Besorgt dass sie alles kaputt gemacht haben könnte, machte sie sich auf den weg, sie hatte eine Verabredung mit Hitomi. Wieder sassen sie in diesem Café. Als Hitomi Akanes bestürztes Gesicht sah, blieb ihr Herz kurz stehen. „Was ist los?" „Ranma hat uns gestern gesehen" Akane stimme brach ab.

„Ich weiss Shota hat es mir erzählt, es hat alles wunderbar geklappt. Wieso bist so traurig darüber" fragte sie. So aufgebracht wie sie war erzählte Akane ihr alles was passiert ist, als sie in ihr Zimmer gekommen ist. Hitomi schien immer noch nicht zu verstehen, wieso Akane sich nicht darüber freute, war doch alles perfekt

„Was ist wenn ich ihn, jetzt für immer verloren habe?" sie fing an zu schluchzen und verbarg ihr Gesicht in ihren Händen „Aber nein, das wird nicht passieren" „Woher willst du das Wissen. Du hast ihn nicht gehört, er klang so, so Fremd" sagte sie ein wenig zu laut. So das sich alle im Café nach ihnen umdrehten.

Hitomi nahm Akanes Hände und blickte ihr fest in die Augen „Vertrau mir, es funktioniert. Zuerst bleiben sie immer cool, dann kommt Phase 1: Der Schock, Phase 2: Die Wut, Phase 3: Nachstellen und Drohen, Phase 4: Der Kampf und als letztes dann Phase 5: Das Liebesgeständnis." Die Phasen hatte sie mit den Finger demonstrativ dargestellt.

Akane runzelte die Stirn „Das kling ja als hättest du ein Buch darüber geschrieben" Hitomi lehnte sich arrogant in ihren Sitz zurück und nahm ihre Tasse. „Was glaubst du, wie ich so einen Kerl wie Shota, gekriegt habe" Akane zuckte die Schultern „Ganz sicher nicht in dem ich Däumchen gedreht habe. Ich bin in die Offensive und hab ihm gezeigt wie begehrenswert ich doch bin" Bei Akane machte es klick.

„Du hast das gleiche mit ihm gemacht, wie ich jetzt mit Ranma" Sie zwinkerte ihr zu „Bingo" Akane atmete erleichtert aus und fing an sich wieder zu beruhigen. Doch sie bekam sogleich Mitleid „Der arme Shota" Hitomi lehnte sich über den Tisch und funkelte Akane böse an. „Was heisst hier armer Shota. Bevor ich ihn gezähmt habe, war er ein gefühlloser überheblicher Drecksack. Er hat kein Mitleid verdient"

Akane versuchte abzulenken und fragte vorsichtig. „Also sind wir jetzt in Phase eins." Hitomi nahm wieder ihre Tasse und nickte nur. Akane war in Gedanken versunken und blickte tief in ihren Tee. Ob das Spiel am Ende aufgehen würde. Hitomi seufzte tief und Akane blickte auf „Wieso vertraust du mir nicht?" „Aber das tu ich doch" versuchte Akane zu retten. „Hab ich dich jemals enttäuscht?" Hitomi hob ihre Hand über den Kopf „Was muss ich für eine schlechte Freundin sein. Wenn du mir nicht vertraust" Jetzt fing sie an zu schluchzen.

Es war alles so übertrieben, das jeder sofort merkte, dass es gespielt war. Akane aber nicht, sie war so naiv. „Hasst du mich etwa? Ja das muss es sein" Hitomi lief eine Träne die Wange runter. Akane war so überfordert mit der Situation, sie stammelte nur so vor sich hin. „Aber…nein….Hitomi….Bitte…so…war…das….Aber…..ich" Sie verzweifelte fast.

Hitomis barg ihr Gesicht in ihren Händen und schnell verwandelte sich ihr schluchzen, in ein Lachen. Akane sah sie perplex an, völlig sprachlos. Sie dachte ihre Freundin wäre jetzt völlig durchgedreht. Hitomi sah Akane mit einem Gewinnerlächeln an und wischte sich mit der Serviette, die Tränen weg „Und wie war ich? Ich fand mich ziemlich überzeugend" Akane klappte die Kinnlade runter „das hast du nur gespielt" fragte sie ungläubig.

Hitomi immer noch mit hochroten Kopf lächelte sie teuflisch an „Ach Akane, du bist noch so unschuldig" Akane mochte das nicht so genannt zu werden. Dann kam sie sich immer vor wie ein Kind. „pass auf das Shota diese Seite nie an dir sieht. Sonst ist er schneller weg, das du sehen kannst" sagte Akane etwas eingeschnappt

„spinnst du. Shota liebt das, er findet es sehr amüsant". Akane musterte sie kritisch. Da kam ihr ein Gedanke „Mit wem hast du das eigentlich gemacht damals?" Hitomi wurde wieder ernst „was meinst du?" Akane biss ein Stück vom Keks, der zu ihrem Kaffee serviert wurde „als du Shota damals eifersüchtig gemacht hast. Da musst du doch einen Typen gehabt haben, der das mit dir gespielt hat?" erklärte sie mit vollem Mund.

Hitomi sah sie etwas unsicher an. „Ach ja der, es war mein schwuler bester Freund" Akane merkte die komische Art, auf der ihre Freundin das ausgesprochen hatte. „Wieso sagst du das so komisch. Was ist denn mit dem?" Ihre Sitztnachbarin rutschte unsicher auf ihrem Platz herum. Sie schien nicht antworten zu wollen, also fragte Akane etwas anders. „Wieso haben wir nicht ihn gefragt, ob er auch mir hilft"

Hitomi lächelte etwas schief „Wir sind nicht mehr wirklich befreundet. Ich hab ihn seit damals nicht mehr gesehen" Akane wurde neugierig, da musste etwas passiert sein. „Was wieso denn nicht?" Sie biss sich leicht in die Unterlippe und sah zweifelnd zu Akane „Wir haben es möglicherweise etwas übertrieben. Shota hat ihm gedroht ihn umzubringen, wenn er sich nicht von mir fernhält"

Akane sass total schockiert auf ihrem Stuhl. Mit offenem Mund blickte sie Hitomi in die Augen „Das kann doch nicht dein ernst sein. Shota ist immer so lieb und das würde er doch nicht tun" Akane klang fast so als würde sie versuchen sich selbst zu überzeugen. Dann aber fiel ihr wieder ein was ihre Freundin davor gesagt hat „Wie weit ist "Etwas" übertrieben?"

Das erklärte alles. Hitomi neigte zum Extremen, sie übertrieb immer, das lag in ihrer Schauspielernatur. Sie sah aus dem Fenster und versuchte es ganz beiläufig zu sagen „Ich hab so getan als hätte ich Sex, mit meinem Freund" Akane wurde blass, also das hätte sie nie erwartet. Es durchfuhr sie ein innerlicher Blitz. Sie war zur Salzsäule erstarrt.

Stammelnd versuchte sie mehr zu erfahren „Wie…meinst du das…du hast…so getan…?" Hitomi fuchtelte mit den Händen herum „Na ja wie man das halt tut, du weisst schon, komm Akane das muss ich dir doch nicht erklären" brummte sie etwas gereizt. Akane schüttelte den Kopf, woher sollte sie das wissen.

„Das heisst ihr….warrrt Nacktt und Shota…hat das gesehen" Jetzt war Hitomi die geschockte, schnell erklärte sie „Um Himmels willen, nein. Wir sind auf dem Bett rumgehüpft, haben gegen die Wände gehauen und gestöhnt. Und alles als ich wusste das Shota, im den umliegenden Zimmern sein musste"

Sie fasste sich an die Stirn „Gott Akane was denkst du nur von mir" sie sah auf einmal Müde aus. Akane wurde rot und stotterte weiter „Das werde ich ganz bestimmt…. nicht mit…. Shota tun" Hitomi sah auf zu ihr und musste über Akanes Ausdruck lachen.

„Keine Angst, das war auch nicht vorgesehen" erleichtert aber immer noch rot liess sich Akane tiefer in den Stuhl sinken. Jetzt bemitleidete sie Shota noch mehr. Das muss schlimm für ihn gewesen sein.

Halbwegs wieder fröhlich gestimmt, lief Akane nach Hause. Sie atmete nochmal tief durch, als sie die Tür öffnete. Es war alles sehr still. Zu still Akanes Meinung nach, irgendetwas stimmte hier definitiv nicht. Es würde bald Mittag geben, also mussten alle zuhause sein. Sie lief zuerst zur Küche, dort traf man Kasumi meistens an. Als sie die Küche betrat, wurde sie sofort von Kasumi fröhlich begrüsst „Oh wie schön Akane du bist zurück, hattest du Spass mit deiner Freundin" Akane nickte

„Kasumi was ist denn hier los, es ist so drückend Still" Kasumi summte fröhlich eine Melodie „Ich hab keine Ahnung wovon du redest. Ach würdest du bitte mal Ranma aus dem Dojo holen, es gibt gleich essen" Akane sah ihre Schwester zweifelnd an. Bemerkte diese nichts, weil sie eine Frohnatur war oder lag es an Akane. Sie trat unsicher auf ein Bein und wollte sich der Aufgabe entziehen Ranma zu holen. „Aber Kasumi, ich hab grad keine…."

Kasumi summte weiter und rief nur noch über die Schulter schnell ein „Danke" Akane gab auf und lief zum Dojo. Zuerst merkte sie nichts, aber je näher sie dem Dojo kam, desto mehr störte sie etwas. Aber sie wusste nicht was. Dann stand sie direkt vor dem Eingang und lauschte. Nichts. Eigentlich sollte man Kampfschreie hören, Bretter die zerbersten, Schritte, Tritte, Sprünge, aber es war nichts zu hören.

Vorsichtig schob sie die Tür auf. Ranma lag auf dem Boden und blickte zur Decke, seine Arme und Beine waren vom Körper gestreckt. Im Gesicht hatte er so einen lustlosen Ausdruck. Er bemerkte nicht mal das Akane näher kam. Er war so tief in seiner Welt versunken. Akane räusperte sich. Keine Reaktion. Diesmal lauter, wieder nichts. Sie stupptste mit dem Fuss seine Hand an. Langsam fragte sie sich, ob er noch lebte.

Sie hockte sich vor ihn und fuchtelte mit der Hand vor seinem Gesicht herum. Er bewegte seinen Kopf etwas und sah Akane an „Was machst du hier?" Seine Stimme klang so monoton. Als wäre er ein Roboter. Sie stutzte etwas über sein Verhalten. Was war denn nur mit ihm los. „Essen ist fertig" erklärte sie kurz. Er zeigte keine Regung „Hab keinen Hunger"

Als er das sagte, war das wie ein Fausthieb in Akanes Gesicht. Ranma und kein Hunger. Das war etwas das sie niemals für möglich gehalten hätte. „Wieso liegst du hier so rum, statt zu trainieren. Fühlst du dich nicht wohl" Ganz leicht schüttelte er denn Kopf „Ich weiss nicht, irgendwie ist die Motivation weg." Sie machte sich langsam sorgen um ihm.

Aus Neugier fing sie an ihn mit dem Finger in die Seite zu piksen. Immer und immer wieder an derselben Stelle. Doch es schien ihn nicht zu ärgern, nicht mal zu stören. Normalerweise wäre schon sehr schnell rasend geworden und hätte sie angeschrien. Nach einer Weile gab sie es auf. Er hat keinen Hunger, will nicht trainieren und keine Lust aufs Kämpfen. Er sah aus als hätte ihm jemand all seine Gefühle entrissen und nur eine leere Hülle da gelassen.

Sie legte ihm die Hand auf die Stirn. Auch auf das reagierte er nicht und sah weiterhin zur Decke. „Fieber hast nicht" Sie nahm seine Hand und versuchte ihn aufzurichten. Es hatte keinen Sinn er war zu schwer und machte es ihr auch nicht leichter. Sie liess seine Hand brutal fallen. Er blinzelte nicht mal.

Was war nur los mit ihm. „Ich weiss nicht was mit dir los ist, aber du solltest aufhören Trübsal zu blasen und dich zusammen reissen." Endlich zeigte er eine Regung. Mit gerunzelter Stirn sah er ihr in die Augen „Warum?" Akane sah verständnislos auf ihn herab „Warum?" wiederholte sie seine Frage. „JA, Warum. Wieso sollte ich das tun. Wenn interessiert es schon. Hat doch alles keinen Sinn"

Er drehte sich auf die Seite und somit Akane den Rücken zu. Wütend drehte sie ihm auch den Rücken zu und stampfte davon. Idiot soll er doch da liegen und anfangen zu schimmeln. Sie setzte sich zu den anderen an den Tisch. Alle sassen bereits da und blickten Akane an „Hast du Ranma gerufen?" fragte Kasumi geduldig.
Akane nahm gerade den ersten bissen in den Mund „JA" Kasumi fragte weiter „Und, kommt er?" Akane ass einfach weiter, als würde sie das alles nichts angehen. Kasumis blick konnte sie aber nicht lange standhalten. „Er hat keinen Hunger" sagte sie schnell und hoffte dass ihre Schwester nun ablassen würde.

Sie runzelte die Stirn und sah zweifelnd auf Akane. Auch sie konnte nicht glauben dass es möglich war, das Ranma keinen Hunger hat. „Habt ihr euch wieder gestritten?" Akane blickte kurz auf „Ich hab es versucht, aber er wollte nicht mitmachen" Jetzt sah sie ihre Schwestern noch zweifelnder an „Du hast versucht mit ihm zu streiten?" fragte Kasumi ungläubig.

Es reichte ihr, Kasumi sprang auf und lief raus. Wenig später kam sie zurück und Ranma dackelte ihr hinterher. Lustlos liess er sich auf den Platz neben Akane plumpsen. Er nahm die Stäbchen und die Reisschale in die Hand. Langsam schob er sich ein Häufchen in den Mund und schaute in die Leere. Alle anwesenden beobachteten ihn. Genma stibitzte hin und wieder etwas von Ranma, aber es kümmerte ihn nicht. Er schien ewig, auf diesem bisschen Reis herumzukauen. Er benahm sie wirklich äusserst merkwürdig.

Auch als das Essen schon lägst vorbei war, sass er immer noch in der gleichen Position da und starrte Löcher in die Luft. Kasumi hatte ihn schon mehrmals angesprochen, doch er schien es nicht zu hören. Erst als sie seine Schulter sachte berührte, schien er aus seiner starre zu erwachen. „Ranma, ich hab dir ein Bad eingelassen" Er stand auf und schlürfte aus dem Zimmer. Leise vernahm man von ihm „Wenn's sein muss". Kasumi war ernsthaft besorgt um ihn. Aber sie entschied sich ihn erstmal im Auge behalten. Vielleicht hatte er nur einen schlechten Tag.