Das letzte Kapitel vor dem Ende der Sommerzeit!

In Thailand ist heute Chulalongkorn-Tag und in Ungarn wird des Volksaufstandes von 1956 gedacht.


Kurz darauf kehrte er in Begleitung der Lehrerin zurück und bahnte sich einen Weg durch die Menge der Neugierigen, die sich mittlerweile vor dem Sheriffsbüro versammelt hatten. Drinnen bot der Sheriff Miss Augusta höflich seinen Stuhl als Sitzgelegenheit an. Er selbst und Lucky Luke lehnten sich gegen die Schreibtischkante, wobei der Cowboy seine Daumen in den Gürtel steckte.

„Miss Dweedlecum kann bezeugen, dass Mrs. Thingleberry sie in einen Hinterhalt gelockt hat, wo sie von den Daltons entführt wurde", richtete Luke das Wort an den Sheriff.

„Entspricht das den Tatsachen, Miss Dweedlecum?", fragte dieser.

„Ja, Sir."

„Was haben Sie dazu zu sagen, Mrs. Thingleberry?"

„Ohne meinen Anwalt sage ich überhaupt nichts", antwortete die Angesprochene würdevoll.

„Umso besser. Dann hören Sie sich einfach an, was wir zu berichten haben", erwiderte der Cowboy gelassen.

Miss Augusta begann nun mit einem detaillierten Bericht der Ereignisse, die ihr seit elf Uhr widerfahren waren. Als sie geendet hatte, erzählte Lucky Luke von dem hasserfüllten Blick, den Mrs. Thingleberry der Lehrerin am Vorabend im Saloon zugeworfen hatte, sowie von der Rolle, die die Witwe beim Duell und beim Indianerkrieg gespielt hatte.

„Es war Mrs. Thingleberry, die darauf bestand, dass das Duell um Punkt zwölf stattfände, und dass Henry mich als Sekundanten akzeptierte. War doch so, Henry, oder?"

„Ohne meinen Anwalt sag' ich gar nix!", rief der blondgelockte Jüngling aus seiner Zelle.

„Tja, dumm nur, dass du die Sache mit der Maske schon gestanden hast, Bürschchen", ergriff der Sheriff das Wort. „Eine Strafe ist dir schon mal sicher. Wie hart sie allerdings ausfällt, kommt ganz drauf an, ob du mit uns zusammenarbeitest oder nicht. Die Indianer lagern noch immer vor der Stadt ..."

„Ja, ja, es war alles die Idee der Witwe!", stieß Henry daraufhin hastig hervor. „Alles war ihre Idee! Sie wollte, dass wir die Maske klauen und Lucky Luke in die Satteltasche stecken. Das hatte ich ja vorhin auch schon gesagt. Sie war es auch, die wollte, dass wir Lucky Luke zum Duell fordern, damit er die Stadt nicht verlässt, bevor die Rothäute kommen, bloß, das haben wir natürlich nicht gemacht, weil, wir sind ja nich' lebensmüde ..."

„Genau", fiel nun auch Frank ein, der wohl offensichtlich auch um eine mildere Strafe bemüht war. „Wir fordern doch keinen zum Duell, der schneller schießt wie sein Schatten."

,Als sein Schatten!', dachte Miss Augusta, sagte aber nichts.

„Wir wollten uns grad' aufs Ohr legen", fuhr Frank fort, „als der Sheriff uns dazu verdonnert hat, diesem blöden Mexikaner einen Zeitungsstand zu bauen – wegen der Geschichte im Saloon. Das hat uns natürlich ziemlich die Petersilie verhagelt, und da kam uns dieses Greenhorn von Lord ganz recht zum Aufmischen."

„Ja, und das war gar nich' so leicht, den aus der Ruhe zu bringen", nahm Henry die Erzählung wieder auf. „Die spinnen, die Engländer! Erst, als ich was gegen seine olle Königin gesagt habe, hat er sich mit mir anlegen wollen. Aber wie! Ich sag' ja, dass die Engländer spinnen! Der wollte unbedingt so komische Regeln befolgen und Sekun... Sekundingsbumse ..."

Er brach ab und schaute hilfesuchend in die Runde.

„Sekundanten, du Schwachkopf!", ließ sich Mrs. Thingleberry zu aller Erstaunen vernehmen und hielt sich gleich darauf erschrocken die Hand vor den Mund.

„Sekuntanten wollte der Lord haben. Ich hab' ihm gesagt, dass wir im Wilden Westen so was nich' haben, aber die Witwe hat drauf bestanden, dass wir es diesmal auf die englische Art machen. Bloß, als der Lord gesagt hat, die Engländer knallen sich ganz früh morgens ab, da hat sie plötzlich gewollt, dass wir uns mittags schießen. Sie hat sogar behauptet, dass wir das immer so machen!"

„Das wird Lord Buttercup bestätigen können, Sheriff", warf Lucky Luke ein.

„Ja, und dann wollte die Witwe doch unbedingt, dass wir das Duell auf der alten Pferdekoppel machen, nicht wahr Henry?"

„Genau, Frank, sie hat gesagt, dass wir darauf bestehen sollen!"

„Weil die Pferdekoppel praktisch so weit wie möglich von der Scheune, in der die Daltons lauerten, entfernt liegt!", rief der Cowboy dazwischen und schnippte mit den Fingern.

„Komisch war, dass die Witwe gar nicht beim Duell dabei war", fuhr Frank fort. „Wo sie doch so wichtig damit getan hat."

„Sie konnte nicht dabei sein, weil sie zu dieser Zeit bereits gefesselt in der Scheune lag – nachdem sie mich den Daltons ans Messer geliefert hatte", bemerkte Miss Dweedlecum.

„Stimmt genau!", rief nun plötzlich Averell. „Joe hätte ja nicht länger als bis zwölf Uhr auf sie gewartet, weil schließlich vereinbart gewesen war, dass sie mittags mit der Lehrerin kommt. Und wenn sie uns übers Ohr gehauen hätte, hätten wir eben die Bank überfallen – stimmt's Joe?"

„Klappe, Averell!"

„Aber wieso denn? Man kriegt doch eine leichtere Strafe, wenn man redet."

„Was bei euren 4912 Jahren Zwangsarbeit, oder wie viel auch immer das sind, auch schon egal sein dürfte", meldete sich schließlich die Witwe Thingleberry zu Wort.

„Sie hingegen könnten durch kooperatives Verhalten einiges gewinnen, Mrs. Thingleberry", warf der Sheriff ein. „Momentan sieht es nämlich gar nicht gut für Sie aus."

„Wollen Sie damit sagen, dass Sie den Aussagen dieser Verbrecher und Strolche mehr Glauben schenken als mir?", brauste die Beschuldigte auf.

„Grundsätzlich nicht. Aber ich glaube Lucky Luke. Und da sich die Aussagen der 'Verbrecher und Strolche' mit denen von Mr. Luke und Miss Dweedlecum decken, muss ich Sie bis zum Eintreffen des Anwaltes auf alle Fälle in Gewahrsam nehmen. Wo waren wir stehen geblieben, Mr. Luke?"

„Averell hat ausgesagt, dass die Witwe eine Abmachung mit den Daltons hatte, ihnen die Lehrerin auszuliefern. Damit auch wirklich niemand Zeit hätte, nach ihr zu fahnden, hat die Witwe einen Indianerkrieg eingefädelt. Sie hat einen Artikel über Unruhen bei den Yumas für die Zeitung geschrieben und Henry und Frank mit dem Diebstahl der Maske beauftragt. Der Artikel ist fehlerfrei und stilistisch professionell geschrieben, und die jungen Redakteure der Daily News können bezeugen, dass er von der Witwe abgegeben wurde. Schließlich hat sie sogar mit einem tragbaren Telegrafen die Kavallerie benachrichtigt, damit es auch ja zu einer Schlacht kommt. Charles Wentworth wird Ihnen bestätigen, dass es gegen acht Uhr heute Morgen eine Störung in der Telegrafenleitung gab. Diese wurde von der Witwe verursacht, als sie Fort Yumas Antwort mit ihrem tragbaren Telegrafen auffing. Die Leitung hat sie irgendwo westlich der Stadt angezapft. So war es doch, Mrs. Thingleberry?"

„Nicht ganz, Cowboy. So helle, wie Sie glauben, sind Sie nun auch wieder nicht."

„Ich lasse mich gerne belehren."

„Ich würde doch niemals einen Vorfall mit den Rothäuten anzetteln, nur um eine Entführung zu ermöglichen! Das wäre ja, als ob man mit Kanonen auf Spatzen schösse! Nein, der 'Indianerkrieg' sollte die Lehrerin so erschrecken, dass sie von selbst das Weite suchen würde."

„Und als das nicht geklappt hat, haben Sie die Daltons mit der Entführung betraut?"

„Sie enttäuschen mich, Mr. Luke! Denken Sie doch mal nach! Der Hinterhalt war doch schon lange, bevor die Kavallerie bei den Indianern sein konnte, vorbereitet. Um zwölf war die Lehrerin doch bereits entführt."

„Nun, Sie konnten ja nicht wissen, dass die Indianer das Kriegsbeil nicht finden würden und sich die Schlacht so sehr verzögern würde. Als es auf Mittag zuging und die Lehrerin noch immer keine Anstalten zur Abreise traf – trotz Ihres erschreckenden Artikels –, griffen Sie zu drastischeren Methoden ..."

„Was für ein Blödsinn!", ereiferte sich die Witwe und merkte nicht, wie Lucky Luke mit Miss Dweedlecum und dem Sheriff ein kurzes Augenzwinkern austauschte. „Sie verdrehen ja alles! Wie hätte ich denn die Daltons so kurzfristig engagieren sollen! Wie hätte ich sie überhaupt aufsuchen können, ohne ihr Versteck zu kennen? Nein, ich hatte beabsichtigt, einen harmlosen, aber für Greenhorns beunruhigenden Vorfall mit den Yumas zu inszenieren, um die Lehrerin zu erschrecken. Darum setzte ich Henry und Frank den Floh mit der Maske ins Ohr. Sie sollten sich bei mir dafür bedanken, Mr. Luke, denn ansonsten hätte Ihr Pferd jetzt einen zerschnittenen Sattelgurt und lockere Hufeisen. Ich habe natürlich angenommen, dass die Indianer sie dabei erwischen und an den Marterpfahl stellen würden. Die Kavallerie hätte sie natürlich wie üblich im letzten Moment gerettet, aber die Lehrerin wäre schockiert gewesen, dass hier im Grenzland solche Dinge geschehen. Das war mein Plan. Aber dann kamen die Daltons und haben mich entführt."

„Die Daltons haben Sie entführt?", riefen Sheriff, Lucky Luke und Miss Augusta überrascht aus.

„Ja, aber das ist ihre eigene Schuld", warf Averell ein. „Warum trägt sie ihr Haar auch so wie die Lehrerin, dass man sie im Dunkeln verwechselt?"

„Als ich merkte, dass die Daltons hinter der Lehrerin her waren, habe ich ihnen meine Hilfe angeboten. Es war sozusagen in Notwehr!"

„Aber es kam ihr sehr gelegen", flüsterte Augusta dem Cowboy ins Ohr. Dieser nickte kaum merklich.

Die Witwe fuhr fort: „Über der Sache mit den Daltons hatte ich die beiden Burschen mit ihrer Indianermaske ganz vergessen. Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass sie noch in derselben Nacht losziehen würden. Ich wollte nämlich vorher die Kavallerie benachrichtigen, damit sie rechtzeitig zur Stelle wäre. Glauben Sie mir, selbst solche Taugenichtse wie die beiden da würde ich nicht den Roten ans Skalpiermesser liefern. Dann haben die beiden Burschen mich in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf gerissen, um mir voller Stolz die Maske zu präsentieren! Gott sei Dank hat Susan nichts davon bemerkt. So schnell wie möglich habe ich daraufhin Fort Yuma verständigt, denn dass die Indianer die Stadt überfallen, wollte ich nun wirklich nicht. In meiner Hast sagte ich noch, dass Henry und Frank Sie, Mr. Luke, irgendwie ablenken sollten, z. B. mit einer Schießerei. Ich wollte nicht, dass Sie mir hinterherschnüffeln. Als ich schließlich vom Morsen zurückkam, habe ich zufällig die Sache mit dem Lord und dem Duell mitbekommen. Da habe ich natürlich alles so gedeichselt, wie ich es haben wollte."

Sie schluckte und fuhr sich mit der Hand über die Stirn, bevor sie ihren Bericht wieder aufnahm: „Zu diesem Zeitpunkt war noch alles unter Kontrolle. Ich habe die Lehrerin angesprochen – und was glauben Sie, sie hatte meinen Artikel noch gar nicht gelesen! Nun, ich habe sie zur Scheune gebracht und zuerst reingehen lassen. Die Daltons haben sie gefesselt, während ich draußen auf das Zeichen zum Reinkommen wartete. Vereinbart war, dass die Brüder mich zum Schein fesseln sollten, sodass die Lehrerin keinen Verdacht schöpfen würde. Nach ihrem Abgang hätte ich dann die Spuren verwischt. Doch dann haben diese Dumpfbacken von Desperados alles vermasselt, indem sie mir zuriefen, es gäbe eine kleine Planänderung, und mich richtig fesselten – nachdem sie mir meine Uhr und meine Geldbörse abgenommen hatten, diese Halunken! Traue niemals einem Dalton! Glücklicherweise haben sie meinen Derringer übersehen ..."

„Was ist ein Derringer?", fragte Miss Augusta in die Runde.

„Eine leichte Pistole, die gerne von Damen benutzt wird", erklärte Lucky Luke.

„Also, ich vertraue da doch lieber auf die Macht meines Verstandes und meines Wissens, um mich zu schützen", erwiderte die Lehrerin und schüttelte sich leicht.

„Ja, Miss Dweedlecum kennt nämlich ganz schön viele Machtgeheimnisse, und sie hat sogar angefangen, sie uns zu verraten, damit wir auch merken, wenn die Atrimetik von unseren Revolvern kaputt ist. Aber Joe hat mich ja nicht fertig zählen lassen."

„Averell, du bist ein Idiot!"

„Machtgeheimnisse – was faselt Averell da?", wandte sich Lucky Luke an Augusta.

„Ich habe keine Ahnung, warum die Daltons ständig im Zusammenhang mit mir von Macht reden", antwortete diese schulterzuckend.

„Was sagten Sie gerade ... die Macht des Wissens ...", grübelte der Cowboy. „Aber natürlich, jetzt hab' ich's! Miss Augusta, was sagten Sie, nachdem Sie die Postkutsche hochgehebelt hatten? Sie zitierten Francis Bacon, erinnern Sie sich noch?"

Wissen ist Macht!", rief die Lehrerin freudestrahlend aus.

„Die Daltons haben die Szene mit der Postkutsche aus einem Versteck heraus beobachtet und auch dieses Zitat gehört. Da müssen Sie gedacht haben, dass Sie über ganz besondere Kenntnisse verfügen, so etwas wie Magie oder so. Dieses Wissen wollten sie sich aneignen – notfalls mit Gewalt –, um fortan selbst 'mächtig' zu sein!"

„He, Joe, Lucky Luke kann hellsehen!", ließ sich Averell vernehmen. „Vielleicht sollten wir ihn entführen, damit er uns verrät, wie wir ihn am besten umleg... Aua! Aber Joe, du hast doch gesagt ..."

„Nachdem nun geklärt ist, warum die Daltons Miss Dweedlecum entführt haben, stellt sich nur noch die Frage nach den Motiven von Mrs. Thingleberry. Warum wollten Sie die junge Dame aus dem Osten unbedingt aus der Stadt vertreiben?", fragte der Sheriff die Witwe.

„Weil sie eine unmoralische Person ist!", antwortete diese ohne Zögern. „Sie schämt sich nicht, im Saloon einfach einen fremden Cowboy zum Tanzen aufzufordern!"

„Jetzt enttäuschen aber Sie mich, Mrs. Thingleberry!", warf Lucky Luke ein. „Das ist nicht der wahre Grund. Sie haben Miss Augusta vom ersten Augenblick an gehasst – ich habe doch gesehen, was für einen Blick Sie ihr zugeworfen haben, als sie das Interview für die Zeitung gab. Das war lange vor dem Square Dance. Was haben Sie also wirklich gegen die Lehrerin?"

Mrs. Thingleberry schwieg verbissen.

„Sie sind doch nicht etwa eifersüchtig, weil sie gleich am ersten Abend interviewt wurde, während Sie immer nur Artikel über Back- und Strickwettbewerbe verfassen dürfen?"

Die Witwe schnaubte verächtlich: „Eifersüchtig auf ein Interview, wenn meine Goldquelle zu versiegen droht!"

„Goldquelle?", riefen die Daltons mit gierig aufgerissenen Augen aus.

„Liegt die in dem Land, in dem Milch und Honig fließen?", fragte Averell naiv. „Da würde ich nämlich gerne mal hinkommen ..."

„Ach, darum wollten Sie kein Geld von uns für die Idee mit der Maske – Sie haben in einer Quelle Gold gefunden!", ergriff nun Frank das Wort.

„Bei so viel Dummheit kann einem ja ganz schlecht werden!", rief Mrs. Thingleberry voller Zorn. „Kapiert ihr es nicht? Ihr seid meine Goldquelle, ihr abgrundtief dämlichen Analphabeten! Euch kann man wegen jedem Dreck Unsummen abverlangen und ihr bedankt euch noch dafür! Für eine Idee bezahlen, die einen an den Marterpfahl bringen kann! Welcher halbwegs gescheite Mensch macht so was wohl mit, he? Und dann kommt diese Lehrerin aus dem Osten mit ihren weltverbesserischen Ideen von wegen 'junge Nation braucht mündige Bürger, um Zukunft zu meistern' und bringt den Strohköpfen hier am Ende noch Lesen und Schreiben bei und klärt sie über ihre Rechte auf! Dann kann ich einpacken!"

„Das ist es also", murmelte Lucky Luke leise.

Augusta Dweedlecum blickte die noch immer vor Wut zitternde Witwe mit einer Mischung aus Mitleid und Verachtung an: „Es ist wirklich überaus bedauerlich, dass Sie sich für derart hinterhältige Taten entschieden haben, Mrs. Thingleberry. Als Sie mich auf der Straße ansprachen und mir einen Platz für meine Schule in Aussicht stellten, habe ich mich wirklich gefreut, denn ich dachte, in Ihnen eine verwandte Seele gefunden zu haben. Ich hätte Ihre Hilfe gerne in Anspruch genommen, und Sie mit Sicherheit auch vergolten. Glauben Sie mir, eine Frau von Ihrer Qualität hat es nicht nötig, die Unzulänglichkeiten ihrer Mitmenschen auszunutzen, um sich zu bereichern. Ich könnte in meiner Schule eine so erfahrene und kluge Person wie Sie als Lehrkraft gut gebrauchen. Sie hätten ein regelmäßiges Einkommen gehabt und noch dazu das unbezahlbare Gefühl, der Gesellschaft und damit Ihrer Nation einen großen Dienst erwiesen zu haben, indem Sie junge Menschen auf die Herausforderungen des Lebens vorbereiten. Aber Sie zogen es ja leider vor, aus Profitgier anderen Menschen Schaden zuzufügen."

Etwas abseits der beiden Damen raunte der Sheriff Lucky Luke leise zu: „Wie um alles in der Welt haben Sie die Witwe bloß zum Sprechen gebracht, Luke?"

„Ganz einfach. Mir ist aufgefallen, wie sie es sich nicht verkneifen konnte, Henry zu korrigieren und Averell auf die Dummheit seiner Bemerkung hinzuweisen. Da habe ich einfach meine Vermutungen, bei denen es noch einige Ungereimtheiten gab, ausgesprochen beziehungsweise absichtlich Dinge verdreht, sodass sie sich aufregt. Schon merkwürdig: Eigentlich kann Mrs. Thingleberry Unwissenheit und Fehler nicht ausstehen, aber dennoch hat sie versucht, den Leuten hier Bildung vorzuenthalten – nur, um sie ausnutzen zu können!"

„Die Tage der Unwissenheit in Pleasure Gulch sind gezählt. Mit Miss Dweedlecum hat unsere Stadt eine Lehrerin, die über genau den Mut und Pioniergeist verfügt, den wir hier im Westen brauchen."

„Wie naiv von Mrs. Thingleberry zu glauben, sie könne Miss Augusta mit ein paar Schauergeschichten über die Indianer vertreiben!"


Henry glaubt weiterhin, Sekundanten hätten etwas mit weiblichen Verwandten zu tun. :-P (Es handelt sich also nicht um einen Rechtschreibfehler.)

Francis Bacon war ein englischer Philosoph, Jurist und Staatsmann zur Zeit Elisabeth I. bzw. Jakob I. (s. auch Kapitel 4).

So, das Riesenkapitel ist geschafft. Das war quasi das zentrale Kapitel in dieser Geschichte, in dem alle Fäden zusammenlaufen und alle Rätsel gelöst werden. Die folgenden Kapitel - drei stehen noch aus - sind kürzer. :-)