Heute vor 134 Jahren, am 4. September 1886, gingen die sogenannten Indianerkriege zu Ende, als sich in Arizona der Apachenkrieger und Anführer "Geronimo" (Goyaałé) nach jahrzehntelangen Kämpfen endgültig ergab.


Die Sonne brannte noch immer heiß vom wolkenlosen Himmel, auch wenn sie nunmehr eher im Südwesten als im Süden stand. Auf der Ebene am Fuße der Chocolate Mountains waren die Krieger der Yuma nach wie vor mit der Suche nach dem Kriegsbeil beschäftigt, während die Soldaten der Kavallerie gelangweilt im spärlichen Schatten von Saguaro-Kakteen und Felsen saßen, sich die Nägel feilten, lustlos ihre Säbel polierten oder Tic Tac Toe spielten.

„Bei allem Respekt, Colonel", richtete Lieutenant Adams, der zweithöchste Offizier, das Wort an seinen Vorgesetzten. „Die Moral der Truppe droht auf einen Tiefpunkt zu sinken. Ich ersuche Sie, noch einmal mit den Indianern zu verhandeln, Sir."

„Schon gut, Adams, Sie haben ja Recht", gab Colonel O'Maley zerknirscht nach.

Wenig später saßen die Anführer beider Lager erneut beim Pow-Wow.

„Häuptling Geschmeidiger Geier möge ein Einsehen haben. Meine Krieger sind zum Kämpfen gekommen, und nun sitzen sie tatenlos herum und verschmachten in der Hitze."

„Die Bleichgesichter mögen in ihr befestigtes Dorf jenseits des großen Flusses zurückkehren. Geschmeidiger Geier wird Rauchsignale geben, wenn das Kriegsbeil gefunden wurde. Dann können sich die Blauröcke mit den langen Messern wieder auf den Kriegspfad begeben."

„Wir sollen unverrichteter Dinge abziehen? Der Häuptling möge verzeihen, aber das verstößt ganz und gar gegen unsere Tradition."

„Es erfreut Geschmeidigen Geier, dass sein weißer Bruder genau wie er an den Traditionen seines Stammes festhält. Er ist ein würdiger Gegner. Sein Skalp wird einen Ehrenplatz in der Sammlung der Yuma einnehmen."

„Wie schmeichelhaft", murmelte Colonel O'Maley leise. Laut fuhr er fort: „Geschmeidiger Geier hat noch nicht erwähnt, weshalb die Yuma sich auf dem Kriegspfad befinden. Womit haben die Bleichgesichter sie erzürnt?"

„Die Bleichgesichter aus dem Dorf jenseits des kleinen Flusses haben die heilige Maske unseres Medizinmannes gestohlen. Pummeliger Puma wurde dadurch entehrt und seiner Macht beraubt. Er kann nun nicht mehr zu den Geistern sprechen. Die heilige Maske muss zurückgegeben und die Tat gesühnt werden."

„Ist mein roter Bruder sicher, dass die Diebe aus dem Dorf hinter dem kleinen Fluss kamen?"

„Die Yuma sind nicht nur tapfere Krieger, sondern auch erfahrene Fährtenleser. Die Diebe waren zwei junge männliche Bleichgesichter aus dem Dorf jenseits des kleinen Flusses. Jeder Krieger der Yuma würde ihre Mokassins sofort wiedererkennen. Nach unserer Tradition müssen sie den Tod der tausend Qualen am Marterpfahl erleiden."

,Wir müssen unbedingt endlich mit der Schlacht anfangen und sie gewinnen', dachte Colonel O'Maley bei sich. Zum Häuptling gewandt fuhr er fort: „Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, dass wir ausnahmsweise ohne Kriegsbeil mit dem Kampf beginnen?"

„Das ist völlig ausgeschlossen. Aber wenn es meinen weißen Bruder so sehr nach Kampf verlangt, möge er mit seinen Kriegern den Yuma beim Graben helfen. Damit ist das Pow-Wow beendet. Geschmeidiger Geier hat gesprochen. Hugh!"

„Das ... das werden Sie doch wohl nicht ...?", zischte Lieutenant Adams dem Colonel entsetzt zu.

„Alle Mann antreten und graben!", brüllte O'Maley.

„Es ist die einzige Möglichkeit", setzte er zu Adams gewandt hinzu.

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Hinter der Barrikade bei der Kirche lag Molly Mulligan und steckte den Lauf einer Winchester '73 durch den schmalen Spalt zwischen dem Klavier und Ming Li Foos Wäschemangel. In letzterer steckte noch ein Spitzendeckchen, in das mit sorgfältiger Hand ein Bibelspruch gestickt war: The wages of sin is death; but the gift of God is eternal life through Jesus Christ our Lord. (Romans 6:23)

Hinter Molly saß Laura Legs auf einem kleinen Kistchen mit Munition, das Gesicht zwischen den Fäusten und ihre Zigarettenspitze im Mundwinkel. Vor ihr auf dem Boden lagen fein säuberlich nebeneinander drei weitere Winchester-Gewehre sowie zwei Sechsschüsser vom Modell Peacemaker.

Es war nach wie vor heiß, doch die beiden Frauen saßen im Schatten eines Baumes, der auf dem Friedhof wuchs. Sie schwiegen. Von ferne war das leise Spiel einer Mundharmonika zu vernehmen. Die Leute an den anderen Barrikaden schlugen also auch die Zeit tot. Ab und zu ertönte das Summen eines Insekts, doch ansonsten war es still.

„Wenn die verdammten Rothäute sich noch länger Zeit lassen, kriege ich noch einen Krampf in meiner Schießhand", murrte Molly schließlich lautstark.

„Und ich vergesse, wie man die Waffen nachlädt", setzte Laura hinzu. „Bist du auch ganz sicher, dass Gewehre und Revolver beide das gleiche Kaliber verwenden? Sie sehen so unterschiedlich aus!"

„Ganz sicher", beruhigte sie Molly. „Das ist ja der große Vorteil dieser beiden Modelle, weshalb sie übrigens auch bei Cowboys so beliebt sind. Eines Tages wird man noch davon singen, dass es diese Waffen waren, die den Westen eroberten – vorausgesetzt, die Indianer zeigen sich endlich, damit wir damit anfangen können!"

„Konfuzius sagt: Was du selbst nicht wünschest, tu nicht den andelen", erklang in diesem Moment eine wohlbekannte Stimme hinter ihnen. „Hiel sind die gefüllten Feldflaschen, meine hochvelehlten Damen."

„Danke, Ming Li Foo!", riefen Laura und Molly erfreut und nahmen die dargebotenen Gefäße entgegen.

Während sie noch tranken, näherten sich ihnen zwei Männer. Es waren der Zeitungsverkäufer Diego und Lucky Luke.

„Howdie!", grüßte der Cowboy und tippte sich an die Hutkrempe, während Ming Li Foo die Hände in die Ärmel steckte und sich verneigte.

„¡Hola!", sagte der Mexikaner und lüftete kurz den Sombrero.

„Diego hat gesagt, dass ich euch hier finde. Laura, Molly – es ist äußerst wichtig. Habt ihr die Lehrerin heute nach elf Uhr noch mal im Saloon oder woanders gesehen? War sie zum Mittagessen da?"

„Augusta ist doch nach dem Klavierspielen mit dir rausgegangen, um sich das Städtchen anzuschauen. Seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen", antwortete Laura.

„Ich auch nicht", fügte Molly hinzu. „Im Saloon war sie seither bestimmt nicht mehr. Das hätte ich mitgekriegt."

„Wir dachten, sie wäre mit dir unterwegs, Luke. Oder mit dem Lord. War sie denn nicht beim Duell?"

„Nein. Sie wurde zuletzt um kurz vor elf von Reverend Billings und Mrs. Ravenhurst vor der Kirche gesehen. Seither fehlt jede Spur von ihr."

„Velzeiht dem unwüldigen Ming Li Foo, dass el ungeflagt das Wolt elgleift. Die ehlenwelte Lehlelin ist in Begleitung del hochvelehlten Witwe Thinglebelly an seinem elbälmlichen Geschäft volbei gekommen, kulz nachdem die Kilchtulmuhl elf geschlagen hat. Del ehlenwelte Zeitungsvelkäufel Diego kann das bestätigen, denn el beehlte zu diesel Zeit Ming Li Foo mit seinel Gegenwalt."

„¡La profesora, sí, sí!"

„Wo sind sie hingegangen? Und wer ist die Witwe Thinglebelly?"

„Die Witwe Thingleberry ist eine der vornehmeren Damen des Ortes", fiel Laura ein. „Sie lebt in einem großen Haus am nordwestlichen Stadtrand – im Villenviertel, wenn man so will. Sie kommt ab und zu in den Saloon, aber ich kenne sie nicht weiter. Nicht mein Menschenschlag, nehme ich an."

„Wo sind sie hingegangen?", wiederholte Lucky Luke seine Frage und blickte Diego und den Chinesen forschend an.

„Sie gingen die Gasse zwischen Saloon und Westeln Union entlang und lenkten ihle Schlitte dann gen Noldosten. Dicht hintel ihnen folgte del blaune Hund mit del plächtigen Schnauze, del am Abend zuvol die Ohlen del Saloongäste beleidigt hatte. Mehl konnte del nichtswüldige Ming Li Foo leidel nicht elkennen."

Diego nickte bekräftigend zu den Worten des Wäschereibesitzers und rief: „El perro, sí, sí, señor."

Lucky Luke zog erstaunt eine Augenbraue nach oben: „Rantanplan?"

„Was ist denn eigentlich los, Luke?", fragte Laura und drückte ihre Zigarette aus.

„Hat irgendjemand die Witwe Thingleberry seit elf Uhr gesehen? War sie beim Duell?"

„Jetzt, wo du es sagst, Luke ...", murmelte Laura versonnen. „Ob sie beim Duell war, weiß ich nicht, aber ich habe vorhin mitgekriegt, wie ihr Hausmädchen Susan den Sheriff ganz narrisch gemacht hat, weil die Witwe nicht rechtzeitig um halb eins zum Mittagessen erschienen ist."

„Danke, Laura. Ich muss los! Adios!"

Mit diesen Worten tippte sich der Cowboy wieder kurz an den Hut, drehte sich um und lief zur Hauptstraße.

„He, aber was wird denn aus dem Indianerangriff?", rief Molly Mulligan entrüstet.

„Wie soll Pleasure Gulch ohne den schnellsten Schützen im Wilden Westen zurechtkommen?", setzte Laura hinzu, doch Lucky Luke war bereits außer Hörweite.

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„Ich sag ja, dass das eine völlig chaotische Geschichte ist", schnaubte Jolly Jumper, während er mit seinem Cowboy auf dem Rücken durch die Gassen von Pleasure Gulch nach Nordosten trabte. „Jetzt gibt es wohl doch keinen Indianerkrieg, aber dafür suchen wir zwei entführte Frauen. Und was ist aus den Rappen von Wells Fargo geworden? Von den Daltons ganz zu schweigen!"

„Ho!", rief Lucky Luke plötzlich und zog die Zügel an. „Zu dumm, da kommen wir nicht weiter!"

Vor ihnen standen auf der schmalen Gasse drei Mexikaner, die weite, weiße Hemden und Hosen, Sandalen und Sombreros trugen und Gewehre in den Händen hielten. Jeder hatte außerdem zwei Riemen mit Munition über Kreuz um den Oberkörper geschlungen. Hinter ihnen erstreckte sich eine Barrikade zwischen der weißgetünchten katholischen Kirche aus Adobe, die fast ausschließlich von Mexikanern besucht wurde, und der Rückwand des hölzernen Postgebäudes.

„Hola, amigos", rief der Cowboy den drei Männern zu. „Ich muss dringend die Stadt verlassen. Wäre es möglich, eine Lücke in die Barrikade zu machen, sodass ich vorbei kann?"

„Tut uns leid, vaquero", erwiderte der mittlere der drei Wächter, der eine breite, bunte Schärpe trug, mit unverkennbarem mexikanischen Akzent. „Der Sheriff hat ausdrücklich gesagt, dass kein Mann die Stadt verlassen darf. Wir brauchen jeden hombre! ¡Caramba, gringo!"

„¿Qué pasa?", ertönte da plötzlich eine angenehme, tiefe Stimme von hinten. „¡Tranquillo, muchachos! Eso es Lucky Luke, el pistolero famoso."

Aus der Kirche war ein schwarzhaariger Mann im Priestergewand getreten, der an einer Kette um den Hals ein großes silbernes Kreuz trug. Jetzt wandte er sich an den Reiter: „Buenas tardes. Ich bin Padre Pedro. Gewiss haben Sie triftige Gründe für das Verlassen der Stadt, Señor Luke."

„Kann man wohl sagen, Padre. Zwei Frauen werden vermisst: die Witwe Thingleberry und die neue Lehrerin. Sie sind nach Zeugenaussagen in diese Richtung gegangen."

„Kommen Sie mit, Señor", erwiderte der Priester. „Ich zeige Ihnen einen schnelleren Weg. Gehen Sie einfach über den Friedhof. Dort haben wir keine Barrikaden errichtet, weil er von einer Mauer umgeben ist, in der sich nur eine schmale Pforte befindet. Und die wird von Dolores, meiner Nichte, und ihren Freunden bewacht."

„Muchas gracias, Padre", antwortete Lucky Luke und tippte sich an den Hut. „Haben Sie oder einer der Leute hier die beiden vermissten Damen nach elf Uhr noch gesehen?"

„No, wir waren alle mit der Siesta beschäftigt, bis der Sheriff uns die Nachricht vom bevorstehenden Angriff der Indianer überbringen ließ."


Pow-Wow ist ein indianisches Wort für Zusammenkunft, Konferenz oder Gipfeltreffen.

Der große Fluss, den Häuptling Geschmeidiger Geier erwähnt, ist der Colorado, der kleine Fluss der Gila. Mit dem befestigten Dorf ist Fort Yuma gemeint.
Sämtliche in dieser Geschichte erwähnten "Traditionen" der Yuma sind absolut frei erfunden und beruhen keineswegs auf Bräuchen irgendeines realen Indianerstammes!

Wie schon mehrfach erwähnt, sollte man heutzutage die Begriffe Rothäute und Bleichgesichter nicht mehr verwenden - aber aus einer Western-Parodie sind sie nunmal nicht wegzudenken!

Winchester '73 und Colt Peacemaker (auch bekannt als Colt 1873, SAA und Colt 45) gelten als typische Wild-West-Waffen, die in einschlägigen Western (und Westernparodien) regelmäßig zum Einsatz kommen. Die Winchester '73 wurde sogar vom Hersteller mit dem Spruch "The Gun That Won the West" (das Gewehr, dass den Westen gewonnen bzw. erobert hat) beworben. An dieser Stelle möchte ich einmal mehr anmerken, für wie problematisch ich jedwede Glorifizierung der "Eroberung des Wilden Westens" durch die Euro-Amerikaner halte. In diesem Zusammenhang finde ich auch den Spitznamen Peacemaker für eine Kriegswaffe äußerst makaber - wenn auch bezeichnend für die US-amerikanische Mentalität. :-S Wirklichen, dauerhaften Frieden erreicht man niemals durch Gewalt.

Das leise Spiel der Mundharmonika, das Laura Legs und Molly Mulligan beim Friedhof hören, ist natürlich eine Anspielung auf Sergio Leones Italowestern Spiel mir das Lied vom Tod (C'era una volta il West) aus dem Jahr 1968. ;-)

Das von Ming Li Foo verwendete Zitat von Konfuzius (eigentlich Kǒng Qiū, in der Literatur auch als Kǒng Fūzǐ oder Kung Fu Tse bezeichnet - ein chinesischer Philosoph, der um 500 v. Chr. lebte) ist sozusagen die chinesische Variante der Goldenen Regel "Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu." ;-)
Für diejenigen, die mit dem Lucky-Luke-Universum nicht vollständig vertraut sind:
Ming Li Foo ist samt seiner blumigen und r-losen Sprechweise "kanonisch", wie man in Fanfiction-Kreisen sagt - er ist also keine von mir erfundene Figur, sondern Bestandteil der Lucky-Luke-Alben (wie übrigens auch Mathias Bones und Laura Legs).

Adobe sind, wie bereits erwähnt, luftgetrocknete Ziegel aus Sand, Lehm und Stroh, ein im Süden der USA und in Mexiko häufig verwendetes Baumaterial. Ich kann mir das Mexikaner-Viertel von Pleasure Gulch beim besten Willen nicht mit Holzhäusern vorstellen.

Dank an DW für die Hilfe mit den spanischen Sätzen. Anders als bisher werden die spanischen Worte in diesem Kapitel nicht in der Geschichte selbst übersetzt, da alle anwesenden Figuren dieser Sprache zumindest teilweise mächtig sind. Für diejenigen Leser, auf die dies nicht zutrifft, gibt es hier eine Übersetzung:
hola, amigos - hallo, Freunde / Leute
vaquero - Cowboy
hombre - Mann
caramba - Ausruf des (auch im negativen Sinne) beeindruckten Erstaunens wie "Donnerwetter", "herrje"
gringo - eine abwertende Bezeichnung für Personen nicht-romanischer Herkunft, besonders aus den USA. Im Lucky-Luke-Universum regelmäßig von Mexikanern in bezug auf (Euro)-US-Amerikaner benutzt.
Padre Pedro: Was geht hier vor sich? Immer mit der Ruhe, Leute! Das ist Lucky Luke, der berühmte Revolverheld.
buenas tardes - guten Tag / guten Abend (nach 12 Uhr mittags verwendet, im Gegensatz zum bekannten buenos días, welches vormittags gebraucht wird).
Muchas gracias, Padre. - Vielen Dank, Herr Pfarrer.

Der Friedhof, über den Lucky Luke von Padre Pedro gelotst wird, ist übrigens der fast ausschließlich von Mexikanern genutzte katholische Friedhof und somit ein anderer als der (evangelische) Hauptfriedhof, bei dem Laura und Molly sitzen. Ich erwähne das nur, weil es ansonsten vielleicht so aussähe, als ob Lucky Lukes Orientierungssinn in der Hitze stark gelitten hätte und er einen sinnlosen Riesenumweg durch die halbe Stadt gemacht hätte. ;-)

Mir fällt grad auf, wieviel "Multi-Kulti" es in dieser Geschichte doch gibt! In Anlehnung an Asterix - Die große Überfahrt möchte ich daher sagen: "Indianer, US-Amerikaner, Mexikaner, Engländer, Iren, Chinesen - die Insel ist der reinste Schmelztiegel!" :-P Wobei der Begriff Schmelztiegel für die USA unzutreffend ist, wie sich in diesen Wochen ja leider auf tragische Weise zeigt. :-/ Ich persönlich finde das Bild einer Pralinenschachtel wesentlich passender - lauter unterschiedliche Sorten in abgetrennten Kompartimenten ohne Verbindung zueinander. Und um Abfallvermeidung schert sich keiner . ;-P (Mal ehrlich, mich regt es furchtbar auf, wenn eine Pralinenschachtel mehr Plastik als Schokolade enthält. Was für eine Ressourcenverschwendung und Verbraucherirreführung!)

Auflösung: Mrs. Bellini ist natürlich Polin! Zugegebenermaßen weist nichts in der Geschichte darauf hin. ;-) Und für alle, die jetzt protestieren "aber Bellini klingt doch italienisch!", zwei Hinweise zur Erinnerung: 1. Zu Lucky Lukes Zeiten nahmen Frauen bei der Heirat den Nachnamen des Ehemannes an. 2. "Mrs." ist der Titel für eine verheiratete Frau. (Und ja, Mr. Bellini ist tatsächlich Italiener bzw. stammt von solchen ab!)
Was ich mit diesem Spielchen bewirken wollte: Meine Leserschaft dafür zu sensibilisieren, dass man vom Namen eines Menschen nicht auf seine Nationalität schließen sollte, und dass es durchaus internationale Paare gibt, bei denen die Partner aus verschiedenen Ländern kommen
. Also, in Zukunft bitte nicht sofort bei einem "ausländischen" Namen annehmen, dass sein Träger zwangsläufig und ausnahmslos Ausländer (d/m/w) ist, sondern die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das betreffende Individuum den Namen durch andere Umstände (wie z.B. Heirat oder aber auch durch Vererbung von einem ausländischen Elternteil / Vorfahren) erworben haben könnte. All jene, die das Pech haben, mit dem Nachnamen eines ausländischen Ehegatten oder Vorfahren behaftet zu sein, werden es Euch danken, wenn ihr sie nicht gleich in eine entsprechende Schublade steckt. An dieser Stelle viele Grüße an Paula A., die genau weiß, wovon ich spreche. ;-)