Albus lag auf der Wohnzimmer Couch als Scorpius versuchte nach dem Abendessen erschöpft und verärgert aufzuräumen. Sein Bein pulsierte und er verzog das Gesicht als er versuchte es wieder auszustrecken, er schaffte es kaum seinen Knöchel auf die Armlehne zu legen.
„Hast du etwas von Ainsley gehört?" fragte er Scorpius.
„Ihre erste Woche ist gut gelaufen", sagte Scorpius ihm. Albus hörte ein metallisches Scheppern von der Küche und verzog das Gesicht bei dem Geräusch. Sein Kopf schmerzte beinahe so sehr wie sein Bein.
„Zumindest hat sie das geschrieben. Sie sagt sie hat dieses Jahr mit duellieren angefangen also sollte das und Quidditch sie beschäftigt halten", fuhr Scorpius fort. „Es ist schwer zu sagen. Sie will nicht das wir uns sorgen wenn etwas passieren würde und sie will sicher nicht das Dad zum Protestieren McGonagalls Büro stürmt."
Albus schloss die Augen während Scorpius schwafelte und sie eine Eltern Lehrer Konferenz zwischen Draco und McGonagall vorstellte. Ohne Albus Beitrag wandere seine ein Mann Unterhaltung zu einem merkwürdigen Vorfall in der Geschichte Hogwarts als ein Austauschschüler ein Missverständnis hatte und Albus liess seine Stimme im Hintergrund verschwinden. Normalerweise war Scorpius' Stimme beruhigend aber heute fühlte es sich mehr wie Statik unter einem Nebel aus Erschöpfung, Gereiztheit und Schmerz verschiedener Typen an.
Er hatte heute einen Niffler verloren und eine kleine Familie von verletzten und spastischen Bowtruckles waren heute gebracht worden nachdem ihr Baum gefällt worden war. Sie waren in einer fürchterlichen Verfassung und auch wenn Albus wusste das sie über Nacht in guten Händen waren, war er dennoch besorgt.
„Wie auch immer – ich habe heute noch mehr chinesische Rollen gefunden. Kannst du das glauben? Das sind über hundert. Ich habe natürlich keine Ahnung was sie sagen oder wieso sie dort unten vergraben wurden. Es gibt keine Akten – „
Albus sah sich von seinem deprimierenden Aussichtspunkt im Raum um. Die Räume die sie nutzen – ihr Schlafzimmer, das Wohnzimmer und die Küche – waren alle ein Chaos was ihn normalerweise nicht gestört hätte. Albus hatte kein Problem damit aufzuräumen aber er war so müde und jeden Abend wenn er nach Hause kam schien die Idee sich noch mehr zu bewegen als er es bereits getan hatte zu viel zu sein.
Scorpius tauchte plötzlich über ihm auf.
„Willst du einen Film sehen? Oder vielleicht lesen?" fragte Scorpius.
„Ich will schlafen gehen", murrte Albus knapp.
„Oh." Scorpius sah mit seinen Daumen in den Taschen besorgt zu ihm hinunter. Bewusst wusste Albus das er besorgt aussah und er war sehr süss wenn er besorgt war aber er hatte nicht die Motivation etwas dagegen zu tun.
„Ich denke ich gehe einfach ins Bett", sagte Albus. „Denkst du du könntest vielleicht aufräumen? Die Küche war bereits ein Desaster als ich nachhause kam."
„Natürlich", sagte Scorpius. Albus sah wie sein Gesicht besorgter wurde auch wenn er nicht viel von seinen Augen hinter der Spiegelung seiner Brille sehen konnte. Langsam schwang er seine Beine über den Rand der Couch und versagte kläglich dabei ein gewürgtes Stöhnen zu unterdrücken.
„Tut es dir weh?"
„Nur ein wenig", log Albus. Scorpius' offene Hand erschien vor ihm aber Albus weigerte sich sie zu nehmen und wählte stattdessen sich selber auf die Füsse zu kämpfen.
„Al lass mich – „
„Es geht mir gut", unterbrach Albus und hielt sich selbst fest. „Mach…mach die Küche einfach sauber genug das ich Frühstück machen kann okay?"
„Lass mich dir wenigstens ins Schlafzimmer helfen."
„Scorp mir geht es gut", fauchte Albus seine Geduld schneller aufgebraucht als normal war. Er schüttelte den Kopf um ihn zu klären.
„Entschuldige", entschuldigte sich Albus. „Es tut mir leid. Ich bin nur so müde."
„Du bist seit Wochen so", sagte Scorpius. Albus sah zum kalten Kamin. Er konnte Scorpius nicht in die Augen sehen.
„Es ist nichts. Nur…ich bin nur müde."
„Du wälzt dich viel umher."
„Und du weisst das nur weil du kaum schläfst", sagte Albus und blickte in Scorpius' Gesicht. „Ich gehe einfach ins Bett."
Albus drückte Scorpius' Arm bevor er vorsichtig aus dem Raum humpelte, er hielt sich an Türen und Wänden fest um sein Gleichgewicht zu halten. Es wurde immer schwieriger einen klaren Kopf zu behalten wenn alles was er wollte war es durch den Tag zu schaffen – und die Tage vergingen wie im Flug.
Als Scorpius aufwachte und bei Bewusstsein war, fluchte Albus bereits in der Küche. So hatte er seinen freien Tag nicht beginnen wollen – einer den er vorgesehen hatte zu lesen und mit Freya Nickerchen zu machen – aber der Ärger in Albus' Stimme war so bitter das er ihn nicht ignorieren konnte.
„Al?"
Er betrat die Küche gerade als Albus seinen Zauberstab auf die Theke warf, seinen Mund verzogen.
„Du musstest nur eine Sache machen."
Scorpius sah sich um als wäre jemand da der helfen konnte aber Albus stiess sogar die Katze ab. Sein Gesicht liess Scorpius überlegen sie zu finden und mit ihr in die Ecke zu kriechen die sie gefunden hatte.
„Was habe ich gemacht?"
„Dieser Ort ist ein Chaos", sagte Albus und schüttelte den Kopf seine Lippen schmal. Er seufzte und sah auf seine Uhr, ungeduldiger und reizbarer als er seit Wochen war, was etwas bedeuten sollte. Als September in den frühen Oktober übergegangen war, war Albus reizbar und erschöpft geworden und die Ringe unter seinen Augen waren dunkler geworden.
„Es tut mir leid", protestierte Scorpius und spielte mit den Schnüren an seinem Sweatshirt. Albus' Hass war so selten auf ihn gerichtet das Scorpius nicht sicher war wie er damit umgehen sollte. „Hier – ich kümmere mich um alles während du weg bist. Ich war einfach noch nie gut in solchen Dingen aber vielleicht gibt es oben ein Buch – „
„Nicht alles hat eine Antwort in einem Buch Scorpius."
Albus hatte in zweimal in genauso vielen Tagen angefaucht. Das musste eine Art Rekord sein.
„Al das ist nicht das Ende der Welt. Ich kümmere mich darum – „
„Ich muss zur Arbeit", unterbrach ihn Albus. „Ich bin bereits spät dran."
Albus schnappte seinen Zauberstab von der Theke und packte seinen Stock von seinem Platz an einem nahegelegenen Stuhl. Er schob sich an Scorpius vorbei welcher bemerkte das der Kamin bereits brannte. Albus streckte sich nach dem Flohpulver aus bevor Scorpius, welcher noch immer betäubt war von einem wütenden Albus geweckt zu werden und benebelt von fehlendem Kaffee zu ihm herüberging.
„Ich versuche es", erinnerte Scorpius ihn. „Ich musste mich nie um solche Dinge kümmern oder einen Haushaltszauber benutzten. Ich brauche einfach etwas Übung."
„Das ist schön" sagte Albus kurz. „Ich sehe dich dann heute Abend."
„Hab einen schönen Tag?"
Es klang mehr wie eine Frage als wie ihr tägliches Ritual und sein Tonfall liess Albus innehalten. Er drehte sich um – etwas zögerlich wie Scorpius merkte – und küsste seine Wange.
„Du auch. Geniess deinen freien Tag."
Und bevor Scorpius etwas sagen konnte war Albus im Kamin und weg.
Scorpius starrte ihm einen Augenblick nach und sah sich dann um. Die Sachen waren ein wenig unordentlich aber sie waren nicht so schlimm. Er hatte in Hogwarts ziemlich schnell gelernt das Albus desorganisiert sein konnte, aber er dann einen Durchbruch haben konnte wo er alles auf einmal in Ordnung brachte, während Scorpius fast alles ignorieren konnte wenn er genug abgelenkt war so lange seine Bücher und seine Arbeit in Ordnung waren.
Nachdem er einen Becher Kaffee getrunken und die Titelseite des Tagespropheten (Zauberministerin greift Hauselfen Lohn Lücke an) gelesen hatte ging Scorpius von Raum zu Raum, untersuchte das Haus und merkte das Albus recht hatte. Sie waren beide so abgelenkt gewesen das sie die Dinge etwas ausser Hand geraten liessen und Scorpius hatte es kaum bemerkt.
Auf der einen Seite, dachte Scorpius, muss ich diese Dinge lernen.
Auf der anderen Seite ist Albus unverhältnismässig wütend und ich will mich wirklich nicht darüber streiten.
Scorpius überlegte einen Augenblick bevor er zurück zum Kamin ging und das Flohpulver packte.
Draco sass im Garten und trank mit Dania Tee als Scorpius ankam, er joggte über den Rasen um sie zu begrüssen.
„Scorpius. Was für eine unerwartet Überraschung", sagte Draco offensichtlich amüsiert über die unangekündigte Ankunft seines Sohnes. In seiner Eile hatte Scorpius vergessen das Dania wahrscheinlich hie sein würde und er wurde rot ab seiner Erscheinung – Jogginghosen und ein altes Hogwarts T-shirt waren nicht seine normalen Kleider wenn er das Haus verliess. Er zog die langen Ärmel seines Shirts hinunter sich sehr war bewusst das es nutzlos war – Dania war die erste Person nach Draco, Harry und Albus gewesen die seine Narben gesehen hatte.
„Hallo Dania", sagte Scorpius. Er bemerkte erneut das sie ein entzückendes warmes Lächeln hatte.
„Guten morgen", grüsste sie. „Willst du uns Gesellschaft leisten?"
„Ähm…ich bin etwas beschäftigt."
„Unsinn", sagte Draco, zog seinen Zauberstab und beschwor einen dritten Stuhl herauf. „Nimm Platz. Wenigstens für einen Moment."
Merkwürdig setzte sich Scorpius auf den Stuhl und nahm ein Biskuit vom Silber Tablett.
„Was braucht du?" fragte Draco und schlürfte seinen Tee.
„Was lässt dich glauben das ich etwas brauche?" fragte Scorpius beleidigt, Biskuit Krümel fielen von seinen Lippen. „Kann ich nicht meinen Vater ein meinem freien Tag besuchen?"
„Du rennst nie Scorpius", bemerkte Draco. „Und du verlässt das Haus nie … naja so."
Scorpius blickte ihn finster an als er sich streckte und eine verirrte Haarlocke wegzustreichen.
„Oh Draco. Ärgere ihn nicht", sagte Dania ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen und Scorpius bemerkte wie der Ausdruck seines Vaters weich wurde als sie sprach.
„Danke", sagte Scorpius zu ihr. „Aber ich brauche tatsächlich etwas."
„Ah da haben wir es", sagte Draco triumphierend.
„Kann ich vielleicht…Pokey oder Pike für ein paar Stunden ausleihen?"
„Ist etwas kaputt?" fragte Dania.
„Nein. Ich bin nur…nun ich bin wirklich schrecklich im aufräumen und Wäsche machen – diese normalen Dinge und Albus war wirklich beschäftigt bei der Arbeit und er hat sich nicht wohl gefühlt. Er hat mich gebeten mich um die Dinge zu kümmern aber ich habe versucht einen Staubwischzauber zu benutzen und habe beinahe den Tisch in Brand gesteckt", sagte Scorpius.
„Was ist los mit Albus?" fragte Dania. Vielleicht kann ich helfen?"
„Sein Bein bereitet ihm Ärger", sagte Scorpius ihr. „Und er hat sehr viele Stunden gearbeitet da der Zoo überfüllt ist und sie arbeiten mit den neuen Regeln des Departement für Regulierung und Kontrolle magischer Geschöpfe."
„Ich habe Hermine gesagt das diese Regeln die Dinge komplizierter machen", sagte Draco und schüttelte den Kopf. „Aber ja. Auf alle Fälle nimm Pokey oder Pike. Auch wenn ich denke das Pokey heute frei hat."
„Danke", seufzte Scorpius erleichtert.
„Lass Albus vorbeikommen", sagte Dania. „Ich sollte ihn ansehen jetzt da die Verletzung sich gesetzt hat und wir können sehen ob wir etwas unternehmen müssen."
„Ich werde es ihm sagen", sagte Scorpius und stand auf. „Danke Dad."
Als Scorpius sich vorbeugte um seinen Vater zu umarmen murmelte Draco zu ihm.
„Lern entweder hinter die aufzuräumen oder stell einen Hauselfen ein."
„Verstanden", sagte Scorpius. Er hielt einen Augenblick unsicher inne bevor er sich vorbeugte und Dania ebenfalls umarmte.
„Ich hoffe ich sehe dich bald wieder", sagte Dania. Scorpius lächelte nur und nickte. Bevor er wieder hineinging sah er zum letzten Rosenstrauch den Astoria im Garten gepflanzt hatte. Er war voller Blüten.
Scorpius folgte Pike leise eine Stunde lang bevor sie ihm leise sagte das er seinen Nachmittag genissen sollte.
„Aber ich versuche zu lernen wie man die Dinge tut", murmelte Scorpius.
Sie gab ihm einen zweifelnden und traurigen Blick und Scorpius seufzte und zog sich mit einem Becher Tee in die Bibliothek zurück. Er suchte nach einem Buch mit Alltagszaubern aber natürlich hatte Draco Malfoy nicht daran gedacht so einen gewöhnlichen Gegenstand für seinen Sohn zu integrieren.
Das wäre witzig wenn Albus nicht so verdammt launisch wäre.
Scorpius liess sie resigniert auf seinen Platz am Schreibtisch fallen. Es war noch nicht einmal Mittag und er war bereits erschöpft. Er war, so dachte er, in einem kleinen Schockzustand da Albus seine Stimme seit Januar nicht mehr ihm gegenüber gehoben hatte.
Es musste so kommen, dachte Scorpius traurig. Du musstest über etwas streiten. Tun das Paare nicht?
Als Scorpius nach einem Blatt Pergament suchte, dachte er über die Lächerlichkeit seiner Situation nach – mit achtzehn mit seinem Freund in einem Haus in London zu leben hatte er sich nicht sein ganzes Leben lang vorgestellt aber dann waren es auch die Narben an seinen Handgelenken nicht."
Nach einem Augenblick strich er das Pergament auf seinem Schreibtisch glatt und packte eine Feder und seine Lieblingsblaue Tinte und fing an zu schreiben.
Liebe Ainsley,
Ich hoffe inständig das dein Tag besser ist als meiner…
Scorpius spürte eine kleine Hand auf seinem Arm und erwachte mit Schrecken auf dem Sofa in der Bibliothek. Es dauerte eine Sekunde bis er merkte wo er war und wer ihn berührte aber sobald seine Sicht klar wurde sah er Pike mit gesenktem Kopf und einem Tablett in der Hand in der Nähe stehen.
„Mittagessen Meister Scorpius."
Scorpius setzte sich auf und rieb sich die Augen und suchte nach seiner Brille. Er erinnerte sich nicht einmal daran sich hingelegt zu haben.
„Pike du hättest das nicht tun müssen."
„Pike wollte es", sagte sie und Scorpius akzeptierte das Tablett dankbar.
„Danke."
Pike nickte und trat zurück und bewegte ihre Füsse.
„Ähm…möchtest du dich setzen?" fragte Scorpius mit dem Mund voller Roastbeef. Er klopfte auf den Platz neben ihm und nach einem Moment des Zögerns zog sich Pike hoch um neben ihm zu sitzen.
„Du bist heute erschreckend ruhig", bemerkte Scorpius. Pike lächelte ihn schüchtern an und sah hinunter. Sie war nie etwas anderes als Ruhig gewesen.
„Wie geht es dir?"
Pike blickte schnell zu ihm hoch bevor sie wieder auf ihre Hände sah während sie mit dem Saum ihres winzigen Rockes spielte.
„Nun", antwortete sie. „Beschäftigt."
Scorpius nickte langsam während er ass. Er wusste nicht was er sagen sollte – er wusste nicht viel über Pike während Pokey ein offenes Buch voller Witze und Aufregung war.
„Danke das du heute hergekommen bist", sagte Scorpius. „Ich bin nur…ich bin Mist in all dem. Ich muss es lernen aber…"
„Pike ist glücklich zu helfen", sagte sie und schwang ihre Beine über die Kante des Sitzes. „Pike hat sich Sorgen um Meister Scorpius gemacht."
„Sorgen", fragte Scorpius überrascht. „Wieso hast du dir Sorgen gemacht?"
Pike sah zu ihm auf, ihre Fledermausartigen Ohren spitzten sich etwas und ihre grossen, wässrigen Augen waren weit.
„Meister Scorpius war kaum zu hause seit…" ihre Stimme brach ab und drehte ihre Hände unwohl in ihrem Schoss. „Pokey und Pike sorgen sich."
„Pike du solltest dich nicht um mich sorgen."
„Meister Scorpius war immer sehr nett – überhaupt nicht wie Pikes alter Meister", murmelte Pike. „Und Meister Draco war immer froh ihn zu sehen."
Scorpius dachte zurück als Pike gekommen war um den Malfoys zu dienen. Er war zehn und die Tränke die Astoria gesund hielten fingen langsam an ihre Effektivität zu verlieren. Sie machten sie immer müde und schmerzend, was Pokey immer beschäftigte aber als ihre Krankheit sie zu fest packte, hatte Draco mehr Hilfe angestellt um ihr Gewissen zu beruhigen. Er hatte sich nie gefragt wo sie überhaupt herkam.
„Dein früherer Meister hat dich nicht gut behandelt?"
Pike sagte nichts. Sie musste nichts sagen. Alles was sie tun musste war mit den Händen zu ringen und Scorpius verstand.
„Pike es tut mir leid", flüsterte er und legte eine Hand auf ihren kleinen gebeugten Rücken. Er erinnerte sich an ihre besorgte Stimme als er von Gringras Anwesen zurückgebracht wurde und wie sie immer sicher gestellt hatte das Kekse neben seinem Bett waren wenn die Dinge mit Astoria schwer waren.
„Ich hätte fragen sollen", gab Scorpius zu. „All diese Jahre und ich habe nie gefragt wie das Leben war bevor du zu uns gekommen bist."
„Pike ist glücklich bei den Malfoys zu sein", sagte sie leise.
„Ich bin froh", sagte Scorpius ihr. „Das bin ich wirklich."
Pike tätschelte seine Hand vorsichtig bevor sie vom Sofa glitt.
„Pike hat das meiste im Haus erledigt", sagte sie als er einen weiteren Bissen seines Sandwiches nahm. Scorpius mochte nur wenige Dinge mehr als ein gutes Roastbeef Sandwich und es erhellte seine Stimmung massgebend.
„Aber Pike hat ein paar Fragen", sagte sie und bewegte ihre Füsse.
„Die wären?"
Pike verschwand um die Ecke im Gang und kam mit einigen Kleidern zurück. Es schockte ihn plötzlich das es sie nicht störte das er und Albus zusammenwaren – sie fragte einfach ohne Aufregung wem welches Kleidungsstück gehörte.
„Wir teilen uns die", sagte Scorpius merkwürdig als sie Albus alte Quidditch Jacke hochhielt. Er hatte sie vor langer Zeit von Albus geborgt und hatte sie einige male getragen um die Kälte die in den Archivkeller zog zu bekämpfen. Albus fand es witzig das Scorpius seine Kleider stahl wenn er einen Schrank voller teurer Sachen hatte aber keine Anzahl an Seidenhemden konnte den Trost ersetzen den ihm eine Jacke gab die nach seinem Freund roch.
„Und das?"
Pike hielt ein altes Tagebuch von Scorpius aus dem zweiten Jahr auf welchem „Voldemorts Sohn" stand hoch. Als es verunstaltet wurde, daran erinnerte sich Scorpius, hatte die Tinte rot auf dem Einband geglüht aber nun war es die dumpfe Farbe von getrocknetem Blut.
„Schmeiss es weg", verlangte Scorpius.
Pike nickte und verschwand dann wieder um die Ecke die Kleider liess sie zurück und kam dann mit einer einfachen Holzkiste zurück die Scorpius noch nie gesehen hatte.
„Und das Meister Scorpius? Es ist voller leerer Phiolen."
„Leere Phiolen?"
Pike nickte und Scorpius glitt auf den Boden. Er warf den Deckel der Box auf bevor er rein sah. Auf dem kleinen Bett aus leeren Phiolen war Albus' alte Rolle mit Zaubtrankutensilien schlampig verbunden und festgekeilt in einer Ecke waren einige kleine halbgebrachte Flaschen mit Zutaten.
„Wo war das?"
„Pike hat es hinten in Meister Albus' Schrank gefunden", sagte sie und schlurfte nervös mit den Füssen. „Pike hat die Kleider aufgehoben die runter gefallen sind. Pike war sich nicht sicher ob sie weggeworfen werden sollen."
Scorpius drehte die Kiste auf dem Boden auf den Kopf, liess die Phiolen mit einem Klirren auf den Teppich fallen und packte die Flasche mit Zutaten als sie weggrollte.
„Baldrian Wurzel?" fragte Scorpius als er die Flasche ansah und schnappte eine andere. „Diptam?"
Er hob eine Phiole die noch ein paar Überreste hatte hoch und roch daran. Ein leichter erdiger Geruch kam von der Phiole das ihn an etwas unangenehmes erinnerte und es dauerte einen Moment bis er es zuordnen konnte aber als Scorpius es konnte warf er die Phiole auf den kleinen Haufen mit den anderen.
„Ich kümmere mich darum Pike", sagte Scorpius angespannt. „Danke das du es mir gebracht hast."
„Hat Pike etwas falsch gemacht?" fragte Pike und wrang wieder mit den Händen.
„Oh nein", sagte Scorpius mit einer grossen Mühe seine Stimme sanfter klingen zu lassen. „Überhaupt nicht. Du warst toll und danke für deine Hilfe."
Pike nickte und verliess vorsichtig den Raum und Scorpius hörte wie sie mit den nun sortierten Kleidern den Gang entlang schlurfte. Scorpius lehnte sich gegen die Couch zurück und schwang seine Hand und liess die Phiolen und Flaschen zurück in die Box schweben und beschwor die Rolle mit Zaubertrankutensilien. Er öffnete sie und untersuchte eines der Rührinstrumente. Das Ende war noch immer feucht.
Er hat Schmerzmittel gebraut, dachte Scorpius. Es waren mindestens zehn leere Phiolen und wenn das Reste von den flüchtigeren Zutaten waren bedeutete das das er es schon eine Weile machte.
Zwei Dosen beim Abschluss haben ihn fast zum übergeben im Zug nach hause gebracht, erinnerte sich Scorpius als er seinen Kopf senkte um ihn auf sein Knie zu legen. Er musst mittlerweile richtig krank sein.
Scorpius war zu seiner eigenen Überraschung nicht wütend. Enttäuscht ja, aber nicht wütend. Stattdessen fühlte er überwältigende Schuld – nicht weil Albus' Verletzung seine Schuld war sondern weil er offensichtlich litt und Scorpius war so sehr in seiner eigenen Trauer und Ernüchterung gefangen das er es nicht einmal bemerkt hatte.
Scorpius schloss die Augen, er dachte an die letzten Jahre seiner Mutter und ihre konstanten Schmerzen und ihre Schwäche – die Dinge gegen die die Heiler nichts unternehmen konnten.
Freya kroch auf seinen Schoss entweder um seinen Ärger zu lindern oder trotz seinem Ärger und Scorpius streichelte abwesend ihr Fell.
Herumwälzen. Reizbarkeit. Erschöpfung. Er verletzte sich selber.
Wenige Dinge in Scorpius Malfoys Leben liessen ihn sich dumm fühlen und er fügte das seiner sehr kurzen Liste hinzu.
Magorian Smith tauchte mit einem Grinsen unter seinem eindrucksvollen rot weissen Bart auf. Unter normalen Umständen hatte Albus unterbrochen was er tat um einen Bericht abzugeben aber er hielt sich von innen am Rand eines grossen Wassertanks fest und kümmerte sich um einen Grindeloh der bei einem Muggel Bootsunfall verletzt wurde und versuchte eine Hautprobe für das Untersuchungsteam im oberen Stock zu sammeln.
„Albus! Wie geht es unserem wässrigen Freund heute?"
„Nun der kleine Bastard hat mich noch nicht gebissen also würde ich sagen das es ihm etwas besser geht", meldete Albus. „Ich musste bisher nur einen Abwehrzauber benutzen."
Er zitterte in dem kalten Wasser. Der Neoprenanzug den er angeboten bekommen hatte half nicht gegen die Kälte aber er konnte sich im Wasser freier bewegen als irgendwo sonst. Je länger er mit dem Grindeloh im Tank blieb des unwahrscheinlicher war es das er eine weitere Dose des Schmerztranks nehmen musste bevor er nachhause ging.
Aber wenn ich ihn nicht nehme, dachte Albus und dachte an die Phiole die in der Tasche seiner Jeans steckte, fühle ich mich am morgen noch schlechter.
Albus verbrachte mehr Zeit damit seinen Trank akkurat zu nehmen als mit sonst etwas und hasste sich dafür auch wenn er sich am meisten hasste wenn er müde und verärgert war.
Ich werde eine furchtbare alte Person, dachte Albus. Mürrisch und verschroben. Ich bezweifle das Scorpius mich dann lieben wird.
Ich bezweifle das er mich jetzt gross liebt.
„Aye sieht aus als würde er dich lieber als alle anderen mögen", sagte Smith und blickte in den Tank. Albus schüttelte den Kopf um seine Aufmerksamkeit auf den Moment zurückzulenken. „Geht es seinem Arm besser?"
„Heilt wie er sollte", bestätigte Albus. „Wir sollten in der Lage sein ihn nächste Woche freizulassen."
„Gute Arbeit Potter", sagte Smith und tätschelte seinen Arm. „Wir machen noch einen erstklasse Rehabilitationsspezialisten aus Ihnen. Wenn es das ist was Sie wollen natürlich."
„Ja Sir", sagte Albus mit einem Grinsen.
Smith ging um nach einem geschlüpften Drachen mit einem verformten Flügel zu sehen und Albus liess sich etwas in den Tank sinken und wurde von den grossen gelben Augen des Grindeloh verfolgt.
Wenn er sich schon nicht selbst helfen konnte, konnte er wenigstens etwas helfen.
Scorpius sass im Wohnzimmer als Albus so blass und müde wie er schon die ganze Woche war aus dem Kamin trat. Er sass ruhig und unbemerkt da als Albus seinen Mantel auszog und ihn an die nahegelegene Stange hängte, er stütze sich kaum auf seinen Stock zuckte aber zusammen wenn er ging.
„Oh" sagte Albus überrascht als er sich endlich umdrehte und Scorpius im Sessel sitzen sah. „Ich hab dich nicht gesehen…"
Albus' Stimme verschwand als er die Kiste auf dem Couchtisch erkannte. Scorpius beobachtete sein Gesicht – Albus war ein offenes Buch an Ausdrücken wenn er überrascht wurde – und gab ihm einen Augenblick um nachzudenken aber Albus blieb stumm stehen bis Scorpius es nicht länger aushalten konnte. Er hasste Konfrontationen aber er hasste den Gedanken das Albus sich selber verletzte noch mehr.
„Albus setz dich. Bitte", sagte er sanft, darauf bedacht das er nicht verlangend klang – nicht sicher ob er das überhaupt konnte. Albus schlurfte ernüchtert hinüber und liess sich in die Kissen am weitesten von Scorpius entfernt fallen.
„Scorp Ich – „ Albus unterbrach sich selbst. Er atmete tief ein, starrte die Kiste an und dann den Boden – alles nur nicht Scorpius.
„Was ist los?" fragte Scorpius.
Albus sass einen Augenblick ruhig nachdenken da. Zweimal öffnete er den Mund um zu sprechen überlegte es sich aber anders und fuhr mit seinen Fingern durch seine unordentlichen und leicht feuchten Haare.
„Offensichtlich weisst du was das ist. Ich habe nur versucht durch den Tag zu kommen", sagte Albus leise. „Ein Tag nach dem anderen wie wir gesagt haben, aber es war so viel los und ich konnte nicht mithalten. Ich dachte das…wenn ich mich etwas besser bewegen kann…und dann habe ich mich nur verletzt wenn ich nicht…"
Albus senkte den Kopf, seine Ellbogen auf seinen Knien.
„Ich hätte es früher sehen sollen", jammerte Scorpius. „Es tut mir leid, dass ich es nicht gemerkt habe…du warst vorher noch nie so aufbrausend – zumindest nicht mit mir. Wieso hast du es mir nicht gesagt?"
„Ich wusste du wärst wütend", gab Albus zu.
„Bin ich aber nicht." Scorpius bewegte sich um sich neben ihn zu setzten. Albus' Schultern spannten sich an.
„Ich bin nicht wütend", fuhr er fort. „Ich bin traurig weil du dich selber krank machst."
Albus sagte nichts und starrte auf seine verschränkten Hände. Scorpius konnte seinen eigenen Puls in seinen Ohren hören und er zog seine Beine unter sich hoch und zog seine Ärmel über seine Hände.
„Al? Sieh mich bitte an."
Albus tat es nicht. Er senkte seinen Kopf nur noch mehr und liess sein ungebändigtes Haar unordentlich nach vorne fallen. Scorpius öffnete den Mund um zu sprechen überlegte es sich aber anders. Sogar unter normalen Umstände reichte Albus trauriges Gesicht um seinen Tag zu ruinieren aber das war etwas komplett anderes.
Scorpius hatte Albus wütend gesehen. Er hatte ihn traurig, niedergeschlagen, siegreich, dankbar und komplett verachtend gesehen. Er war verletzt, verängstigt und liebevoll und manchmal alles zusammen gewesen aber Albus war nie gut darin gewesen zu verstecken was er fühlte selbst wenn er Dinge in sich hineinfrass und Scorpius hatte sich immer damit gebrüstet zu wissen was sein bester Freund fühlte selbst bevor sie zusammen waren.
Aber dieses mal hatte er versagt und er war auf eine Art wütend auf sich selbst in der er nie wütend auf Albus sein könnte.
„Ich wollte nur…" fing Albus an aber seine Stimme erstickte in seiner Kehle. Scorpius spielte nervös mit seinen Ärmeln bis Albus schluckte und sie wieder fand. „Mir ging es endlich gut weisst du? Ich war im Quidditch Team, meine Noten waren gut und der Rest der Slytherins hat mich nicht gehasst und das beste war das ich dich hatte und ich war so glücklich und dann…"
Albus deutete auf sie beide und Scorpius rieb die Narben an seinen Handgelenken abwesend.
„Die einzige Sache von der ich dachte das ich sie kontrollieren kann war das ich gut in meinem Job bin aber mein Bein hat jeden Tag zu Mittag zu geschmerzt", fuhr Albus fort seine Stimme belegt und müde. „Ich wollte einfach in der Lage sein meine Arbeit zu machen und mich um die Geschöpfe zu kümmern. Ich wollte helfen."
„Du hilfst", sagte Scorpius schnell. „Erinnerst du dich an den Zentauren dem du letzte Woche geholfen hast?"
„Nun ja – „
„Und dieser Niffler. Der mit dem gebrochenen Bein und das Zweihorn!"
„Ich kapier es Scorp", murmelte Albus als Scorpius seine verschränkten Hände auseinander zog und eine festhielt. „Ich wollte nur nicht wieder…nun wieder ein Loser sein."
Es gab Wörter die Albus und Scorpius nach dem vierten Jahr aus ihrem Vokabular verbannt hatten – diejenigen die in ihrem Gedächtnis waren und Loser war eines davon. Scorpius schloss die Augen und versuchte ein Echo abzuschütteln das mit jedem Jahr das verging weiter weg klang.
„Das bist du nicht Al", sagte Scorpius sanft und lehnte seine Stirn gegen Albus gebeugte Schulter. „Das bist du überhaupt nicht. Du hast es so gut gemacht und ich bin sicher Magorian würde es verstehen wenn du nicht alles tun kannst. Wie du gesagt hast – einer Hand voll Magiezoologen fehlen Körperteile also stehst du da schon besser da."
Albus schniefte etwas und Scorpius fuhr mit seiner freien Hand über sein schmerzendes Knie und wärmte es langsam. Albus schniefte etwas und sah zu ihm sah ihm aber nicht in die Augen.
„Wie hast du es überhaupt gefunden?"
Scorpius merkte wie seine Wangen rot wurden und vergrub sein Gesicht beschämt in Albus' Schulter.
„Habe ich nicht", gestand er. „Ich habe beinahe den Tisch in Brand gesteckt beim versucht Reinigungszauber zu benutzen also war Pike hier um zu helfen die Dinge in Ordnung zu bringen. Ich wäre nie an deinen Schrank gegangen aber ich habe nicht daran gedacht ihr zu sagen es nicht zu tun."
Zu seiner Überraschung und Freude lachte Albus etwas und drückte seine Hand leicht.
„Ich habe immer geglaubt das du in allem gut bist das du dir in den Kopf setzt", gab Albus zu. „Es ist tatsächlich eine kleine Erleichterung etwas zu finden in dem du ohne Grund absoluter Mist bist."
„Hei!" rief Scorpius mit gespielter Empörung. „Wenigstens habe ich es versucht!"
„All diese Macht und du kannst den Abwasch nicht mit Magie machen", neckte Albus aber seine Stimme war leer. Scorpius schmollte.
Albus lächelte ihn an sah ihm aber nicht in die Augen. „Was soll ich tun?" fragte er offensichtlich entschlossen alles zu tun was Scorpius wollte was für einmal total in Ordnung war.
„Nun", sagte Scorpius. „Ich habe etwas nachgelesen – „
„Natürlich hast du das."
„ – und ich denke das beste für dich ist es, es einfach aus deinem System zu kriegen."
Albus rümpfte die Nase.
„Es wird dir schlecht werden", fuhr Scorpius fort. „Aber es sollte nur ein paar Tage dauern."
„Und dann wird der Schmerz zurückkommen", stöhnte Albus. „Nicht das er komplett weg war."
„Nun ja", sagte Scorpius leise. „Aber ich brauche dich gesund."
„Können wir…es vielleicht unsere Eltern nicht wissen lassen? Oder sonst jemanden? Wenn das rauskommt…nun du kannst dir die Schlagzeilen vorstellen?"
„Ugh", stöhnte Scorpius.
„Der Sohn des Auserwählten abhängig von schmerzlindernden Tränken", spekulierte Albus. „Malfoy Erbe findet Trost in den Armen eines Reinblüters."
„Das ist komplett unrealistisch", sagte Scorpius. „Das dauert jetzt wie lange? Ein paar Wochen?"
„Ein bisschen mehr als ein Monat", gestand Albus.
„Und ich würde nicht Trost bei jemandem suchen", versicherte Scorpius ihm lachend. „Ich bin mehr als sieben Jahre bei dir gewesen. Es würde einiges mehr brauchen als das…"
Albus schloss wieder die Augen und packte Scorpius' Hand fest. Scorpius verlor seine Gedanken und merkte das Ängste hinter Albus spekulativen Schlagzeilen standen.
„Nun wenn dir zu schlecht wird werde ich umgehen Dania anrufen", sagte Scorpius streng. „Wir wissen beide das sie diskret sein kann. Ich bin bereits in der Winkelgasse gewesen um ein paar Aufpäppeltränke zu besorgen."
„Also kann ich mich auf ein paar Tage voller Schweiss und Kälte und Schmerz freuen?"
„Und übergeben", fügte Scorpius hinzu. Albus verzog das Gesicht.
„Grossartig."
Albus wurde wieder ruhig als Scorpius Hände wieder stoppten.
„Gibt es etwas was ich tun kann?" fragte Scorpius. Albus schüttelte den Kopf und Scorpius zog ihn hoch zog ihn an sich damit er gegen seine Brust legen konnte und Albus gab nach und liess sich gegen ihn fallen.
„Nein", sagte Albus. „Es gibt einfach Dinge denen ich mich stellen muss."
