Disclaimer: Die Idee für diese Geschichte Gehört mir! Die Rechte an den Figuren und einigen Schauplätzen gehören J.K.R.. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.
3. Ein schreckliches Osterfest
- Harrys POV -
Harry Potter fand, dass er ein sehr normaler Junge war. Er lebte nun bereits seit fast 10 Jahren bei Tante Petunia, Onkel Vernon und seinem Cousin Dudley, mit dem er allerlei Unsinn anstellte, sobald seine Tante nicht hinsah. Tante Petunia war ziemlich streng, vor allem wenn es um die Schule ging und Onkel Vernon stimmte ihr eigentlich immer zu. Nun ja, zumindest tat er so, nahm sie dann später aber doch mit ins Kino oder Schwimmbad, oder was sie auch gerade machen wollten. Manchmal hielt er auch sterbenslangweilige Vorträge über Bohrmaschinen aber nun ja, alles in allem war der Umgang mit Onkel Vernon recht einfach. Man durfte ihn nur auf keinen Fall nerven, das konnte er gar nicht leiden.
Natürlich war es traurig, dass seine Eltern tot waren, gestorben bei einem Autounfall und auch, dass er sich kaum an sie erinnern konnte. In seinen Träumen sah er manchmal ein grünes Licht und meinte ein kreischenndes Lachen zu hören. Doch das Gesicht seiner Mutter kannte er nur von Kinderfotos seiner Tante. Von seinem Vater hatte sie leider keine Fotos. Harry vermutete, dass er von ihm sein rabenschwarzes Haar geerbt haben musste, dass in alle Richtungen abstand. Ihn störte das Chaos auf seinem Kopf eigentlich nicht weiter aber es hatte doch einige Zeit und viele unnötige Frisörbesuche gedauert, bis die Dursleys dies auch so sahen. Mittlerweile war Tante Petunia dazu übergegangen, sein Haar mit irgendeinem Gel platt auf den Kopf zu drücken, wann immer wichtiger Besuch anstand, und ihn ansonsten in Ruhe zu lassen.
Alles in allem war Harry glücklich. Vage konnte er sich erinnern, dass er keinen guten Start mit den Dursleys gehabt hatte aber mit der Zeit hatten sie sich an ihn gewöhnt. Er wusste noch, wie erstaunt er war, als sie alle zusammen zum ersten Mal seinen Geburtstag gefeiert hatten, doch seitdem hatte er fest zur Familie gehört. Nun ja, beinahe. Wäre da nicht Tante Magda gewesen.
Er konnte bereits das Hundegebell durch das offene Fenster hören. Sie musste wohl wieder einmal Ripper mitgenommen haben, entgegen allen Flehens seiner Tante, die Hunde zu Hause zu lassen. Tante Magda konnte Petunia nicht leiden und ihn erst recht nicht, doch Onkel Vernon wollte sie nicht ausladen („Sie ist immerhin meine Schwester") und so musste er immer an Weihnachten, Ostern und Dudleys Geburtstag die Ohren steif halten. Fast freute er sich, wenn er an diesen Tagen zur katzenvernarrten Mrs Figg durfte oder – natürlich noch besser – die Dursleys ihn mit irgendeiner Kindergruppe auf Ausflüge oder zum Zelten schickten. Auf diesen Touren wurde einem eigentlich nicht langweilig. Bei einem Ausflug in ein Moor hatte er sogar eine richtige Burg gesehen. Nur zu gerne wäre er näher ran oder gleich hineingegangen aber das hatten die Betreuer nicht erlaubt. Sie hatten gesagt, die Burg sei eine Ruine und es sei zu gefährlich dabei hatte Harry keinen Verfall an dem Gebäude sehen können aber das behielt er lieber für sich. Insgesamt sah er manchmal seltsame Dinge. Tante Petunia sagte dann immer er habe eben eine lebhafte Fantasie.
Doch diesmal hatte es nicht geklappt, ihn aus dem Ligusterweg zu evakuieren und so hatte Onkel Vernon ihn am Morgen zum Frisör geschleift und Tante Petunia über den verbliebenen Stoppeln noch eine extra Portion Kleber verteilt. Er brauchte nicht Dudleys Prusten abzuwarten, um zu wissen, dass er ziemlich bescheuert aussah. „Immerhin bin ich nicht das kleine Goldlöckchen.", hatte er Dudley zugeraunt, der beim Klang dieses Kosenames gleich zusammengezuckt war.
Mit einem Seufzer rappelte er sich von seinem gemütlichen Bett auf und zog sich die Sachen über, die seine Tante ihm rausgelegt hatte – abgelegte Sachen von Dudley, der ein ganzes Stück größer als er selbst war. Harry fand dies ziemlich albern, da er ja seine eigenen Sachen hatte, aber Tante Magda hatte sich immer aufgeregt, die Dursleys würden für ihn zu viel Geld ausgeben. Ein Paar besonders schmuddeliger Turnschuhe, die er sonst nur benutzte um seiner Tante im Garten zu helfen, komplettierten das Outfit.
Schon hörte er die Tür unten ins Schloss fallen und schnell aber leise huschte er die Treppe hinunter und platzierte sich strategisch halb verdeckt hinter Onkel Vernon. Anwesend aber nicht auffallend. Natürlich nützte es nichts.
„Bürschchen.", knurrte sie, sobald sie ihn erblickte.
„Guten morgen Tante Magda.", presste er hervor. Sein Blick schweifte zur Ripper, der ihn ebenso anknurrte.
„Ganz richtig. Schau lieber, dass du dich diesmal benimmst. Ripper weiß genau, was er zu tun hat. Braver Junge.", mit glänzenden Augen tätschelte sie der Bulldogge das faltige Gesicht und wurde mit einer Sabberattacke auf ihre Hand belohnt. Achtlos wischte sie sie am Teppich ab. Harry meinte, Petunia bereits leise wimmern zu hören.
„Aber nun zu meinem kleinen Dudders. Na wie geht es denn meinem Lieblingsneffen? Ganz dürr schaust du aus. Gibt dir deine Mutter denn nichts Anständiges zu essen?"
Harry verkniff sich ein erleichtertes Aufseufzen und beobachtete halb belustigt halb entnervt das feindselige Geplänkel zwischen Petunia und Magda, während Dudley sich immer noch in ihrer schraubstockhaften Umarmung befand. Manchmal war es doch besser, nicht gemocht zu werden.
Tante Magdas Besuch verlief dieses Mal sogar noch elendiger. Gleichgültig nahm Harry hin, dass sie Dudley einen Super Nintendo schenkte und er einfach Nichts bekam. Sobald sie weg war, würden sie zusammen damit spielen können, doch im Augenblick ordnete Magda noch an, dass er Dudley beim Videospielen zusehen solle. Dudley würde ihn übermorgen erstmal plattmachen, da war er sich sicher. Leider war Onkel Vernon herausgerutscht, dass sie beide auf ein Internat für Hochbegabte Kinder in Schottland geschickt werden sollten. Harry selbst war ziemlich verwirrt gewesen, als Petunia ihm den Prospekt gezeigt hatte. Nie hatte er irgendeinen Aufnahmetest oder etwas Ähnliches absolviert. Zwar war er unter Petunias strengen Augen Klassenbester geworden doch die Leistungen seines Cousins waren nur leicht überdruchschnittlich. Wobei in Tante Magdas Augen natürlich klar war, dass Dudley genau dort hingehöre aber sie bei Harry wohl einen Fehler gemacht haben mussten.
Glücklicherweise entdeckte Tante Petunia ihre religiöse Ader, wann immer Magda zu Besuch war und so nahm sie Harry täglich mit in irgendeinen Gottesdienst und manchmal sogar zwei. Harry verstand nicht ganz, warum die Leute so oft in die Kirche gingen, denn eigentlich wiederholte sich doch immer alles – es musste wohl viele Menschen mit schrecklichen Tanten geben. Auch hörten sich die Geschichten dort ziemlich seltsam an. Dudley mochte hin und wieder seinen Grünkohlauflauf fliegen lassen aber die Nummer mit den Broten, die mehr wurden, kam ihm doch etwas unrealistisch vor. Warum sollte auch irgendjemand so viel Brot essen wollen?
Immerhin hatte Tante Petunia ihm vor der großen Ostereiersuche im Garten Zimmerarrest aufgebrummt, sodass Magda keine Gelegenheit hatte, wieder Ripper auf ihn zu hetzen. Er mochte schnell genug sein, um dem Vieh zu entkommen, und er war absolut schwindelfrei, sodass er auch einfach auf die Buche oder das Dach vom Wintergarten klettern konnte, doch konnte er sich auch einen entspannteren Morgen vorstellen. In seinem Zimmer entdeckte er dann sogar ein kleines Set zum Kristalle Züchten und einen Teller mit Schokoeiern – Tante Petunia musste an ihn gedacht haben! Zufrieden aß er die Schokoeier, während er Dudley beim Suchen im Garten beobachtete. Es musste ziemlich öde sein für seinen Cousin, denn Magda zeigte ihm die ganze Zeit die Verstecke, als wäre Dudley zu blöd zum Suchen. Kopfschüttelnd wandte er sich ab und öffnete sein Kristallset. Sorgfältig las er die Anleitung mit den Erklärungen zu den verschiedenen Pulvern durch, ehe er verschiedene bunte Lösungen in einigen Glasschalen aus seinem Chemie Set anrührte.
Zum Abendessen wurde er leider wieder nach unten geholt, wo Tante Magda bereits vor einem reichlich gedeckten Tisch saß, in der Hand ein halbleeres Glas Rotwein. Schnell huschte er an ihr vorbei zu Tante Petunia in die Küche, doch sie hatte schon fertig gekocht und alles Geschirr im Wohnzimmer bereit gestellt und so musste er mit einer Schüssel Salzkartoffeln gleich zurück ins Esszimmer.
Glücklicherweise gelang es Onkel Vernon, seine Schwester immer wieder von Harry abzulenken, indem er sie in Diskussionen über Politik oder ihre Hunde verwickelte, zumindest bis sie aus jedem Thema eine Wutrede über Harry machte. Sie hätten über die Weltmeisterschaft im Fußball reden können und Tante Magda hätte noch einen Grund gefunden, dass Thema auf ihn zu lenken. Sie waren bereits beim Dessert als sie zu der Schulfrage zurückkehre.
„Kann es einfach nicht verstehen, Vernon.", begann Tante Magda schon halb lallend. „Was auch immer diese Schule sagt, ich an deiner Stelle würde den Jungen genau im Auge behalten."
„Aber Magda,", wandte Vernon verdrießlich ein, „Du warst es doch, die vorgeschlagen hatte, den Jungen auf ein Internat zu schicken."
„In eine Verwahranstalt.", polterte sie. „Wo man kriminelle Jungen wie ihn wegsperrt, damit sie Leuten wie uns nicht schaden können. Ich hatte euch doch schon die Adresse von St. Brutus gegeben."
„Und wir haben uns dagegen entschieden.", entgegnete Petunia spitz.
Tante Magdas Augen verengten sich zu Schlitzen. „Wir!", lachte sie böse. „Als ob du meinen Bruder auch nur gefragt hättest! Soll ich allen Ernstes glauben, dass Vernon seinen eigenen Sohn nicht in Smeltings anmelden würde?"
Betreten sah Onkel Vernon weg. „Dudley, wie wäre es, wenn du noch ein wenig Eis aus der Küche holst?", bat er verzweifelt seinen Sohn.
Dudley wollte schon fliehen doch Tante Magda packte ihn am Arm. „Hier geblieben.", bellte sie. „Dein Junge sollte ganz genau mitbekommen, wie seine verrückten Eltern ihm seine Zukunft verbauen." Unsanft zog sie Dudley auf den Platz neben sich zurück und hielt ihn weiter so fest, dass seine Hand sich langsam bläulich verfärbte.
„Sag Dudley, behandeln deine Eltern dich schlecht?"
Verängstigt schüttelte Dudley den Kopf. Sofort wusste Harry, dass dies ein Fehler war. Man widersprach Tante Magda einfach nicht, ganz gleich was sie wollte.
„Sag die Wahrheit.", brüllte sie und begann an seinem Arm zu zerren.
Dummerweise musste Ripper sie falsch verstanden haben, denn schon sprang er auf und grub seine Zähne in Dudleys Wade. Tante Petunia schrie und begann sich auf den Hund zu stürtzen, doch Ripper ließ nicht locker, sodass Dudley schmerzerfüllt aufschrie. Wütend begann Vernon seine Schwester zu beschimpfen, sie solle den Hund zurückpfeifen. Harry steckte sich die Finger in die Ohren und spürte, wie seine Kopfhaut zu prickeln begann.
Eine Teetasse sauste an seinem Ohr vorbei. Und dann noch eine und noch eine bis das halbe Teeserviece seiner Tante um Magdas Kopf kreiste und sie mit heißem Wasser bespritzte. Erschrocken beobachtete Harry wie ihr Gesicht Blasen warf und sich schließlich zu einer faltigen Masse verformte. Onkel Vernons Triade verstummte, als Magdas plumpe Arme immer kürzer wurden und aus ihnen grau Braunes Fell spross. Auch ihr Gesicht war nun mit Fell bedeckt und ihre Nase saß platt darin, während ihre Ohren Richtung Stirn wanderten und seltsam flapsig wurden. Als ihre Finger schließlich sich zu Pfoten verformten öffnete sie erstaunt ihr Maul und ein lautes Bellen entfuhr ihr. Petunia schrie und auch Ripper hatte endlich von Dudley abgelassen. Erstarrt sahen sie zu wie Tante Magda, nun als riesige vierbeinige Bulldogge in einem Kleid sich vom Stuhl rollte und durch das offene Wohnzimmerfenster mit lautem Bellen floh. Mit leisem Klirren prallte Dudleys Kopf auf den Tisch.
-Petunias POV-
Zitternd war Petunia auf den Kücheboden gesunken. Es war geschehen! All die Zeit hatte sie es gewusst und doch nicht wahr sein wollen. Sie hörte kaum ihren Mann schreien.
„Bring sie zurück, bring sie zurück!", brüllte er Harry an, dessen Haar nun wie im Zeitraffer aus seinem Kopf spross.
Wie in Trance beobachtete sie, wie Harry versuchte ihren Mann zu beruhigen und besorgt zu Dudley schaute. Immerhin, die beiden hatten ein gutes Verhältnis. Lily hatte immer betont, wie wichtig Beziehungen in der – sich musste sich überwinden es nur zu denken – magischen Welt waren.
„Was hast du mit meinem Sohn gemacht?", brüllte Vernon. Tatsächlich lag Dudley nach wie vor auf dem Tisch. Natürlich hatte sie mitbekommen dass Zauberei ziemlich gefährlich war. Besorgt rappelte sie sich auf, um nach ihrem Sohn zu sehen, als Vernon begann Harry zu würgen.
„Nein. Vernon.", rief sie. „Vernon, tu es nicht!"
„Gib. Mir. Meinen. Sohn. Und. Meine. Schwester.", presste er hervor, puterrot vor Anstrengung.
Auch Harry lief bereits gefährlich an, konnte aufgrund der Attacke jedoch nicht Antworten.
„Vernon! Lass ihn los.", verzweifelt versuchte sie den Griff ihres Mannes zu lösen, doch er ließ nicht locker.
„Ich. Werde. Nicht.", japste ihr Mann.
Es war zwecklos. Von fern hörte sie eine Polizeisirene. Hatten die Nachbarn ihren Streit mitbekommen? Oder schon den Ärger mit Magda? Wie in aller Welt sollten sie die Situation erklären?
Sie sah wie die Finger ihres Mannes erschlafften und jegliche Form verloren. Er schrie, als er sah, wie seine Hände schlaff und leblos an seinen Armen herunterbaumelten. Schnell befreite sich der Junge und hechtete ebenfalls durch das Fenster hinaus. Er war schon außer Sichtweite, als Petunia den nun schockstarren Vernon auf einen Stuhl bugsiert hatte.
Leider fand er seine Sprache wieder und schilderte der Polizei bei deren Eintreffen die Vorfälle in schillernsten Farben. Wie er immer gewusst hatte, dass etwas mit seinem Neffen nicht stimmte. Dass dies also der Dank war, dass sie ihn aufgenommen hatten. Sie seien doch immer anständig zu ihm gewesen. Und immer wieder Dudders.
Petunia sagte lieber gar nichts und fragte sich, ob sie sich morgen noch an irgendetwas erinnern könnte. Was würde geschehen, wenn SIE erst eintreffen würden? Angst überfiel sie. Duddley. Sie würden ihnen Dudley wegnehmen! Und auch Harry! Besonders Harry. Wenn sie je Wind davon bekamen, dass er die ersten Jahre bei ihnen nur den Schrank gehabt hatte! Sie wollte bereits in den Flur laufen, um zu schauen, ob sich zwischen ihrer gut sortierten Putzmittelsammlung noch irgendwelche Beweise für die Unterbringung des Jungen fanden, doch ihre Beine wurden bereits schwer. Ergeben ließ sie sich am Türrahmen zu Boden gleiten, wie vor all den Jahren, als sie den Jungen gefunden hatte. Ihre Augen wurden immer schwerer und sie hoffte inständig, nicht als kinderlose Frau in Australien aufzuwachen. Gleichgültig betrachtete sie wie Vernon und die Polizisten unsanft zu Boden stürzten. Leider schlug einer der Beamten auf ihren Glastisch auf – kein schöner Anblick.
Anmerkungen:
Ich habe Dudley keine Play Station gegeben, weil die erst 1994 auf den Markt kam (und die Story soll ja 1991 spielen, da macht ein SuperNES mehr Sinn, auch wenn es das zum Zeitpunkt der Story nur in Japan gab ;)).
