Akane warf sich ins Bett, und bevor sie einschlief dachte sie nur noch Eins. Es funktioniert. Mit einem Lächeln im Gesicht schloss sie ihre Augen. So ging das zwei Wochen lang. Sie hatte sich jetzt schon fünf Mal mit Shota getroffen. Hitomi kam jetzt nicht mehr mit, am Anfang brachte sie kein Wort raus. Aber nach einer Zeit hatten sie festgestellt, wie viele Gemeinsamkeiten sie doch hatten. Und somit hatten sie immer sehr viel Spass.

Sie Telefonierte jeden Tag mit Hitomi. Natürlich liess sie immer zuerst Shota ans Telefon, damit die Familie dachte, das Akane mit ihrem neuen Freund sprach. Zuerst waren es nur kurze Anrufe. Nicht länger als Fünf Minuten, dann wurden sie immer länger. Hitomi hatte Akane zur Geheimhaltung verpflichtet, und das viel ihr sehr schwer. Immer wenn Nabiki oder sonst jemand etwas über diesen Kampfsportler fragte, entgegnete sie nur „Das geht euch nichts an"

Das gehörte alles zu Hitomis Spiel. Sie sagte je weniger Ranma weiss, desto nervöser würde es ihn machen. Und sie hatte wie immer Recht. Ranma verhielt sich jeden Tag zunehmend komischer. Akane hatte aber auch so ihre Zweifel, was ist wenn sie ihn damit nur weiter wegtrieb. Aber sie musste Hitomi bei dieser Sache einfach vertrauen, schliesslich war sie auch erfahrener und hatte ihren Mann schon für sich gewonnen.

Dann wie auch jeden Tag rief Kasumi sie nach unten „Akane. Telefon. Es ist dein Freund" Kasumi sagte es nur ungern so, sie wusste nicht wie sie es sonst ausdrücken sollte, da sie ja den Namen des Mannes nicht kannte. Akane bedacht darauf ihre Rolle Perfekt zu spielen, rannte fröhlich runter zum Telefon. Sie nahm den Hörer entgegen und wedelte mit der Hand Kasumi zu, als Zeichen dafür dass sie gehen sollte. Kasumi machte sich immer mehr sorgen, um das Paar. Sie dachte immer Akane würde Ranma mögen. Akane war jetzt schon seit zwei Stunden am Telefon, sie konnte nicht mehr stehen, also hatte sie sich auf den Boden im Schneidersitzt niedergelassen.

Als Ranma genervt an ihr vorbeilief, wurde sie absichtlich rot. Hitomi hatte es ihr beigebracht und noch so einiges mehr. Nach jedem Date, mit Shota, bekam sie ein neues Manuskript, nur das letzte Mal nicht. Das brauchte sie auch nicht. Hitomi erklärte ihr jetzt am Telefon „Es wird Zeit das Ranma auf Shota triff" Akane hörte interessiert zu „Und wie läuft das ab?"

„Es sollte kein zu langer Kontakt sein, nur damit Ranma sieht, wie stark seine Konkurrenz wirklich ist. Er wird dich morgen von der Schule abholen. Versuch überrascht auszusehen und such nicht nach ihm, er wird dich finden. Verhalte dich ganz normal, bis du ihn siehst" Akane nickte, auch wenn das blöd war, schliesslich sah Hitomi sie nicht.

„Und was mach ich nach dem ich ihn gesehen habe" Hitomi lachte kurz und erklärte „Du improvisierst." Akane erwiderte erschreckt „Das kann ich nicht" Hitomi sprach ihr Mut zu. Das konnte sie gut, sie wusste immer was sie sagen musste. „Das kannst du, du hast in den letzten Wochen viel Übung gehabt und ausserdem musst du dich nur verliebt aufführen und das bist du ja schon. Denk einfach an Ranma, wenn du Shota siehst"

Akane schluckte schwer sie wollte widersprechen, aber sie bekam die Chance dazu nicht. Ihr wurde der Hörer entrissen. Ranma nahm ihn an sich und legte einfach auf. Akane sah wütend zu ihm auf „Was soll der Mist. Ich war noch nicht fertig?" Er sah genauso wütend zurück „Das geht jetzt schon zwei Stunden so?" dann drehte er sich um und liess sie einfach stehen. Wütend stampfte sie ihm hinterher.

„Wer bist du, die Telefonpolizei. Ich kann so lange Telefonieren, wie ich will und mit wem ich will" „Mach doch was du willst, Machoweib" sagte er teilnahmslos und verschwand wieder im Dojo. In den letzten vierzehn Tagen, hatte er fast jede freie Minute im Dojo verbracht. Als sich Akane unbeobachtet fühlte, machte sie einen Freudensprung. Sie hatte es geschafft er war eifersüchtig.

Am nächsten Tag nach der Schule, war sie aufgeregt, Akane hatte sich schon den ganzen Tag überlegt, wie sie sich verhalten sollte, was sie sagen sollte, wenn sie ihn sieht „Ah Shota, was für eine Überraschung" nein, das ist zu unpersönlich. „Schatz, was machst du hier" das wiederum war zu persönlich. Aber sie wurde aus ihren Gedanken gerissen.

Auf dem Hof gab es eine riesen Ansammlung, sie schaute aus dem Fenster und fragte sich was da unten los war. Ob Ranma in einen Kampf verwickelt war. Da kam Sayuri reingestürmt „Akane schnell komm mit, das musst du sehen" doch bevor Akane weiter nachfragen konnte wurde sie an der Hand nach draussen gezerrt. „Was ist denn los Sayuri" Mitten auf dem Schulhof blieb sie stehen, direkt neben der Ansammlung von Schülern. „Sie nur, ist der nicht umwerfend"

Am Schultor stand ein Mann, er lehnte gegen den Torpfosten und unterhielt sich mit ein paar Mädchen. „Er sagt, er wartet auf seine Freundin" Sayuri umarmte Akanes Arm und lehnte den Kopf an ihre Schulter. „Sie muss das glücklichste Mädchen der Welt sein" sagte Sayuri Träumerisch. Akane hatte ihn endlich erkannt, es war Shota. Von weitem war das nicht so leicht.

Auch Ranma und seine Jungs standen in seiner Nähe, praktisch die ganze Schule tat das. Akane wurde rot, die ganze Schule würde das mitbekommen, und morgen wäre sie das einzige Gesprächs Thema. Sayuri zog Akane immer näher zu dem Jungen. Als Ranma sie sah, ging er zu ihr, „komm Akane wir gehen" Aber Akane schüttelte den Kopf „Hab etwas anderes vor" sie entzog sich Sayuri und rannte schnell zu Shota.

Als Shota sie erblickte, liess er die anderen Mädchen einfach stehen. Sie schauten ihm verdutzt hinterher. Als Akane endlich bei ihm eintraf war sie etwas ausser Atem, jetzt konnte sie nicht mal ihren Satz sagen, denn sie sich zurecht gelegt hatte. Aber das war auch nicht nötig. Shota griff nach ihrer Hand und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Sofort ging ein Raunen über den Schulhof alle hatten es gesehen. Sie wurde feuerrot und er zog sie einfach mit sich.

Daisuke trat an Ranma, der zur Salzsäule erstarrt war. „Hey heisst das ihr seid nicht mehr verlobt" Ohne seinem Freund zu Antworten sprang Ranma auf die Schulmauer und rannte los. Akane war immer noch sehr verlegen „Wieso...hast du…das gemacht" stotterte sie. Er lächelte sie an und sagte gespielt verletzt „War es denn so schlimm?" Sie blickte ihn entsetzte an „NEIN" schrie sie fast „Aber…aber…es..ist" stammelte sie unsicher. Er lachte jetzt süss. Und erklärte geschwind, bevor Akane noch vor Scham im Boden versinken konnte „Hitomi hat gesagt, ich soll es so machen wie, wenn ich sie abhole. Besonders das mit dem Kuss"

Etwas irritiert fragte sie „Wo gehen wir jetzt hin" abwesend murmelte er nur „Ein Eis essen" Als Akane endlich wieder zuhause eintraf, war Hochbetrieb. Nabiki packte sie entrüstet am Arm und krächzte „Gott Akane, wer war das?" Akane sah etwas unsicher zu Seite. Sie war sich nicht sicher, ob sie jetzt schon mit der Sprache rausrücken durfte. Dann dachte sie was solls, es hat ihn ja jeder schon gesehen „Mein Freund, natürlich" Nabikis Augen wurden ganz gross „Wie hast du das geschafft, er ist ein Gott" Akane grinste nur und zuckte mit der Schulter.

Ranma hatte das alles so aufgewühlt, das er sofort ins Dojo gegangen ist. Er schlug auf einen Sandsack ein. Immer wieder sah er das Gesicht dieses Typen vor sich. Wie konnte er es wagen Akane zu küssen. Seine Akane. Dieser Mistkerl, Ranma hätte ihn am liebsten zu Brei geschlagen. Auch wenn es nur ein Kuss auf die Wange war. Es war trotzdem ein sehr verstörendes Bild für Ranma.

Er musste sich eingestehen, das ihm das alles doch nicht so egal war, wie es immer schien. Er musste zu Akane gehen und sich entschuldigen. Da wäre dieser ganze Mist zu Ende und sie könnten sich wieder dem normalen Alltag widmen.

Ja so würde er das tun. Aber er wollte warten bis alle schlafen, damit sie niemand stören konnte. Also schlich sich Ranma Abends zu ihrem Fenster, vorsichtig schob er es auf. Er stelle sich neben Akanes Bett und sah auf sie herab. Sie sah so friedlich aus, er brachte es nicht übers Herz sie jetzt zu wecken, also ging er unverrichteter Dinge. Dann würde er es halt morgen machen müssen.