„Albus wenn du nicht aufpasst wird dein Gesicht so einfrieren", murmelte Draco über seine Teetasse. Albus verzog sein Gesicht nur weiter bevor er einen weitern Schluck von seinem eigenen Getränk nahm. Er hatte unheimlich viel Honig hinzugetan und hatte sich anstelle eines richtigen Mittagessen mit zu vielen der süssen Biskuits die Pike gemacht hatte begnügt und dennoch schmeckte alles in seinem Mund bitter.
„Nun sag deinem Sohn das mein Gesicht in Gefahr ist für immer zu schmollen", stöhnte Albus. Draco seufzte und stellte seinen Tee vorsichtig mit einer Hand weg da die anderen mit Orion besetzt war. Albus hatte nach seiner Rückkehr aus Brasilien sowohl das Manor als auch das Haus seiner Eltern täglich besucht – sowohl um die Chance zu erhöhen das er anwesend war wenn James oder Scorpius in Kontakt traten aber auch um der erdrückenden Stille am Grimmauld Platz 12 aus dem Weg zu gehen.
Nicht war es unter den Umständen deprimierend alleine dort zu sein sondern er fühlte auch eine neue Welle an Schuld ab seinem zögern alleine im Bett zu schlafen. Er hatte Scorpius sechs Monate alleine schlafen lassen und trotzdem konnte er es nicht für einen Tag tun und schlief nun auf dem Wohnzimmer Sofa (was nicht schwer war da Draco es sich nicht hatte nehmen lassen die bequemsten Möbel für seinen Sohn zu kaufen.)
„Albus ich bin genauso verärgert wie du", erinnerte ihn Draco. Albus bezweifelte das aber nickte Draco dennoch zu und ermutigte ihn fortzufahren. „Aber was auch immer vor geht – Scorpius und James haben ihre Gründe. Traust du ihrem Urteil?"
Albus dachte über die Frage nach. Er vertraute Scorpius komplett aber er vertraute auch das Scorpius nach den besten Interessen seiner Familie handelte auch wenn es zu seinem Nachteil war.
Und James… nun James hatte nichts falsch gemacht ausser ein bisschen zu weit zu Sticheln aber Albus war sich nicht ganz sicher ob er James mit Scorpius' Sicherheit traute wenn sein Verlobter darauf bestand sich in der Welt herumzutreiben auf der Suche…nun was immer es war was er finden musste.
„Ich habe so nicht daran gedacht", gab Albus zu. Er war auch stolz darauf es zuzugeben und für einen Augenblick erinnerte es sich an die Hogwars Bibliothek mit Scorpius wütenden Worten die in seinen Ohren klingelten und erklärten das er der schlimmste Freund sei.
„Ich habe es einfach nicht verstanden. Bitte."
Manchmal brauchte Albus es das ihm Perspektiven aufgezwungen wurden.
„Ich vertraue Scorpius' Urteil", sagte er schliesslich. „Und ich vertraue auch James."
„Dann werden wir einfach warten müssen."
Albus musste nicht daran erinnert werden. Das Gewicht des Handys in seiner Tasche war genug. James hatte während einer kurzen Unterhaltung mit Harry darauf bestanden das er es bei sich trug was genug war um Albus nervös zu machen. James sagte nicht oft Dinge wie „Für den Fall". Er war sicher es würde nicht klingeln – weder James noch Scorpius schienen sehr gewollt zu sein mit ihm zu sprechen.
„Hast du einen Plan für das Chimären Ei?" fragte Draco vorsichtig.
„Habe ich", sagte Albus.
„Wird es ein Problem?"
Albus sah Draco schief an. Chimären Eier wurden vorsichtig als A Klasse nicht handelbarer Materialien gehandelt und waren schwer zu finden und James war sehr klar gewesen als er das komplette Zaubertranrezept vorgelesen hatte das das Chimären Ei entscheidend ist.
„Natürlich wird es ein Problem", sagte Albus. „Es ist hoch illegales, sprunghaftes Material und Chimären sind selten und bedroht – nicht zu vergessen gewalttätig. Ich kann nicht einfach eines in der Nockturngasse holen und es in eine Eisbox tun damit es frisch bleibt bis es gebraucht wird."
Draco seufzte, bewegte Orion in seinem Arm und knetete die Haut zwischen seinen Augenbrauen.
„Ja ich weiss", seufzte er verzweifelt. „Und ich weiss das du deine Familie wegen dem Job deines Vaters nicht um Hilfe bitten kannst. Ich wollte nur wissen ob du Hilfe brauchst. Ich kenne noch immer Leute die…"
„Das letzte was ich will ist das du die alten Komplizen deines Vaters anrufst", versicherte Albus ihm. „Scorpius würde mir nie vergeben."
„Also was wirst du tun?" fragte Draco. „Ich habe bereits bei der Hälfte der Läden in Hogsmeade Zutaten aus der halben Welt bestellt aber sie sind nutzlos ohne das Chimären Ei."
„Ich weiss. Ich kriege es hin. Keine Sorge."
Albus und Draco verfielen in eine unglückliche Stille und starrten in den Kamin während Draco seinen Sohn vorsichtig wiegte bis Dania mit ihrer Heiler Robe über dem Arm in den Raum kam.
„Ich bin zurück bevor es dunkel wird", versicherte sie Draco. Sie ging dorthin wo sie sassen und gab ihm einen schnellen Kuss bevor sie zu Orion sah.
„Wie geht es Ainsley?" fragte Draco. „Hast du sie dir angesehen?"
„Hab ich. Sie schläft jetzt sagte aber sie will heute Nachmittag ins Ministerium also weck sie in einer Stunde oder so", sagte Dania. „Ihr Zustand scheint stabil zu sein."
Albus sah wie Draco sie dankbar anlächelte seine Augen schlugen leichte Falten als er zusah wie seine Frau die Stirn ihres Sohnes küsste.
„Ich werde bald zurück sein", versprach sie Orion sanft und Albus fühlte eine Sehnsucht. Er war in seinen letzten Wochen Brasilien etwas voreilig gewesen und hatte sich eine ganze Familie vorgestellt die nur ihm und Scorpius gehörte. Er fühlte sich nun sehr losgelöst von diesem Tagtraum auch wenn er sich daran erinnerte das sich nichts geändert hatte – sie würden noch immer heiraten.
Dania wuschelte freundlich durch Albus' Haar – Albus wollte irritiert sein aber es war nicht als konnte sie es noch mehr durcheinander bringen – und ging zur Arbeit und liess ihn wieder mit Draco und Orion allein.
„Wo sind sie jetzt?" fragte Albus nach einem Augenblick. Er wusste verdammt gut wo James und Scorpius waren aber er musste es noch einmal hören.
„Dein Vater hat letzte Nacht mit James gesprochen und sie sagten sie seien noch immer in Deutschland", sagte Draco. „Aber das sie nicht lange da wären."
Albus seufzte und sah auf seine Hände. Es war immer wir werden nicht lange hier sein. Komm nicht weil wir weg sein werden bevor du hier bist. Es wurden keine Spezifikationen gegeben auch wenn Albus vermutete das sie in Berlin waren.
„Natürlich sind sie das nicht", murrte Albus.
Scorpius' Augen brannten als er und James in das kleine, billige Hotelzimmer welches sie in Muggel Berlin gemietet hatten zurückkehrten. Er war seine Tasche auf den einzelnen dünnen Stuhl während James auf das Bett fiel und die Tasche mit Essen die sei auf dem Weg zurück von der Bibliothek der Zauberer – die Zauberer Bibliothek von Berlin geholt hatten. Scorpius sah zu wie er die Nase rümpfte als er das verpackte Schnitzel herauszog.
James sah sofort gemütlich aus und Scorpius fing an sich zu fragen ob er sich überall wohl fühlen konnte. Scorpius bemerkte wie er James nicht nur für seine Gesundheit sondern auch für seine Anpassungsfähigkeit beneidete.
„Wir hätten früher gehen sollen dann hatten wir eine richtige Mahlzeit bekommen", sagte James bevor er hinein biss. „Wir haben seit Tagen nur dieses Zeug."
„Entschuldige", entschuldigte sich Scorpius auch wenn er sich nicht schuldig fühlte. Die extra Stunde die sie im Raum voller Stammbäume und Zeitungen geblieben waren hatte Scorpius wichtige Informationen gegeben – eine Liste von Hexen und Zauberern die an der Grenze der Nottinghamshire Region gelebt hatten als die Gringras Familie bekannt gewesen war. James hatte sogar eine einzige Erwähnung von Abel gefunden – aber nichts das sie darauf führte wer ihn verflucht hatte und wieso.
Dennoch es war ein Anfang.
James hielt ihm die Papiertüte hin aber Scorpius schüttelte den Kopf. Er konnte nicht ans Essen denken wenn sein Kopf so schmerzte und seine Augen brannten. Er rieb sie unter den Gläsern seiner Brille.
„Hast du heute mit jemandem gesprochen?" fragte Scorpius.
„Ich habe mit Dad gesprochen", sagte James ihm mit dem Mund voll Schnitzel. „Sagte sie suchen all diese Trankzutaten. Gott sei Dank für diese Muggel Telefone denn es hätte mit Eulenpost ewig gedauert."
Scorpius seufzte und setzte sich auf die Kante seines quietschenden Doppelbetts.
„Ich wünschte ich könnte sie benutzen", gab Scorpius zu. „Ich würde wirklich gerne mit Albus sprechen."
„Ich bin nicht sicher ob du das willst Kumpel", sagte James. „Er ist ziemlich wütend."
Scorpius schüttelte traurig den Kopf. Er wusste das Albus wütend war und er hatte jedes Recht es zu sein aber das änderte nicht das Scorpius ihn furchtbar vermisste. Er hatte sich so daran gewöhnt das Albus in der Nähe war wenn er verärgert war das wenn er weit weg von zuhause war, schmerzend und volle Angst ohne ihn sie beinahe so traumatisch anfühlte wie gefoltert zu werden.
„Ich weiss das er es ist aber ich möchte es trotzdem."
James kaute nachdenklich, trat seine Turnschuhe weg und liess sie neben dem Bett auf den Boden fallen.
„Weisst du ich habe draussen eine wirklich alt aussehende Muggel Telefonkabine gesehen", sagte James. „Sie sind nicht so kompliziert – vielleicht kannst du die benutzen?"
Scorpius richtete sich sofort auf bei der Aussicht mit Albus zu sprechen.
„Denkst du?"
„Es ist möglich. Hier – „ James nahm ein kleines Notizheft das er brauchte um wichtige Namen und Personen aufzuschreiben und zog sein Handy hervor. Nach einem Augenblick schrieb er eine Reihe Zahlen auf und riss die Seite heraus und reichte sie Scorpius. „Versuch das. Das schlimmste was passieren kannst ist das es nicht funktioniert."
James grub wieder in seiner Tasche und reichte Scorpius eine Handvoll Euro Münzen, legte sie in Scorpius' Handfläche während er eine wage Beschreibung zu den Telefonzellen gab.
„Danke", murmelte Scorpius bevor er seinen Schlüssel vom Fensterbrett nahm und ohne weitere Unterhaltung raus ging. Die alte Holztreppe knackte unter seinen Füssen und Scorpius versuchte nicht zu sehr darauf zu achten wie abgetragen seine Schuhe geworden waren. Es war schlimm genug das er einige seiner Kleider erneut trug aber wenn sein Vater den Zustand seiner Schuhe sehen würde, würde er sich schämen.
Scorpius trat gewillt in die laue Nacht, knöpfte sein Wollhemd auf und ging um die drei Ecken die James gesagt hatte und ignorierte alles woran er vorbei kam. Er hatte heute etwas Glück und er betete das es noch ein wenig anhielt.
Schliesslich sah er sie an einer ruhigen Gasse zwischen zwei ziemlich leeren Bars. Die späte Stunde hatte viele der Anwohner nachhause geschickt da es ein Wochenabend war und Scorpius sah nur eine Gruppe draussen sitzen, sie lachten und sprachen mit ihren Krügen in der Hand.
Scorpius glitt in die Zelle und schloss die Tür fest hinter sich. Er hatte was ähnliches gesehen als er einmal den Besucher Eingang zum Zauberei Ministerium benutzt hatte aber er hatte nie die Gelegenheit gehabt eine für einen richtigen Anruf zu nutzen. Es dauerte eine Minute bis er die Münzen geordnet hatte und zu wählen und eine Minute länger um James' Handschrift zu lesen und die Nummern zu entziffern aber sobald er es hatte war er so zufrieden das Klingeln auf der anderen Seite der Leitung zu hören das seine Knie sich weich anfühlten.
„Hallo?"
Albus' Stimme erklang durch die statischen Wellen und Scorpius lachte erleichtert und lehnte seinen Kopf gegen das schmutzige Plexiglas der Zelle.
„Hei. Ich bin es."
„Scorpius?"
„Ich ich habe gestern wieder versucht eines der anderen Telefone zu benutzen aber es hat aufgehört zu laufen", erklärte Scorpius. „James dachte das eine der Muggel Telefonzellen vielleicht funktioniert."
„Ist es das was du benutzt?"
„Ja", bestätigte Scorpius mit zitternder Stimme. „Wo bist du? Wie geht es dir?"
„Ich bin bei Mum und Dad", sagte Albus. „Sitze einfach draussen."
Scorpius schloss die Augen und versuchte sie vorzustellen wie Albus auf der Verandaschaukel sass und nach dem es dunkel war ein Butterbier trank wie er es oft tat.
„Du bist sauer auf mich", sagte Scorpius. Es war keine Frage.
„Nun ja", sagte Albus scharf. Scorpius schluckte hart. Er hatte sich überzeugt das er bereit war für Albus' Wut aber sie in seiner Stimme zu hören machte sie echter.
„Es tut mir leid", murmelte er. „Es tut mir wirklich leid."
„Sag mir wo ihr seid", sagte Albus. „Ich kann in Stunden dort sein Scorpius."
„Wir werden hier bald gehen", sagte Scorpius schnell. Er hatte die Lüge geübt aber es war wahr. Sie hatten ihre Anstrengungen hier erschöpft und würden in die Schweiz reisen um einen Experten über Zauberer Abstammung im Ruhestand zu suchen und dann würden sie nach Frankreich gehen wenn alles gut lief. „Wir werden nur ein paar Stunden schlafen und gehen aber ich sollte bald zuhause sein – „
„Du bist beinahe zwei Wochen weg", sagte Albus. „Zwei Wochen. Was machst du? Was findest du dass du nicht warten kannst bis ich komme? Ich kann helfen."
Scorpius hörte auf Albus' Ton, drehte das Telefonkabel um seine Finger und merkte das es die Statik verstärkte. Albus war weniger wütend als Scorpius es sich vorgestellt hatte – er hatte Geschrei oder zumindest eine erhobene Stimme vorausgesagt – aber das war irgendwie schlimmer. Stattdessen klang Albus verletzt.
„James war eine grosse Hilfe", versicherte Scorpius ihm. Es war das falsche zu sagen.
„Oh also ist er eine bessere Hilfe als ich es wäre?" fragte Albus und fuhr fort bevor sich Scorpius verteidigen konnte. „Ist er? Ich nehme an James war immer klüger als ich – ergibt Sinn das du ihn anstelle von mir dabei haben willst."
„Albus du weisst das das nicht wahr ist – „
„Dann. Lass. Mich. Helfen", verlangte Albus. „Sag mir wo ihr seid. Ich kann sagen das noch mehr falsch ist – ich bin nicht so dumm – „
„Ich weiss du denkst du bist genial Albus", unterbrach Scorpius. „Und du bist genial aber es macht keinen Sinn das du dich einmischst wenn alles in Ordnung ist."
„Um Merlins Willen Scorpius – mein Vater und ich haben diese Woche bereits drei Tage damit verbracht uns mit Direktorin Bagshot zu treffen – du weiss den Boss? Es hat so lange gedauert sie zu überzeugen keine Anklage gegen dich zu erheben. Ich musste ihr alles über unser kleines Abendteuer erzählen und wie du als Streber der du bist so respektvoll warst als wir in Bathildas Haus einbrechen mussten", schwafelte Albus. Scorpius zuckte zusammen – er wusste wie sehr Albus es hasste über ihr viertes Jahr zu sprechen. „Hast du eine Ahnung wie schwer das zu erklären war? Dads Idee natürlich – es nachhause zu bringen und es persönlich zu machen weil er sechzehn Jahre später selbst dort war. Es hatte jeden Potter Zauber zwischen uns gebraucht – und du weisst ich habe nicht viel beizusteuern – um sie zu überzeugen das sie dich nicht verhaften lässt wenn du in London ankommst – das es ein absoluter Notfall war und das du alles für deine Familie tun würdest und du hast verdammt Glück das mein Vater dich mag weil die Direktorin eine strenge Frau ist und ich denke nicht das es so sehr der Fakt ist das er der Harry Potter ist den sie beruhigt hat. Er ist der Leiter der magischen Strafverfolgung und so vertraut sie seinem Urteil."
„Danke", murmelte Scorpius.
„Also ich sage es noch einmal – sag mir wie ich dorthin komme wo du bist."
Scorpius tat es beinahe. Albus Hilfe wäre unbezahlbar auch wenn er keinen Finger krumm machte – er war klug und dachte immer ausserhalb der Box. Seine Ermutigung war sein Gewicht in Gold wert aber Scorpius zog seine Hände in seine Ärmel und fühlte das leicht blutige Taschentuch welches er vorhin hineingeschoben hatte und es lähmte seine Zunge.
Albus würde ihn direkt nachhause bringen wenn er herausfand das Scorpius krank war – ein Gedanke der Scorpius' Haut kribbeln liess.
„Ich kann nicht", flüsterte Scorpius. „Bitte weiss ich kann es nicht. Ich vermisse dich so sehr Al. Glaub mir ich wünschte ich wäre jetzt mit dir zuhause oder das du hier bei mir wärst aber ich kann einfach…nicht."
Albus atmete am anderen Ende der Leitung aus und die Statik übertönte das Geräusch beinahe. Es gab ein leises und vorsichtiges Pfeifen das wie Scorpius annahm von einer Brise kam die über die Veranda der Potters blies und das leise quietschen der Schaukelketten als Albus die Bank vor und zurück schwang.
„Al?"
Albus' Stimme war leise und gedämpft durch den Hörer. „Draco lässt Ainsley durch ein Team von Heilern überwachen. Ich denke es stört sie ziemlich um ehrlich zu sein."
Scorpius gluckste reuevoll und atmete tief durch um sich zu beruhigen als Albus fortfuhr.
„Sie nimmt die Tränke und sie sagen sie hat viel Zeit und ich habe deinen Vater und Orion heute gesehen."
„Wie geht es Orion?"
„Es ist niedlich. Er hat heute auf Dracos Lieblingsjacke gekotzt", sagte Albus. Scorpius konnte sein Lächeln hören also fütterte er dem Telefon alles Muggel Geld die James ihm gegeben hatte als eine weibliche Stimme nach mehr Münzen fragte. Es liess sich auf den etwas schmutzigen Boden der Telefonzelle sinken und hielt den Hörer mit beiden Händen fest.
„Erzähl mir mehr", flehte er. „Bitte?"
„Worüber?"
„Irgendwas Al. Sprich einfach weiter mit mir", bettelte Scorpius. Albus hielt am anderen Ende der Leitung inne und Scorpius hörte wieder das Quietschen der Schaukel.
„Nun", begann Albus. „Ich musste mich heute für das Chimären Team anmelden."
Scorpius legte seinen Kopf gegen seine Knie und blockte jedes Geräusch ausser Albus' Stimme aus. Es war einfacher als er sich erinnerte oder vielleicht die kleine, nagende Idee die sich in seinem Hinterkopf einpflanzte – das seine Tage vielleicht gezählt waren und das er sie damit verschwendete eine Heilung zu suchen die nicht existierte. Schlimmstenfalls hatte er noch Jahre aber Scorpius war nicht leichtgläubig. Er könnte jedes Alter erreichen und er würde sich an dem Tag an dem er starb noch mehr Zeit wünschen genau wie seine Mutter es getan hatte.
Er fokussierte sich auf Albus' Worte – sein erstaunen das sie ihn ins Team liessen und sein vertrauen das er unbemerkt ein paar Eier nehmen konnte wenn er vorsichtig war. Scorpius summte und drängte ihn an den richtigen Stellen um ihn weiter sprechen zu lassen bis beinahe eine Stunde später die Stimme wieder kam und ihm sagte das ihre Zeit vorbei war.
Scorpius sagte Albus dreimal das er ihn liebte nur für den Fall das andere Zeiten auch knapp wurden.
James dankte allen Muggel Göttern das er ein rastlosen Gen von beiden seiner Eltern geerbt hatte da es ihm in solchen Zeiten diente. Sie reisten von Deutschland in die Schweiz und verfolgten eine Aufzeichnung und als Scorpius einen Hinweis aufdeckte über ein Duell zwischen was vielleicht ein Gringras Familienmitglied gewesen war hatten sie angefangen eine Route für ihr nächstes Ziel zu planen.
„Ein schlecht geführtes Tagebuch von einer Apotheken Assistentin ist nicht viel", bestätige Scorpius während James um ihren Portschlüssel feilschte. Er hielt sein nun abgenutztes Notizbuch an seine Seite und spielte mit einer der losen Lederbänder des Einbands. James hatte ihn dreimal gefragt ob er eine neues brauchte aber Scorpius hatte jedes mal abgelehnt.
„Nun wenigstens findest du etwas", sagte James und reichte die Anmeldung der Schweizer Hexe zurück. Sie waren im Herzen der Schweiz in einem ihrer Ministeriums Büros die über die Hauptstadt verteilt waren. Bern war alt und wunderschön und er hätte die zwei Tage die sie hier verbracht angenehm gefunden wenn sie nicht in der Bibliothek gewesen wären und wenn er mit jemand anderem als einem sehr nervösen, sehr aufgeregten Scorpius Malfoy der nun bei der kleinsten Provokation aufsprang hier gewesen wäre.
„Ich weiss", sagte Scorpius und seine Finger fuhren noch mehr über den Einband. „Es scheint als wäre die Gringras Familie ziemlich beliebt gewesen."
„Nun der andere Teil deiner Familie ist es auch", sagte James. Als sie weggingen sah er wie die Augen der Hexe ihnen folgten und er hoffte verzweifelt das sie nicht erkannt worden waren. Scorpius war etwas ruhiger als die Tage zuvor also hatte James entschlossen es zu erwähnen.
„Ja, aber die Gringras Familie wurde aus den richtigen Gründen gemocht", sagte Scorpius. „Sie waren grosszügig und haben den Leuten in Nothinghamshire geholfen. Sie haben die Verantwortung für die Leute übernommen die das Land bearbeitet haben. Es sieht sogar aus als hätten sie magische Lösungen für Sachen angeboten und sie als Wunder oder Forschung getarnt – was immer zu der Zeit funktioniert hat."
„Aber sie waren Reinblüter", sagte James als sie eine Ecke in der Nähe des Portschlüssel Büro fanden um zu sitzen. James warf sich auf einen der kleinen Lobby Sessel während sich Scorpius entschied aus dem Fenster auf die Stadt hinunter zu sehen.
„Das waren sie", stimmte er zu. „Aber sie waren nicht elitär und es war eine grosse Familie also gab es ein paar Squibs aber die wurden nicht gemieden. Es gibt sogar ein verwirrendes Zeichen auf einem der Stammbäume der es aussehen lässt als hätte eine von Abels Nichten einen Muggel Mann geheiratet."
James sah zu wie Scorpius fieberhaft durch seine Notizen blätterte seine langen Finger flogen über die Seiten. Er wäre Scorpius immer etwas schuldig wenn er Ainsley helfen konnte und James war ihm gegenüber nicht böswillig aber er fragte sich immer mehr was Albus in Scorpius sah.
Es war einer der besseren Tage für Ainsley gewesen. Ihre Energie hatte bis spät am Tag nicht nachgegeben und bis dann sass sie bequem hinter ihrem Schreibtisch in ihrem kleinen Büro, bearbeitete Papierkram und sprach mit ihren Kollegen. Sie waren unglaublich verständnisvoll ihrer neuen „Limiten" gegenüber (auch wenn sie jedes Mal das Gesicht verzog wenn jemand das Wort benutzte) und hatten ihr geholfen die Akten ihrer Fälle an den Tagen in denen sie nur wenige Stunden bleiben konnte auf dem neusten Stand zu halten.
Aber dieser Fall, fühlte Ainsley war es wert etwas länger zu bleiben selbst wenn sie müde war.
Ihr gegenüber sass eine Muggel Frau Namens Sara welche einen erleichterten aber düsteren Ausdruck auf ihrem Gesicht hatte und auf dem Platz neben ihr lag eine Babyschale. Sara wiegt sie vorsichtig, sah wie Ainsley die letzten Formulare ausfüllte und die Akte schloss.
„Nun das ist alles was du unterschreiben musst. Mein Vorgesetzter hat bereits alles abgestempelt", versicherte Ainsley ihr. Sie verschränkte ihre Hände und betrachtete die Babyschale in welcher ein 6 Monate alter Junge schlief.
„Danke das du den Ablauf so reibungslos gemacht hast", murmelte Sara.
Das war der schwierigste Teil ihres Jobs und Ainsley tat immer ihr bestes nicht davor zurück zu weichen. In diesem Fall, war Sara eine jung Muggel Frau welche eine Beziehung mit einem Zauberer hatte. Sie war kurz und intensiv gewesen und als Sara dem jungen Mann sagte das sie Schwanger war verschwand er ohne ihr zu sagen was er war. Ein Ministeriums Mitarbeiter hatte mit ihr über die Möglichkeit ein magisches Kind zu kriegen gesprochen und Sara hatte mehrere Monate zeit zu entscheiden was sie tun wollte wenn ihr Kind als Zauberer geboren wurde. Etwa einen Monat bevor das Baby geboren wurde, wurde Ainsley ihrem Fall zugeteilt und Sara hatte ihr gesagt das wenn ihr Sohn ein Zauberer war sie ihn in eine Familie geben wollte die sich um ihn kümmern und ihm all die Dinge beibringen konnte die sie ihm nicht beibringen konnte.
„Einige meiner besten Freunde sind Muggelgeborene", hatte Ainsley erklärt. „Sie passen sich gut an sobald sie nach Hogwarts kommen. Du könntest ihn behalten."
Aber Sara hatte nur traurig gelächelt, ihre Hand auf ihrem grossen Bauch. Sie war sehr jung – nur Ainsleys Alter – und konnte sich nicht richtig um ein Baby kümmern noch weniger um eines dessen Kräfte sie nicht verstand.
„Ich kenne die Familie die ihn adoptiert. Sie haben über die Jahr drei andere Kinder adoptiert aber sie sind jetzt alle erwachsen", sagte Ainsley, sah auf die verletzliche Frau ihr gegenüber und hielt ihre Stimme weich und freundlich. „Er wird alles kriegen was er je wollen oder brauchen könnte. Sie haben gefragt ob die bereit wärst zu warten und sie kennenzulernen wenn sie her kommen." Sie betrachtete ihre Uhr und unterdrückte ein Gähnen. „Sie sollten in zehn Minuten hier sein."
Erneut schüttelte Sara den Kopf. Sie wagte einen Blick zu der Babyschale in der ihr Sohn schlief. Ainsley dachte das er seiner Mutter sehr ähnelte – dunkle Haut und dunkle Augen, lange Finger und einem herzförmigen Mund und sie war sicher das die Ähnlichkeit es nicht leichter machte ihn gehen zu lassen.
„Nein", flüsterte Sara und glättete die Decke über ihrem Baby. „Ich denke es ist das beste wenn ich es nicht tu. Ich bin so dankbar – wirst du ihnen das von mir sagen? Und sag ihnen sie sollen ihm einen guten, starken Namen geben."
Sara sah mit Tränen in den Augen zurück zu Ainsley.
„Natürlich werde ich das."
„Ich weiss einfach das wenn ich bleibe es schwerer wird", sagte Sara. „Ihn gehen zu lassen ist bereits schwer genug aber ich weiss das es das Beste ist. Ich bin eine Kellnerin. Ich wäre nie in der Lage mich so um ihn zu kümmern wie er es verdient. Vielleicht werde ich eines Tages eine Familie haben – aber nicht jetzt und nicht alleine."
„Wenn es etwas zählt, ich denke das du eines Tages eine grossartige Mutter sein wirst und was du tust sehr mutig ist."
Sara lächelte sie matt an bevor sie noch einmal zu dem schlafenden Baby sah. Sie atmete langsam aus und stand auf. Ainsley stand auch auf – ihre Beine zuerst etwas zittrig – und ging um den Schreibtisch zu ihr.
„Wenn er dich jemals finden will wird ihm das Ministerium helfen dich ausfindig zu machen", versicherte Ainsley ihr. Sara nickte und legte ihren Mantel über ihren Arm. Aus Gewohnheit griff sie nach der Tasche mit Baby Sachen hielt aber inne und zog ihre Hand zurück und sah etwas verloren aber dennoch bestimmt aus.
„Danke für deine Hilfe Ainsley", sagte Sara.
„Natürlich. Der Zauberer draussen wird dich zum Ausgang bringen. Ich weiss es ist ein Labyrinth hier drinnen."
Sara lachte halbherzig und wischte sich nickend die Tränen unter den Augen weg.
„Das ist es", sagte sie. Sie seufzte und ging zur Tür und sah noch einmal zu dem Baby. Sie flüsterte „viel Glück" bevor sie die Tür aufzog und so schnell wie möglich hindurch schlüpfte.
Ainsley seufzte und liess sich gegen ihren Schreibtisch fallen, hörte wie der Zauberer sie grüsste und sie weiter scheuchte. Ainsley hatte speziell darum gebeten das Macmillan Sara herausführte. Er war der beste Obliviator im Ministerium und Ainsley fühlte sich schlecht genug Sara nicht sagen zu können das ihre Erinnerungen verändert werden würden nachdem sie ihr Kind abgegeben hatte. Wenigstens war Macmillan geübt genug ihre Erinnerungen an die Zaubererwelt zu nehmen aber die an ihren Sohn zu lassen.
Das namenlose Baby schlief in seiner Babyschale, unwissend das seine neue Familie auf dem Weg war ihn abzuholen oder das er eines Tages Teil einer Welt sein würde von der seine Leibliche Mutter nicht einmal wusste das sie existierte. Ainsley wollte ihn hochnehmen und ihm sagen das alles in Ordnung war, auch wenn er es nicht verstand wollte aber den Frieden nicht stören.
Nach ein paar Minuten klopfte es sanft an der Tür. Ainsley schwenkte ihren Zauberstab und öffnete sie. Sie hatte zwei bekannte sehr eifrige Gesichter erwartet sah aber stattdessen einen Fremden. Sie richtete sich sofort auf und trat zwischen den Säugling und den Mann.
„Kann ich Ihnen helfen?"
Er trat einen Schritt herein, sein Blick verliess Ainsleys Gesicht nie auch wenn er ihr kaum in die Augen sah. Er schien beinahe so überrascht sie zu sehen wie sie es war einen Fremden in ihrem Büro zu haben.
Der Mann schien in seinen Fünfzigern zu sein er hatte dünnes Braunes Haar mit grau an den Seiten und in seinem Bart. Er war beinahe so gross wie James und Ainsley fühlte sich sofort bedroht von einem fremden Mann der so viel grösser war als sie. Er starrte sie lange an bis die Stille unangenehm wurde.
„Kann ich Ihnen helfen?" wiederholte Ainsley mit scharfer Stimme. „Wer sind Sie?"
Der Mann schluckte und auf seinem Gesicht erschien ein unerwartetes und sehr wiedererkennbares Lächeln. Er sprach mit einen schweren Französischen Akzent.
„Ich bin Bastien Marais."
Es dauerte eine Sekunde für Ainsley um zu realisieren wieso der Name so bekannt klang aber sobald sie es tat wurden ihre Augen gross und ihr Kiefer spannte sich an weil es auch einmal ihr Name gewesen war.
„Du bist mein Vater", sagte sie. Es war keine Frage.
Bastien nickte langsam und seine Augen sahen endlich ihn ihre. Sie hatte über die Jahre nur einige Fotos von ihm gesehen. Er war gut gealtert – viel besser als ihre Mutter.
„Ich hatte gehofft wir können reden", sagte er langsam als hätte er Angst sie zu verschrecken. Ainsley packte den Griff ihres Zauberstabs fest.
„Du hast dem Ministerium gesagt, dass du nichts mit mir zutun haben willst", sagte Ainsley. Ihre Kehle spannte sich an.
„Und ich würde gerne mit dir darüber sprechen", sagte Bastien. „Nur etwas von deiner Zeit. Vielleich könne wir beim Abendessen darüber sprechen? Wo immer du hingehen möchtest."
Das Baby bewegte sich in der Schale hinter ihr, machte ein leises Geräusch und drohte aufzuwachen. Ainsley hielt den Atem an, hoffte er würde es nicht und wünschte sich Bastien würde verschwinden als wäre er nie da gewesen.
Aber wiederum wusste Ainsley das sie die Geschichte nur aus der Seite ihrer Mutter gehört hatte. Sie wusste nie was passiert war – nicht sicher. Sie wiegte ihre Optionen ab und Bastian verschränkte die Arme hinter dem Rücken und wartete geduldig auf ihr Urteil.
„Ich habe noch einen Termin", sagte Ainsley. „Ich bin in etwa zwanzig Minuten fertig. Warte im Gang."
Seine Schultern sanken erleichtert und sein Grinsen wurde breiter. Er drückte seine Hände wie zum Gebet zusammen und verliess den Raum.
„Danke", sagte er. „Danke."
Ainsley nickte und bevor er den Raum ganz verlassen konnte traten zwei weitere Personen herein. Er glitt neben ihnen hindurch und Ainsley sah in die grinsenden Gesichter von Dean und Seamus Finnigan-Thomas auf. Ihre Aufregung war ansteckend und liess sie beide viel jünger erscheinen. Dean und Seamus hatten zu der Zeit als ihre Freunde und Klassenkameraden ihre Familien gründeten angefangen Kinder zu adoptieren. Als ihr ältester Hogwarts abschloss hatte das Paar entschieden das sie noch nicht fertig damit waren Eltern zu sein und waren ins Ministerium gekommen um sich noch einmal für eine Adoption zu melden. Ainsley war begeistert gewesen sie mit Sara zu verbinden.
„Gentlemen", grüsste sie und schob die Aufregung ihren Vater zu sehen beiseite. Dean und Seamus waren während dem Prozess nur aufgeregt und kooperativ gewesen und sie verdienten es nicht das Ainsleys Zweifel an ihrem Vater und ihr Stirnrunzeln diese Erfahrung trübte.
Die kurze Stille wurde unterbrochen als das Baby aufwachte und lärmte. Ainsley hatte zuvor gedacht das alle Babys gleich tönten aber sie wusste jetzt das selbst die jüngsten Kinder eine eigene Stimme hatten. Sie konnte dieses Kind leicht von Orion unterscheiden und das allein durch das Geräusch.
Seamus entdeckte die Babyschale und sein Grinsen wurde breiter. „Ist… ist das…?"
Ainsley ging zum Stuhl und hob das Baby vorsichtig hoch und weckte ihn dabei komplett. Sie nahm an das es unvermeidbar war als er anfing zu jammern und zu weinen und sie hielt ihn an ihre Brust.
„Lernt den neusten Finnigan-Thomas kennen", lachte Ainsley als Dean seine Arme eifrig austreckte. Er nahm das Baby vorsichtig und hielt ihn fest. „Die Mutter wusste das sie ihn hergeben würde. Sie sagte es wäre einfacher wenn sie ihm keinen Namen gibt. Sie wollte das den Leuten überlassen die ihn erziehen würden."
Für eine Sekunde, in der Dean uns Seamus ehrfürchtig zu dem Baby sahen, war Ainsley nicht sicher das sie sie überhaupt gehört hatten. Sie waren sofort in ihrer eigenen kleinen Welt und beruhigten ihn mit geübten Händen und beruhigenden Stimmen.
„Ist sie geblieben?" fragte Seamus nach einer Minute. „Die Mutter? Wir wollten sie kennenlernen."
Ainsley schüttelte traurig den Kopf und sank wieder in ihren Stuhl da sie anfing sich schwach zu fühlen. „Nein. Sie hat sich vor ein paar Minuten verabschiedet."
Ainsley reichte ihnen beiden die letzten Stapel Papierkram um die Adoption zu beenden. Als die zwei aufgeregt darüber sprachen ihren neuen Sohn ihren Freunden vorzustellen hörte Ainsley wie Harrys Name erwähnt wurde und sie lächelte.
„Ich kann ihm sagen das ihr möchtet das er vorbei kommt", bot Ainsley an. „Ich sehe ihn wahrscheinlich in den nächsten Tagen."
„Potter?" fragte Dean. Er schaukelte das Baby vorsichtig und beruhigte ihn wieder. „Das wäre ausgezeichnet."
Seamus glättete die Decke über dem Baby und grinste Dean an.
„Er sieht etwas aus wie du Dean", sagte Seamus. Dean sagte nichts und lächelte nur.
Sie lächelte vor sich hin als sie abwechselnd die letzten Papiere unterschrieben. Manchmal dachte sie an sich als Kind, voller Ehrfurcht vor all der Helden des zweiten Zauberer Kriegs und sie war fasziniert das sie so viel Zeit mit dem grossen Harry Potter verbrachte welches sie regelmässig im Schach schlug.
Als Seamus und Dean gingen nahmen sie ihre Begeisterung und Energie und das Baby mit sich. Ainsley hörte wie ihre Stimmen im Gang verhallten und sie wünschte sich das wenn ihre Mutter und ihr Vater sie nicht so lieben konnten wie sie es verdiente sie, sie weggegeben hätten damit eine Familie wie die Finnigan-Thomases sie erziehen hätte können.
Der Gang zum Restaurant war ruhig und merkwürdig und Ainsley hielt ihre Hand in ihrem Mantel in der Nähe des Griffs ihres Zauberstabes. Es war ein heisser Sommerabend und sie war zu erschöpft um in der frischen Luft zu sein und der Aufpäppeltrank den sie genommen hatte bevor sie ihr Büro verlassen hatte liess sie sich nicht besser fühlen. Schlaf war nun sehr wichtig und sie war eine Stunde länger auf geblieben als sie sollte und hatte mit Danias Handy mit James telefoniert.
Sie entschieden sich in ein kleines italienisches Restaurant in der Shaftesburry Avenue und setzten sich ans Fenster weg von einer grossen Menge im hinteren Teil. Sie sassen in Stille während sie die Speisekarte studierten und erst nachdem sie bestellt hatten faltete Bastien die Hände auf dem Tisch und beugte sich vor, seine Augen fuhren über Ainsleys Gesicht.
„Du siehst deiner Mutter so ähnlich", sagte er. „Sie war wunderschön als ich sie kennenlernte. Sie war vielleicht ein Jahr oder so älter als du jetzt."
Ainsley bewegte sich unbequem auf ihrem Stuhl und drehte ihr Armen unter dem Tisch zwischen ihren Fingern.
„Ist das so? Ich weiss nicht einmal wie ihr euch zwei kennengelernt habt."
Bastien sah bestürzt aus. „Sie hat es dir nie erzählt."
Ainsley schluckte fest und wünschte sich plötzlich sie hätte den von ihm angebotenen Wein nicht ausgeschlagen. „Sie hat mir nie etwas erzählt."
„Nun wir haben uns kennengelernt als – „
„Es ist mir egal." Normalerweise war Ainsley nicht unhöflich und unterbrach Leute aber es war ihr bereits so unwohl das es egal war. „Ist es aber ich möchte wissen weshalb du gegangen bist."
Bastien sank zurück in seinen Stuhl überlegte seine Antwort und gab Ainsley Zeit ihn zu betrachten. Seine krumme Nase nahm nichts von seinem guten Aussehen weg und sie konnte sehen das er als junge Mann mit seinen breiten Schultern und seiner Grösse ein ziemlicher Fang gewesen war. Offensichtlich hatte sie sehr wenig von ihm.
„Deine Mutter hat sehr klar gemacht das sie nichts mit mir zu tun haben will", sagte Bastien nachdem er einen Schluck seines Weins genommen hatte. „Wir haben uns nachdem du geboren wurdest die ganze Zeit gestritten – um ehrlich zu sein war es für niemanden gut. Wir waren jung und keiner für uns war für die Ehe bereit und das haben wir schnell herausgefunden. Sie hat mich aus dem Haus geworfen und hat verlangt das ich meine elterlichen Rechte ablege und sie hatte jeden Grund dafür. Ich war kein guter Ehemann oder Vater Ainsley."
„Das hätte ich selber herausfinden können", sagte sie düster.
„Aber wenn ich gewusst hätte zu was sie wird…" Bastien schüttelte den Kopf und sah aus dem Fenster eine Worte verstummten. „Und als die Ministeriumsleute zu mir kamen nachdem sie nach Askaban kam bekam ich Panik. Ich bin nicht stolz darauf", sagte Bastien und schüttelte den Kopf. „Es hat lange gedauert bis ich weitermachen konnte und ich habe jetzt Familie und Kinder. Ich wusste nicht was sagen. Sie versicherten mir das du sicher bist und ich dachte du wärst besser dran."
Ainsleys Augen weiteten sich. „Ich-ich habe Geschwister?"
Bastien lächelte und zog seine Brieftasche heraus. Er zeigt ein Foto von einer Frau die halb so alt schien wie er welche ein Mädchen von etwa drei Jahren und einen Säugling hielt. Beide Kinder sahen ihrem Vater ähnlich.
„Oh wow", flüsterte Ainsley und nahm es ihm ab um es besser anzusehen. Ihr ganzes Leben hatte sie sich Geschwister gewünscht und da waren sie starrte sie an, winkten und hüpften auf dem Foto. Wussten sie von ihr? Wusste Bastiens neue Frau überhaupt davon das er eine erwachsene Tochter in einem anderen Land hatte?
Ainsley hatte zu viel Angst um zu fragen.
„Ich lese den Tagespropheten manchmal noch. Ich habe den Artikel über deinen Cousin gesehen und es stand du wärst krank."
Ainsley sah von dem Foto auf und sah das seine Augenbrauen vor Sorge zusammengezogen waren.
„Oh."
„Ich erinnere mich an deine Tante", fuhr er fort. „Und es tut mir leid das es dich auch betrifft."
Ainsley nickte einfach, schloss die Brieftasche und reichte sie still zurück. Sie steckte ihre Hände zurück unter den Tisch.
„Ich habe mich selbst überzeugt das du nichts brauchst", sagte er mit einem leeren Lachen. „Ich dachte deine Mutter würde sich um dich kümmern auch wenn sie in sonst nichts gut war und es tut mir leid das ich falsch lag."
„Du konntest es nicht wissen", sagte Ainsley voller Vergebung. „Jeder macht Fehler wenn er jung ist oder?"
„Sieht nicht aus als hättest du es – Abschluss in Hogwarts und dann direkt ins Ministerium."
„Nun ich habe einem Ravenclaw einmal die Nase gebrochen."
Bastien gluckste und Ainsley konnte etwas von ihrem Lachen darin hören. Der Gedanke das es etwas gab das nicht direkt von Daphne kam wärmte sie von Kopf bis Fuss und sie grinste und schob ihre unangenehmen Gefühle bei Seite.
„Nun du hast bestimmt noch mehr Fragen", bat Bastien an. „Ich bin froh sie zu beantworten."
Ainsley sprang auf all die Dinge die sie versucht hatte ihre Mutter zu fragen aber nie eine Antwort darauf erhielt. Sie fand heraus das ihr Vater von einer alten französischen Reinblut Familie stammte (sowie die Malfoy und Greengrass Familien) und das ihre Halbgeschwister Jasmin und Olivier hiessen. Sie fand heraus das dies die dritte Ehe ihres Vaters war – seine zweite Frau starb etwa zwei Jahre nach ihrer Hochzeit – und das er nie glücklicher war. Als ihr Essen kam erzählte er ihr das selbst die französischen Reinblut Familien einen grossen Einfluss des zweiten Zauberer Krieges spürten – seine eigene war selbst kaum durchgekommen aber ihr Name und Investitionen waren kurz nach seiner Rückkehr nach Südfrankreich, als Ainsley ein Kleinkind war zusammen gebrochen.
Bastien stellte ihr auch Fragen – über die Schule und wo sie jetzt lebte. Er fragte sie über Draco und Dania da er nur kurz etwas von ihnen in der Zeitung gelesen hatte. Er fragte sie über die Potters und James und ob sie dachte das sie ihn eines Tages heiratete.
„Vielleicht", sagte Ainsley und tat mit einem Schulter zucken auf Gleichgültig. Unter den Umständen war es ein heikles Thema. „Ich will es nicht tun wenn ich die ganze Zeit krank bin."
„Wirst du weiterhin bei den Malfoys leben?"
Ainsley nickte. Ihr Essen war gekommen und sie schlürfte ihre Suppe.
„Sie waren sehr nett zu mir", sagte sie. „Und ich stehe meinem Cousin nahe. Ausserdem haben Draco und Dania ein neues Baby und ich helfe gerne."
Bastien spielte nachdenklich mit seiner Gabel er hatte seinen Fisch in Rekordzeit gegessen.
„Es mag vielleicht etwas viel verlangt sein", begann er langsam, „aber du bist willkommen bei uns zu bleiben."
Ainsley legte ihren Löffel auf ihren Unterteller und unterdrückt das leichte Zittern vom Stress in ihrer Hand. Sie atmete tief durch und lehnte ihn gegen die Tischkante.
„Verzeihung?"
„Wenn du wo anders leben möchtest oder auch nur besuchen", stellte Bastien klar. „Unser Haus ist gross und es ist am Meer – das Wetter ist viel besser als hier wenn… nun wenn du krank bist und ich möchte dich besser kennen lernen und ich weiss meine Frau möchte dich gerne treffen."
Ainsley fand es schwer das zu glauben und sie starrte an ihm vorbei auf die weise Steinmauer. Sie liebte es Zeit mit Orion zu verbringen und sie hatte nicht verstanden wie ein Baby eine ihrer Lieblingsmenschen sein konnte bis sie ihn zum ersten Mal in den Schlaf gesungen hatte. Wie wäre das mit Kindern mit denen sie verwandt war? Sie liebte Scorpius so sehr und sie war nur seine Cousine…und die warme und trockne Luft in Südfrankreich konnte ihrer Gesundheit nicht schaden oder?
Aber Bastien war nicht da gewesen nicht wahr? Sie kannte ihn überhaupt nicht – nicht auf die Art wie sie ihre neue Familie kannte. Sie wusste nicht wie er seinen Tee trank (Draco trank ihn mit zwei Zuckerstücken ohne Milch) oder was sein Lieblingssandwich war (Scropius liebte Roast Beef). Er hatte ihr nie geholfen sich auf einen Anlass vorzubereiten (Dania konnte ihre Haare schneller und besser flechten als sonst jemand den Ainsley getroffen hatte) oder hatte sich bei der kleinsten Provokation um die halbe Welt aufgemacht um eine Heilung für den Blutfluch zu suchen der sie langsam auffrass (sie fragte sich wo Scorpius und James jetzt waren).
„Vielleicht komme ich euch besuchen", sagte Ainsley und versuchte freundlich zu bleiben. „Es wäre nett deine Familie zu treffen."
„Sie sind auch deine Familie", sagte Bastien.
Ainsley antwortete nicht und fing an ihre Suppe weiter zu essen während er ihr Strandhaus genau beschrieb und erzählte ihr vom Start ihrer jüngeren Schwester an der lokalen magischen Vorschule.
Es dauerte bis Ainsley ihr Essen beendet hatte und die Teller weggeräumt waren das Bastien die Unterhaltung wieder zu Daphne führte. Ainsley unterdrückte ihr dritten Gähnen als er sie fragte wie sich ihr Leben nach der Inhaftierung ihrer Mutter verändert hatte.
„Sicher sind einige Dinge besser geworden oder?"
„Nun ich mag es bei den Malfoys zu leben", gab Ainsley zu. „Mum hat mich ziemlich isoliert also ist es gut mehr Leute um mich zu haben nun da ich aus der Schule bin."
„Du könntest allein leben. Hast du nicht das Greengrass Vermögen übernommen?" fragte er und starrte auf seine Finger als er eine Serviette dazwischen drehte anstelle das er sie ansah. Er sprach mit dem Ton von jemanden der endlich sein Punkt der Interesse erreicht hatte und versuchte Gleichgültig zu wirken. „Oder wurde es zwischen dir und deinem Cousin aufgeteilt?"
Ainsley seufzte und schloss für einen Augenblick ihre Augen, ihr Herz sank.
Natürlich, dachte sie. Natürlich gab es einen Grund wieso er auftaucht nachdem der Prophet einen Artikel über mich gedruckt hat der das Wort ´sterben´ verwendet. Ich hätte es wissen sollen…
Sie atme langsam tief aus und sah ihn an.
„Nun das war entzückend", sagte sie sarkastisch, stand langsam auf und hielt sie an ihrem Stuhl fest als sie ein paar Noten Muggel Geld aus ihrer Tasche holte und mit einem nachdenklichen Blick um sicher zu gehen das es die Mahlzeit und mehr beglich auf den Tisch warf.
„Was tust du?" fragte Bastien bestürzt. Er wollte aufstehen aber Ainsley hob eine Hand um ihn zu stoppen und schüttelte den Kopf.
„Folg mir nicht", verlangte sie. „Du wirst keinen Knut davon bekommen was meine Mutter mir vermacht hat."
„Ainsley, ma chérie, das habe ich nicht gemeint –„
„Ob so ist oder nicht ist irrelevant", sagte Ainsley bestimmt. „Ich habe eine Familie und ich bin recht glücklich mit ihnen deshalb denke ich das ich jetzt nachhause gehe."
Sie sah schnell von ihm weg, winkte ihrem Kellner höfflich zum Dank und glitt schnell und leise aus dem Restaurant und auf die Strasse. Es war nach acht Uhr und die Menge hatte sich auf ein paar Bar Besucher und Leute die spät nach der Arbeit nachhause eilten ausgedünnt. Etwas Licht strahlte über den Gebäuden der Stadt sie wand sich ihren Weg durch eine Gruppe lachender junger Männer die ihre Getränke festhielten, ihre Augen klebten an einem Fussballspiel auf einem nahegelegenen Bildschirm.
Sie ging die Strasse so schnell wie möglich hinunter, ihre Absätze klapperten auf den Pflastersteinen und ermahnten sie auf dem ganzen Weg. Nach all der Zeit hatten die Leute noch immer die Macht sie zu enttäuschen und sie fing an sich zu fragen wann James und die Malfoys dasselbe tun würden.
Denk nicht so, dachte sie und überquerte die Strasse zu einer ruhigen Gasse.
Ainsley steckte ihre Hände in ihre Taschen, ging um die Ecke zum Zauberei Ministerium und sah nur einmal über ihre Schulter um sicher zu gehen das sie nicht verfolgt wurde.
Draco sah noch einmal auf seine Uhr bevor er einen Schluck von seinem Brandy nahm. Er hatte Dania und Orion vor einer Stunde verlassen – Orion schlief in seine Krippe seine Mutter döste zufrieden neben ihm, ein Lächeln auf dem Gesicht nach einem produktiven Tag bei der Arbeit und einem besonders ausgezeichnetem Abend. Draco war frühe am Tag sehr glücklich auf dem Bauernmarkt gewesen und hatte das Abendessen selbst zubereitet und ihr Lieblingsessen gemacht – gebratenes Hühnchen mit Spargel und etwas Rosmarin Kartoffeln. Es wäre ein perfekter Abend gewesen (ausser das Scorpius weg war) wenn Ainsley bei ihnen gewesen wäre aber sie war nicht pünktlich nachhause gekommen was alarmierend genug war. Nun war es nach zehn Uhr und sie musste noch auftauchen und Draco fing an sich wirklich Sorgen zu machen.
Er dachte darüber nach Harry zu flohen als die Flammen im Kamin plötzlich wuchsen und grün wurden. Einen Augenblick später stolperte seine Nichte durch den Kamin, sie sah verwahrlost und müde aus. Er hob eine Augenbraue ab ihrer unordentlichen Erscheinung aber Ainsley bemerkte es nicht. Tatsächlich schien sie überhaupt nicht zu merken das er im Raum war. Sie packte den Sims um sich zu stabilisieren und machte sich schnell daran ihre Schuhe auszuziehen und warf sie mit mehr Kraft als nötig in eine Ecke des Raums.
„Stimmt etwas nicht?"
Das Geräusch das ihr entkam lag zwischen einem piepsen und einem Schrei und Ainsley wandte ihren Rücken zum Kamin und krallte sich an ihre Brust.
„Merlins Hose!" fluchte sie. Draco grinste selbstgefällig, nahm einen weitern Schluck seines Brandy als sie ihren Kopf schüttelte, ein zögerliches Lächeln erschien als ihr Schreck nachliess. „Du kannst sowas nicht tun Onkel Draco. Ich bin krank weisst du."
„Oh bitte." Draco verdrehte die Augen. „Sei nicht dramatisch. Du und ich wissen beide das ein Schreck nicht schaden wird."
„Aber was wenn ich gestolpert wäre", fragte sie, zog ihren Mantel aus und legte ihn über ihren Arm. Er wusste das es nicht ihre Absicht war aber der Anblick von leichten blauen Flecken auf ihrem Arm machte ihn nüchtern. Sie war vorsichtig, das wusste er aber es war unmöglich alltäglichen Gefahren auszuweichen.
„Du hast meine Frage nicht beantwortet. Stimmt etwas nicht?"
Das kleine Lächeln verschwand von Ainsleys Gesicht.
„Es geht mir gut."
Draco seufzte und stellte seinen Drink weg. „Du bist ein besserer Lügner als Scorpius aber du bist dennoch nicht gut", erinnerte Draco sie. Er deutete auf den Stuhl neben sich. „Bitte?"
Ainsley seufzte und liess sich in den Stuhl fallen, zog ihren Zauberstab und warf ihre Strickjacke mit ihren Schuhen weg. Es war ungewöhnlich das sie so unordentlich und nachlässig war und es liess die Alarmglocken in Dracos Kopf läuten aber er wartete geduldig auf ihre Erklärung.
„Mein Vater ist heute ins Ministerium gekommen", sagte Ainsley leise. Draco zog eine Augenbraue hoch.
„Wirklich? Bist du ihm über den Weg gelaufen oder – „
Sie schüttelte den Kopf und starrte mürrisch ins Feuer. „Nein. Er hat nach mir gesucht. Wenn ich an ihm vorbeigekommen wäre hätte ich nicht mal gewusst das er es ist. Es hat einen Augenblick gedauert bis ich ihn mit dem Mann auf den alten Fotos die Mum versteckt hatte in Verbindung brachte."
Über Ainsleys Vater zu sprachen liess Draco sich unwohl fühlen. Er hatte den Mann selbst nie getroffen und hatte nur Geschichten von Astoria gehört. Keine davon war schmeichelhaft.
„Wenn du nicht darüber sprechen willst verstehe ich es", bot Draco an. „Aber wenn du willst das ich sicher stelle das er nie mehr in deine Nähe kommt kann das einfach geregelt werden."
Ainsley dachte einen Augenblick nach die Stille wurde nur durch ein besonders grosses Holzscheit das im Feuer knackte durchbrochen.
„Das würde ich schätzen", sagte sie schliesslich. Draco suchte auf ihr nach Verletzungen und war dankbar das nur ihre Laune verletzt schien. Nach einer Minute griff sie hinüber und nahm Dracos Glas und leerte den Rest von seinem Brandy mit wenigen schnellen Schlucken.
„Ainsley was kann ich tun?"
„Ich denke nicht das du etwas tun kannst", sagte sie und drehte das Glas von einer Seite zur anderen so das das Eis herumrollte und klapperte. Sie starrte darauf als würde sie es dem Glas übel nehmen das es leer war aber Draco war sicher das ihre Wut fehlgeleitet war. „Ich denke nicht das irgendjemand etwas tun kann. Du kannst mich nicht zu etwas machen was ich nicht bin."
Draco beugte sich in seinem Stuhl zu ihr und streckte sich um ihre Hand zu stoppen überlegte es sich aber anders.
„Was meinst du?"
„Ich meine ich werde immer eine Greengrass sein", sagte sie, ihre Stimme brach als die Worte aus ihr kamen. „Und ich werde immer Bastien Marais Tochter sein – nicht das ich viel darüber weiss was das heisst. Offensichtlich habe ich Halbgeschwister von denen mir niemand erzählt hat. Sie wissen wahrscheinlich nichts von mir und der einzige Grund wieso Bastien hergekommen ist, ist weil er den Artikel gesehen hat der sagt das ich krank bin. Er nahm an das ich sterbe – keine Sorge ich habe nicht erwähnt wo Scorpius und James sind – ich weiss nicht wirklich was seine Motive sind – „
Draco schüttelte den Kopf. Es war das letzte was ihm in den Sinn kam wenn Ainsley davor stand wütend in Tränen auszubrechen.
„Und er wollte nur wissen ob ich das was vom Greengrass Vermögen übrig ist geerbt habe. Ich denke er wollte die Hindernisse begraben bevor ich sterbe damit ich es ihm vermache oder so."
Draco öffnete den Mund um sie zu beruhigen auch wenn er nicht wusste wie aber Ainsley fuhr fort ihre Stimme wurde lauter als ein paar Tränen über ihr Gesicht liefen.
„Es ist nicht fair. Nichts davon ist fair – das ich ihre Tochter bin oder das Leute zusammen zucken oder zweimal hinsehen wenn sie meinen Nachnamen hören. Ich weiss es ist nicht dasselbe – was sie Scorpius angetan hat war gestört und unaussprechlich und es ist furchtbar das er damit Leben muss und der arme Albus hatte so lange Schmerzen aber ich muss auf eine Weise auch damit leben und Scorpius weiss es aber ich kann nicht mit ihm darüber sprechen oder? Er wurde gefoltert um Dumbledores Willen! Und er war so lange mein einzig wahre Freund und ich kann ich nicht einmal sagen wie verärgert ich bin wenn ein Reporter vom Propheten an einem lahmen Tag auf mich zu kommt oder wenn eine Familie die adoptieren will um einen anderen Fallbearbeiter bittet nur wegen meinem Nachnamen und ich kann es ihnen nicht einmal verübeln."
Sie schniefte, rieb ihre Wangen und Draco beschwor schnell ein Taschentuch und reichte es ihr. Sie nahm es still wischte über ihr Gesicht als sie fortfuhr.
„Und nun bin ich krank und es ist gut und schön das Scorpius und James da draussen nach einer Heilung suchen aber die Wahrscheinlichkeit dauert lang und ist gering. Ich weiss das und ich weiss das niemand darüber sprechen will und das ist gut. Auch wenn es eine gibt – und Scorpius ist verdammt genial also wenn es jemand herausfinden kann dann er – aber auch wenn es eine wunderbare Lösung gibt in diesem Moment – in genau diesem Moment sterbe ich und ich kann es fühlen. Jede Beule. Jeden Papierschnitt. Jedes mal wenn ich ein kitzeln in meiner Kehle spüre und ich denke das ist es. Das erste chronische Nasenbluten oder wenn ich stolpere und mich frage ob mein Knöchel innert Minuten auf seine dreifache Grösse anschwillt oder wenn ich den dritten Aufbereitungstrank am Tag nehme und er meine Zunge verbrennt. Ich bin mir bewusst das ich sterbe und alle anderen sind sich bewusst das ich eine Greengrass bin und mein eigener Vater welcher nie wirklich ein Vater war kam nur zurück um zu sehen ob ich tatsächlich sterbe und sein Bankkonto aufstocken würde. Ich hasse es. Ich hasse meinen Nachnamen aus so vielen Gründen."
Sogar Draco fühlte sich kurzatmig als sie aufhörte zu sprechen. Sie atmete schwer aus Frustration und nach ein paar Sekunden sah sie ihn an. Draco schenkte ihr das freundlichste Lächeln das er konnte und wünschte sich er könnte ihr etwas Mitleid oder Geborgenheit geben aber er wusste nicht was er sagen konnte damit sie sich besser fühlte. Er wünschte sich beinahe sie würde weinen – Draco war immer gut mit weinenden Kindern gewesen und er war noch immer in der Lage Scorpius zu beruhigen wenn er sich in Tränen auflöste.
„Es tut mir so leid", flüsterte er. Ainsley sah ihn an, ihre Haare fielen aus ihrer Spange in ihre Augen. „Wirklich. Ich kann nichts tun damit Daphne nicht deine Mutter ist und ich kann nicht machen das Marais nicht dein Vater ist."
„Ich weiss", murmelte Ainsley. „Es tut mir leid das ich dich angefahren habe."
„Braucht es nicht", lachte Draco. „Bitte es braucht es nicht. Ich wusste dein Nachname hat dir Probleme bereitet aber ich habe nie darüber nachgedacht wie all diese Dinge auf dir lasten müssen und das ist meine Schuld. Vergibst du mir?"
Ainsley sah bei dem Gedanken geschockt aus. „Dir vergeben?"
„Ich war so beschäftigt damit das Scorpius weg ist und diese Trankzutaten zu finden – „ er deutete auf den langen Tisch am Ende das Raums welcher nun mit Kisten, Gläsern und drei Arten von Kesseln ´für den Fall´ bedeckt war. „Ich habe nicht daran gedacht wie es sich auf dich auswirken könnte."
„Es ist nicht dein Job es zu merken", sagte Ainsley und schüttelte den Kopf. „Entschuldige dich nicht. Nur meinen Vater kennenzulernen und das er…nun er ist nicht besser als meine Mutter…es ging mir unter die Haut."
„Und etwas hätte lange zuvor unter deine Haut gehen sollen", sagte Draco. „Du bist so viel stärker als du selbst anerkennst – ähnlich wie jemand anderes denn ich kenne."
Er deutete auf Astorias Gemälde über dem Kamin. Sie lächelte zu ihnen hinunter, lehnte gegen das dunkle Geländer vor ihr und sah sowohl elegant als auch entspannt aus und drehte ihre Rose zwischen den Fingern. Ainsley seufzte langezogen und starrte zu ihrer Tante hoch.
„Ich hoffe ich bin mehr wie sie als wie meine Mutter."
„Bist du", bestätigte Draco. „Du und Scorpius seid es beide. Mehr als ihr es je wissen werdet."
Ainsley nickte und Draco war nicht sicher ob er ihr glaubte und so räusperte er sich wieder, dachte an eine Unterhaltung die er und Dania vor Wochen hatten als die neuste Geschichte über den Greengrass Fluch und Daphnes Erbe in einer anrüchigen Boulevardzeitung erschien die mit dem Tagespropheten verkauft wurde.
„Ainsley ich kann Daphne nicht als deine Mutter entfernen", wiederholte Draco. „Und ich kann nichts dagegen tun das Bastien dein Vater ist."
„Ich weiss", seufzte sie und rieb ihr Gesicht. Draco schnappte sich vorsichtig ihr Handgelenk und schlang seine Hand um ihre. Ihre Hand war wärmer als seine – ein klares Zeichen eines leichten Fiebers.
„Ich kann nicht machen das sie nicht deine biologischen Eltern sind", sagte er vorsichtig. „Aber du weisst das du für uns zur Familie gehörst. Dania und ich lieben es dich hier zu haben und ich denke Orion mag dich lieber als mich."
„Ich singe besser als du", flüsterte sie und lächelte schüchtern. Draco lachte und nickte, fühlte wie sich eine Last hob als sie lächelte.
„Das tust du", stimmte er zu. „Du bist das nächste was ich an einer Tochter habe und das nächste an einer Schwester für Scorpius und Dania könnte dich nicht mehr lieben als wenn du ihr eigenes Kind wärst. So wenig wie ich."
„Ich liebe euch auch", flüsterte Ainsley ihre Stimme so leise das Draco sie kaum hörte. Es liess ihn inne halten.
„Ich weiss du bist erwachsen und ich weiss das du eines Tages heiraten und deinen Nachnamen ändern wirst aber wenn du bis dahin keine Greengrass mehr sein willst bist du Willkommen eine Malfoy zu werden."
Ainsley sah ihm in die Augen, ihre eigenen weit und überrascht. Draco kannte den Schmerz einen Namen zu hassen sehr gut – die Last zu spüren jedes mal wenn er seine eigene Unterschrift sah und die zweiten Blicke wenn er seine Identifikation hergab wenn sein Haar und sein Gesicht nicht zur Erkennung genügten. Wenn er etwas tun konnte um den Schmerz für Ainsley leichter zu machen würde er es weil nichts von dem was er sagte unwahr war.
„Du bist natürlich kein Kind aber ich könnte unsere Anwälte mit dem Papierkram beauftragen. Du könntest offiziell unsere Tochter werden. Es würde nichts ändern – nichts das du nicht geändert haben willst."
Als sie nicht antwortete drückte Draco ihre Hand und bereitete sich vor loszulassen.
„Es ist in Ordnung wenn du nein sagst. Ein Malfoy zu sein ist nicht wirklich besser – „
Ainsley hielt seine Hand fest – oder so fest wie sie es anscheinend konnte.
„Es ist viel besser", sagte sie schnell. „Ihr seid meine Familie – die einzige Familie die ich je wirklich hatte."
„Du musst mich nicht Dad nennen oder so. Ehrlich bin ich mir nicht sicher das Dania Orion sie anstelle von ´Mum´ nicht bei ihrem Namen nennen lassen wird damit es nicht verwirrend ist wenn Scorpius da ist – „
„Ich hätte nichts dagegen", murmelte Ainsley. „Dich Dad zu nennen meine ich."
„Nun", krächzte er, „Ich glaube kaum das es Scorpius stören wird und es würde mir gefallen wenn Orion dich als Schwester sehen würde. Ausserdem wenn Potter und seine Leute mir etwas beigebracht haben, dann das Familie nicht unbedingt die sind mit denen du verwandt bist. Nähe und Liebe werden nicht durch Blut bestimmt." Draco hielt nachdenklich inne und lachte über sich. „Sag Harry nie das ich das gesagt habe."
„Ich habe nie daran gedacht…bist du sicher?"
„Natürlich", sagte Draco lächelnd. Sein Vater wäre beim Gedanken das er jemand adoptierte entsetzt gewesen – selbst unter den Umständen – und der Gedanke bestätigte Draco nur das es das richtige war.
Ainsley nickte eine Sekunde heftig bevor sie ihre freie Hand auf ihr Gesicht legte und das Taschentuch gegen ihre Nase drückte. Draco nahm an das sie angefangen hatte heftig zu weinen und er kniete sich vor sie und zog sie gegen seine Schulter. Sie klammerte sich an ihn, ihre Hände griffen tollpatschig nach seinem Hemd und Draco tat sein bestes um sie zu beruhigen bis er Dania entdeckte die in ihr Nachthemd gehüllt in der Tür stand, ihre dunklen Haare fielen offen über ihre Schultern.
„Was ist los?" fragte sie und Draco war sofort dankbar für die ruhige Ausstrahlung und sanfte Stimme seiner Frau.
„Es tut mir leid", entschuldigte sich Draco, rieb Ainsleys Rücken während Dania zu ihnen kam und sich auf die Lehne von Ainsleys Stuhl setzte. „Ich habe ihr gesagt was wir vor ein paar Wochen diskutiert haben. Ich weiss wir haben gesagt das wir zusammen mit ihr sprechen aber…"
Draco zuckte mit den Schultern als Ainsley sich aufsetzte und es klar wurde das sie verstört war. Sie wischte sich schnell die Tränen weg bevor sie zu Dania hochsah welche zu ihr hinunter lächelte und Ainsleys Haar hinter ihr Ohr strich.
„Bist du sicher das es in Ordnung ist?" fragte Ainsley sie. Dania fing an zu lächeln und sie lachte.
„Es ist mehr als in Ordnung", versicherte Dania ihr, was genug für Ainsley schien welche sich von Dania an sich ziehen liess, Ainsley legte ihren Kopf gegen Danias Bauch und unterdrückte ein weiteres Gähnen. Draco lehnte sich auf seine Fersen zurück überrascht wie jeden Tag über das Verhalten seiner Frau am Krankenbett. Manchmal war es sich nicht sicher ob sie so schön war wie er dachte das sie war – vielleicht war es nur ihre Freundlichkeit die durchschien.
„Es tut mir leid", entschuldigte sich Ainsley und schniefte erneut. „Es war nur ein wirklich langer Tag. Ich habe den Finnigan-Thomas Fall abgeschlossen."
„Oh haben sie das Baby abgeholt?" fragte Dania.
Ainsley nickte an Danias Seite und bewegte sich damit sie Draco ansehen konnte.
„Haben sie", bestätigte Ainsley. „Es war das erste mal das ich einen Fall ganz sehen konnte von Anfang bis Schluss."
„Nun glücklicherweise gibt es bei dir weniger Papierkram", stichelte Dania und Draco war froh zu sehen das als Ainsley lachte ihr Lächeln nicht gleich verschwand.
Nett, Frankreich war nicht sonderlich nett dachte Scorpius. Zuerst hatten sie keinen Aufenthalt in der kleinen Zauberer Siedlung ausserhalb der Stadt gefunden. Dann als sie anfingen nach Muggel Unterkünften zu suchen (James versuchte das Muggel Handy zu nutzten um nach Informationen zu suchen und fluchte alle paar Minuten) hatte es angefangen zu regnen.
Schliesslich als sie das lokale Geschichtsarchiv erreichten welches Südfrankreich abdeckte (wo wie Scorpius wusste Abel geboren wurde) waren sie unfeierlich abgewiesen worden. James sagte es war weil sie Fremden nicht trauten aber der Zauberer hinter dem Tresen schien in Ordnung zu sein bis Scorpius sprach und seine Aufmerksamkeit bekam. Sein Tonfall änderte schnell und schickte sie weg und behauptete das sie „niemanden einfach ihre Sammlung besuchen liesen."
„Ich denke er hat mich erkannt", sagte Scorpius. Es war bereits nach dem Eindunkeln und der Regen hatte lange aufgehört aber die Pfützen blieben auf den Platz vor dem Université Nice Sophia Antipolis' Carlone Campus ausserhalb des Stadtzentrums. Sie waren nun bereit nach Stunden einzubrechen und Scorpius hoffte die Sicherheit war nicht hoch da Albus noch den Tarnumhang hatte. „Es tut mir so leid – ich habe es komplizierter gemacht."
„Du warst es nicht Kumpel", sagte James auch wenn er offensichtlich verzweifelt war. Er fuhr mit der Hand über seine Stoppeln und bewegte Scorpius Tasche über seiner Schulter. „Ich denke nicht das er einen von uns mochte."
Scorpius unterdrückte ein Schnauben war aber dankbar das James sich nicht mit ihm stritt. Er war über die letzten Tage reservierter geworden und es half Scorpius gezwungenem Optimismus nicht. Er hatte seinen Fokus auf zwei Dinge beschränkt: eine Erwähnung des Gringras Namen und irgendwas das auf das Datum der magischen Auseinandersetzung in Nottinghamshire hindeutete.
„Wenn magische Historiker nicht so kleinlich wären wäre das viel einfacher", maulte Scorpius. „Wir sind immer so isoliert – sammeln die Texte die uns gehören und behalten sie in Sammlungen ob sie gebraucht werden oder nicht. Es ist so frustrierend."
James zog seinen Zauberstab als sie die Hintertür des Gebäudes erreichten. „Tönt nach einem Problem für einen anderen Tag", sagte er bevor er den Griff antippte und „Alohamora" flüsterte.
Die Tür sprang auf und sie glitten in den dunklen Gang. Sowohl Scorpius als auch James entzündeten ihre Zauberstäbe und gingen zu der versteckten Tür am Ende einer langen Reiche mit Büros. Sie war getarnt als Büro eines Fakultätsmitglieds um Muggel Studenten und Angestellte abzuhalten und war sorgfältig bewacht um nicht entdeckt zu werden. Normalerweise würde der Gedanke in eine geheime Zauberer Bibliothek in Südfrankreich anzubrechen aufregend klingen – es war etwas was Albus lieben würde und Scorpius wünschte sich verzweifelt das er hier wäre und aufgeregt auf seinen Fersen wippte.
Es brauchte ein paar Beschwörungen aber James kriegte die Tür auf. Er trat hindurch und grinste Scorpius schmierig an.
„Man lernt einiges in Gringotts", erklärte er.
Der Raum gefüllt mit Muggel Büchern wurde von einem grossen Mahagony Tisch dominiert – derjenige hinter dem der Zauber Pförtner vorher gesessen hatte. Hinter den Schreibtisch hing ein grosses Gemälde fast so hoch wie die Wand. Es zeigte einen blutigen Krieg mit Soldaten auf Pferden und zu Fuss. Zwischen ihnen waren Engel und Dämonen die sich offenbar unentschieden einmischten.
„Das ist morbide", sagte James, deutete auf einen Soldaten der von einem der dunkleren Dämonen mit einer Lanze durch seine Mitte in die Luft gehoben wurde. Scorpius zuckte zusammen, seine heilenden und leichten Blutergüsse schmerzten bei dem Anblick.
„Nein danke", sagte er, hob seinen Zauberstab und murmelte eine Beschwörung um Zauber aufzudecken während er sich umsah. Er hätte es im Nachhinein wissen sollen als er sich wieder umdrehte das es das Gemälde war. Vorsichtig streckte er sich um es zu berühren und merkte das seine Hand durch die Farbe glitt.
„Hier durch?" fragte James. „Das scheint zu leicht."
„Vielleicht ist es das", sagte Scorpius schulterzuckend. „Wenn der Führer den ich gelesen habe richtig ist sollten sie nichts zu gefährliches haben. Es sind hauptsächlich überholte Geschichtsbücher und an Archiv von Schulbüchern über die Zeit zurück bis zu den Anfängen von Beauxbatons."
„Hmm", summte James. „Dennoch ich behalte meinen Zauberstab vorne."
Scorpius trat als erster hindurch und fand sich in einem dunklen Raum der nur durch seinen Zauberstab und das Licht das durch die Fenster über den Bücherregalen hereinfiel erhellt wurde wieder. Sie schienen in einem gewaltigen Keller mit Reihen und Reihen an Büchern zu sein. Die Regale stoppten einen Meter unter der Decke, liessen Licht herein und Scorpius wünschte sich sie würden frische Luft reinlassen. Er hustete gegen den Staub.
„Nicht sehr gross oder?" fragte James der hinter ihm durchtrat.
„Es scheint nicht so aber schau."
Scorpius trat an eines der Regale. Eine dünne silberne Schnur lief darum, schwebte einig Meter über dem Boden und schützte sie vor dem Graben der die Bücherregale umgab die in den Boden reichten. Eine dünne Leiter hing an den Regalen und James beugte sich hinüber um es anzusehen.
„Genial! Es ist verzaubert um dran zu bleiben."
„Ich weiss nicht", murmelte Scorpius besorgt. Er kratzte den Kopf und sah sich um. Alle Regale waren gleich aufgebaut und jedes davon hatte ein helles Etiketten an der Seite was zeigte was darin war. Er sah den Schacht hinunter in dem das nächste stand und verzog das Gesicht. Der Boden war kaum sichtbar. „Etwas scheint komisch nicht wahr?"
„Wir haben keine grosse Wahl oder?" fragte James und zog Scorpius' Notizen hervor. „Die Hexe in Deutschland sagte das wäre deine beste Chance eine persönliche Notiz zu finden die hinweist wann der Fluch gesprochen wurde da die Gringras Familie in der Zeit zwischen hier und Annesley aufgeteilt war und es nur ein Archiv in Grossbritannien gibt und du das bereits durchgekämmt hast."
Scorpius blickte wieder die Länge des Regals hinunter. Er würde es lieber nochmal durchkämmen wenn es bedeutete das er diese Linie nicht überschreiten musste und an diese Leiter ging. Die Haare in seinem Nacken stellten sich auf als er sich unwohl umsah auch wenn er nicht festlegen konnte weshalb.
„Hör zu ich geh da runter und sag dir was ich finde wenn du es nicht kannst", sagte James ungeduldig. Scorpius' Augen flogen zurück zu ihm. James hatte es offensichtlich nicht als Herausforderung gemeint aber die Annahme das Scorpius es nicht konnte war etwas was er nicht ertragen konnte – nicht von James.
„Ich mache es", fauchte Scorpius. „Lass uns nur das richtige Regal finden in Ordnung?"
Beinahe eine Stunde gingen sie durch den Raum von Reihe zu Reihe, überprüften die Etiketten eine nach der anderen bis Scorpius diejenige mit Historie Familiale – 1600 fand. Er sah auf das Regal auf Augenhöhe wo Buchstützen in verschiedenen Grössen mit Namen versehen waren – Adnet, Affre, Alarie…
„Ich denke das ist es", rief er zu James welcher die Regale hinter ihm absuchte. James tauchte an seiner Schulter auf und reichte Scorpius seine Tasche.
„Bist du sicher das du es nicht mich machen lassen willst?"
„Sag es nicht so", sagte Scorpius, schlang die Tasche um seinen Körper und unterdrückte eine Grimasse als der Träger sich in eine schmerzende Stelle auf seiner Schulter grub. Es war beinahe Zeit für eine weitere Dose Blutaufbereitungstrank aber er konnte nicht riskieren das James es sah und hatte ihn in ihrem schäbigen Hotelzimmer gelassen.
Seinen Zauberstab noch fest im Griff trat Scorpius zögerlich über die Linie und bliebt vorsichtig an der Zementkante eine Armeslänge vom Regal stehen. Er sah zu James für Ermutigung und bekam einen unsicheren Daumen nach oben. James sah beinahe so unwohl aus wie Scorpius als er über den Spalt und auf die Leiter trat, dankbar für seine langen Beine und war erleichtert als nichts schreckliches passierte ausser dem plötzlichen auftauchen eines schwebenden Tabletts an der Kante des Regals das ihn die ersten Schritte folgte und parallel zu Scorpius' Platz blieb.
Fortschritt, dachte sich Scorpius richtete die Tasche übe seinem Körper was nichts brachte – jede Position schmerzte während er die Leiter runter kletterte ging das Alphabet in Richtung der ´G´ Abteilung durch.
Der Raum war ruhig bis auf das Rascheln seiner Bewegungen und dem dumpfen Schlagen seiner Schuhe gegen die Stufen. Er vermisste zuhause in solchen Momenten am meisten wenn er wartete sich auf etwas zu fokussieren – die Lücke zwischen lesen und suchen und bewegen und sehen wenn er mit seinen Gedanken allein war sich aber der Erschöpfung nicht hingeben konnte. Er vermisste die Kochkünste seines Vaters und die Art wie Dania sie beobachtete wenn sie mit Orion spielten. Er vermisste Ainsley die Orion zum Essen brachte wenn Draco und Dania einen freien Abend brauchten und er vermisste es Albus beim Kochen zuzusehen während er mit ihnen sprach als hätte er in seinem Leben nichts anderes getan.
Am meisten vermisste er Albus der jeden Ort wie zuhause anfühlen liess – selbst diese dunkle Grube die ein riesiges Bücherregal beinhaltete. Wenn Albus hier wäre würde er herumalbern und darüber sprechen welche Bar sie besuchten wenn sie nachhause kamen. Wenn Albus hier wäre, wäre Scorpius nur halb so besorgt.
Als er das letzte Regal mit den Nachnamen die mit ´F´ begannen passierte stockte Scorpius' Schritt und er rutschte. Er schlug sein Knie gegen die Stange und fing sich nur knapp mit einem Schrei und hielt sich am Geländer fest, er atmete schwer und verzog das Gesicht als sein Bein zu pochen anfing.
James' Stimme hallte von oben wieder. „Bist du in Ordnung?" fragte er schnell alarmiert. Scorpius sah hoch und konnte kaum die blasse Kontur seines Gesichts sehen.
„Mir geht es gut", rief Scorpius zurück. Er legte seinen Zauberstab zwischen seine Zähne und schob seine Brille an ihren Platz zurück bevor er sich vorbeugte und das Regal betrachtete. Granet, Gribelin, Grignard, Grinda –
„Gefunden", rief Scorpius zu James hoch welcher ein leises ´Whoo´ als Ermutigung hören liess. Er zog an der Halterung und drehte sie auf die offene Seite damit er den Inhalt sehen konnte – mehrere Leder gebundene Bücher sorgfältig gestapelt. Er schlang sich selbst halb um die Seiten Scheine der Leiter und sprach einen schnellen Zauber zu dem in der Nähe schwebenden Tablett damit es näher kam. Er fing an die Gegenstände vorsichtig herauszunehmen.
„Es wird etwas dauern", sagte Scorpius James.
„Kannst du es hochschweben lassen?"
Scorpius zielte mit seinem Zauberstab auf den Behälter und versuchte ihn mit Magie zu bewegen aber es rührte sich nicht.
„Ich denke nicht. Ich denke nicht das ich das sollte."
„Das ist in Ordnung", rief James zurück er klang nervös. „Sei einfach vorsichtig."
Scorpius fing an die Papiere und Bücher durchzusehen und merkte schnell das er sehr viel Glück hatte. Es gab einen alten Stammbaum das die Verbindungen zwischen der Gringras Familie und einigen anderen sowohl in Frankreich als auch England zeigte als die Familie noch auf beide aufgeteilt war. Er entrollte einige Schriftrollen die Familien Mitglieder und die Hausbediensteten in Nizza zeigten und war begeistert eine ähnliche Aufzeichnung für das Haus in Annesley zu finden. Er war begeistert Abels Namen darauf zu finden und er lehnte es gegen eine andere Kiste und er verglich die Namen auf der Liste mit denen auf den alten Tagebüchern und Registern in der Kiste, griff über Finanz Aufzeichnungen, Zeitschriftenausschnitte (alle in Französisch) und Auszeichnungen bis er ein Tagebuch fand das dem Dienstmädchen von Abels Frau gehörte. Er überprüfte es vorne und hinten und sah das es beinahe ein Jahrzehnt in den 1660er abdeckte.
Für beinahe dreissig Minuten blätterte er es durch, suchte nach etwas das relevant war. Das Mädchen – Margery – war eine Hexe von niedrigem Stand welche überraschend belesen war aber Hogwarts anscheinend besucht hatte.
Jungen und Mädchen haben damals verschiedene Bildung erhalten, erinnerte sich Scorpius. Selbst in Hogwarts.
Auch ihre Schrift war schlampig aber clever – das Tagebuch war offensichtlich nur für sie gedacht und Scorpius fühlte sich etwas schuldig es zu lesen auch wenn sie schon lange tot war. Dennoch fand er Margery lustig – besonders einen drei Seiten lange Beschwerde wieso sie sich überhaupt mit der Schule herumschlug wenn sie nur Nachttöpfe sauber zaubern würde und sich den ganzen Tag um des Meisters Kinder kümmerte.
Es dauerte bis er zu 1668 kam (und da waren James' nervöse Schritte nicht mehr zu ignorieren) das er etwas merkwürdiges fand…
„James ich denke ich hab etwas", rief Scorpius hoch. Er schloss das Buch vorsichtig und schnappte die Familienstammbaumpapiere, steckte sie in eine Akte die das Ausmass von Abels Herrenhaus zeigten und steckte ihn in seine Tasche.
„Grossartig! Kommst du wieder hoch?"
„Ja", rief Scorpius als er den langsam und vorsichtig Aufstieg begann. Er sah auf seine Uhr – er war beinahe eine Stunde da unten gewesen. Seine Gelenke schmerzten von der merkwürdigen Position und er nahm vorsichtige bemessene Schritte damit er nicht ausrutschte bis er oben ankam, er kletterte hoch genug damit seine Füsse wieder auf der höhe des Zementbodens waren.
„Das war nervend", gab Scorpius zu. „Ich bin froh das das Britische Archiv genug Platz hat damit wir das nicht machen müssen."
„Britten machen alles besser als die Franzosen", sagte James. Er streckte seine Hand aus um Scorpius über die Lücke zu helfen. „Komm schon."
Scorpius hielt sich fest und trat über den Zement und über die silberne Sicherheitslinie.
Sobald Scorpius sie übertrat wurde es schwarz und das sanfte Licht um die Regale verschwand. Eine kalte Welle überkam sie wie ein eisiger Windhauch aber die Luft blieb ruhig und flau.
„Ein Kühlzauber?" fragte James verwirrt.
Die Kälte erreichte Scorpius' Knochen als er sich umsah, hielt den Träger seiner Tasche und den Griff seines Zauberstabsfest bis seine Knöchel weiser wurden als sie schon waren. Er schob seine Brille die Nase hoch und schluckte.
„Nein. Kein Kühlzauber", flüsterte er auch wenn es egal war. Was auf sie zukam konnte nicht hören. Das brauchte es nicht. „Ich denke ich weiss wieso man hier so leicht einbrechen kann."
„Scheisse", fluchte James.
Zwei Dementoren tauchten aus den Schatten am anderen Ende des Raums auf sie manifestierten sich in einem Strahl Mondlicht. James hob sofort seinen Zauberstab, trat vor, seine Augen weit als sie sich auf sie zu bewegten und eine Kälte in den Raum sandten.
Scorpius wusste es würde passieren sobald er die Kälte gespürt hatte aber das bereitete ihn nicht darauf vor das die Stimme seiner Mutter ungebeten in seinen Kopf drang. Weit entfernt hustete Astoria und bat ihn zu helfen – sie zu retten und sie dem Tod zu entziehen. Mit vierzehn hatte er sich seiner Depression hingegeben das Astoria auf keinen Fall gerettet werden konnte aber hier in diesem Raum schienen ihre Rufe näher wenn auch nicht lauter zu sein.
„Expecto Patronum", rief James und ein grosser silbernen Hund brach aus seiner Zauberstabspitze. Er schüttelte seine zottligen Haare, offensichtlich nicht unter druck, fauchte die Dementoren an bevor er durch den Gang auf sie zu lief.
Astorias Stimme wurde zu Albus als sie vor den Dementoren zurückwichen. Scorpius schüttelte den Kopf aber es nützte nichts. Albus ruhige Stimme wurde zu etwas boshaftem verzerrt sagte ihm das er Scorpius hasste – ihn verabscheute das er ihn angelogen und verlassen hatte. Scorpius bedeckte seine Ohren aus Instinkt aber die Stimme fuhr in seinem Kopf fort.
Ein dritter Dementor hatte sich zu den anderen gesellt und James' Hund hatte mühe mit ihnen mitzuhalten, fauchte und biss sie zurück.
„Ich denke Tatze könnte etwas Hilfe brauchen!" rief James. Sein Gesicht war vor Leid verzogen. Scorpius fragte sich was James unter dem Einfluss der Dementoren hörte konnte aber nicht nachdenken wenn Albus ihn so anschrie –
„Ich-ich habe es nie fertig gebracht", sagte Scorpius. „Ich konnte nie…"
„Nun wäre ein guter Zeitpunkt es nochmal zu versuchen!"
Scorpius schnappte nach Luft als er merkte das ein vierter Dementor von hinten gekommen war. James schrie und beschwor seinen Patronus erneut aber er war schwach und dünn. Sie wichen zurück und stolperten übereinander und fielen auf den Boden. Die unbemerkten Tränen auf Scorpius' Gesicht gefroren auf seinen Wangen und Wimpern und das war es – so würde er sterben – auf einem kalten Steinboden, schmerzend und müde, tausend Kilometer von zuhause entfernt zusammen aus allen Leuten ausgerechnet mit James Potter. Was für ein deprimierendes Ende für ein deprimierendes Leben.
Aber es war nicht alles Tod und Hänselei gewesen nicht wahr? Scorpius hatte als Erwachsener mehr Liebe gefunden als das er es sich als Kind vorstellen konnte und für einmal im Leben hatte er mehr Familie als nur seine Mum und seinen Dad.
Er wusste nicht woher die Erinnerung kam. Ohne Warnung dachte er an Albus wie er nach ihrem Abschluss in Kings Cross nach ihm griff, seine Hand austreckte Draco, Ainsley und die Potter Familie warteten hinter ihm in der Ferne. Es war ein einfaches Bild und nicht eines an das er oft dachte oder davon träumte aber es war eine all umfassende Erinnerung das der Tod seiner Mutter, der Zeitumkehrer Vorfall, das Kidnapping und diese Krankheit vielleicht das vor und nachher in seinem Leben bestimmten aber es war so viel dazwischen das so schön war.
Du musst die Worte sagen. Dachte er. Du hast die Erinnerung – benutz sie.
Scorpius zielte mit seinem Zauberstab auf den nächsten Dementor als seine schuppigen, grauen Hände sich hoben um die Kapuze abzunehmen und sagte mit der klarsten Stimme die er aufbringen konnte –
„Expecto Patromum."
Scorpius wusste nicht was er erwartet hatte aber es war sicher nicht der silberne Drache gewesen der an seiner Zauberstabspitze auftauchte. Er unterdrückte ein zufriedenes Grinsen.
Dad.
Er kämpfte sich auf die Füsse und James tat das selbe als er sich auf den ersten Dementor stürzte, ihn in den Gang zurück stiess bevor er sich umdrehte und über sie glitt, seine Flügel ausgestreckt und seinen langen Hals gereckt – eine walisischer Grünling seiner namensgebender Farbe beraubt.
Mit den zurückgedrängten Dementoren konnte James seinen Patronus wieder beschwören und er hals Scorpius' Drachen die drei Dementoren am anderen Ende des Ganges festzuhalten.
„Gehen wir!" rief James. Scorpius nickte aber die Dementoren waren zwischen ihnen und dem Ausgang aus dem Gemälde – ein Fakt den James nicht zu stören schien als er auf sie zu rannte offensichtlich darauf aus zwischen den beiden Patronusen die sie gegen die Regale pressten hindurch zu gleiten.
Scorpius hatte keine Wahl ausser ihm zu folgen ausser wer wollte allein bleiben. Er rannte James nach und fand sie nahe der Dementoren wieder – näher am Ursprung der Schreie und des Weinens in seinem Kopf welche nun Ainsleys Anschuldigung enthielt das ihr Tod in seinen Händen lag wenn er versagte und Orion der schmerzhaft weinte.
Der Drache flackerte und verschwand, befreite einen der Dementoren als sie in seine Nähe kamen und sowohl er als auch James sprangen vor ihm zurück, stolperten und fielen erneut hin. James beschwor seinen Patronus erneut, erwischte dabei Scorpius Rippe und Scorpius liess seinen Zauberstab fallen als James vor trat.
Er hörte das Knacken kaum über die Geräusche und Erinnerungen aber es war ein Geräusch welches er nie vergessen würde.
„Verdammt!" rief James. Scorpius rührte sich und packte seinen Zauberstab – das Mahagoni war genug gesprungen das er das Einhornhaar zwischen den Splittern sehen konnte – und rannte mir James an dem silbernen Hund vorbei als er bedrohlich nach dem Dementor schnappte und lief durch das Gemälde.
Sie schafften es in Rekordzeit durch das Gemälde und die Schutzzauber. James schien es nicht zu kümmern ob sie gesehen wurden als er Scorpius' Arm packte und sie im gehen weg apparierte sobald sie die Barriere durchschritten hatten. Sie landeten in der feuchten Gasse zu ihrem Hotel und Scorpius schwankte von ihm weg.
„Oh mein Gott", sagte James, schnaufte mit den Händen auf den Knien als Scorpius zusammensank, seine Hände gegen die Ziegelsteinmauer während er keuchte, seine Brust angespannt. James wiederholte sich vier mal bevor sein keuchen zu einem Lachen wurde und Scorpius ihn entsetzt ansah. James Gesicht war dem Himmel zugewandt als er sein Gesicht heftig rieb sein Lachen hallte in der Gasse wieder und verjagte eine streunende Katze aus ihrem Versteck.
„Das war grossartig!" rief er. „Ich meine das war furchtbar – verdammt es war furchtbar – aber dein Patronus! Dein Patronus ist ein verdammter Dra-„
James' Aussage blieb stecken sobald er Scorpius ansah, welcher sich gegen die Wand lehnte und ihn zum ersten mal ansah seit die Dementoren aufgetaucht waren. Scorpius brauchte keinen Spiegel um zu wissen wie er aussah. Er konnte das Blut auf seinem Hemd durch seine gesprungene Brille sehen – konnte fühlen wie die Blutergüsse auf seinen Wangenknochen und Armen wo er gefallen war aufblühten. Er starrt James nieder als er in seiner Tasche nach seinem Taschentuch fischte und es gegen seine Nase presste, er atmete durch den Mund und schmeckte Blut.
Scorpius war nicht sicher ob es Furcht, Trauer oder Wut auf James' Gesicht war als er niedergeschlagen zurücktrat, sich gegen die gegenüberliegende Wand lehnte und flüsterte –
„Christus."
