Hallo!Ja, das ist eine sehr alte Fanfic von mir. Eigentlich will ich sie nicht als Fanfic bezeichnen, erzähle ich doch nur die Geschichte des Spiels nach und versuche, den Charakteren etwas mehr Leben einzuhauchen..Also, keiner der Charaktere gehört mir, ich verdiene kein Geld daran sondern mache das aus Spaß.
Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen.
The Legend of Zelda - Ocarina of Time
Teil I - Die Macht der Jugend
Kapitel 1 – Der Kokiriwald
Vor Beginn der Zeit..
.. noch bevor Leben den Planeten besiedelte und die Welt ihre jetzige Form besaß, stiegen drei Göttinnen auf ein Land namens Hyrule herab. Es waren Din, die Göttin der Kraft, Nayru, die Göttin der Weisheit und Faro-re, die Göttin des Mutes.
Din breitete ihre flammenden Arme aus, vereinigte die Urkräfte allen Seins und erschuf die Welt in ihrer Form. Danach ergoss Nayru ihre Seele über den Planeten, um der Welt Weisheit und die Gesetze des Geistes zu offenbaren. Farore hauchte dem Planeten schließlich den Odem des Lebens ein und erschuf alle Existen-zen dieser Welt, welche die Gesetze wahren sollten.
Nach vollendeter Schöpfung fuhren die drei Göttinnen gen Himmel und hinterließen das heilige Triforce. Seit jener Zeit gilt das Triforce als Symbol der göttlichen Vorsehung. Der Ort, an dem das Triforce ruht, ist das geheiligte Land.
Demjenigen, dem es gelingt, in den Besitz des Triforce zu gelangen, wird eine unvorstellbare Macht zuteil. Eine Macht, die es ermöglicht, die größten und kühnsten, aber auch die bösartigsten und habgierigsten Wün-sche wahr werden zu lassen.
Fern am Horizont bahnt sich eine große Gefahr für das königreich Hyrule ihren Weg: der finstere Ganondorf, seines Zeichens Anführer der Gerudo-Kriegerinnen, strebt nach dem Triforce. Den düsteren Krieger aus der Wüste dürstet es, Herrscher über Hyrule zu werden und das Land nach seinen dunklen Vorstellungen zu gestalten...
Doch tief im Wald erkennt der wachende Dekubaum die drohende Gefahr und sendet eine Fee namens Navi aus, den Auserwählten zu sich zu bitten. Dieser ist die einzige Person, die Ganondorfs Pläne verhindern kann. Die Rede ist von einem kleinen Jungen mit dem Namen Link, der bei den Kokiris im wohlbehüteten Schutz der Aura des Dekubaumes lebt. Ein von den Kokiri belächelter Junge ohne eigene Fee..
Link wälzte sich im Bett herum. Schon wieder quälte ihn dieser Traum. Und das seit Wochen! Es war immer das gleiche: Er steht vor einem Schloss, dessen Eingang durch eine massive Zugbrücke blockiert wird. Der Himmel ist dunkel und weder Mond noch Sonne sind zu sehen, sodass Link nicht sagen kann, ob Tag oder Nacht ist. Die Fackeln neben der Brücke brennen und plötzlich lassen die Ketten rasselnd die Zugbrücke hinunter. Ein weißes Pferd prescht an ihm vorbei, das eine Frau mit weißem Haar und ein junges Mädchen trägt. Dieses Mädchen sieht zu ihm. Will sie ihm etwas sagen? Doch Link kann ihr nicht folgen, denn plötz-lich hört er hinter sich ein drohendes Schnauben. Ein weiteres Pferd? Er dreht sich um und erkennt den Grund der eiligen Flucht: ein schwarzes Pferd steht hinter ihm mit einem bedrohlich aussehenden Reiter auf seinem Rücken. Link erschrickt und sieht nur noch eine violette Energiekugel auf sich zufliegen..
„Link! Link! Wach doch auf! Ich fass es nicht, dass der Welt Schicksal in den Händen dieser.. Schlafmütze liegt..!" Eine sanfte Stimme weckte Link auf, der sich gähnend aufrichtete. „Oh.. guten Morgen, Fee. Suchst du deinen Begleiter?", fragte der braunhaarige Junge den schwebenden Lichtfleck mit Flügeln. „Nun, suchen kann ich das nicht mehr nennen. Hallo, ich bin Navi und ab heute deine Begleiterin." Das Gesicht des Jungen wurde immer länger. „Ich.. eine Fee..?", fragte er ungläubig. „Der Dekubaum wollte es so..", seufzte Navi und schwirrte um seinen Kopf herum. „Jetzt aber aufstehen! Der Dekubaum hat dich zu sich gerufen! Los, los, los!", stamperte sie ihn aus den Federn. „Schon gut, reg dich ab! Ich bin ja schon wach!", rechtfertigte sich Link und stand auf. Er hat sich angewöhnt, immer in voller Montur zu schlafen – warum, war ihm selbst unklar. Vielleicht hing es mit dem Motten- und dem Brandloch in seinem Pyjama zusammen... Der kleine Junge schüttelte sich die Falten aus der Kleidung und zog dann die Mütze über den Kopf. „Der Dekubaum ist im Osten des Kokiriwaldes! Los, lass uns hingehen.", meinte Navi und flog zur Türe. „Oookay." Link ging ihr nach und hatte das Gefühl, durch diesen Schritt in ein großes Abenteuer hineingestolpert zu sein, das selbst die Grenzen der Zeit überwinden würde…
„Link! Guten Morgen! Oh, du hast ja..", klang eine vertraute Stimme von unten an sein Ohr. Es war Salia, seine beste Freundin im Kokiriwald und die einzige, die ihn wirklich zu verstehen schien. „Morgen, Salia!", antwortete er ihr, als er die Leiter aus seinem Baumhaus hinunterkletterte. Neben der Leiter war ein Schild, auf das Link „Hier wohnt Link." geritzt hatte. Als seine Albträume begannen, hatte er auch ein eigenartiges dinosaurierähnliches Monster gesehen, das aber mit der Zeit verschwand. Um es ja nicht zu vergessen, ritzte es Link mit seinem Küchenmesser in die hervorstehende Wurzel seiner Baumhauses ein. Salia stand mittler-weile vor ihm und lächelte. „Endlich hast du auch eine Fee! Nun bist du ein wahrer Kokiri!", strahlte sie und Link lächelte leicht. „Naja.. aber ich muss mich beeilen. Der Dekubaum hat mich zu sich gerufen." – „Der Dekubaum? Was für eine Ehre!", lächelte das grünhaarige Mädchen und Link verabschiedete sich von ihr. Er lenkte seine Schritte gen Osten, in Richtung des Shops und wurde von Mido, dem sommersprossigem An-führer der Kokiris aufgehalten. „Mido, lass mich durch! Ich muss zum Dekubaum!", sagte Link tonlos und sah Mido mit etwas Hass in den Augen an. „Halt, Link! Du besitzt weder Schwert noch Schild.. so kann ich dich nicht zum Dekubaum lassen!", hielt Mido ihn auf. „Was?!" – „Sorry, aber so ist die Regel. Außerdem.. DICH würde ich sowieso nicht durchlassen!" Grummelnd drehte Link sich weg. „Schwert und Schild.. einen Schild kann ich im Shop kaufen, ich hab aber kein Geld! Navi, weißt du, wo ich hier ein Schwert finden könnte?", fragte er die Fee, die nachzudenken schien und ihm nach ein paar Sekunden Denkpause antworte-te: „Versuch es doch beim Trainingslager!" Link nickte und lief ans andere Ende des Dorfes. Dort fand er nur einen hüpfenden Jungen mit schier endlosen Stirnfransen und einen schmalen Durchlass. ‚Ob ich da durchkriechen kann?' „Probieren geht über studieren, Link.", meinte Navi und Link fragte erstaunt: „Kannst du Gedanken lesen?" – „Nö, aber dein Gesicht verrät einiges." Link schnaubte. Wie schlagfertig Feen doch sein können! Er seufzte und kroch dann durch das Loch. Vor ihm tat sich ein Labyrinth auf, das quadratisch angeordnete Gänge aufwies. Durch diese schmalen Gänge rollte eine riesige Kugel, die Link unbedingt um-rollen will. Doch der junge Abenteurer wich ihr geschickt aus und schaffte es schließlich zu einer Kiste, die er öffnet. Darin fand er.. das KOKIRISCHWERT! „Endlich! Link, du hast ein Schwert!" – „Also darauf wäre ich jetzt nicht gekommen..", konterte Link ironisch und machte sich auf den Weg zum Shop, wobei er seine Geldtasche noch mit 40 Rubinen füllte, um sich einen Holzschild kaufen zu können. Als er diesen ge-kauft hat, stellte er sich wieder vor Mido. „Mein Gott, du schon wieder! Ich hab dir doch-" Plötzlich hörte Mido auf zu reden und stellte sich ganz gerade hin. Er traute seinen Augen kaum – der ihm so verhasste „Nicht-Kokiri" trug ein Schwert! Und einen Schild! „Woher hast du dieses Schwert?!" – „Gefunden. Und es gehört mir." Midos Augen wurden noch größer, als er erkannte, WELCHES Schwert sein Gegenüber besitzt. „Heiliger Deku! Das ist doch.. das Kokirischwert!" Der Anführer rollte mit den Augen und ging dann lang-sam zur Seite. „Ich versteh die Welt nicht mehr. Zuerst vertraut dir Salia so blind und nun auch noch der Dekubaum! Also wirklich, unerhört.." Die letzten Worte gingen in seinem nicht vorhandenem Bart unter und Link grinste. „Danke!" Mit diesen Worten verabschiedete er sich und rannte weiter zum imposanten Deku-baum.
Dort angekommen, begann Navi zu reden. „Dekubaum.. ich bin zurückgekehrt.", flüsterte die Fee und flog zum Baum. Der Dekubaum sah nicht wirklich aus wie ein stinknormaler Baum. Oder hat irgendjemand au-ßerhalb von Hyrule schon mal Bäume mit Schnurrbärten gesehen?! Auf jeden Fall erhob nun auch der weise Dekubaum seine (tiefe) Stimme. „Danke.. Navi. Link, ich grüße dich. Sicher fragst du dich, warum ich gera-de dich herbestelle, aber es ist an der Zeit, den Grund für deine Alpträume herauszufinden." Link staunte nicht schlecht. Woher wusste dieses sprechende Stück Holz, dass der Held in spe Alpträume hatte?! Trotz-dem beschloss der Braunhaarige, weiter zuzuhören. „Nun.. auf mir lastet ein Fluch. Ich bitte euch.. Link, Navi.. besiegt das Monster, das an meinen Wurzeln nagt und rettet die friedvolle Zukunft Hyrules." Link schluckte. Das meint der doch nicht ernst?! „Und wie?", fragte er eilig. „Tretet ein.. hast du den Mut dazu, Link?" – „Natürlich!", nickte der kleine Junge und der Dekubaum öffnete seinen Mund. „So sei es... tritt ein und erfülle dein Schicksal!" Link schluckte noch ein letztes Mal, bevor er sich langsam in Bewegung setzte und das Innere des Dekubaumes betrat..
Kapitel 2 – Die Hylianische Steppe
Als Link das Grasland betrat, wehte ihm eine warme Brise entgegen. Zum ersten Mal sah er das Land um Kokiri, seinem Heimatdorf. Der braunhaarige Held seufzte und strich sich die Haare aus dem Gesicht, als ihn das Schuhuen einer Eule erschreckte. „Aha, der Held ist da.", wurde er von der Rieseneule Methusa begrüßt. „Du hast deine erste Aufgabe mit Glanz und Gloria bestanden – nun sind wir uns sicher." Link sah das braune Federvieh mit dem olivenartigen Muster am Kinn (Anm.: ich dachte früher, die hat wirklich Oliven im Gefieder.. -_-) fragend an und legte den Kopf schief. „Doch was du hinter dir hast, ist ein Spaziergang im Vergleich zu dem, was dich noch erwartet. Vertrau mir.", fuhr die Eule fort und öffnete endlich die Augen, um ihn etwas genauer zu mustern. „Du bist etwas kleinwüchsig.. aber egal. Folgst du diesem Weg, kommst du zum Schloss Hyrule. Dort wartet Prinzessin Zelda auf dich – sprich mit ihr und viele Geheimnisse werden sich lüften. Wenn du dich verlaufen hast, schau in der Karte nach, wohin du musst. Deine Fee wird dir helfen. Auf Wiedersehen, kleiner Held." Nachdem sie das gesagt hatte, streckte die Eule die Flügel aus und flog mit der nächsten Brise davon. „Eigenartiges Federvieh..", zischte Link und machte sich auf den Weg Richtung Schloss Hyrule.
Kurz bevor der Tag zu Ende ging (Link hatte sich furchtbar gewundert, dass der Himmel sich plötzlich ver-färbte und zuerst etwas Angst gehabt), hatte der Held es geschafft, die Stadt zu betreten. Doch es war bereits Nacht, als er von der Zugbrücke wegging. So wurde der erste Stadtrundgang in der Nacht abgehalten, was den Braunhaarigen nicht wirklich störte. Nur überall diese Hunde.. das war das einzige Problem der Stadt. Was für einen Radau so kleine Tiere machen können.. und wie sie erst stinken! Link rümpfte die Nase und spitzte plötzlich die Ohren. Da war Gesang.. ein ganz leiser.. eine junge Mädchenstimme.. Er folgte dem wundersamen Geräusch und stand plötzlich vor einem Mädchen, das so groß wie er war und lange rote Haa-re hatte. Sie war die Ursache dieser Musik. Irgendwie sang sie wunderschön.. Link beschloss, sie anzuspre-chen und erhielt auf sein zaghaftes „Hallo.." einen eigenartigen Blick. „Sag mal wo kommst du denn her?!", fragte ihn das Mädchen ohne Begrüßung. ‚Wie unhöflich!', dachte Link kurz und wollte antworten, als das Mädel munter weiterplapperte. „Du kommst aus dem Wald, hab ich recht?!" Links Kinnladen klappte runter und er starrte sie an. „Woher..?!" – „Deine Fee!", meinte sie kichernd und deutete auf Navi, die – wie eine kleine Lampe – um Links Kopf herumschwirrte. „Achso." – „Ich bin Malon, die Tochter des Besitzers der Lon Lon-Farm. Und du bist...?" – „Link." – „Freut mich, dich kennen zu lernen, Link!", sagte Malon fröh-lich und streckte ihm ihre Hand entgegen. Link nahm sie schüchtern und hatte prompt eine neue Freundin gefunden. Der kleine Held verzog den Mund zu einem leichten Lächeln und sagte: „Ich muss weiter.. zum Schloss." Malons blaue Augen wurden (noch) größer und sie meinte: „He, wenn du zum Schloss musst.. kannst du dann meinen Vater suchen?! Er ist zum Schloss gegangen um Milch auszuliefern und bis jetzt noch nicht zurück!" Sie kichert leise. „Sicher schläft er wieder!" – „Na toll!", seufzte Link und stemmte die Arme in die Hüfte. „Aber da gibt es Abhilfe!" Malon kramte kurz in ihrer Rocktasche und gab Link ein Ei mit den Worten: „Halt es schön warm.. mit ein bisschen Glück ist bis morgen Früh ein Hühnchen geschlüpft! Das weckt meinen Paps immer auf!" Malon zwinkerte und Link verabschiedete sich von der rothaarigen Farmerstochter.
Auf dem Weg zum Schloss wurde Link (schon wieder) von der Eule Methusa aufgehalten. „Hoo hoo! Die Hylianische Steppe hast du hinter dir.. und hier ist das Schloss! Finde Prinzessin Zelda.. denn nur sie kann dir helfen, das Land zu retten! Also, junger Held.. viel Glück!" Mit rauschenden Flügeln erhob sich die mächtige Eule in die Lüfte und war auf und davon. „Na toll.. und wie soll ich da rein?!" Link ging seufzend zum massiven Gittertor und wurde prompt von der dort stationierten Wache angeschnauzt: „Heda, Kleiner! Kein Zutritt! Mach Meter!" Link knurrte leise und wich der nach ihm schlagenden Lanze aus. „Ts.. also nen Ton haben die Leute hier drauf.. das ist ja entsetzlich!", sagte er zu sich und ging wieder nach vor zu dem Baum, wo vorher Methusa saß. Richtig, er hat sich nicht verschaut – auf der Wand hier sind wirklich Efeu-ranken, die es dem Helden ermöglichen, raufzuklettern. Schnell tat er dies und schummelte sich weiter an den Wachen vorbei, bis er schließlich vor einem schlafenden Mann stand, der irgendwas von „Milch auslie-fern" vor sich hin grummelte. Link schloss daraus: das muss Talon sein. Schnell packte er das inzwischen ausgeschlüpfte Hühnchen aus und wurde für die Befreiung mit einem ohrenbetäubenden „Kikeriki" belohnt. Zumindest schreckte Talon aus dem Schlaf. „He! Kann man denn nicht mal für eine Sekunde die Augen zumachen?!", polterte er los und bemerkte erst jetzt, dass Link vor ihm stand und ihn schüchtern anglotzte. „Na Kleiner, wer bist denn du?" – „Ich.. kam hier grad vorbei.. du bist Talon?!" – „Richtig." – „Gut. Erm.. Malon sucht dich. Und deshalb hab ich das Huhn bekommen.. sie ist mächtig böse." – „Was? Och nein, das läuft nicht gut! Da bekomm ich wieder mächtig Ärger!", schrie Talon und wetzte davon. „Puh.." Links Blick fiel auf die Milchkisten, die neben ihm standen. „Hm.." Er blickte kurz zu dem Loch in der Schlossmauer, das er schon früher bemerkt hat und schob schnell die Kisten so hin, dass er genau zum Loch springen konn-te und in die Mauer kroch..
Als Link aus der Maueröffnung kam, landete er erst mal in Wasser. Doch die kalte Dusche weckte seine Lebensgeister wieder auf und langsam ging voran. Insgesamt fünf mal musste er sich an Wachen vorbei-schummeln (und insgesamt 13 Wachen austricksen), bis er endlich vor Prinzessin Zelda stand. Es war ganz einfach die Männer in den Rüstungen zu umgehen: er sprang hinauf und hielt sich am Mauernrand fest. So bemerkten ihn die Wachen nicht und er konnte sie dennoch beobachten. Denn wenn die Wachen ihn sahen, dann beförderten sie ihn mit einem saftigen Tritt in den Allerwertesten hinaus. Und das war alles andere als lustig. Doch endlich war er an seinem Ziel angekommen.
Langsam betrat Link den kreisrunden Innenhof des Schlosses von Hyrule. Der Boden war zur Gänze mit Gras überwachsen, in der Mitte wuchs viel roter Mohn. Vorsichtig ging Link weiter, immer wachsam. Er betrat die Steinstufen und räusperte sich leise, als er vor einer gleich großen Gestalt stand. „Nanu? Wie kommst du denn hier herein?", fragte das Mädchen mit der Mütze, das ihm gegenüber stand. „Nun.. ich hab mich an den Wachen vorbeigeschummelt..", sagte Link verlegen. „Bitte? Und ich dachte immer, es käme niemand an ihnen vorbei.. na ja. Darf ich fragen wie du heißt?" – „Ich bin Link." – „Link? Komisch.. mir kommt dieser Name so vertraut vor.. obwohl ich ihn noch nie zuvor gehört habe." Das Mädchen lächelte ihn vorsichtig an. „Ich hatte heute Nacht einen Traum. In diesem überschatteten dunkle Wolken unser fruchtba-res und schönes Land Hyrule.. doch auf einmal durchbrach ein heller Lichtstrahl diese erschreckenden dun-keln Wolken.. und das Licht kam direkt aus den Verlorenen Wäldern..", erzählte sie langsam und stutzte auf einmal, als sie Navi entdeckte. „Ist das nicht eine Fee?" – „Richtig, das ist Navi.", stellte Link seine ewige Begleiterin vor. „Eine Fee.. bedeutet das.. du kommst aus dem Wald?!" Der Recke nickte. „Also wusste ich es! Dass heute der Auserwählte kommen würde!" Link erwiderte nichts. Für eine Prinzessin war die aber ganz schön aufgeweckt, auch wenn sie das nicht immer zu sein schien... ob sie schizophren war? Der Recke hob die linke Augenbraue und sah sie kritisch an. „Oh! In all dem Trubel hab ich total vergessen, mich vor-zustellen: ich bin Zelda, Prinzessin von Hyrule." Sie verbeugte sich kurz. Link nickte nur. ‚Das ist also Zel-da..', dachte er und sah sie leicht kritisch an. So hatte er sie sich überhaupt nicht vorgestellt. In seiner Fanta-sie war Zelda eine erwachsene hübsche Frau, die lange offene Haare hatte und einen erhabenen Eindruck machte. Doch Zelda war genau das Gegenteil. Irgendwas an ihr störte ihn, er konnte sich nur nicht erklären, was. „Link.. weißt du, was es bedeutet, unsere Welt zu beschützen?" – „Bitte?" Link, der mit verschränkten Armen dagestanden hatte, wurde aus seinen Gedanken gerissen und sah die Prinzessin verwundert an. Auf einmal war an ihr nichts fröhliches, kindliches mehr. Nein, sie sah total ernst drein. Sie machte plötzlich einen ganz anderen Eindruck. Vielleicht war die Vermutung, dass sie zwei Seelen in sich trug, doch nicht so abwegig...? Er schüttelte den Kopf, um den Gedanken zu vertreiben. „Ist dir klar, was es bedeutet, unsere Welt zu beschützen?" Der Recke dachte kurz nach und schüttelte schließlich leicht den Kopf. „Um unsere Ziele zu erreichen, benötigen wir die drei Heiligen Steine." – „Was soll das sein?", fragte Link verwirrt. Die-ses Mädchen spricht in Rätseln! Schnell erklärte die Prinzessin, worum es sich bei den drei Heiligen Steinen handelte, nämlich um den Kokirismaragd, den Goronenopal und den Zorasaphir. Schließlich weihte sie ihn auch in die Geschichte um die Entstehung ihrer Welt ein. Abschließend schrieb sie einen Brief, der ihm si-cher noch nützlich sein könnte. „Doch bevor ich dich nun auf die Reise schicke, möchte ich dir jenen Mann zeigen, en es gilt aufzuhalten.", meinte sie, bevor sie Link den Brief in die Hand drückte. Er legte den Kopf schief. „Hier, sieh nur.", sagte die Prinzessin, wich einen Schritt zur Seite und winkte ihn an sich heran. „Hier, durch dieses Fenster, kann man den Thronsaal meines Vaters sehen. Siehst du den Mann, der den Teppich entlanggeht? Der mit dem finsteren Blick?" Link kniff die Augen zusammen und erkannte einen hochgewachsenen sonnengebräunten Mann mit feuerrotem Haar. Er hatte eine Rüstung an, die aus Leder zu bestehen schien und der Mann ging in die Knie, um sein Haupt zu verneigen. „Das ist Ganondorf, der König der Gerudos. Er hat meinem Vater die Treue geschworen, aber ich glaube niemals, dass er es ernst meint! Zwar habe ich meinen Vater schon gewarnt, aber.." Die Prinzessin seufzte und drehte sich zur Seite, wäh-rend Link ihn weiter beobachtete. „Er glaubt mir nicht. Mein Vater schenkt meinen Träumen keinen Glau-ben, aber ich weiß genau, dass die dunklen Wolken, die Hyrule in meinem Traum umschließen, diesen Mann symbolisieren!" Zelda sah ihn fast bittend an, als der Recke zurückschreckte. Ganondorf hatte seinen Kopf nach rechts gedreht und ihm genau in die Augen geschaut. Dieser stechende Blick hatte eine Gänsehaut ver-ursacht. „Was ist passiert? Hat er dich gesehen?", fragte Zelda erschrocken. Link nickte, doch in dem Mo-ment wurden ihre Gesichtszüge wieder weich. „Keine Angst, er ahnt noch nichts von alldem." Sie hielt ihm den Brief entgegen. „Hier. Ich bin sicher du wirst ihn brauchen." Dann entließ sie ihn. Wortlos ging Link zurück in Richtung Park, wo die ganzen Wachen waren. Doch eine hochgewachsene und kräftig aussehende Frau stand ihm im Weg. Sie stellte sich als Impa vor, die letzte Überlebende der Shiekah. „Kleiner Held, wir haben große Erwartungen in dich gesteckt. Wirst du sie auch erfüllen können?", fragte sie. Link war sich nicht sicher, was er antworten sollte. Immerhin war er doch erst 10 und nun betraute man ihn mit einer derar-tigen Aufgabe. Gab es da keine erwachsenen Krieger, die die Steine holen könnten? Nein, alles blieb an ihm hängen. Link seufzte kurz. „Kopf hoch, du wirst es schaffen. Ich lehre dich nun einer Melodie, die du nie vergessen darfst!" Impa, die ihn die Knie gegangen war um Link ihre große Hand auf die Schulter zu legen, erhob sich wieder und steckte Zeigefinger und Daumen der rechten Hand in den Mund, um eine Melodie zu pfeifen. Zuerst ein H, dann ein D und abschließend ein A. Das wiederholte sie zweimal und Link spielte die Melodie auf seiner Okarina nach. So erlernte er „Zeldas Wiegenlied".
Impa brachte Link dann auch wieder vor das Schloss. „Siehst du die Stadt, die hier im Osten unseres Landes Hyrule liegt?" Link drehte sich in die von ihr gedeutete Richtung. „Dort liegt Kakariko. Ich habe die Stadt gegründet, um Verfolgten und Ausgestoßenen eine Heimat zu geben. Wenn du mal dort bist, unterhalte dich ruhig mit den Einwohnern. Es sind alles sehr nette und einfache Leute, die dir gewiss helfen werden." Mit diesen Worten verschwand sie, aber nicht ohne ihn noch einmal an die drei Heiligen Steine zu erinnern. Link seufzte. Langsam aber sicher stank ihn das hier mächtig an. Gemächlich schritt Link los in Richtung Kakari-ko. Irgendwie interessierte ihn diese Stadt. Wenn man Impas Worten Glauben schenken konnte, dann wären in dieser Stadt wirklich nur Verstoßene... ob sie grässlich aussahen? Link grinste vorsichtig. Er wollte das jetzt unbedingt erfahren...
Auf eine Art enttäuschte ihn das Ergebnis. Alle Leute in der Stadt sahen stinknormal aus, wie er. Gut, sie hatten nicht diese geheimnisvolle Aura, die die Kokiri umgab und auch keine Fee, aber.. trotzdem. Sie mach-ten auf Link den gleichen Eindruck wie die Hylianer, wenngleich in ihren Blicken etwas ängstliches sich verbarg. Etwas, das Link nicht wirklich definieren konnte.. ob sie mit Schimpf und Schande verjagt worden waren? So ein Gefühl hatte Link nämlich, als er mit einigen sprach. Manche waren wirklich freundlich zu ihm, in dem Punkt hatte Impa recht gehabt. Andere aber wiesen ihn ganz ab, ignorierten ihn oder schlugen sogar mit dem Gehstock nach ihm. ‚Leute gibt es...' schoss Link durch den Kopf. ‚Sie sind so gleich und doch so unterschiedlich. Zahlreich wie die Sterne am Firmament..' Der Recke richtete seinen Blick gen Himmel. Doch der hellblaue Himmel und ein paar weiße Schäfchenwolken lachten ihn an. Auf einmal hörte er ein leises Schluchzen. Der Recke folgte dem Geräusch und stand vor einer für seine Verhältnisse große Frau mit kurzen rotbraunen Haaren. Sie weinte leise und sah sich erschrocken um. „He.. kann ich Euch ir-gendwie helfen?", fragte Link vorsichtig und sah sie an. „Bitte?" Die Frau blickte ihn mit ihren großen blau-en Augen, in denen Tränen schimmerten, an. „Kann ich Euch helfen? Ihr weint so bitterlich.", wiederholte Link. Die Frau lächelte leicht und ging dann in die Hocke, um besser mit ihm reden zu können. „Danke, dass du mir helfen möchtest. Ich habe nämlich ein ziemlich großes Problem. Ich züchte Hühner, doch leider bin ich allergisch auf sie." Link verkniff sich den patzigen Kommentar, dass es doch stumpfsinnig ist, Tiere zu züchten, auf die man allergisch ist. „Meine Eltern haben das vor mir gemacht und ich musste ihre Arbeit übernehmen, weil ich sonst nichts gelernt habe... leider kann ich meine Hühner nicht mal angreifen, weil ich einen Ausschlag auf die Federn bekomme.", erklärte sie weiter. Das leuchtete dem Braunhaarigen schon eher ein. „Und wie kann ich Euch da helfen?", fragte Link und sah sie an. Er wusste nicht genau, was ihr Problem war – außer dass sie eine Allergie auf ihre Arbeit hatte. „Meine Hühner sind aus dem Käfig ausgebrochen. Es sind sieben und sie sind nun in ganz Kakariko verstreut. Kannst du mir helfen, sie alle einzufangen?" Die Frau sah ihn an und Link willigte schließlich ein. Diesen Augen konnte er einfach keine Bitte abschlagen.. So machte sich der kleine Recke an die Arbeit, sieben Hühner in ganz Kakariko zu suchen und zurückzu-bringen.
Kapitel 3: Besuch bei den Goronen
Der Gebirgspass erwies sich als kahle Schlucht, voll von Gegnern. Doch kaum hatte Link das erste Drittel hinter sich, stand er vor einem riesigen Felsen. Das Schild links von ihm meinte, dass hier die „Dodongo-Höhle" wäre. Ging eine Höhle nicht normalerweise in einen Berg hinein? Dem war hier nicht so. Link wollte schon weiter nach oben gehen, als sich plötzlich neben ihm jemand laut „Huh?" fragend aufrichtete. Das war eines der komischsten Wesen, die er je gesehen hatte: vor ihm stand ein Gorone. Das waren Steinfresser, die fast zwei Meter groß waren, mit dicken Bäuchen und einer harten Haut. Ihr Kopf war breiter als der von Menschen und wirkte eher wie ein Ei mit Schokostückchen als Augen und einem aufgemalten Mund. Aber Goronen waren sehr umgängliche Wesen, die vielen schnell vertrauten. Auf jeden Fall machte dieser Gorone, der vor Link stand, einen sehr freundlichen Eindruck. „Goronia? Einfach der Nase nach, du kannst es gar nicht verfehlen.", meinte der Steinfresser. „Vielen Dank!", rief Link freudig, neigte kurz den Kopf und lief dann den Weg weiter entlang. Immer der Nase nach. Das musste einfach sein. Erschrocken sprang Link zur Seite, als ein Gorone an ihm vorbei den Hang hinunterrollte. Von da an ging es nicht mehr bergauf, sondern bergab in Richtung einer Öffnung, die sich wie ein Schlund auftat. Link hatte erst Angst, doch ein Schild verriet ihm, dass hier der Eingang zu Goronia wäre, der Stadt der Goronen. Also war er sowieso richtig..
Kaum hatte Link das Innere des Berges betreten, schlug ihm furchtbare Hitze entgegen. Draußen war es an-genehm warm, frühlingshaft eben. Aber hier... als wäre man im Inneren eines Vulkans! Der Recke hustete leicht, da auch die Luft dick war wie Zement. Er sah sich um. Link befand sich im obersten Stock von Goro-nia, unter ihm waren noch drei weitere. In der Mitte der Stadt schwebte eine Art Holzplatte, die von vielen Seilen gehalten wurde. Vielleicht fand sich dort etwas interessantes.. Geschickt balancierte Link über die armdicken Taue und stand dann vor einem Goronen. Dieser sagte ihm, dass sich hier ein roter Stein befunden hätte, den er – aus reiner Gier, weil er so unendlich hungrig war – hatte anknabbern wollen. Aber Darunia, der Anführer des Volkes, hatte den Stein dann an sich genommen, um ihn vor den Giermäulern zu schützen. „Aber warum hungert ihr? Steine gibt es doch noch und nöcher..", meinte der Braunhaarige und sah den Goronen an. Dieser setzte sich seufzend nieder und meinte: „Du verstehst das nicht: es gibt solche und sol-che Steine. Manche kann man essen, so wie die Steine aus der Dodongo-Höhle." Dodongo-Höhle.. das kam ihm bekannt vor.. aber ja, war nicht weiter unten in der Schlucht eine Höhle, die diesen Namen trug? „Und andere wieder nicht, wie diese hier. Steine brauchen eine gewisse Reife, weißt du? Wenn du sie nimmst wäh-rend sie noch wachsen, dann sind sie unreif. Am allerbesten schmecken aber Steine, die von uralten Bergen wie diesem stammen und sich durch Erdbeben oder ähnlichem gelöst haben.." – „Danke für die Auskunft!", rief Link schnell, um den Feinschmecker zu unterbrechen. Er war keine Steinfresser und würde auch nie einer werden. Denn dazu war sein Gebiss nicht ausgebildet. Aber nun wusste er wenigstens ein bisschen mehr..
Ratlos sah Link sich um. Wo in diesem Komplex konnte sich Darunia befinden? Zu ihm musste er, wenn er den Heiligen Stein des Feuers haben wollte. Link setzte sich seufzend am Boden. Neben ihm richtete sich wieder ein Gorone auf. Der Recke spitzte die Ohren. Irrte er sich... oder hörte er jene Melodie, die auch im-mer in den Verlorenen Wäldern erklang..? Er sah den Goronen neugierig an, der ihn freundlich anlächelte. „Warum sitzt du eigentlich gerade hier? Das ist doch so abgeschottet von den anderen.", fragte er. Der Goro-ne zuckte erst mit den Schultern. „Ach, weißt du... ich mag das Lied so gern, das vom Wald herkommt. Alle Goronen mögen das. Es ist so fröhlich und auch erfrischend. Außerdem heitert sie auch auf." Link nickte. Er wusste, worauf der Gorone hinauswollte. Plötzlich machte sich in seinem Kopf eine Idee breit. „Kannst du mir sagen, wo ich Darunia finde?" – „Aber natürlich. Da, ganz unten. Wenn du vorm Shop stehst, rechts von dir.", antwortete der Steinfresser und deutete ins tiefste Stockwerk. Hinter der riesigen Vase, die dort stand, war ein Raum, verborgen von einer massiven Holztür. Link richtete sich auf, nickte dem Goronen dankend zu und nahm dann Anlauf, um hinunterzuspringen. Dann lief er nach hinten. Als er vor der Holzversperrung stand, sah er sich um. Wie sollte er diese massive Holztür hinaufbekommen? Erst jetzt bemerkte er die Nach-richt, die vor ihm auf der Tür stand: „Nur Gesandte des Königs sind gewillt, hier einzutreten." Gesandte des Königs? Hm.. diese Melodie, die er von Impa hatte.. vielleicht konnte die hier weiterhelfen. Link wollte nichts unversucht lassen, diese vermaledeite Tür aufzubekommen und packte schnell die Okarina aus. Und siehe da, kaum hatte er die einfache Melodie gespielt, wurde das Holztor knirschend hochgezogen! Link ging vorsichtig weiter und hustete. Der Raum, den er betrat, war furchtbar stickig und auch unangenehm warm, was aber von den beiden einzigen brennenden Fackeln kam. „Entschuldige, aber... bist du Darunia?", fragte der Recke schüchtern. Der Gorone, der größer und auch mächtiger wirkte als die anderen, sah ihn wütend von oben herab an. „Was willst du, Wicht?", wollte er mit donnernder Stimme wissen. Link sah den Anfüh-rer der Goronen ehrfürchtig an. Er machte wirklich einen anderen Eindruck. Außerdem hatte er Haare am Kopf. Ungewöhnlich für einen Goronen, doch zu ihm passte es perfekt. „Ich.. bin im Auftrag von Prinzessin Zelda unterwegs, um-" – „Ein Gesandter des Königs willst du sein?! Verschwinde, du Nachwuchsheld! Und sag dieser Prinzessin, sie soll mir gefälligst einen richtigen Boten schicken und kein Kind.", fiel Darunia ihm ins Wort und drehte sich dann weg. Links Faust zitterte. Wie gern hätte er diesem Steinfresser nun bewiesen, dass er sehr wohl Manns genug war, um diesen Auftrag durchzuführen. Doch er ließ seiner Wut nicht freien Lauf, sondern drehte sich um und verließ Darunias Raum.
Draußen angekommen seufzte er erst einmal. „Was ist denn?", fragte einer der Goronen besorgt. „Ach, ich.. warum ist Darunia so mies gelaunt?" Nun seufzte auch der Gorone und sah kurz weg. „Weißt du.. uns geht's zur Zeit nicht so absonderlich gut." Link sah ihn erstaunt an. Dass hier was anormal war, hatte er schon durch die Aussage des Gorons geahnt, der ganz oben auf diesem Holzbrett saß. „Aber warum? Was ist pas-siert?" – „Vieles auf einmal, zu viel. Zuerst.. die Donnerblumenernste das Jahr war furchtbar. Dann kam auch noch dieser komische Soldat, der sich „Ganondorf" nennt und hat uns den Weg zur Dodongo-Höhle versperrt, wo die besten Steine wachsen.. nun leidet das Volk Hunger. Kein Wunder, dass Darunia da mies drauf ist und die ganze Zeit nach einer Möglichkeit brütet, wieder die Sonne für uns aufgehen zu lassen." Link nickte. Und ihm war eben ein Weg eingefallen, wie er Darunia da vielleicht helfen könnte... Link ver-beugte sich leicht und lief hinauf zu dem Goronen, der an der Stelle saß, wo man das Lied aus den Verlore-nen Wäldern hörte. Vielleicht wusste der mehr. Doch als er oben angekommen war, fiel ihm auf, dass der Verbindungsweg in die Wälder durch Felsen blockiert war. Doch zwischen den Felsen wuchsen eigenartige Blumen. Sie waren schwarz und rund und oben wuchsen drei grüne Stacheln raus, die nach oben hin gelb wurden. Wüsste Link nicht, wie absurd der Gedanke wäre, dann hätte er gesagt, dass das wohl pflanzliche Bomben sind und die Stangen oben sind die Lunten. Da richtete sich der Gorone auf und meinte: „Die Felsen bekommst du weg, wenn du die Donnerblumen anzündest." – „Donnerblumen? Also explodieren die bei Kontakt mit Feuer?", fragte Link und erhielt ein Nicken. Feuer, Feuer... Link schnippte mit den Fingern und lief dann zurück in Darunias Zimmer. Dort holte er mittels eines Dekustabes Feuer und zündete alle Fackeln in Goronia an, die er fand. Und wirklich, kaum berührten die Flammen die Stengel der Donnerblumen, brannten diese binnen Sekunden ab und sprengten die Felsen in die Luft. Nun konnte Link zurück in seine Heimat. Denn die Felsen hatten jenen Tunnel versperrt, der die Verlorenen Wälder mit dem Reich der Goro-nen verbunden hatte. Link seufzte und machte sich auf den Weg zurück in seine Heimatwälder.
Kaum hatte er den weichen Grasboden betreten und die feuchte Luft eingeatmet, fühlte er sich besser. Doch eines kam ihm auch komisch vor: irgendetwas war anders als vorher. Link schloss die blauen Augen für einen Moment und lauschte einfach nur. Natürlich: die sanfte Melodie, die sonst die Blätter der Bäume um-spielte. Sie war leiser als sonst. Link machte einen Schritt nach links, woraufhin die Musik auf einmal lauter wurde. Auf einmal raschelten Federn hinter ihm. „Huhu... wie ich sehe, bist du schnell auf das Rätsel, das dir der Wald stellt, draufgekommen.", schuhute es und Link drehte sich um. Auf einem alten halb verwittertem Baum saß die Eule Methusa, die ihn wie immer anzulächeln schien. Aber der Gedanke war absurd. Vögel können nicht lächeln. Link legte den Kopf schief. Irgendwie verstand er die Aussage der Eule nicht richtig. „Rätsel des Waldes?", fragte er verdutzt. Methusa nickte und erklärte ihm dann, was sie damit meinte: „Fol-ge einfach der Melodie. Lass dich von deinem Gehör führen und du wirst dein Ziel erreichen." Dann breitete sie ihre mächtigen Schwingen aus und erhob sich majestätisch in die Lüfte. Link sah ihr lange nach. Sicher wollte ihm die Eule nur helfen, aber ihre Ratschläge waren manchmal unnötig. Einmal zum Beispiel wollte sie ihm erklären, wie man Okarina spielte. Tja, nur blöd, dass man dies als Bewohner des Kokiriwaldes von klein auf eingetrichtert bekommt. Der Recke zuckte mit den Achseln und ging dann weiter, den Ohren nach. Auf seine Nase konnte er sich hier ja nicht wirklich verlassen, denn zu viele Gerüche strömten herum und verwirrten untrainierte Riechorgane. Wobei er sich gut vorstellen konnte, dass andere Leute mit dafür größe-ren Zinken ein Gespür für all die seltenen Pflanzen des Waldes hatten... Als Link das nächste Tor durch-schritt, stand er auf einem weiten Platz. Vor ihm war eine Steinmauer mit einer durch Gitterstäbe versperrte Öffnung. „Also so was..!" Der Recke knirschte mit den Zähnen. Jetzt war er hier endlich anscheinend am Ziel angekommen, dann war da so ein blödes Gittertor, das ihn unverschämt anlachte und meinte: „Ha ha, so leicht lass ich dich nicht durch!" Link rannte in Richtung des Tors, als aus dem Gebüsch auf einmal ein Wolfsheimer sprang. Erschrocken taumelte der Recke zurück und zog sein Schwert. Ein Wolfsheimer war nicht zu unterschätzen. Er war mit scharfen Krallen und langen Zähnen ausgestattet, die schon so manchen unvorsichtigen Soldaten das Leben gekostet hatten. Außerdem war der Rücken durch Metall in der Haut natürlich gestärkt und widerstand so Schwerthieben. Nur der Bauch war verletzbar. Das wusste Link, also wartete er ab, bis der Wolfsheimer zum Angriff ausholte (wobei sich diese Tiere ja immer auf die Hinterläu-fe stellten und dann mit den Vorderpfoten angriffen) und schlug dann zu. Jaulend sprang der Wolf zurück und lief um seinen Gegner herum, der ihn fest anstarrte. Dann wiederholte er seine Angriffstechnik. Drei weitere Schläge reichten aus, um den Wolf in die Flucht zu schlagen. Kaum war dieser geflohen, erklang ein seltsamer Glockenlaut und das Gitter verschwand im Boden. Link trat durch die Öffnung und wich im letzten Moment einer tief fliegenden Dekunuss aus. Nicht mal hier war er sicher! Denn überall um ihn waren kleine, angriffslustige Dekukerle, die ihn nur zu gern mit Nüssen bespuckten. Das schien zu deren liebsten Hobbys zu zählen. Flink lief Link durch das Labyrinth und wich dabei des öfteren Nüssen nur sehr knapp aus. Aber dann stand er endlich am Fuße einer Treppe. Hier wurde das Okarinaspiel, das ihn durch den Wald geführt hatte, sehr laut. Also musste er sich ganz nah an der Quelle der Musik befinden.. Link erklomm langsam die Treppe und hätte am liebsten wieder umgedreht. Denn hier befanden sich gleich drei Dekukerle, die ihn hä-misch grinsend ansahen und gleichzeitig Luft holten, um ihn mit einer Nuss zu begrüßen. Link holte seuf-zend seinen Schild hervor und lief mit vorgehaltenem Schild an den dreien vorbei, um die zweite Treppe zu besteigen. Als er endlich angekommen war, überkam ihn eine Gänsehaut: der Hellhaarige stand auf einer Lichtung. Zwar umgaben ihn immer noch Bäume, aber vor ihm war eine Steinplatte in den Boden eingelas-sen.
Link betrat sie. Sie war sechseckig und hatte in der Mitte ein gar eigenartiges Symbol eingemeißelt. Es be-stand aus drei Tropfen, die sich auf eine gemeinsame Mitte hinbewegten und sich dabei selbst verdrehten. Link legte den Kopf wieder schief (das machte er ganz gerne) und stemmte die Arme in die Hüften. Irgend-wie kam es ihm so vertraut vor, aber er hatte es in seinem Leben sicher noch nie gesehen.. woher kannte er es dann? Er kratzte sich verwirrt am Kopf und streckte sich dann durch. Beim Aufrichten seines Körpers fiel sein Blick auch automatisch auf ein uralt wirkendes Gebilde aus Stein. Gebilde war eigentlich ein ganz pas-sender Begriff, denn etwas anderes traf es nicht in seiner Beschreibung. Vor Link türmten sich zwei verwit-terte Säulen auf, die eine weitere Bodenplatte aus Stein stützten. Um das ehemalige Haus rankten sich Bäu-me, die die Reste noch zusätzlich vor dem Umfallen zu schützen schienen. Irgendetwas zog Link wie ma-gisch an. Er konnte sich das Gefühl nicht so richtig erklären, aber eine Stimme in seinem Herzen flüsterte ihm zu, dass er hier noch viel zu schaffen habe... „Na endlich bist du da, Link. Ich hab schon auf dich gewar-tet.", sagte eine bekannte Stimme und ein Mädchen kicherte. Erst jetzt wandte der Recke den Blick ab von den alten Steinen und sah auf den Baumstumpf, der daneben war. Anscheinend hatte irgendein gefühlsloser Mensch den hier stehenden uralten Baum gefällt. Früher, als er noch kleiner war, hatte er hier hin und wieder mit Salia gespielt. Und genau die saß nun hier auf dem Restchen des ehemals mächtigen Baumes. „Salia?!", fragte er verwunderte und kniff die Augen zusammen. Sie war die Letzte gewesen, die er hier anzutreffen erwartet hätte. Eher wieder diese leicht nervige Eule. Salia nickte ihm breit lächelnd zu und bewegte ihre Beine auf und ab. „Du spielst das Lied des Waldes?" – „Ich habe es lediglich für den Wald geschrieben. Aber den Bäumen und den Feen gefällt das Lied so gut, dass sie es andauernd singen.", antwortete die Grün-haarige lachend und stand auf, um sich vor ihrem besten Freund hinzustellen. „Hm.. irgendwie wirkst du ein bisschen anders.. bist du gewachsen?", fragte sie. Link wurde rot um die Nase und wich einen Schritt zurück. „Das weiß ich doch nicht, warum fragst du mich so was?", gab er zurück. Ihm wäre am allerwenigsten auf-gefallen, wenn er sich selber verändert hatte. Aber Salia hatte – wie viele andere Mädchen – ein Gespür für so was, wobei es bei ihr am besten entwickelt war. „Aber ich bin froh, dass du hergefunden hast! Immerhin habe ich dich mit dem Lied herlocken wollen." Link kratzte sich wieder am Kopf und richtete den Blick nach oben. Wie sollte er ihr erklären, dass er eigentlich nur hier war, weil er etwas suchte, das Darunia aufheitern könnte? Leider hatte er keine Idee, was er dem Anführer der Goronen da bringen könnte. „Du suchst etwas, um jemanden zu helfen, stimmt's?", sagte Salia und riss ihn damit aus seinen Gedanken. Link sah seine Freundin verdutzt an. Wieder hatte ihre Menschenkenntnis bei ihm zugeschlagen. „Ja, das stimmt.", antwor-tete der Braunhaarige leise und nahm seine Mütze kurz ab, um sie zu richten. Seit längerem hatte er schon das Gefühl, sie würde rutschen. „Darf ich erfahren, wem du helfen willst? Vielleicht kann ich dir ja helfen." Nun packte Link die ganze Geschichte von den Goronen aus. Salia hörte ihm aufmerksam zu und nickte dann. „Hm, hm, ich verstehe. Das ist wirklich ein schwerwiegendes Problem, kein Wunder, dass Darunia so schlecht gelaunt ist. Aber..." Link sah auf. Etwas in ihrer Stimme sagte ihm, dass sie eine Lösung für sein Problem parat hatte. „Lieben Goronen denn nicht das Lied des Waldes? Ich könnte es dir beibringen, dann kannst du es Darunia vorspielen. Ich bin sicher, das heitert ihn auf!" Link nickte begeistert. Das war eine tolle Idee. Schnell packte er die Tonokarina aus, die er von Salia erhalten hatte. Salia setzte auch die ihrige an die Lippen und begann, ihm langsam die Töne des Liedes vorzuspielen. Während Link die Töne nach-ahmte, rauschte es. Ein warmer Wind umfuhr die Lichtung und Link konnte mit seinen feinen Ohren wahr-nehmen, wie die Bäume in das Lied mit einstimmten. „Link! Du hast die Salia's Lied erlernt! Jetzt kannst du dem Anführer der Goronen helfen!", rief Navi erfreut, die aufgrund des Richtens von Links Mütze aufge-wacht war. Salia nickte. „Ja, ist das nicht wunderschön?" Link musste ebenfalls nicken. „Ja." – „Aber nun hopp, hopp, du hast einen Goronen aufzumuntern!", rief Salia, drehte ihn um und gab ihm einen freund-schaftlichen Klaps auf den Rücken. Link lächelte ihr noch mal zu, bevor er loslief. Salia blieb auf der Lich-tung stehen, verschränkte die Arme und seufzte. „Da geht er nun hin, der vom Schicksal Erwählte, um unser aller Leben zu retten..."
„Also das fand ich jetzt wirklich nett von Salia." Link nickte nur, kletterte geschickt eine Leiter hinauf und sprang von Mauer zu Mauer, um dem Labyrinth und den darin lebenden Dekukerlen zu entgehen. Dann betrat er wieder die verwinkelten Gänge des Waldes, fand jedoch schnell nach Goronia zurück und grinste den Goronen, der beim Weg zum Wald schlief, breit an. „Ich hab es! Ich kann Darunia nun helfen!" Doch bevor der Steinfresser antworten konnte, war der kleine Recke schon weitergelaufen in Richtung Unterge-schoß, wo Darunia wohnte. Als er wieder vor dem immer noch angefressenen Anführer stand, hatte er erst etwas Bammel. Doch als er schließlich die Okarina an die Lippen setzte, flossen die Noten nur so aus ihm heraus. Und das Lied verfehlte seine Wirkung nicht: erst stand Darunia ruhig da. Doch dann fingen seine großen Füße an zu zucken und schließlich tanzte der riesige Gorone fröhlich hin und her, während er Freu-denlaute wie „Yahoo!" oder „Jippie!" ausstieß. Der Kokiri kicherte und setzte sich auf den Boden, bevor er weiterspielte. Schließlich hielt der Gorone keuchend inne und stützte sich auf seinen Knien ab. „Die Wald-melodie! Ich danke dir, mein Junge. Anscheinend wusstest du um die Wirkung, die dieses Lied auf uns Go-ronen hat." Er schnappte nach Luft und hustete einmal kurz. „Dennoch. Ich muss dir danken, dass du mich aufgeheitert hast." Schweigen. Link sah den Goronen fragend an, dem anscheinend der Rest seiner kleinen Rede entfallen war. Darunia kratzte sich mit seiner massiven Hand am Kopf, wo strahlenförmig dicke Haar-strähnen sprossen und meinte dann: „Ahm, warum bist du noch mal hier, Junge?" Link stand auf und sagte nicht ohne Stolz: „Ich bin Gesandter von Prinzessin Zelda und auf der Suche nach den drei Heiligen Stei-nen!" – „Ah, und darum willst du den unsrigen haben. Dann lass mich dir aber ein bisschen etwas dazu er-klären." Darunia räusperte sich und lächelte innerlich, als er Links aufmerksames, doch irgendwo auch kind-lich naives Gesicht sah. „Der Heilige Stein des Feuers – oder Goronen-Opal, wie wir ihn nennen – ist das heilige Relikt unseres Volkes und zugleich auch das wertvollste! Also ohne weiteres kann ich dir den Stein leider nicht anvertrauen. Dazu musst du schon beweisen, dass du des Vertrauens eines Goronen würdig bist!" – „Und wie? Ich würde alles tun, um den Stein zu bekommen!" Link ballte die Fäuste. Endlich konnte er wieder etwas machen. Ihn juckte es nach einem Abenteuer ähnlich dem, das er im Dekubaum erlebt hatte. „Wirklich alles? Dann muss ich dir die Aufgabe geben, die Dodongos aus der Höhle zu vertreiben. Wir hiel-ten sie für ausgestorben, aber vor einigen Tagen kamen sie so zahlreich zurück.. weiß Din warum.." Der Rest des Satzes ging in Gemurmel unter. „Nun denn.. bis später, Darunia!", rief Link, sprang auf und wollte schon losrennen, als der Steinfresser ihn ein letztes Mal aufhielt. „Halt! So wie du derzeit ausgerüstet bist, kannst du die Höhle nicht betreten. Darum möchte ich dir ein Geschenk machen. Hier, bitte." Darunia drückte Link einen goldenen Armreif in die Hand, den der Held nahm und argwöhnisch musterte. „Schau nicht so! Das ist kein Schmuckstück, zumindest erfüllt es nicht diesen Zweck. Es ist ein Gastgeschenk der Goronen, das Kraftarmband. Wenn du es trägst, kann sogar du schwere Dinge wie zum Beispiel Donnerblumen heben." Link strahlte ihn an, schob den Armreif auf das linke Handgelenk und verbeugte sich. „Ich danke dir!" Dann lief er davon. Darunia sah dem immer kleiner werdenden grünen Kinderrücken nach. „Ja.. du wirst es schaf-fen."
Am Todesberg wieder angekommen, sog Link die leicht nach Verbranntem riechende Luft tief ein. Ah, was tat frische Luft doch gut! Navi flog aufgeregt auf und ab. „Du bekommst den Stein vor der Höhle nur mit einer Donnerblume weg." – „Was du nicht sagst. Kannst du mir auch verraten, wo ich so eine tolle Blume finde?", antwortete Link schnippisch und sah die Fee lange an. „Da drüben.", meinte sie und flatterte leicht nach rechts, wo eine Anhöhe war, von der man einen guten Blick runter auf Kakariko hatte. Der Recke ver-drehte leicht die Augen und ging dann in die Richtung, die ihm seine Fee gezeigt hatte. Und die kleine Lichtkugel hatte Recht gehabt. Dort befand sich neben wirklich eine Donnerblume, inklusive Gorone, der Link alles nötige zum Gebrauch der explosiven Pflanzen erklärte. Der Braunhaarige fackelte nicht lange, sondern packte einfach die schwarze Kugel (die sich wirklich heben ließ, was er zuvor nicht geschafft hatte) und warf sie einfach runter. „3.. 2.. 1..", zählte Navi und in dem Moment explodierte die Donnerblume. Mit lautem Knall riss sie den Stein weg, der die Höhle versperrt hatte. Der Gorone neben Link schaute verdutzt runter und begann dann, vor Freude zu tanzen. „Die Höhle ist endlich wieder frei! Nie wieder hungern!" Ein Schrei unterbrach ihn aber bei seinem Freudentanz. Entsetzt beobachteten Link, der Gorone und Navi, wie ein anderer Gorone, der normalerweise neben der Höhle ein Nickerchen hielt, von einem langen mit Schup-pen bedecktem Monster flieh, das ihm sogar Feuer nachspuckte. „Ein Dodongo...!", keuchte der Gorone und hielt die Hand vor den Mund. Also war das Gerücht wahr, dass die eigentlich ausgestorbenen Dinosaurier-nachfahren wieder zurückgekehrt waren..! Link fackelte nicht lange, sondern nahm sein Schwert und warf es mit voller Wucht gegen das Monster. Die Klinge trag den Schwanzansatz. Der Dodongo jaulte auf und rann-te wieder zurück in die Höhle. Der Recke war inzwischen schon unten angekommen, hob sein Schwert auf und steckte es wieder zurück in die Scheide. „Alles okay?", fragte er den angegriffenen Goronen, der zitternd zur Kugel zusammengerollt vor ihm am Boden lag. Ängstlich blickte der Steinfresser auf und erkannte Link. „J-ja. Danke.", keuchte er und stand mit Hilfe des anderen Goronen auf. Link sah wütend in den Eingang der Höhle, der wie ein offener Schlund ins Berginnere führte. Er würde den Goronen auf jeden Fall helfen, koste es was es wolle! Denn nur er hatte das Zeug dazu, Ganondorf aufzuhalten...
[8.11., 12:02] Mr. Krabs: * Infernosaurus King Dodongo *
Der Raum, der sich vor Link auftat, war erschreckend heiß. Er fächelte sich kurz Luft zu und sah sich dann um. Weiter hinten im Raum war eine Kiste und davor ein Fleck aufgegrabener Erde. Eigenartig... aufgegra-bene Erde.. hier in einer Höhle... Als Link daraufstand und mit dem Fuß auf- und abstampfte, fing die Erde an zu bröckeln. Erschrocken sprang er zur Seite. Kaum war er weg, hörte die Erde auf zu bröckeln und run-terzufallen. Anscheinend war hier ein Loch drunter. Schnell öffnete der Braunhaarige die Kiste und fand darin fünf Bomben, die er sofort zu den anderen gab. Bomben waren immer gut und praktisch. Vorsichtig streckte er ein Bein aus und klopfte wieder gegen die Erde, die ihr Spiel von vorher wiederholte. Aber wirk-lich verschwinden wollte sie nicht. Kurzerhand packte er eine Bombe aus, legte sie drauf und ging hinter seinem riesigen Hylia-Schild in Deckung. Wie gut, dass er ihn noch vor Betreten der Höhle gekauft hatte. Der vom Soldat versprochene Rabatt war zwar mickrig gewesen, aber dennoch. Er besaß nun einen Schild, der gut und gern so groß war wie er selbst. Die Bombe explodierte mit einem lauten Knall und gab die Sicht auf einen Schacht frei, der anscheinend sehr weit ins Erdinnere ging. Link beugte sich darüber und begann zu husten. Die stickige heiße Luft, die ihm entgegenschlug, tat seinen Lungen nicht gerade gut. Doch schließ-lich siegte die Neugier und Link sprang geschickt in den Schacht.
Unten angekommen rieb er sich seine schmerzenden Füße. Dann sah er nach oben. Ein tiefer Fall war das gewesen, inklusive unbequemer Landung. Hinter im donnerte es. Das Geräusch eben hatte geklungen, als sei ein sehr schwerer Fuß mit Wucht aufgetreten. Langsam drehte Link sich um und sah einem riesigen Dodon-go ins Auge. Dieser hier war noch größer als alle anderen zusammen, denen er in der Höhle begegnet war. Der Dodongo brüllte wütend und funkelte ihn an. „Oh Nayru im Himmel! Das.. das ist King Dodongo!", flüsterte Navi und versteckte sich sofort wieder in Links Mütze, wo sie zitternd verweilte. „King Dodongo?", fragte Link verwirrt. „Ja.. der König der Dodongos. Er ist Allesfresser und sehr stark." Mehr sagte die Fee nicht. Link sah den riesigen Saurier an. Das war also die Wurzel allen Übels.. Der Dodongo brüllte ihn wie-der an und machte einen Schritt auf ihn zu. Da bekam Link Panik und lief zurück. Mit zwei drei schnellen Blicken machte er sich ein Bild des Raumes, in dem er sich befand. Der Raum hatte die Form eines Vier-eckes, in dessen Mitte ein Lavasee war. Kein Entkommen möglich. Link seufzte und lief weiter. Aber das würde sich auf Dauer nichts bringen. Immerhin war der Saurier viel größer und ausdauernder als der Held und wenn dieser sich zu Tode lief, dann war das Schicksal von Hyrule besiegelt. In dem Moment rannte er an ein paar Donnerblumen vorbei. „Hm.. Donnerblumen.." Ihm kam eine Idee. Schnell packte Link eine Bombe aus, die er King Dodongo entgegenwarf, welche dieser auch noch schluckte. Nichts geschah. Link schluckte. Sein Plan war fehlgeschlagen. Doch in dem Moment explodierte die Bombe in dem Magen des Monsters und setzte es für einige Augenblicke außer Gefecht. Diese Zeit nutzte der Recke, um mit seinem Schwert dem Monster ordentlich auf die Nase zu hauen. Das Spielchen wiederholte sich noch drei Mal, be-vor King Dodongo wieder aufjaulte, sich zu einer Kugel zusammenrollte und im Lavasee versank. Link sah den sterbenden Saurier an. „So geht er dahin.. König der Dodongos..", flüsterte Navi, während Link den Herzcontainer aufhob und den blauen Lichtkreis betrat.
„Er ist zurückgekehrt!" – „Hoch lebe Link!" Die Freudenschreie der Goronen empfingen ihn vor der Höhle. Link zitterte. Im Freien war es – im Gegensatz zur Höhle – eiskalt. Darunia machte einen Schritt auf den Recken zu und sah ihn freundlich an. „Herzlichen Glückwunsch! Du hast die Prüfung bestanden!", sagte der Goronen freudig und Link sah ihn an. „Wirklich?" Er zitterte immer noch und fing an, sich die nackten Arme und Beine abzurubbeln, damit ihm vielleicht ein bisschen wärmer wurde. „Ja! Ein tolles Abenteuer... es lie-fert Stoff für eine Legende.." Darunia hatte wieder einen etwas träumerischen Gesichtsausdruck drauf, doch er fand schnell wieder zurück in die Realität. „Also gut. Ehre, wem Ehre gebührt. Du hast uns die Dodongo-Höhle wieder geöffnet, so möchten wir dir die nächste Tür in Richtung Rettung von Hyrule öffnen. Darum.. sei der Goronen-Opal dein!", rief Darunia mit kräftiger Stimme. Plötzlich blendete ein rötliches Licht den Helden. Als er aufsah, bemerkte er, dass über ihm eine rote Lichtkugel schwebte, aus der sich langsam etwas in der Form einer Pfeilspitze formte. Schließlich schwebte vor ihm der Goronen-Opal. Seine Form war sehr einfach. Es war ein roter Stein in Form eines Papierdrachens und drum herum Gold, sodass es wirklich einer Pfeilspitze ähnelte. Der Stein funkelte und verschwand dann in der Brust des Helden, wo auch schon der Kokiri-Smaragd ruhte. Link hustete leicht. In seiner Brust loderte plötzlich ein Feuer – das Feuer des Todes-berges. „Aber wie dem auch sei, deine Prüfung hast du gut bestanden. Nun.. Link.. darum meine Frage: wür-dest du Blutsbruderschaft mit einem Goronen eingehen?" Link sah Darunia mit tellergroßen Augen an. Blutsbruderschaft?! „Ha ha, keine Angst! Es sind keine großen Feierlichkeiten! Dieser Pakt sollte eher etwas symbolisches sein, etwas, das sich auf ewig mit den Goronen verbindet.." Die Erklärung fruchtete in Link und er nickte. „Nun denn... ich wünsche dir viel Glück auf deiner Reise, Bruder.", sagte Darunia beinah lie-bevoll und streckte dem Recken eine seiner großen Hände entgegen, die der Kinderheld nahm und schüttelte.
Kapitel 4: Will jemand schwimmen?
Link wischte sich den Schweiß von der Stirn. Die Goronen hatten ihn wirklich erschreckt, als sie plötzlich mit ihrem „Lass dich umarmen, Bruder.." auf ihn zugekommen waren. Zum Glück hatte er fliehen können und folgte Darunias Rat, die Fee auf dem Gipfel des Todesberges zu besuchen. Der Aufstieg war nicht weiter ungefährlich, zumal auf einer kleinen geraden Passage auch noch Felsbrocken auf den Recken herunterregneten. Aber er hatte sich zum Glück immer unter seinem Schild verstecken können. Nur noch eine Wand zu erklimmen, dann hatte er es geschafft. Oben am Berggipfel streckte er sich erst mal ordentlich durch, dann machte er ein paar Lockerungsübungen und seufzte. Eine wunderschöne Aussicht hatte man von hier oben.. auch wenn die Luft etwas dünn war. „Toller Blick auf Hyrule, oder?", sagte plötzlich eine bekannte Stimme hinter Link. Der Recke drehte sich wie vom Donner gerührt um und starrte die Eule an, die fröhlich schuhuhend hinter ihm auf einem Schild saß, das auf den Eingang ins Innere des Todesberges wies. „Nayru im Himmel, hast du mich jetzt aber erschreckt.", sagte Link und atmete laut aus. Ihm wäre fast das Herz stehengeblieben, denn er hätte nie ihm Leben damit gerechnet, ausgerechnet die Eule hier oben anzutreffen. Und bemerkt hatte er sie beim Hochklettern auch nicht, da sie sich durch ihr graues Gefieder kaum von ihrer Umwelt abhob. Die Eule schuhute nur. Doch der Recke wurde das Gefühl nicht los, dass sie ihn auszulachen schien... Wie dem auch sei. Er schob den Gedanken beiseite und räusperte sich. „Irgendwie hast du dich verändert, Link. Du bist.. erwachsener geworden!", sagte die Eule und spreizte den linken Flü-gel, wo sie begann, mit ihrem Schnabel herumzupicken. Anscheinend juckte es sie dort. „Findest du?" Link sah sich von oben bis unten an. Wenn er sich verändert hatte, dann war es ihm nicht aufgefallen. Navi kam aus seiner Mütze hervor. „Ja, ich habe das Gefühl, dass du mutiger geworden bist! Außerdem fällt es einem selbst am allerwenigsten auf, wenn man sich verändert." Der Recke nickte. Wo seine Fee Recht hatte, da hatte sie Recht. „Wie dem auch sei. Weißt du, wo ich die Fee, die hier auf dem Todesberg wohnen soll, fin-den kann?", fragte der Braunhaarige leicht unfreundlich. Irgendetwas in seinem Herzen ließ ihn dieser Eule nicht trauen. Er wollte ja gar nicht unfreundlich sein, aber.. er konnte nicht anders. Es war einfach nur ein Gefühl der Antipathie.. Methusa hörte auf, in ihrem Federkleid herumzupicken und sah ihn einfach nur an. „Preisfrage: in welcher der beiden Eingänge vermutest du sie?" Link antwortete nicht. Diese Eule...! Er streckte beide Hände von sich weg und schloss die Augen. Die rechte Hand zeigte auf den offenen Eingang, der anscheinend hinunter ins Innere des Vulkans führte. Denn es wehte stetig eine heiße Brise raus, die dem Geruch von Goronia sehr ähnlich, aber weitaus intensiver war. Die linke Hand hingegen deutete auf eine mit gegerbtem Leder verhangene Tür. Seine Fingerspitzen fühlten keine Wärmeveränderung. „Da ist sie." Er deutete nach links, nahm sein Schwert und schnitt die Seile durch, mit denen das Leder mit dem Felsen ver-bunden war. Eiskalte und vor allem feuchte Luft schlug ihm entgegen. Link hustete aufgrund des plötzlichen Kälte in seiner Nase und nieste einmal. Dann betrat der den Gang.
Je weiter er ins Innere des Feenbrunnens kam, desto mehr veränderte sich die Luft um ihn herum. Sie wurde klarer und auch leicht feuchter. Der Boden unter seinen Lederstiefeln war nach ein paar Metern nicht mehr aus Naturstein, sondern aus kunstvoll bemalten Kacheln, die den ganzen Brunnen ausschmückten. Schließ-lich stand er am Ende der Sackgasse. Der Raum war viereckig und über und über mit Kacheln ausgekleidet. In der Mitte war ein ungefähr knietiefes, aber sehr breites Becken erhöht gebaut worden, sodass man zwei schmale Stufen hinaufgehen musste, bevor man davor stand. Link stand direkt vor dem Wasser und kratzte sich leicht am Kopf. Was sollte er nun machen? Er hob einen Fuß und wollte schon ins Wasser hineinstei-gen, als eine unsichtbare Macht seinen Fuß umfasste und ihn zu Boden riss. Also verfügte das Becken über einen Schutzzauber! Erst als Link auf seinen vier Buchstaben saß und das Becken erstaunt ansah, fiel ihm auf, dass er in Wirklichkeit auf einem Triforce-Symbol saß. Und was verlangten solche Symbole? Die Kö-nigsmelodie zu hören. Schnell packte der Recke seine Feenokarina aus, stellte sich auf und spielte Zeldas Wiegenlied. Ein Lachen ertönte, das Link dazu veranlasste, seine Hände so fest es ging auf seine Ohren zu pressen. Wenngleich dieses Lachen etwas sympathisches innehatte, war es doch markerschütternd. Als Link wieder die Augen öffnete, schwebte über dem Wasser eine junge Frau. Sie hatte lange, pinke Haare, die in drei Zöpfe aufgeteilt waren. Ihr Gewand bestand aus einem erdfarbenen Badeanzug und schwarzen Stiefeln, die bis zum Oberschenkel hinaufgingen. Ihr Körper war über und über mit Efeu umwickelt, dessen dünnen Äste sich fast liebevoll an die Haut der Fee anschmiegten. „Du hast mich gerufen, kleiner Held?", fragte sie, setzte sich in der Luft hin und schlug die Beine übereinander. Ihre kristallblauen Augen zwinkerten ihn be-lustigt an. „Ahm.. wie soll ich sagen.." – „Lass mich raten: Darunia hat dich zu mir gesandt, um deine Kräfte mit meiner Magie zu erhöhen. Hab ich recht?" Link sah die Fee perplex an, die jedoch nur grinste. ‚Ich wer-de immer besser..!', schoss ihr durch den Kopf. „Na gut, dann.. mach dich bereit!" Sie sprang auf (soweit man das sagen kann, wenn sie doch immer noch in der Luft schwebt) und streckte die Arme und Beine von sich. Dann murmelte sie für Link unverständliche Worte in der uralten Sprache der Feen, die mittlerweile nur mehr eine Handvoll magische Geschöpfe in Hyrule beherrschten. Die Menschen waren zu einfach gestrickt, als dass sie diese komplexe Sprache überhaupt ansatzweise verstehen könnten. Denn es war die erste Spra-che gewesen, die Nayru in ihrem Schaffen auf die Welt geschüttet hatte. Auf einmal spitzte Link die Ohren. Er wusste nicht warum, aber da waren eben ein paar Wörter gewesen, von deren Bedeutung er wusste. Doch ihm blieb keine Zeit, weiter darüber zu sinnieren. Denn um ihn herum war auf einmal ein grüner Lichtschein erschienen. Und von seinen Zehen aus fühlte er etwas in seinen Körper hinaufkriechen, das ihn zur Gänze erfüllte. Bis in die Fingerspitzen konnte er es spüren. „Tja, mein Kleiner, nun kannst du Magie anwenden." Link sah die Fee fragend an. „Magie?" – „Nun, vor allem verbessert es deine Schwerttechnik. Wenn du dich kurz auf die Magie in deinem Herzen konzentrierst und über deine Hand in dein Schwert lenkst, dann kannst du einen mächtigen Wirbel erzeugen, der die Gegner um dich herum umhaut. Aber das Aufladen dauert ein paar Sekunden. Und später, wenn du noch andere Zauber kennst... ach, das brauchst du jetzt noch nicht zu wissen. Wenn die Zeit gekommen ist, wirst du die Magie in deinem Herzen besser verstehen.", unterbrach sich die Fee selbst und lächelte ihn an. Doch plötzlich schien ihr etwas eingefallen zu sein. „Sag mal.." Sie lehnte sich vor, sodass sie in der Luft lag. „.. du bist doch Bote der Königsfamilie, oder?" Link nickte. Woher sie das wohl wusste? „Die Melodie, weißt du." Sie zwinkerte ihn an und Link drehte sich beschämt weg. Natürlich, die Melodie. „Wie dem auch sei. In der Nähe des Schlosses wohnt eine gute Freundin von mir. Wenn du das nächste Mal beim Schloss bist, besuch sie doch. Ich bin sicher, dass auch sie etwas für dich hat, um deine magischen Fähigkeiten zu erweitern." Link nickte, bedankte sich für die Magie und ging dann. „Gute Reise! Und bitte grüße sie von mir!", rief die Fee ihm nach und verschwand dann wieder lachend im Wasser. „Ein süßer Junge.. wenn er mal älter ist, wird er sicher zum Anbeißen sein.."
Draußen an der frischen Luft war es wieder angenehm warm. Drinnen, bei diesem Brunnen, hatte Link nach und nach eine ordentliche Gänsehaut bekommen. Nicht nur, weil diese Fee auf ihn komisch wirkte, sondern weil es durch die Kacheln und das Wasser einfach sehr kalt drin war. Und das, obwohl es in einen Vulkan hineinführte. „Und wieder hast du etwas von deiner Kindlichkeit verloren." Link sah die Eule an, die immer noch auf dem Schild saß und fröhlich hin und her wippte. „Wie darf ich das verstehen?" – „Nun, als ich dich das erste Mal gesehen habe, wirktest du total kindlich und naiv. Auch ein bisschen ängstlich, nachdem du zum ersten Mal das Land um Kokiri sahest. Aber nun... hast du nicht mehr viel mit dem Link gemeinsam, den ich damals traf." Ein bisschen machten Link diese Worte stolz. Er wirkte nicht mehr wie ein Kind. Konnte das bedeuten, dass ihn die Erwachsenen auch nicht mehr als kleinen Jungen sahen? „Ich fliege hin-unter nach Kakariko. Wenn du mitkommen willst, dann halt dich einfach an meinen Krallen fest.", schlug die Eule ihm vor. Begeistert nickte Link und umfasste die dünnen Vogelfüße. Methusa breitete ihre Schwin-gen aus und mit einem kräftigen Flügelschlag war sie in der Luft. „Uaaah!", schrie Link erschrocken, als er keinen festen Boden mehr unter seinen Füßen spürte und klammerte sich noch fester an die dünnen Krallen. Aber trotz der Angst war das Gefühl auch unbeschreiblich. Link bestaunte Hyrule unter sich, das er noch nie von höher als seinem eigenen Blickwinkel gesehen hatte. Auf ihn wirkte sein so vertrautes Heimatland wie eine andere Welt. Link lachte plötzlich los. In den Lüften war man frei, nicht an Dinge wie Schwerkraft ge-bunden. In den Lüften konnte man tun und lassen, was man wollte. Plötzlich waren sie über Kakariko. Me-thusa ging tiefer und setzte Link dann am Dach eines Hauses ab. Kakariko selbst war so klein und schmal, dass die riesige Eule da nie hätte landen können. Und selbst wenn, beim Wiederaufsteigen in die Lüfte hätte sie so manchen Menschen umgeblasen. Link sah der Eule nach, wie sie immer kleiner wurde und gen Wes-ten verschwand. „Tschüss! Und danke für's Mitnehmen!", rief er ihr noch hinterher. Navi schwebte kurz auf und ab, bevor sie sich zu ihm drehte und fragte: „Und wohin jetzt?" Link zuckte mit den Schultern. „Das fragst du mich? Du bist doch eine allwissende Fee." Navi antwortete nicht sofort. Diese Schlagfertigkeit.. „Wie wär's, wenn du Salia fragst? Vielleicht hat sie eine Ahnung, wo sich der dritte Heilige Stein befindet." Link stemmte die Arme in die Hüften und sah seine Fee böse an. „Und das sagst du mir jetzt?! Da hätte ich die Eule gleich bitten können, mich am Eingang von Goronia abzusetzen! Außerdem hab ich keine Lust, den ganzen Weg in die Verlorenen Wälder zu hatschen." Er verschränkte trotzig die Arme und bließ die Backen auf. „Und was ist mit Salias Lied? Sie hat doch gesagt, wann immer du es spielst, kannst du mit den Geistern des Waldes beziehungsweise ihr selbst kommunizieren." Der Recke verzog den Mund. Sie war anscheinend wirklich so intelligent, wie der Dekubaum immer gesagt hatte. Wortlos packte er seine Okarina aus und spielte schnell Salias Lied. Vor ihm erschien auf einmal eine kleine, leuchtend grüne Kugel, die vorsichtig wie eine Fee auf und ab schwebte. Langsam klärte sich das Innere der Kugel und Salia wurde sichtbar. „Sa-lia!", rief Link erstaunt und lächelte. Es tat gut, seine beste Freundin wohlbehalten wiederzusehen. „Link! Wie schön, dass du dich meldest! Hast du etwas auf dem Herzen?" Die blauen Augen wurden leicht größer. „Also.. wenn du es so sehen willst, dann ja..", antwortete Link zaghaft und drückte die Fingerspitzen seiner Zeigefinger gegeneinander. „Und mit welcher Auskunft kann ich dir behilflich sein?" Salia verschränkte die Arme und sah ihn breit grinsend an. „Ich wollte fragen ob du vielleicht wüsstest wo ich den dritten Heiligen Stein finde.", platzte es Link heraus. Salia sah ihn erst erstaunt an, bevor sie kurz nachdachte und dann ant-wortete: „Der dritte Heilige Stein, auch Stein des Wassers oder Zora-Saphir genannt, wird von dem Volk der Zoras behütet. Sie leben in den Gewässern um den Hyliasee." Schnell griff Link in seine innere Brusttasche und holte die Landkarte von Hyrule raus. „Mann, da brauch ich ja ewig hin." – „Nicht mal, schau, ich er-klär's dir." Salia beugte sich vor, sodass sie auch auf die Karte sehen konnte. „Du bist wo?" – „In Kakari-ko.", antwortete Link und deutete auf das Fleckchen am Fuße des Todesberges. „Gut, du gehst raus aus Ka-kariko zu der Hylianischen Steppe und folgst dann dem Zorafluss flussaufwärts. Dann kommst du ins Zora-reich.", erklärte die Kokiri geduldig. Auch wenn sie noch nie ihre Heimat verlassen hatte, kannte sie sich doch gut in Hyrule aus. „Ich danke dir.", sagte Link und lächelte sie fröhlich an. „Nichts zu danken. War schön, mal wieder was von dir zu hören. Bis bald und meld dich mal wieder!" Mit einem lauten Plopp ver-schwand die Blase und übrig blieben ein paar Blätter. „Na dann.. let's go."
Und Salia hatte wirklich recht gehabt. Denn folgte man dem Gewässer, das auch den Burggraben von Hyrule Stadt speiste, flussaufwärts, so landete man wirklich bei Zoras Reich. Aber ganz einfach war es auch nicht, dorthin zu gelangen. Denn zuerst musste Link wieder das Gequatsche der Eule über sich ergehen lassen, um dann die Felsen, die den Eingang versperrten, aus dem Weg zu räumen. Danach war es auch nicht so einfach weiterzukommen. Die Strömung war zu stark, um zu schwimmen und der Fluss war auch zu breit, um so einfach drüberzuspringen. Also missbrauchte Link ein Huhn, das beim Eingang rumlief, als Flugtier und überbrückte so die Distanz zwischen den Flussufern. Von da an war der Weg eigentlich sehr einfach. Nur mehr ein paar Sprünge, dann war man am Ende des Zoraflusses angelangt. Link stand etwas ratlos vor einem Wasserfall und kratzte sich am Kopf. Wie sollte er da durch? Würde er einfach springen, würde das Wasser ihn mit sich in die Tiefe reißen. Und sonst fiel ihm kein Weg ein. Er trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen, bis ihm auffiel, dass er wieder auf einem Triforce-Symbol stand. ‚Nicht schon wieder... Die gibt es wohl überall hier in Hyrule.', schoss ihm durch den Kopf und er packte wieder seine Okarina aus, um Zeldas Wiegenlied zu spielen. Kaum waren die letzten Töne verhallt, teilte sich der Wasserfall in der Mitte. Link staunte nicht schlecht, als das Wasser den Blick auf einen Höhleneingang freigab, aus dem frische nach Wasser und Fisch riechende Luft herausströmte. Entschlossen machte der Recke ein, zwei Schritte zurück und sprang dann durch den Wasserfall durch. Nachdem er den langen Gang hinter sich gebracht hatte, stand Link mitten in Zoras Reich. Überall Wasser. Eigentlich wusste der Braunhaarige so gut wie nichts über die-ses Volk, er hatte es noch nicht einmal gesehen. Aber nachdem es hier nach Fisch roch und überall Wasser war, lag die Vermutung nahe, dass es Amphibienwesen waren. „Das ist richtig. Zoras haben die Figur wie normale Menschen, aber zwischen ihren Fingern und Zehen befinden sich Schwimmhäute. Außerdem ist ihre Haut mit Schuppen überzogen. Sie haben sowohl Lungen als auch Kiemen, sodass sie für längere Zeit unter Wasser bleiben können.", meinte Navi. Link sah seine Fee an. „Woher weißt du das alles?" – „Schon verges-sen? Ich bin eine Fee. Und bevor wir bestimmten Kokiri zugewiesen werden, werden wir ausgesandt und erforschen Hyrule. Alle Kugelfeen wie ich kommen aus dem Wald. Manche halt..." Navi seufzte und schwebte etwas tiefer, „.. manche entscheiden sich, nicht nach Kokiri zurückzukehren und dem Dekubaum zu dienen, sondern in Hyrule selbst zu verweilen und den Menschen mit ihren Heilkräften zu helfen." Link zog die Augenbrauen nach oben. „Du meinst.. diese rosa schimmernden Feen kommen auch aus dem Wald?!" Navi nickte nur. Link pfiff anerkennend und machte sich dann daran, Zoras Reich zu erforschen. Es war nämlich größer als es aussah. Wenn man den Weg hinaufging, kam man zum König der Zoras, der ziem-lich deprimiert dreinsah und immer den gleichen Spruch aufsagte: „Oh Ruto, meine Ruto, wohin bist du nur verschwunden?" Link musste innerlich lächeln. Seine Vermutung war, dass Ruto die „Frau" des Zorakönigs war und ihn wahrscheinlich verlassen hatte, weil er den lieben langen Tag nur dasaß. Link ging weiter. Er hatte ziemlich schnell herausgefunden, dass der Weg rechts von ihm hinaufführte zum König und da wollte er nun wirklich nicht hin. Ihm stank der König noch mehr als alles andere nach Fisch. Und Link mochte den Geruch nicht besonders. Ihm blieb nichts anderes übrig, als durch das knöcheltiefe Wasser zu waten und dann an der Quelle des Wasserfalls von Zoras Reich anzukommen. Dort stand ein Zora. Link sah ihn mit großen Augen an. Also ganz so fischig hatte er sie sich auch wieder nicht vorgestellt. Er dachte, sie seien wie normale Menschen mit Haaren und Gewand, halt nur mit leicht bläulich schimmernder Haut und Schwimm-häuten. Und Kiemen am Hals. Aber die Zoras sahen eigentlich aus wie Fische mit Armen und Beinen. Sie hatten hellblaue Haut (wobei Haut nicht ganz stimmt, denn sie waren über und über mit Schuppen übersäht), lange schmale Arme und Beine, stromlinienförmige Körper und neugierig blickende dunkle Augen. Ihre Nasen waren sehr lang und am Kopf spross ein weiterer Fischschwanz. Wahrscheinlich, um besser durch die Meere pflügen zu können. An der Seite der Unterarme und auch bei den Unterschenkeln wuchsen wiederum Flossen aus dem Körper. „Kann ich Euch helfen, junger Krieger?", fragte der Zora höflich distanziert. An-scheinend hatte er sich schon unwohl gefühlt, nachdem Link ihn doch etwas länger angestarrt hatte. „Ihr seht wohl zum ersten Male einen Zora." Link nickte. „Das ist.. in der Tat wahr.", antwortete er und senkte den Kopf. Zoras waren sehr höfliche und auch stolze Wesen. „Wie dem auch sei... wollt Ihr bei meinem Spiel mitmachen?" Link zog die linke Augenbraue in die Höhe. „Was für ein Spiel?", wollte er neugierig wissen. „Also: ich werfe eine Handvoll Rubine ins Wasser und innerhalb einer bestimmten Zeit müsst Ihr alle finden und zu mir bringen. Schafft Ihr es, so werde ich Euch etwas tolles schenken, das Ihr sicher sehr gut brauchen könnt." Der Zora zwinkerte. „Und was kostet es?" – „20 Rubine." Link holte seine Rubintasche hervor, machte sie auf und zählte dann dem Zora 20 Rubine in die Hand. „Na dann.. lasst das Spiel beginnen!" Der Zora holte aus und warf fünf blaue Rubine ins Wasser. „Los, fangt an!", munterte er Link auf, der den Was-serfall runterstarrte. Würde er runterlaufen, wäre die Zeit vorbei bevor er unten wäre. Also blieb ihm nichts anderes übrig als zu springen. Link schloss die Augen, holte tief Luft und stieß sich dann vom Felsboden ab. Ein bisschen Angst hatte er ja schon. Er dachte, er würde schon eine Ewigkeit fallen, als er unsanft im Was-ser aufkam und prustend Luft holte. Der Sturz ins Wasser hatte ganz schön wehgetan, aber er hatte nun keine Zeit, sich um Schmerzen zu kümmern. Die Zeit drängte, und er wollte alle fünf Rubine haben. Also tauchte Link mehrere Male zum Wasserboden und holte innerhalb einer Rekordzeit alle Rubine herauf. „Glück-wunsch! Ihr habt es geschafft! Kommt rauf zu mir und holt Euch Euren Preis ab!", rief der Zora von oben zu Link runter und winkte ihm. Link hob seine kleine Pfote und winkte ihm zurück. ‚Jetzt aber schnell raus, bevor ich mir noch was einfange.', dachte Link. Das Wasser war zwar angenehm warm, aber es würde sehr kalt werden, sobald er es verließe. Und dann würde er sich einen Schnupfen oder sonst was einfangen... Link stemmte die Arme gegen den Boden und zog sich so aus dem Wasser. Kaum dass er wieder an Land stand, fiel ihm etwas sehr merkwürdiges auf: das Wasser schien von ihm abzuperlen und auch seine Kleidung trocknete fast sofort. „D-dieses Wasser...!" Links sah es fast erschrocken an und schüttelte den Kopf. Sein Heimatland, über das er so wenig wusste, bereitete ihm mehr und mehr Kopfzerbrechen...
Als er wieder oben beim Zora war, überreichte ihm dieser eine blau schimmernde Blase. „Was.. ist das..?", fragte Link erstaunt und sah den Baumstamm von Zora an. „Das ist eine Zoraschuppe. Sie ermöglicht es Euch, länger zu tauchen und besser zu schwimmen.", kam die Erklärung. „Eine Zoraschuppe..? Aber so et-was wertvolles kann ich doch nie von Euch annehmen!", rief der kleine Nachwuchsheld erschrocken. Der Zora schüttelte sanft den Kopf und meinte: „Keine Angst, Ihr könnt es ruhigen Gewissens nehmen. Ich be-stehe darauf, immerhin habt Ihr sie euch wirklich verdient." Link sah den Zora glücklich an, dann verbeugte er sich tief. „Ich danke Euch." – „Nichts zu danken.", antwortete der Zora mit einer leichten Verbeugung. Link nickte ihm noch einmal zu und sprang dann den Wasserfall runter. Langsam aber sicher fand er Gefal-len daran. Als er im Wasser fröhlich vor sich hin planschte, sagte Navi plötzlich: „Ich frage mich, ob der König uns vielleicht den Heiligen Stein des Wassers gibt?!" Link sah sie nicht an. „Vergiss, aus dem ist au-ßer „Ruto, oh meine Ruto, wo bist du nur?" nichts rauszukriegen." Er zuckte mit den Schultern. Doch erst in dem Moment fiel ihm ein brauner Fleck im Wasser auf. Was mochte das sein? Link holte einmal tief Luft und tauchte unter die Wasseroberfläche. Es schien ein Tunnel zu sein – doch wo führte er hin? Der Braun-haarige tauchte wieder auf und wurde von seiner Fee misstrauisch betrachtet. „Komm mit, ich hab was inte-ressantes gefunden!"
Der Tunnel schien sehr lang, weshalb Link recht schnell die Puste ausging. Als er endlich wieder Luft atmen konnte, sah er sich erst gar nicht richtig um. Erst als er bemerkte, dass Navi abwesend schien, sprach er sie drauf an. „Ich weiß auch nicht so genau, wo wir sind, aber.. mir scheint, dies ist der Hylia-See!" – „Was?!" Schnell zog Link seine Landkarte aus der Innentasche und faltete sie auf. Wie durch ein Wunder war sie trocken geblieben. „Aber.. das ist ja fast am anderen Ende von Hyrule! Kein Wunder, dass der Tunnel kein Ende zu haben schien!", sagte er mehr zu sich selbst als zu Navi, als er mit dem Finger den Weg vom Zora-reich bis hierher zum See nachfuhr. Dann zuckte er mit den Schultern und packte die Karte wieder ein. Wenn sie schon hier waren, konnte er sich wohl auch ein bisschen umsehen. Zuerst zog er wieder ein paar Züge durch das klare und frische Wasser, als ihm plötzlich etwas ins Auge stach. Da schien etwas... am Grunde des Sees zu liegen.. wenn ihn nicht alles täuschte, sah es aus wie eine Glasflasche. Link sog die Luft ein und tauchte dann zum schlammigen Untergrund. Seine Augen hatten ihn nicht getäuscht, da lag wirklich eine Flasche! Irgendetwas braunes schien drin zu sein... Schnell tauchte er wieder an die Wasseroberfläche und Navi rief: „Glückwunsch, du hast eine leere Flasche gefunden! Du kannst sie mit irgendwas füllen, ähnlich wie die von – halt mal." Die Fee verstummte schlagartig. Da befand sich wirklich etwas in der Flasche. Schnell zog Link den fest reingestöpselten Korken raus und kramte ein kleines Pergament hervor. Darauf war in hylianischen Buchstaben gekritzelt: „Hilfe! Jabu-Jabu hat mich gefressen! Bitte, rettet mich! Prinzes-sin Ruto." Link zog die Augenbrauen hoch. Durch die Sonne schien auch noch etwas auf der Rückseite zu stehen. „PS: Aber bitte verratet nichts meinem Daddy!", las Link vor. „Ach, das ist also mit dieser Ruto los...", sagte Navi leise. Vorsichtig gab Link das Pergament zurück in die Flasche und packte diese ein. „Dann wird den Vater wahrscheinlich brennend interessieren, was mit seiner Tochter passiert ist..!"
Wieder in Zoras Reich angekommen, lief Link so schnell er konnte zum Zorakönig und drückte diesem die Flasche in die Hand. Umständlich und vor allem langsam zog der fette König das Pergament aus der Flasche und faltete es auf. Mit jeder Zeile rutschten seine Augen weiter nach oben. „Prinzessin Ruto? Gefressen?! Meine Prinzessin Ruto?!", schrie er laut und begann mit seinen viel zu kurzen Gliedmaßen zu strampeln und um sich zu schlagen. Einige eiligst angelaufene Zoras schafften es, ihren König zu beruhigen, der erbot schnaufte: „Das kann nicht sein! Lord Jabu-Jabu würde meine Tochter nie fressen! Gesandter des Königs!" Link horchte auf. Das schien an ihn gerichtet gewesen sein. „Nachdem du mir die Botschaft überbracht hast, bitte ich dich, meine Tochter aus dem Bauch unseres Lords zurückzuholen. Hier, diese Flasche möchte ich dir zurückgeben. Du kannst sie sicher besser gebrauchen." Verdutzt sah Link den dicken König an, der fast milde zu lächeln schien. „I-ich danke Euch..", sagte Link immer noch verwirrt und verbeugte sich. Wir auf ein stummes Kommando ließen die Zoras von ihrem König ab, der dann Anstalten machte, zur Seite zu rut-schen. Allerdings dauerte das etwas und war auch nicht gerade einfach für den dicken König, der den lieben langen Tag nur zu sitzen schien. Als der Regent schon ca. die Hälfte des Weges geschafft hatte, fiel dem Recken erst auf, dass dieser die ganze Zeit vor einem Tor gesessen ist, dessen Zugang er nun freigab. „Puh, geschafft.." König Zora atmete laut auf und wischte sich die Stirn ab. War anscheinend wirklich mächtig anstrengend für ihn... „Passiere den Zugang hinter mir und du gelangst direkt zu Lord Jabu-Jabu." Link nick-te noch einmal und lief dann den kleinen Weg hinauf, sodass er Zoras Reich verlassen konnte. Doch bevor er ganz draußen war, hörte er noch des Königs Stimme nachhallen: „Aber dass der Lord die Prinzessin beim Gefüttert werden mit auffrisst.. das ist doch sonst nie passiert, oder?"
Link atmete tief ein. Endlich wieder frische Luft. Es ging doch nichts über frische, klare Landluft! In Zoras Reich hatte es nämlich einen leicht fischigen Mief gehabt. „Oh heiliger Deku.. Link, sieh mal..!", rief Navi, die schon etwas vorausgeschwebt war, während Link seine Heimat betrachtet hatte. Hinter dicken Baum-stämmen konnte man nämlich direkt auf Hyrule Land schauen. „Was denn?", fragte der Braunhaarige neu-gierig und drehte sich um. Doch im nächsten Moment hätte er einiges gegeben, wieder im sicheren Kokiri-wald zu sein. Hinter ihm lag nämlich ein riesiger Wal! „Uaaaah!", rief Link laut und stolperte erschrocken nach hinten. „Das ist.." – „Richtig, Lord Jabu-Jabu. Schutzheiliger der Zoras und er wird täglich von Prin-zessin Ruto gefüttert.", erklärte Navi. Die Feenschule hatte sich ja doch ausgezahlt. „Aber.. was macht ein Wal in derart seichten Gewässern? Ahm.. trocknet er da nicht aus?", fragte Link, immer noch eingeschüch-tert im Wasser sitzend. Der riesige Wal, hier, in der Zoraquelle, hatte ihn nun einfach umgehauen und auch total verwirrt. Er musste erst einige Male tief ein- und ausatmen, bevor er wieder aufstehen und zu dem Wal gehen konnte. Selbst als Link direkt vor dessen Nase stand, sah er ihn nur doof an. „Was glubscht du so, du... Fischfilet.", sagte Link leise und betrachtete den Wal von allen Seiten. Prinzessin Ruto war verschluckt wor-den, das bedeutete: sie befand sich in diesem riesigen Säugetier. Und weiter hieß das für Link, dass er eben-falls in den Wal hinein müsste. „Oh Mann, wie bring ich den nur dazu, sein Maul aufzumachen?!" Link seufzte und fuhr sich durch die langen Stirnfransen. „Denkst du eigentlich auch nach oder tust du nur so?", fragte Link scherzhaft Navi, während er wieder zurück zu dem Weg ging, der ihn aus dem Zorareich hinaus-geführt hatte. „Wohin gehst du, Link?", wollte Navi wissen. „Hu? Ich wollte den König um Fischfutter bit-ten. Vielleicht sperrt der dann sein Maul auf." Navi grinste. Manchmal verwunderte sie Link einfach. Auf die Idee wäre sie nie gekommen. Langsam aber sicher schien er sich ja wirklich zu einem freundlichen Helden zu mausern...
Wieder in Zoras Reich bekam Link auf seine Frage nach Fischfutter eine total einfache Antwort: „Fang einen Fisch. Der Lord liebt frischen Süßwasserfisch." Auf dem Weg in die unteren Gefilde des Reiches raunzte Link: „Maaaann, woher soll ich bitte nen Fisch bekommen?" – „Zu deiner Info: das da unten ist Wasser. Und wenn du genau hinschaust, siehst du da außer Zoras noch was rumschwimmen." Link sah Navi an und grins-te dann breit. „Warum grinst du so?" Doch der Rrcke antwortete ihr nicht. Stattdessen nahm er sich einfach die Mütze vom Kopf, fing Navi darin ein und sprang mit ihr in die nassen Fluten. „Nein, Link! Du bist ge-mein! Du weißt genau, dass Feen kein Wasser mögen!", tobte Navi, nachdem sie sich aus der pitschnassen und dementsprechend schweren Mütze befreit hatte. Doch Link grinste sie nur breit an. Das hatte ihm nun Spaß gemacht. Doch dann schwamm er weiter auf der Suche nach einem Fisch. Er wurde auch schnell fün-dig, nur ließen die sich nicht so leicht in eine Flasche sperren. Waren anscheinend nicht so begeistert von dem Gedanken... „Keine Angst, ich lass dich eh gleich wieder frei!", sagte Link zu dem eben gefangenen Fisch in seiner Flasche und machte dessen erschrockenes Gesicht nach. Dann lief er so schnell er konnte wieder zu Lord Jabu-Jabu.
Der dicken Wal sah ihn immer noch genauso blöd an. Doch diesmal stierte er die ganze Zeit auf Links Brust, wo sich die Flasche mit dem Fisch befand. Ob er den Fisch riechen konnte? Der Braunhaarige holte die Fla-sche einfach raus, stöpselte sie auf und ließ den Fisch frei. „Na, hast du Hunger?" Zur Antwort machte der Wal sein riesiges Maul auf und schaltete auf Staubsauger. „Was zum... Aaaaaaahh!", schrie Link, der sich nicht mehr rechtzeitig vor dem Sauger in Sicherheit hatte bringen können und einfach miteingesaugt wurde.
* Elektroterrestrisches Biotentakel Barinade *
Link wurde den Gedanken um Ruto einfach nicht los. Ging es ihr eh gut? Ihr Schrei hatte so furchtbar ge-klungen, als sie verschwunden war. Er machte sich ein bisschen Sorgen um das hochnäsige Prinzesschen. Aber nur ein bisschen. Der Grund, warum sie von Lord Jabu-Jabu gefressen worden war, war ja auch etwas ungläubig, aber auch ein bisschen typisch weiblich. Wer sonst nimmt sonst nen Edelstein zur Walfütterung mit. Familienerbe hin oder her, Verlobungsring hier, Geschenk der Mutter da. Aber so was war einfach nur dumm. Für Link war Ruto die typische Prinzessin: verwöhnt und weltfremd. Ihr täte es sicher sehr gut, mal ein paar Abenteuer zu erleben, um aus ihrer Traumwelt aufzuwachen. Ganz gedankenverloren war Link in den nächsten Raum geraten, aus dem es aber keinen Ausgang zu geben schien. „Hm, laut der Karte soll hier..." Link verstummte. Die Tür, durch die er eben gekommen war, schloss sich und ließ ihn nicht raus. Und plötzlich knisterte es, genauso wie bei diesen verdammten Quallen. „Och nee..." Doch als der Recke von seiner Karte aufsah, entdeckte er einen weitaus schlimmeren Gegner als bloß die Quallen, die hier über-all in dem Wal rumschwirrten. Vor ihm stand (oder eigentlich schwebte) der Endgegner Barinade. Barinade war eigentlich nichts anderes als ein Fleischklops, umgeben von elektrischen Quallen. Und genau die berei-teten Link solche Sorgen. Zwar hatte er eine neue Chance durch den hier erhaltenen Bumerang, aber.. seine Energie ging zur Neige. Zum Glück hatte er aber daran gedacht, eine Fee einzupacken. „Na gut, dann mal los.", sagte Link laut zu sich, um sich selbst Mut zu machen.
„Zuallererst solltest du die Fixierungen von Barinade mit der Decke zerstören!", rief Navi. Sie musste sehr laut reden, denn Barinade hatte als Schutzwall ihre Quallen um sich kreisen, die durch eine Stromleitung mit ihr verbunden waren. Und das war eben sehr laut. Link nickte zur Antwort nur und machte sich ans Werk. Naiv flog zur Unterstützung zu den haltenden Tentakeln und half Link damit, sein Ziel leichter anvisieren zu können. Das war eine sehr praktische Eigenschaft, die sich durch die Freundschaft zwischen dem Kokiri und seiner Fee bildete. Man war quasi „mental verbunden", sodass Link seinen Blick auf das fixieren konnte, wo sich Navi gerade befand. Und gerade bei weit entfernten Gegnern oder wichtigen Punkten, die weit entfernt und sehr klein waren, war diese Eigenschaft sehr praktisch. In null komma nichts hatte Link die Fixierungen beseitigt. „Gut gemacht! Als nächstes sollten wir uns um diese nervigen Quallen kümmern. Vielleicht hast du es schon bemerkt, aber solange zwischen Qualle und Barinade selbst diese komische Elektroverbindung steht, sind die Quallen unzerstörbar. Ist sie aber für einige Sekunden weg.." – „.. dann wird auch die Qualle verletzlich.", sagte Link Navis Satz zu Ende und setzte ihre Idee sofort in die Tat um. Und es klappte wirk-lich! Allerdings hatte Barinade zwei Reihen von diesen Quallen. Die erste Reihe war noch relativ einfach zu zerstören, doch die zweite.. das verschlang etwas Zeit und auch Energie. Link wurde zum wiederholten Male von den Quallen getroffen und flog verletzt zu Boden. Als er seine Augen öffnete, sah er nur sehr ver-schwommen; außerdem waren überall komisch wabernde bunte Flecken. Er hustete. „Link! Bitte gib jetzt nicht auf, du hast es gleich geschafft!", feuerte Navi ihn an. Das war auch etwas, das sie sehr gut konnte: Mut machen. „Denk an Hyrule!" Links Blick wurde wieder ernst, als er diesen Satz vernahm und er richtete sich auf. Allerdings war der Boden etwas uneben, sodass er nicht fest stehen konnte. „Okay.. ich werde die-ses dumme Ding nun besiegen...", sagte der Recke sich immer wieder. Er schloss die Augen, holte mit dem Bumerang aus und warf einfach. Und wirklich, er hatte Barinade an einem wunden Punkt getroffen, sodass diese aufhörte zu rotieren und auch die Elektroverbindung zu ihren Quallen erstarb. Schnell beseitigte Link die nervigen Quallen, sodass er letztendlich der schutzlosen Barinade gegenüberstand. Doch so leicht gab die nicht auf. Sie fing wieder an zu kreiseln und Elektroblitze zu schießen. Link wurde wieder einige Male ge-troffen, doch sein Wille war stärker als die Erschöpfung. Ein paar Schwerthiebe reichten, um dem Vieh den Garaus zu machen. Als Link das letzte Mal zustach, blies Barinade sich plötzlich auf, sodass sie dreimal so groß war wie vorher, um zerplatzte mit einem lauten Schrei der Verzweiflung. Link, von oben bis unten mit grünem Schleim bekleckert, sah den Herzcontainer an, der vor ihm schwebte. „Geschafft..." Links Beine gaben nach und er stürzte kopfüber in Barinades Überreste.
„Link.. so wach doch auf, Link..", sagte eine sanfte Stimme. Selbst durch die geschlossenen Lider konnte der Recke erkennen, dass er in der Sonne lag. Erst jetzt fiel ihm die frische Brise auf, die ihm um die Nase weh-te. Endlich befand er sich nicht mehr in diesem verdammten Fischmagen... „Link!", rief die Stimme nun schon etwas wütender. „Was?!" Er richtete sich ruckartig auf und riss die Augen auf. Doch im nächsten Moment kniff er die blauen Glubscher auch sofort wieder zusammen. Die Sonne hatte ihn geblendet. „Uah.. was zum..", brachte er nur hervor und hörte mädchenhaftes Gekicher neben sich. Ruto?! Erst jetzt brachte Link seine kristallblauen Augen auf und sah die Zoraprinzessin neben sich erstaunt an. „Was machst du denn hier?!", fragte er leichtlich verwirrt. „Ich? Du bist in Ohnmacht gefallen und da ich zufällig gerade in der Nähe war, hab ich dich gerettet.", antwortete Ruto keck und reckte das Kinn. Link zitterte innerlich vor Wut. Jetzt hatte er sie eigentlich gerettet und nun.. nun spielte sie sich als die große Retterin auf! Aber er wollte nicht mit ihr diskutieren. Mädchen wie sie waren es gewohnt, dass alles nach ihrem Kopf ging – also würde er dieses Mal nachgeben. Auch wenn es ihm nicht wirklich leicht fiel. Aber er würde wahrscheinlich sowieso nichts mehr mit ihr zu tun haben. „Der Stein...", murmelte der Braunhaarige in seinen nicht vorhandenen Bart. „Den hab ich!", grinste Ruto ihn an und hielt ihm den blau funkelnden Zorasaphir unter die Nase. „A-ber.." Ruto zog ihn plötzlich wieder zurück. ‚Das kann ja nichts gutes bedeuten!', schoss Link durch den Kopf. „Aber du musst wissen..." Plötzlich wurde sie leicht rot um die Nase. „Was muss ich wissen?" Lang-sam aber sicher wurde Link ungeduldig. Warum können Frauen immer so ewig um den heißen Brei rumre-den?! „Dass der Zorasaphir für uns Zoras so etwas wie ein Verlobungsring (sie flüsterte das Wort) ist und ich ihn nur dem Mann geben darf, der mich heiratet." Nun war Ruto wirklich puterrot im Gesicht. Link machte ein langes Gesicht. Das konnte doch nicht wahr sein. Nun musste er sich auch noch mit Verlobungsringen rumschlagen.. dabei wollte er doch nur Hyrule retten! „Und was bedeutet das nun für mich?", fragte Link ungeduldig. Er war es leid, ihr alles aus der Nase ziehen zu müssen. „Dass... ach vergiss es einfach!", schüt-telte sie ab und grinste wieder. Die rote Farbe verließ ihr Gesicht allerdings nicht so schnell. „Aber dir, dir werde ich ihn auch so geben." Wieder machte Link ein langes Gesicht, diesmal aber aufgrund durchaus posi-tiver Überraschung. Damit hätte er nicht gerechnet. „Du gibst ihn mir wirklich einfach so?" Ruto nickte. Allerdings wurde Link das Gefühl nicht los, dass sie noch irgendeinen Hintergedanken hatte... Er verdrängte diese Annahme jedoch schnell und nahm den Zorasaphir vorsichtig in seine Hände. Nun hatte sein Abenteu-er ein Ende. Ganondorf würde das Triforce nie bekommen und er konnte endlich in Frieden weiterleben.. Ja, so würde es weitergehen. Navi sah Link leicht beklommen an. Sie hatte seine Gedanken mitbekommen und irgendwie war es ihr unmöglich, sie ihm überzunehmen. Immerhin war er ja in die ganze Sache mehr oder weniger reingedrängt worden und hatte sich nicht freiwillig dafür entschieden. Doch so schnell war es noch nicht vorbei, das wusste die Fee ganz genau. ‚Nein, Link.. für dich ist es leider noch lang nicht vorbei..
Kapitel 5: Erklärungen
W
ieder in der Hylianischen Steppe unterwegs, fühlte Link sich gleich viel wohler. Endlich hatte er alles hinter sich gebracht. Er würde wieder in den Kokiriwald zurückkehren und gemeinsam mit Salia ganz viel Okarina spielen. Darauf freute er sich schon ungemein. „Nanu?", sagte Navi plötzlich. Vom verwirrten Ausspruch seiner Fee angelockt, blieb Link stehen und sah gen Himmel. „Sag, kommt mir das nur so vor, oder verdun-kelt sich der Himmel, je näher wir an Hyrule rankommen..?", fragte der Leuchtball. Link zuckte mit den Schultern. „Hast du vergessen, dass die Zeit vergeht? Wahrscheinlich geht bloß die Sonne unter..", wischte er ihren Zweifel weg und ging weiter. Nein, das war keine normale Dämmerung. Der Himmel wurde nicht dunkelrot, sondern einfach schwarz. Und das war alles andere als normal.. Aber Navi folgte ihrem Freund dann einfach weiter.
„Also das ist jetzt wirklich komisch." Link verschränkte trotzig die Hände und tippte mit dem Fuß auf und ab. Obwohl es noch helllichter Tag war – allerdings sah man das nicht so wirklich, da der Himmel pech-schwarz war (allerdings sah Link eine kleine gelbe Scheibe durch die Wolken durchschimmern) – war die Zugbrücke hochgezogen und die Fackeln brannten. Normalerweise war dies nur in der Nacht der Fall, um die Stadt vor ungebetenen Eindringlinge zu schützen. „Hörst du das?", fragte Navi plötzlich. „Was?" – „Das Donnern von vier.. nein, acht Pferdehufen.." Als seine Fee es erwähnte, hörte der Recke es endlich auch. Und konnte im letzten Moment zur Seite springen, als die Zugbrücke mit einem lauten Knall runterfiel und ein weißer Hengst an ihm vorbeisprengte. Er konnte gerade noch Zelda und ihre Zofe Impa erkennen. Zelda sah ihn verzweifelt an, holte dann aus und warf mit aller Kraft etwas in den Burggraben. Link wollte schon in den Fluss springen, um den Gegenstand herauszufischen, doch ein wütendes Pferdeschnauben hielt ihn davon ab. Neben ihm stand plötzlich ein schwarzes Pferd, dessen Augen gefährlich rot glühten. Es scharrte unruhig mit dem Huf. „Verdammt, sie sind entwischt.", murmelte eine finstere Stimme. Erst jetzt bemerkte Link den Reiter und wich ein paar Schritte zurück. Auf dem Rücken des Pferdes saß niemand anderes als Ganondorf. Eine Gänsehaut breitete sich auf Links Rücken aus und etwas schnürte ihm die Kehle zu, als er den König der Gerudos so ansah. Angst. Das war alles, was er im Moment fühlte. Nackte Angst. „Nanu?" Erst jetzt sah der Mann mit den feuerroten Haaren, dass ihm etwas im Weg stand. Ein kleiner Wicht. „Was willst du?", schnauzte er ihn an. Wenngleich die Beine des Jungen zitterten, so war dessen Blick dennoch fest und entschlossen. Der Junge griff nach hinten und zog sein Schwert. Wobei Schwert zuviel gesagt ist – Messer wäre ein passender Ausdruck. „Du willst dich mir in den Weg stellen?!" Ganondorf verzog seinen Mund zu einem Grinsen. Link schluckte. Sein Herz pochte sehr schnell, doch im Moment konnte er an nichts anderes denken, als daran, dass er Zelda und Hyrule – seine Heimat – schützen musste. Und dieser Gedanke vertrieb sogar die Todesangst, die Link beim Anblick Ganondorfs empfand. „Du denkst, du kannst sie be-schützen?" Der Rothaarige lachte abfällig. Irgendetwas sagte ihm, dass dieser Junge nicht wie all die anderen sei.. dass er ihm.. ja, gefährlich werden könnte... „Mut.. Du hast Mut.. Doch Mut kann manchmal – tödlich sein!" Ehe Link irgendwie reagieren konnte, hatte sich in Ganondorfs Hand magische Energie zu einer Kugel geformt und war auf ihn geschleudert worden. Die Wucht des Aufpralls riss ihn von den Füßen. Ein stechen-der Schmerz ging von seiner Brust aus und Link blieb zitternd am Boden liegen. Dieser Schmerz.. er bohrte sich tief in sein Herz.. „Weh..", flüsterte Link. Ganondorf lachte nur lauthals und gab dann seinem Pferd durch einen Klaps auf den Hintern zu verstehen, dass es losreiten sollte. So preschte er davon.
Navi flatterte hin und her. Ihr war klar, dass es als Kokirifee verboten war, aber.. sie konnte nicht anders. Link lag da, das Gesicht war schmerzverzerrt und sein Atem ging nur mehr sehr flach und stoßweise. Sie musste es tun, sie musste für das Leben ihres Schützlings garantieren.. Navi legte sich auf Links Brust und schimmerte auf einmal nicht mehr bläulich, sondern rosa. Wie jede andere Fee war auch sie in den Grundzü-gen der Heilkunst unterrichtet worden, ohne sich jedoch speziell darauf zu konzentrieren. Außerdem hatte sie sich dann entschieden, Kokirifee zu werden und dem Dekubaum zu dienen und nicht der großen Heilfee. Darum war es ihr an und für sich verboten, Heilkunst anzuwenden, wenngleich sie dazu in der Lage wäre. Doch dies hier war ein Notfall. Die Heilfee, die Link bei sich gehabt hatte, hatten sie gebraucht, um seine Wunden von Barinade zu heilen und er besaß keine zweite. Außerdem würde er sterben, wenn sie nun nicht sofort etwas unternahm und dann.. dann war Hyrule verloren. Navis kleiner Kugelkörper begann zu zittern. Einen menschlichen Körper ohne die dafür vorgesehene Kunst perfekt zu beherrschen war alles andere als leicht. Plötzlich hustete Link wieder und schlug die Augen auf. In dem Moment hörte Navi auf zu leuchten und plumpste von seinem Brustkorb. „Mann, war das ein Angriff.." Link richtete sich auf und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. Nanu, hätte seine Kleidung nicht zerfetzt sein müssen? Erst jetzt be-merkte er, dass seine Fee leblos neben ihm lag. Von Navis Körper ging nur mehr ein ganz schwacher Licht-schein aus, ihre sonst so geraden Flügel waren zerknittert und lasch. „Navi! Navi!", schrie er verzweifelt. Tränen traten ihm in die Augen. Nein, das konnte nicht sein. „L-Link..", sagte die Fee schwach. „Hab.. keine Angst, ich.. gleich geht es mir wieder besser.. ich muss mich nur.. ausruhen.." In dem Moment erlosch das Leuchten und Link hatte nur eine mattweiße Kugel mit Flügeln in den Händen. „Navi? Oh Navi sag doch was.." Mittlerweile heulte Link Rotz und Wasser. Das konnte doch nicht sein, dass seine Fee ihr Leben für ihn gab! Dabei.. dabei wollte er doch nur, dass sie bei ihm blieb.. für immer.. Plötzlich hörte man ein lautes „Snoooor" von der Fee ausgehen. Navi war nur eingeschlafen. Erleichtert sah Link sie an. Sie war also doch nicht tot. Wenn er es recht bedachte, hatte er sie sowieso noch nie schlafend gesehen. Link nahm seine Müt-ze ab und bettete die Fee auf den weichen grünen Stoff. „Gute Nacht, kleiner Lebensretter.."
Mit der Fee in seinem Arm betrat Link die Stadt. Alles wirkte so anders als damals, als er das letzte Mal hier gewesen war. Irgendwie.. versteckter. Ging er richtig in der Annahme, dass die Menschen sich zurückzogen und nur mehr vorsichtig hinter ihren Fenstern hervorlugten? Erst jetzt fiel ihm wieder ein, dass ihre Prinzes-sin verschwunden war und der vermeintliche Verbündete ihres Königs sich als Lügner herausgestellt hatte. Kein Wunder, dass sie ihr Vertrauen in andere Menschen verloren hatten. Einige jedoch machten ganz nor-mal mit ihrem Arbeitstag weiter. Als Link in den „Magic Item"-Shop kam und dort einen quietschfidelen Verkäufer antraf, sprach er diesen auf seine Fröhlichkeit an. „Nun, weißt du, mich wundert das alles nicht wirklich. Ich mochte Ganondorf von Anfang an nicht, allerdings liebte das restliche Volk ihn. Kein Wunder, immerhin hat er uns vor einem schweren Gerudoangriff bewahrt." Also irgendwo hakte es sich da. Ganon-dorf war doch der König der Gerudos.. warum sollte er sich dann gegen seine Stammesgleichen stellen? „Und wie hat er Euch geholfen?", wollte Link neugierig wissen. „Ahm.. lass mich überlegen.. das war da-mals, kurz nach dem Krieg. Er kam ins Schloss und sagte dem König, wann die Gerudos den nächsten An-griff planten. Als unser König ihn ansprach, warum er sich gegen sein eigenes Volk stellte, antwortete Ganon mit trauriger Miene, er fühle sich nicht mehr als Teil der Gerudos und würde lieber Hylianer sein als Geru-do." Na dann war es kein Wunder, dass die Masse der Bevölkerung ihm Glauben schenkte. „Und dann hat er bei dem Angriff mit unseren Soldaten an vorderster Front gekämpft.", hakte der Shopbesitzer noch nach. Nun verwunderte Link nichts mehr. „Gut, wie dem auch sei.." Link fiel nun wieder der eigentliche Grund seines Besuches ein. „Könnt Ihr meine Fee heilen? Sie ist eine Kokirifee und hat mich versucht zu retten...", sagte der Recke mit trauriger Stimme und legte Navis wieder schwach glimmenden Körper auf den Tresen. „Hmm, eine Kokirifee.. weißt du, Junge, ich bin Shopverkäufer und kein Heiler. Ich habe auch nur Heilfeen im Angebot. Das einzige, was ich dir raten kann, ist, dass du zur großen Fee in der Nähe des Schlosses gehst. Als Bote des Königs kommst du doch sowieso hinter das Tor, oder? In der Sackgasse befindet sich der Ein-gang zur Feenquelle." Link nickte und bedankte sich höflich. Dann verließ er den Laden.
Der Verkäufer hatte wirklich recht gehabt. In der kleinen Sackgasse war ein dicker Stein, der kurzerhand durch Bomben weggemacht wurde und einen schmalen Durchlass freigab. Link wickelte Navi in seine Müt-ze ein, steckte diese in seine Brusttasche und kletterte so schnell wie möglich durch den engen Durchlass. Drin angekommen sah es aus wie in allen andren Feenquellen: verkachelt und dementsprechend kalt. Schnell lief er nach vorne, packte seine Okarina aus und spielte Zeldas Wiegenlied. Lachend erschien die Fee der Quelle und lächelte ihn an. „Na, mein kleiner Held?", fragte sie, während sie verführerisch die Augen auf-schlug. ‚Anscheinend machen das alle großen Feen..', schoss Link durch den Kopf, doch er hatte nun gar nicht die Zeit, sich mit so was aufzuhalten. „Könnt Ihr meine Fee heilen?", fragte er mit kindlicher Naivität in den Augen und hielt ihr Navi entgegen. „Oh oh oh, eine Kokirifee.. sie hat versucht zu heilen...", sagte die große Fee sofort. Sie hielt ihren Zeigefinger an ihr Kinn. „Es ist sehr gefährlich, wenn eine Fee das tut, wozu sie nicht bestimmt ist. Auch wenn deine Fee-" – „Navi.", schnitt Link ihr das Wort ab. „Gut. Auch wenn Navi nun aussieht als ob sie schläft und sich auch so anhört, dann liegt sie in Wahrheit doch im Sterben." Erschrocken sah Link auf. „Gibt es keine Rettung?", rief er verzweifelt. In seinen Augen machte sich Kum-mer breit. Und auch Wut über seine Ohnmacht. „Natürlich gibt es die. Solange sie selbst ihr Leben nicht aufgegeben hat, gibt es immer eine Chance. Dennoch. Für einen Heilzauber dieser Klasse brauche ich etwas aus ihrer Heimat, also dem Kokiriwald.", erklärte die Fee. „Und was? Ich hole es! Mir ist kein Preis zu hoch, um Navi zu retten!" Link ballte die Fäuste und sah die Fee entschlossen an. Erst blickte sie etwas verdutzt zurück, doch dann erschien ein Lächeln auf ihren Lippen. Dass es noch Menschen gab, die so entschlossen waren.. spätestens seit Ganondorfs feigem Verrat war das Vertrauen und damit auch die innere Stärke der Hylianer gebrochen. Aber dieser kleine Junge.. dieser einfache, kleine Kokirikunge.. was seinen Willen und auch seinen Mut anbelangte, übertraf er jeden hier in Hyrule lebenden Menschen um Welten. „Nun denn, kleiner Recke...", sagte die Fee und hob ihre rechte Hand. Navi begann eigenartig zu leuchten und schwebte langsam in Richtung der Fee. Erstaunt verfolgte Link das Schauspiel. Schließlich schwebte seine Fee über den beiden Händen der großen Fee, die mit geschlossenen Augen in der Luft stand. Doch plötzlich erhob Navi ihre Flügel und flatterte wieder aufgeregt auf und ab. „Navi!", rief Link erfreut und seine Fee stürzte zu ihm. „Oh Navi, endlich geht's dir wieder besser! Ich bin so froh!" Seine tiefblauen Augen schimmerten wässrig, doch er hielt die Freudentränen zurück. Ein Held weint nicht. Die Fee lächelte ihn glücklich an. „Kann ich sonst noch etwas tun für dich, mein Junge?", fragte sie sanft und beugte sich vor. „Nun.." Link dachte kurz nach. „Als ich bei der großen Fee auf der Spitze des Todesberges war, erzählte sie mir, ich solle Euch besuchen und Ihr würdet mir – wie auch sie – etwas geben, um meine Kraft zu stärken." Die Fee lehnte sich wieder zurück und schlug die Beine übereinander. „Das hat sie gesagt? Wenn sie es meint, dann will ich dich wirklich unterstützen. Ich werde dir nun einen Zauber schenken. Er heißt Dins Feuerinferno. Wenn du ihn sprichst, umgibt dich für eine gewissen Zeit eine Feuerwand, die alles zu Asche verbrennt, was ihr zu nahe kommt.", erklärte die rosahaarige Fee. „Wow...", In Links Stimme lag Verzückung. Das konnte nur bedeuten, dass er noch stärker wurde. Aber.. was würde ihm ein Feuerzauber nützen, wenn seine Mission so gut wie beendet war? Er fragte die Fee nicht danach, sondern nahm das wertvolle Geschenk dankbar an und verließ die Feenquelle wieder, nachdem er sich ehrerbietig verbeugt hatte.
„Sag, Link, hat Zelda nicht bei ihrer Flucht etwas in den Burggraben geworfen?", fragte seine Fee, die mun-ter neben ihm auf und ab schwebte. „Hm? Jetzt wo du's erwähnst..", murmelte der Recke und blieb stehen. Sie befanden sich gerade mitten in Hyrule Stadt und das geschäftige Treiben der Leute kam ihm vor wie eine Welt, die er hinter einer unsichtbaren Mauer beobachtete. Obwohl er kein normaler Kokiri war, sondern viel eher ein Hylianer, fühlte er sich nicht wie ein Teil der Masse, die hier ihrer Arbeit nachging. Link schnippte nur mit den Fingern, stolperte fast über ein Huhn das von einem Mädchen gejagt wurde und verließ dann die Stadt. Als er vom Burgtor ins klare Wasser schaute, sah er dort tatsächlich einen kobaltblauen, eigenartig eierförmigen Gegenstand. Was in Nayrus Namen mochte das sein? Der Braunhaarige ließ sich langsam ins eiskalte Wasser gleiten. Er befürchtete schon, sich zu verkühlen, wenn er länger hier drin bliebe, also beeilte sich damit, die paar Meter gegen den Strom zu schwimmen und dann nach dem Gegenstand zu tauchen. Das tat er auch. Doch als er unter Wasser war und nun genauer erkennen konnte, was da am Boden vor ihm lag, wurden seine Augen groß: dort lag eine Okarina! Kurz bevor ihm die Puste ausging, packte er das Instrument und tauchte wieder auf. Dann zog er sich keuchend an Land und wurde dort von Navi in Empfang genom-men. „Und? Was war dort am Grund?", wollte die neugierige Fee wissen und flatterte aufgeregt um ihn her-um. „Eine.. Okarina..", keuchte der Held. „WAS?!" Navi leuchtete für einen Moment hell auf und flog dann näher an sein Gesicht heran. „Bist du.. sicher?" Der Angesprochene nickte jedoch nur und zeigte ihr das Mu-sikinstrument. „Du meine Güte!", rief die Fee laut. „Das ist.. die Okarina der Zeit!" Kaum hatte sie diesen Satz ausgesprochen, begann die Okarina zu leuchten. Ein Strahl ging von dem Triforcemuster auf der Okari-na aus und flammte genau auf Links Stirn. Vor seinem inneren Auge erschien plötzlich Zelda. „Prinzessin Zelda?", fragte er verdutzt. Navi konnte ihn nur unwissend anschauen, denn diese Bilder wurden direkt in sein Hirn projiziert. „Link.. wenn du dies hörst, werde ich schon weit weg sein..", hörte er die vertraute, doch eigenartig hallende Stimme der Prinzessin. Sie stand vor einem komischen Altar, hinter dem sich eine mäch-tige Steintür befindet. „Es tut mir so leid, Link, aber wir konnten nicht mehr auf dich warten. Ganondorf hatte Wind von unserem Plan bekommen und um dich nicht zu gefährden, konnten wir nur fliehen. Du siehst mich hier in der Zitadelle der Zeit, wo ich auf dich wartete, doch der Gerudokönig war schneller.." Sie mach-te eine Pause, doch ließ Link dennoch keine Gelegenheit, ihr irgendeine Frage zu stellen. „Dennoch bin ich froh, dass ich dir die Okarina – wenn auch auf einem etwas unüblichen Weg – geben konnte. Denn nur mit der Okarina hast du Zutritt zum Heiligen Reich. Außerdem brauchst du noch diese Melodie.." Zelda setzte die Okarina in ihren Händen an die Lippen und begann, ein mystisches Lied anzustimmen. Sie spielte ein A, ein D und ein F. Das ganze wiederholte sie noch einmal, sodass die Melodie im ganzen aus A, D, F, A, D und F bestand. „Los, spiel es nach!", forderte sie ihn auf und Link tat wie ihm geheißen. „Gut. Nun kennst du die magische Hymne der Zeit!", sagte die Prinzessin und ihr Bild wurde unschärfer. „Spiele diese Melodie vor dem Altar in der Zitadelle der Zeit...!", hörte Link noch ihre Stimme in seinem Kopf nachhallen, bevor sie endgültig verschwand. Der Lichtstrahl verzog sich ebenfalls und Link starrte schweigend auf die Okarina. Nun wusste er, was er zu tun hatte. Er musste in die Zitadelle der Zeit, um den Zugang zum Heiligen Reich zu öffnen. Wenn er das tat, würde alles gut werden.. ja, alles..
Doch bevor er sich in die Zitadelle aufmachte, stattete er der LonLon-Farm noch einen Besuch ab. Dort er-wartete ihn schon Malon, die kicherte, als sie ihn sah. „Na, Feenjunge? Wie geht es dir?", fragte sie keck grinsend und legte den Kopf schief. Link kratzte sich nur am Hinterkopf. Einfach „Gut." zu antworten wäre die falsche Antwort gewesen, denn es ging ihm zur Zeit überhaupt nicht gut. Er wollte dieses Abenteuer einfach nur noch hinter sich bringen, doch sein Instinkt hatte ihm gesagt, er sollte noch unbedingt hier vor-beischauen, bevor seine Schritte ihn zur Zitadelle führten. „Geht so, ich lebe.", antwortete er schließlich und seufzte. Hier auf der Farm bemerkte man nichts von dem, was sich draußen zusammenbraute. „Weißt du, wer das hier ist?", fragte Malon plötzlich und legte die Hand auf den Hals eines rotbraunen Fohlens, das ihn neugierig musterte. Es hatte eine schöne weiße Mähne und wache blaue Augen. Doch plötzlich machte es einen Schritt zur Seite und lief davon. „Oh.. scheinbar hat Epona Angst vor dir..", sagte die Farmerstochter und legte den Zeigefinger aufs Kinn, als ob sie nachdenken würde. „Schade. Dabei würde sie eigentlich sehr gut zu dir passen, Feenjunge." Wieder grinste die Rothaarige und Link ballte die Fäuste. „Zum Kuckuck, ich heiße nicht Feenjunge! Mein Name ist Link, L I N K!!!", rief er und sie sah ihn erst nur verdutzt an. „Okay.. Feenjunge." Link verdrehte die Augen. Sie würde ihn wahrscheinlich nie anders nennen, selbst wenn er es ihr aufs Hirn schreiben würde. Auf einmal begann Malon wieder leise zu singen. Das brachte Link auf eine Idee und er packte seine Okarina aus. Irgendwie war vorher seine Feenokarina von Salia abhanden gekom-men. Er fand das sehr schade, denn durch die Okarina vergaß er nie, woher er kam. „Oh, das ist aber eine schöne Okarina! Willst du zu meinem Gesang spielen?", fragte Malon lachend und schloss die Augen. Ihre zarte Stimme sang eine eigenartige Melodie, die aber immer dem gleichen Muster folgte: ein hohes D, H und A. Wieder wurden die drei Noten zweimal hintereinander wiederholt. Kaum hatte Link die Melodie nachge-spielt, kam das Fohlen von vorher auf einmal auf ihn zugelaufen und begann, ihn mit seiner Schnauze zu liebkosen. „Ach Epona! Ich denke, nun hat sie Gefallen an dir gefunden, Feenjunge." Link genoss die Zärt-lichkeit des kleinen Pferdes und drückte die Stute an sich. Nun störte ihn nicht einmal das idiotische „Feen-junge". Epona schien ihn wirklich zu mögen, denn sie ließ gar nicht mehr von ihm ab. Link sah der Stute in die Augen und wusste plötzlich, dass sie noch eine entscheidende Rolle in seinem Leben spielen würde..
Bevor er die Farm verließ, besuchte Link noch Talon und bekam von diesem eine Flasche mit LonLon-Milch. Weiters sammelte er die Skulltullas ein, denn diese würden ihm bald eine größere Börse einbringen. Zumindest hatte man ihm das versprochen. Als Link am Eingangspfad zur Farm stand drehte er sich noch einmal um. Warum, warum in Nayrus Namen, verließ ihn nur dieses Gefühl nicht, dass er die Farm für eine lange Zeit und in diesem Zustand nicht mehr wiedersehen würde?
Als der Recke vor der Zitadelle der Zeit stand, atmete er ein paar mal tief durch. Nun gleich würde seine Mission zu Ende sein. Irgendwie sehnte er sich schon nach Epona und Salia.. „Worauf wartest du? Geh schon rein!", forderte seine Fee ihn auf und riss ihn damit aus seinen Tagträumen. „Jaja, ich geh ja schon..", murmelte Link und schritt die flachen Stufen zum hohen Eingangsportal hoch. Dieser Steinbau beeindruckte ihn. Er hatte ja schon viel von Hyrule gesehen, aber die Zitadelle gefiel ihm irgendwie am besten. Außerdem schlug ihm angenehm kühle Luft entgegen. Viel besser als der stickige Dunst der Stadt, in dem sich allerlei Gerüche mischten. Link durchschritt das Portal und schien sich mit einem Schlag in einer anderen Welt zu befinden. Obwohl er nur einige Schritte nach vorne gemacht hatte, war der Lärm der Menschen vollkommen weg. Nur das Hallen seiner Schritte und eine eigenartige Melodie, die ein unsichtbarer Chor zu singen schien, umgaben ihn. Der Recke schritt den dunkelroten Teppich entlang auf den Altar zu, den er aus seiner Vision von Zelda kannte. Hier sollte er also diese komische Melodie – wie hieß sie noch mal? – spielen. Diese.. Hymne der Zeit. Link zuckte nur mit den Schultern und packte dann seine Okarina aus, um das zu tun, was ihm aufgetragen worden war. Nur noch eine Melodie, dann war das alles hier vorbei.. Schnell spiel-te Link das Lied und plötzlich schwebten die drei Heiligen Steine aus seiner Brusttasche hervor. Sie drehten erst einige Runden um ihn, bevor sie sich in der Reihenfolge, in der er sie bekommen hatte, vor ihm auf den Altar setzten. Plötzlich leuchtete das Triforce-Symbol über dem Steinportal hell auf und mit einem lauten Knirschen schob sich der dicke Stein auseinander. Selbst Navi schwieg bei dem Anblick auf den Korridor, der sich den beiden bot. Link starrte erst einige Minuten das Portal an, bevor er schließlich langsam losging. Der Korridor war nur sehr kurz und führte in einen kreisrunden Raum, in dessen Mitte eine Erhebung war. Und in dieser Erhebung stak.. „Link.. sieh nur.." Navi schwebte voraus. „Diese legendäre Klinge.. das ist.. das Masterschwert!", rief sie laut und Link ging langsam darauf zu. Irgendwie sah das Schwert nicht mal halb so pompös aus, wie er es sich eine legendäre Klinge vorgestellt hatte. Die Klinge war flach und auf beiden Seiten geschliffen. Der Griff war blau und nur wenig verziert. Am Klingenansatz knapp unter dem Griff prangte das Triforcesymbol. „Zieh es raus.", sagte plötzlich eine Stimme. „Wer ist da?!", rief Link und drehte sich um. Doch da war niemand außer ihm und seiner Fee. Zaghaft streckte er die Hand aus und um-fasste den Griff. Sofort fühlte er Vertrautheit, als würde er dieses Schwert schon sehr lange kennen. Er warf einen Blick auf seine Fee, die jedoch nichts machte, und zog an. Link fiel zurück. Er hatte viel Kraft in den Zug gesteckt, da er dachte, das Schwert würde fest verankert sein. Aber dem war nicht so. Es war aus dem Stein geflutscht wie aus Butter. Link starrte das Schwert an, das vor ihm am Boden lag. Plötzlich umgab sie ein blaues Licht und ein böses Lachen ertönte. „Ha ha ha!" – „Ganondorf!", schrie Link wütend und klam-merte sich an sein Schwert. Doch es war viel zu schwer, als dass er es heben oder gar damit kämpfen könnte. „Ich wusste doch, dass du den Schlüssel besitzt, um das Heilige Reich zu öffnen! Vielen Dank, kleiner.. Wicht." Er legte viel Hass in dieses Wort. „Nein..", keuchte Link. Was hatte er nur getan?! Durch das Raus-ziehen des Schwertes hatte er den Zugang zum Heiligen Reich geöffnet und es so Ganondorf ermöglicht, an das Triforce zu gelangen. Link kämpfte sich hoch und rannte mit aller Kraft gegen die Wand aus blauem Licht. Stechender Schmerz durchzuckte ihn und er wurde schreiend zurückgeschleudert. Ganondorf warf den Kopf in den Nacken und begann, laut und schallend zu lachen. Link standen die Wuttränen in den Augen und er trommelte hilflos mit den kleinen Fäusten gegen die Wand. Da wurde er wieder zurückgestoßen und um ihn herum wurde es rabenschwarz.
