seiner Seele gnädig – habe ich die Hengste nach dem König von Uruk und seinem treuen Freund benannt. Nächsten Monat will ich sie in Sacramento bei einem Rennen laufen lassen. James ist mit ihnen nach Yuma vorausgereist, während ich aufgrund einer verlorenen Wette die Postkutsche entlang des Gila River genommen habe."

„Entschuldigen Sie, Lord Buttercup", unterbrach Lucky Luke die Erzählung des Engländers. „Aber wir müssen noch ein wenig für das Duell trainieren."

„Ja, die Wetten stehen nämlich gegen Sie", fiel Johnny ein. „Und Bones arbeitet schon an Ihrem Sarg."

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„... die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen Samen; und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben", ertönte eine tiefe, bedächtige Stimme aus der Kirche, als Augusta und Mrs. Ravenhurst eintraten. Im nächsten Moment erscholl der Kirchenchor:

Sowing in the morning, sowing seeds of kindness,

Sowing in the noontide and the dewy eve.

Waiting for the harvest, and the time of reaping,

We shall come rejoicing, bringing in the sheaves.

Bringing in the sheaves, bringing in the sheaves,

We shall come rejoicing, bringing in the sheaves,

Bringing in the sheaves, bringing in the ..."

An dieser Stelle rief die Frau, die den Chor dirigierte, mit energischer Stimme: „Halt! Bitte eine Oktave höher, Mrs. Englmaier. Zwo, drei ..."

Bringing in the sheaves, bringing in the sheaves,

We shall come rejoicing, bringing in the sheaves.

Going forth with weeping, sowing for the Master,

Though the loss sustained our spirit often grieves

When our weeping's over, He will bid us welcome,

We shall come rejoicing, bringing in the sheaves."

Mrs. Ravenhurst wartete geduldig, bis der Pfarrer, dessen Aufmerksamkeit ganz den Aktivitäten des Chors gegolten hatte, sich umdrehte und ihrer gewahr wurde.

„Mrs. Ravenhurst!", begrüßte er die Farmerin freundlich und kam auf sie zu.

„Reverend Billings, darf ich Ihnen die neue Lehrerin, Miss Augusta Dweedlecum, vorstellen?"

Augusta machte einen höflichen Knicks und ließ sich vom Pfarrer die Hand schütteln. Reverend Billings war ein älterer, etwas fülliger Herr mit gütigen Augen, die durch eine goldene Brille in die Welt blickten.

„Lassen Sie uns nach draußen gehen, damit wir uns besser unterhalten können", sagte er und deutete mit der Hand nach den noch immer eifrig singenden älteren Damen, die den Kirchenchor ausmachten. Dann rief er der Leiterin zu: „Ich bin gleich wieder da, Charlotte."

„Meine Frau leitet den Kirchenchor. Mittwoch Vormittag ist immer Probe, und sie hat Störungen nicht gern", erklärte der Pfarrer den beiden Frauen, als sie vor der Kirche angelangt waren.

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Währenddessen lief Joe Dalton mit einer Zigarette im Mundwinkel in einer alten Scheune am nordöstlichen Stadtrand missmutig im Kreis herum. Sein Haar war voller Stroh, und die Länge seiner Bartstoppeln verriet, dass er sich seit geraumer Zeit nicht mehr rasiert hatte.

„Ich habe es satt!", rief er schließlich aus. „Wann kommt die alte Schachtel mit der Lehrerin denn endlich?"

„Reg dich ab, Joe und iss erst mal einen Happen", antwortete Jack beschwichtigend und hielt seinem Bruder eine geöffnete Konservendose voller dicker Bohnen sowie eine Speckschwarte hin.

„Ja, genau", bestätigte Averell schmatzend. „Die Sachen aus der Speisekammer von dieser Farm sind wirklich lecker!"

Doch Joe schlug Jack mit einer unwirschen Bewegung die Dose aus der Hand und fuhr fort, im Kreise zu laufen.

„Die Witwe hat doch gesagt, dass sie die Lehrerin etwa gegen Mittag hierher bringt, weil doch während der Mittagshitze keiner unterwegs ist", ließ sich nun William vernehmen. „Sie muss bald kommen."

„Und wenn sie uns in die Pfanne gehauen hat?", gab Joe ärgerlich zurück.

„Das wäre ja nicht das erste Mal, dass uns einer austrickst, was Joe?", grinste Averell. „Lucky Luke macht das ja ständig!"

„Halt die Klappe, Averell!", rief Joe, nur mühsam beherrscht.

„Wenn sie uns reingelegt hätte, hätte sie uns keine Patronen für unsere Revolver besorgt", wandte William ein.

„Das ist wahr", brummte Joe.

Dann zückte er seine verschlissene Taschenuhr und fuhr fort: „Trotzdem: Wenn sie bis zwölf Uhr mittags nicht da ist, reiten wir in die Stadt rein und überfallen die Bank. Wir haben ja schließlich noch ein paar Dynamitstangen, um den Safe zu sprengen – wenn auch wegen Averells Blödheit nicht mehr halb so viele, wie wir ursprünglich gemopst hatten!"

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Als Mrs. Thingleberry auf dem Weg in den Saloon, wo sie die Lehrerin anzutreffen gedachte, an der Kirche vorbeikam, sah sie jene mit dem Pfarrer und Mrs. Ravenhurst auf dem Kirchplatz in ein Gespräch vertieft. Sie hielt einen Moment inne und zog sich dann rückwärts in die dem Kirchplatz gegenüberliegende Gasse zwischen dem General Store und dem Haus des Doktors zurück. Dabei trat sie versehentlich einem braunen Hund, der dort neben einer umgeworfenen Abfalltonne saß, auf die Pfote.

„Kai!", jaulte Rantanplan, sodass Mrs. Thingleberry erschrocken zusammenfuhr.

„Hau bloß ab, du Köter!"

Sodann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Kirchplatz zu. Dort verabschiedete sich die Lehrerin offenbar gerade von ihren Gesprächspartnern und machte sich auf den Weg zurück in den Saloon. Die Zeiger der Kirchturmuhr rückten auf elf Uhr und die Glocke begann zu schlagen. Die Straße lag wie ausgestorben da, denn die Hitze war bereits beträchtlich. Die Leute zogen sich in das kühle Innere ihrer Adobe-Häuser zurück, nur hie und da hatte sich ein Mexikaner im Schatten einer Veranda niedergelassen, den Sombrero ins Gesicht gezogen und mit der Siesta begonnen.


Ich wiederhole meine im ersten Kapitel gemachte Bemerkung, dass die in dieser Geschichte vertretenen Anschauungen und Meinungen diejenigen der fiktiven Figuren sind und nicht zwangsläufig meine Ansicht widerspiegeln. Ebenso wiederhole ich, dass ich mich von dem für US-Bürger typischen Nationalstolz, den die Figuren in diesem Kapitel an den Tag legen, distanziere. Eine kritische Auseinandersetzung mit der "Besiedlung des Westens" durch die sogenannten Pioniere aus der Alten Welt wäre überaus angebracht; es ist jedoch mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass selbst die progressivsten und aufgeschlossensten Euro-Amerikaner zu Lucky Lukes Zeiten - einschließlich unseres einsamen Cowboys höchstselbst - nicht auf die Idee kamen, ihr angebliches "Recht" auf den Kontinent der Indianer in Frage zu stellen. Bevor wir aus unserer heutigen Warte - insbesondere wir, die wir in der Alten Welt verblieben sind - jedoch die Pioniere als "Unmenschen" verdammen, sollten wir uns genau über ihre damalige Situation und ihre Beweggründe für die Auswanderung sowie die damals vorherrschenden Auffassungen und Weltbilder informieren und uns überlegen, ob wir nicht unter vergleichbaren Umständen ebenso gehandelt hätten wie sie. Sinnvoller ist es, aus den Fehlern der Geschichte zu lernen und sich so zu verhalten, dass kommende Generationen einmal weniger an unseren Taten zu kritisieren haben als wir an denen unserer Vorfahren. ;-)

Zu den Rechten der Frauen habe ich ja bereits in den Anmerkungen zum 5. und 7. Kapitel etwas gesagt, darum möchte ich hier nur kurz die von Miss Dweedlecum erwähnte Aktivistin Susan B. Anthony (15. Februar 1820 – 13. März 1906) ein wenig näher vorstellen. Diese bemerkenswerte und starke Frau setzte sich ihr ganzes Leben lang unter widrigen Umständen für die Rechte von Benachteiligten ein - in ihrer Jugend für die Befreiung der Sklaven, später für die Gleichberechtigung von Afro-Amerikanern sowie für das Frauenwahlrecht , wofür sie heute vor allem berühmt ist. 1872 nahm sie - illegalerweise - an der Präsidentschaftswahl teil und wurde deswegen verhaftet und vor Gericht gestellt. Obwohl sie ihre Geldstrafe nicht bezahlte, verzichteten die Behörden auf weitere Schritte gegen sie. 1878 legte sie zusammen mit ihrer Kollegin Elizabeth Cady Stanton dem Kongress einen Entwurf für einen Verfassungszusatz vor, der schließlich 42 Jahre später - 1920 - als 19. Zusatz ratifiziert wurde und Frauen endlich die Teilnahme an Wahlen auf Bundesebene ermöglichte. 1979 wurden Dollarmünzen mit ihrem Konterfei geprägt - und somit war sie die erste Frau, der diese Ehre in den USA jemals zuteil wurde.

Das Gilgamesch-Epos ist mit die älteste schriftlich überlieferte Geschichte, die uns bekannt ist, und handelt vom sagenhaften König von Uruk im Zweistromland und dessen bestem Freund Enkidu. Die in Keilschrift abgefassten Tontafeln wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und vom englischen Assyriologen George Smith 1872 übersetzt. Es ist typisch für Lord Buttercup, dieses Ereignis zum Anlass für eine Reise an den Euphrat zu nehmen. ;-)

Der Text des in der Kirche gesungenen Liedes Bringing in the Sheaves wurde 1874 von Knowles Shaw verfasst und basiert auf den Zeilen 5 und 6 des 126. Psalms (die Reverend Billings zitiert, bevor der Chor zu singen anfängt). Die Verwendung dieses Liedes in meiner Geschichte ist eine Anspielung auf die Fernsehserie Unsere kleine Farm (1974 - 1983), die vom Leben der Menschen in einer ländlichen Kleinstadt in den USA im späten 19. Jahrhundert handelt und in der dieses Lied praktisch in jeder Kirchenszene gesungen wird. ;-)

Rantanplans Ausruf Kai! ist ein Schmerzlaut, der in den Lucky-Luke-Alben des öfteren - meist von Tieren - geäußert wird.