Das ist die erste FanFiction, die ich schreibe, aber ich hatte schon lange diese Ideen für Geschichten um meinen eigenen Charakter Alexa, welche ich jetzt unbedingt rauslassen musste.

Also ich hoffe es gefällt euch:)

Sieben. Alexa kann das nicht glauben. Ihre Suche scheint keine Fortschritte zu machen. Aber Aufgeben kommt gar nicht in Frage.

Zehn Kilometer Höhe. "Meine Damen und Herren in wenigen Minuten beginnen wir mit unserem Landeanflug auf London, Heathrow. Wir bitten Sie nun sich wieder hinzusetzen und sich anzuschnallen. Bitte schalten Sie nun auch ihre eigenen elektronischen Geräte aus. Vielen Dank!", ertönte es aus den Lautsprechern im Flugzeug. Alexa spielte gerade mit einer Strähne aus ihrem kastanienbraunen Haar und schaute aus dem Fenster auf die Wolkenformen. Eine Blume, die sich durch Wellen aus Watte bewegte. Im Flugzeug befolgen alle langsam die Aufforderung der Flugbegleiterin, während Alexa, immer noch halb abwesend, es ihnen nach tut. Ein Jahr war sie nun nicht mehr in London. Dort gibt es so viele Freunde. Freunde, die Alexa eigentlich vermeiden wollte wieder zu besuchen. Denn es schmerzt. Die ganze Stadt ist voller Erinnerungen.

Das Flugzeug setzte auf dem Boden auf. Ein kurzes Zucken. Manches lässt einen einfach nicht los. Alexa verlässt das Flugzeug mit ihrem Handgepäck und damit ihrem ganzen Gepäck. Mit ihrem kleinen braunen Rucksack machte sie sich auf den Weg Richtung Innenstadt.

London ist betriebsam, wie immer. Alexa lief durch die Straßen, jedes Detail beobachtend. Ein blondes Mädchen, sanfter Rouge, glitzernde Lippen, Handy in der Hand, tippend. Eine ältere Frau, Tuch um die Arme, farbenfrohes Muster, kleiner Korb mit Birnen, Kartoffeln, und einer kleinen Tasche aus der eine Packung mit Fleisch rausschaut. Ein Obdachloser auf Kartons liegend in einer kleinen Seitenstraße, ein Wintermantel als Kissen, Blick auf die Birnen gerichtet. Auf der anderen Straßenseite ein Mann mit Anzug und Aktentasche, Schweiß unter den Achseln, nach dem Handy auf dem Boden bückend. Die Menschen, die an ihr vorbeirauschten, waren alle viel zu beschäftigt mit ihrem eigenen Leben, ihren eigenen Problemen, um sie zu sehen. Zu sehen, wie sie vorsichtig über ihren Arm strich und sich an eine alte Narbe erinnerte, wie sie mit einem Ring an ihrem Mittelfinger spielte, der für sie alles bedeutete.

Alexa lief durch die Stadt, ohne Ziel, ohne zu wissen, was tun. Warum kam sie eigentlich zurück nach London? Sehnsucht, oder sie weiß nicht mehr, wo sonst hin. Treibt es einen nicht immer irgendwann zurück in die Heimat? Doch hat Alexa überhaupt eine Heimat? Durch die Welt irrend, verzweifelt suchend nach etwas, irgendwas, das Bedeutung hat.
Sie stoppte. Ihr Blick richtete sich nach oben. „Walks Inn" steht groß über einer blauen Holztür.

"Lass uns da rein gehen.", sagte das aufgedrehte Mädchen zu ihrer Freundin. „Das wird spaßig."
Die Freundin schaute skeptisch und nahm den Arm ihrer vorschnellen Freundin: „Wenn mein Dad herausfindet, dass wir nicht mehr da sind wird er..." „...wird er uns eine kleine Schimpfrede geben und am Ende nur erleichtert sein, dass wir ok sind. Chill! Hab mal Spaß, du bist immer so zugeknöpft. Als Kind hast du mehr Spaß gemacht." „Ich bin immer noch ein Kind", korrigierte sie ihre Freundin. Die meinte darauf: „Du bist 17 Jahre alt und damit ein Teenager. Aber ja, kann man auch Kind nennen. Aber früher konnte ich einfach mehr verrückte Sachen mit dir machen."Sie blickte ihre Freundin an. Mit gesenkter Stimme setzte sie fort: "Ich meine nur es war gut. Und du fandest dass auch, egal, ob du dich daran erinnerst oder nicht."
Ihre Freundin senkte nachdenklich den Blick und nahm ihre Hand zu sich. Dann legte sich die Hand ihrer Freundin in ihre und gemeinsam betraten sie die Bar.
"An der Bar sprach die Vorlaute direkt den Barmann an: „Hallöchen! Was können sie zwei reizenden Mädchen wie uns anbieten?" „Seit ihr nicht noch etwas zu jung, um alleine an einem Ort wie diesem zu sein?", fragte der Barmann skeptisch. „Vielleicht... ist das ein Problem?", provozierte sie den Mann, der versuchte das Mädchen hinter den durchdringend blauen Augen einzuschätzen. Er bückte sich und griff mit seiner Hand unter den Tresen. Nachdem er die Flasche vor die Mädchen gestellt hatte, fing die eine an herzhaft zu lachen. „Weißt du meine Tochter liebt Apfelsaft.", erklärte der Mann, der nun von den zuvor durchdringenden Augen ein frohes Lächeln bekam.
"Sie sind lustig, ich mag Sie. Ich bin Alexa und das ist Kate, die wahrscheinlich, sowieso nichts getrunken hätte.", stellte das Mädchen mit den blonden Engelslocken sich und ihre Freundin vor. „Mein Name ist Peter und meine kleine Tochter Freya bleibt hoffentlich genauso freundlich wie ihr beiden."

Erinnerungen. Sie können glücklich machen, sie können traurig machen. Alexa betrat die Bar.
"Sie näherte sich der Theke, lief an den einzelnen Barhockern vorbei, ein Mann mit grauen Haaren saß dort in gebückter Haltung, ein Bier nach dem anderen runter kippend. Sein Blick abgewendet von der Welt, doch Alexa wusste genau, was sie darin sehen würde. Sie setzte sich an den äußersten Rand, in die dimme Beleuchtung. Der Barkeeper servierte Drinks, bewegte Flaschen und Gläser stumpf hin und her. Sie beobachtete die dunklen Augen, in denen sie etwas Trauriges erkannte. Der Barmann kam zu ihr, um sie zu bedienen. „Was ist passiert?", fragte Alexa besorgt. Er schaute sie verwundert an: „Warum kümmert es Sie?" Ihr Blick wurde für einen kurzen Moment leer und nachdenklich, sollte sie überhaupt hier sein, alte Freunde in ihr Leben lassen, nur um diese wieder zu verlieren. Mit einer Entscheidung kehrt sie in den Moment zurück. „Weil du mein Freund bist. Peter.", Alexa schaute ihn erwartend an. „Wer bist du? Woher kennst du meinen Namen?", erschrak Peter und trat einen Schritt zurück. Ein trauriges Lächeln spielte sich über Alexas Gesicht: „Ich hoffe Freya hat ihren Geschmack an Apfelsaft nicht verloren." Er blickte sie suchend an: „Alexa? Du siehst so anders aus?" Dann erinnerte er sich an etwas, etwas was das außergewöhnliche Mädchen ihm vor langer Zeit anvertraut hatte. „Ist das wegen dieser Sache, die du tun kannst, wenn du..." „Ja", unterbrach Alexa ihn mit sanfter Stimme, trauriger Stimme. Peter blickte sie nachdenklich an und meinte mit besorgtem Ton: „Dann ist mein Problem wahrscheinlich lächerlich und unbedeutend im Vergleich dazu, was du erlebt haben musst." „Alles ist wichtig!", beharrte Alexa. „Speziell, wenn es um Freya geht. „Woher wusstest du...?" „ Weil ich dich kenne. Sie ist die einzige Person, wegen der du dich so sorgen würdest." Sein Blick wendete sich nach unten, die Besorgnis nicht mehr verschleiernd. „Ja, ich mach mir sorgen. Ich weiß nicht, was ich tun soll." Alexa legte ihre Hand auf seinen Arm und meinte beruhigend: „Ganz langsam. Fang am Anfang an und erzähle mir alles."
Peter atmete tief durch und begann die Erlebnisse zu sortieren: "Du erinnerst dich an das lebensfrohe, verspielte kleine Mädchen, das meine Tochter war. Sie war immer wundervoll, nett und freundlich. Auch in der Schule verlief alles gut, sie hatte wenig Probleme und gute Freunde. Sie ist nun in der dritten Klasse der weiterführenden Schule. Ich weiß, man sagt, dass dies ein schwieriges Alter ist, aber ich kenne meine Tochter. Irgendwas stimmt nicht. Vor etwa einem Monat hat es angefangen. Freya und ich haben eine tolle Beziehung trotz schwieriger Umstände darunter die Abwesenheit ihrer Mutter. Wir reden über alles miteinander. Aber plötzlich verschweigt sie mir Dinge. Ich merke, wie sie wenn wir beim Abendessen reden, manchmal unruhig wird, das Thema umlenken will. Aber es ist keine Unsicherheit oder Peinlichkeit, wie es bei Jugendlichen oft ist, die ich sehe. Nein, ich sehe Angst in ihren Augen. Sie ist zu tiefst verängstigt. Doch sie weiht mich nicht ein und ich weiß so nicht, wie ich ihr helfen soll." Eine kurze Pause. Er seufzte einen Moment, die schwierigen Gefühle unterdrückend.

"Eines Nachts ist sie nicht heimgekommen. Ich war so besorgt, ich hatte schon den Hörer in der Hand, um die Polizei zu rufen, als sie am Morgen plötzlich zur Tür reinkam, müde und erschöpft. Ich hab versucht, sie dazu zu bringen, mir zu sagen, was passiert ist, wo sie war. Aber sie meinte nur, sie sei ok, ich solle mir keine Sorgen machen. Als ob nichts passiert wäre. Ich sah es in ihrem Gesicht und hörte es in ihrer Stimme. Etwas schlimmes war passiert. Aber das war noch nicht einmal das besorgniserregendste.

Erst letzte Nacht, sie ist wieder nicht heimgekommen, ich rief sie mehrere Male an, jedes Mal wurde aufgelegt mit der Nachricht: "Mir geht's gut, mach dir keine Sorgen." Doch natürlich tat ich das. Ich rief ihre Freundinnen an, keine wusste etwas. Als ich plötzlich mitten in der Nacht, so um drei Uhr, Geräusche aus Freyas Zimmer kommen hörte. Ich lief nach oben. Dann ein Knall, als ob etwas umgeworfen würde. Ich fing an zu rennen. Ich riss die Tür auf und sah meine geliebte Tochter auf dem Boden liegen, ihr Körper voller Schmutz, ihre wundervollen roten Haare darunter überhaupt nicht mehr erkennbar. Ich setzte mich neben sie auf den Boden, legte meinen Arm um sie. „Was ist passiert? Bitte. Ich will dir helfen." Sie fing sofort an zu schluchzen. Ich fühlte, wie mein Inneres sich zusammenzog. Meine Tochter so zu sehen, bricht mir das Herz. Ich fing an mit einem nassen Tuch, den Dreck wegzuwischen. Sie sagte die ganze Zeit kein Wort. Schluchze immer zu und ich sah die Tränen über ihre roten Wangen rollen. Als die Schmutzschicht langsam verschwand, merkte ich das nicht alles Schmutz war. Sie hatte blaue Flecken und Kratzer über ihren ganzen Körper verteilt. Erneut versuchte ich sie mit all meiner Besorgnis zu überzeugen, mir alles zu erzählen, erfolglos. Ich sagte ihr, sie solle heute Zuhause bleiben, ich kläre das mit der Schule."

"Ich kann helfen.", meinte Alexa schließlich aufmunternd. „Kann ich sie sehen?" Peter wischte sich die Träne aus dem Gesicht, schluckte den Klos in seinem Hals runter und sagte mit wackeliger Stimme: „Sie ist oben. In ihrem Zimmer." Er drehte sich um und winkte einer Mitarbeiterin, die in einer Art Lagerraum stand. „Übernimmst du hier?" „Sicher", kam die Antwort. Daraufhin führte Peter Alexa zu seiner Wohnung im 2. Stock.

"Ein kurzer Gang, dann Treppen aus Holz. Gefühlt knarzt jede zweite Stufe.

"Weißt du mein Vater will den Hausmeister immer überreden die Stufen zu reparieren, aber ich mag dieses Geräusch. Als ob das Haus dich willkommen heißt, wenn du zurückkommst." Das kleine Mädchen mit dem roten Haar drehte sich um und sah in die blauen Augen hinter ihr. Ein Lächeln. In den Augen von Kindern kann alles schön sein.

Alexa öffnete ihre Augen nach der letzten knarzenden Stufe. Vor der Wohnungstüre. Peter öffnete diese. Sicheren Schrittes lief Alexa voran. Sie erinnerte sich gut daran, als sie das letzte Mal hier war. Egal wie lange es her ist.

Der Vater folgte ihr langsam. Alles ist wie sie es in Erinnerung hatte. Der Ablageschrank, der nur noch unauffällig durch ein Buch gerade gehalten wird. Die Küche, aus der es leicht nach Angebranntem roch. Kindliche Kunstwerke, welche die Wände schmückten. So sollte sich ein Zuhause anfühlen.

Alexa betrat das Zimmer. Freya lag in ihrem Bett, von der Tür weggedreht. Ihre Arme und Beine beschützend angezogen. Am Schreibtisch vorbei, der von vielen Büchern und Notizen begraben war, lief Alexa langsam um das Bett herum und setzte sich vorsichtig auf den Rand. Ihr Blick wanderte kurz zu dem Spalt zwischen den bunten Vorhängen am Fenster. Grüne Blätter, eine rote Runde Frucht und nach unten ein schmaler Stamm. Dahinter Hauswände.
Ruhig legte sie ihre Hand auf den Körper des verängstigten Mädchens. Dieses öffnete unsicher ihre Augen. Grün schimmernd blickten sie auf. Fragend schaute sie in das Gesicht der Fremden, das ihr trotzdem vertraut erschien. Jene strich sanft über ihren Körper. Ihr Blick durch den Raum streifend. Und dann sank er auf den Boden. Nachdenklich.
Ein Lächeln schlich sich auf das Gesicht der liegenden. „Du kannst vielleicht dein äußeres ändern, aber ich kenne dich zu gut, um diesen Blick jemals zu vergessen", sagte Freya mit noch leicht wackeliger Stimme. Langsam richtete sie sich auf und nahm die Hand der Freundin. Alexa verscheuchte ihre Gedanken und blickte Freya ernst in die Augen: „Ich bin hier um dir zu helfen." Sie hielt nun ihre Freundin mit beiden Händen: „Erzähl mir, was los ist. Und keine Ausflüchte! Ich gehe nicht, bis du mir erzählst, was passiert ist."

Freya zog ihre Hände nervös zurück, doch Alexa ließ diese nicht los. Sie ließ ihre Hände wieder sanft nieder liegen und drehte ihren Kopf leicht zur Seite, abgewandt von den Augen der alten Freundin. Gedanken versuchten sich sinnvoll zu formen, doch wie soll man etwas erklären, dass man nicht einmal selbst versteht. Sie öffnete ihren Mund, aber keine Worte wollten sich bilden lassen. Mit einem tiefen Atemzug schloss sie die Augen für einen kurzen Moment. „Ich weiß nicht...", kam es schließlich mit schwacher Stimme. Alexas ernster Gesichtsausdruck wandelte sich in Sorge und etwas Verwirrung. Aber geduldig gab sie der schwachen Freundin die Zeit, welche diese brauchte, auch wenn es den ganzen Tag dauern würde. So saßen sie nun da für Momente, die wie eine Ewigkeit schienen, jedoch vermutlich nicht mehr als drei Minuten waren. Bis Freya ihre Augen langsam in die Richtung der Freundin bewegte und ein paar weitere Worte hervorbrachte: „Etwas passiert mit mir, ich weiß nicht was, aber es passiert Nachts, und es fing vor genau drei Wochen an."

"Was ist vor drei Wochen passiert?", fragte nun Alexa.

"Ich erinnere mich nicht. Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht, ich weiß nicht einmal wie viel Uhr es genau war, da meine Uhr auf ein Uhr und siebzehn Minuten stehen geblieben war."

"Was war davor?"

"Ähm...", Freya zog die Augenbrauen nachdenklich zusammen, „Freunde... ich war mit Freundinnen zusammen. Wir waren irgendwo hingegangen. Warum kann ich mich nicht erinnern?!". Verzweiflung stieg in ihr auf. Tränen liefen langsam über ihr Gesicht. Schnell nahm die besorgte Freundin die zitternde Freya in den Arm: „Alles wird wieder gut, ich finde heraus, was passiert ist und bring das in Ordnung. Versprochen."